Filmkritik: „Vivarium – Das Haus ihrer (Alp)Träume“ (2019)

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VIVARIUM – DAS HAUS IHRER (ALP)TRÄUME

(VIVARIUM)

Story

 
 
 
Ein junges Pärchen veliert sich bei einer Wohnungsbesichtigung in einem alptraumhaft leeren Neubaugebiet.

 
 
 


 
 
 

VIVARIUM – Kritik

 
 
Als die Blu-ray des laut imdb scheinbar recht polarisierenden Mysteryfilms „Vivarium“ ins Haus geflattert kam, da war ich mir eigentlich sicher, als Einstieg in diese Kritik einen der folgenden zu wählen: Jesse Eisenberg und seine bisherige Karriere, die sich auch öfter und öfter in Indieproduktionen oder gar Anti-Typecasts wiederfindet, Imogen Poots, die mir vor Jahren schon in dem motivierten Indiefilm „Chatroom“ aufgefallen ist, den meisten Leuten aber wohl aus dem beinharten „Green Room“ in Erinnerung bleiben dürfte, oder aber das zugrunde liegende Thema der trügerisch ruhigen oder gar perfekten Nachbarschaft, das spätestens seit „American Beauty“ und „Donnie Darko“ immer wieder als Leitmotiv amerikanisierter Mainstream-Unterhaltung aufgefallen ist. Doch ein Blick auf die imdb und es stellt sich heraus, dass „Vivarium“ gar nicht mein erster Kontakt mit dem Schaffen des 41-jährigen Iren Lorcan Finnegan ist – denn auch wenn ich sein Langfilmdebüt, den Mysterythriller „Without Name“ nicht gesehen habe, so bin ich dafür aber vor einigen Monaten auf seinen Kurzfilm „Foxes“ gestoßen, den ich als „Düster-dystopische Reihenhausvision mit super Sounddesign und Pacing“ vermerkt und mit 8 Punkten bewertet habe. Und in der Tat – zurückblickend hat Finnegan bewiesen, wie er mit dem Bild der leeren, sich endlos gen Horizont erstreckenden Reihenhäuser innerhalb weniger Minuten eine düstere Atmosphäre und Anspannung aufbauen kann, die sich dann auch noch ungewöhnlich und pointiert entlädt – doch was als Kurzfilm klappt, braucht als fast 100-Minüter dann doch etwas mehr Fleisch an den Knochen.
 
 
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Der von Screen Ireland mitproduzierte und in Belgien gedrehte „Vivarium“ leitet den Zuschauer direkt mit einem hellen, trügerischen minimalistisch-ästhetischem Menü ein, das eine kindliche Melodie zum Besten gibt, im Intro des Films selber wird man dann direkt mit sich fütternden und aus dem Nest verdrängenden Vogelküken konfrontiert, die in Nahaufnahme nach ihrer Mutter schreien, dazu Zeitlupenaufnahmen und ein nicht gerade typische opening signals gebender Soundtrack – haben wir es hier etwa mit einem ungewöhnlichen Überraschungshit zu tun? Übersättigte Sommerfarben unterstützen dann das grelle „Gute-Laune-Postkarten-Welt“-Gefühl mit Poots als junger Grundschullehrerin, die allzu lächerlich idyllisch mit der ganzen Klasse im Wind bewegende Bäume nachahmt, bevor Jesse Eisenberg es innerhalb weniger Minuten schafft, ätzend unsympathisch zu wirken. Doch bevor man noch zu viel Zeit mit einer Romanze oder unserem Pärchen an sich verbringt, geht es auch schon zum Makler, und hier packt der Film dann direkt die wohl gruseligsten, besten Twilight Zone/David Lynch-Vibes aus, da die beworbende Neubausiedlung ‚YONDER‘ ein utopisch klingender, beängstigender Traum ist, der von Jonathan Aris nur allzugut aalglatt und zu höflich angepriesen wird.
 
 

„I know what you guys are thinking: ‚Suburbia!‘ – But there’s more to ‚Yonder‘ then what you see in these images!“

 
 
Der Soundtrack dreht mit dem thematisch passenden „Rudy, A message to you“ angenehm auf, auch begeistert das Set von ‚Yonder‘ selbst durch beängstigend steriles Design, futuristisch endlose Straßen und nachvollziehbare Verwirrung beim jungen Pärchen, doch wenn dann nach 13 Minuten Makler samt Auto verschwindet, heißt es leider erst einmal „Horrorstandardliste abhaken“, da jetzt der leer laufende Tank, fehlende Empfang und die allgemeine, altbekannte Ohnmacht gegenüber unlogischer, da streng genommen übernatürlicher, Ereignisse beim Genrefan eher für gepflegtes Augenrollen sorgen. Das obligatorische Konstruieren der Situation selber überstanden, punktet Vivarium nun noch mit hübschen Einstellungen und drückender Hitze, die auch durch die schwebenden bis schweren Synthesizer in der Score ausgedrückt wird. Logik bzw. nachvollziehbares Verhalten werden nur leider dann das erste Mal gefährdet, wenn sich unsere Protagonisten dazu entschließen, vor einem lichterloh brennendem Haus einzuschlafen, heißt also mitten in der Mischung aus Hitze, Asche und Rauch. Wenn das jetzt klingt, als würde dieser anfangs so einladend, mysteriös und gelungen wirkende Film nach etwa 25 recht vergnüglichen Minuten anfangen, zu schwächeln, dann klingt das leider ganz richtig – und der nächste Plotpoint sorgt jetzt dafür, dass das auch so bleibt. Denn erinnert ihr noch das Intro mit dem Vogelbaby das so prägnant gezeigt wurde, und den Dialog darüber, dass Kuckucks ja fremde Nester nutzen würden für ihre Kinder? Ja? Gut, dann könnt ihr euch als Zuschauer also 25 Minuten lang an ein metaphorisches Bild erinnern – das war es dann leider auch schon.
 
 
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Wer nämlich eine weitere Storystruktur, Rückbesinnung auf andere Charaktereigenschaften, Infos über das Mysterium der Wohnsiedlung oder weiter ausgearbeitete Genreelement erhofft, der wird nun erst einmal fast eine Stunde lang genervt auf die Uhr schauen, da „Vivarium“ sich EIN sehr simples und so auch schon europäisch und besser inszeniertes Bild herausgesucht hat, um dieses dann mit aller Anstrengung und Bemühung in den Fokus seiner Geschichte zu legen. Was das akut heißt, ist, dass unser junges Pärchen natürlich ein Baby findet, das natürlich etwas Sinistres an sich hat, das natürlich – seufz – für Konfrontationen über Verantwortung, Muttergefühle und Humanismus sorgt und das nur ganz, ganz selten schafft von der nervigen Geduldsprobe zum akut gruseligen oder spannenden Charakter so werden – so zum Beispiel beim Stimmen nachmachen oder „Fernsehen“ gucken, was heißt dass der Junge Endlosanimationen mit synthetischem Knistern schaut, oder in seinem Alter unerreichbare Tonhöhen imitiert.
 
 
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Die Beobachtung, dass in dieser synthetischen Fake-Welt von ‚Yonder‘ alle Wolken amorph und formlos bleiben und einfach nur wie „Wolken“ aussehen, da jede Inspiration oder Kreativität untergeht, ist eine schöne Beobachtung – und auch der marginale Horror-Einschlag seines Charakters, den ich aber nicht spoilen will, wussten zu gefallen. Aber für einen gesamten Hauptteil, zweiten Akt und mit wichtigsten Plotpoint in einem knapp 100-minütigen Mysteryfilm, ist das dann leider doch recht mager, zumal jegliches Konfliktpotential von der ersten Szene an offensichtlich ist, denn wie soll die Grundschullehrerin wohl schon auf einen einsamen Jungen reagieren, egal wie gruselig er wird? Und all das ist unfassbar schade, denn nicht nur ist dieser Film wie gesagt technisch höchst kompetent und optisch ansprechend und hat ziemlich gelungene erste 20 Minuten, nein, gerade nach dem Durchhänger im Mittelteil geht „Vivarium“ noch einmal richtig in die Vollen und präsentiert ein schnelles, wildes, buntes, argento-inspiriertes, überraschendes Farbenfeuerwerk mit Alptraumoptik und trippigen, ineinander überlappenden Umgebungen. Nach über 70 Minuten Film noch eine überlange Beziehungsaufarbeitung einzuschieben halte ich zwar für etwas gewagt bzw. pacingtechnisch schwach, aber abseits davon wird es nun überraschend stringent, bösartig, konsequent und hollywood-untypisch, was das eine oder andere Klischee vielleicht ausgleicht.
 
 
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Und so wäre ich schlußendlich also vielleicht sogar bei einer 6,5 oder 7/10, denn Finale und Ende haben definitiv noch etwas heraus gerissen, ich mag die trostlose Botschaft und dass nicht alles ausbuchstabiert wird, auch hat Eisenberg sich nach seinen furchtbaren ersten Eindrücken später durchaus beweisen können, doch wie bereits erwähnt gibt es eine sehr ähnliche Geschichte einfach bereits als europäischen Film und das auch noch deutlich spannender, mysteriöser, böser, realistischer und konsequenter: Borgman. Wer also unbedingt die eher blass bleibende Starbesetzung braucht oder den amerikanischen Vorstadtflair, wer seine Mysteriefilme gerne eindeutig übernatürlich mag und etwas Zeit zu töten hat, der kann die überlangen 97 Minuten von „Vivarium“ sicherlich mal gucken, und auch genießen. Aber 80 Minuten hätten es auch getan und die deutlich niveauvollere, ausgereiftere und Jahre früher entstandene Version dieses Konzepts ist einfach der niederländisch-belgische Genremix „Borgman“, über den man möglichst wenig wissen sollte.
 
 


 
 
 

VIVARIUM – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
Behäbig gepacete, unausgereifte, simple Metapher mit Erwartungen aufbauenden ersten 20 Minuten, hübschen Bildern und einem sehr starken Finale und Ende, die nur leider im Mittelteil massiv durchhängt. „Foxes“ vom gleichen Regisseur ist kostenlos, kürzer, ähnlich und besser, „Borgman“ eine sehr ähnliche Idee in ausgereifter.
 
 


 
 
 

VIVARIUM – Zensur

 
 
 
Die Veröffentlichung von „Vivarium – Das Haus ihrer (Alp)Träume“ hat von der FSK in der ungeschnittenen Fassung die Einstufung „FSK16“ erhalten.
 
 
 


 
 
 

VIVARIUM – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Concorde Home Entertainment (KeepCase Blu-ray)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Vivarium; Belgien | Dänemark | Irland 2019

Genre: Horror, Mystery, Komödien

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Deutsch DD 2.0, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch für Hörgeschädigte

Bild: 2.40:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 98 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase ohne Wechselcover

Extras: Behind the Scenes (ca. 7 Minuten), Trailer, Trailershow

Release-Termin: KeepCase: 12.06.2020

 

Vivarium [Blu-ray im KeepCase] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

VIVARIUM – Trailer

 
 


 
 
 

Alexander Brunkhorst

(Rechte für Grafiken liegen bei Concorde Home Entertainment

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Borgman (2013)
 
Beautiful (2009)
 

Filmkritik: „Come to Daddy“ (2019)

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COME TO DADDY

Story

 
 
 
30 Jahre nachdem sein Vater die Familie verlassen hat, erhält Norval die Karte zu einem entlegenen Haus per Post und entdeckt beim Hausbesuch deutlich mehr, als einen entfremdeten Erzeuger…

 
 
 


 
 
 

COME TO DADDY – Kritik

 
 
Ex-Teeniestar Elijah Wood, der seine Karriere schon beinahe unbemerkt, als Kind in „Zurück in die Zukunft 2“ etwa, begann, als „Frodo“ oder auch nur „bekannt aus der Herr der Ringe-Trilogie“ vorzustellen, war im Kritikertum jahrelang Usus, war eben jene Rolle doch auch nicht nur die größte und erste international wirklich erfolgreiche des mittlerweile 39-Jährigen, sondern auch seine Ikonischste. Doch anno 2020 und somit 19 Jahre nach dem ersten Teil Peter Jacksons legendärer Mittelerde-Trilogie darf es schon als ignorant oder veraltet gelten, diesen versatilen, begabten Darsteller auf seine Leinwandpräsenz mit haarigen Füßen zu reduzieren, hat er sich in den Folgejahren doch immer wieder durch Genreproduktionen profiliert, die oftmals fernab vom Mainstream verlaufen und durch Rollenwahlen, die gerne mal auf Sympathie oder klassische Synchronisierung mit dem Zuschauer verzichten.
 
 
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Und egal ob Wood als frauenschlachtender oder kannibalistischer Psychopath in „Sin City“ oder „Maniac“ Furcht einflösst, in „Hooligans“ den Imagewechsel mit der Brechstange erzwingt und dabei trotzdem noch eine nuancierte Performance bietet, sich in unterschiedlichsten Produktionen als Synchronsprecher bewährt – u.a. für Adult Swim oder „#9“ – oder in Indie-Produktionen wie „The Oxford Murders“, „Grand Piano“ oder „Cooties“ Genrefans erfreut – misslungener oder unpassender als die früheren Rollen ist das keinesfalls, im Gegenteil, ich würde sogar von einem Schauspieler sprechen, der sich gefunden hat und mit großer Freude Nischen ausfüllt, statt dem großen Geld hinterher zu jagen. Spätestens mit seiner eigenen Produktionsfirma, „SpectreVision“, die er zusammen mit den Regisseuren Daniel Noah und Josh C. Waller gestartet hat, unterstützt er seit Jahren tatkräftig den abseitigen, unabhängigen Genremarkt mit Produktionen wie dem absolut einzigartigen „The Greasy Strangler“ oder zuletzt auch dem polarisierenden „Daniel Isn’t Real“.
 
 
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Bestens in diese Kette aus nicht am generellen Mainstream interessierten Produktionen reiht sich nun auch der vorliegende Film „Come to Daddy“ des Neuseeländers Ant Timpson ein, der bis auf seinen Kurzfilm „Crab Boy“ auch in erster Linie als Produzent oder Schreiberling bekannt sein dürfte, so basiert „The ABCs of Death“ z.B. auf seinem Alptraum. Die 96 Minuten dieser mysteriösen, schwarzhumorigen Thrillererfahrung fangen dabei mit zwei Zitaten über Väter an, die in dieser Juxtaposition bereits ziemlich gut auf das Werk einstimmen: Erst Shakespeare, dann Beyoncé. Ein percussionlastiger Soundtrack generiert schnell einen Retro-Agenten/Spionage-Vibe und sorgt für Anspannung und freudige Erwartungshaltung beim Zuschauer, dazu reist unser Schnauzbart und Hipsterfrisur tragender Elijah Wood als junger, alternativer DJ durch eine bergige Waldlandschaft und einzelne Drohnen/Kranfahrten sehen so künstlerisch aus, dass meine Assoziation glatt „Tree of Life“ war.
 
 
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Die Designer-Wohnung am Berghang ist schick beleuchtet und mit liebevollen Details versehen, eine gruselige Eule hier, ein interessant platzierter Sessel dort, und kurz nach Ankunft des Sprösslings werden dann auch direkt auf logische, nachvollziehbare und realistische Weise gut gespielte Brocken an Backstory und Erklärung geliefert, wieso Sohnemann überhaupt auftauchen soll. Sowohl Comedy, als auch Rätsel- und Verlaufsspannung, leicht mysteriöse Andeutungen und eine aufkochende Diskussion werden nachfolgend bedient, wobei Elijah Wood und sein Gegenüber sich hier bestens die Bälle zuwerfen, ausweichen, nachgeben und nachtreten.
 
 
„Just you know, if you wanna impress me, I like fight stories.“
 
 
Ein Wohnzimmermassaker mit viel Eskalation und Konfrontation wie zuletzt bei „Why don’t you just die?!“ sollte man indes nicht erwarten, da „Come to Daddy“ mehr am Dialogwitz, mehr am sich peu à peu natürlich entfaltendem Plot, mehr am Subtext und der Auflösung einer prinzipiell verwirrenden Situation interessiert ist, denn an Drastik oder Actioneinlagen. Nach den hübschen Panoramas und Landschaftsaufnahmen zu Beginn nehmen sich sowohl Editing als auch Soundtrack nun etwas zurück und schnell kommt Spannung auf, da bei Nacht ein stranges Gespräch belauscht wird – geht es hier etwa nicht mit rechten Dingen zu? „Come to Daddy“ verlangt es mir nach längerer Zeit mal wieder ab, an dieser Stelle bereits mit der Paraphrase bzw. Nacherzählung aufzuhören – denn auch, wenn ich auch in meinen sonstigen Reviews versuche Spoiler zu meiden und nicht zu viel/weit zu erzählen, so beginnt „Come to Daddy“ derart früh und unvermittelt mit höchst amüsant und durchaus realistisch geschriebenen, deswegen aber nicht weniger absurden Überraschungen, dass jede weitere Zeile zur Story den Spaß nur versauen würde.
 
 
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Es gibt einen wunderbar verwirrenden offbeat-Charakter der gefühlt aus einem Tim & Eric-Sketch in den Film gemorpht wurde, vage Ideen eines romantischen Nebenplots, die absolut hollywood-untypisch verlaufen und trotzdem nie zu gimmicky werden, großartige Comedy-Einlagen die man nicht kommen sieht, dann aber nicht mehr missen möchte, kreativ-überzeichnete Nebencharaktere, von einem Starcast gespielt und punktuell comichaft, ziemlich brutale Konfrontationen, die eine FSK 18 absolut rechtfertigen und mittendrin einen spielfreudigen Elijah Wood, der durch seine Handlungen und Aussagen nicht einmal unbedingt die Sympathie des Zuschauers auf seiner Seite hat, aber trotzdem nie aus der Rolle fällt und darum ein Spaß zu beobachten ist. Lange stand es keinem Film mehr so gut, so lange mit verdeckten Karten zu spielen. Und als wäre all das noch nicht genug, als wäre dieser Film mit Herz am rechten Fleck und einzig einem etwas ungelenkt ausgeführten, pacingtechnisch wenig sinnvollen Finale, noch nicht innerhalb seiner Ansprüche völlig gelungen, so spielt er später dann tatsächlich noch eine sehr bekannte, bittersüße Melodie von einem meiner Lieblingskünstler, die perfekt geklappt und mich im Kontext hat unerwartet emotional werden lassen. Chapeau!
 
 
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COME TO DADDY – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
„Come to Daddy“ hat für absurde Diskussionsthemen in der Runde gesorgt, hat mich selten wirklich lachen, oft aber hämisch breit grinsen lassen und lohnt sich für Fans schwarzer Komödien, interessant aufgebauter Thriller sowie schlicht und ergreifend kurzweiliger Filme mit etwas Blut und Comedy ohne Wenn und Aber.
 
 


 
 
 

COME TO DADDY – Zensur

 
 
 
Die Veröffentlichung von „Come to Daddy“ hat von der FSK in der ungeschnittenen Fassung die Einstufung „keine Jugendfreigabe“ erhalten. Filmsammler können daher bedenkenlos zugreifen.
 
 
 


 
 
 

COME TO DADDY – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Splendid Film (KeepCase Blu-ray)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Come to Daddy; Irland | Kanada | Neuseeland | USA 2019

Genre: Horror, Thriller, Komödien

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Horror DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.39:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 94 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Trailer, Trailershow

Release-Termin: KeepCase: 29.05.2020

 

Come to Daddy [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

COME TO DADDY – Trailer

 
 


 
 
 

Alexander Brunkhorst

(Rechte für Grafiken liegen bei Splendid Film)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Botched – Voll verkackt! (2007)
 
Very Bad Things (1998)
 
Stuck (2007)
 
The Cottage (2008)
 

Filmkritik: „We Summon the Darkness“ (2019)

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WE SUMMON THE DARKNESS

Story

 
 
 

Nach einem Heavy Metal Konzert kommen sechs junge Leute sprichwörtlich in Teufels Küche.

 
 
 


 
 
 

WE SUMMON THE DARKNESS – Kritik

 
 
 
Wenn Schauspieler Teenager verkörpern, die schon jenseits der 30 sind und laute Gitarrenmusik aus den Lautsprecher dröhnt, die manch Feingeist die Haare zu Berge stehen lässt, wissen Horrorfilmfans: die 1980er sind zurück. Mittlerweile dürfte jeder Genre-Fan erkannt haben, dass kein Jahrzehnt das Genre so geprägt hat, wie die Ära der Videotheken, der „Neuen Deutschen Welle“ und des Commodore 64. Da waren nicht nur Zombies, Kannibalen und Horrorfilm-Fortsetzungen en vogue. Auch schrille Rockgesänge und düsterer Heavy Metal wurden nicht selten dazu verwendet, um die Gruseltrips jener Zeit akustisch zu unterstreichen. Horror und Gitarrenmusik – eine Kombination, die ganz willkürlich miteinander verknüpft wurde, weil man laute Rockmusik gern mal mit dem Gesang des Teufels gleichsetzte, der die Jugend verderben wollte, was natürlich auch für den Horrorfilm galt. Eine Tatsache, die die Grundlage für den folgenden WE SUMMON THE DARKNESS bildet. Der geht auf das Konto von Regisseur MARC MEYERS, welcher schon mit MY FRIEND DAHMER Aufmerksamkeit erhielt, in welchem er die Jugendtage von Serienkiller JEFFREY DAHMER analysierte. Dessen Filmadaption einer Graphic Novel von JOHN BACKDERF erhielt auf Festivals viel Zuspruch. Daher interessant zu erfahren, ob der zweite Ausflug ins Genre von gleichbleibender Qualität ist.
 
 
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Amerika im Jahr 1988. Drei Freundinnen machen sich auf dem Weg zu einem Heavy Metal Konzert und nehmen Warnungen nicht ernst, die aus dem Radio schallen. Darin wird von Morden berichtet, die auf das Konto einer satanistischen Sekte gehen, welche in der Gegend ihr Unwesen treibt. Für die drei jungen Frauen halb so wild. Die sind mit ihren Gedanken ganz woanders und lernen auf dem Musikevent drei Halbstarke im gleichen Alter kennen, die sie zu einer privaten After-Show-Party zu sich nach Hause einladen. Doch die Sause nimmt sonderbare Wendungen. Da verläuft plötzlich alles ganz anders, als erwartet und die jungen Leute waten im Blut. Sind hier etwa satanistische Mächte im Spiel, die den Musikfans nach dem Leben trachten wollen? Wir verraten an dieser Stelle nichts.
 
 
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Das ist auch besser so, denn WE SUMMON THE DARKNESS lebt vom Überraschungseffekt. Der Thriller nimmt das Wort „Twist“ besonders ernst. Davon gibt es im Film jede Menge. So ist nichts, wie es auf den ersten Blick scheint. Regisseur MARC MEYERS scheint Gefallen daran zu finden, den Zuschauer auf falsche Fährten zu schicken. Immer, wenn man meint den richtigen Weg gefunden zu haben, mischt der Regisseur die Karten neu und treibt die Handlung damit ins Absurdem. So wird Spannung mit fiesen Wendungen bewirkt, die im Zehn-Minuten-Takt über die Mattscheibe flimmern und sich beinahe versuchen selbst zu übertreffen. Eine raffinierte Taktik, um den Zuschauer vor der Glotze halten. Letzterer will wissen, wohin die Geschehnisse des bissigen Thrillers führen werden und dürfte sichtlich Spaß daran haben, wie WE SUMMON THE DARKNESS mit reichlich Zynismus versucht, das konservative Amerika auf die Schippe zu nehmen.
 
 
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So galt Heavy Metal während der 1980er in vielen ländlichen Teilen der Vereinigten Staaten als Teufelsmusik. Um die Jugend zu schützen, machten sich viele selbst ernannte Moralapostel und konservative Geistliche auf, um mit teils absurden Protesten gegen diese Musikrichtung zu wettern. Für Regisseur MARC MEYERS Grund genug, sich die von Vorurteilen geprägten ländliche Areale Amerikas vorzuknöpfen, wo im Namen Gottes selbst heute noch die krudesten Verschwörungstheorien gerechtfertigt werden. Aus der brisanten Thematik ist ein rabenschwarzer Horrorthriller geworden, der sich als solider Genre-Mix entpuppt. Was hier anfängt, wie jeder beliebige Teenager-Horror bedient sich bald Home-Invasion-Rezepturen genauso, wie Slasher-Regeln und Okkult-Horror-Klischees. Unterhaltsam ist der wilde Ritt ganz ordentlich, was vor allem an der undurchsichtigen Geschichte liegt, deren Ausgang man nicht kommen sieht. Dass WE SUMMON THE DARKNESS auch noch von guten Schauspielern getragen wird, ist für diesen Horrorspaß ein Glücksgriff. Hier sticht vor allem ALEXANDRA DADDARIO hervor, die schon in Genre-Werken wie WE HAVE ALWAYS LIVED IN THE CASTLE, BEREAVEMENT und TEXAS CHAINSAW 3D beweisen konnte, dass sie sich gut durchs Horrorfilmgeschäft schreien kann. Die durchlebt im Film eine unerwartete Metamorphose und verhilft WE SUMMON THE DARKNESS so über den Durchschnitt. Für Genre-Fans ist dieser Horrorfilm daher ganz brauchbar – zumal es in einer Nebenrolle sogar noch ein Wiedersehen mit Jackass-Star JOHNNY KNOXVILLE gibt.
 
 
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WE SUMMON THE DARKNESS – Fazit

 
 
7 Punkte Final
 
 
Horror-Reminiszenz an die schrillen 1980er. WE SUMMON THE DARKNESS ist ein wilder Ritt vollgepackt mit rabenschwarzen Wendungen. Hier ist nichts, wie es zu Beginn scheint, was für diesen Horrorthriller von Vorteil ist. Wo andere Filmemacher auf eine sichere Bank setzen und einfach Geschehnisse abspielen, wie man sie schon in unzähligen Horrorfilmen gesehen hat, versucht MARC MEYERS Erwartungshaltungen des Zuschauers erst gar nicht zu erfüllen. Man braucht im Falle von WE SUMMON THE DARKNESS auf keine vertrauten Abläufe hoffen. Hier kommt alles anders. Dass sich der Streifen zu keiner Minuten bierernst nimmt und sich mit zynischen Dialogen und bösen Späßen die Zeit vertreibt, dürfte vor allem bei Liebhabern sarkastischer Horrorware gut ankommen.
 
 
 


 
 
 

WE SUMMON THE DARKNESS – Zensur

 
 
 
WE SUMMON THE DARKNESS hat einige kurze Gewaltszenen zu bieten, die aber teils derart zynisch über die Mattscheibe flimmern, dass sich ein humoristischer Unterton nicht von der Hand weisen lässt. Hierzulande steht die FSK-Prüfung noch aus. Man darf aber von eienr FSK16 ausgehen. Der Film wird im August 2020 durch SPLENDID FILM nach Deutschland gebracht.
 
 
 


 
 
 

WE SUMMON THE DARKNESS – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Abbildungen stammen von SPLENDID FILM)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Satanic Panic (2019)
 
Der Hexenclub (1996)
 
Der letzte Exorzismus (2010)
 

Filmkritik: „Aquaslash“ (2019)

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AQUASLASH

Story

 
 
 

Wasserrutsche des Grauens. Die wird in ein Mordwerkzeug umfunktioniert und zerteilt Planschgäste in kleine Stück.

 
 
 


 
 
 

AQUASLASH – Kritik

 
 
 
Der Regisseur von DISCOPATH ist zurück. Der lieferte vor einigen Jahren mit der Horror-Hommage an die 1970er ungewöhnlichen Genre-Stuff ab, der auf einschlägigen Filmfestivals gut abschnitt. Nachdem der Erstling selbst finanziert werden musste, tat sich der Regisseur diesmal mit den Produzenten von GAME OF DEATH zusammen – offenbar, weil die wissen, wie man Mord und Totschlag gut in Szenen setzen muss. Leider ist das Ergebnis keine Sternstunde des Horrorfilms. Was als spaßige Hommage an das Slasher-Kino der 1980er beginnt, verliert seinen Humor zu schnell aus den Augen und quält sein Publikum mit potenten Macho-Boys und willigen Bikini-Girls. Die wollen nicht schreien, wimmern und sterben, sondern saufen, feiern und durch die Betten hüpfen. Für einen Horrorfilm fatal.
 
 
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Was wäre ein Abschlussjahr ohne Abschlussfeier? Für einige Abiturienten der Grund, die bestandenen Prüfungen in einem Wasserpark zu feiern. Zwar gab es da vor einigen Jahren einen merkwürdigen Unfall, aber das hält die Meute nicht davon ab, den Abschluss mit Party, Sex und Drogen zu feiern. Doch jemand meint es nicht gut mit den Feiernden. Der sabotiert die Wasserrutsche des Parks und sorgt so für ein Blutbad. Da stellt sich glatt die Frage, wer solch boshafte Gedanken hegt. Man sollte gar nicht erst anfangen zu raten. Die Auflösung ist so weit hergeholt, darauf kommt man definitiv nicht.
 
 
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Was aussieht, wie eine Fortsetzung zum Splatter-Spaß PIRANHA 2 ist gar nicht so spaßig, wie man nach Sichtung des Trailers erwarten würde. AQUASLASH ist ein Slasher, der sein ganzes Pulver erst in den letzten 15 Minuten verschießt. Wo andere Horrorfilme gleichen Kalibers kreative Morde über den gesamten Film verteilen, reduzieren sich diese auf das Finale. Bis dahin herrscht Langeweile. Da wird gebaggert, geknutscht, gefummelt und gekokst. Das ist weder spannend noch unterhaltsam. Regisseur RENAUD GAUTHIER fokussiert zu lang und zu intensiv Teenager-Probleme und macht sich damit bei Horrorfans keine Freunde. Die wollen Blut sehen, werden aber stattdessen mit Alphamännchen-Gehabe und Blondinen-Gegacker genervt. Slasher sind auch nicht mehr das, was sie mal waren.
 
 
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Immerhin gibt es Rot im Finale und das reichlich. Hier wird dick aufgetragen und es wird zehn volle Minuten gesplattert. Die Effekte sind gelungen und kommen nicht aus dem Computer. Da werden Klingen in einer Wasserrutsche platziert und so Körperteile oder Köpfe abgetrennt. An Zynischmus wird nicht gespart. Leider macht all das den Kohl nicht mehr fett. Der handwerklich professionell getrickste Blutrausch kommt zu spät, denn die meisten Zuschauer dürften wegen Ereignislosigkeit bereits vor der blutigen Krönung abgeschalten haben. Vermutlich enttäuschend für das Spezialeffekte-Team. Das nennt sich BLOOD BROTHERS, macht seinem Namen alle Ehre und hätte sich wohl durch den hausgemachten Blut-Cocktail-Mix mehr Aufmerksamkeit gewünscht. Zuletzt sorgten die mit Gemansche im rasanten Retro-Hit TURBO KID für Aufsehen und zeigten eindrucksvoll, was mit Spezialeffekten alles möglich ist. Im direkten Vergleich dazu ist AQUASLASH eine Schlaftablette.
 
 
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AQUASLASH – Fazit

 
 
5 Punkte Final
 
 
Blutrote Hommage an die Slasher-Filme der 1980er, die lustig hätte werden können. In AQUASLASH wird eine Wasserrutsche in ein Mordwerkzeug umfunktioniert. Darin werden Menschen zu Fischfutter verarbeitet. Leider nutzt Regisseur RENAUD GAUTHIER die Möglichkeiten nicht aus und zeigt zu viel Gerede um den heißen Brei, statt endlich mal zum Punkt zu kommen. Da bekommt der Zuschauer eine konfuse Handlung aufgetischt, die über weite Strecken völlig die Slasher-Handlung aus den Augen verliert und sich mit Teenager-Problemen beschäftigt. Das Ergebnis: Langeweile. Für einen Film, dessen Handlung auf einen Bierdeckel passt und der eine Laufzeit von etwas mehr als einer Stunde besitzt, ist das schon eine Meisterleistung.
 
 
 


 
 
 

AQUASLASH – Zensur

 
 
 
Bis zum Finale passiert kaum etwas. Es wird hauptsächlich geredet, gefeiert und getrunken. Erst im Finale geht das große Sterben los. Dann wird reichlich gesplattert. Weil aber die Morde sehr übertrieben und teils ironisch zelebriert werden, darf man von einer ungeschnittenen Freigabe ab 16 Jahren ausgehen.
 
 
 


 
 
 

AQUASLASH – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Abbildungen stammen von Black Mandala)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
2001 Maniacs (2005)
 
Swimming Pool – Der Tod feiert mit (2000)
 
Piranha 2 (2012)
 

Filmkritik: „Snatchers“ (2019)

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SNATCHERS

Story

 
 
 

Eine Teenagerin verzichtet auf Verhütung und bringt zwei boshafte Maya-Aliens auf die Welt.

 
 
 


 
 
 

SNATCHERS – Kritik

 
 
 
Manchmal kommt auch für Filmemacher alles ganz anders. STEPHEN CEDARS und BENJI KLEIMAN sind Freunde und Horrorfans. Die wollten schon immer mal einen Horrorfilm über eine Alienschwangerschaft machen und drehten 2015 einen sechsminütigen Kurzfilm, der anschließen zur Webserie für die mobile Streaming-Plattform Go90 wurde. Weil die achtminütigen Episoden der ersten Staffel von SNATCHERS gut ankamen, ließ man zwei weitere Staffeln in Auftrag geben. Leider wurde 2018 der Betrieb der Go90-Streaming-App eingestellt, was wohl auch die Macher zum Umdenken zwang. Die nahmen sich alle drei Staffeln vor, entnahmen die wichtigsten Szenen und machten daraus einen flotten Spielfilm. Das Ergebnis ist ein Gag-Feuerwerk der Extraklasse, dass sich nicht vor Meta-Horror-Späßen wie TUCKER AND DALE VS. EVIL oder SHAUN OF THE DEAD verstecken muss. Das sahen auch Fans und Kritiker so. Die nahmen den Horror-Spaß lobend an und dürften dafür gesorgt haben, dass die Macher einen Schritt weiter auf der Karriereleiter klettern können. Sowas nennt man Glück und kommt nicht alle Tage. So darf man gespannt darüber sein, was STEPHEN CEDARS und BENJI KLEIMAN als Nächstes auf die Leinwand bringen werden.
 
 
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Die Spielfilmversion von SNATCHERS erzählt die Geschichte von Teenagerin Sara. Die will unbedingt Ex-Freund Skyler Cole zurückzugewinnen, der mit ihr Schluss gemacht hat, weil sie keinen Sex haben wollte. Demzufolge lässt sich die Jugendliche auf die Bedingungen des Mädchenschwarms ein und landet mit ihm in der Kiste. Leider verzichtet man auf Verhütung, was bald ein blutiges Nachspiel hat. Sara wird nämlich schwanger. Das Sonderbare: binnen weniger Stunden ist der Bauch rund und die Geburt steht bevor. Ein Albtraum in dem nur die ehemalige Freundin Hayley Chamberlain eingeweiht wird. Die begleitet die Schwangere zum Frauenarzt und staunt nicht schlecht, als plötzlich ein Alien aus dem Mutterleib krabbelt und für Chaos in der Stadt sorgt. Da rollen Köpfe und das Blut fließt reichlich. Splatterfans wirds freuen.
 
 
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Letztere dürften so einige Déjà-vus erleben. SNATCHERS erinnert nämlich stark an die EVIL DEAD-Serienadaption mit BRUCE CAMPBELL, der dort als Ash Williams boshaften Dämonen mit viel Wortwitz die Leviten liest. Gleicher Ablauf ist auch in SNATCHERS Programm, der sich zu keiner Minute ernst nimmt und sich mit einem Mordstempo permanent selbst auf die Schippe nimmt. Wo sich ähnliche Machwerke von Späßen unter der Gürtellinie bedienen, sind die Lacher in SNATCHERS alles andere – nur nicht plump. STEPHEN CEDARS und BENJI KLEIMAN zitieren fleißig aus der Horror-Ecke und zollen Respekt. Das macht den Streifen charmant und absolut unterhaltsam. Kaum eine Minute vergeht ohne Situationskomik und Anspielungen auf das Horror-Genre. Da werden flotte Sprüche und abgedrehte Einfälle am Fließband zelebriert. Über allem schwebend: ein Comic-gleicher Ton. Da fragt man sich, warum SNATCHERS nicht im Kino lief. Dort wäre die überzogene Horrorkomödie am besten aufgehoben gewesen.
 
 
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SNATCHERS – Fazit

 
 
8 Punkte Final
 
 
FEAST meets EVIL ALIENS. SNATCHERS macht alles richtig. Die Horrorkomödie ist sauwitzig, hat eine kecke Heldin in petto und lässt jede Menge Blut über die Mattscheibe fließen. Hinzukommt, dass Handlung und Lacher in einem Mordstempo über das Gerät flimmern, sodass man überrascht ist, wenn nach knapp 95 Minuten der Abspann zu sehen ist. SNATCHERS huldigt Klassikern, wie ALIEN oder DIE KÖRPERFRESSER KOMMEN mit nötigem Respekt. Eine Tatsache, die im Zuge filmischer Übersättigung meist kaum noch Beachtung findet. Dass der Streifen auch noch in technischer Hinsicht eine gute Figur macht, ist die Kirsche auf der Sahnetorte. Zu sehen gibt es handgemachte Manschereien ebenso, wie Tricks aus dem Computer. Von Billigkram keine Spur. Da kann man sich getrost zurücklehnen und genießen. Hoffentlich geht es irgendwann weiter. Eine mögliche Fortsetzung wird am Ende angedeutet.
 
 
 


 
 
 

SNATCHERS – Zensur

 
 
 
SNATCHERS ist eine Horrorkomödie und die Gewalteinlagen werden humorvoll und derart übertrieben zelebriert, dass der Streifen hierzulande eine Freigabe ab 16 Jahren erhalten wird.
 
 
 


 
 
 

SNATCHERS – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Abbildungen stammen von MAKE GOOD Content | Warner Bros. Home Entertainment)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Feast (2005)

Evil Aliens (2005)

Ash vs Evil Dead (2015 – 2018)

Satanic Panic (2019)

Tucker & Dale vs Evil (2010)

Filmkritik: „Villains“ (2019)

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VILLAINS

Story

 
 
 

Die Horror-Version von Bonnie- und Clyde. Zwei Ganoven kommen auf ihrer Reise nach Florida hinter das Geheimnis eines gestörten Ehepaares.

 
 
 


 
 
 

VILLAINS – Kritik

 
 
 
Wenn zwei Schauspieler gemeinsam in einem Genre-Werk zu sehen sind, die zuletzt durch gefeierte Horrorfilme aufgefallen sind, macht das neugierig. Zeichnen dann auch noch Leute auf dem Regiestuhl für genau dieses filmische Schaffen verantwortlich, die sich mit dem Schreiben, Produzieren und Regieführen von Horrorfilmen einen Namen machen konnten, werden Horrorfilmkenner nicht unbegründet hellhörig. DAN BERK und ROBERT OLSEN sind Freunde und haben schon einiges an Grauen auf die Leinwand gebracht. Die beiden Filmemacher hegen eine große Leidenschaft für ungemütliche Unterhaltung und inszenierten Horrorfilme wie BODY oder VAMPIRE NATION – BADLANDS, die sich mit menschlichen Abgründen beschäftigt haben. Regie-Arbeit Nummer drei macht da keine Ausnahme. VILLAINS (übersetzt: Schurken) nennt sich der Spaß und durchforstet einmal mehr das Böse im Menschen. Dafür konnte man zwei gefragte Darsteller engagieren: MAIKA MONROE (aus IT FOLLOWS) und BILL SKARSGÅRD. Letzterer erhielt viel Lob als Pennywise im Remake des Stephen-King-Klassikers ES und wechselt für VILLAINS die Fronten. Statt auf der dunklen Seite zu kämpfen, probiert er es nun als Held. Kein leichtes Unterfangen, assoziiert man den schwedischen Schauspieler immer wieder mit dem grausamen Spaßmacher aus der Neuverfilmung des King-Romans.
 
 
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Ein zynischer Mix aus DON’T BREATHE und ARIZONA JUNIOR, der virtuos mit der Frage spielt, wer in diesem Film denn nun eigentlich der Bösewicht ist. Jules (MAIKA MONROE) und Mickey (BILL SKARSGÅRD) sind ineinander bis über beiden Ohren verliebt und mit dem Gesetz auf Kriegsfuß. Die pfeifen auf Recht und Ordnung und ziehen plündernd durchs Land. An einer Tankstelle hofft man auf fette Beute. Die überfällt man kurzerhand, nur um anschließend feststellen zu müssen, dass man statt Geld hätte besser Benzin stibitzen sollen. Da strandet man nun irgendwo in der Einöde mit dem Auto und guter Rat ist teuer. Doch ein abgelegenes Haus lässt auf Hilfe hoffen. Leider sind die Eigentümer nicht Zuhause, was die Kleinkriminellen dazu veranlasst im Anwesen nach Benzin zu suchen. Doch man wird nicht fündig. Stattdessen entdeckt man im Keller etwas, das den Verliebten das Blut in den Adern gefrieren lässt. Ein kleines Mädchen sitzt angekettet auf dem Boden und scheint verwirrt zu sein. Dazu hat es auch allen Grund. Das Heim gehört einem seltsamen Pärchen, mit dem nicht gut Kirschen essen ist. Eine Einsicht, zu der unsere Einbrecher bald selbst kommen. Kaum vom Schock erholt, treffen die Hauseigentümer Zuhause ein. Da sitzen Jules und Mickey in der Falle.
 
 
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Irgendwie mangelt es diesem vierköpfigen Kammerstück an Boshaftigkeit. Ja, die eigensinnigen Bewohner dieser morschen Hütte ticken nicht richtig. Doch das hat man zuvor schon einige Male gesehen. Filme wie DAS HAUS DER VERGESSENEN oder DARK PARADISE haben gezeigt, dass sich hinter der Fassade vermeintlich anständiger Menschen nicht selten das personifizierte Böse verbirgt. Leider ist aber die Idee von gestörten Familien, die in den eigenen vier Wänden eigenartige Dinge veranstalten, nicht mehr ganz so frisch. Eine Tatsache, die auch im Falle von VILLAINS bitter aufstößt. Die schwarze Horrorkomödie hat zwar gute Schauspieler zu bieten, zeigt aber nichts, was man nicht schon dutzende Male in dieser Art von Filmen zu sehen bekommen hat. So spielt das Böse auch in diesem Streifen mit seinen Opfern. Letztere müssen einen Weg aus ihrem Gefängnis finden und decken gleichzeitig ein dunkles Geheimnis auf, das das kranke Duo im Film nicht unberechtigt vor der Außenwelt versteckt hält. Ein vertrauter Ablauf also, der von permanenter Unentschlossenheit begleitet wird.
 
 
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VILLAINS kann sich nicht so recht entscheiden, was er denn nun eigentlich sein will. Die in Brooklyn lebenden Regisseure und Drehbuchautoren DAN BERK und ROBERT OLSEN wollen ihren Film in keine Schublade stecken. Ständig pendelt die Handlung zwischen unbequemer Ernsthaftigkeit und schwarzem Humor, was zwangsläufig die Frage in den Raum wirft, was das denn hier alles soll. VILLAINS wirkt wie die filmische Adaption eines düsteren Cartoons. Dennoch: Für eine Komödie ist Gezeigtes zu ernst, für Horror zu lustig. Das irritiert, zumal sich der Streifen auch zu geschwätzig gibt und richtige Höhepunkte missen lässt. So kommt es zu Fluchtversuchen, die scheitern und Wendungen, die einzig den Nutzen haben das Geheimnis zu verschleiern, das die bösen Hauseigentümer umgibt. Selbst das ist nicht sonderlich spektakulär. Eine enttäuschende Angelegenheit – vor allem auch deshalb, weil VILLAINS den Mut scheut, mal so richtig böse zu sein. Der Film versucht erst gar nicht, aus seinem seichten Gefängnis auszubrechen. Keine fiesen Kills, keine heimtückischen Schocks. Eine Folge der RTL-Vorabendserie UNTER UNS ist nervenaufreibender.
 
 
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In Interviews erklärten die Macher hinter VILLAINS, wie es zum Film kam. Die hatten 2015 mit gerade einmal 50.000 US-Dollar einen kleinen, aber feinen Thriller namens BODY gedreht, der auf Festivals gut ankam. Umso inniger der Wunsch, einen größeren Film ähnlicher Art zu inszenieren, der das doppelte an Budget verschlingen sollte. So entstand das Drehbuch zu VILLAINS für das man aber von Produzenten den Rat erhielt, besser mit der filmischen Umsetzung zu warten, da der Genre-Mix mehr Kapital und talentierte Schauspieler benötigen würde. Ein Ratschlag, den die Regisseure DAN BERK und ROBERT OLSEN beherzigten. Die drehten daher erst einmal den bierernsten Vampir-Survival-Horror VAMPIRE NATION – BADLANDS und lernten während der Arbeit, wie es ist ein umfangreiches Projekt mit großem Budget zu steuern. Genau diese Erfahrung kommt nun VILLAINS zugute. Zumindest hier erweckt nichts den Eindruck, dass es sich immer noch um Indie-Kino handelt.
 
 
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VILLAINS – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Wenn das Psycho-Paar aus TRUE ROMANCE auf das Killer-Duo aus NATURAL BORN KILLERS stößt. Wir sind Horrorfilmfans und mögen es ab und an etwas leichter. Da kann auch gern einmal der Kopf ausgeschaltet und sinnlose Gewalt auf der Mattscheibe zelebriert werden. Etwas, für das VILLAINS prädestiniert gewesen wäre. Ein krankes Ehepaar pfeift auf Moral und veranstaltet weit krankere Dinge hinter verschlossenen Türen. Quasi so etwas wie Familie Firefly aus DAS HAUS DER 1000 LEICHEN oder die Familiensippe aus dem legendären TEXAS CHAINSAW MASSACRE. Was VILLAINS zelebriert, ist aber weit weg von all dem. Beinahe schon brav, wird hier das Geheimnis zweier durchgeknallter Psychos ergründet. Die haben im Keller ihres Hauses ein kleines Mädchen angekettet und veranstalten auch sonst komische Dinge in den eigenen vier Wänden. Mit schwarzem Galgenhumor, bissigen Dialogen und beinahe schon comicgleichen Unterton versucht man das Interesse des Publikums zu gewinnen. Uns war’s leider zu seicht. Wir sind uns aber sicher, dass dieser kurvenreiche, düstere und scharfkantige Comic-Thriller trotzdem seine Fans finden wird.
 
 
 


 
 
 

VILLAINS – Zensur

 
 
 
VILLAINS ist in Sachen Gewalt eher harmlos. Erst am Ende wird einer der Protagonisten in den Filmhimmel geschickt. Wegen der doch etwas bedrohlichen Atmosphäre dürfte VILLAINS hierzulande aber dennoch erst für sechzehnjährige Zuschauer geeignet sein.
 
 
 


 
 
 

VILLAINS – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Ones Below – Das Böse unter uns (2015)
 
Haus der Vergessenen (1991)
 
Mum & Dad (2008)
 
Don’t Breathe (2016)
 
Dark Paradise (1988)
 

Filmkritik: „Harpoon“ (2019)

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HARPOON

Story

 
 
 

Drei Freunde stranden mit dem Boot auf offenem Meer und gehen sich gegenseitig an die Gurgel.

 
 
 


 
 
 

HARPOON – Kritik

 
 
 
Der Mensch ist schon ein unberechenbares Individuum. Eigentlich ist er ganz umgänglich und benimmt sich zivilisiert. Setzt man ihn aber Extremsituationen aus, kommen Züge zum Vorschein, die das Tier im Menschen entfachen. Ein gefundenes Fressen für Macher von Horrorfilmen. Die nutzen den menschlichen Überlebenswillen, um daraus ungemütliche Schocker zu machen. Da wird eine Gruppe von Leuten ganz unvorbereitet mit psychologischen Stress konfrontiert und soll über das eigene Schicksal entscheiden. Leben oder Sterben? Die Folgen sind nicht immer leicht zu verdauen. So werden plötzlich aus gesitteten Bürgern blutrünstige Bestien, die über Leichen gehen und nur ein Ziel kennen: der fatalen Situation entkommen, sich selbst in Sicherheit bringen und irgendwie überleben. Entstanden sind so Filme, die den Zuschauer den Schweiß auf die Stirn getrieben haben. Darunter Werke wie CUBE, OPEN WATER oder DAS EXPERIMENT. Auch Regisseur ROB GRANT mag offenbar Extreme. Der verfrachtet drei junge Leute auf ein Boot, bringt seinen Figuren in Seenot und schaut zu, was passiert. Entstanden ist ein hundsgemeiner Überlebenstripp mit bitterbösem Verlauf, der trotz begrenztem Schauplatz einige unerwartete Überraschungen zu bieten hat.
 
 
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Wie gut kennst Du eigentlich Deine Freunde? Eine Frage, die sich auch die drei Protagonisten in HARPOON stellen müssen. Darin lädt der cholerisch veranlagte Richard Freundin Sasha und den besten Freund Jonah zu einem Segelturn auf der Privatjacht des Vaters ein. Doch die Stimmung ist angespannt. Richard ist wütend. Der glaubt nämlich, dass seine Angebete was mit dem besten Kumpel am Laufen hat. Kaum das Boot gestartet, eskaliert die Situation. Es kommt zum Streit und die Freunde gehen sich an die Gurkel. Ein paar Keilereien später sind alle Gegenstände über Bord, die irgendwie dafür verwendet werden könnten, sich gegenseitig wehzutun. Nun kann Tacheles geredet werden. Dumm nur, dass plötzlich der Motor der Yacht streikt und eine Weiterfahrt unmöglich ist. Da treibt man nun auf dem offenen Meer umher und hofft auf Hilfe. Leider hat man im Streit das Funkgerät zerschlagen und Vorräte sind Mangelware. Dass da die Stimmung im Keller ist, dürfte nachvollziehbar sein.
 
 
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Hallo Wahnsinn! HARPOON wurde als schwarze Komödie konzipiert. Doch das Lachen bleibt schnell im Halse stecken. Drei Unsympathen kämpfen hier ums Überleben und gegen Agressionen. Dabei sind sie dem zynischen Gedankengut von Drehbuchautor und Regisseur ROB GRANT ausgeliefert, der alles daran tut seine Antihelden möglichst hinterlistig zu quälen. Was eigentlich als enspannter Ausflug unter Freunden geplant war, wird schnell zum Albtraum. Eh man sich versieht werden Freunde zu Feinden. Dabei lässt HARPOON bereits in den ersten Filmminuten erahnen, dass diese Seefahrt alles andere als idyllisch werden wird. So schlagen sich die Freunde gleich zu Beginn wegen Nichtigkeiten die Nasen blutig. Wieder zu Sinnen gekommen, muss man feststellen, dass alles nur ein Mißverständnis war. Eine sonderbare Art von Freundschaft – aber immerhin gute Vorraussetzungen, um Spannungen zu schaffen.
 
 
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Die tragen auch bald Früchte. Regisseur ROB GRANT fakelt nicht lang. Nach knapp zehn Minuten ist man schon auf See und die Ereignisse nehmen ihren Lauf. Permanentes Mißtrauen, allgegenwärtige Aggressivität. Schon bald fliegen die Fetzen und es eskaliert – mal wieder. Doch was kommt danach? HARPOON lässt sich nicht durchschauen. Der Film thematisiert menschliche Abgründe und hält den Zuschauer mit immer wieder neuen Wendungen in Schach. Das macht diese kanadische Produktion interessant, die sich immer wieder neue makabere Ideen einfällen lässt, um das Interesse des Publikums für sich beanspruchen zu können und die Figuren an ihre Grenzen zu bringen. Weil letztere alles andere als zugänglich sind, fehlen Identifikationsmöglichkeiten. Was in anderen Filmen ein großes Problem darstellt, kommt HARPOON zugute. Wegen mangelnder Sympathien kann der Zuschauer das Treiben nämlich mit Distanz beobachten. Der bekommt zu sehen wie sich naive und hormongesteuerte Menschen wegen Belanglosigkeiten gegenseitig das Leben schwermachen. Eine gewissen Schadenfreude lässt sich da nicht vermeiden.
 
 
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HARPOON – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Zynisches Thriller-Stück mit tiefschwarzem Humor, das nicht viel braucht, um eine Bootsfahrt zum ultimativen Terrortrip umzufunktionieren. In diesem Film wird ein Boot für drei junge Menschen zum Gefängnis. Die treiben auf hoher See und kommen nicht mehr zum Festland zurück. Da ist klaustrophobische Stimmung vorprogrammiert, die zusätzlich noch durch zwischenmenschliche Spannungen verstärkt wird. HARPOON besitzt viele unvorbereitete Überraschungen, um die Spannung voranzutreiben. Neben plötzlichen Wendungen gibt es aber auch reichlich Lebenssaft zu sehen, um ebenfalls Horrorfilmfans zufriedenstellen zu können. Das hat man aufgrund der überschaubaren Handlung nicht unbedingt kommen gesehen. Ordentlicher, kleiner Thriller!
 
 
 


 
 
 

HARPOON – Zensur

 
 
 
Ein paar Schauwerte hat HARPOON schon. Ein Gegenstand bohrt sich durch eine Hand, man trinkt Blut von toten Vögeln und ein Protagonist holt sich eine Blutvergiftung. Die Folgen sind eklig anzuschauen. HARPOON hat dennoch eine Erwachsenenfreigabe in ungeschnittener Form erhalten. Auf der deutschen Veröffentlichung ist ein roter FSK-Sticker zu finden.
 
 
 


 
 
 

HARPOON – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Koch Films (KeepCase Blu-ray)

 
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(c) Koch Films (Mediabook – Cover A)

 
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(c) Koch Films (Mediabook – Cover A)

 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Harpoon; Kanada 2019

Genre: Thriller, Horror

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.78:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 82 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Mediabook | KeepCase mit Wechselcover

Extras: Deleted Opening,
Deleted Scenes, Behind the Scenes, B-Roll, Psychedelic Directors Commentary, Crew Commentary, Trailer, Bildergalerie | zusätzlich im Mediabook: Film auf DVD + Booklet

Release-Termin: Mediabook + KeepCase: 24.09.2020

 

Harpoon [Blu-ray im KeepCase] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

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HARPOON – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Epic Pictures Group | Koch Films)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Open Water (2003)
 
Open Water 2 (2006)
 
Hunger (2009)
 

Filmkritik: „Killer Sofa – Nimm gerne Platz“ (2019)

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KILLER SOFA – NIMM GERN PLATZ

(KILLER SOFA | MY LOVER, MY LAZY BOY)

Story

 
 
 

Ein Sitzmöbel führt plötzlich ein Eigenleben und bringt Unheil über den Besitzer.

 
 
 


 
 
 

KILLER SOFA – Kritik

 
 
 
Das Horrorkino ist vielfältig und abwechslungsreich. Neben harten, kontroversen, anspruchsvollen und unheimlichen Beiträgen bietet das Genre auch gut und gerne mal Abwechslung durch Selbstironie und Humor. Da werden immer öfter Horrorfilme gedreht, die sich partout nicht ernst nehmen wollen und mit absurden Ideen locken, für die man mehrere Liter Alkohol intus gehabt haben muss, um diese auf Papier kritzeln zu können. Mittlerweile ist die Liste durchgeknallter Filmspäße lang. Darauf befinden sich Horrorkomödien in denen nicht nur Tomaten, Kühlschränke oder Donuts zu aggressiven Killermaschinen umfunktioniert werden. Auch fliegende Haifische, mordende Weihnachtsbäume oder boshafte Lebkuchenmänner sind im Horror-Genre keine Seltenheit mehr. Trashfilmliebhaber und Fans von Nischenfilmen geben uns da recht.
 
 
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Der nächste Blödsinn steht nun in den Startlöchern. Der kommt diesmal aus Neuseeland und durchforstet die Lagerregale bekannter Möbelhäuser nach möglichen Einrichtungsgegenständen, die dem Besitzer das Leben zu Hölle machen können. Hängen geblieben ist man da bei S wie Sofa. Letzteres wird nun zum Killer-Möbel deklariert und soll Menschen nach dem Leben trachten. So ganz neu ist die Idee aber nicht. Vor einiger Zeit hatten wir hier ähnlichen Low-Budget-Spaß besprochen. Der schimpfte sich BED OF THE DEAD und erzählte die Geschichte eines besessenen Holzbetts, das sich an Menschenblut labte. Genau gleiches Prinzip verfolgt nun KILLER SOFA, der mit seiner skurrilen Idee immerhin für Aufmerksamkeit unter Horrorfilmjüngern sorgte und sich deshalb auf der ein oder anderen Filmvormerkliste befinden dürfte. All jene bekommen nun aber schnell einen Dämpfer. KILLER SOFA sieht zwar auf den ersten Blick ganz brauchbar aus, ist aber bei genauerer Betrachtung weit entfernt vom neuen Trash-Hit. Wir sagen Euch warum.
 
 
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Kein Sofa, sondern eher ein diabolischer Sessel mit Augen. In KILLER SOFA dreht sich alles um die Tänzerin Francesca. Die hat mehrere Verehrer, die der attraktiven Brünetten oft mal etwas zu nahe rücken. So auch ein Stalker von dem man plötzlich Körperteile findet und die Polizei vor Rätsel stellt. Doch damit nicht genug. Francesca gönnt sich den Luxus eines neuen Sessels. Der wird geliefert und beginnt plötzlich ein Eigenleben zu führen. Die ersten Morde stempelt man noch unter Unfall ab. Doch bald schon häufen sich die seltsamen Umstände. Da kommt ein Bekannter der Tänzerin auf den richtigen Pfad. Der ist fest davon überzeugt, dass das Möbel von einem Dibbuk besessen ist – einem, nach jüdischen Volksglauben bösen Totengeist.
 
 
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Ernster als gedacht – aber nicht unbedingt gut. KILLER SOFA verfügt zwar über eine ungewöhnliche Filmidee, ist aber reichlich zäh. Nach blutigem Auftakt quält sich der Streifen mit dem Erzählen seiner Geschichte. Wir bekommen sonderbare Figuren vor die Linse und natürlich auch das Sitzmöbel aus dem Trailer. Irgendwie will aber beides nicht zu einem homogenen Ganzen finden. KILLER SOFA hat Anlaufschwierigkeiten und braucht angesichts der ohnehin schon knappen Laufzeit von 75 Minuten einfach zu lange, um mal überhaupt eine Richtung zu finden. Dass da kaum Spannung entsteht, liegt auf der Hand. Der neuseeländische Filmemacher BERNIE RAO hat hier ein eigenes Drehbuch verfilmt, dem es an Feinschliff fehlt. Die Ereignisse dümpeln vor sich hin, die Protagonisten wirken unnahbar, schwarzer Humor ist überschaubar und nach richtigen Höhepunkten sucht man vergebens. Weil auch noch übertriebener Splatter fehlt, der die Geschehnisse ins Absurdum treiben könnte, versinkt KILLER SOFA schnell in der Bedeutungslosigkeit. Nee, das war nichts – die überwiegend negativen Bewertungen im Filmportal IMDB deuten darauf hin, dass es vielen anderen Zuschauern wohl genauso erging wie uns.
 
 
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KILLER SOFA – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Nix mit gaga und so furchterregend wie auf dem Poster erst recht nicht. Auch wenn sich der Plot über ein mordendes Möbelstück total bescheuert liest, KILLER SOFA enttäuscht. Hier wird viel Potenzial verschenkt, um sich den Preis für den besten Trash-Horror 2019 sichern zu können. Außer der Tatsache, dass hier ein Sitzmöbel von einem Geist besessen ist und Menschen ermordet, fehlt es KILLER SOFA an ausgefallenen Ideen, um den Zuschauer bei Laune halten zu können. Wo sind die ausufernden Splatter-Späße? Wo die für diese Art von Filmen obligatorischen Lacher? Beides Mangelware. Stattdessen zu viel Low-Budget und Belanglosigkeit. Wer gerne sehen möchte, wie ein paar Filmpraktikanten ein Möbel hin- und herschieben, sodass man meinen könnte, es bewege sich von selbst, wird mit KILLER SOFA so seinen Spaß haben. Wer hier Trash-Irrsinn im Stile eine SHARKNADO erwartet, wird schnell eines Besseren belehrt. KILLER SOFA ist zäh, unwitzig und langweilig obendrein. Erst im Finale passiert endlich mal was. Da hat man schon Besseres aus Neuseeland aufgetischt bekommen. Zumindest hat dort der große PETER JACKSON mit Horror-Trash den Weg ins Filmbusiness geschafft. Der drehte in Neuseeland mit gerade einmal 30.000 NZD den abgefahrenen BAD TASTE und schrieb damit Horrorfilmgeschichte. Von so was kann KILLER SOFA-Regisseur BERNIE RAO nur träumen. Übrigens hieß der Film anfangs noch ganz anders. Weil der ursprüngliche Titel MY LOVER, MY LAZY BOY wenig aussagekräftig erschien, taufte die Verleihfirma den Film einfach in KILLER SOFA um. Irreführend – vor allem auch deshalb, weil es im Film gar kein mordendes Sofa zu sehen gibt. Ob sich die Leute vom Verleih diesen Film überhaupt je angesehen haben?
 
 
 


 
 
 

KILLER SOFA – Zensur

 
 
 
KILLER SOFA hat ein paar blutige Szenen zu bieten. Ausufernde Gewalt oder übertriebene Splattereinlagen sucht man aber vergebens. Die zelebrierten „Gemeinheiten“ bewegen sich in einem FSK16-Rahmen. Die hat KILLER SOFA auch in Deutschland erhalten.
 
 
 


 
 
 

KILLER SOFA – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Daredo | Soulfood (Blu-ray im Keepcase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Killer Sofa; Neuseeland 2019

Genre: Horror, Trash

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.78:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 81 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Kinotrailer

Release-Termin: 20.03.2020

 

Killer Sofa – Nimm gerne Platz… [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

KILLER SOFA – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei High Octane Pictures | Mad Kiwi Films | Daredo | Soulfood)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Attack of the Killer Donuts (2016)
 
Der Kühlschrank (1991)
 
Angriff der Killertomaten (1978)
 
Sharknado – Genug gesagt! (2013)
 
Rubber (2010)
 

Filmkritik: „The Curse of Valburga“ (2019)

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THE CURSE OF VALBURGA

Story

 
 
 

Eine betrügerische Touristentour wird für zwei kriminelle Veranstalter zum blutigen Verhängnis. Die verkaufen Geschichten, welche sich in Slowenien so nie zugetragen haben. Dass ihnen dafür eine blutige Strafe droht, ist im Horror-Genre selbstverständlich.

 
 
 


 
 
 

THE CURSE OF VALBURGA – Kritik

 
 
 
Dass Horror schon lange eine internationale Sprache spricht, ist mittlerweile keine Seltenheit mehr. Da bekommt man schon mal Horrorfilme aus Ländern auf die Mattscheibe, von denen man nicht mal dachte, dass dort überhaupt eine inländische Filmindustrie existiert. Umso mehr überraschte es uns vor einigen Jahren, dass ausgerechnet Slowenien versucht hat auf dem internationalen Horrorfilmmarkt mitzumischen. Als angeblich erster Horrorfilm Sloweniens (was nicht unbedingt richtig ist) schaffte es der Backwood-Slasher IDYLLE nicht nur bis nach Deutschland. Auch andere Länder sicherten sich Rechte und warfen das doch eher konventionell gestrickten WRONG-TURN-Plagiat auf den Videomarkt. Für IDYLLE-Regisseur TOMAZ GORKIC offenbar ein Grund Nachschub zu produzieren. Der weiß, was Horrorfilmfans wollen und färbt im zweiten Film mit dem Titel THE CURSE OF VALBURGA die Mattscheibe rot. Darin wird ein Mix aus Blut, Geschrei und jede Menge Gemetzel an den Zuschauer gebracht. Der ist aber weit weg von ernst. Stattdessen erinnert alles an Parodie im Stile eines DAVE AND TUCKER VS EVIL.
 
 
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Ausgefuchste Geschäftsidee. Weil zwei Brüder Geld brauchen, schmieden sie einen hinterlistigen Plan. Sie erfinden die Geschichte eines sogenannten Baron Valburga, um an das Geld ahnungsloser Touristen zu kommen. Der soll angeblich der Cousin von Graf Dracula gewesen sein und es nicht immer gut mit seinen Untergebenen gemeint haben. Gute Voraussetzungen, um das Interesse geschichtsinteressierter Reisender zu wecken. Die kommen auch bald nach Slowenien und wollen sich auf die Spuren des grausamen Barons begeben. Da klingelt bei Marjan (JURIJ DREVENSEKS) und dessen Bruder Bojan (MARKO MADIC) schon mal die Kasse. In einem Herrenhaus soll die erfundene Tour stattfinden. Doch statt spannendem Geschichtsunterricht geht es bald ans Eingemachte. Im Keller leben nämlich Kannibalen, von denen die Geschwister nichts wissen. Die fallen über die Touristen her und schlagen sich mit ihnen die Bäuche voll. Splatterfans wird das freuen, denn Blut fließt reichlich.
 
 
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THE CURSE OF VALBURGA schlägt in die gleiche Kerbe, wie der von Gorkic inszenierte IDYLLE in welchem Hinterwäldler ahnungslosen Stadtmenschen an die Eingeweide wollen. Diesmal kämpfen aber nicht Landeier gegen Großstädter. In dieser Horrorkomödie sind es Osteuropäer (was für ein dummes Klischee), die es gleich mit der ganzen Welt aufnehmen wollen. So plump wie die Idee zum Film ist dann aber auch dessen weiterer Verlauf. Wir sehen ausschließlich überzeichnete Stereotypen, die derart unsympathisch in Erscheinung treten, dass es eine Freude ist ihnen dabei zuzusehen, wie sie nacheinander über die Klinge springen. Darum geht es nämlich hauptsächlich auch. Alle Touristen wie auch die Tour-Veranstalter selbst werden von einer Gruppe Kannibalen in Stücke gerissen, die im Keller des Herrenhauses seit Jahrzehnten unbemerkt ihr Dasein fristen. Hierbei besonders eigensinnig, wie TOMAZ GORKIC die aus verschiedenen Nationen stammenden Protagonisten in Schubladen steckt, welche an der ersponnenen Tour teilnehmen. Während die russischen Touristen nach einer ausgefallenen Location suchen, um darin einen Porno zu drehen, sind die deutschen Tour-Teilnehmer nur daran interessiert möglichst viel Bier zu trinken und dabei Volksmusik zu hören. Seltsam, dass diese nicht auch noch Lederhosen tragen. Wenn schon hanebüchene Klischees, dann doch bitte richtig.
 
 
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THE CURSE OF VALBURGA ist als Horrorkomödie konzipiert, aber Regisseur TOMAZ GORKIC scheint in Sachen Humor nicht unbedingt den besten Riecher zu haben. Die Späße sind politisch inkorrekt, zünden aber nur selten. Alles wirkt plump und sonderbar – große Lacher bleiben aus. Dafür fährt man in Sachen Gewalt groß auf. War die im Vorgängerfilm IDYLLE noch relativ zurückhaltend und überschaubar, wird jetzt aus dem Vollen geschöpft. Es werden Sägeblätter durch die Luft geworfen und mit Nägel gespickte Keulen in Körper geschlagen. Viele der Spezialeffekte sind zwar simpel und durchschaubar, verfehlen ihre Wirkung aber nur selten. Dass die Morde dabei derart übertrieben zelebriert werden, dass man diese zu keiner Minute ernst nehmen kann, beschert THE CURSE OF VALBURGA Trash-Potenzial. Letzterer wird immer blutiger, je mehr sich das Treiben der Zielgrade nähert. Eine Freigabe für Erwachsene ist diesem Horrorfilm aus Slowenien somit gewiss.
 
 
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THE CURSE OF VALBURGA – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Unterhaltsam – aber dumm. THE CURSE OF VALBURGA ist eine Horrorkomödie mit hohem Trash-Anteil, die sich nicht unbedingt ernst nimmt. Regisseur und Drehbuchautor TOMAZ GORKIC nimmt nach dem slowenischen Backwood-Horror IDYLLE mal wieder das Horror-Genre auf die Schippe und parodiert Klischees und Stereotypen. Gute Ansätze, die aber etwas missglückt sind. Die Späße sind platt und nicht sonderlich clever. Beinahe mag man meinen ein pubertierender Teenager habe diese zu Papier gebracht. Dafür stimmt der Blutzoll. THE CURSE OF VALBURGA ist ganz schön blutig und zeigt mit einfachen Mitteln, wie man das Herz eines jeden Gorehounds in Wallung bringt. Da ist es fast schon etwas schade, dass das blutige Finale dann doch etwas überhastet abgehandelt wird. Ob es am überschaubaren Budget lag? Je näher sich THE CURSE OF VALBURGA dem Ende nähert, umso splattriger wird das Treiben. Vielleicht gibt es irgendwann eine Fortsetzung. Eine wirklich witzige Pointe in der letzten Einstellung deutet darauf hin und stellt ganz nebenbei alle Verläufe im Film infrage.
 
 
 


 
 
 

THE CURSE OF VALBURGA – Zensur

 
 
 
THE CURSE OF VALBURGA ist für eine Horrorkomödie recht blutig geraten. In einer Szene wird etwa eine Minute lange gezeigt, wie die Kannibalensippe im Film auf den Körper einer verletzten Frau einschlagen und in offenen Wunden herumstochern. Weiterhin fliegen Köpfe durch die Gegend und ein Sägeblatt bohrt sich in jede erdenkliche Weise in menschliche Körper. THE CURSE OF VALBURGA dürfte von der FSK erste eine Freigabe ab 18 Jahren erhalten. Eine deutsche Veröffentlichung ist noch nicht angekündigt.
 
 
 


 
 
 

THE CURSE OF VALBURGA – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Strup Produkcija | Black Mandala)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Cannibals and Carpet Fitters (2017)
 
Tucker and Dale vs Evil (2010)
 
Inbred (2012)
 

Filmkritik: „Monster Party“ (2018)

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MONSTER PARTY

Story

 
 
 
Für drei junge Kriminelle wird ein geplanter Diebstahl zum wahren Albtraum, denn dieses Mal haben sie sich die falschen Opfer ausgesucht.

 
 
 


 
 
 

MONSTER PARTY – Kritik

 
 
Über Psychopathen kann man eigentlich immer etwas machen – Etwas Anspruchsvolles, etwas Lustiges oder aber auch eben etwas total Plattes. „Monster Party“ besitzt eine doch gar nicht mal so uninteressante Grundprämisse und nutzt diese manchmal sogar ziemlich gut, verpufft am Ende aber dennoch in der Durchschnittlichkeit, weil das alles viel zu gewollt wirkt.
 
 
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Der Plot handelt von drei jungen Dieben, die meist kleinere Brötchen backen, aber weil der Vater von Casper Spielschulden hat, muss dieses Mal eine größere Summe daher. Gut, dass Iris einen Job als Kellnerin bei einem reichen Ehepaar hat und in dieser Woche dort arbeiten muss. Diese Chance nutzen die jungen Gauner und wollen mal eben den Safe im Schlafzimmer knacken. Doch alles kommt anders, als gedacht, denn das reiche Ehepaar feiert gerade einen Jahrestag. Weitere Gäste erscheinen und alle sind seit ein paar Jahren „trocken“. Was ihre Sucht ist, sollen die Diebe bald schmerzhaft erfahren. Das Geheimnis, welches man anfangs noch daraus macht, wäre gar nicht nötig gewesen, denn jeder erfahrene Horrorfan wird sofort wissen, was hier Sache ist. Es dauert dann aber auch gar nicht lange, bis die Katze aus dem Sack gelassen wird und dann geht das Morden los. Die Grundidee ist sicherlich nicht besonders originell, doch schlecht ist sie keineswegs und man hätte daraus eine ganze Menge machen können. Allerdings fehlt es dem Drehbuch an eigenen Ideen. Manchmal fühlt man sich an „Mike Mendez‘ Killers“ erinnert, zum Schluss gesellen sich sogar noch ein paar Zutaten von „Das Haus der Vergessenen“ mit hinzu. Außerdem ist es fraglich, ob die Szene mit der Kettensäge nun als Hommage gedacht war oder einfach nur eine sehr plumpe Parodie auf „The Texas Chainsaw Massacre“ sein soll. Auf jeden Fall besitzt das Drehbuch brauchbare Ideen, denkt die meisten aber nicht richtig zu Ende und so will sich im Endeffekt niemals eine ernstzunehmende Handlung aufbauen.
 
 
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Bei der Figurenzeichnung wiederholt sich dieses Problem. „Monster Party“ will besonders markant und cool sein, erreicht dies jedoch niemals. Immer wieder Möchtegern-Killer in ihren schicken Anzügen zu zeigen, ist jedenfalls nicht ansatzweise cool genug. Die deutsche Synchronisation klingt manchmal ein wenig lächerlich, selbst wenn sie professionell gesprochen wurde, doch wenn all dies zusammentrifft, entstehen Charaktere, die nicht ernstzunehmen sind. Weder auf der „guten“ Seite befinden sich echte Sympathieträger, noch sind auf der „bösen“ Seite die richtig fiesen Oberkiller vorhanden. Das ist schade, weil „Monster Party“ gar nicht mal so schlecht besetzt ist. Julian McMahon ist als Familienkilleroberhaupt zwar sichtbar unterfordert, versprüht aber immerhin etwas schauspielerische Klasse. Genauso wie Lance Reddick. Sam Strike soll der Underdog sein und geht als solcher auch durch und Virginia Gardner soll eben niedlich sein. Die Schauspieler sind vollkommen in Ordnung, nur die Figuren sind eben zu belanglos. Da fällt es nicht mal besonders auf, dass der Film hier doch recht konsequent ist mit den Opfern. Hätte niemand überlebt, hätte das wohl auch jeden kalt gelassen.
 
 
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An Glaubwürdigkeit scheint Regisseur Chris von Hoffmann, der hier seinen zweiten Langfilm realisiert hat, aber sowieso nicht so viel gelegen zu haben. Alleine die unglaubwürdige Prämisse mit einer gesamten Killer-Familie ist schon arg konstruiert, aber auch so manch ein Verhalten will nicht wirklich passen. Dazu gesellt sich der übertriebene Einsatz von schrägen Kameraperspektiven. Ansonsten kann man der Inszenierung jedoch weniger vorwerfen. „Monster Party“ sieht optisch schick aus, besitzt brauchbare Kulissen und ist in manchen Szenen sogar recht intensiv gestaltet. Die etwas längere Einleitung stört ausnahmsweise mal nicht und wenn das Blutbad dann beginnt, ist das effektiv gestaltet. Im mittleren Teil ist der Film am besten, nur zum Ende geht ihm leider etwas die Luft aus. An der Splatter-Front geht es solide zur Sache. Für ein paar abgehackte Gliedmaßen reicht es schon aus und die Effekte sind wenigstens von Hand gemacht. Das wird nun niemanden vom Hocker hauen, ist aber immerhin etwas blutig. So vergehen die 90 Minuten Laufzeit teilweise recht kurzweilig, besitzen aber auch ihre Längen. Man muss sich also weder langweilen, noch fühlt man sich prächtig unterhalten. Der Synthie-Score, der immer mal wieder eingesetzt wird, hat gut gepasst und wurde ordentlich eingesetzt.
 
 
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MONSTER PARTY – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
„Monster Party“ ist ein durchschnittlicher Horrorfilm, der sich nicht so recht entscheiden kann, welche seiner Ideen er nun konsequent ausfährt. Potenzial ist reichlich vorhanden, doch immer wieder, wenn man kurz davor ist, mal so richtig die Sau heraus zu lassen, bremst sich das Treiben schon wieder aus. Trotz der vielseitigen Zutaten ist das alles leider zu vorhersehbar und auch zu brav ausgefallen. Da kommt keine echte Spannung auf, amüsant wird es jedoch ebenfalls kaum und somit sorgen am ehesten die soliden Schauspieler sowie eine passable Inszenierung für ein wenig Kurzweil. Der Splattergehalt ist leider überschaubar ausgefallen und die Figurenzeichnung ist doch deutlich zu lahm, um hier jemals markant zu werden. Sind die Ansprüche nicht zu hoch, kann man sich davon ganz gut unterhalten lassen, mehr als Mittelmaß kann „Monster Party“ aber niemals erreichen!
 
 
 


 
 
 

MONSTER PARTY – Zensur

 
 
 
„Monster Party“ hat von der FSK in der ungeschnittenen Fassung eine Freigabe ab 18 Jahren erthalten. Diese Freigabe ist gerechtfertigt, denn es gibt einige Gewaltmomente zu bestaunen, die Splatterfans entzücken dürften.
 
 
 


 
 
 

MONSTER PARTY – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Busch Media Group (KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Monster Party; USA 2018

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch, Englisch

Bild: 2,39:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 90 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wendecover

Extras: Trailer, Trailershow

Release-Termin: 04.10.2019

 

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MONSTER PARTY – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei Busch Media Group)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Mike Mendez‘ Killers (1996)