Filmkritik: „Open 24 Hours“ (2018)

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OPEN 24 HOURS

Story

 
 
 

Wenn sich psychologischer Horror ganz überraschend in einem Blutbad entlädt. Bei einer Nachtschicht in einer Tankstelle muss sich eine schwer traumatisierte Frau eigenen Ängste stellen.

 
 
 


 
 
 

OPEN 24 HOURS – Kritik

 
 
 
Tankstellen sind im Horror-Genre nicht selten Schauplatz des Schreckens. Sind sie in der Nähe, ist das Böse nicht weit. Offenbar ziehen abgelegene Zapfstellen die Bösewichte magisch an. Andererseits findet man darin gern auch schon mal Angestellte, die vor drohendem Unheil warnen. So gab es RHEA-M in dem Maschinen die Herrschaft übernommen hatten und sich Menschen in einer Tankstelle verschanzten. Aber auch in Schockern wie SPLINTER, HIGH TENSION oder dem TEXAS CHAINSAW MASSACRE spülten abgefuckte Benzinstationen ahnungslose Protagonisten direkt in die Hände des Bösen. Der Horrorfilm OPEN 24 HOURS macht sich auch die unheilvolle Atmosphäre von abgeschiedenen Zapfstellen zunutze und bannt Albträume auf Zelluloid. Dabei herausgekommen ist gelungenes Angstkino mit gut dosierten Schocks, die es in sich haben. Da schauen wir genauer hin.
 
 
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Alles auf null. Denkt sich auch Mary White (VANESSA GRASSE aus LEATHERFACE – THE SOURCE OF EVIL). Die wurde erst aus dem Gefängnis entlassen und ist nun auf Jobsuche. Ein Tankstellenbesitzer hat Erbarmen. Der sucht eine Kassierin, die auch mal nachts den Laden schmeißt. Für die attraktive Mittzwanzigerin ein Hoffnungsschimmer wieder den Fuß ins richtige Leben zu bekommen. Die nimmt an und hat auch gleich den ersten Arbeitstag. Der gestaltet sich aber komplizierter als gedacht, denn die Vergangenheit holt Mary wieder ein. Vor einigen Jahren hat sie nämlich ihren Boyfriend (COLE VIGUE aus THE UNSPOKEN) ins Handwerk gefuscht. Der war ein berüchtigter Frauenmörder und zwang unsere Heldin dazu die grausamen Taten mit anzusehen. Letztere hielt die Psychofolter nicht mehr aus, zündete das Haus an und der schlafende Ex erlitt schwere Verbrennungen. Offenbar fordert der nun Rache. So ziehen bald unheimliche Schatten um den neuen Arbeitsplatz. Alles nur Einbildung oder passiert das in real? So wirklich sicher ist sich die traumatisierte Mary da bald nicht mehr.
 
 
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OPEN 24 HOURS ist ein Mix aus Psychothriller, Stalker-Horror und Slasher, der vor allen handwerklich vieles richtig macht. Der Film ist zwar günstiger Indie-Horror, schaut aber hochwertig aus. Da scheint jemand mit Erfahrung am Werk gewesen zu sein. In der Tat zeichnet jemand verantwortlich, der sich im Genre gut auskennt und einen hervorragenden Riecher hat, wie er Horrorfilme möglichst unterhaltsam für sein Publikum aufbereiten muss. PADRAIG REYNOLDS nennt sich der Gute, der bereits so Horrorstoff wie RITES OF SPRING, DARK LIGHT oder THE DEVIL’S DOLLS auf Zelluloid gebannt hat. Das war solides Genre-Handwerk, das zumindest kurzweilig Gänsehaut bescheren konnte. OPEN 24 HOURS macht da keine Ausnahme, vermeidet Umwege und versucht den Zuschauer mit Verwirrungstaktik zu vernebeln. Das Ergebnis ist konventioneller Horror, der mit der Erwartungshaltung spielt, ohne zu sehr zu überfordern aber stets spannend bleibt.
 
 
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Regisseur PADRAIG REYNOLDS hat offenbar gelernt, wie man Spannung macht und welche Regeln beim Inszenieren von Horrorfilmen beachtet werden müssen. Zu den wichtigsten gehört eine zugängliche Heldin. In Schauspielerin VANESSA GRASSE hat er sie gefunden. Die verkörpert hier eine labile junge Frau, die den erlebten Albtraum immer und immer wieder durchleben muss. Erst sind es mysteriöse Telefonanrufe und gruselige Kunden, die am Nervenkostüm nagen und die Vergangenheit zurück ins Gedächtnis holen. Später kommen ungemütliche Halluzinationen und grausame Rückblenden dazu, die am eigenen Verstand zweifeln lassen. Filmemacher PADRAIG REYNOLDS will seine Protagonistin einfach nicht zu Ruhe kommen lassen und treibt sie immer weiter in den Wahnsinn. Das macht sich auch am Film selbst bemerkbar. Der verändert seinen Ton, je näher er der Zielgerade entgegenfiebert. Da wird aus psychologischem Grauen plötzlich bluttriefender Horror, der gut und gern auch mal den Vorschlaghammer schwingen lässt. Zartbesaitete Zuschauer zucken hier zurecht zusammen, denn der abrupte Richtungswechsel kommt ganz unvorbereitet. Daher von uns an dieser Stelle eine Warnung. Wer glaubt, dass OPEN 24 HOURS den anfänglichen Kopf-Horror bis zum Ende durchzieht, irrt gewaltig.
 
 
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OPEN 24 HOURS – Fazit

 
 
7 Punkte Final
 
 
Ein wendungsreicher und kompromissloser Horror-Schocker, der von seiner Heldin ziemlich viel abverlangt. Mit den Filmen aus der Werkstatt von PADRAIG REYNOLDS macht man nichts falsch. Das sind kleine Horrorfilme, die man sich an einem Sonntagabend anschauen kann, ohne zu sehr enttäuscht zu werden. Einer derer: OPEN 24 HOURS. Hierbei hält man Psycho-Horror in den Händen, der gekonnt versucht zu manipulieren. Kernthema des Films ist es herauszubekommen, was tatsächlich passiert oder nur dem Geist eines traumatisierten Mädchens entspringt. Sind die Ereignisse im Film Einbildung und Folgen eines schwerwiegenden Traumas? Oder ist hier wirklich ein Killer am Werk, der unserer Heldin eine Lektion erteilen will? Genau das gilt es herauszufinden. Wie des Pudels Kern ergründet wird, ist ohne Zweifel spannend. Da verzeiht man Regisseur PADRAIG REYNOLDS gern, dass der es im Finale mit Wendungen übertreibt und einige Logiklücken übersehen hat.
 
 
 


 
 
 

OPEN 24 HOURS – Zensur

 
 
 
In der zweiten Filmhälfte von OPEN 24 HOURS bekommt man einige Gewaltszenen vor die Linse. Es wird ein Kopf mit einem Vorschlaghammer zermatscht, Stichwunden sind zu sehen und blutige Kopfschüsse runden den Gewaltcocktail ab. Hierzulande passt das alles für eine Freigabe mit rotem FSK-Sticker. In Deutschland wird der Film über I-ON NEW MEDIA im Laufe des Jahres 2020 veröffentlicht.
 
 
 


 
 
 

OPEN 24 HOURS – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Abbildungen stammen von Spotlight Pictures | I-On New Media)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Ich weiß, was du letzten Sommer getan hast (1997)
 
Ich weiß noch immer, was du letzten Sommer getan hast (1998)
 
ATM – Tödliche Falle (2012)
 
The Night before Halloween (2013)
 

Filmkritik: „Becoming – Das Böse in ihm“ (2020)

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BECOMING – DAS BÖSE IN IHM

(BECOMING)

Story

 
 
 

Ein Liebespaar erlebt auf einem Roadtrip durch die Vereinigten Staaten die Hölle auf Erden.

 
 
 


 
 
 

BECOMING – Kritik

 
 
 
Bereits Connie Francis trällerte es in den 1960ern. Die Liebe ist ein seltsames Spiel, sie kommt und geht von einem zum andern. Eine schmerzliche Erfahrung, mit der sich bereits unzählige Liebende konfrontiert sehen mussten. Doch woran erkennt man eigentlich, dass Herzen nicht mehr im gleichen Takt schlagen? In den meisten Fällen sind Wesensveränderungen des Partners erste Anzeichen dafür, dass die Beziehung kränkelt. Der verhält sich plötzlich unvertraut und tut Dinge, die das Gegenüber verunsichert. Da werden verständlicherweise Ängste aktiviert, die sich zum blanken Horror entwickeln können. Stoff, der sich auch gut als Horrorfilm erzählen lässt – wie der Mysterystreifen BECOMING beweist. Hier werden Verlustängste zweckentfremdet, um 90 Minuten Gruselstimmung zu erzeugen. Das Resultat ist zwar nicht sonderlich herausragend, jedoch wie in diesem Gruselfilm aber Schauer heraufbeschworen wird, ist ganz interessant.
 
 
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Mein Partner, das unbekannte Wesen: BECOMING – DAS BÖSE IN IHM erzählt die Geschichte von Lisa und Alex. Die sind bereits seit drei Jahren verlobt und wollen nun Nägel mit Köpfen machen. Ein eigenes Heim soll es werden. Aber zuvor sollen sich Lisas Eltern ein Bild vom Schwiegersohn in Spe machen. Deshalb tritt man eine beschwerliche Reise an. Die Eltern wohnen leider nicht um die Ecke, sondern am anderen Ende Amerikas. Daher steigt man ins Auto und düst los. Unterwegs macht man Halt bei Alex‘ altem Kumpel Glen. Der verhält sich äußerst komisch und bereitet der sonst so toughen Lisa ganz schön Angst. Die ist auch berechtigt, denn das Grauen wird bald ein ständiger Begleiter der beiden Reisenden sein. Alex verändert sich nämlich von Tag zu Tag. Erst sind es Eigenarten. Später Gerüche. Als ihn seine Verlobte kaum noch wiedererkennt, offenbart sich ein düsteres Geheimnis.
 
 
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Der deutsche Titelzusatz verrät wieder zu viel. Der lässt darauf schließen, dass in Protagonist Alex boshafte Mächte schlummern. Ein Thema, für das sich Regisseur OMAR NAIM ziemlich viel Zeit nimmt. Nach einem schockintensiven Prolog werden die beiden Helden fokussiert. Die lernt der Zuschauer während eines Road-Trips gut kennen, was angesichts der späteren Handlung von großer Bedeutung sein wird. BECOMING geht alles langsam an und schwört Unheil mit Bedacht herauf. Dabei rückt schnell Detektivarbeit in den Vordergrund, die von Heldin Lisa aufgenommen wird. Die will freilich wissen, was es mit der Veränderung ihres Freundes auf sich hat und zieht bald Parallelen zu anderen Frauen, denen es ganz ähnlich ergangen ist. Gründliche Analysen, die nach und nach offenbaren, was da von Alex Besitz ergriffen hat. Leider ist die Antwort darauf alles andere – nur nicht erlösend.
 
 
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BECOMING ist ein Mystery-Horror mit langsamen Aufbau, der vor allem von der Tatsache lebt, wie sich das Vertraute plötzlich so unvertraut anfühlen kann. Warum verändert sich Protagonist Alex zu unvorhersehbar. Ist er psychisch krank? Hat er sein Herz bereits an eine andere Frau neu vergeben? Oder haben wir es hier mit Dämonen, Geistern oder anderem paranormalen Wesen zu tun, die es mal wieder nicht gut mit der Menschheit meinen? Regisseur OMAR NAIM lässt sich für Antworten lange Zeit. Ein immer wiederholender, bedrohlicher Score lässt aber schon früh erahnen, dass Unheil bevorsteht wird, mit dem nicht zu spaßen sein wird. Leider ist nicht alles Gold, was glänzt. Auch, wenn BECOMING – DAS BÖSE IN IHM thematisch gesehen recht unverbraucht erscheint, macht vieles nicht unbedingt Sinn. Zusammenhänge wirken willkürlich und nicht immer sind Handlungsverläufe nachvollziehbar. Zudem zieht sich der Film teilweise und hat kaum Höhepunkte zu bieten. Richtig spannend wird es nur zu Beginn und am Ende. Letzteres hagelt dafür unvorbereitet und heftig auf den Zuschauer ein. Die guten schauspielerischen Leistungen tragen einen großen Teil hierfür bei.
 
 


 
 
 

BECOMING – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Low-Budget-Horror mit hervorragenden Schauspielern und einer guten Filmidee, die im Zuge der ständig wiederholenden Horrorfilmstoffe ganz unverbraucht erscheint. Leider ist BECOMING – DAS BÖSE IN IHM recht zäh und dürfte die meisten Filmfans schnell langweilen. Der Grund: Drehbuchautor und Regisseur OMAR NAIM meint es zu gut mit der Figurenentwicklung und lässt sich zu viel Zeit mit der Vorstellung seiner beiden Helden. Spannungsdurststrecken sind die Folge. Erst in der letzten halben Stunde wird es für Horrorfilmfans interessant. Ob das aber die meisten Zuschauer überhaupt erreicht, dürfte wegen fehlender Höhepunkte fraglich sein.

 
 
 


 
 
 

BECOMING – Zensur

 
 
 
BECOMING – DAS BÖSE IN IHM hat wenige Gewaltmomente zu bieten. Gleich zu Beginn steckt sich eine Filmfigur eine Waffe in den Mund und drückt ab. Ein Kindsmord passiert im Off. Später wird ein Mann zusammengeschlagen. Weiterhin gibt es Verletzungen und Morde durch Schusswaffen und Messer zu sehen. Hierzulande ist der Film bereits für Sechsehnjährige geeignet. Wer hartes Gemetzel erwartet, wird enttäuscht werden. Brutal ist der Mysterythriller BECOMING leider nicht.
 
 
 


 
 
 

BECOMING – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Universum Film | Leonine (KeepCase – ungeschnittene Fassung)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Becoming; USA 2020

Genre: Horror, Mystery, Grusel, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: keine

Bild: 2.00:1 (1080p) | @24 Hz

Laufzeit: 99 Minuten

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase ohne Wechselcover

Extras: Trailer, Trailer-Show

Veröffentlichung: KeepCase: 10.04.2020

 
 

Becoming [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

BECOMING – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Die Rechte aller verwendeten Bilder und fürs Packshot liegen bei UNIVERSUM FILM | LEONINE)

 
 
 
Ähnliche Filme:
 
Wir (2019)
 
Devil Inside (2012)
 
Dämon – Trau keiner Seele (1998)
 
The Demon Hunter (2016)
 

Filmkritik: „The Dare“ (2019)

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THE DARE

Story

 
 
 

Vier eingesperrte Menschen müssen um ihr Leben bangen. Ein maskierter Psychopath hält sie gefangen und hat offenbar Spaß am Foltern seiner Opfer.

 
 
 


 
 
 

THE DARE – Kritik

 
 
 
Wenn man im Horror-Genre Aufmerksamkeit erhalten will, muss man sich was einfallen lassen. Da genügen schon lange nicht mehr nur laute Schockeffekte und überraschende Wendungen, um die Gunst des Publikums gewinnen zu können. Der Wind ist rauer geworden und wenn man kaum Einfälle besitzt, um eine frische Geschichte zu erzählen, garniert man sein Machwerk mit kontroverser Gewalt. Je perverser, desto besser. Zuletzt ist das dem chilenischen Horrorthriller TRAUMA gelungen. Genannter Schocker bot reichlich Stoff zum Anecken und war damit ganz erfolgreich. Eine Erfolgsformel, die nun auch GILDES ALDERSON nutzt, um Geld zu verdienen. Der vermischt Themen bei denen Zensurwächter nicht unbegründet Alarm schlagen: Folter, Quälerei und Kinder. Normalerweise sind wir davon keine Freunde. Dennoch macht THE DARE so einiges richtig beim Schockieren. Die Kritik verrät Euch mehr.
 
 
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Eigentlich ist Jay ein glücklicher Vater. Der ist zwar oft nicht zu Hause, liebt aber seine Kinder umso mehr. Da bricht eines Tages ein Mann ins Heim ein und überfällt die Familie. Leider kann das besorgte Oberhaupt nicht eingreifen. Noch bevor Jay helfen kann, wird er zu Boden gebracht und bewusstlos geschlagen. Als er wieder zu sich kommt, findet er sich mit drei anderen Menschen in einem verschlossenen Raum wider. Die werden dort gefangen gehalten und regelmäßig von einem maskierten Fremden gefoltert. Einen der Anwesenden hat es dabei besonders hart getroffen. Dem wurde der Mund zugenäht. Als wäre das nicht bereits schlimm genug, schneidet der Peiniger ihm hin und wieder Fleisch von den Knochen. Kein gutes Omen, zumal Hunger der ständige Begleiter ist und keiner der Opfer eine Ahnung davon hat, wohin das Schicksal die Eingesperrten führen wird. Zartbesaiteten sei versichert: THE DARE ist kein leicht verdauliches Gruselfilmchen.
 
 
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Zwei Handlungssträngen führen zum Ziel. THE DARE erzählt zwei Geschichten. Während die eine von vier Gefangenen berichtet, die ein scheinbar endloses Martyrium in einem Kellerloch durchleben, entführt die andere den Zuschauer in das Leben des kleinen Dominic. Letztgenannter unterzieht sich einer Mutprobe und bricht in das Haus eines Unbekannten ein. Der erwischt den Eindringling und hält ihn über Jahre gefangen. Was hat das alles miteinander zu tun? Erst einmal gar nichts. Regisseur GILDES ALDERSON spannt den Zuschauer sprichwörtlich auf die Folter und hat sichtlich Spaß daran. Da wird reichlich Schmuddelkram auf der Mattscheibe zelebriert, um Gewaltfans bei der Stange zu halten. Vier Menschen gilt es zu quälen. Denen werden Nägel durch die Hände geschlagen oder Rasierklingen in die Speiseröhre geschoben. Reißerischen Inhalt gibt es genug, um den kranken Voyeurismus der Sadisten-Fraktion befriedigen zu können. Weil Folter auf Dauer recht eintönig wird, wechselt die Handlung immer mal wieder zum kleinen Dominic. Dem geht es nicht minder bescheiden. Der muss sich in Gefangenschaft den Regeln eines grausamen Mannes unterwerfen, welcher alles daran tut, damit der Junge von der Außenwelt abgekapselt wird. Kranker Shit, der oft ein unangenehmes Bauchgefühl verursacht. Das liegt vor allem daran, weil der unbekannte Kindesentführer weiß, wie er sein minderjähriges Opfer quälen und bestrafen muss, damit es gefügig wird.
 
 
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THE DARE lässt den Atem stocken. Wo andere getrost wegblenden, hält Macher GILDES ALDERSON schonungslos drauf. Der verschleiert durch die Dauerbeschallung von Gewalt so einige Logiklücken. Je mehr sich nämlich der Film seiner Ziellinie nähert, umso haarsträubender wird der Plot. Der mündet in ein Finale, das zwar beide Handlungslinien zusammenführt, aber nicht immer plausibel erscheint. Feingeister werden da zurecht mit dem Kopf schütteln. Trotzdem muss man Filmemacher GILDES ALDERSON zugestehen, dass der weiß wie man Spannung macht. Immer wenn man meint, dass einer der Handlungsstränge zu lang auf der Stelle verharrt, wechselt er kurz in den anderen und bringt damit Tempo ins Geschehen. Dieses Vorgehen macht THE DARE zu einem der besseren Vertreter des Folter-Genres. Letzteres hatte in den 2000ern mit so deftiger Kost wie HOSTEL oder SAW seine Hochzeiten. Mittlerweile sind die aber schon längst Schnee von gestern.
 
 
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THE DARE – Fazit

 
 
7 Punkte Final
 
 
Kontroverser Shit, der dem Genre der Exploitationfilme alle Ehre macht. THE DARE versucht einzig, die niederen Instinkte des Zuschauers zu stimulieren. Es wird gefoltert, gequält und bestraft. Teilweise ist das ganz schön krank. Trotzdem muss man Regisseur GILDES ALDERSON anerkennen, das er einfachste Rezepturen ansprechend verpackt. Der erzählt mit diesem Folter-Filmdrama eine irrsinnige Geschichte, die bei so Filmen wie CHAINED, CARRIE und SAW klaut. Drei vollkommen verschiedene Streifen. Dennoch funktioniert die ungewöhnliche Symbiose ganz gut. THE DARE ist nämlich recht spannend geraten – auch wenn die Auflösung der Geschehnisse unterm Strich so ziemlicher Blödsinn ist. Fans des groben Handwerks wird das aber weniger stören. Für die ist es die Hauptsache, dass Grenzen überschritten werden. Das tut THE DARE zweifelsohne. Die hiesige FSK wirds freuen.
 
 
 


 
 
 

THE DARE – Zensur

 
 
 
THE DARE ist problematisch. Der Film behandelt zwei Themen, mit denen die FSK so gar keinen Spaß versteht. So erleben wir psychische und physische Gewalt an Minderjährigen durch Erwachsene. Andererseits sehen wir grausame Folterszenen als Mittel zum Selbstzweck. Zwei Gründe, warum es THE DARE hierzulande mit einer ungeschnittenen Freigabe schwer haben wird. Wir gehen davon aus, dass es keine ungeschnittene Fassung in Deutschland geben wird.
 
 
 


 
 
 

THE DARE – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Abbildungen stammen von Dutch FilmWorks)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Bereavement – In den Händen des Bösen (2010)
 
Chained (2012)
 
Saw (2004)
 

Filmkritik: „True Fiction“ (2019)

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TRUE FICTION

Story

 
 
 

Wenn Experimente außer Kontrolle geraten. Eine Amateur-Schriftstellerin begibt sich in die Hände ihres Idols und lässt sich auf Psychospiele ein, die bald die Grenzen zwischen Realität und Fiktion verwischen lassen.

 
 
 


 
 
 

TRUE FICTION – Kritik

 
 
 
Filme aus der Mache von BRADEN CROFT scheinen eine sichere Bank zu sein. Mit HEMORRHAGE drehte der Filmemacher bereits 2012 ein intensives und erschütterndes Psychodrama, das vor allem durch filmischen Tiefgang überzeugen konnte. Offenbar ist Anspruch eines der wichtigsten Attribute, die der Regisseur beim Inszenieren seiner Produktionen beherzigt. Der will sein Publikum fordern und nicht immer die gleichen Geschichten erzählen, die man schon dutzende Male auf der Mattscheibe hatte. Eine Tatsache, die auch gleich im neusten Film des Kanadiers eine Rolle spielt. TRUE FICTION nennt sich der Spaß, der alles andere – nur nicht lustig ist. Croft verbeugt sich hier vor gleich zwei Genre-Beiträgen, die erfahrenen Zuschauern ein Begriff sind. So ließ er sich einerseits von der King-Verfilmung MISERY inspirieren, aber auch das Zwei-Personen-Stück HARD CANDY hatte Einfluss. Beide Filme erzählen von Personen, die aus Besessenheit beinahe schon im Wahn handeln. TRUE FICTION hat ähnlichen Verlauf.
 
 
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Wirklich erfolgreich ist die 20-jährige Hobby-Schriftstellerin Avery Malone (SARA GARCIA) nicht. Ein Grund mehr, warum sie sich für eine Stelle als Assistentin bei ihrem Lieblingsautor Caleb Conrad (JOHN CASSINI) bewirbt, um sich dort ein paar Kniffe abschauen zu können. Der will einen neuen Roman schreiben und benötigt Unterstützung. Zufälligerweise kommt die junge Frau in die engere Auswahl und freut sich wahnsinnig, als die den Job bekommt. Doch der bekannte Schriftsteller hat eine andere Vorstellung vom Assistieren. Der überredet Avery an einem Experiment teilzunehmen, das als Basis für ein neues Buch dienen soll. Was folgt, ist grotesk: Die Probandin wird mit Ängsten konfrontiert, damit Conrad deren emotionale Reaktionen dokumentieren, kontrollieren und verstehen kann. Weil TRUE FICTION immer noch im Horror-Genre beheimatet ist, dürfte klar sein, dass das Psycho-Experiment schnell außer Kontrolle gerät. Avery verliert den Bezug zur Realität und kann bald nicht mehr differenzieren, was tatsächlich passiert oder ihrem vernebelten Verstand entspring. Spätestens jetzt wirds blutig.
 
 
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Das hat man nicht kommen gesehen. TRUE FICTION ist eine waschechte Überraschung. Das Kammerspiel beginnt unscheinbar und ruhig, ändert aber schnell seinen Ton. Regisseur BRADEN CROFT hat mit seinem dritten Spielfilm ein effektives Verwirrspiel auf Zelluloid gebannt, bei dem nichts ist, wie es scheint. Während im ersten Teil der Handlung die erfolglose Avery Malone den perversen Angst-Experimenten ihres Vorbilds ausgeliefert ist, dreht Croft in der Halbzeit den Spieß einfach um. Da werden auf einmal Opfer-Täter-Rollen vertauscht, nur um die Karten kurz vor Ende abermals neu zu mischen. Wer ist denn nun in dieser Handlung der Bösewicht und zu was wird das alles hier führen? Ganz so einfach ist TRUE FICTION nicht zu durchschauen. Immer wenn man meint, genug Antworten gefunden zu haben, kommt ein neuer Twist um die Ecke, der alles über Bord wirft. Das macht diesen Psychotrip zu einem gelungenen Genre-Beitrag, in dem es sogar relativ blutig einhergeht. Da mündet ein spannendes Psychospiel plötzlich in deftige Splatterei und die Protagonisten werden mit reichlich Kunstblut übergossen. Klingt alles verwirrend, macht aber am Ende Sinn. Mehr über den Fortlauf der Handlung zu verraten, wäre dem Publikum unfair zugegen. TRUE FICTION zehrt von der Tatsache, dass Regeln missachtet werden und der Zuschauer verblüfft wird. Das macht den Streifen zu erfrischender Genre-Unterhaltung für verregnete Wochenenden. Deshalb: Unbedingt auf die Horrorfilm-Watchlist setzen!
 
 
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TRUE FICTION – Fazit

 
 
7 Punkte Final
 
 
Eine bitterböse Wundertüte, die alle Beteiligten durch die Hölle gehen lässt. TRUE FICTION zeigt, was passiert, wenn Grenzen zwischen Realität und Fiktion verwischen. Regisseur BRADEN CROFT – der übrigens auch den Horrorfilm FEED THE GODS inszenierte – hat hier eine weitere Version des King-Buches MISERY auf Film gebannt, die aber Indie-Horror alle Ehre macht. Statt vertraute Abläufe abzuhandeln, traut sich der Filmemacher was, das man sich eigentlich nur im Indie-Kino trauen kann. Er verlässt bekannte Pfade und erzählt eine Geschichte, deren Verlauf man so nicht kommen sieht. In diesem Psycho-Horror wird gekonnt mit der Erwartungshaltung des Publikums gespielt. Hinzukommt, dass gleich mehrere Wendungen für Verwirrung sorgen. Nicht zu ahnen, was passieren wird – daraus zieht TRUE FICTION seinen Reiz. Wem es im Genre daher nach Neuerungen dürstet und mal über den Tellerrand schauen will, muss diesen unabhängigen Psycho-Horror sehen. Festival-Geheimtipp!
 
 
 


 
 
 

TRUE FICTION – Zensur

 
 
 
Während sich die erste Filmhälfte eher mit psychologischer Gewalt beschäftigt, geht es in der zweiten Hälfte recht blutig zu. So werden unter anderem Finger abgetrennt und die beiden Protagonisten bieten sich ein Gewalt-Duell der Extraklasse. Hierzulande dürfte der Film wohl erst für Volljährige Filmfans geeignet sein. Zu schneiden wird es aber nichts geben. Eine ungeschnittene Freigabe mit rotem FSK-Flatschen ist denkbar.
 
 
 


 
 
 

TRUE FICTION – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Abbildungen stammen von 775 Media Corp)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Audition (1999)
 
Extremity – Geh an deine Grenzen (2018)
 
Misery (1990)
 

Filmkritik: „The Dawn“ (2019)

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THE DAWN

Story

 
 
 

Eine junge Nonne wird in einem Kloster mit den Geistern der Vergangenheit konfrontiert.

 
 
 


 
 
 

THE DAWN – Kritik

 
 
 
Manchmal ist die bisherige Leistung eines Filmschaffenden Warnung genug. Regisseur BRANDON SLAGLE begann seine Laufbahn im Filmgeschäft als Schauspieler in zahlreichen Spielfilmen und TV-Serien. Irgendwann wechselte er die Fronten und wurde hauptberuflich Regisseur von teils selbstfinanzierten Low-Budget-Produktionen. Obwohl Slagle bisher mit kleinem Geld fleißig Filme am Fließband inszeniert hat, blieb die Anerkennung aus. Ein Grund hierfür könnte mangelte Qualität sein. Hat man nämlich Horrorstreifen mit klangvollen Titelkreationen wie THE BLACK DAHLIA HAUNTING oder HOUSE OF MANSON gesehen, ist schnell der Spaß vorbei, wenn man den Namen BRANDON SLAGLE im Abspann liest. Dem Filmemacher fehlt das Talent im Schreiben von Drehbüchern und dem Inszenieren von Filmen. Fast alle Filme aus der Mache des Regisseurs waren unterdurchschnittlich. Eine Tatsache mit der auch THE DAWN den Zuschauer quält.
 
 
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Darin geht es um die kleine Rose, die irgendwann zu Beginn des 20. Jahrhunderts mit ansehen muss, wie der Vater im Wahn die Familie abschlachtete. Der kam traumatisiert aus dem Ersten Weltkrieg zurück und wurde von mysteriösen Stimmen heimgesucht, die zum Massaker an Frau und Kindern anstifteten. Nur Rose überlebte das Verbrechen und wird als Vollwaise in ein Kloster geschickt. Einige Jahre später ist aus dem kleinen Mädchen eine junge Frau geworden. Die soll endlich das letzte Gelübde ablegen, um offiziell Nonne zu werden. Doch Selbstzweifel und Ressentiments gegenüber ihrem Vater veranlassen zum Zögern. Da passieren auf einmal seltsame Dinge. Rose wird von schrecklichen Visionen geplagt und macht plötzlich ebenfalls Bekanntschaft mit den gleichen Stimmen, die einst den Vater um den Verstand gebracht haben. Ein Schelm, wer hierbei denkt, dass sich die Ereignisse von damals ein weiteres Mal ereignen werden.
 
 
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THE DAWN ist so etwas, das man eine ästhetische Mogelpackung nennt. Set und Kamerafahrten sind ganz atmosphärisch. Doch innerhalb glanzvoller Optik befindet sich gähnende Langeweile. Regisseur BRANDON SLAGLE wagt mit diesem Okkult-Schnarcher einen Ausflug in Exorzisten-Fach und bedient sich dabei jedem Klischee dieses Subgenres. Eine Frau macht vermeintlich übernatürliche Erfahrungen und muss sich dafür im finalen Akt einer Teufelsaustreibung unterziehen – mit allem Drum und Dran. Bis dahin sollen zusammenhangslose Visionen für Verwirrung stiften und den Zuschauer auf eine falsche Fährte locken. Wird Rose etwa von unverarbeiteten Erinnerungen aus der Kindheit geplagt, die ihr Kopfkino anwerfen und den Albtraum von einst noch einmal ablaufen lassen? Oder ist die Heldin doch von bösen Mächten besessen, die zu schrecklichen Taten verleiten? Ja, ja – die Antwort darauf spannt vermutlich einige Leser hier auf die Folter. Wir können aber schon einmal versichern, dass Regisseur BRANDON SLAGLE den Weg des geringsten Widerstandes geht. Das bedeutet: Einfach gestrickte Kinounterhaltung ohne Umwege.
 
 
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Weitaus schlimmer als die totgefilmte und vorhersehbare Handlung ist die Talentlosigkeit der meisten Schauspieler. Was hier an desaströsem Laientheater zugemutet wird, geht auf keine Kuhhaut. Offenbar hat man ein paar Statisten vom Supermarkt auf das Set gekarrt, ein Blatt Papier in die Hand gedrückt, auf dem einige Zeilen standen, die abgelesen werden sollten. Einzig Hauptdarstellerin DEVANNY PINN (aus SATANIC) ist ganz ertragbar. Die spielte bisher in einige Filme von Regisseur BRANDON SLAGLE mit. Offenbar war die Rolle in THE DAWN für sie ein Freundschaftsdienst. Am gut durchdachten Drehbuch (*hust*) kann es nicht gelegen haben.
 
 
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THE DAWN – Fazit

 
 
4 Punkte Final
 
 
Fängt an wie THE AMITYVILLE HORROR und endet wie DER EXORZIST. THE DAWN ist ein behäbig erzählter Gruselfilm, mit langsamen Kamerafahrten und schläfrig machendem Drehbuch. Die unnötig aufgeblasenen Dialoge strengen an, Laienschauspiel strapaziert die Geduld und der übertrieben epische Soundtrack passt zwar zur immerhin atmosphärischen Kulisse, mutet aber aufgrund der semiprofessionellen Inszenierung lächerlich an. Wirklich spannend wird THE DAWN zu keiner Minute. Die Geschichte dümpelt auf der Stelle und kommt nicht in die Pötte. Nee, langweilige Filme braucht niemand. Daher an dieser Stelle auch keine positive Bewertung.
 
 
 


 
 
 

THE DAWN – Zensur

 
 
 
THE DAWN ist ein harmloser Vertreter des Exorzismus-Horrors. Gleich zu Beginn schlägt ein Protagonist mehrfach mit einer Waffe auf sein Opfer ein. Der Angriff wird nicht detailliert gezeigt, sondern nur angedeutet. Später sticht eine andere Protagonistin mehrfach mit einem spitzen Gegenstand auf einen Beichtvater ein. Auch dort sieht man nicht sonderlich viel. Hierzulande dürfte THE DAWN problemlos eine FSK16 erhalten.
 
 
 


 
 
 

THE DAWN – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Abbildungen stammen von Vertical Entertainment | Kaleidoscope Film Distribution | Jaguar Cinema)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Verónica – Spiel mit dem Teufel (2017)
 
The Crucifixion (2017)
 
The Convent (2018)
 

Filmkritik: „Düstere Legenden“ (1998)

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DÜSTERE LEGENDEN

(URBAN LEGEND)

Story

 
 
 
Auf der Privat-Uni Pendleton, im Bostoner Umland, fällt der cleveren Studentin Natalie (Alicia Witt) auf, dass zwischen einer Serie kruder Morde und dem in dieser Gegend doch erstaunlich allgegenwärtigen Klatsch über „urban legends“ eine Verbindung bestehen muss. Gerade auch, da das College Pendleton selbst eine Generation zuvor zum tragischen Ort einer zur lokalen Folklore mutierten Amoktat geworden ist. Damals tötet ein Professor fünf seiner Studenten.

 
 
 


 
 
 

DÜSTERE LEGENDEN – Kritik

 
 
Klingt mal wieder, als wär’s schon hundert Jahre her. Die späten 1990er sind eine unschuldige Zeit fürs Unterhaltungskino und somit auch für den Horror, unsere Leib- und Magen-Umdreh-Filme also. Mehr oder weniger. Natürlich erreicht der Atem von Wes Cravens SCREAM (1996), ein Atem der Ironisierung und im Kern Verachtung des Horror-Genres auch einen im Anschluss entstandenen Film wie DÜSTERE LEGENDEN – bedeckt aber zum Glück nicht den ganzen Film mit jenem ätzenden Mehltau der Herablassung. Mit der Besetzung etwa von Freddy Krueger höchstselbst als undurchsichtiger Professor Wexler beweist man ein gewisses liebevolles Traditionsbewusstsein – und Brad Dourif geht sowieso immer. Was DÜSTERE LEGENDEN trotzdem in den Kanon der selbst- und geschichtsbewussten Horrorfilme seiner Entstehungszeit einreiht, ist die kunstvolle Verschachtelung der Handlung. Die Universitätsvorlesung über die „urban legends“ bildet eine Ebene der Filmerzählung, die Mordserie in Natalies College-Umfeld ist die zweite und bezieht sich auf eben jene urbanen Legenden des Hörsaals. Wenn in den Gesprächen der Protagonisten oder auch aus dem Radio über weitere lokale Schauergeschichten geredet wird, berührt der Film schon die kunstvoll installierte Meta-Ebene, die etwa der Film-im-Film „Stab“ bei SCREAM darstellt.
 
 
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Gedreht wird DÜSTERE LEGENDEN in Toronto. Die große Zeit der im Vergleich zu Los Angeles steuergünstigen Filmstadt in Kanada nimmt ihren Lauf und hält noch immer an. Das angenehm nicht-kalifornische Setting soll eine Unistadt im tiefsten Lovecraft-Country, dem lauschigen Neu-England sein. Da wirken die schnieken Studentenschönlinge gleich noch exotischer. Apropos: Alicia Witts „girl next door“-Attraktivität ist beinahe unzeitgemäß, tatsächlich bedienen heute, in der Gegenwart, zum Sex-Symbol gehypte Schauspielerinnen wie Jessica Chastain eine ähnliche Ästhetik.
 
 
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Was die Morde angeht, beruft man sich auf den blutrünstigen Detail- und Ideenreichtum des Slasher-Kinos der 1980er, dessen Freude am gnadenlos präsentierten Entleiben unschuldiger Dummköpfe und leichtlebiger College-Mäuschen wiederum dem italienischen Giallo-Kino entliehen ist. Da liegt auch traditionell der Fokus eher auf den Morden und nicht unbedingt der Handlung. Ohne Mario Bava kein John Carpenter und kein ironisch-revisionistisch aufgezogenes Slasher-Revival der späten 1990er. Selbst wenn letztgenannte das gar nicht so sehr als Fan-Service begriffen haben, wie man heute denken könnte. Auch Jungregisseur Jamie Blanks kennt seine Vorbilder auch und bewirbt sich ein Jahr vor DÜSTERE LEGENDEN bei den Produzenten, indem er ihnen einen Kurzfilm zukommen lässt. Eigentlich möchte er für sie den geplanten ICH WEISS, WAS DU LETZTEN SOMMER GETAN HAST drehen, kommt aber ein wenig zu. Unschuldig auch die hilflose Umtitelung des Films. Den Begriff der „urban legend“ hat die deutschsprachige Öffentlichkeit noch nicht im Köcher und so wird das allgemeingültige Adjektiv düster bemüht. Auch bei den – natürlich sukzessive weniger guten – Fortsetzungen bleibt der deutsche Verleih dabei.
 
 
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DÜSTERE LEGENDEN – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Über zwanzig Jährchen und schon zwickt die Nostalgie. DÜSTERE LEGENDEN ist ein wichtiger Baustein in der Entwicklung des Horrorgenres zum Ende der VHS-Ära. Geschult in Genre-Historie und Konventionen. Selbstbewusst und nicht ganz so vor Selbstekel strotzend wie SCREAM und doch ironisch, gleichzeitig packend genug, um auch heute noch zwei unterhaltsame Stunden zu bieten. Mit Gesichtern, die man heute noch kennt.
 
 
 


 
 
 

DÜSTERE LEGENDEN – Zensur

 
 
 
DÜSTERE LEGENDEN ritt in den 1990ern auf der wieder auflebenden Teen-Slasher-Welle mit und richtete sich an ein jüngeres Kinopublikum. Dementsprechend züchtig sind auch die Morde ausgefallen. Hierzulande wurde der Streifen bereits für Sechsehnjährige freigegeben. Die deutsche Fassung ist ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

DÜSTERE LEGENDEN – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Sony Pictures Entertainment

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Urban Legend; USA 1998

Genre: Horror, Mystery, Thriller

Ton: Deutsch Dolby TrueHD 5.1, Englisch Dolby TrueHD 5.1, Spanisch Dolby TrueHD 5.1

Untertitel: Deutsch, Englisch, Portugiesisch, Spanisch, Türkisch

Bild: 2.40:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 99 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wendecover

Extras: Regiekommentar, Making Of „Düstere Legenden“, Trailer, BD Live

Release-Termin: 07.08.2008

 

Düstere Legenden [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

DÜSTERE LEGENDEN – Trailer

 
 


 
 
 

Christian Ladewig

(Rechte für Grafiken liegen bei SONY PICTURES ENTERTAINMENT)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Ich weiß, was du letzten Sommer getan hast (1997)
 
Anatomie (2000)
 
Düstere Legenden 2 (2000)
 
Ich weiß noch immer, was du letzten Sommer getan hast (1998)
 

Filmkritik: „Bloody Summer – Schrei. Lauf. Stirb.“ (2017)

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BLOODY SUMMER – SCHREI. LAUF. STIRB.

(RED SUMMER | VERANO ROJO)

Story

 
 
 

Gefährliches Spanien: Auf Mallorca machen einige Einheimische Jagd auf Touristen.

 
 
 


 
 
 

BLOODY SUMMER – Kritik

 
 
 
Spanien ist immer eine Reise wert. Hierbei besonders im Fokus: die spanische Urlaubsinsel Mallorca. Alljährlich wird das kleine Paradies im Mittelmeer von Millionen Touristen besucht, die dort nur eines wollen: sonnen, saufen und Party machen. Mittlerweile muss man aber vorsichtig sein. Schenkt man nämlich dem Horrorfilm BLOODY SUMMER (Originaltitel: VERANO ROJO) Glauben, sollte man sich bei einem Urlaub auf Mallorca vorsehen. Inmitten traumhafter Urlaubsidylle hat sich dort auch das Böse ein Plätzchen im Schatten gesichert. So zumindest propagandiert das der Spanier CHARLES JOFRE. Der hat mit dieser Urlaubswarnung seinen ersten Langfilm auf Zelluloid gebannt, der sogar für den internationalen Filmmarkt – mehr schlecht als recht – englisch synchronisiert wurde. Weitaus professioneller sieht es da schon mit der deutschen Übersetzung aus. Die ist ganz passabel, macht BLOODY SUMMER aber nicht besser. Wohl ein Grund, warum hierzulande der Rechteinhaber mit plakativen Mitteln versucht die Gunst des Käufers zu gewinnen. Da wird auf dem Cover mit „SCHREI. LAUF. STIRB.“ geworben, um Horrorfilmfans neugierig zu machen. Leider alles heiße Luft. Sonderlich Spaß bereitet das Zuschauen beim Sterben nicht. Eben ein typischer Fall von irreführendem Marketing.
 
 
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Vier junge Leute aus Madrid wollen den Sommerurlaub auf der balearischen Insel Mallorca verbringen. Das Mietauto ist gebucht und auch die Urlaubslaune stimmt. Leider schlägt Vorfreude bald in Angst um. Auf einer Landstraße stößt man auf einen verletzten Einheimischen. Der hatte einen Unfall und schafft es nicht allein zurück ins Dorf. Gut, dass unsere Freunde zur Stelle sind. Die nehmen den Fremden mit dem Auto mit und ahnen nicht, dass sie soeben den Teufel chauffieren. Das vermeintlich orientierungslose Landei gehört zu einer Sippe Hinterwäldler, die nur auf Urlauber warten, um sie anschließend zu Wurst zu verarbeiten. Gleiches wird bald auch den jungen Leuten widerfahren. Klingt vertraut!
 
 
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Und täglich grüßt das Murmeltier. BLOODY SUMMER ist nichts Einfallsreiches und bei genauerer Betrachtung eigentlich eine Kopie des berüchtigten TEXAS CHAINSAW MASSACRE von TOBE HOOPER. An eigenen Ideen mangelt es. Dafür kommen die Abläufe mehr als bekannt vor. Zu sehen gibt es vier junge Durchreisende, die sich im Hinterland verirren und an eine Familie geraten, welche so gar nicht gut auf Stadtmenschen zu sprechen ist. Es wird geschrien, gewinselt und gestorben. Die für Backwood-Horror vertrauten Handlungsverläufe werden abgeklappt, ohne den Zuschauer zu fordern. Überraschungen? Fehlanzeige! Stattdessen wird ein Backwood-Horror-Klischee ans nächste gereiht. Da fehlt der für Hinterwäldler-Horror mittlerweile geläufige dreckige Look ebenso wenig, wie der an Leatherface angelehnte Bösewicht, der sich aus nicht näher erläuterten Gründen den gesamten Film über maskiert durch das Fleisch seiner dummen Opfer arbeitet. Geübte Horrorfilmkenner werden da schnell gelangweilt sein. Zurecht, denn der mit Crowdfunding finanzierte BLOODY SUMMER bekleckert sich beim Schockieren nicht unbedingt mit Ruhm.
 
 
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Wo der US-amerikanische Regisseur und Filmproduzent MICHAEL BAY mit seiner Neuauflage des kultigen BLUTGERICHT IN TEXAS alle Register gewalttätiger Filmunterhaltung zog und ein kompromissloses Gewaltfeuerwerk sondergleichen auf der Leinwand zelebrierte, gleicht das was uns Filmemacher CHARLES JOFRE mit seinem Debütfilm BLOODY SUMMER vorsetzt an belanglose Nachmittagunterhaltung auf dem Kinderkanal der Öffentlich-rechtlichen. Die Morde wirken amateurhaft und dilettantisch und auch das Schauspiel befindet sich auf Laienniveau. Sonderlich Lust bekommt man also nicht dem vorhersehbaren Treiben bis zum Schluss zu folgen, zumal BLOODY SUMMER in den letzten dreißig Minuten auch noch das Tempo drosselt und der Heldin fast schon gelangweilt beim Flüchten, Verstecken und Wimmern beiwohnt. Das macht müde und spricht nicht gerade für qualitativen Horror.
 
 
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Immerhin hat Regisseur CHARLES JOFRE an Kritik gedacht. Der spricht vielen Mallorquinern aus dem Herzen, die das Inselparadies mit vielen Touristen teilen müssen. Letztere haben auf dem spanischen Eiland das Zepter übernommen. Ganz zum Leidwesen der einheimischen Bevölkerung. Die hat unter dem Massentourismus zu leiden. Der führt seit Jahren zur Vertreibung der Einheimischen aus Städten und verändert das Bild der Insel zum Nachteil. Eine Tatsache, die der Macher des Horrorfilms nicht hinnehmen möchte. Der macht in BLOODY SUMMER kurzen Prozess mit Urlaubern und lässt sie kurzerhand über die Klinge springen, damit die Insel wieder den Einheimischen gehört – und nicht den Touristen. Ob die Warnung aber nach diesem durchschnittlichen Horror-Erlebnis ernstgenommen wird, dürfte bezweifelt werden. Das Gelbe vom Ei ist BLOODY SUMMER leider nicht.
 
 


 
 
 

BLOODY SUMMER – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Ein spanischer Versuch, dem legendären TEXAS CHAINSAW MASSACRE das Wasser zu reichen. VERANO ROJO – der übrigens für internationalen als RED SUMMER vermarktet wird und für den deutschen Handel in BLOODY SUMMER umgetauft wurde – ist Low-Budget-Horror von der Stange, der versucht dem großen Vorbild nachzueifern. Es wird viel kopiert, ohne eigene Ideen hinzuzufügen. Dass eine solche Vorgehensweise nur scheitern kann, war abzusehen. Regisseur CHARLES JOFRE liefert mit BLOODY SUMMER einen beliebigen Backwood-Slasher ab, der keine Höhepunkte besitzt. Die Figuren verhalten sich dämlich, die Abläufe sind bekannt und auch in Sachen Gewalt wird – wohl aus Budgetgründen – Sparflamme gefahren. Horrorfilmfans werden enttäuscht sein. Da fragt man sich nicht unbegründet, wo denn nur die gut gemachten und vor allem kompromisslosen Backwood-Slasher geblieben sind, die vor allem jenen den Atem stocken lassen, die meinen bereits alles gesehen zu haben? Lässt man die letzten Jahre Revue passieren, haben sich sehenswerte Backwood-Slasher leider rar gemacht. Die wirklich Guten kann man an einer Hand abzählen können. Daher wird es endlich mal Zeit für gelungenen Nachschub. Los Ihr Filmemacher, traut Euch!
 
 
 


 
 
 

BLOODY SUMMER – Zensur

 
 
 
Für einen Backwood-Slasher ist BLOODY SUMMER sehr zurückhaltend. Einer Protagonistin wird mitten durchs Herz geschossen, ein Finger wird abgeschnitten und sexuelle Demütigungen gibt es auch zu sehen. Oft wird aber weggeblendet, wenn es ans Eingemachte geht. Hierzulande erhielt der Streifen in seiner ungeschnittenen Fassung eine FSK18. Die scheint etwas übertrieben. Eine FSK16 hätte es auch getan.
 
 
 


 
 
 

BLOODY SUMMER – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Lighthouse Home Entertainment | Best Movies (KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Verano Rojo; Spanien 2017

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Spanisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Keine

Bild: 2.39:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 90 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wendecover

Extras: Trailer

Release-Termin: 21.02.2020

 

Bloody Summer – Schrei. Lauf. Stirb [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

BLOODY SUMMER – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Lighthouse Home Entertainment | Best Movies)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
What the Waters Left Behind (2017)
 
Sant Martí (2018)
 
Inbred (2011)
 
Escape from Cannibal Farm (2017)
 

Filmkritik: „Antiviral“ (2012)

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ANTIVIRAL

Story

 
 
 
Syd March ist Mitarbeiter der Lucas Clinic, die die infizierten Zellen von Promis an ihre Fans verkauft. Als er eines Tages die Vorschriften ignoriert, wird er bald Teil eines tödlichen Geheimnisses.

 
 
 


 
 
 

ANTIVIRAL – Kritik

 
 
Da ich nach kultig-einmaligen und sehenswerten Glanzstücken wie „Videodrome“ und gerade „The Brood“, gepackt mit furchterregendem Body-Horror und beißender Gesellschaftskritik, definitiv zum David Cronenberg-Fan geworden bin, war ich mehr als nur neugierig zu erfahren, was Sohnemann Brandon wohl in seinem Debüt gezaubert hat, dessen Prämisse und Setting bereits an die Regiewurzeln anmahnen: Krankheiten und ihre Viren stehen im Fokus, Fetischisierung und Ikonisierung von Stars werden auf ein galliges Maximum getrieben. Zusammen mit einer steril-durchstilisierten Umgebung und einem tragendem Hauptdarsteller also alles nicht fernab von einer Black Mirror-Folge – bis auf die Laufzeit.
 
 
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Und somit ist mein Gesamteindruck auch leider schon recht präzise wiedergegeben – gerade für ein Debüt hat Cronenberg hier einen optisch sehr versierten Film geschaffen, dessen Setdesigns Spaß machen und Cast nahezu durchgängig überzeugen kann – doch statt sich 100 Minuten lang selber zu beobachten und die in Reihung dann leider doch zu ähnlichen Bilder mit langsamen Pace durch zu exerzieren, wäre es vielleicht weiser gewesen, wahlweise sympathische Charaktere, oder zumindest Kurzweil durch Genreeinlagen zu verwenden – so aber ist „Antiviral“ genauso kalt und leer wie seine Optik und das kann man als Stilvollendung auf Metaebene und Vorhalten des Zuschauers begreifen, aber vielleicht auch eher als Script, das eine gute Kernidee hat, diese aber nicht ausarbeiten weiß.
 
 
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David Cronenberg hat oft von Außenseitern erzählt, von Exzentrikern und Ausgestoßenen, noch öfter aber von solchen, die es wurden – diese menschliche Seite fehlt dem unangenehm und grandios von Caleb Landry Jones gespieltem Hauptdarsteller aber leider, und auch sonst bleiben die Charaktere oftmals funktional, für das Script clever oder ominös oder für die Szene interessant genug, im Kopf bleiben oder für weitere Mysterien sorgen tun sie aber nicht. Allgemein werden die reizvolle Prämisse und das Worldbuilding fast nur auf die Lucas Klinik und wenige weitere Orte angewendet, von einer größeren, lebendigen Welt mit Eigenmechanik fehlt leider jede Spur – ein weiterer Kritikpunkt, der bei einem Einstünder nicht weiter auffiel, auf 100 Minuten gestreckt jedoch leider schon.
 
 
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Body-Horror-Effekte, gorige Einlagen oder furchterregende Momente sind bei einem solchen Setting und stetiger Anwesenheit von Patienten natürlich naheliegend, doch auch hier sollte man den Vornamen und nicht nur „Cronenberg“ lesen, da die genannten Einlagen zwar funktionieren, eine Wirkung erzielen und auch ordentlich getrickst sind, die Gewalt oder Ideen derer nur leider nicht nahe gehen oder wirklich verstören, da, erneut, die Charaktere bzw. Umstände nicht fesselnd genug, menschlich genug, nachvollziehbar genug geschrieben sind, um wirklich zu kümmern. Es bleibt ein sehr ambitionierter Film mit einer hervorragenden Grundidee, gelungener Regie und einer starken Hauptperformance, der nur leider nie das volle Potential seiner Ideen herauskitzeln kann und optisch auf höchstem Niveau gepflegt begeistert, einlullt, langweilt. Definitiv einmalig sehenswert und interessant, aber keine Großtat für das Genre sozialkritischen Bodyhorrors.
 
 
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ANTIVIRAL – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
„Antiviral“ schafft es bestens, eine spannende Prämisse aufzubauen und in seine Welt zu ziehen, inszeniert Gräueltaten und Ungeheuerliches routiniert als Alltag und hat sehenswerte Elemente in sich, als Gesamtwerk aber leider zu leer, aufgeblasen und kalt für meinen Geschmack.
 
 


 
 
 

ANTIVIRAL – Zensur

 
 
 
„Antiviral“ hat von der FSK eine Freigabe ab 16 Jahren in der ungeschnittenen Form erhalten. Diese ist auch gerechtfertigt. Body-Horror-Fans können bedenkenlos zugreifen.
 
 
 


 
 
 

ANTIVIRAL – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Busch Media Group (KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Antiviral; Kanada 2012

Genre: Horror, Thriller, Science Fiction

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DD 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.85:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 107 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wendecover

Extras: Trailer

Release-Termin: 19.10.2018

 

Antiviral [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

ANTIVIRAL – Trailer

 
 


 
 
 

Dr. Barry Nyle

(Rechte für Grafiken liegen bei Busch Media Group)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
eXistenZ (1999)
 
Replace (2017)
 

Filmkritik: „Fright Fest“ (2018)

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FRIGHT FEST

(AMERICAN FRIGHT FEST)

Story

 
 
 

Zwei entlaufende Psychopathen machen sich auf zu einer verlassenen Psychiatrie, die soeben in eine Halloween-Attraktion umfunktioniert wird. Was die dort wollen, kann man sich ausmalen.

 
 
 


 
 
 

FRIGHT FEST – Kritik

 
 
 
Willkommen zu einer weiteren Horror-Produktion, die meint, dass die zugrunde liegende Idee zum Film neu und innovativ sei. FRIGHT FEST gehört zu dieser Art Streifen, die wir in letzter Zeit so ziemlich oft hier auf FILMCHECKER besprochen haben. In diesen Filmen werden meist Häuser, Scheunen und verlassenen Krankenhäuser in Spukattraktionen umfunktioniert, die mutige Besucher an Halloween das Fürchten lehren sollen. Doch der Spaß ist nicht von langer Dauer. In der Regel mischt sich unbemerkt ein Killer unter die Gäste und richtet ein Blutbad an. Weil innerhalb der Spukhäuser geschrien und gerannt wird, bemerkt niemand, dass einige Leichen nicht aus Latex, sondern echt sind. Das sorgt für manch spaßigen Moment – vor allem auch deshalb, weil Gäste über blutige Gewaltspäße applaudieren, ohne zu ahnen, dass vor ihren Augen soeben ein Mensch abgeschlachtet wird. Ein Running Gag, der im Falle von FRIGHT FEST etwas zu häufig eingesetzt wird. Irgendwann ist’s nicht mehr lustig – interessiert aber Regisseur ANTE NOVAKOVIC wenig. Der zieht sein Ding durch, kümmert sich nicht um die Belange seines Publikums und liefert DEN Horror-Schnarcher des Jahres 2018 ab. So etwas muss man erst mal schaffen.
 
 
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In der Kleinstadt Sommerton, Pennsylvania versucht ein Bürgermeister verzweifelt einen Weg zu finden, Stimmen für die Wiederwahl zu gewinnen. Da kommt er auf eine ganz besondere Idee. Er macht aus einer verlassenen Irrenanstalt eine aufwendige Halloween-Attraktion in der man sich mal wieder so richtig erschrecken lassen kann. Hierbei soll ein ehemaliger Regisseur schauriger Horrorfilme die Leitung übernehmen. Doch Spencer Crowe (DYLAN WALSH) ist schon lange aus der Übung und hatte seit vier Jahren keinen bezahlten Auftritt mehr. Nicht ohne Grund. Alkohol nennt sich der neue beste Freund, der den einst gefeierten Filmemacher in so manch prekäre Situation gebracht hat. Die lässt auch in FRIGHT FEST nicht lang auf sich warten. Im Suff streift Crowe einen Transporter, baut einen Unfall und begeht Fahrerflucht. Doch die Strafe folgt auf dem Fuß. Bei den Insassen des gerammten Transporters handelt es sich um gefährliche Häftlinge, die aus dem Unfallwagen entkommen können und sich nun den Weg in die Freiheit bahnen. Ihr Ziel: genau jene Anstalt, die soeben als Geisterbahn umfunktioniert wurde, um darin zahlungswillige Gäste zu erschrecken. Da wird aus hausgemachtem Horror plötzlich blutiger Ernst. Einer der flüchtenden Kriminellen ist nämlich besonders krank im Kopf. Der liebt das Mordhandwerk und funktioniert die angesagte Gruselattraktion in ein Schlachthaus um.
 
 
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Indie-Slasher ohne Überraschung, dem das Glanzstück gelingt knapp 90 Minuten ohne Spannung auszukommen. FRIGHT FEST – der im Original übrigens AMERICAN FRIGHT FEST heißt – hat natürlich nichts mit dem gleichnamigen Filmfest zu tun, das alljährlich in Großbritannien veranstaltet wird, damit sich Fans des düsteren Genres ultraneues Horror-Material anschauen können. Vielmehr tritt der Streifen in die Fußstapfen von so Meuchelware wie HALLOWEEN HAUNT, HELL FEST, THE FUNHOUSE MASSACRE oder BLOOD FEST – um nur einige zu nennen. Die sind aus gleichem Holz geschnitzt und lassen Killer auf Menschen los, die einfach an Halloween etwas Spaß haben wollten. Nicht alle genannten Filme waren sehenswert. Dennoch bewegen sich die erwähnten qualitativ immer noch in Sphären, die FRIGHT FEST zu keiner Minute erreicht. Dabei ist das große Problem dieses Slashers die Tatsache, dass er im Grunde genommen all das falsch macht, was bisher so viele Regisseure beim Inszenieren von Schlitzer-Filmen falschgemacht haben. Dazu gehört vor allem die permanente Einfallslosigkeit mit der FRIGHT FEST den Zuschauer quält.
 
 
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So laufen die Geschehnisse nach bekanntem Schema ab. Ein Killer bringt diverse Menschen um die Ecke, bis dem Bösewicht Konter gegeben wird. Im Falle von FRIGHT FEST problematisch, weil es keine Identifikationsfiguren gibt. Stattdessen sollen stereotype Charaktere das Publikum durch den Film führen. Der Zuschauer dürfte den Figuren aber nicht folgen wollen. Die verhalten sich nicht nur dämlich, sondern wirken auch noch oberflächlich, nervend und unsympathisch. Somit bleibt deren Ableben – wie der Ausgang der Geschichte – im Grunde egal. Der Todesstoß für einen Horrorfilm und ein Armutszeugnis für jeden Regisseur. Letzterer schimpft sich ANTE NOVAKOVIC und ist vielseitig in der Filmbranche unterwegs. Der verdient sich sein Lohn und Brot als Schauspieler, Produzent und Drehbuchschreiber. Haupteinnahmequelle waren bis vor einigen Jahren aber noch diverse Assistenten-Tätigkeiten in sogar hochkarätigen Hollywood-Blockbustern. Darunter: MIAMI VICE, KILL THE BOSS oder EYES WIDE SHUT. Vielleicht hätte er es beim Assistieren belassen sollen. So wären uns weitere miserable Horrorfilme erspart geblieben.
 
 
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FRIGHT FEST – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
 
FRIGHT FEST ist ein beliebiger Geisterbahn-Slasher, der mit das Langweiligste ist, was es aktuell an Meuchelfilmen zu kaufen gibt. Die Dialoge sind unterirdisch, der Look ist billig, die Figuren nerven und auf Spannung hat man gleich ganz verzichtet. Somit bleibt nur der Blutzoll über, der FRIGHT FEST Daseinsberechtigung attestieren könnte. Leider ist selbst der kaum der Rede wert und geht im Zuge harter Slasher wie LAID TO REST oder WRONG TURN vollkommen unter. Daher können wir keine Empfehlung aussprechen. Selbst alteingesessene Fans dieses Subgenres dürften mit FRIGHT FEST so gar keinen Spaß haben. Für die gibt es aktuell bessere Alternativen.
 
 
 


 
 
 

FRIGHT FEST – Zensur

 
 
 
FRIGHT FEST hat von der FSK eine Freigabe ab 16 Jahren in der ungeschnittenen Form erhalten. Wegen ein paar Werbefilmchen auf der Heimkinoveröffentlichung befindet sich auf dieser aber ein roter FSK-Flatschen. Sonderlich blutig ist der Slasher nicht. Daher ist die Freigabe gerechtfertig.
 
 
 


 
 
 

FRIGHT FEST – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) I-ON NEW MEDIA (KeepCase Blu-ray)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: American Fright Fest; USA 2018

Genre: Horror, Splatter, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: keine

Bild: 2.35:1 (1080p) | @24 Hz

Laufzeit: ca. 94 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung) | Wegen Bonusmaterial ist Blu-ray FSK18

Verpackung: KeepCase mit Wendecover

Extras: Original Kinotrailer, weitere Trailer

Release-Termin: 31.01.2020

 

Fright Fest [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

FRIGHT FEST – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei I-ON NEW MEDIA)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Bates Haunting – Das Morden geht weiter (2011)
 
Hell Fest (2018)
 
Lost After Dark (2014)
 
The Funhouse Massacre (2015)
 
Blood Fest (2018)
 
Halloween Haunt (2019)
 

Filmkritik: „47 Meters Down: Uncaged“ (2019)

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47 METERS DOWN: UNCAGED

(47 METERS DOWN: THE NEXT CHAPTER)

Story

 
 
 

Gefräßige Killerhaie gehen auf ahnungslose Teenager los, die eigentlich nur etwas erleben wollen und zu einer versunkenen Mayastadt tauchen.

 
 
 


 
 
 

47 METERS DOWN: UNCAGED – Kritik

 
 
 
Ein Film kommt selten allein. Wenn ein Streifen im Kino weit mehr einspielt, als er Kosten verursacht hat, kann man mittlerweile fest davon ausgehen, dass mit gleicher Rezeptur noch einmal schnelles Geld gemacht wird. Leider entpuppt sich fast jede Fortsetzung lukrativer Kinohits als waschechte Enttäuschung, weil große Studios lieber den Vorgänger recyceln, statt ihn konsequent weiterzuerzählen. Da werden keine Risikos eingegangen und die bekannte Geschichte des Erstlings noch einmal aufgewärmt. Alles auf null – die Grundzutaten bleiben die gleichen, nur die Helden sind neu. Filmkenner nennen das Remake. Ehrliche Fortsetzungen sehen anders aus.
 
 
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Genau eine dieser dreisten Mogelpackungen nennt sich 47 METERS DOWN: UNCAGED und ist eine Pseudo-Fortsetzung des Überraschungshits von 2016. Letzterer hat knapp 5,3 Millionen US-Dollar gekostet und konnte über das Achtfache einspielen. Dass da eine Fortsetzung nicht ausbleibt, war abzusehen. Statt jedoch nahtlos an genannten Hai-Horror anzuknüpfen, folgte man der Fortsetzungsformel aus Hollywood. Das bedeutet: Einfach noch einmal von vorn anfangen und eine neue Geschichte erzählen, die dem Erstling ähnlich ist. Demzufolge steht das Sequel mit dem Titel 47 METERS DOWN: UNCAGED in keiner Verbindung zum erfolgreichen Vorgänger.
 
 
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47 METERS DOWN: UNCAGED erzählt die Geschichte der beiden Stiefschwestern Mia (SOPHIE NÉLISSE aus WAIT TILL HELEN COMES) und Sasha (CORINNE FOXX), die einfach nicht richtig zueinanderfinden wollen. Darum plant Vater Grant (JOHN CORBETT) eine Bootsfahrt in Mexiko für die Schwestern, bei der man durch den Boden eines Glasbootes weiße Haie beobachten kann. Wie es im Horrorfilm aber üblich ist, kommt alles ganz anders. Man verzichtet auf den gut gemeinten Ausflug und macht zusammen mit zwei Freundinnen sein eigenes Ding. Gemeinsam schleichen sich die Damen zu einem kleinen See im Dschungel, wo man nicht nur herrlich baden, sondern mit der richtigen Tauchausrüstung eine überflutete antike Stadt erkunden kann. Ein aufregendes Erlebnis, das die risikofreudigen Teenager ihr Lebtag nicht wieder vergessen werden. Die finden Tauchzubehör, binden es um und begeben sich in ein verzweigtes Höhlensystem. Was die Freundinnen aber nicht wissen: In diesem verzweigten Labyrinth haben es sich auch Haie gemütlich gemacht. Die sind über den unangemeldeten Besuch nicht sonderlich erfreut und veranstalten eine Jagd auf die menschliche Beute.
 
 
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Zwar erfolgreicher, aber nicht unbedingt besser. 47 METERS DOWN: UNCAGED war für alle Beteiligten lukrativ und schwemmt weit mehr Dollars in die Geldbörsen, als der erste Film. Das muss aber nicht zwangsläufig darauf hindeuten, dass das Sequel qualitativ in die gleichen Fußstapfen tritt, wie der Originalfilm von 2016. Zwar kamen keine der Darsteller aus dem Vorgänger zurück. Dafür aber Regisseur JOHANNES ROBERTS und Drehbuchautor ERNEST RIERA. Beide zeichneten erneut für Story und Regie verantwortlich. Was man aber dem Zuschauer mit der eigenständigen Fortsetzung zumutet, ist jenseits von Gut und Böse.
 
 
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47 METERS DOWN: UNCAGED hat ein großes Problem und das nennt sich Einfältigkeit. Wir folgen einer hanebüchenen Geschichte, wie man sie eigentlich so nur in einem Horrorfilm erzählen kann. Glaubwürdigkeit ist nicht die größte Stärke dieser Hai-Fortsetzung. So sehen wir gleich zu Beginn, wie unsere nicht cleveren Heldinnen hochwertiges Tauchequipment mitten im Nirgendwo finden, das für jeden zugänglich ausliegt. Wer geht derart leichtfertig mit seiner Ausrüstung um? Antworten sind Mangelware. Doch bei diesem Plotloch soll es nicht bleiben. Während eines riskanten Tauchtrips stoßen unsere Heldinnen auf monströse Riesenhaie, deren Augen sich aufgrund permanenter Dunkelheit in den Höhlen rückentwickelt haben. Wie kann das passieren, lag doch das Höhlensystem zur Hochzeit der Maya-Kultur trocken? Das indigene Volk war in Mittelamerika bis vor über 1000 Jahren noch weit verbreitet. Innerhalb von nicht mal einem Jahrtausend soll sich also eine ganze Spezies weiterentwickelt haben? Hier muss es sich wohl um eine Meisterleistung der Evolution handeln. Besser man schaltet das Hirn aus und konzentriert sich auf das Sterben.
 
 
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Wie es sich für jeden Hai-Schocker gehört müssen nacheinander alle ihr Leben lassen. Jene Formel folgt auch 47 METERS DOWN: UNCAGED, der viel miserables CGI und lautes Geschrei zeigt, aber es nicht so genau mit der Spannung nimmt. Enttäuschend – vor allem auch deshalb, weil der Streifen nicht viel aus seiner interessanten Grundidee macht. Statt die Protagonisten im klaustrophobischen Labyrinth gefangen zu halten, sie zu terrorisieren und so die Spannungsschraube allmählich bis ins Unerträgliche anzuziehen, verrennt sich 47 METERS DOWN: UNCAGED in nicht nachvollziehbaren Handlungen seiner dummen Figuren und quält mit allerhand totgefilmten Horrorklischees. Viel Trash, wenig Adrenalin. Eine würdige Fortsetzung sieht anderes aus.
 
 
 


 
 
 

47 METERS DOWN: UNCAGED – Fazit

 
 
5 Punkte Final
 
 
Wenn aus klaustrophobischen Survival-Horror ein flacher Teenie-Slasher wird. Die Fortsetzung 47 METERS DOWN: UNCAGED ist der neue Tiefpunk im Haifisch-Genre, denn er hat all das zu bieten, was man in einem guten Horrorfilm eigentlich nicht sehen möchte. Aufgetischt werden austauschbare Jungdarsteller, miserables Storytelling, schlechte Computereffekte und jede Menge Filmfehler. Während STEVEN SPIELBERG in den 1970ern mit seinem DER WEISSE HAI allen Räubern der Meere ein furchterregendes Image bescherte, macht Regisseur JOHANNES ROBERTS aus dem gefährlichen Flossentier eine Lachnummer. Statt Adrenalin und echten Horror zu zeigen, wirkt 47 METERS DOWN: UNCAGED trashig und teils unfreiwillig komisch. Schuld daran sind seltsame Handlungsverläufe und die dummen Figuren. Letztere verhalten sich oft derart dämlich, dass man sich fragt, ob beim Schreiben des Drehbuchs einen Clown gefrühstückt wurde. Immerhin konnte man einige Kids namhafter Schauspieler für die Rollen besetzen. Wir sehen CORINNE FOXX und SISTINE ROSE STALLONE in den Hauptrollen. Hierbei handelt es sich um den Nachwuchs von JAMIE FOXX und SYLVESTER STALLONE. Ob allen Beschäftigten beim Unterzeichnen des Arbeitsvertrags bewusst gewesen ist, dass sie sich für die Arbeit an einem Horrorstreifen auf THE ASYLUM-Niveau entschieden haben. Wir möchten es bezweifeln.
 
 
 


 
 
 

47 METERS DOWN: UNCAGED – Zensur

 
 
 
47 METERS DOWN: UNCAGED lief in zwei unterschiedlichen Fassungen im Kino: einmal in mit FSK16 in der Originalfassung. Einmal als gekürzte Filmfassung, die bereits für Zwölfjährige geeignet war. Auf der nun erhältlichen Heimkinofassung befindet sich natürlich die ungekürzte Fassung. Diese hat von der FSK eine Freigabe ab 16 Jahren erhalten.
 
 
 


 
 
 

47 METERS DOWN: UNCAGED – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) CONCORDE HOME ENTERTAINMENT

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: 47 Meters Down: Uncaged; Dominikanische Republik | Großbritannien | USA 2019

Genre: Horror, Abenteuer, Drama

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Deutsch DD 2.0, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.39:1 | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 90 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Kinotrailer, Audiokommentar von Regisseur Johannes Roberts, Produzent James Harris und Autor Ernest Riera, Featurette Diving Deeper: Uncaging 47 Meters Down

Release-Termin: 20.02.2020

 

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47 METERS DOWN: UNCAGED – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Abbildungen stammen von CONCORDE HOME ENTERTAINMENT)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
47 Meters Down (2016)
 
Bait 3D – Haie im Supermarkt (2012)
 
The Shallows – Gefahr aus der Tiefe (2016)
 
The Reef – Schwimm um dein Leben (2010)
 
Shark Night 3D (2011)