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Beiträge mit Schlagwort “Horrorkomödie 2017

Filmkritik: „Mayhem“ (2017)

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MAYHEM

Story

 
 
 

Ein von einem Virus infizierter Angestellter wird plötzlich zur rasenden Killerbestie und will den Geschäftsführer zu Rede stellen, weil er gekündigt wurde.

 
 
 


 
 
 

MAYHEM – Kritik

 
 
 
In jeder Firma gibt es sie: hinterhältige Angestellte, die für die eigene Karriere über Leichen gehen. Da werden für eigene Interessen gern mal die Kollegen in die Pfanne gehauen, die sich dann für Dinge rechtfertigen müssen, von denen sie gar nichts wissen. Leider ist es im wahren Leben schon lange nicht mehr so, dass man mit Ehrlichkeit weiterkommt. In einer Ellenbogengesellschaft, in der nur Leistung zählt, muss man schon ein Schwein sein, um erfolgreich bestehen zu können. Genau jene These vertritt auch der Action-Splatter MAYHEM, der schwarzhumorig vermittelt, wie sich die derzeitige Unternehmenskultur entwickelt hat. Hier wird gehörig gegen Unternehmensführer gewettert, in deren Händen das Schicksal des kleinen Mannes liegt. Damit spricht man natürlich all jenen aus der Seele, die im Job nichts zu lachen haben und sich unterwerfen müssen. Für genau diese Menschen gibt es Filme wie MAYHEM, die vermitteln wollen, dass auch boshafte Angestellte und Unternehmensbosse irgendwann mal an ihren Meister geraten.
 
 
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Gute Kollegen, schlechte Kollegen. Von den Letzteren gibt es im rabenschwarzen Splatterfilm MAYHEM offenbar zu viele. Die sind nämlich dafür verantwortlich, dass Derek seinen Job verliert. Der arbeitet für eine erfolgreiche Anwaltskanzlei, wo hinter verschlossenen Türen gern mal Bürointrigen gesponnen werden. Eine derer fällt nun auch Derek zum Opfer. Prompt folgt die Kündigung. Doch mit der Entscheidung der Geschäftsleitung ist der Entlassende so gar nicht einverstanden. Der pocht auf sein Recht, stößt aber auf taube Ohren. Da nehmen die Geschehnisse eine eigenartige Wendung. Der Bürokomplex wird unter Quarantäne gestellt. Der Grund dafür ist ein mysteriöser Virus, der Menschen in gewaltbereite Kreaturen verwandelt. Mit dem haben sich fast alle Angestellten angesteckt und gehen sich nun gegenseitig an den Kragen. Eine gute Chance für Derek der Geschäftsleitung für ihre skrupellosen Praktiken den Marsch zu blasen. Der bewaffnet sich bis auf die Zähne und arbeitet sich bis hoch in die letzte Etage, wo sich die Büros der Chefriege befinden. Bis er dort jedoch angekommen ist, fließt viel Blut. Splatterfans wird es freuen.
 
 
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Einige FILMCHECKER-Leser haben jetzt vermutlich ein Déjà-vu. Wir können aber versichern, dass MAYHEM keine Fortsetzung und kein Remake zum vor einiger Zeit hier besprochenen Das BELKO EXPERIMENT ist. Die Vermutung ist nicht unbegründet. Beide Filme sind nämlich thematisch ähnlich und zeigen streitsüchtige Angestellte, die plötzlich zu aggressiven Killermaschinen mutieren und dabei weder Freund noch Feind kennen. Interessanterweise nimmt sich MAYHEM trotz brutaler Gangart gern mal selbst auf die Schippe. Die Inszenierung gleicht nicht selten einer Film-gewordenen Comicverfilmung, wo sich Protagonisten Prügel aussetzen und danach aufstehen, als wäre nichts gewesen. Doch damit nicht genug. MAYHEM strotzt nur so vor Zynismus und schwarzen Späßen. Obwohl sich viele Figuren im Film ihrem Schicksal bewusst sind, haben sie stets trockene Sprüche auf den Lippen. Das mildert den Härtegrad der vielen Gewalteskapaden, die mit fortlaufender Spielzeit von Regisseur JOE LYNCH genüsslich zelebriert werden. Mit Splatter, Action und boshaften Späßen hat der Filmemacher übrigens Erfahrung. Der feierte seinen Regiedebüt mit der günstig produzierten Fortsetzung zum Backwood-Slasher WRONG TURN und übernahm danach die Inszenierung eines Segments der zitatreichen Horror-Anthologie CHILLERAMA. Seither sind viele Jahre vergangen und Lynch scheint recht sicher auf seinem Regie-Posten zu sitzen. Vorbei sind die Zeiten schlechter Spezialeffekte und mäßiger Low-Budget-Produktionen. MAYHEM ist bis zum Ende durchgestylt und macht einen professionellen Eindruck. Hinzukommt, dass der Regisseur gern mal die Speed-Taste drückt und euphorische Zerstörungslust auslebt. Da kommen auch Actionfreunde auf Ihre Kosten, die gern Filme sehen in denen sich Menschen gegenseitig vermöbeln.
 
 
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Unterm Strich entpuppt sich MAYHEM als unterhaltsamer Party-Splatter, der hemmungslos mit miesen Menschen aufräumt. MAYHEM besitz einen beißend kritischen Unterton, der nicht nur mit skrupellosen Praktiken profitgeiler Unternehmensbosse aufräumt. Der Film spricht gern auch jedem Arbeitnehmer aus dem Herzen, der für seinen Job alles tut, aber dennoch ersetzbar ist, wenn es darauf ankommt. Da ist es am Ende fast schon eine Genugtuung, wenn den Bösewichten der Garaus gemacht wird und sie für ihre selbstsüchtigen Missetaten bestraft werden. Leider ist MAYHEM nur ein Film. Im echten Leben kommen diese Menschen meist ungeschoren davon – leider!
 
 


 
 
 

MAYHEM – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Der perfekte Partyfilm für hungrige Splatterfans. MAYHEM ist eine unsinnige Gewaltorgie, die man aber nicht ernstnehmen sollte. Das tut der Film nämlich selbst zu keiner Minute und zeigt wie sich ein gekündigter Arbeitnehmer in einem Hochhaus – ähnliche wie im Remake zu DREDD oder THE RAID – von unten nach oben durchmetzelt. Ziel ist die oberste Etage, wo der Geschäftsführer darüber entscheidet, wer aus dem Unternehmen fliegt und wer nicht. Bis er jedoch sein Ziel erreicht, muss er vielen kleinen Zwischengegnern die Rübe einschlagen, die ihm daran hindern den Oberbösewicht zur Rede zu stellen. MAYHEM gleicht in seiner brachialen Zerstörungs- und Wutorgie einem actiongeladenen Computerspiel. Die Figuren bestehen aus Stereotypen und viel Substanz ist auch nicht vorhanden. Aber intellektuell will MAYHEM überhaupt nicht sein. Regisseur JOE LYNCH will kurzweilig unterhalten. Das gelingt ihm ganz gut. In null Komma nichts befindet sich der Zuschauer im Geschehen und folgt einem gefrusteten Angestellten, der sich zynisch durch Büros metzelt. Wer eine Leidenschaft für Filme besitzt, die kaum Handlung, dafür viel Gewalt zu bieten haben, ist mit MAYHEM gut bedient. Angesichts überschaubarer Zutaten würde ein solcher Film auf FILMCHECKER normalerweise gnadenlos durchfallen. Weil MAYHEM sich selbst gern mal aufs Korn nimmt und einfach nur unterhalten will, drücken wir mal ein Auge zu. Zugegeben: wir haben uns zu keiner Minute gelangweilt.
 
 
 


 
 
 

MAYHEM – Zensur

 
 
 
In MAYHEM geht es nicht zimperlich zu. Hier kommen elektrische Sägen und Nagelpistolen zum Einsatz, um Arbeitskollegen das Lebenslicht auslöschen zu können. Gesplattert und geprügelt wird reichlich. Demzufolge dürfte der Film hierzulande erst für Volljährige geeignet sein, sollte er veröffentlicht werden. Die Grausamkeiten werden aber so überspitzt zelebriert, dass eine ungeschnittene Fassung denkbar ist. Da ist das in der Kritik erwähnte BELKO EXPERIMENT brutaler.

 
 
 


 
 
 

MAYHEM – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Abbildungen liegen bei RLJ Entertainment)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Das Belko Experiment (2016)
 
Bloodsucking Bastards (2015)
 
Z-Office (2017)
 
Stalled (2013)
 
Botched (2007)
 

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Filmkritik: „Night of the Virgin“ (2016)

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NIGHT OF THE VIRGIN

(LA NOCHE DEL VIRGEN)

Story

 
 
 
Ein Film dessen Handlung auch ein pubertierender Teenager mit Dauererektion zu Papier hätte bringen können. Darin gerät eine männliche Jungfrau in die Fänge einer älteren Dame, die den jungen Mann nicht seiner Unschuld berauben will, sondern … ach, Ihr werdet schon sehen.
 
 
 


 
 
 

NIGHT OF THE VIRGIN – Kritik

 
 
 
Die Spanier trauen sich was. Nach umjubelten Gruselfilmen und hektischen Zombie-Krachern wird diesmal die Ekelkeule geschwungen. Das hat man nicht kommen sehen, zeichnet sich doch das spanische Genrekino dadurch aus, stets einen gewissen Anspruch zu bewahren, um auch Feingeister ansprechen zu können. Mit folgendem Streifen werden Erwartungen gebrochen. Die Horrorkomödie NIGHT OF THE VIRGIN ist nämlich aus einem anderen Holz geschnitzt und dürfte damit jedem Fan spanischen Horrorkinos vor den Kopf stoßen. Adé die Zeiten subtilen Grauens – dieser Film setzt auf niedere Instinkte und war bisher damit erfolgreich. Die groteske Horror-Produktion aus Spanien räumte auf Festivals Preise ab und ließ selbst Regisseur ELI ROTH erstaunen. Der urteilte streng und attestierte Mut. In Interviews erklärte der amerikanische Filmemacher, dass der Regisseur hinter NIGHT OF THE VIRGIN weitaus mehr zeigt, als sich Roth selbst trauen würde. Gemeint hat er damit ROBERTO SAN SEBASTIÁN. Der hat mit seinem blutigen Kammerspiel den ersten Spielfilm gedreht und damit auch gleich ins Schwarze getroffen. Bevor jedoch Jubelstimmung aufkommt sei gesagt: NIGHT OF THE VIRGIN ist blutig – keine Frage. Trotzdem ist das Machwerk weit weg von gut. Da hat Spanien schon bessere Tage gehabt.
 
 
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Was predigt Mutti bereits den ganzen Kleinen: Geht nicht mit fremden Leuten mit. Der 20-jährige Nico (JAVIER BÓDALO aus THE DEVIL’S BACKBONE) ist im besten Alter. Während Gleichaltrige Erfahrungen sammeln und junge Frauen daten, ist der unbeholfene Spanier immer noch Jungfrau. Doch das soll sich jetzt ändern. In der Silvesternacht beschließt der junge Mann seine Unschuld zu verlieren, nimmt all seinen Mut zusammen und tanzt auf einer Party attraktive Damen an. Die fühlen sich aber von den Annäherungsversuchen des eher schmächtigen Nicos belästigt und suchen das Weite. Für den Helden unserer kleinen Geschichte eine herbe Enttäuschung. Der steht nämlich unter Druck, weil er seinen Freunden Beweise für den Verlust seiner Unschuld liefern will. Da macht er Bekanntschaft mit der reifen Medea (MIRIAM MARTÍN). Die ist zwar deutlich älter als das Objekt ihrer Begierde, nimmt den unerfahrenen Nico aber mit zu sich nach Hause. Dort ist es zwar nicht sonderlich rein und Statuen einer nackten Gottheit erwecken alles andere als Vertrauen. Dennoch begibt sich die männliche Jungfrau in die Hände der erfahrenen Gastgeberin und erlebt dabei die Hölle auf Erden. Was folgt ist ein ekliger Albtraum aus Erbrochenem, Urin, Ejakulation, Blut und sonstigem Körperschleim in dem sich der Held dieser kleinen Geschichte suhlen wird. Mehr über die absurde Handlung zu verraten, wäre gemein.
 
 
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NIGHT OF THE VIRGIN als neuen Kultstreifen zu bezeichnen ist ein wenig übertrieben. Der Film ist nämlich weder Fisch noch Fleisch und hat ein großes Problem mit dem Tempo. Viel Sitzfleisch wird vorausgesetzt, denn in den knapp zwei Stunden Laufzeit passiert nicht sonderlich viel. Das ist dahingehend enttäuschend, weil NIGHT OF THE VIRGIN im Vorfeld für Furore gesorgt hat. So fand die Horrorkomödie vor allem wegen Ekelmomente auf einschlägigen Filmfestivals Anklang. Dort wurden sogar – ähnlich wie bei Kinovorstellungen des Horrordramas RAW – Kotztüten im Publikum verteilt wurden, um die Vorfreude Ekel-erprobter Zuschauer steigern zu können. Leider ist NIGHT OF THE VIRGIN einer jener Filme, der wohl nur im Kino unter grölenden Gleichgesinnten Freude bereiten wird. Vor der heimischen Glotze verliert der Streifen einen Großteil seines Spaßcharakters und wird stattdessen zum Geduldsspiel. Regisseur ROBERTO SAN SEBASTIÁN nimmt sich zu viel Zeit mit dem Erzählen seiner skurrilen Geschichte. Das dürfte die meisten Horrorfans abschrecken. Die bekommen zwar hin und wieder provokante Szenen mit Körperflüssigkeiten zu sehen, müssen sich aber anschließend durch unwichtige Dialoge kämpfen bis sich der Streifen nach einer gefühlten Ewigkeit in weiteren Geschmacklosigkeiten suhlt. Da werden die Augen schnell schwer, zumal kein Spannungsbogen vorhanden ist und sich auch nicht erschließen will, welcher Sinn sich hinter NIGHT OF THE VIRGIN eigentlich verbergen soll. Filmemacher ROBERTO SAN SEBASTIÁN hat mit seinem ersten Spielfilm einen provokanten und absonderlichen Tabubrecher inszeniert, der durchaus seine Zuschauer finden wird. Letztere benötigen hier nicht nur einen gesunden Magen. Auch der vulgäre Humor ist nicht jedermanns Sache und dürfte den meisten Zuschauer mit seiner beinahe pubertären Primitivität vor den Kopf stoßen. Angesichts mancher Szenen im Film nicht verwunderlich. So wird von Menstruationsblut gekostet oder auf Babyfotos ejakuliert. Nun ja, wer sich bei so Ekelquatsch wie THE GREASY STRANGLER oder KUSO kringelig gelacht hat, wird vermutlich auch NIGHT OF THE VIRGIN als hohe Filmkunst bezeichnen. Wir zumindest haben uns bei NIGHT OF THE VIRGIN über weite Strecken einfach nur gelangweilt.
 
 
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NIGHT OF THE VIRGIN – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Da hat sich wohl jemand von den tabufreien Anfangswerken des PETER JACKSON und den Anarcho-Exzessen des Spaniers ÀLEX DE LA IGLESIA inspirieren lassen. NIGHT OF THE VIRGIN ist ein Highlight des schlechten Geschmacks und versucht sämtliche Tabus zu brechen. Der Zuschauer bekommt hier zu sehen, was sich so alles aus Körperflüssigkeiten und Lebenssaft machen lässt. Das Resultat ist ein polarisierender Rausch aus Erbrochenem, Urin, Ejakulation, Blut und sonstigem Körperschleim. Trotz tabubrechenden Absichten klingt das alles zu schön um wahr zu sein. LA NOCHE DEL VIRGIN – so wie der spanische NIGHT OF THE VIRGIN im Original heißt – ist leider kein Hit. Der ambitionierte Filmexport hat unter seinem schleppenden Erzählstil zu leiden und wiederholt zu oft die gleichen Handlungsverläufe. Das dürfte die meisten Zuschauer zum frühzeitigen Abschalten bewegen. Weil viele der Ekelmomente erst ab Filmmitte zelebriert werden, könnte es gut sein, dass viele Horrorfans einen Großteil der unappetitlichen Szenen erst gar nicht zu sehen bekommen. Manchmal ist es eben besser, wenn man Filme mit Trompeten und Paukenschlägen einführt, um die Aufmerksamkeit des Publikums für sich beanspruchen zu können. Neuling ROBERTO SAN SEBASTIÁN geht es anders an. Der bombardiert den Zuschauer erst einmal mit unwichtigen Dialogen, bevor überhaupt erst einmal der Titelschriftzug auf der Mattscheibe angezeigt wird. So ähnlich geht es dann auch weiter. Eklige Szenen, die provozieren wollen sind eben nicht alles. In inflationären Horrorzeiten, wie der heutigen muss man sich schon mehr ausdenken, um das Interesse von Genrefans gewinnen zu können.
 
 


 
 
 

NIGHT OF THE VIRGIN – Zensur

 
 
 
NIGHT OF THE VIRGIN wurde von der FSK erst für ein volljähriges Publikum freigegeben. Angesichts der nicht jugendfreien Szenen im Film berechtigt. Auf dem Cover der Heimkinofassung klebt das rote FSK-Zeichen: keine Jugendfreigabe. Hierzulande wurde die Horrorkomödie ungeschnitten veröffentlicht.
 
 
 


 
 
 

NIGHT OF THE VIRGIN – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) PIERROT LE FOU (Blu-ray KeepCase-Version)

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(c) PIERROT LE FOU (Mediabook mit Blu-ray & DVD auf 5000 Stück limitiert)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: La noche del virgen; Spanien 2016

Genre: Komödie, Horror

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Spanisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2,35:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 118 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnitten Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover | Mediabook auf 3666 Stück limitiert

Extras: Absurd Stuff, Trailer | zusätzlich im Mediabook: Poster, Kotztüte und umfangreiches Booklet. Außerdem ist im Mediabook eine Bonus DVD enthalten. Darauf befindet sich: Making-of, B-Roll, Lost Footage, Kurzfilm „YAYOS“ + einiges mehr!

Release-Termin: KeepCase + Mediabook: 17.11.2017

 

Night of the Virgin – Mediabook [DVD + Blu-ray + Bonus DVD] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

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NIGHT OF THE VIRGIN – Mediabook

 
 
 
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Anbieter PIERROT LE FOU veröffentlicht NIGHT OF THE VIRGIN zeitgleich zur herkömmlichen Veröffentlichung im KeepCase auch in einem limitierten Mediabook. Dieses ist auf 3666 Stück limitiert und beinhaltet zusätzlich einen Buchteil sowie ein Poster zum Film und eine Kotztüte als exklusiven Gimmick. Ebenso ist NIGHT OF THE VIRGIN im Buch als DVD und Blu-ray enthalten. Der Inhalt der beiden Scheiben ist identisch mit dem Inhalt der Einzelveröffentlichung. Zusätzlich im Mediabook ist aber noch eine Bonus-DVD enthalten. Diese beinhaltet noch weiteres filmbezogenes Bonusmaterial.
 
 
 


 
 
 

NIGHT OF THE VIRGIN – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth

(Die Rechte aller Grafiken in dieser Review liegen bei PIERROT LE FOU)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Night of Something Strange (2016)
 
Meet the Feebles (1989)
 
Bite (2015)
 
Septic Man (2013)
 
Crazy Murder (2014)
 
The Greasy Strangler (2016)
 
Crazy Murder (2014)
 


Filmkritik: „Better Watch Out“ (2016)

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BETTER WATCH OUT

(SAFE NEIGHBORHOOD)

Story

 
 
 

Eine Babysitterin (OLIVIA DEJONGE aus SCARE CAMPAIGN) erlebt ausgerechnet vor Weihnachten den Horror auf Erden.

 
 
 


 
 
 

BETTER WATCH OUT – Kritik

 
 
 
Auch im Horrorfilm passieren manchmal Dinge, die selbst eingefleischte Fans nicht kommen sehen. Da gibt es immer noch Filmemacher, die kreativ sein wollen und es anders machen wollen, als die anderen. Eine lobenswerte Geste, haben vor allem Horrorfans immer wieder das Nachsehen, weil ihnen die ständig gleichen Geschichten von gelangweilten Filmmenschen aufgetischt werden. Denen ist eigentlich nur wichtig, was sich damit verdienen lässt und wie sie mit geringem Aufwand den maximalen Reibach machen können. Überraschenderweise scheint das nicht unbedingt für die Horrorkomödie BETTER WATCH OUT zuzutreffen. Die kommt mal wieder aus Australien, wo neuerdings Grusel-Geheimtipps am Fließband produziert werden. Offenbar kennt man dort die Formel für innovativen Horror den Fans dieses Genre sehen wollen. Der kommt von dort seit Jahren abwechslungsreich, gruselig und vor allem kreativ ins Heimkino. Gott segne Australien.
 
 
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Dass BETTER WATCH OUT eigentlich nur gut werden konnte, war gewissermaßen abzusehen. Hinter der rabenschwarz-bissigen Horrorkomödie steckt nämlich jemand, der vor einigen Jahren für Aufsehen gesorgt hat. CHRIS PECKOVER startete seine Filmkarriere mit dem unerträglich harten und zu Recht kontroversen Thriller UNDOCUMENTED, der leider bis heute keinen Rechteinhaber in Deutschland gefunden hat. Angesichts der dort gezeigten Grausamkeiten verwundert das schon, entstand doch der Film zu einer Zeit in der es Mode war möglichst harten Gewaltnonsens auf Zelluloid zu bannen. In BETTER WATCH OUT wird aber ein Gang zurückgefahren. Gewalt gibt es hier zwar auch zu sehen. Diese wurde aber mit zynischer Note versehen, so dass auch ungeübte Zuschauer am etwas anderen Weihnachtsfest teilnehmen dürfen, ohne gleich vergrault zu werden. Dennoch offensichtlich: Hier muss ein Fanboy am Werk gewesen sein. BETTER WATCH OUT erinnert unschwer an die Filmstreiche von Satansbraten Kevin, der in den KEVIN ALLEIN ZU HAUS-Filmen bösen Menschen mit kindlicher Unbeschwertheit die Leviten liest. Scheinbar haben die Lausbubengeschichten so Eindruck hinterlassen, dass Regisseur CHRIS PECKOVER nacheifert. Das ist aber nichts, was man ankreiden müsste.
 
 
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Gleiches Konzept wie oben genannter Kultfilm aus den 1990ern verfolgt auch der zweite Spielfilm von Regisseur CHRIS PECKOVER, wenngleich das Treiben hier definitiv nicht für Kinder geeignet ist. In BETTER WATCH OUT – der sich im Original übrigens SAFE NEIGHBORHOOD schimpft – soll sich Babysitterin Ashley um den zwölfjährigen Schüler Luke kümmern. Es ist Weihnachtszeit und die Eltern des Jungen wollen sich einen schönen Abend machen. Eine gute Gelegenheit für die attraktive Ashley, um schnelles Geld zu verdienen. Doch die Gute ahnt nichts von den Plänen ihres Schützlings. Der will dem Kindermädchen seine Liebe gestehen, ist er doch schon seit Monaten in die junge Frau verliebt. Leider hat die Babysitterin keine Zeit für Kinderkram. Die hat Stress mit ihrem Freund und versucht die Wogen zu glätten. Das gefällt dem pubertierenden Verehrer gar nicht. Gemeinsam mit Kumpel Garrett versucht er das Herz der Angebeteten zu gewinnen. Doch da klopft es an der Tür und schemenhafte Schatten geistern ums Heim. Will da etwa jemand Spiele spielen? Den jungen Leuten im Haus zumindest wird angst und bange. Ob man sich zu wehren weiß? Filmfans müssen sich auf etwas gefasst machen, denn dieser Abend endet anders als erwartet.
 
 
Jene, die sich den Filmspaß nicht verderben lassen wollen, sollten zum Fazit springen. Was folgt sind nämlich Spoiler, die einen Teil der wendungsreichen Handlung verraten.
 
 
Der australische BETTER WATCH OUT lockt mit irreführendem Trailer. Was dort beinahe im Stile eines KEVIN ALLEIN ZU HAUS übertrieben schwarzhumorig zum Kauf animieren will, ist im fertigen Film dann doch mehr Ernst als Spaß. Regisseur CHRIS PECKOVER will sich abheben. Der Zuschauer bekommt hier nicht das zu sehen, was er erwartet. So ändert der Film nach knapp zwanzig Minuten seine Richtung. Statt dem Fan austauschbares Slasher-Futter aufzutischen in dem ein Babysitter von maskierten Irren terrorisiert wird, versteckt sich der Psychopath diesmal hinter engelsgleichen Augen. Das hat man nicht kommen sehen, denn Dank falscher Fährten bleibt lang verborgen, wohin die Reise wirklich gehen wird. Glanzstück dieses unvorhersehbaren Weihnachts-Horrors ist zweifelsohne Jungdarsteller LEVI MILLER. Der macht es dem ehemaligen Kinderstar MACAULY CULKIN gleich. Was nur die wenigsten wissen: Der damals noch umworbene Jungschauspieler versuchte in den 1990ern auch mal eine andere Seite zu zeigen. Im Psychothriller DAS ZWEITE GESICHT wagte er einen Versuch, das ihm auferlegte Kinderstar-Image abzulegen. Das Resultat war ein solider Horrorthriller bei dem Culkin bewies, dass er zur Abwechslung auch „böse“ kann.
 
 
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In dessen Fußstapfen tritt nun auch der erwähnte LEVI MILLER. Der zeigt in BETTER WATCH OUT locker-flockig, dass er eigentlich gar nicht nett ist, wie man auf den ersten Blick vermuten würde. Die von ihm verkörperte Filmfigur Luke entpuppt sich im Verlauf dieses Horrorstreifens als das Böse in Menschengestalt. Der unschuldig dreinschauende Antiheld handelt manipulativ und skrupellos, wobei nachvollziehbare Beweggründe leider fern bleiben. Das ist auch schon eines der größten Mankos, des ansonsten tadellos inszenierten Psychothrillers. Sonderlich schlau wird man aus der Verwandlung vom Engel zum Teufel nicht. Luke radiert aus Liebe zu Babysitterin Ashley Konkurrenten aus und verschleiert am Ende Spuren, in dem er seine grauenvollen Taten anderen in die Schuhe schieben will. Wie er seinen Plan erreichen möchte, macht nicht immer Sinn. Aber sind wir doch ehrlich: BETTER WATCH OUT ist eben auch nur ein Horrorfilm mit Hang zum Polarisieren und Schockieren.
 
 
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Letzteres gelingt ganz gut. Je näher man sich der Zielgerade nähert, umso öfters bleibt das Lachen im Halse stecken. Der anfangs eingeschlagene Humor verliert nämlich schnell seine Wirkung, je kompromissloser der Film voranschreitet. Der Minipsychopath schreckt bald nicht mehr vor Mord zurück und lässt sich perfide Tötungsarten einfallen. Die werden zwar schwarzhumorig zelebriert. Wirklich lustig wirkt das grausame Treiben aber irgendwann nicht mehr – vermutlich auch, weil es befremdlich ist zu sehen, dass es Kindern Spaß bereitet zu morden. Immerhin bekommt der Nachwuchskiller am Ende sein Fett weg. Eine Genugtuung für den Zuschauer, der dem Bengel für sein unverfrorenes Verhalten dann doch gern mal die Ohren langziehen möchte. Spätestens hier sieht man mal wieder, wie wichtig gutes Schauspiel für einen Film ist. Hauptdarsteller LEVI MILLER (im wahren Leben Model) schafft es trotz kontroverser Rolle Eindruck zu hinterlassen. Etwas, das selbst alteingesessenen Erwachsenendarstellern nicht immer gewinnt. Vor so einer Glanzleistung kann man schon mal den Hut ziehen. Chapeau!
 
 


 
 
 

BETTER WATCH OUT – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
 
Bitterböse Weihnachts-Horror bei dem das Lachen im Halse stecken bleibt je näher der Streifen seinem Ende entgegenfiebert. BETTER WATCH OUT hat zwei Asse im Ärmel. Das eine ist sein unschuldig dreinschauender Antiheld. Das andere ist die Geschichte selbst, die sogar erfahrene Allesseher mit unvorhersehbarer Wendung vor den Kopf stößt. Um sich den Überraschungsmoment nicht verderben zu lassen, wäre es angebracht so wenig über den Film zu lesen, wie möglich. Der geht nämlich vollkommen andere Wege, wie es der Trailer zum Film dem Zuschauer vorgaukeln will. Leider verdirbt jeder Spoiler den Spaß. Demzufolge halten wir uns diesmal mit Details im Fazit bedeckt und empfehlen die ausführliche Kritik erst nach dem Filmgenuss zu lesen. Fakt ist, dass BETTER WATCH OUT endlich mal wieder frischen Wind in das eingerostete Horrorgenre bringt. Der Film macht technisch alles richtig und schaut nach Kinoproduktion aus. Weil auch die Schauspieler ihre Sache gut machen, kann man sich nach den vielen schnell und günstig gedrehten Low-Budget-Gurken der letzten Monate endlich mal wieder zurücklehnen und genießen. Aber: Wer über derbe Späße nicht lachen kann, ist bei BETTER WATCH OUT an der falschen Adresse. Die Horrorkomödie besitzt einen sonderbaren Humor, der vermutlich nicht jedem Filmfan zusagen dürfte. Denn auch wenn der Trailer leichten Comic-Humor im Schlage eines KEVIN ALLEIN ZU HAUS vermuten lässt, hat es dieser Horrortipp faustdick hinter den Ohren. BETTER WATCH OUT ist zwar ein Weihnachtsfilm, aber definitiv nichts für Kinder.
 
 
 


 
 
 

BETTER WATCH OUT – Zensur

 
 
 
Es gibt einige Gewaltmomente zu sehen, bei den meisten wird aber nur angedeutet oder sie passieren im Off. Daher dürfte der Streifen hierzulande ohne Probleme eine FSK16 erhalten. BETTER WATCH OUT wird im Januar 2018 über Constantin Film veröffentlicht.

 
 
 


 
 
 

BETTER WATCH OUT – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Abbildungen stammen von Constantin Film)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Aggression Scale (2012)
 
Mikey (1992)
 
Kevin – Allein zu Haus (1990)
 
Kevin – Allein in New York (1992)
 
Tötet Mrs. Tingle! (1998)
 


Filmkritik: „Dave Made a Maze“ (2017)

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DAVE MADE A MAZE

Story

 
 
 

Ein selbstgebautes Labyrinth – das offenbar als Metapher für die Midlife-Crisis eines jungen Mannes dienen soll – gerät aus den Fugen. Erbauer Dave hat sich selbst darin verlaufen und weiß nicht mehr weiter. Da ist guter Rat teuer.

 
 
 


 
 
 

DAVE MADE A MAZE – Kritik

 
 
 
Wenn man so etwas toleriert, muss es wahrlich Liebe sein. Als Annie (MEERA ROHIT KUMHANI) eines Abends von einem anstrengenden Tag nach Hause kommt, traut sie ihren Augen nicht. Die Wohnstube ist mit Pappkartons übersät und von Freund Dave (NICK THUNE) weit und breit keine Spur. Doch der ist gar nicht so weit, wie die Liebste anfangs vermutet. Der kreative Tüftler sitzt nämlich inmitten seiner Papp-Konstruktion und findet nicht mehr heraus. Dave hat aus Schachteln ein Labyrinth gebaut, das ein skurriles Eigenleben führt. Was von außen klein erscheint, ist nämlich im Inneren riesig. Trotz aller Warnungen wird ein Rettungsversuch gewagt. Zusammen mit einigen Freunden betritt Freundin Annie den seltsamen Irrgarten und bringt sich dabei in Gefahr. Was leider niemand ahnt: Die komplexe Konstruktion ist mit Fallen gespickt. Zudem zieht ein aggressiver Minotaurus in den Gängen seine Runden. Was folgt ist ein entdeckungsreicher Ausflug mit surrealen Vorkommnissen, den keiner der Anwesenden so schnell vergessen wird.
 
 
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Von Helden, die sich in bemalte Handpuppen aus Pappe verwandeln und Lebenssaft, der in Luftschlangen-Form aus Körpern tritt. Was nur haben Drehbuchautor STEVEN SEARS und Regisseur BILL WATTERSON geraucht, um auf so sonderbare Ideen zu kommen? DAVE MADE A MAZE ist zweifelsohne einer der abgefahrensten Filme des Jahres 2017 und beweist mal wieder eindrucksvoll, dass solch absurde Streifen eigentlich nur aus dem Indie-Bereich kommen können. Ausschließlich hier entsteht Unkonventionelles, was sich große Studios in der Regel nicht trauen zu produzieren. Das ist offenbar auch gut so. Selten hat man einen so ungewöhnlichen Streifen zu sehen bekommen, der sich dazu auch noch weigert, ernst genommen zu werden. Gebotenes macht keinen Sinn und lebt in erster Linie von kreativen Einfällen, die DAVE MADE A MAZE über Wasser halten. Die Sache hat nur einen Haken. Inhaltlich wird auf Sparflamme geköchelt, was den positiven Gesamteindruck trübt. Die wenigen Protagonisten irren durch Pappräume, quasseln lustige Sprüche und versuchen einen Weg nach Draußen zu finden. Weil das Labyrinth aber ein Eigenleben führt und stetig wächst, wird das Herauskommen zum Kraftakt.
 
 
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Trotz surrealer Bilderflut und liebevoll gestalteter Pappkulisse ist DAVE MADE A MAZE ein zweischneidiges Schwert. Dem Film mangelt es an Substanz und auch ein Spannungsbogen ist kaum zu verzeichnen. Der Streifen hangelt sich von Einfall zu Einfall, besitzt aber weder Tiefe noch Botschaft. Ein bedauerliches Fiasko, das angesichts der Ausstattung übel aufstößt, weil Regisseur BILL WATTERSON viel Herzblut in die visuelle Umsetzung seiner Ideen investiert haben muss. Der zeigt hier mit viel Liebe zum Detail, dass Filme auch mit schmalem Geldbeutel gedreht werden können und dazu auch noch nach was ausschauen. Wem das bewusst ist und sich auf dieses groteske Filmerlebnis einlässt ohne Erwartungen zu stellen, könnte dennoch gut unterhalten werden. Das kann DAVE MADE A MAZE tadellos. Zum neuen Kultfilm fehlt jedoch noch ein Stück.
 
 
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DAVE MADE A MAZE – Fazit

 
 
 

6 Punkte Final

 
 
 
Schon mal einen Minotaurus aus Pappe gesehen, der Jagd auf Menschen macht? Wenn dem nicht so sein sollte, könnte ein Blick in DAVE MADE A MAZE Erleuchtung bringen. Hier will ein Mittdreißiger der Midlife-Krise entkommen und allen zeigen, dass er auch etwas auf die Beine stellen kann, von dem die Leute reden werden. Prompt bastelt er an einem Labyrinth aus Pappe, das sich bald verselbstständigt. DAVE MADE A MAZE macht visuell alles richtig. Der Streifen sieht nach deutlich mehr aus, als er vermutlich gekostet hat. Regisseur BILL WATTERSON hat mit dem ersten Spielfilm eine sonderbare Welt aus Pappe kreiert, die man in derart Form vermutlich noch nie auf der Mattscheibe hatte. Optischen Gags und kreative Einfälle gibt es hier en masse. Leider hapert es etwas mit der Geschichte. Die will trotz visuellem Detailreichtum irgendwie nicht so recht zünden. Demnach lebt DAVE MADE A MAZE ausschließlich von seinen surrealen Bildern, hat aber sonst wenig zu bieten. Ob visuelle Raffinessen allein ausreichen, um 80 Minuten zu füllen, sollte jeder selbst für sich ergründen. Uns war’s leider etwas zu wenig.
 
 
 


 
 
 

DAVE MADE A MAZE – Zensur

 
 
 
Blut oder Gewalt gibt es eigentlich gar nicht zu sehen. Der Irrgarten ist mit Fallen übersät denen die Freunde von Filmheld Dave nacheinander zum Opfer fallen. Statt Blut fliegen aber rote Luftschlangen durch die Luft. Zudem werden die Morde humoristisch dargestellt und wirken zu keiner Zeit hart. Deshalb dürfte DAVE MADE A MAZE eine FSK12 erhalten.
 
 
 


 
 
 

DAVE MADE A MAZE – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

 
 
 
Ähnche Filme:
 
My Name Is Bruce (2007)
 
Bubba Ho-Tep (2002)
 
Jumanji (1995)


Filmkritik: „68 Kill“ (2017)

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68 KILL

Story

 
 
 

Ein Geldraub und seine Folgen. Habgier sorgt in 68 KILL für Chaos. Das muss Chip durchleben, der für die Freundin alles tut, um die Angebetete glücklich zu machen. Diesmal hat Gutgläubigkeit aber ungeahnte Folgen, denn die Liebste entpuppt sich als gerissenes Miststück und geht für Kohle sogar über Leichen. Diamonds Are A Girl’s Best Friend.

 
 
 


 
 
 

68 KILL – Kritik

 
 
 
Wie verhalten sich Frauen eigentlich in Horrorfilmen? In den seltensten Fällen helle, denn Drehbuchautoren meinen es mit weiblichen Figuren im Horror-Genre nicht immer gut. So wird oft wenig von Protagonistinnen abverlangt. Die müssen in der Regel als Blickfang herhalten und sich in den meisten Filmen dem starken Geschlecht unterwerfen. Doch Frauen können auch anders. Wenn es nach Regisseur TRENT HAAGA geht, sind die nämlich alles andere als nett. Der ambitionierte Regie-Neuling hat mit 68 KILLS seinen zweiten Spielfilm inszeniert, ist aber im Filmbusiness kein Unbekannter. So konnte sich Haaga bereits als Schauspieler in Horror-Werken wie STARRY EYES oder ATOMIC HERO 4 einen Namen machen. Aber auch als Drehbuchautor war der Filmemacher schon mehrfach unterwegs. So gehen die Drehbücher zu DEADGIRL und IT CAME FROM THE DESERT auf das Konto des Multitalents, das sogar auch noch Filme hin und wieder produziert, wenn es die Zeit hergibt. Laut Interviews mit der Fachpresse kam die Idee zur zweiten Regie-Arbeit ganz nebenbei. Als leidenschaftlicher Fan der Bücher von Autor BRYAN SMITH verschlang Regisseur TRENT HAAGA dessen ersten nicht Horror-Roman 68 KILL, war begeistert und wollte aus der Novelle unbedingt einen Film machen. Er veränderte den Plot minimal und fand die Idee spannend einen Kerl auf eine Reise zu schicken, während der er lernen musste unabhängig zu werden. Entstanden ist ein rabenschwarzer Selbstfindungstrip, der sich wohlwollend vom üblichen Horrorbrei abzuheben versteht, weil hier endlich mal nicht Ware von der Stange abgeliefert wurde, sondern Indie-Kino mit Überraschungen, das man in derartiger Form bestimmt noch nicht auf der Mattscheibe hatte.
 
 
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Girlpower mal anders: Unterschätze niemals die Reize schöner Frauen. Die können nämlich auch schnell mal den Tod bedeuten. Mit jener Weisheit muss auch Angsthase Chip (MATTHEW GRAY GUBLER) Bekanntschaft machen, der in 68 KILL Tage voller Turbulenzen erlebt. Alles beginnt nach einem Schäferstündchen mit Freundin Liza (ANNALYNNE MCCORD). Die ist nicht auf den Kopf gefallen und stockt ihr Einkommen etwas auf, indem sie gelegentlich mit Männern in die Kiste springt und dafür Geld bekommt. Einer ihrer „Gönner“ scheint besonders reich zu sein. Der versteckt im Safe 68.000 Dollar, die Rebellin Liza natürlich auch gern ihr Eigen nennen würde. Prompt schmiedet sie einen Plan. Sie überredet Lover Chip zu einem Einbruch, um die Moneten zu stehlen. Doch es kommt alles anders. Kaum Zutritt zum Anwesen verschafft, zeigt Liza ihr wahres Gesicht. Die zückt ein Messer und tötet den spendablen Geldgeber sowie dessen Frau. Was folgt entwickelt sich für den verschreckten Chip zum Albtraum. Der muss nicht nur einsehen, dass seine Freundin eine skrupellose Psychopathin ist, sondern wird zudem in einen Strudel von Umständen gezogen, aus dem bald kein Entkommen mehr ist. So muss eine Zeugin (ALISHA BOE) überwältigt werden. Die war zum Zeitpunkt des Mordes im Haus und hat davon Wind bekommen. Deshalb wird sie kurzerhand in den Kofferraum gesperrt und soll als Folteropfer enden. Leider macht Chip Probleme. Der ist mit dem Vorhaben seiner Freundin gar nicht einverstanden und stellt sich ihr in den Weg. Keine gute Idee, denn Liza versteht keinen Spaß mit Liebhabern, die ihr in den Rücken fallen. Manchmal ist es eben besser, wenn man emanzipierten Damen aus dem Weg geht. Von denen wird Chip im späteren Verlauf nämlich noch einige treffen.
 
 
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Vertauschte Rollen. 68 KILL zeigt ein ungewohnt dominantes Bild der Frau. In diesem zynischen Indie-Thriller haben nämlich Damen die Hosen an und Männer nichts zu melden. Die verhalten sich wie Kerle, während Letztere selbst zu Weicheiern verkommen. Das gängige Klischee der unterwürfigen und nicht immer hellen Frau hat hier Sendepause. Regisseur TRENT HAAGA beschreibt seinen Heldinnen im Film als unberechenbar, furchtlos und knallhart, die ungewohnt ruppig zur Sache gehen, wenn Lösungen für Probleme gefunden werden müssen. Für den Zuschauer bedeutet das harte Action und blutige Gewalteinlagen, welche gern auch mal Grindhouse-Feeling ins Wohnzimmer holen und Fans fürs Grobe glücklich machen. Jene Filmliebhaber bekommen hier häppchenweise Exploitation aufgetischt, die sich selbst nicht immer ernst nimmt. 68 KILL erfreut mit bissigem Zynismus und hat auch noch Antiheldinnen an Bord, die Dank cooler Sprüchen auch gern mal Figuren aus Werken des oft gelobten QUENTIN TARANTINO in Erinnerung holen. Dabei erweist sich vor allem ANNALYNNE MCCORD als Glücksgriff. Die Darstellerin lieferte bereits in EXCISION meisterliches Schauspiel ab und verkörperte dort einen irren Teenager mit einer makabren Leidenschaft für den Tod. Offenbar hat die Amerikanerin eine Vorliebe für verhaltensauffällige Rollen. Im direkten Vergleich ist deren Rolle in 68 KILL nämlich nicht weniger durchgeknallt. Die entpuppt sich im Film als eiskalte Psychopathin und lässige Amazone, die Männer nur für Zwecke missbraucht, um Ziele erreichen zu können. Irgendwie cool, aber dennoch beunruhigend, denn bei so selbstbewussten Damen, bekommt man es als Mann schon mal mit der Angst zu tun
 
 
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68 KILL – Fazit

 
 
 

7 Punkte Final

 
 
 
Vier durchgeknallte Emanzen in gleich einem Streifen. 68 KILL ist die Erwachsenenversion von SPICEWORLD – DER FILM. Dass Frauen nicht nur gründlich putzen und gut kochen können, will der von Regisseur TRENT HAAGA inszenierte Exploitation-Heuler unter Beweis stellen. Die Verfilmung des gleichnamigen Buches von Genre-Autor BRYAN SMITH handelt von furchtlosen Frauen, die mit Männern keine Gnade kennen. Letztere verfallen hier schnell den Reizen allzu taffer Damen und bemerken erst spät, dass man dem Netz einer Schwarzen Witwe nicht mehr entkommen kann, wenn man sich darin verfangen hat. 68 KILL ist ein rabenschwarzes Horror-Vergnügen mit allerhand Überraschungen, dreisten Weibern und deftigen Gewalteskapaden. Schauspielerisch ist Gebotenes erste Sahne und auch die Handlung überzeugt mit frischen Ideen und unerwarteten Wendungen. Leider trübt ein zäher Mittelteil den positiven Gesamteindruck. Der bremst den eigentlich rasant inszenierten Thriller ein klein wenig aus. Das sollte aber kein Grund sein, sich mit dieser kruden Amazonen-Bande nicht doch anzufreunden. Unterm Strich sorgen die Hauptdarstellerinnen im Film mit boshaften Sprüchen und gemeingefährlicher Rücksichtslosigkeit für jede Menge Laune und laute Lacher – nicht nur beim weiblichen Publikum.
 
 
 


 
 
 

68 KILL – Zensur

 
 
 
Durchschnittene Kehlen, abgehackte Unterarme, Messer in den Kopf, massakrierte Leiche in einer Hotelwanne. In 68 KILL geht die Post ab, was vermutlich Gewaltfans freuen dürfte. Viele der Gewalttaten sind aber derart grotesk inszeniert, dass sie nicht sonderlich hart wirken. Zudem mildert ein zynischer Unterton das blutige Treiben. Hierzulande hat der Streifen eine Erwachsenenfreigabe erhalten und steht mit rotem FSK-Sticker im Handel.
 
 
 


 
 
 

68 KILL – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) MFA+ Filmdistribution

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: 68 Kill; USA 2017

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 92 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wendecover

Extras: Trailer, Trailershow

Release-Termin: 06.10.2017

 

68 Kill [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 


 
 
 

68 KILL – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte führ Grafiken liegen bei MFA+ Filmdistribution)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Death Proof – Todsicher (2007)
 
Kill Bill – Volume 1 (2003)
 
Kill Bill – Volume 2 (2004)
 
True Romance (1993)
 


Filmkritik: „It Stains the Sands Red“ (2016)

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IT STAINS THE SANDS RED

Story

 
 
 

Eine junge Frau irrt orientierungslos durch die Wüste von Nevada während ihr ein Zombie auf Schritt und Tritt folgt.

 
 
 


 
 
 

IT STAINS THE SANDS RED – Kritik

 
 
 
Zombies, Zombies und irgendwie kein Ende. Seit GEORGE A. ROMERO mit NIGHT OF THE LIVING DEAD den Grundstein für moderne Zombiefilme gelegt hat, wurden über die Jahrzehnte so viele ähnlich gestrickte Filme von ambitionierten Regisseuren gedreht, dass wohl eigentlich niemand weiß wie viele es unterm Strich wirklich sind. Leider haben sich über die Jahre Abnutzungserscheinungen bemerkbar gemacht. Weil die meisten Zombiefilme nach immer gleichem Schema gezimmert wurden und oft mit minimalem Budget zu kämpfen hatten, genoss der Zombiefilm vor allem in den letzten Jahren keinen guten Ruf. Dem wirkten aber kreative Filmemacher mit innovativen Ideen entgegen. Dank Frischzellentherapie entstanden zuletzt Streifen wie WARM BODIES, THE GIRL WITH ALL THE GIFTS oder DEAD SNOW 2, die dem angestaubten Zombie-Genre frischen Wind einverleibten und es so wieder bei gelangweilten Horrorfans interessant machen konnten. Auch Regisseur COLIN MINIHAN weicht mit IT STAINS THE SANDS RED vom üblichen Zombie-Einerlei ab. Der ist eigentlich Teil der in Horrorkreisen bekannten VICIOUS BROTHERS und zeichnet zusammen mit Kollegen STUART ORTIZ für Horrorware wie EXTRATERRESTRIAL, GRAVE ENTCOUNTERS sowie der nicht mehr ganz so gelungenen Fortsetzung GRAVE ENCOUNTERS 2 verantwortlich. Mit einem etwas anderen Zombiefilm geht VICIOUS BROTHERS-Mitglied COLIN MINIHAN aber erstmals eigene Wege und legt ungewöhnlichen Horrorstoff ab, der nicht ohne Grund auf Filmfestivals gelobt wurde.
 
 
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Auch dem IT STAINS THE SANDS RED liegt ein postapokalyptisches Weltuntergangsszenario zugrunde. Das ist aber hier eher Nebensache, denn warum und weshalb sich im Film plötzlich Menschen in Zombies verwandeln, bleibt weitestgehend ungeklärt. Im Mittelpunkt steht Stripperin Molly (BRITTANY ALLEN aus FARHOPE TOWER), die mit dem zwielichtigen Lover Nick durch die Wüste von Nevada düst, um auf einem kleinen Flugplatz vor der unaufhaltsamen Zombie-Seuche fliehen zu können. Leider erleidet der Wagen unterwegs eine Panne, was eine Reihe ominöser Umstände entfacht. Das Paar wird plötzlich von einem Zombie (JUAN RIEDINGER) attackiert. Minuten später ist Kleinganove Nick tot und Koksliebhaberin Molly auf der Flucht. Die irrt durch staubige Wüstenlandschaft und hofft auf Hilfe. Doch der hungrige Untote von der Landstraße folgt ihr auf Schritt und Tritt. Da ist guter Rat teuer, denn die wandelnde Leiche ist bald das kleinere Problem. Hier draußen herrschen andere Gesetze und auch Mutter Natur kennt kein Erbarmen mit drogenabhängigen Clubtänzerinnen. So muss sich die erschöpfte Molly in Richtung Zivilisation durchkämpfen und unzumutbare Temperaturen erdulden. Ob es dieser Film mit seiner Heldin am Ende gut meint?
 
 
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Wenn sich aus Flucht eine ungewöhnliche Freundschaft entwickelt. IT STAINS THE SANDS RED geht das Thema Zombieapokalypse etwas anders an. Statt Rudel von infizierten Personen fressgeil durch Hauptstädte zu jagen, fokussiert sich dieser Streifen auf eine Person, die auch nur von einem Zombie verfolgt wird. Das hört sich auf den ersten Blick langweilig an, ist es aber keineswegs. IT STAINS THE SANDS RED bietet Abwechslung und vermischt Versatzstücke unterschiedlicher Genres miteinander, was dazu führt, dass sich der Streifen in keine Schublade pressen lässt. So streift der Film Komödie, Zombie- aber auch Wüsten-Horror und macht sogar einen kurzen Abstecher ins Rape-and-Revenge-Fach. Regisseur COLIN MINIHAN verzichtet weitestgehend auf klassische Zombie-Klischees. Stattdessen führen im Film Hitze, Wassermangel und Orientierungslosigkeit zu viel größeren Problemen. Heldin Molly gehen nämlich schon bald Kippen, Koks und Alkohol aus. Das sorgt für ein Desaster, denn so wird die Protagonistin von der Realität eingeholt, die leider alles andere als rosig aussieht. Offenbar hat Molly in der Vergangenheit Tragisches erlebt. Weil Drogen nun nicht mehr den Verstand vernebeln, münden traumartigen Erinnerungsszenen zunehmend in eine Identitätsfindung. Da kommt ihr verwesender Verfolger gerade recht. Der verwandelt sich plötzlich vom gefräßigen Nimmersatt in einen verständnisvollen Begleiter und hilft der desorientierten Filmfigur aus so manch heikler Situation. Letztere erkennt schon bald, dass im toten Körper immer noch Menschlichkeit schlummert und dankt dem neuen Zombiefreund zunehmend mit Respekt und Achtung. Erfahrenen Horrorfans dürfte beschriebene Thematik nicht unbekannt sein. Bereits Zombievater GEORGE A. ROMERO gab in DAY OF THE DEAD zu verstehen, dass Zombies – trotz primitiver Instinkte – immer noch Menschen sind. Ein interessanter Ansatz den Regisseur COLIN MINIHAN daher verfolgt. Der lässt IT STAINS THE SANDS RED aus der verstaubten Zombie-Ecke hervorstechen und hebt den Streifen über den Durchschnitt. Wer daher im Zombie-Genre nach Neuerungen sucht, dürfte mit diesem unkonventionellen Horrordrama gut beraten sein.
 
 
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IT STAINS THE SANDS RED – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Einer der ungewöhnlichsten Zombiefilme, die bisher über die Mattscheibe geflimmert sind. Der Film mit der ungewöhnlichen Titelkreation dürfte vermutlich falsche Erwartungen schüren. IT STAINS THE SANDS RED ist keine Zombie-Fress-und-Gewalt-Granate wie man es bei einem derart reißerischen Titel vermuten würde. Im Genre-Mix wird viel gelaufen, getrunken und gekokst. Gefressen und gesplattert dafür umso weniger. IT STAINS THE SANDS RED schwankt zwischen grotesk und humorvoll. Da wird ein blutgetränkter Tampon als Zombie-Köder benutzt oder ein Schlauchboot an einen Zombie gebunden, damit die Hauptdarstellerin im Film ihr Gepäck nicht selbst durch die Wüste tragen muss. An absurden Einfällen wird nicht gespart. Das macht IT STAINS THE SANDS RED interessant, der aber vermutlich nicht bei allen Zombiefans gut ankommen dürfte. Der Film lässt sich nämlich viel Zeit und sonderlich viel passiert auch nicht. Wer sich dessen bewusst und offen für Neuerungen im Zombie-Genre ist, könnte hier aber dennoch gut unterhalten werden. Der Grund: IT STAINS THE SANDS RED geht nicht gleichen Weg, wie die gefühlt letzten 1000 Streifen gleicher Art. Da sieht man gern über Länge hinweg, schließlich bekommt man nicht alle Tage Zombiefilme vor die Linse, in denen lebende Leichen plötzlich jene beschützen, die sie eigentlich verspeisen würden.
 
 
 


 
 
 

IT STAINS THE SANDS RED – Zensur

 
 
 
Für einen Zombiefilm ist IT STAINS THE SANDS RED nicht sehr brutal. Es gibt wenige kurze Fressszenen zu sehen. Darin knabbert der untote Antiheld an Hälsen und zieht Gedärme aus den Körpern seiner Opfer. Am Ende greift auch Hauptfigur Molly zum Mordwerkzeug und macht einigen Zombies den Garaus. Gezeigtes wäre eigentlich FSK16-tauglich. Dennoch gab es von der FSK für diesen ungewöhnlichen Zombiefilm eine Erwachsenenfreigabe: Keine Jugendfreigabe.
 
 
 


 
 
 

IT STAINS THE SANDS RED – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Eurovideo Medien (Blu-ray KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: It Stains the Sands Red; USA 2016

Genre: Horror, Thriller, Drama

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.40:1 (1080p) | @24 Hz

Laufzeit: ca. 92 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wechselcover

Extras: Behind the Scenes, On the Set, Trailer

Veröffentlichung: KeepCase: 06.10.2017

 
 

It Stains the Sands Red [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

IT STAINS THE SANDS RED – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Eurovideo Medien GmbH)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Fido (2006)
 
Warm Bodies (2013)
 
Die Nacht der lebenden Loser (2004)
 


Filmkritik: „Paramedics“ (2016)

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PARAMEDICS

(BODIES)

Story

 
 
 

Zwei Sanitäter verdienen sich schmutziges Geld mit fragwürdigen Praktiken. Sie fangen Notrufe ab, um verletzten Menschen zur Hilfe zu eilen. Statt zu helfen, haben die aber andre Pläne mit den nach Hilfe suchenden Patienten.

 
 
 


 
 
 

PARAMEDICS – Kritik

 
 
 
Man stelle sich vor: Ein Rettungswagen trifft am Unfallort ein, Sanitäter verarzten Schwerverletzte, die später auf dem Operationstisch landen und ihrer Organe beraubt werden. Ein Albtraumszenario, das nicht weit hergeholt ist. Illegaler Organhandel boomt seit Jahren und scheint vor allem dort zu florieren, wo tagtäglich ums Überleben gekämpft werden muss und die Not sozial schwacher Menschen ausgenutzt wird. Angesichts dieser Umstände mutet es schon etwas makaber an, was uns da mit PARAMEDICS (Alternativtitel: BODIES) ins Haus geflattert ist. Filmemacher RODNEY WILSON hat nämlich aus der ohnehin brisanten Thematik vom Organlager Mensch einen Horrorfilm gedreht, der vermutlich Fans fürs grobe Handwerk hellhörig machen dürfte. Leider wird sich bei dieser Zielgruppe wohl schnell Ernüchterung breitmachen. PARAMEDICS ist nämlich – auch wenn es die Bilder in der Kritik vermuten lassen – kein Splatter- und Gorefest á la HOSTEL, das auf die niederen Instinkte des Zuschauers abzielt. Hier wird schwarzhumorigen Nachschub für all jene geliefert, die eine Leidenschaft für bitterböse Späße besitzen. Viel Splatter wird nicht gezeigt. Stattdessen quasseln Protagonisten erstaunlich viel, was aufgrund der reißerischen Ausgangssituation dann doch vielen Horrorfans vor den Kopf stoßen dürfte. Manchmal können Inhaltsangaben und Filmbilder auch dreiste Blender sein.
 
 
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Eine Geschichte über zwei Geschwister, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten. Corey (JOE BOCIAN) kommt bei Frauen gut an und weiß, was er will. Ganz anders hingegen: Jeffrey (BRIAN LANDIS FOLKINS). Der ist geistig zurückgeblieben, unsicher und steht unter der Fuchtel des dominanten Bruders. Dennoch verbindet die beiden ein gemeinsames Ziel. Sie besorgen kranken Menschen Organe, die sie dringend benötigen. Die Sache hat nur einen Haken. Wie Herzen, Nieren und Lebern beschafft werden, ist alles andere als ehrenhaft. Hierfür sind die Brüder als Sanitäter im Einsatz und schlachten ahnungslose Patienten in einem provisorisch eingerichteten Operationsraum aus, um deren Organe an jene weiterzuverkaufen, die darauf sehnsüchtig warten und gut dafür löhnen. Die Geschäfte laufen gut, bis man auf die kesse Cindy (JENICE MARSHALL) trifft. Die ist gerade mit den Freundinnen im Wald unterwegs und verletzt sich den Fuß. Schnell ist der Rettungswagen gerufen. Ein fataler Fehler, denn wenig später befindet auch die attraktive Blondine in den Fängen der skrupellosen Geschwister, die mit ihren Organen Geld verdienen wollen.
 
 
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Reduzierte Gore-Einlagen zugunsten hanebüchener Dreiecksbeziehung. Wer sich im Falle von PARAMEDICS ausgeschlachtete Menschen am Fließband erhofft, wird schnell eines Besseren belehrt. Der Film hat zwar einige schmerzhafte Momente zu bieten, fokussiert sich aber mehr auf das Zusammenspiel dreier Protagonisten, die sich in einer Art Kammerspiel gegenseitig an die Gurgel gehen. Schnell stellt sich nämlich heraus, dass sich das neue Opfer nicht so schnell unterkriegen lässt. Cindy beginnt mit den Brüdern ein perfides Spiel zu spielen und versucht die Geschwister gegeneinander aufzuhetzen. Das wirkt vielerorts unglaubwürdig und arg konstruiert, zumal Identifikationsfiguren fehlen. Die drei Figuren sind alles andere als sympathisch. Das erschwert das Mitfiebern und macht das Treiben gleichgültig. Bei den drei Schauspielern ist keine Schuld zu suchen. Die machen ihre Sache ganz gut und agieren für Low-Budget-Verhältnisse erstaunlich professionell. Der Übeltäter ist Regisseur RODNEY WILSON selbst, der nämlich auch gleich das Drehbuch zum Film geschrieben und darin noch etwas Übung nötig hat. Manchmal ist es eben besser, wenn man Drehbücher zu Filmen von Leuten verfassen lässt, die sich auch damit auskennen.
 
 
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PARAMEDICS – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Bitterböser Organhandel-Schocker mit Schwächen. Man sollte sich nicht vom Filmplakat blenden lassen, das ruppiges Exploitation-Kino vermuten lässt. Die wenigen Ausweidungsmomente sind zwar gut getrickst, aber rar gesät. PARAMEDICS ist eher Psychothriller mit schwarzhumoriger Note, in dem das Verhältnis zweier ungleicher Brüder auf die Probe gestellt wird. Deren Handlungen und Entscheidungen sind oft nicht nachvollziehbar, weshalb die meisten Horrorzuschauer PARAMEDICS vermutlich auch schnell als Blödsinn abstempeln dürften. Immerhin können Schauspieler und Kulisse überzeugen. Letztere beschränkt sich auf nur einen Raum und lässt schnell ein beklemmendes Gefühl der Hilflosigkeit aufkommen. Wenn da nur nicht das undurchdachte Drehbuch wäre, das teils absurde Wendungen einschlägt und am Ende mit grimmiger Pointe Haare zu Berge stehen lässt. Aufgrund der überschaubaren Handlung ist PARAMEDICS mit knapp 90 Minuten etwas zu lang geraten. Demzufolge sollte man unbedingt Erwartungen herunterschrauben, wenn man dennoch am vorgestellten Organraub-Horror interessiert ist. Ein origineller oder gar spannender Schocker ist dieser Film definitiv nicht.
 
 
 


 
 
 

PARAMEDICS – Zensur

 
 
 
Auch wenn sich die Geschichte von PARAMEDICS ziemlich reißerisch liest, sollte man keinen Film im Stile eines HOSTEL erwarten. Zu Beginn wird ein Mensch ausgeweitet – eine weitere Körperöffnung folgt im späteren Verlauf. Weiterhin bekommt man einen sehr schmerzhaften Beinbruch und eine Vergewaltigung zu sehen. Weil die Thematik über illegalem Organhandel dann doch schon sehr bitter aufstößt und die Spezialeffekte nicht ohne sind, könnte PARAMEDICS vermutlich einen roten FSK-Flatschen erhalten – sollte er überhaupt in Deutschland ausgewertet werden.
 
 
 


 
 
 

PARAMEDICS – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Pretty Monkeys Media)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Turistas (2006)
 
Train – Nächster Halt: Hölle (2008)
 
Caged (2010)
 


Filmkritik: „Patchwork“ (2015)

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PATCHWORK

Story

 
 
 

Drei Frauen müssen feststellen, dass sie sich einen Körper teilen müssen. Was folgt ist eine Suche nach Antworten.

 
 
 


 
 
 

PATCHWORK – Kritik

 
 
 
Bereits knapp 200 Jahre alt und beliebter denn je: Die Geschichte von Dr. Frankenstein und der von ihm erschaffenen Kreatur. Es dürften wohl nur wenige Horrorromane geben, die so oft verfilmt wurden, dass man mittlerweile die Übersicht verloren haben dürfte. Gott weiß, was Autorin MARY SHELLEY durch Lizenzen einnehmen könnte, wenn sie heute noch leben würde. Die Frau wäre wohl Milliardärin. Bereits 1910 entstand die erste Verfilmung des Stoffes über einen Wissenschaftler, der den perfekten Menschen erschaffen wollte. Der dreizehnminütige Stummfilm wurde – vor allem der für damalige Verhältnisse überzeugenden Spezialeffekte wegen – eine Erfolg und ebnete den Weg für unzählige Filmemacher, die mal mehr und mal weniger überzeugend gleichen Stoff fürs Kino adaptierten. Zu einem derer gehört auch Multitalent TAYLOR MACINYRE. Der macht keine Ausnahmen und interpretiert ebenfalls mit PATCHWORK (übersetzt: Flickwerk) den erfolgreichen Roman von 1818 – wenngleich auch auf sehr absurde und moderne Weise. Entstanden ist ein rabenschwarzer Ausflug ins Genre-Kino, der durch Originalität überrascht. Statt das bekannte Thema ein weiteres Mal lustlos abzuklappern, geht der Filmemacher eigene Wege. So wurde nur das Grundthema aus dem FRANKENSTEIN-Roman stibitzt. Der Rest läuft unter „Eigenkreation“ – ganz ohne Kritik an Zeit und Gesellschaft. Ob das was taugt?
 
 
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Mythos „Frankenstein“ mal ganz anders. PATCHWORK beginnt mit Altbewährtem. Hier erwacht Karrierefrau Jennifer (TORY STOLPER) auf einem Operationstisch und muss schmerzhaft feststellen, dass an ihr herumgeschnippelt wurde. So wirklich erinnern kann sie sich erstmal an nichts, was ihr einen Heidenschreck einjagt. Doch Erinnerungslücken sind bald das kleinere Übel. Offenbar muss sie sich den Körper mit zwei weiteren Frauen (MARIA BLASUCCI und TRACEY FAIRAWAY) teilen, die plötzlich mit ihr zu plaudern beginnen. Auf den ersten Schreck, folgt die Einsicht. Ein einfältiger Wissenschaftler hat Gott gespielt und die drei Damen um die Ecke gebracht, um aus ihren Körperteilen den perfekten Menschen kreieren zu können. Das macht die Frauen sauer, die natürlich wissen wollen, wer für den Quatsch verantwortlich ist. Die beginnen nach Antworten zu suchen und hinterlassen dabei eine blutige Spur der Verwüstung. Wütenden Furien sollte man sich eben nicht in den Weg stellen. Deren Rache ist – vor allem im Horrorfilm – meist grausam und schrecklich. Den Herren in PATCHWORK kommt dieser Hinweis leider zu spät.
 
 
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RE-ANIMATOR trifft auf FRANKENHOOKER. So lässt sich wohl am besten beschreiben, was dem Zuschauer mit dem Body-Horror PATCHWORK aufgetischt wird. Der Film ist in mehrere Kapitel unterteilt in denen vom Ableben der drei Frauen berichtet wird. Wurden Todesursachen geklärt, geht es weiter mit Übeltätersuche. In Abschnitten begeben sich die Heldinnen auf eine Art Schnitzeljagd, während der sie Kerlen Leviten lesen. Ziel ist es, Zusammenhänge zu finden, damit der Grund für den Körper-Horror ausfindig gemacht werden kann. Dabei nimmt sich PATCHWORK zu keiner Minute ernst und zeigt allerhand groteskes Zeug, das nicht selten ulkigen Trash des kultigen TROMA STUDIOS in Erinnerung ruft, welches in den 1980er und 1990er das Horror-Genre um filmischen VHS-Irrsinn bereichert hat. Doch Slapstick und Situationskomik allein machen noch keinen guten Horrorfilm. Trotz erfrischend-komischer Idee und sprunghaftem Handlungsverlauf fehlt dem innovativen Frankenstein-Spaß ein Spannungsbogen. Das trübt den positiven Gesamteindruck, weil sich PATCHWORK etwas schwermütig von Albernheit zu Albernheit hangelt. Zudem macht sich mancherorts das kleine Budget bemerkbar, das hier offenbar aus eigener Kraft gestemmt werden musste. Aufgrund dessen sollte man dann doch Gnade walten lassen und über Schwächen hinwegsehen – schließlich laufen solch mutige Frankenstein-Kuriositäten nicht jeden Tag über die Mattscheibe.
 
 
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PATCHWORK – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Eine erfrischend andere Interpretation des FRANKENSTEIN-Themas. PATCHWORK geht auf einen Kurzfilm mit gleichem Titel zurück, den Filmemacher TAYLOR MACINYRE im Jahr 2014 inszeniert hat. Schaut man sich den Langfilm dazu an, sind Parallelen zu Henenlotters FRANKENHOOKER nicht von der Hand zu weisen. Auch darin ermordet eine aus Leichenteilen zusammengesetzte Frau vorwiegend Männer auf urkomische Weise. Dennoch: In Interviews verriet Regisseur TAYLOR MACINYRE, dass er genannten Frankenstein-Ulk noch nie gesehen habe. Das kann man glauben oder nicht. Sicher ist jedoch, dass PATCHWORK ebenso gute Laune verbreitet, weil der Mythos „FRANKENSTEIN“ hier mit erfrischend witziger Note beleuchtet wird und sich zu keiner Minute ernst nimmt. Das macht den Film vor allem bei denen interessant, die ein Herz für Horror-Slapstick besitzen. Das Studio TROMA lässt grüßen.
 
 
 


 
 
 

PATCHWORK – Zensur

 
 
 
PATCHWORK ist eher eine kleine Komödie, in der reichlich übertrieben Gewalt zelebriert wird. Das meiste davon wird aber nur angedeutet. Deshalb kann es gut möglich sein, dass PATCHWORK hierzulande bereits mit FSK16 in den Handel kommt.
 
 
 


 
 
 

PATCHWORK – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Infinite Lives Entertainment)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Frankenhooker (1990)
 
Re-Animator (1985)
 
Bride of Re-Animator (1990)
 
Bikini Frankenstein (2010)
 
Frankenstein Junior (1974)
 


Filmkritik: „Devil’s Domain“ (2016)

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THE DEVIL’S DOMAIN

Story

 
 
 

Auch der Teufel kann Social Media: Ein Mobbingopfer geht einen Pakt mit dem Teufel ein, um den täglichen Schikanen der Mitschüler ein Ende zu bereiten.

 
 
 


 
 
 

THE DEVIL’S DOMAIN – Kritik

 
 
 
Während es Außenseiter im richtigen Leben schwer haben und meist erfolglos versuchen gegen Demütigung und Hass anzukämpfen, weht im Horrorgenre ein anderer Wind. Hier wachsen Sonderlinge in der Regel über sich hinaus und verwandeln sich nicht selten in Antihelden, um gegen Unterdrückung und Schikanen rigoros vorzugehen. So wird gern mal gerächt – und das nicht immer unblutig. Ganz zum Leidwesen heimtückischer Täter. Die müssen für boshaftes Mobbing mit dem Leben bezahlen. Das war schon bei Kings CARRIE der Fall und ist auch im folgenden Rache-Horror nicht anders. DEVIL’S DOMAIN schimpft sich ein weiterer Bestrafungsstreifen, der immerhin mit ansprechenden und zugleich kuriosen Trailer lockt. Darin lädt ein weiblicher Teufel zum blutigen Stelldichein und will den Horrorfan mit unappetitlichen Splatter-Einlagen und nackter Haut beglücken. Eigentlich eine gute Sache. Nur, ob der eigentliche Streifen auch halten kann, was der Kinotrailer verspricht? Filmwerbung übertreibt gern mal.
 
 
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Cyber-Mobbing und die tragischen Folgen. Lisa (MADI VODANE) hat es an der Schule nicht leicht. Die ist Einzelgängerin, leidet an einer Essstörung und hat sich dazu auch noch in die beste Freundin verliebt. Viele Baustellen von denen auch bald die Mitschüler Wind bekommen und die Teenagerin schikanieren. Als dann auch noch pikante Videos im Internet auftauchen, in denen Lisa heimlich beim Masturbieren und Erbrechen gefilmt wurde, weiß die Schülerin nicht mehr weiter. Da meldet sich plötzlich die attraktive Destiny (LINDA BELLA) über den Social-Media-Account der Jugendlichen. Die hat Mitleid und will helfen. Doch die gut gemeinten Absichten haben einen Haken. Die hilfsbereite Dame will nämlich einen Pakt schließen und entpuppt sich als der Leibhaftige persönlich. Das stört die schüchterne Lisa aber nicht. Die willigt ein und lässt den Teufel bestrafen. Der tötet die Peiniger der Gemobbten und hat reichlich Spaß dabei. Leider kommt alles anders. Wie so oft handelt der Teufel nämlich nur in eigenem Interesse. Diese Erfahrung muss auch Lisa machen. Als der nämlich auch Jene töten will, die der Schikanierten nahe stehen, ist Schluss mit lustig.
 
 
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Nette Idee – aber irgendwie trashig. DEVIL’S DOMAIN hat gute Ansätze, ist aber weder Fisch noch Fleisch. Das größte Problem: Der teuflische Rachestreifen hinterlässt einen semiprofessionellen Eindruck. Die Schnitte wirken unbeholfen, die musikalische Untermalung wurde teilweise unpassend gewählt. Zudem ist das Budget wohl hauptsächlich in Spezialeffekte geflossen, weshalb kein Geld mehr für gescheite Schauspieler vorhanden gewesen war. Vor allem Hauptdarstellerin und Mobbingopfer MADI VODANE hinterlässt zwiespältige Gefühle. Die steht das erste Mal vor der Kamera und kann gar nicht überzeugen. Als unerfahrene Newcomerin quält sie sich mit Laienschauspiel durch eine simpel gestrickte Geschichte, die sich eigentlich nur mit Splatter-Späßen über Wasser halten kann. So wird in DEVIL’S DOMAIN schwarzhumorig getötet, was den Streifen zumindest bei Fan für blutige Hausmannskost interessant machen dürfte. Mit kreativen Killerspielchen kennt sich Regisseur JARED COHN übrigens besonders gut aus. Der hat in der Vergangenheit viele Filmbanalitäten verbrochen und fühlt sich offenbar im Horrorfach besonders wohl. Zuletzt gab’s von ihm mit Low-Budget-Futter wie BUDDY HUTCHINS und THE HORDE deftigen Nachschub für Fans blutiger B-Movies. Für Feingeister war das leider nichts. Tiefgründigkeit darf man auch vom diabolischen DEVIL’S DOMAIN nicht erwarten, der sich einen Deut darum schert sich ernsthaft mit Mobbing und den Folgen auseinanderzusetzen. Stattdessen spult Filmemacher JARED COHN hastig und wenig ambitioniert das ab, was in der Kult-Reihe NIGHT OF THE DEMONS bereits Programm gewesen war. Dort vermasselte eine Dämonenbraut frechen Teenagern das Halloween und tötete abwechslungsreich. Das wird auch in DEVIL’S DOMAIN beibehalten. JARED COHN kopiert dreist und tauscht im Grunde genommen nur Dämonendame Angela aus genannter Horror-Serie gegen den Teufel in Frauengestalt aus. Der Ablauf ist ähnlich: Töten, töten, töten – Titten und Lesbensex gibt’s inklusive. Männlichen Zuschauern dürfte diese Kombination vermutlich zusagen.
 
 
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THE DEVIL’S DOMAIN – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Titten, Sex und Splatter. DEVIL’S DOMAIN setzt auf die niederen Instinkte. Hier wird zwar Cybermobbing thematisiert. Tiefgründig auseinandersetzen will sich der Streifen damit aber nicht. Die Außenseiterthematik ist nur Vorwand, damit gerächt werden kann – und das reißerisch und blutig. Regisseur JARED COHN zelebriert Trash in Reinform, der sich zumindest bei den Morden schwarzhumorig zeigt. Trotzdem hält man hier keinen Horror-Hit in den Händen. Das liegt in erster Linie am mangelnden Budget, das DEVIL’S DOMAIN semiprofessionell und billig erscheinen lässt. Für Fans der Kult-Reihe NIGHT OF THE DEMONS aber vermutlich von Interesse. DEVIL’S DOMAIN ist dem genannten Horror-Franchise nämlich nicht unähnlich.
 
 
 


 
 
 

THE DEVIL’S DOMAIN – Zensur

 
 
 
THE DEVIL’S DOMAIN hat einige Sauereien zu bieten. Von Erdrosseln, über eine Gesichtsbearbeitung mit der Kettensäge bis hin zu schlimmen Verbrennungen gibt es allerhand böse Szenen zu sehen. Sollte es der Horrorfilm nach Deutschland schaffen, wartet vermutlich eine ungeschnittene Erwachsenenfreigabe – keine Jugendfreigabe.
 
 
 


 
 
 

THE DEVIL’S DOMAIN – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei CLEOPATRA ENTERTAINMENT | CLEOPATRA FILMS)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Night of the Demons (1988)
 
Night of the Demons (2009)
 
Night of the Demons 2 (1994)
 
Demon Night (1997)
 
Night of Something Strange (2016)
 
Trailer Park of Terror (2008)
 


Filmkritik: „Peelers“ (2016)

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PEELERS

Story

 
 
 

Von zeigefreudigen Stripperinnen und genitalgesteuerten Macho-Kerlen. In einem Strip-Schuppen verwandeln sich mexikanische Minenarbeiter plötzlich in mordgierige Killermaschinen.

 
 
 


 
 
 

PEELERS – Kritik

 
 
 
Was macht müde Horror-Fans eigentlich munter? Natürlich Titten und Blut. Das war bereits zu Hochzeiten der Slasher-Filme so und ist auch heute noch der Fall, schließlich geht Jahrzehnte nach HALLOWEEN, FREITAG DER 13. und Konsorten im Horrorfilm ohne Exploitation offenbar nur selten was – zumindest, wenn man erfolgreich sein will. Wie essentiell diese Grundzutaten für einen Horrorfilm sein können, zeigt auch PEELERS – eine Splatter-Komödie, welche viel Zuspruch von Zuschauern erhalten hat, die den Streifen auf einschlägigen Festivals gesehen haben. Der ausufernde Lobgesang ist nicht unbegründet, besitzt PEELERS nämlich genau das, was man von einem Schocker neueren Datums erwartet. Der hat statt Grusel und geistreichen Dialogen ausreichend Sex und Gewalt zu bieten – und das nicht gerade wenig. Da schaltet man doch gern den Kopf aus und lässt sich berieseln, schließlich nimmt sich PEELERS zu keiner Minute ernst und sorgt mit schwarzem Humor für Lacher – meist unter der Gürtellinie. Regisseur SEVÉ SCHELENZ hat den günstig produzierten Splatter-Blödsinn inszeniert und versucht mit einem sexy Mix aus FROM DUSK TILL DAWN und ZOMBIE STRIPPERS Eindruck zu hinterlassen. Das dürfte auch ohne Probleme gelingen, denn als würden blutig zelebrierte Morde allein nicht schon ausreichen, kümmert sich der Filmemacher auch gleich noch um das visuelle Wohl männlicher Zuschauer. So sorgen im Film knapp bekleideten Schauspielerinnen mit lasziven Stangentänzen nicht nur für optische Reize, sondern sind auch dazu da, um nicht nur die Netzhaut des Publikums zu befeuchten. Sex verkauft sich eben gut.
 
 
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Ein Horrorfilm ohne Gewalt und Sex ist kein richtiger Horrorfilm. PEELERS erzählt die Geschichte von Stripclubbesitzerin Blue Jean (WREN WALKER), die ihre Tanzbar aufgeben will. Die frühere Basketball-Spielerin möchte die Stadt verlassen und hat die Tanzbar an einen zahlungswilligen Unternehmer verkauft. Doch am letzten Abend vor der Übergabe soll noch einmal kräftig gefeiert werden. Leider kommt – man glaubt es kaum – wie immer alles anders. Vier ahnungslose Minenarbeiter aus Mexiko treffen ein und haben etwas mitgebracht. Das stammt aus einem Bergwerk nebenan und wird zur tödlichen Bedrohung. Was die Gäste des Lokals nämlich nicht wissen: Die Männer sind bei der Arbeit in den Minen auf Erdöl gestoßen. Leider verwandelt sie der gewinnbringende Fund in aggressiven Killermaschinen, die nur das Töten kennen. Für die Club-Inhaberin ein großes Problem, sterben nämlich plötzlich Gäste und Freunde wie Fliegen. Gut, dass es in solchen Filmen immer hilfreiche Gegenstände gibt, die ganz zufällig auf dem Boden liegen. So wird sich mit Baseballschläger und Kettensäge zur Wehr gesetzt, um die Nacht heil überstehen zu können. Mal sehen wer am Ende noch übrig bleiben wird.
 
 
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Nach dem Low-Budget-Underground-Hit SKEW, der zu einer Zeit entstand in der sich Found-Footage-Streifen großer Beliebtheit erfreut haben, versucht Regisseur SEVÉ SCHELENZ mit dem Splatter-Spass PEELERS – der übrigens ohne Wackelkamera auskommt – an das erfolgreiche Regiedebüt von 2011 anzuknüpfen. Gelungen ist das Vorhaben definitiv, denn auch wenn abermals wenig Geld zur Verfügung stand, verursacht PEELERS beim Fan fürs Grobe gute Laune. Da will man nicht so hart ins Gericht gehen, wenn es auf der Mattscheibe und im Drehbuch etwas chaotisch zugeht. So wird der Zuschauer gleich zu Beginn um Konzentration gebeten. Weil derart viele Figuren durch das Bild flitzen, leidet der Überblick. Doch die hohe Anzahl an Protagonisten hat einen Grund, müssen die vielen Figuren später als Kanonenfutter herhalten, damit es Horrorfans nicht langweilig wird. Überhaupt ist in diesem Film immer etwas los. Eine Tatsache die verschleiert, dass es im Grunde genommen gar keinen Spannungsbogen gibt. Splatter-Freaks und Gorehounds dürften sich daran aber weniger stören, denn ist die Hütte erst einmal voll wird gesplattert, als gäbe es keinen Morgen mehr. Da werden schwangere Frauen zerfleischt und Köpfe abgesäbelt. Wer’s ne Runde deftiger mag darf sich an Kettensägen-Manschereien erfreuen. Die gehören bei dieser Art Film zum guten Ton. Bon appétit.
 
 
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Apropos Effekte. Hier kommt sowohl Handgemachtes, als auch CGI auf den Tisch. Beides kann sich für so kleines Budget sehen lassen und verfehlt den Zweck zu keinem Zeitpunkt. Dennoch sollte man Gebotenes nicht hinterfragen. Was in PEELERS passiert ist unterm Strich völliger Blödsinn. Niemand flieht, obwohl Türen offen stehen. Stattdessen ergeben sich die Figuren ihrem vordiktierten Schicksal und springen ganz angstbefreit über die Klinge. In Interviews mit der Presse erklärte Regisseur SEVÉ SCHELENZ, dass er eigentlich eine Schwäche für psychologischen Horror besitzt und es besonders spannend findet etwas zu kreieren, dass die Leute tatsächlich erschreckt. So tauchte er mit dem Erstling SKEW in eigene Ängste ein um auszuloten, ob das Publikum diese mit ihm teilt. Weil das Debütwerk gut ankam, erhielt der Filmemacher weitere Anfragen für Horrorfilme. Schelenz sagte zu und nahm Bedingungen in Kauf. So wurden mehr Blut und Brüste gefordert, um international besser verkaufen zu können. Für den Regisseur eine problematische Angelegenheit, wollte der sich nicht auf das krampfhafte Abfilmen weiblichen Brüsten versteifen. Deshalb suchte er nach plausiblen Gründen, um diese auch zeigen zu können. Unterstützung erhielt er dabei von Drehbuchautorin LISA DEVITA. Zusammen kamen beide auf die Idee, das Geschehen in ein Striplokal zu verlegen. Gesagt, getan. Entstanden ist mit PEELERS ein Fun-Splatter, der es Streifen wie RITTER DER DÄMONEN oder BRAINDEAD gleich macht. Auch dort brachte man schwer unterhaltsamen Schwachsinn auf die Leinwand, der weder Sinn noch Verstand hatte. Geschadet hat’s nicht, denn erwähnte Filme sind heute Kult. Ob jedoch PEELERS gleiches Erbe antreten wird, bleibt abzuwarten. Potenzial ist definitiv vorhanden.
 
 


 
 
 

PEELERS – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
FROM DUSK TILL DAWN trifft auf ZOMBIE STRIPPERS. Schwer unterhaltsamer Fun-Splatter mit erotischer Note, der eine übertriebene Gewaltorgie zeigt, die man zu keiner Minute ernst nehmen kann. Hier wird nahezu minütlich geschlitzt, geschlagen und filetiert, was vor allem jenen gefallen dürfte, die ein Herz für detailgenaue Schlachtorgien besitzen. Schenkt man Regisseur SEVÉ SCHELENZ Glauben wurde PEELERS von wahren Begebenheiten inspiriert, die Drehbuchautorin LISA DEVITA in einem Stripclub erlebt haben soll, als sie mal in Las Vegas zu Gast gewesen ist. Was ihr dort widerfahren ist, konnten wir leider nicht in Erfahrung bringen. Fakt ist, dass es wohl so Eindruck hinterlassen haben muss, dass daraus ein Horrorfilm gemacht werden musste. Schelenz – der sich übrigens als großer Tarantino-Fan outete – verriet zudem, dass Horrorstoff wie EVIL DEAD und FROM DUSK TILL DAWN für den zweiten Spielfilm Pate standen. Hat man PEELERS gesehen, wird man auch verstehen was gemeint ist. Der Film zitiert fleißig genannte Kultstreifen. Da verzeiht man doch gern, dass PEELERS trotz ausuferndem Blutbad mit 95 Minuten dann doch ein bisschen lang geraten ist. Blut und Gore – Irgendwann ist eben auch mal genug.
 
 
 


 
 
 

PEELERS – Zensur

 
 
 
In PEELERS geht es nicht gerade unblutig zu. Da spritzen übertriebene Blutfontänen aus Wunden und Gegenstände werden beinahe minütlich durch Körper gejagt. Hier wird Gewalt überzogen zelebriert, was diesem Splatter-Quatsch einen fast schon comichaften Charakter verleiht. Das dürfte auch einer der Gründe für eine ungeschnittene Freigabe für Erwachsene sein, die PEELERS hierzulande erhalten hat. Auf dem Cover befindet sich der rote FSK-Flatschen.
 
 
 


 
 
 

PEELERS – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Schröder Media

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Peelers; Kanada 2016

Genre: Splatter, Action, Komödie

Ton: Deutsch DD 2.0, Englisch DD 2.0

Untertitel: Keine

Bild: 2.35:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 95 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wendecover

Extras: Originaltrailer, Trailer, englische Audiokommentare, Deleted Scenes, Behind the Scenes, Gag-Reel, Making-of,

Release-Termin: 02.11.2017

 

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PEELERS – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Schröder Media)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Night of Something Strange (2016)
 
From Dusk till Dawn (1996)
 
Ritter der Dämonen (1995)
 
Bad Taste (1987)
 
The Funhouse Massacre (2015)
 
Condemned (2015)