Filmkritik: „Piercing“ (2018)

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PIERCING

Story

 
 
 
Ein junger Familienvater plant akribisch den perfekten Mord an einer Prostituierten, hat sich aber kein widerstandsloses Opfer ausgesucht.
 
 
 


 
 
 

PIERCING – Kritik

 
 
 
Egal in welcher Reihenfolge man sich den Filmen von Nicholas Pesce annimmt, man dürfte so oder so überrascht werden: Sein wohl bekanntestes Werk ist wohl das unnötige, mittlerweile dritte US-“Ju-On“-Remake von 2020, einem gnadenlos gebombten Projekt ohne jede Existenzberechtigung, das so gar keine Hoffnung auf frühere Perlen macht. Doch eine solche gibt es, denn 2016 gab Pesce mit dem betörend-verstörendem Arthouse-Horrordrama „The Eyes of My Mother“ sein Debüt, einem bemerkenswerten und formvollendeten Film, der allenfalls an seinem Ende schwächelt. Und genau zwischen diesen beiden Filmen, die inszenatorisch sowie qualitativ beeindruckend weit auseinander liegen, der vorliegende Titel: „Piercing“.
 
 

„You know what you have to do, right?“

 
 
Kurzkritiken des Films reden gerne von einem „Neo-Giallo“, dass der Regisseur hübsche Bilder komponieren kann, ist bekannt. Wenn dann noch im Menü der deutschen Blu-ray das Original-Theme von Argento’s Tenebrae läuft, Goblins Score zu Einstellungen roter Wände und langer Hotelflure durchs Wohnzimmer grooven darf, dürften die Opening Signals den Zuschauer noch vor Beginn des Films erreicht haben. Die eigentlichen 75 Minuten beginnen nun mit einem Baby, das in einem (selbstverständlich) rot-grün beleuchteten Raum vor Vater Reed liegt, welcher nur beunruhigender Weise ein Messer in seiner Hand hält. Eine Szene später wird es einmalig recht ungeahnt trashig-witzig, wenn besagter Nachwuchs für einen Moment lang dämonisch schwarze Augen bekommt und direkt zu Reed spricht – eine Stelle, die in der Romanvorlage von Ryu Murakami (u. a. Audition) vermutlich deutlich besser funktioniert, hier aber auch nicht weiter schlimm ist, zumal der Inhalt rüberkommt: Reed ist getrieben.
 
 
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Reed, unser Protagonist, wird dabei von Christopher Abbott gespielt, der in den letzten Jahren durch Highlights wie „First Man“, „A Most Violent Year“, „Black Bear“ oder „Possessor“ verdientermaßen endlich durchstartet. Und getrieben, so informiert uns der Film noch vor den Opening Credits samt stimmiger 70’s Lounge-Score, ist er von der Idee jemanden umzubringen. Eine Prostituierte, die niemand vermisst, ohne dass es auffliegt, ohne dass es sonderlich sadistisch oder brutal stattfinden muss, einfach um es getan zu haben. Mit Übersicht, mit geplanten Zeitabläufen, mit einer höchstmöglichen Professionalität. Und so checkt Reed also in das Hotel seines Vertrauens ein, geht pedantisch den ganzen Plan durch, inszeniert sorgfältig mehrere Durchläufe, erinnert den Zuschauer an einen etwas hübscheren „Scherzo Diabolico“.
 
 

„You could still kill her.“

 
 
Doch da wäre ja noch die zweite Komponente, das Opfer-to-be. Eine junge Frau, optisch ähnlich der Sängerin Alli Neumann, verkörpert von der mittlerweile durch zahlreiche publikumswirksame Hollywood-Produktionen („Crimson Peak“, „Alice in Wonderland“, „Stoker“, „The Devil All the Time“) international bekannten Mia Wasikowska, wacht übernächtigt und genervt auf, während ihr wütender Boss sie voll motzt. Das Profondo Rosso Theme läuft, im Splitscreen folgen wir unseren beiden Charakteren, bis sie überraschend früh bereits aufeinander treffen. Und jetzt? Ist sie furcht- und er sprachlos.
 
 
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Wer ein sonderlich raffiniertes, unvorhersehbares, einzigartiges oder durch seine Twists überzeugendes Katz-und-Maus-Spiel erhofft, der wird von nun an ebenso enttäuscht sein wie diejenigen, die wirklich auf einen Neo-Giallo hoffen. Trotz der nicht angelehnten, sondern schlichtweg übernommenen Argento-Scores und anderer Stilzitate wird es weder eine Mordreihe, noch absurde Nebencharaktere oder aufwendige Set-Pieces in diesem schwarzhumorigen Thriller geben, auch ist die Situation „tatsächlich“ so überschaubar, wie man zu Beginn meint. Die eigentliche Frage ist viel eher: Wer hat hier die Hosen an?
 
 

„I think she knows.“

 
 
Nicht unähnlich des Reb Braddock Films „Curdled“ (1996), nur meiner Meinung nach kurzweiliger, besser, spannender und überzeugender, ist die Frage nach der Dynamik zwischen unseren Protagonisten, das Umdrehen des Spießes und das Antizipieren der gegenseitigen Rollenerwartungen hier nämlich der eigentliche Fokus, während jegliche Giallo-Anleihen kaum mehr als oberflächliche Stilimitation bieten. Durch die Powerhouse-Performance von Wasikowska und den glaubhaft verlegenen Abbott trägt sich ein derart simples Konzept natürlich trotzdem noch, gerade im ersten Akt ist von Langeweile keine Spur zu finden und die Charaktere sowie das Konzept sind noch rätselhaft und unverbraucht genug, über die volle Lauflänge kann das nur leider nicht behauptet werden.
 
 
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In einem schwarzhumorigen Telefonat zwischen Reed und seinem eingeweihten Partner werden mögliche Theorien für den weiteren Verlauf der Nacht durchgegangen und hier kann das Writing wirklich glänzen, auch kann das spätere Setting, eine 70’s-Designerwohnung mit roten Wänden und Seidenlaken ebenso überzeugen wie die blauen Lichtreflexionen auf der Taxifahrt dorthin. Überraschend ruppig-explizite Visionen haben mich überrascht, einige Dialoge können in ihrer Gestörtheit zum Schmunzeln animieren und ein einzelnes Stück Story gibt es noch, dessen Inszenierung als unerwartet und absolut gelungen zu loben ist. Doch so positiv und sehenswert sich das alles liest, so wenig Spielzeit machen diese Sequenzen im Endeffekt aus, während ein Großteil des Films äußerst geerdet, simpel und vorhersehbar verläuft. Nun liegt die Ähnlichkeit zu „Audition“ natürlich auf der Hand, und genau diese wird dem Film auch noch zum Verhängnis: Hat man Miikes Murakami-Adaption nämlich noch nicht gesehen, so sollte man dies meiner Meinung nach unbedingt vor dem Genuss von „Piercing“ tun, da die entsprechenden Szenen deutlich unangenehmer und gekonnter sind. Und hat man Audition bereits gesehen, so wird man diesen Film zwangsläufig als kurzweiligere, kürzere und natürlich schnellere, aber eben auch weniger effektive Variation einer sehr ähnlichen Geschichte sehen. Dank der kurzen Laufzeit, gut aufgelegten Performances und rundum gelungenen Inszenierung kann man „Piercing“ als Fan schwarzhumoriger, leicht grotesker Thriller also sicherlich mal einlegen, er tut nicht weh – doch sobald nach dem ersten Akt das Tempo gedrosselt wurde, hat mein Interesse auf Dauer doch rapide abgenommen.
 
 
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PIERCING – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Schicker, kleiner, manchmal recht fieser Thriller mit guten Performances und ein paar bösen Spitzen, der sich trotz seiner Kürze zunehmend zieht.
 
 
 


 
 
 

PIERCING – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung von „Piercing“ ist ungeschnitten und frei ab 18 Jahren.
 
 
 


 
 
 

PIERCING – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) BUSCH MEDIA GROUP (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Piercing; USA 2018

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.85:1 | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 81 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase

Extras: Trailershow

Release-Termin: KeepCase: 28.06.2019

 

Piercing [Blu-ray im KeepCase] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 


 
 
 

PIERCING – Trailer

 
 


 
 
 

Alexander Brunkhorst

(Rechte für Grafiken liegen bei BUSCH MEDIA GROUP)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Scherzo Diabolico (2015)
 
Cocktail für eine Leiche (1948)
 

Filmkritik: „Men – Was dich sucht, wird dich finden“ (2022)

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MEN – WAS DICH SUCHT, WIRD DICH FINDEN

(MEN)

Story

 
 
 
Nach einer persönlichen Tragödie zieht sich Harper allein in die wunderschöne englische Landschaft zurück, in der Hoffnung, einen Ort der Heilung zu finden. Aber jemand oder etwas aus den umliegenden Wäldern scheint sie zu verfolgen. Was als schwelende Angst beginnt, wird zu einem voll entwickelten Albtraum.
 
 
 


 
 
 

MEN – Kritik

 
 
 
Betrachtet man Alex Garland’s neuesten Film auf der oberflächlichsten Ebene, so handelt dieser von einer jungen Frau, die nach einem harten Schicksalsschlag die Flucht ins Landidyll sucht, nur um dort von zunehmend aufdringlicher und gruseliger werdenden Männern bedrängt zu werden. Zieht man den bewusst offensichtlich gewählten Titel sowie aktuellen Zeitgeist für eine marginale Kontextualisierung des Geschehens hinzu, gelangt man schnell zu dem Schluss, dass es sich hier wohl um einen Film über das Patriarchat, über Sexismus und Misogynie handeln muss. Und in der Tat: Übergriffige, sexistische, ihre Machtposition ausnutzende Männer bevölkern das dörfliche Ambiente und sorgen mit fortschreitender Laufzeit für mehr und mehr Momente sehr greifbaren Schreckens. Doch wer in den letzten Jahren aufmerksam Horrorfilme geguckt hat, der wird die Klischees, Tropen und niedergetrampelten Pfade allegorischer, sich am Puls der Zeit befindender, mit einer traumatischen Backstory aufgeladener Hochglanz-Horrorfilme der Veröffentlichungs- und Produktionsschmiede A24 und ihrer zahlreichen Fans inzwischen auswendig kennen und spätestens dann mutet es doch komisch an, dass der Drehbuchautor von „Ex Machina“ und „Annihilation“ hier derartige „Standardkost“ abgeliefert haben soll. Klar: Jessie Buckley liefert eine emotional fordernde und extrem abwechslungsreiche Performance, das Colourgrading des Films ist zum Niederknien malerisch geworden, der Soundtrack ist stimmig und technisch kann man von einer kleinen Offenbarung sprechen. Doch Trends gefolgt, vorhersehbare Filme abgeliefert oder Altbekanntes neu aufgewärmt hat Garland bisher noch nie; im Gegenteil, seine Filme glänzten gerade durch originelle Ansätze oder spannende Verquickungen unterschiedlicher Genreaspekte – ist es also wirklich „so einfach“?
 
 
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Meiner Meinung nach nicht. Denn was nach zwar reichlich vorhersehbaren, aber trotzdem kurzweiligen, da technisch sowie schauspielerisch brillanten, sowie gerissen mit bewusst merkwürdigen CGI-Effekte und obskuren Andeutungen implementierenden, ersten 60 Minuten langsam aber sicher offensichtlich wird; das ist die absolute Offensichtlichkeit des Plots selbst. Sobald eine gewisse Schlüsselszene nämlich abläuft, kann der geneigte Genrefan innerlich bereits abschalten, da jegliches Mysterium dahin und der Plot gelöst scheint – doch was dann im dritten Akt und krönendem Finale des Films folgt, spottet jeder Beschreibung.
 
 
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Beziehungsweise, nicht ganz: In einer technisch erneut herausragenden Verquickung von einmalig drastischen, praktischen Effekten und bewusst kaschiertem CGI bekommt der gemeine „Horrorfan“, der viel zitierte „Gorebauer“ nämlich mit voller Inbrunst derart übertrieben und lächerlich seinen Fleischklumpen zugeworfen, dass selbst unsere Protagonistin gelangweilt das Weite sucht. Und als wäre diese nebensächliche Geste noch nicht genug, kann Garland es sich nicht nehmen lassen, diese inzwischen überdeutlich ausbuchstabierte Karikatur einer A24-Horrormetapher auszubuchstabieren, den sprichwörtlichen Holzhammer lachend über dem Kopf des Zuschauers zu zerbrechen.
 
 
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Hat man in den letzten zehn Jahren keinen Horrorfilm geguckt, so kann „Men“ eventuell noch als solcher funktionieren, ist er doch deutlich kurzweiliger, spannender und auch dramatischer als „Lamb“, der seine Pointe deutlich ernster und lethargischer vorbereitet. Doch kennt man sich im Horrordschungel aus, ist die eigentliche Offenbarung und Überraschung viel mehr die, wie frech und witzig und over-the-top Alex Garland hier ein ganzes Genre vorführt, das man wohl als „Post A24 Arthousehorror“ zusammenfassen kann. Ich hatte auf jeden Fall meinen Spaß.

 
 


 
 
 

MEN – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
 
Herrlich, genau das hat die nicht enden wollende Welle langsamer, durchschaubar metaphorischer, charakterbasierter Arthouse-Horrorfilme gebraucht. Trotz ernster Themen und der mysteriösen Prämisse mehr Genreparodie denn ernstzunehmender Horrorfilm und trotz Schlusspointe nie langweilig bis dahin.
 
 
 


 
 
 

MEN – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung von „Men – Was dich sucht, wird dich finden“ ist ungeschnitten und frei ab 16 Jahren.
 
 
 


 
 
 

MEN – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) PLAION PICTURES (Blu-ray im KeepCase)

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(c) PLAION PICTURES (Blu-ray + 4K-UHD im Mediabook)

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(c) PLAION PICTURES (Blu-ray + 4K-UHD im Steelbook)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Men; Großbritannien 2021

Genre: Horror, Drama, Science Fiction

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 2.0

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.85:1 | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 100 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase | Mediabook | Steelbook

Extras:Interview mit Alex Garland, Rebirth: The Making of Men, Teaser & Trailer | zusätzlich im Mediabook: Film auf 4K-UHD-Disc, Umfangreiches Booklet von Leonhard Elias Lemke

Release-Termin: KeepCase + Mediabook: 27.10.2022

 

Men – Was dich sucht, wird dich finden [Blu-ray im KeepCase] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

Men – Was dich sucht, wird dich finden [Blu-ray + 4K-UHD im Mediabook] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

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MEN – Trailer

 
 


 
 
 

Alexander Brunkhorst

(Rechte für Grafiken liegen bei PLAION PICTURES)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Invitation – Bis dass der Tod uns scheidet (2022)
 
Get Out (2017)
 
mother! (2017)
 

Filmkritik: „Superhost – Kein Gastgeber ist wie der andere“ (2021)

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SUPERHOST – KEIN GASTGEBER IST WIE DER ANDERE

(SUPERHOST)

Story

 
 
 
Teddy und Claire sind ein vloggendes Paar, das von Unterkunft zu Unterkunft reist, um von dort Impressionen und Interviews mit den Besitzern zu filmen, die sie dann im Rahmen ihrer Show „Superhost“ posten. Doch bei aller Freundlichkeit kommt der hartnäckige Verdacht auf, dass mit der Besitzerin dieser Folge nicht alles in Ordnung sein kann…
 
 
 


 
 
 

SUPERHOST – Kritik

 
 
 
Da bietet die Blu-ray eines zeitgenössischen Indiehorrorfilms sogar mal ein schlichtes, aber animiertes Menü mit Pianoakkorden, Behind the Scenes-Feature, 2 Episoden eines anderen Projekts des Regisseurs, einem Gag-Reel und VFX-Breakdown sowie immerhin deutsche Untertitel, dann ist die Tonspur des Films selbst dafür so hundsmiserabel abgemischt, dass nur die Sounds der Jumpscares ohrenbetäubend laut daherkommen, während die Dialoge oft nahezu unverständlich sind. Ein zwiespältiger erster Eindruck also, der sich im eigentlichen Werk ebenfalls wiederfindet.
 
 

„Don’t forget to like & subscribe!“

 
 
Der neueste Film des ansonsten wohl eher für unterdurchschnittliche Horrorkost bekannten Regisseurs Brandon Christensen kann sich glücklich schätzen, mit dem Cast der titelgebenden Antagonistin einen echten Volltreffer gelandet zu haben, denn abseits der nicht grandiosen oder dauerhaft glaubhaften, zumindest aber äußerst motivierten und spaßigen Performance von Gracie Gillam, gibt es hier leider nicht viel Gutes zu berichten. Die Geschichte rund um ein vloggendes Pärchen, das Reviews von privaten Unterkünften hochlädt und dabei an die falsche Gastgeberin gerät, ist nämlich so altbekannt wie vorhersehbar: Eine überfreundliche Fassade vor und Beziehungsprobleme hinter der Kamera, Fake-Jumpscares mit den üblich laut abgemischten Horrorakkorden, dann häufen sich auch schon die unglücklichen „Zufälle“ und die von Anfang an irgendwie „falsch“ wirkende Rebecca – die nicht gefilmt werden will, nicht ihren echten Namen nutzt und das ganze Apartment überwacht – muss aus den absurdesten Gründen nahezu dauerhaft zwischen unsere Protagonisten herumlungern.
 
 
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„Her place was a total shithole and she was a complete psychopath!“

 
 
Neben einer überschaubaren Anzahl an Locations und Darsteller/innen, Drohnenaufnahmen und der wenig originellen Klavier-Synthiescore fehlt nun noch der Cameo einer Horrorikone, um die Checkliste einer modernen Low-Budget-Indieproduktion komplett abgehakt zu haben. Und siehe da: Niemand Geringeres als Barbara Crampton darf hier in einer spaßigen Rolle die „Bitch from Dallas“ mimen. Um die Zeit bis zur eigentlichen Spannung nicht sinnlos verstreichen zu lassen und das Pärchen glaubhafter zu machen, versucht sich das Script zudem an Diskussionen über die Gestaltung des Thumbnails, den eigentlichen Inhalt der Videos usw. – doch so glaubhaft Social Media in diesen Film auch eingebunden ist und so realistisch diese Gespräche rein inhaltlich ausfallen, so egal werden sie doch für den weiteren Verlauf dieses Films bleiben – und das ist dem Zuschauer leider allzu schnell bewusst.
 
 
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„That is the craziest shit I’ve ever seen.“

 
 
Aus der eigentlich spannenden; wenngleich auch bereits häufig behandelten Frage, wie weit man sich für seinen Content in Gefahr bringen soll, ist „Superhost“ nur leider nicht interessiert. Und auch psychologische Nuancen, ein spannendes Katz-und-Maus-Spiel oder auch nur etwas subtilerer Grusel sehen anders aus. Nein, hier geht es mit ausgelutschten, lauten Geigen und dröhnenden Trompeten von einer Erschreckszene zur nächsten, nur dass die Bedrohung halt von Anfang an offensichtlich ist und hier weder mit Zurückhaltung und cleverem Foreshadowing, noch nennenswerten Effekten oder drastischen Horroreinlagen gespielt wird.
 
 

„It’s all a prank bro!“

 
 
Überraschend oder blutig wird es allenfalls im dritten Akt, hält man bis dahin durch, wird man dafür mit einer wunderbar aufdrehenden Gracie Gillam belohnt, die sich herrlich über klickgeile Youtuber, zynische Prankster und die Protagonisten lustig macht, danach noch blutbesudelt durch den Wald hetzt. Die erste wirklich hübsche Aufnahme des Films gibt’s nach etwas über einer Stunde Laufzeit auch noch zu bewundern, unerwartet rabiat und konsequent helfen Ende und Finale des Films „Superhost“ dann noch auf gut guckbaren, kurzweiligen Durchschnitt mit wenig Logik oder Originalität, dafür aber auch wenig Langeweile.
 
 

„Look at her. She’s harmless!“

 
 
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SUPERHOST – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Über weite Teile vorhersehbarer und prinzipiell uninteressanter Standard-Horror, der durch eine grandios aufspielende Gracie Gillam als psychopathische Vermieterin und einige fiese Spitzen deutlich an Unterhaltungswert gewinnt.
 
 
 


 
 
 

SUPERHOST – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung von „Superhost – Kein Gastgeber ist wie der andere“ ist ungeschnitten und frei ab 16 Jahren.
 
 
 


 
 
 

SUPERHOST – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Spirit Media (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Superhost; USA 2021

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 2.0

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 83 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase

Extras: Trailer, Bildergalerie

Release-Termin: KeepCase: 30.09.2022

 

Superhost – Kein Gastgeber ist wie der andere [Blu-ray im KeepCase] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 


 
 
 

SUPERHOST – Trailer

 
 


 
 
 

Alexander Brunkhorst

(Rechte für Grafiken liegen bei Spirit Media)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Invitation – Bis dass der Tod uns scheidet (2022)
 
Gæsterne (2022)
 
Barbarian (2022)
 
Motel (2007)
 

Filmkritik: „Dark Glasses – Blinde Angst“ (2022)

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DARK GLASSES – BLINDE ANGST

(OCCHIALI NERI | DARK GLASSES)

Story

 
 
 
In Rom hat es ein Serienkiller auf Prostituierte abgesehen und die Sexarbeiterin Diana soll bald Bekanntschaft mit ihm machen.
 
 
 


 
 
 

DARK GLASSES – Kritik

 
 
Wenn ein Altmeister wie Dario Argento im Alter von über 80 Jahren noch mal einen neuen Film auf den Markt schmeißt, dürfte die Spannung groß sein. Erst recht, wenn sein letztes Werk (in diesem Falle „Dracula 3D“) ca. zehn Jahre zurückliegt und sowohl bei Fans, wie auch bei Kritikern nicht gerade gut ankam. Über Argento selbst muss man wohl nicht mehr viel schreiben. Er war ein prägender Schöpfer des Subgenre Giallo und gilt allgemein als sehr wegweisend, was das moderne Horrorkino betrifft. Seine großen Taten vollbrachte Argento aber eben in den 70er und 80er Jahren. Nicht, dass er danach nicht auch noch ein paar gute Filme drehte, nur an das, was den Kult um ihn erst hervorbrachte, konnte Argento kaum noch anknüpfen. Das macht die Spannung auf „Dark Glasses“ eigentlich nur noch größer, weil man hier überhaupt nicht wissen kann, was für eine Qualität einen erwartet. Und die bisherigen Kritiken unterstützen dies sogar noch. Während das Werk teilweise sehr wohlwollend aufgenommen wurde, wird es von anderen als langweilig und uninspiriert bezeichnet. Und leider liegt die Wahrheit irgendwo in der Mitte.
 
 
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Diana verdient sich ihr Geld als Edelprostituierte in Rom. In der Stadt hat es aber gerade ein psychopathischer Serienkiller auf eben solche abgesehen. Er ermordet sie brutal mit einer Cello-Saite. Auch Diana soll ein Opfer von ihm werden, doch sie kann entkommen und es kommt zu einem Autounfall. Dabei wird die hübsche Frau blind und muss sich fortan mit dieser Behinderung durch ihr Leben schlagen. Unterstützung erhält sie von einem kleinen, chinesischen Jungen, der zufälligerweise im anderen Auto saß. Sein Vater ist bei dem Unfall gestorben und seine Mutter liegt im Koma. Deshalb kümmert sich Diana um den Jungen und er hilft ihr. Und Hilfe ist dringend erforderlich, denn der Killer will sein Werk noch vollenden. Die Story ist nicht gerade das Glanzstück von „Dark Glasses“, aber man muss so fair sein und sagen, dass im Giallo sowieso selten eine große Geschichte im Vordergrund stand. Und die Werke von Argento zeichnen sich auch eher über seine tolle Inszenierung aus, als über eine ausufernde, bestens konstruierte Handlung. Trotzdem macht es sich das Drehbuch hier teilweise zu einfach. Dass man die Identität des Killers nicht groß erraten muss, ist eigentlich okay, dass sie aber so lustlos verraten wird, stört schon eher. Außerdem besitzt „Dark Glasses“ einfach keinerlei neue Einfälle und ist teilweise schon arg unlogisch.
 
 
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Das bringt uns auch gleich zu der Figurenzeichnung, die dem Werk am ehesten ein Bein stellt. Mit der Hauptfigur Diana kann man nämlich schon mal herzlich wenig anfangen. Sie ist weder un- noch sympathisch, sondern einfach nur belanglos, ohne Facetten und ohne echtes Profil. Leider wirkt auch der chinesische Junge nicht gerade besser gezeichnet. Dabei geht hier viel Potenzial verloren, denn die großen Unterschiede der Kulturen der beiden Protagonisten werden nahezu gar nicht benutzt. Ein solch unterschiedliches Paar hätte man doch viel reizvoller verwenden können. Eine Chemie entsteht zwischen den Beiden leider ebenso kaum. Da erscheint es fast passend, dass Ilenia Pastorelli und Xinyu Zhang in diesen Rollen nicht komplett überzeugen können. Ihr Schauspiel ist manchmal etwas hölzern, wobei Pastorelli immerhin mit optischen Reizen dienen kann und Zhang etwas kindliche Naivität ausstrahlt. Das alleine reicht nur eben nicht, um mit den Charakteren mitfiebern zu können. Wie es sich für einen Argento gehört, spielt auch seine Tochter Asia mit, bekleidet jedoch nur eine kleine Nebenrolle, in der sie nicht weiter auffällt.
 
 
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Die restlichen Charaktere erscheinen dann völlig unwichtig und willkürlich. So wirkt es fast wie ein beabsichtigtes Klischee, wenn man Ermittler mit ins Spiel bringt, die jedoch überhaupt nichts erreichen und irgendwann gar nicht mehr vorkommen. Auch sonst verhalten sich manche Figuren hier ganz schön doof und das raubt dem Werk Atmosphäre. Eigentlich möchte „Dark Glasses“ nämlich vollkommen ernst und düster erscheinen. Argento hat sich von seinen etwas trashigeren Ausflügen entfernt und macht nun das, was er früher besonders gut konnte. Eigentlich ist das handwerklich auch alles noch ziemlich brauchbar ausgefallen, nur fehlen eben die besonderen Bilder. Der Anfang mit seiner Sonnenfinsternis ist da noch der cleverste und passendste Einfall, der auch für gelungene Bilder sorgt. Das letzte Drittel in der Natur kann ebenfalls noch ein paar kleine Höhepunkte setzen, doch ansonsten ist die Inszenierung vor allem eines: Durchschnittlich und austauschbar. Und das lässt sich eben leider auch von der Atmosphäre behaupten, die zu wenig Bedrohung versprüht. Selbstverständlich sind alle Markenzeichen eines Giallo vorhanden, nur ausgerechnet die Stimmung fehlt größtenteils.
 
 
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Dass man sich von „Dark Glasses“ trotzdem einigermaßen gut unterhalten lassen kann, liegt an seinem Abwechslungsreichtum. Das Geschehen strotzt zwar nicht gerade vor Tempo, tritt allerdings auch nie auf der Stelle und bietet zumindest einige Kulissenwechsel. Spannend ist das kaum und auf eine clevere Auflösung sollte niemand hoffen, aber die Laufzeit ist mit knapp 90 Minuten angemessen gehalten und ein paar starke Momente hat der Film ja schon zu bieten. Größere Gewalteskapaden gehören allerdings eher weniger dazu. Es gibt eine handvoll recht derber Szenen, die auch ganz gut ausgefahren werden, aber man kann nicht behaupten, dass diese im Vordergrund stehen würden. Selbstzweckhaft sind sie dennoch, dafür sehen die Effekte jedoch gut aus. Was „Dark Glasses“ im Endeffekt tatsächlich noch etwas aufwertet, ist sein starker Score von Arnaud Rebotini. Diesem gelingt es nämlich wunderbar auf der einen Seite altmodisch nach Goblin zu klingen und andererseits eigene Akzente zu setzen.
 
 


 
 
 

DARK GLASSES – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
„Dark Glasses“ ist leider nicht die erhoffte Großtat eines Altmeisters, aber ein Schritt zurück zu den eigenen Wurzeln ist schon geglückt und das Werk besitzt durchaus gute Momente. Im Endeffekt sind es nur leider zu wenige. Die Handlung kann schon mal kaum reizen, wurde schlecht konstruiert und dient mit unlogischen Aktionen von unwichtigen Charakteren. Auch die Figurenzeichnung lässt viel Potenzial liegen und leider kann der Film nicht mal aus schauspielerischer Sicht komplett punkten. An der Inszenierung hingegen kann man manchmal schon erkennen, dass Argento seine Arbeit noch versteht. Es gibt zwar kaum Szenen, die zum Staunen anregen, aber manche Ideen sind gut und die handwerkliche Arbeit ist in Ordnung. Außerdem ist der Film selten so richtig langweilig. Atmosphäre ist allerdings zu wenig vorhanden und etwas blutiger hätte das gerne auch noch ausfallen dürfen, weil die Gewalt hier sowieso zum reinen Selbstzweck verkommt. Es bleibt ein Film, der im Endeffekt eigentlich eine leicht unterdurchschnittliche Wertung verdient hätte, es mit kleinem Argento-Bonus und durch den tollen Score aber noch gerade so auf fünf Punkte schafft!
 
 
 


 
 
 

DARK GLASSES – Zensur

 
 
 
„Dark Glasses – Blinde Angst“ hat in Deutschland eine Freigabe ab 18 Jahren erhalten und ist ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

DARK GLASSES – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Pierrot Le Fou (Blu-ray + DVD im Mediabook – Cover A)

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(c) Pierrot Le Fou (Blu-ray + DVD im Mediabook – Cover B)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Occhiali neri; Italien 2022

Genre: Horror, Mystery, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Italienisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.39:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 90 Min.

FSK: keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Mediabook

Extras: Trailer, Videobotschaft von Regisseur Dario Argento, Behind the Scenes, Film auf DVD, Poster, Booklet

Release-Termin: Mediabooks: 29.07.2022

 

Dark Glasses [Blu-ray + DVD im Mediabook – Cover A] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

Dark Glasses [Blu-ray + DVD im Mediabook – Cover B] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 


 
 
 

DARK GLASSES – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei Pierrot Le Fou)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Das Geheimnis der schwarzen Handschuhe (1970)
 
Vier Fliegen auf grauem Samt (1971)
 
Die Säge des Teufels (1973)
 

Filmkritik: „When I Consume You“ (2021)

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WHEN I CONSUME YOU

Story

 
 
 
Ein unter steter Gewalt und Verwahrlosung aufgewachsenes Geschwisterpaar hat es gerade geschafft sich eine halbwegs stabile Perspektive aufzubauen, als die Wunden der Vergangenheit unvermittelt wieder aufgerissen werden.
 
 
 


 
 
 

WHEN I CONSUME YOU – Kritik

 
 
 
Der letzte Film meiner Festivalauswahl stammt aus der Feder und Regie des amerikanischen Regisseurs Perry Blackshear, dessen eindringlichen, psychologischen Charakter-Dramathriller „They Look Like People“ ich indieaffinen Genrefans nur ans Herz legen kann. Sowohl die grobe Genrebezeichnung, als auch die bewusst kleine Skalierung hat sein neuestes Werk mit dem Film aus 2015 gemein, doch während „They Look Like People“ noch vom Kontrast der Charakter seiner Hauptprotagonisten lebte und zudem einige perfekt durchkomponierte, distanzierte Einstellungen präsentierte, geht es bei „When I consume you“ noch eine gute Spur düsterer, persönlicher, eindringlicher und nahgegehender zu.
 
 

„Are you okay?“

 
 
Zu einem lauten Knall springt eine Tür auf und Daphne spuckt Blut sowie einen Zahn ins Waschbecken. Die junge Frau hat ein mysteriöses Symbol auf ihr Handgelenk tättowiert und hört einen Piepton, dann sitzt eine nackte Person mit leuchtenden Augen unvermittelt direkt vor dem Zuschauer und meine Nackenhaare haben sich innerhalb weniger Minuten aufgestellt. Willkommen bei 90 Minuten Angstzuständen.
 
 

„Evil is still out there and I will find it.“

 
 
Daphne und Wilson sind Geschwister, die nur durch gegenseitige Unterstützung eine traumatisierende und gewalttätige Kindheit, danach ihre unausgeglichenen und überstürzten Zwanziger überlebt haben. Nach Jahren der Therapie und Vergangenheitsbewältigung scheinen beide noch täglich an ihren Wunden zu knabbern zu haben, doch da Daphne erfolgreich als Project Manager einer großen Firma arbeitet und Wilson einer geregelten Existenz als Hausmeister nachkommt, neben der er auch noch eine Abendschule besucht um irgendwann Lehrer zu werden und anderen Leuten zu helfen, wagen sie es nun erstmals über eine Adoption nachzudenken. „With your history, what would you do if you were me?“ lautet die niederschmetternde Antwort auf die Nachfrage, die handgefilmten Einstellungen der überzeugend gespielten Verzweiflung auf Seiten unserer Protagonisten sind stets nah dran und unmittelbar, wirken authentisch.
 
 

„I have plans for you.“

 
 
Ebenfalls realistisch wirkt die beklemmende Panikattacke die Wilson unerwartet plagt, als er in bester Stimmung mit seinen Freunden Karten spielt – erst als er mit Daphne zusammen die Nacht auf dem Balkon verbringt und den Sonnenaufgang beobachtet, scheint er sich wieder etwas zu sammeln. Doch selbst diese kleine Hoffnung auf Besserung oder eine geregelte Zukunft wird am schicksalhaften Tag seines Job-Interviews dann auch noch genommen, und von hier an startet, unterstützt von clever genutzten POV-Aufnahmen, der eigentliche Ritt in den Abgrund.
 
 

„All this pain is just part of a process!“

 
 
Während ich die Wiedergabe des „Was“ aus Spoiler- und Effektivitätsgründen bereits an dieser Stelle beenden möchte, so ist das „Wie“ doch noch einige Zeilen wert: Denn „When I Consume You“ lebt viel mehr von seiner Atmosphäre, Trostlosigkeit, Inszenierung und durch die Charaktere statt Drastik nahegehender Brutalität, denn von einer allzu originellen oder neuen Story. Die dreckige Großstadtkulisse ist auf dunkle Wohngebiete, unterbeleuchtete Parkplätze und versiffte Seitengassen beschränkt, im Hintergrund stets die Mischung aus dröhnenden Autobahnen, Schüssen, kläffenden Hunden und Polizeisirenen. Inmitten dieses Molochs finden sich zwei verzweifelte und vernarbte Seelen, die nur ihr gegenüber haben um mit sich, ihrer Situation und Vergangenheit klar zu kommen.
„Everything is the ocean and we’re just waves.“
 
 
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Dass die ab Zeitpunk x angedeutete Route bzw. Auflösung bis zum Ende durchgehalten wird ist im späteren Verlauf genau so konsequent wie vorhersehbar und dadurch weniger effektiv, auch stört das teils laienhafte Schauspiel eines einzelnen, overactenden Charakters den Fluss des Films und die Grundprämisse und Spannung von Blackshears vorherigen Slowburn fand ich deutlich spannender. Dennoch, von zwei eher unnötigen Jumpscares und einer nervigen Übererklärung am Ende abgesehen klappt der leichte Horror-Faktor im Hintergrund des Films dadurch so gut, dass die Ausgangssituation glaubhaft und beklemmend ins Wohnzimmer transportiert wird, was neben dem eindringlichen Sounddesign und der ernsten Thematik an sich in erster Linie an den Performances von Evan Dumouchel und Lilly Ewing liegt, denen man ihre gepeinigte Existenz, nur abgeschwächt durch wenige harmonische, menschliche und friedliche Momente, zu jedem Moment abkauft.
 
 
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Es ist nämlich ein äußerst realistischer, wahrhaftiger und darum auch so perfider, geradezu nihilistischer Horror, den Blackshear dem Zuschauer zumutet und je nach der eigenen Persönlichkeit oder Hemmschwelle des Zuschauers für eine solche Narrative, kann der Effekt so mancher prinzipiell gar nicht so bemerkenswerter Szene schnell verdoppelt werden, ohne dass es je in exploitative „misery porn“-Gefilde abdriften würde.

 
 


 
 
 

WHEN I CONSUME YOU – Fazit

 
 
7 Punkte Final
 
 
Düsterer, nihilistischer, dramatischer, realistischer psychologischer Horror über die angestauten Dämonen der Vergangenheit und ihre drastischen Konsequenzen.
 
 
 


 
 
 

WHEN I CONSUME YOU – Zensur

 
 
 
„When I Consume You“ ist keine Schlachtplatte. Der Film schlägt eher leise Töne an und ist mehr Drama als Horror. Der Film zehrt von einer hoffnungslosen Atmosphäre und belastenden Themen. Saftig-blutige Momente sind kaum vorhanden. Demnach kann man hier mit einer FSK 16 rechnen.
 
 
 


 
 
 

WHEN I CONSUME YOU – Trailer

 
 


 
 
 

Alexander Brunkhorst

(Rechte für Grafiken liegen bei Yellow Veil Pictures)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Hemorrhage (2012)
 
Where the Devil Dwells (2014)
 

Filmkritik: „Blood Runners – Vampire kennen kein Erbarmen“ (2017)

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BLOOD RUNNERS – VAMPIRE KENNEN KEIN ERBARMEN

(BLOODRUNNERS)

Story

 
 
 
Mitten in der Prohibition treibt ein Nachtclub-Besitzer sein Unwesen, aber es geht um mehr, als das Alkoholverbot. Die Gäste des Nachtclubs haben viel mehr Lust auf Blut.

 
 
 


 
 
 

BLOOD RUNNERS – Kritik

 
 
Wenn man das Vampir-Genre bedienen möchte, muss man sich heutzutage schon etwas halbwegs Originelles ausdenken, denn der klassische Stoff wurde dermaßen oft serviert, dass kein Hahn mehr danach kräht. „Blood Runners“ klingt auf dem Papier recht originell, weil er seine Prämisse in die 30er Jahre versetzt und es zusätzlich um die Prohibition geht. Was daraus gemacht wurde, grenzt allerdings schon an einer Frechheit, weil der Zuschauer gnadenlos gelangweilt wird.
 
 
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Bereits bei der Story fangen die zahlreichen Probleme an, denn eine echte Handlung lässt sich einfach nicht erkennen. Da geht es um den Nachtclub-Besitzer Chester, der durch die Zeiten der Prohibition natürlich nicht gerade gut dastehen kann. Zum Glück gibt es genügend korrupte Polizisten, aber eigentlich dürstet es Chester sowieso viel mehr nach Blut, denn er ist ein Vampir. Und so kommt es irgendwann zum finalen Gefecht, wovon der Zuschauer jedoch eher weniger mitbekommt. Das Drehbuch, an dem mehrere Schreiber beteiligt waren, gleicht einer Katastrophe, denn hier will so rein gar nichts funktionieren. So reizvoll die Idee auch sein mag, eine klassische Vampir-Geschichte mit Mafia-Elementen und der Prohibition der 30er Jahre zu verbinden, so wenig hat man daraus gemacht. Die verschiedenen Elemente ergeben zusammen einfach keinerlei Sinn und so wirkt hier alles, als hätte man ein paar Ideen in einen Topf geschmissen, in der Hoffnung, das Ergebnis würde schon irgendwie schmecken. In „Blood Runners“ wird allerdings dermaßen wenig Substanz geboten, dass man sich schon früh wünscht, den Fernseher einfach auszuschalten.
 
 
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Der Film stammt bereits aus dem Jahr 2017 und hat jetzt verspätet auch den Weg nach Deutschland gefunden. Warum? Das weiß wohl keiner. Mühe hat man auch in die deutsche Veröffentlichung nicht gesteckt, was man alleine an dieser unangenehmen Synchronisation hören kann. Dem Treiben zuzuhören, macht nun wirklich keinen Spaß. Es gibt schlechte Synchros, an die man sich gewöhnt und welche, die mit der Zeit immer mehr die Nerven strapazieren. Letzteres ist hier leider der Fall, doch dafür kann das Original-Produkt natürlich nichts. Der Rest zeugt allerdings auch nicht gerade von Qualität. Das sieht man vor allen Dingen an den schlechten Darstellern. Alleine Michael McFadden geht einem in der Hauptrolle schon früh gehörig auf die Nerven. Es gibt viele weitere Nebenrollen zu sehen, die fast allesamt schlecht ausfallen. Daran kann nun auch der Name Ice-T nichts ändern. Er hat immerhin mehr Screen-Time, als man hätte vermuten können und zeigt, dass er kein schlechter Schauspieler ist, agiert nebenbei aber auch gerechtfertigt gelangweilt und kann damit ebenfalls nichts reißen. Dazu gesellt sich eine Figurenzeichnung, die einfach nur plump, austauschbar, belanglos und nichtssagend ist. Wo da der versprochene Kultfaktor von „From Dusk Till Dawn“ aufblitzen soll, bleibt ein großes Rätsel.
 
 
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Wenn man an „Blood Runners“ überhaupt noch irgendetwas Positives finden möchte, dann ist das wohl die Optik. Die Macher waren nämlich immerhin bemüht, die alte Zeit der 30er Jahre authentisch auferstehen zu lassen. Nun weiß man, dass „bemüht“ in der Arbeitszeugnis-Sprache „gescheitert“ heißt, aber trotzdem ist die Optik manchmal noch ganz passabel. Gerade, weil ganz ersichtlich wenig Budget zur Verfügung stand, sehen Kostüme, Autos und Schauplätze noch halbwegs brauchbar aus. Der Rest hingegen versagt und wenn man bildlich den Ersten Weltkrieg nachstellen will, könnten die Bilder auch direkt von „The Asylum“ stammen. Künstlicher geht es nämlich kaum. Da hat sich der Regisseur Dan Lantz, der zuvor nicht gerade viel gemacht hat, nicht mit Ruhm bekleckert. Seine Inszenierung will viel, erreicht jedoch nichts.
 
 
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Die Atmosphäre versucht dermaßen zwanghaft einen alten Mafia-Film mit Vampiren zu verbinden, dass das Resultat nur scheitern kann. Hier wirkt alles verkrampft und nichts echt. Am schlimmsten ist jedoch, dass einfach viel zu selten etwas geschieht. Zwar sind viele Szenenwechsel vorhanden und das Geschehen spielt sich niemals lange am selben Ort ab, doch erzählt wird eigentlich nichts und was dort vor sich geht, ist an Belanglosigkeit kaum zu überbieten. So werden die 95 Minuten Laufzeit zur echten Geduldsprobe, denn es gibt weder Spannung, noch viel Action oder irgendeine Form von Humor. Nicht mal Gewalt bekommt der Zuschauer großartig zu betrachten. Abgesehen von etwas roter Farbe und ein bisschen nackter Haut, sieht man hier nichts. Außerdem sind die Effekte doch eher simpler Natur, so dass selbst ein abgeschnittener Finger nach einer lahmen Halloween-Party aussieht. Das Finale versucht dann zwar mit etwas mehr Action versöhnlich daherzukommen, doch da ist leider schon alles verloren. Der jazzige Soundtrack ist immerhin noch zweckdienlich, während der Score völlig austauschbar bleibt.
 
 


 
 
 

BLOOD RUNNERS – Fazit

 
 
 
2 Punkte Final
 
 
„Blood Runners“ lässt sich schon fast als Totalkatastrophe bezeichnen, denn er ist gnadenlos langweilig und besitzt dermaßen wenig Substanz, dass selbst der simpelste Vampirfilm im Gegensatz dazu schon wieder maßlos reizvoll erscheint. Was man aus der halbwegs originellen Grundidee storytechnisch gemacht hat, ist eine Schande, denn der Film hat einfach überhaupt nichts zu erzählen und verknüpft seine verschiedenen Zutaten erschreckend ziellos. Lediglich ein paar Bilder der alten Zeit, die noch halbwegs authentisch wirken und Ice-T erbringen dem Streifen am Ende zwei gnädige Punkte, doch der Rest taugt überhaupt nichts. Der Unterhaltungswert ist eine Katastrophe, die Inszenierung wirkt billig und die meisten Schauspieler taugen nichts. Dazu gibt es eine völlig misslungene Figurenzeichnung, kaum blutige Effekte und eine Atmosphäre, die niemals auch nur ansatzweise funktionieren will. So bleibt im Endeffekt nur ein gut gemeinter Rat übrig, der beinhaltet, einen weiten Bogen um „Blood Runners“ zu machen!
 
 


 
 
 

BLOOD RUNNERS – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung von „Blood Runners – Vampire kennen kein Erbarmen“ ist ungeschnitten und frei ab 16 Jahren. Wegen von der FSK höher eingestuftem Bonusmaterial (Trailer zu anderen Filmen) auf der Blu-ray / DVD ist auf der Veröffentlichung aber ein roter FSK-Sticker zu finden.
 
 
 


 
 
 

BLOOD RUNNERS – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) White Pearl Movies / daredo (Soulfood) (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Bloodrunners; USA 2017

Genre: Horror, Action, Krimis

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: keine

Bild: 1.85:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 95 Minuten

FSK: Film: FSK16 (ungeschnittene Fassung) | Blu-ray wegen Bonusmaterial: keine Jugendfreigabe

Verpackung: Blu-ray im Keepcase

Extras: Trailer

Release-Termin: KeepCase: 05.11.2021

 

Blood Runners – Vampire kennen kein Erbarmen [Blu-ray im KeepCase] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

BLOOD RUNNERS – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei White Pearl Movies / daredo (Soulfood))

 
 
 
Ähnche Filme:
 
30 Days of Night: Dark Days (2010)
 
From Dusk Till Dawn 2 – Texas Blood Money (1999)
 

Filmkritik: „Antidote – Serum des Grauens“ (2021)

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ANTIDOTE – SERUM DES GRAUENS

(ANTIDOTE)

Story

 
 
 
Als eine Frau nach einer Notoperation plötzlich gefesselt erwacht, muss sie feststellen, dass sie für grausame Experimente missbraucht werden soll.

 
 
 


 
 
 

ANTIDOTE – Kritik

 
 
Krankenhäuser und Horrorfilme passen perfekt zueinander, denn was sich im Krankenhaus so alles abspielt, ist für viele schon Horror genug. Es ist also nicht verwunderlich, dass manche Filme diesen Schauplatz für eine albtraumhafte Prämisse nutzen. Auch „Antidote – Serum des Grauens“ versucht sich daran und macht seine Sache gar nicht mal so schlecht, verpufft im Endeffekt aber leider aufgrund mangelnder Spannung irgendwo im Mittelmaß.
 
 
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Sharyn muss dringend am Blinddarm operiert werden. Nachdem dies geschehen ist, wacht sie plötzlich gefesselt in ihrem Krankenhausbett auf. Ein neuer Arzt namens Dr. Hellenbach stellt sich vor und erklärt, dass mit Sharyn alles okay sei. Seltsam ist nur, dass die Narbe der Operation bereits verheilt ist. Ist Sharyn also schon länger dort? Antworten will man ihr nicht geben und es dauert nicht lange, da lernt Sharyn andere Patienten kennen. Ein normales Krankenhaus scheint dieser Ort nicht zu sein. An den Menschen werden Experimente mit einem Serum angestellt, welches eine grandiose, heilende Wirkung haben soll. Nur müssen dafür eben auch Verwundungen her. Die Story ist prinzipiell nicht schlecht und die Grundprämisse zumindest halbwegs originell. Nur leider hat man daraus nicht besonders viel gemacht. Nach einer doch recht interessanten Einleitung, geht dem Stoff im mittleren Teil nämlich doch deutlich die Puste aus. Die Rückblicke mögen zwar der Geschichte dienen, bremsen das Treiben allerdings immer wieder aus. Am Ende gibt es dann natürlich noch die Auflösung mit einer ganz netten Pointe. Wer noch nicht viele Horrorfilme gesehen hat, kann sich vielleicht überrascht fühlen, doch insgesamt riecht man den Braten schon recht deutlich. Trotzdem hat man schon viel unlogischere Twists sehen dürfen.
 
 
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Der Rest ist durchaus nicht schlecht, aber leider niemals so richtig erwähnenswert. Das fängt schon bei der Inszenierung an. Peter Daskaloff führte Regie. Der Mann tummelt sich im Filmgeschäft schon einige Zeit herum, hat jedoch nie besonders viel gedreht. Ein großes Budget stand ihm für „Antidote – Serum des Grauens“ sicher nicht zur Verfügung, was man an mangelnden Schauwerten unschwer erkennen kann. Dass die Einrichtung so steril wirkt, ist an sich nicht verkehrt, doch mit der Zeit langweilen die unspektakulären Bilder dann doch etwas. Dabei ist die Inszenierung noch ganz sauber und dient mit ein paar hübsch surrealen Momenten. Eine eigene Handschrift ist hingegen kaum auszumachen. Die Atmosphäre stellt leider auch nichts Halbes und nichts Ganzes dar. Es gibt durchaus ein paar gute Szenen, die etwas Bedrohung ausstrahlen und den Namen Horror verdient haben. Im Gesamtpaket sind es nur eben zu wenige und mit einem Torture-Porn hat das Geschehen auch nicht gerade viel gemeinsam.
 
 
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Bei den Darstellern setzt sich die Uneinigkeit fort. Während die beiden Hauptdarsteller ihre Sache ganz solide machen, fällt der Rest doch deutlich ab. Immerhin kann man sich auf Ashlynn Yennie und Louis Mandylor verlassen. Gerade letzterer strahlt doch ein gewisses Charisma aus und verleiht seiner Figur so einen schön fiesen, nicht völlig durchschaubaren Charme. Zum Glück ist die deutsche Synchronisation auch ganz in Ordnung. Die Figurenzeichnung ist hingegen ganz schön langweilig. Dass Sharyn irgendein Geheimnis haben muss, wird schnell klar, aber der Zuschauer interessiert sich für dieses blöderweise gar nicht mal so sehr. Die anderen Charaktere sind sowieso nur Randfiguren, die niemals eine größere Wichtigkeit erhalten. Lediglich Dr. Hellenbach wirkt etwas interessanter. Bei seiner Figur funktioniert die Geheimnistuerei ganz solide.
 
 
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Der Unterhaltungswert bestätigt am Ende den durchschnittlichen Eindruck, denn er ist weder schlecht, noch jemals richtig gut. Wie bereits erwähnt, ist der Anfang ganz gut gelungen, doch danach wird es schon recht bald ziemlich lahm. Es gibt nicht genügend Einfälle, um das Interesse des Zuschauers oben zu halten. Zum Finale hin möchte man dann doch ganz gerne wissen, ob man mit seiner Vermutung richtig liegt und die Auflösung wird dann passabel serviert, überrascht nur eben kaum. Action ist Mangelware und viel Spannung kommt nicht auf. Die Dialoge sind eher schwach und simpel gehalten. Außerdem sollte man nicht erwarten, dass man die versprochene Schlachtplatte serviert bekommt. „Antidote – Serum des Grauens“ ist nicht harmlos und hat sich seine Freigabe ab 18 Jahren so gerade eben noch verdient, doch es gibt nicht viele blutige Szenen. Die vorhandenen sehen immerhin gut aus und wurden von Hand gemacht. Nur am Ende gibt es dann doch leider noch etwas billigen CGI-Mist zu sehen. Der Score ist okay, bleibt jedoch niemals im Ohr hängen.
 
 


 
 
 

ANTIDOTE – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
„Antidote – Serum des Grauens“ ist kein schlechter, für den Horror-Allesschauer ein geeigneter, aber insgesamt doch verzichtbarer Film, weil er keine Qualitäten besitzt, die man nun unbedingt gesehen haben müsste. Die Story ist nicht schlecht geschrieben, besitzt eine gute Grundidee, nur der Twist ist doch relativ vorhersehbar. Insgesamt mangelt es an Spannung und an Highlights, die Schauplätze langweilen und für die Charaktere interessiert man sich leider auch kaum. Dafür ist die handwerkliche Arbeit passabel, der Aufbau funktioniert und die beiden Hauptdarsteller agieren brauchbar. Auch die kleinen Gewalteinlagen sind solide gemacht. Im Endeffekt kann man sich das gut anschauen und muss sich nicht zu sehr langweilen, für eine Kurzgeschichte hätte das Drehbuch aber dennoch mehr getaugt!
 
 


 
 
 

ANTIDOTE – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung von „Antidote – Serum des Grauens“ ist ungeschnitten und frei ab 18 Jahren.
 
 
 


 
 
 

ANTIDOTE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) White Pearl Movies / daredo (Soulfood) (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Antidote; USA 2021

Genre: Thriller, Horror

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: keine

Bild: 2.35:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 87 Minuten

FSK: keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Blu-ray im Keepcase

Extras: Trailer

Release-Termin: KeepCase: 19.11.2021

 

Antidote – Serum des Grauens [Blu-ray im KeepCase] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

ANTIDOTE – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei White Pearl Movies / daredo (Soulfood))

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Clinic (2010)
 
Autopsy (2008)
 
Autopsy 2 (2009)
 

Filmkritik: „The Dinner Party – Für eine Einladung würden Sie sterben!“ (2020)

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THE DINNER PARTY – FÜR EINE EINLADUNG WÜRDE SIE STERBEN

(THE DINNER PARTY)

Story

 
 
 
Für ein Paar wird die Einladung zu einem Dinner zum echten Albtraum, weil die Gastgeber scheinbar eine ganz andere Vorstellung von einem gelungenen Dinner haben.

 
 
 


 
 
 

THE DINNER PARTY – Kritik

 
 
Das Kammerspiel bleibt nach wie vor eine beliebte Variante, um ein gewisses Szenario umzusetzen. Dabei braucht es gar nicht mal so viel, aber vor allen Dingen gute Darsteller und Geschick in der Inszenierung. „The Dinner Party“ versucht sich gewissermaßen ebenfalls an einem Kammerspiel, weil er lange Zeit nur in einem Raum spielt. Wirklich gelungen ist das Resultat nicht, weil der Film viel zu geschwätzig ist und am Ende kaum etwas zu bieten hat.
 
 
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Jeffrey und seine Frau Haley sind zu einem Dinner eingeladen. Gastgeber ist der reiche Chirurg Carmine, der zu einer ausgelassenen Runde einlädt. So sind auch noch andere Gäste vorhanden. Jeffrey verspricht sich davon einen Investor für sein nächstes Theaterstück zu gewinnen. Doch was das Paar nicht ahnen kann, ist, dass hier ein ganz anderes Spiel stattfindet. Nach endlosem Geschwafel stellt sich dann nämlich heraus, dass sowohl Gastgeber, wie auch die anderen Gäste gänzlich anderes vorhaben mit Jeffrey und Haley. Das Dinner diente da nur als Vorwand. Das Drehbuch ist sehr schwer zu bewerten, weil es auf der einen Seite schon manches richtig macht und auf der anderen Seite dennoch ziemlich versagt. Das größte Problem von „The Dinner Party“ ist, dass er zu langsam auf den Punkt kommt, obwohl doch von vornherein klar ist, was hier ungefähr gespielt wird. Deshalb war es unnötig, den Zuschauer so lange hinzuhalten. Es gibt zwar hier und da ein paar Wendungen und auch das Ende dient mit einer Art Twist, doch es gelingt der Handlung leider selten so richtig, den Zuschauer dafür empfänglich zu machen. Dafür gibt es nämlich viel zu viel belangloses Material.
 
 
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Weshalb „The Dinner Party“ fast zwei Stunden Laufzeit besitzen muss, ist und bleibt ein großes Rätsel, denn es mangelt dem Treiben vor allen Dingen an Tempo. In der ersten Hälfte bekommt man das bereits erwähnte Kammerspiel geboten. Ungefähr eine halbe Stunde Laufzeit geht für das titelgebende Dinner drauf. Da wird viel gequatscht und selbst wenn die Dialoge gar nicht so schlecht sind, bleibt das meiste Material doch pures, unwichtiges Geschwafel. Die deutsche Synchronisation, die zwar okay ist, macht es auch nicht gerade angenehmer dem Ganzen zu lauschen, weil sie eben doch relativ künstlich klingt. Deutlich schwerwiegender ist jedoch die Tatsache, dass man zu den Figuren keinerlei Draht erhält. Es gibt keine Einleitung und man startet sofort mit Jeffrey und Haley, die am Anwesen des Gastgebers ankommen. Einen Hintergrund erhält somit niemand. Die verschiedenen Gäste sollen alle reichlich skurril und ominös wirken, doch das wirkt dermaßen gewollt, dass auch hier reine Künstlichkeit herrscht. Diese Charaktere wirken niemals auch nur ansatzweise authentisch und sind dann auch längst nicht so merkwürdig, wie die Macher dies wohl bezwecken wollten. Daraus resultiert vor allen Dingen ein ganz negatives Merkmal: Man interessiert sich für die Protagonisten oder auch Antagonisten überhaupt nicht.
 
 
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Da bringen dann auch die ganz passablen Darsteller nur wenig. Mike Mayhall nimmt man seine Rolle von Anfang an nicht ab und Alli Hart muss ab einer gewissen Zeit sowieso nur noch das weinerliche Opfer spielen. Mit Bill Sage konnte man sogar einen etwas größeren Namen gewinnen, der nicht gerade wenig Screen-Time besitzt. Er gibt sich routiniert, wirkt jedoch gleichzeitig etwas gelangweilt. Miles Doleac, der außerdem Regie führte, ist ebenfalls ganz in Ordnung in seiner Darbietung. Das trifft auf nahezu alle Darsteller zu, nur ist die Figurenzeichnung eben viel zu konstruiert, um mit Leistungen auftrumpfen zu können. Und wenn dies hätte gelingen sollen, hätte das Ergebnis doch deutlich eindrucksvoller sein müssen.
 
 
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Die Inszenierung ist dabei noch ganz okay, wobei es komplett an Schauwerten mangelt. Das schicke Anwesen ist in Ordnung, aber ein Großteil der Laufzeit spielt sich in einem nicht gerade pompös aussehenden Raum ab, der am ehesten vom Kerzenlicht leben soll. In der Tat erscheint diese Optik relativ edel, aber es mangelt der Inszenierung dann doch an Dynamik. Die Dialoge stehen oft im Vordergrund und temporeicher wird das Geschehen erst in der zweiten Hälfte, doch gerade am Anfang hätte die Kamera gerne etwas dynamischer arbeiten dürfen. Wenn sich dann hinterher die Ereignisse überschlagen, ist zumindest etwas los und dann gibt es auch eine angebrachte Portion Gewalt zu sehen, die jedoch niemals übermäßig blutig ausgefallen ist. Spannung kommt schon alleine deshalb keine auf, weil die Charaktere dafür zu wenig interessant sind, aber immerhin wird in der zweiten Hälfte mit Tempo gedient. Hätte man das Ganze zuvor schon etwas gestrafft, wäre die Wertung vielleicht auch positiver ausgefallen. So bekommt man aber leider nur einen reichlich langatmigen Film geboten, der keinen echten Horror darstellt, jedoch auch von allen anderen Genre-Zutaten zu wenig besitzt. Der Score klingt ganz brauchbar, ist aber ebenfalls nichts Besonderes.
 
 


 
 
 

THE DINNER PARTY – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
Was „The Dinner Party“ bezwecken wollte, ist nicht schwer zu erkennen, aber warum er das in einer solch faden Machart versucht, ist dann doch recht fragwürdig. Nichts an diesem Streifen ist hochwertig genug, um dem Zuschauer ein packendes Kammerspiel zu servieren. So sind die Dialoge an sich zwar nicht schlecht geschrieben, aber es langweilt auf Dauer doch eben zu sehr, sich knapp eine Stunde hinhalten zu lassen. Besonders, wenn man als Zuschauer sowieso längst weiß, was hier ungefähr gespielt wird. Das Drehbuch ist deshalb als misslungen zu betrachten, selbst wenn einzelne Zutaten okay sind. Die Darsteller spielen annehmbar, können aber nichts gegen die gnadenlos konstruierte Figurenzeichnung machen. Die Inszenierung ist passabel, weiß jedoch leider nicht wirklich, wie sie dieses lahme Szenario optisch aufregend gestalten könnte und Atmosphäre kommt viel zu selten auf. Im Endeffekt lässt sich „The Dinner Party“ anschauen, denn er ist nie ärgerlich schlecht, aber er besitzt deutlich zu viel Laufzeit und viel zu wenige Highlights. Wer also mal wieder Schlafprobleme besitzt und nebenbei trotzdem einen Film schauen möchte, ist hier an der richtigen Adresse. Man muss sich wenigstens nicht ärgern, wenn man dabei einschläft!
 
 


 
 
 

THE DINNER PARTY – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung von „The Dinner Party – Für eine Einladung würden Sie sterben!“ ist ungeschnitten und frei ab 18 Jahren.
 
 
 


 
 
 

THE DINNER PARTY – Deutsche Blu-ray

 
 
 
dinner-party-2020-bluray

(c) White Pearl Movies / daredo (Soulfood) (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Dinner Party; USA 2020

Genre: Thriller, Horror

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: keine

Bild: 2.39:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 115 Minuten

FSK: keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Blu-ray im Keepcase

Extras: Trailer

Release-Termin: KeepCase: 03.12.2021

 

Dinner Party – Für eine Einladung würden Sie sterben! [Blu-ray im KeepCase] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

THE DINNER PARTY – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei White Pearl Movies / daredo (Soulfood))

 
 
 
Ähnche Filme:
 
You’re Next (2011)
 
Ravenous – Friss oder stirb (1999)
 

Filmkritik: „Masquerade – Try to survive the Night“ (2021)

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MASQUERADE – TRY TO SURVIVE THE NIGHT

(MASQUERADE)

Story

 
 
 
Für ein kleines Mädchen wird ein Abend zum Albtraum, weil zwei Diebe bei ihr und ihrer Babysitterin einbrechen. Werden die Eltern rechtzeitig zurück sein?

 
 
 


 
 
 

MASQUERADE – Kritik

 
 
Selbst der Home-Invasion-Thriller ist mittlerweile ziemlich totgenudelt, weil es in den letzten Jahren einfach zahlreiche solcher Prämissen gab. Die Grundzutaten sind dabei stets simpel und deshalb muss die Inszenierung schon sitzen, wenn der Zuschauer spannend unterhalten werden soll. „Masquerade“ stellt nun den gefühlt hunderttausendsten Film dieser Gattung dar und wirkt von Anfang an wenig originell. Doch das muss nicht heißen, dass das Werk nichts taugt. Ob sich eine Sichtung lohnt, erfahrt ihr nun Stück für Stück.
 
 
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Die elfjährige Casey ist alleine mit ihrer Babysitterin, denn ihre wohlhabenden Eltern befinden sich auf einer Wohltätigkeitsveranstaltung. Dummerweise brechen genau an diesem Abend zwei Gauner ein, die es auf wertvolle Gemälde der Familie abgesehen haben. Schnell ist Casey auf sich alleine gestellt und muss sich gegen die beiden Einbrecher verteidigen, aber zum Glück sind ihre Eltern schon auf dem Weg nach Hause. Eine nette Barkeeperin hat nämlich angeboten, sie nach Hause zu fahren, aber steckt hinter diesem Angebot vielleicht mehr dahinter? Etwas schade ist, dass das Drehbuch gar nicht erst versucht, den Zuschauer auf eine falsche Fährte zu locken. Von vornherein ist klar, was hier gespielt wird und deshalb bleiben Überraschungen auch komplett aus. Dabei hätte man die Sache mit Rose ruhig etwas undurchsichtiger gestalten können. Es wird zwar am Ende versucht noch eine Pointe zu servieren, aber diese ist dermaßen konstruiert und unwichtig für das vorherige Geschehen, dass sie eigentlich keine echte Rolle für die Wertung der Geschichte spielt. Ansonsten gibt die simple Home-Invasion-Prämisse natürlich sowieso eher weniger her. Die Geschichte ist in solchen Filmen meistens sehr simpel und das darf auch so sein, nur muss dann eben der Rest funktionieren und das tut er bei „Masquerade“ nur bedingt.
 
 
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Man kann dem Werk nicht wirklich vorwerfen, total billig zu wirken, wobei früh ersichtlich wird, dass nicht viel Budget zur Verfügung stand. Dieses braucht man für einen effektiven Film dieser Art aber eigentlich auch nicht, denn der Schauplatz sollte sowieso begrenzt sein. Genau hier will „Masquerade“ dann etwas zu viel, weil er einen ausufernden Nebenstrang präsentiert, der sich mit Rose und den Eltern beschäftigt. Ständig wechselt das Geschehen zwischen diesen Ereignissen und dem Einbruch bei Casey. Somit kann jedoch leider keinerlei klaustrophobische Stimmung aufkommen und der Fokus auf einen Strang wäre hier durchaus effektiver gewesen. Ansonsten kann man der Inszenierung allerdings nicht besonders viel vorwerfen. Regisseur Shane Dax Taylor, der bisher nicht sonderlich viel gedreht hat, versteht sein Handwerk einigermaßen und rein optisch geht der Film ebenfalls in Ordnung. Die überwiegend dunklen Bilder sind niemals zu dunkel, so dass man genügend erkennen kann, die Schnitte wirken sauber und allgemein ist die handwerkliche Arbeit für diese Preisklasse okay. Es mangelt zwar an echten Schauwerten, doch damit kann man leben.
 
 
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Deutlich schwerer wiegt da schon die Tatsache, dass es „Masquerade“ leider niemals so richtig gelingt, eine Spannung aufzubauen. Obwohl man keine Gefangenen macht und es früh eine Leiche gibt, sucht man nach der echten Bedrohung vergebens. Mit seinen gerade mal 80 Minuten Laufzeit ist der Film ganz schön kurz geraten und trotzdem lässt er sich kaum als kurzweilig bezeichnen. Bereits nach der ersten Hälfte führt man die zwei Handlungsstränge zusammen, aber die Splittung zuvor wirkt zu willkürlich und will keinen echten Sinn ergeben. Action ist Mangelware und einen Überlebenskampf im eigenen Haus durfte man schon deutlich aufregender beobachten. Mit viel Gewalt sollte man da nun auch nicht rechnen. Nicht, dass das Werk diese gebraucht hätte, aber so hätte das Szenario noch etwas roher wirken können. Allgemein ist die Atmosphäre nämlich eher seicht. „Masquerade“ ist sehr bemüht schön düster und böse zu wirken, aber es gelingt ihm einfach nicht so richtig. Nur der passable Score sorgt noch für etwas Stimmung.
 
 
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Wenigstens sind die Darsteller ganz okay. Mit Bella Thorne konnte man einen größeren Namen gewinnen und selbst wenn sie relativ gelangweilt agiert, ist ihr Schauspiel doch routiniert. Besonders die kleine Alyvia Alyn Lind überzeugt und ihr nimmt man die Emotionen sogar richtig ab. Bei ihr funktioniert auch die Figurenzeichnung einigermaßen, die insgesamt doch eher plump und sehr konstruiert wirkt. Es ist wirklich schade, dass es nicht packender ist, der kleinen Casey zuzuschauen, denn durch das Spiel von Lind wäre dies durchaus möglich gewesen, aber die restlichen Darsteller sind dann doch eher unwichtig, agieren nicht schlecht, aber auch niemals auffällig und ein Mitfiebern kommt kaum zustande.
 
 


 
 
 

MASQUERADE – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
Aus „Masquerade“ hätte mehr werden können, weil die Grundzutaten bewährt sind und an sich gar nicht so schlecht bedient werden. Die Story stellt sich allerdings selbst ein Bein, weil sie versucht das Geschehen komplexer zu gestalten, als es eigentlich ist und alleine mit dieser Erzählart wird das mit der Spannung nichts. Die handwerkliche Arbeit ist unspektakulär, aber sauber, die Darsteller sind okay, aber meistens belanglos. Nur die kleine Lind gibt sich mehr Mühe, als es der Film eigentlich verdient hätte. Trotz der kurzen Laufzeit ist diese filmische Angelegenheit ganz schön langatmig und Dinge wie Spannung oder Action kommen kaum auf. Die Atmosphäre versucht krampfhaft mächtig böse und düster zu sein, was ihr nur leider selten gelingt. Ein paar Momente sind ganz ordentlich und die Inszenierung erfüllt ihren Zweck, doch darüberhinaus hat „Masquerade“ leider relativ wenig zu bieten.
 
 


 
 
 

MASQUERADE – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung von „Masquerade – Try to survive the Night“ ist ungeschnitten und frei ab 16 Jahren.
 
 
 


 
 
 

MASQUERADE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Koch Films (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Masquerade; USA 2021

Genre: Thriller, Horror

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.00:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 80 Minuten

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Blu-ray im Keepcase

Extras: Trailer

Release-Termin: KeepCase: 09.12.2021

 

Masquerade [Blu-ray im KeepCase] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

MASQUERADE – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei Koch Films)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Mit der Nacht kommt der Tod (1998)
 
Kidnapped (2010)
 
Home Invasion (2016)
 

Filmkritik: „Demonic“ (2021)

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DEMONIC

Story

 
 
 
Per 3D-Simulation soll eine junge Frau den Kontakt mit ihrer im Koma liegenden Mutter aufnehmen. Dieses Experiment hat fatale Folgen.

 
 
 


 
 
 

DEMONIC – Kritik

 
 
Vor zehn Jahren hätte die Filmwelt wahrscheinlich noch begeistert aufgeschrien, wenn Neill Blomkamp einen neuen Film inszeniert. Mit seinem Debüt „District 9“ feierte der Südafrikaner 2009 nämlich einen großen Erfolg, der sowohl Filmfreunde, wie auch Kritiker begeistern konnte. Danach folgten zwei Filme, die an diese Qualitäten nicht anknüpfen konnten und auch der Posten als Regisseur für „Alien 5“ verpuffte im Nichts. Nun feiert Blomkamp mit „Demonic“ sein Comeback, doch bereits die ersten Kritiken ließen die Erwartungen sinken. Und leider kommt es so, wie man erwarten durfte: „Demonic“ will viel, bietet im Endeffekt aber so gut wie nichts und verkommt so zu einer lauen Luftnummer, die man echt nicht gesehen haben muss.
 
 
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Vor vielen Jahren hat Carly ihre Heimat verlassen, weil ihre Mutter des mehrfachen Mordes angeklagt wurde, worunter Carly sehr gelitten hat. Eines Tages meldet sich ein Pharma-Konzern bei Carly. Ihre Mutter liegt im Koma und die Wissenschaftler wollen unbedingt, dass Carly ihre neue Technologie ausprobiert. Mit Hilfe dieser kann sie per 3D-Simulation in die Gedanken ihrer Mutter schlüpfen und so Kontakt mit ihr aufnehmen. Carly ist von der Idee wenig begeistert, willigt jedoch ein, aber in dem Unterbewusstsein ihrer Mutter lauert Schreckliches. Neill Blomkamp kann Science-Fiction; das hat er besonders mit „District 9“ bewiesen und er schreibt an den Drehbüchern zumindest immer selbst mit. Im Falle von „Demonic“ stammt die Geschichte jedoch von ihm ganz alleine und storytechnisch versagt der Film leider nahezu vollkommen. Was auf dem Papier noch halbwegs interessant klingt, ist in der Umsetzung an Belanglosigkeit kaum zu überbieten. Man bekommt als Zuschauer nicht mal wirklich mit, weshalb sich die Geschehnisse ereignen, die man hier beobachtet. Auf eine clevere Pointe muss man ebenfalls verzichten und mit Dämonen hat das Ganze nun auch nicht gerade viel zu tun. Selbst als anspruchsloser Horrorfan wird man von dieser Story enttäuscht, obwohl verschiedene Einzel-Ideen ja an sich gar nicht mal schlecht wären.
 
 
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Nur leider kann Blomkamp diese einfach nicht zu einem stimmigen Gesamtbild formen. Das größte Problem wird wohl sein, dass der Science-Fiction-Experte nun gerne ins Horrorfach wandern wollte. Und Horror kann der Mann eben nicht, was man an „Demonic“ eindrucksvoll erkennen kann. Die Inszenierung wirkt insgesamt eher gelangweilt und die Horror-Szenen stammen dermaßen von der Stange, dass man auch gleich in billige C-Movie-Gefilde abdriften kann. Ein großes Budget stand Blomkamp nicht mehr zur Verfügung, doch es mangelt auch gar nicht mal so sehr am Geld. Eine schicke Optik ist nämlich dennoch gelungen und zu billig wirkt der Film optisch niemals. Dass die 3D-Simulationen nicht perfekt aussehen, ist sogar relativ authentisch. Hier hat man mit der Volumetric-Capture-Technik gearbeitet, welche echte Welten nachträglich virtuell darstellt. Das Ergebnis sieht durchaus interessant aus und bedient dann wieder die Science-Fiction-Elemente, die Blomkamp so gut beherrscht. Nur wie bereits erwähnt, funktioniert die Symbiose mit dem Horror so gar nicht, weil der Regisseur hier nur den billigsten Standard bedient.
 
 
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Man hätte über die ein oder andere Schwäche noch hinwegsehen können, doch das endgültige Aus beschert „Demonic“ die Figurenzeichnung. Gerade auch in diesem Punkt war Blomkamp zuvor viel besser. Was er hier jedoch geschrieben hat, lässt sich am treffendsten mit dem Adjektiv lieblos beschreiben. Von Anfang an erhält der Zuschauer überhaupt keinen Draht zu den Charakteren. Die Hintergrundgeschichte von Carlys Mutter wird fast gar nicht erwähnt und die Protagonistin selbst wird einem auch nicht näher gebracht. Alles daran ist künstlicher, als die Bilder der virtuellen Realität und so stellt sich ein Mitfiebern mit den Figuren bereits ab der ersten Filmminute ein. Die Darsteller haben da natürlich von vornherein einen ganz undankbaren Job. Carly Pope gibt sich alle Mühe und agiert durchaus brauchbar, kann aber eben auch nichts an der miesen Figurenzeichnung ändern. Alle anderen Schauspieler sind okay, doch niemand kann hier einen bleibenden Eindruck hinterlassen.
 
 
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Es sollte nun keine große Überraschung sein, dass der Unterhaltungswert nicht viel taugt. Den Anfang lässt man sich noch gerne gefallen und das Potenzial wirkt im ersten Drittel noch relativ vielversprechend, doch bereits hier kommt eigentlich gar keine Spannung auf. Im weiteren Verlauf verschlechtert sich dieser Zustand zusehends. Der mittlere Teil ist fad und will nicht so richtig auf den Punkt kommen, während das Finale dann versucht besonders aufregend auszufallen. Plötzlich gibt es irre Wendungen und viel mehr Action, aber profitieren kann „Demonic“ davon niemals, weil man als Zuschauer hier bereits lange das Interesse verloren hat. Es mangelt im Endeffekt einfach ganz erheblich an Atmosphäre. Der Film ist nämlich überhaupt nicht gruselig, nicht ansatzweise unheimlich oder beängstigend. Als Horror versagt das also auf ganzer Linie, aber selbst die Science-Fiction-Elemente wirken beliebig. Am Ende bleibt ein generischer Score und viel heiße Luft um nichts, wobei die Effekte noch ganz schick ausgefallen sind. Wirklich brutal wird es aber natürlich auch nicht.
 
 


 
 
 

DEMONIC – Fazit

 
 
 
3 Punkte Final
 
 
Selbst wenn Geschmäcker im Endeffekt natürlich sehr verschieden sind, fragt man sich bei „Demonic“ schon zurecht, was dieser Film eigentlich soll. Zur Unterhaltung dient er jedenfalls nicht. Die Grundprämisse hätte reizvoll sein können, ein paar Ideen sind solide und die optische Umsetzung ist nun auch nichts, was man alle Tage sieht. Außerdem agieren die Darsteller doch ganz passabel. Das bringt dem Streifen jedoch alles nichts, weil die Inszenierung völlig langweilig erscheint und die Atmosphäre nicht den Hauch von Horror besitzt. Die gesamte Geschichte könnte belangloser kaum sein, aber diese lieblose 08/15-Figurenzeichnung stellt „Demonic“ schlussendlich komplett das Bein. Von diesem Sturz kann sich der Film nicht erholen, selbst wenn das Finale viel Action bieten will. So ambitioniert die Idee von Blomkamp also vielleicht mal gewesen sein mag, so fad ist das Ergebnis und für eine Empfehlung reicht das leider nicht ansatzweise aus!
 
 


 
 
 

DEMONIC – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung von „Demonic“ ist ungeschnitten und frei ab 16 Jahren.
 
 
 


 
 
 

DEMONIC – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Koch Films (Blu-ray im KeepCase)

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(c) Koch Films (DVD + Blu-ray im Mediabook)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Demonic; Kanada 2021

Genre: Thriller, Horror

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch, Englisch

Bild: 2.00:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 104 Minuten

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Blu-ray im Keepcase | Mediabook

Extras: Trailer | zusätzlich im Mediabook: Film auf DVD, Booklet

Release-Termin: KeepCase: 31.12.2021 | Mediabook: 31.12.2021

 

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DEMONIC – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei Koch Films)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Cell (2000)
 
eXistenZ (1999)
 
Virtuosity (1995)