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Filmkritik: „Pledge“ (2018)

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PLEDGE

Story

 
 
 

Einige Außenseiter suchen Anschluss auf dem Campus und nehmen an einem Aufnahmeritual teil. Was sie nicht wissen: die Prozedur ist alles andere als schmerzfrei.

 
 
 


 
 
 

PLEDGE – Kritik

 
 
 
Schule kann grausam sein – vor allem dann, wenn Protagonisten im Horrorfilm zum Außenseiter auserkoren werden. Die müssen nicht selten grausame Schikanen über sich ergehen lassen, die sich Mitschüler ausdenken, um für die Betroffenen den täglichen Schulbesuch zum Albtraum zu machen. Doch wer meint, dass es mit dem Schulabschluss getan ist, der irrt. Auch auf dem Campus herrscht ein rauer Ton – zumindest, wenn es nach dem Horrorthriller PLEDGE geht. Der zieht drei Außenseiter in einen Strudel grausamer Umstände und lässt am Ende die Bombe platzen. Klingt nach einer Variation der King-Kurzgeschichte CARRIE, ist aber ne Schippe radikaler und kompromissloser. Versprochen!
 
 
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Für die Freunde David, Justin und Ethan ist das Leben an der Uni alles andere als schön. Die gehören zu den Außenseitern auf dem Campus, weshalb keine Verbindung die Studenten aufnehmen möchte. Dabei würden die Kumpels auch gern zu den coolen Leuten gehören, an aufregenden Partys teilnehmen und von attraktiven Mädels umgarnt werden. Da kommt eine Einladung zu einer dieser Veranstaltungen geradezu gelegen, um endlich den erhofften Anschluss finden zu können. Doch irgendwie scheint hier alles suspekt zu sein. Die attraktiven Leute auf dieser Party verhalten sich ziemlich eigenartig und sind dazu auch noch sonderbar nett. Kein Mobbing, keine Demütigungen, keine Schikanen. Ist das etwa das Paradies? Nun, nicht ganz. Weil PLEDGE immer noch ein Horrorfilm ist, lösen sich bald Träume in Luft auf. So nehmen die Freunde an einem Aufnahmeritual teil mit dem Ziel, in bessere Kreise zu kommen. Leider ist der Weg dahin steinig und blutig.
 
 
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Endlich mal keine Geister, Serienmörder oder Dämonen. Die dominieren zurzeit das Horror-Genre. Beinahe schon als erfrischend anders erweist sich da ein fieser Film, wie PLEDGE. Dessen Handlung ist zwar auch nicht unbedingt eine Sternstunde des Horror-Kinos. Dafür macht der Streifen Nägel mit Köpfen und geht dabei alles andere als zimperlich mit seinen Helden um. Regisseur DANIEL ROBBINS bringt Nachschub für jene, die es dann doch etwas deftiger im Horror-Bereich wünschen. Der Film ist irgendwo im Tortur-Genre beheimatet und lässt gutgläubige Außenseiter durch die Hölle gehen. Die werden im Film körperlich und psychisch von skrupellosen Studenten einer Verbindung zurechtgestutzt, damit Hobby-Masochisten feuchte Hosen bekommen. Zugegeben, die altbekannte Exploitationformel vom Quälen wehrloser Menschen funktioniert auch Jahre nach HOSTEL und Konsorten immer noch tadellos. Im Falle von PLEDGE liegt das wohl in erster Linie daran, weil lang unbeantwortet bleibt, was das denn hier alles soll. Haben hier Studenten aus gutbürgerlichen Kreisen einfach nur Spaß am Schikanieren ahnungsloser Erstsemester? Oder steckt hinter deren Taten doch etwas weitaus Größeres? Die Auflösung treibt die Handlung voran und funktioniert den Zuschauer zum heimlichen Mittäter um. Letzterer ist sich zwar durchaus bewusst, dass die Taten auf der Mattscheibe widerlich sind. Dennoch dürfte sich das Publikum dem Treiben aus Neugierde nicht entziehen können, weil es doch wissen will, wie und ob die Schandtaten ein Ende finden.
 
 
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Unterm Strich ist PLEDGE so etwas, dass man in Filmkreisen eine kleine Überraschung nennt. Die Horror-Zutaten, mit denen Regisseur DANIEL ROBBINS unterhalten will, sind simpel. Dennoch legt er mit seiner dritten Regiearbeit ein rasantes Tempo an den Tag, weshalb dem Zuschauer erst gar nicht auffällt, dass hier ausschließlich niedere Instinkte befriedigt werden sollen. Da werden falsche Fährten gelegt, die zu einem makabren Twist führen. Hektische Morde und panisches Geschrei runden das zynische Kammerspiel ab, das in seinen besten Momenten an so aktuelle Genre-Ware wie THE INVITATION oder GREEN ROOM erinnert. Weil auch noch auf technischer Ebene gute Arbeit geleistet wurde, die Spannung konstant gehalten wird und die Bösewichte mal wieder herrlich hinterlistig in Szene gesetzt werden, gehört PLEDGE schon jetzt zu den besseren Horrorfilmen des Jahres 2019. Da nimmt man als alteingesessener Cineast gern schon mal in Kauf, dass sich dieser glattgebügelte Thriller mit seiner doch schon sehr konventionellen Handlung eher an die Generation NETFLIX richten will. Die mag es bekanntlich wenig fordernd – dafür aber blutig. Das muss nicht immer Schlechtes bedeuten. Auch Filmfans mit Hang zur intellektuellen Arthaus-Kunst haben auch manchmal das Bedürfnis einfach nur schnörkellos-kompromissfreie Gewaltware zu sehen, damit der Kopf wieder frei werden kann.
 
 


 
 
 

PLEDGE – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Kompromisslos, fies und bitterböse. Nach der eher durchwachsenen Horrorkomödie UNCAGED gelingt Regisseur DANIEL ROBBINS mit PLEDGE ein Überraschungshit. Fast schon könnte man meinen hier einen Film aus dem horrorfilmerfahrenen Hause BLUMHOUSE zu sehen. Auch wenn PLEDGE mit seinen makellosen Bildern den Eindruck erweckt aus einem größeren Studio zu kommen, handelt es sich hier keineswegs um kostspieliges Mainstreamkino. Der Streifen ist ein waschechter Indie und konnte erst durch Crowdfunding fertiggestellt werden. Darin rechnet Regisseur DANIEL ROBBINS mit alten amerikanischen Traditionen ab. So sind es fragwürdige Aufnahmerituale an amerikanischen Universitäten, die immer mal wieder in den Medien für Furore sorgen. Das hatte bereits HANGOVER-Regisseur TODD PHILLIPS im Jahr 1998 erkannt. Der veröffentlichte mit FRAT HOUSE einen schockierenden Dokumentarfilm, um der Öffentlichkeit zu zeigen, wie brutal der Kampf nach Akzeptanz an amerikanischen Universitäten vonstattengeht. Von genau jenem Stück Zelluloid hat sich auch PLEDGE-Macher DANIEL ROBBINS inspirieren lassen, wenngleich sein Beitrag zum kontroversen Thema dann doch eher aus Unterhaltungszwecken gedreht wurde, statt wachzurütteln. Macht nichts – Horrorfilmfans wird’s gefallen.
 
 
 


 
 
 

PLEDGE – Zensur

 
 
 
PLEDGE ist was die Gewalt angeht so ziemich fies. Zwar hält nicht immer die Kamera explizit darauf und lässt den Streifen so im Blut ersäufen. Weitaus heftiger prasselt hier die Kombination aus psychischer und physischer Gewalt auf den Zuschauer aus. So werden die Opfer gleich zu Beginn mit einem heißen Eisen gebrandet, später schikaniert und am Ende mit Dolchen ermordet. In einer Szene frisst sich sogar eine Ratte durch die Bauchdecke eines der Opfer. Mit etwas Glück gibt es für PLEDGE eine FSK16. Wir gehen aber wegen der doch heiklen Thematik von einer Erwachsenenfreigabe aus. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass die FSK mit Streifen gar keinen Spaß versteht, in denen Menschen sinnlos gequält und schikaniert werden.
 
 
 


 
 
 

PLEDGE – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Stag Pictures | IFC FILMS)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Cruel Summer (2016)
 
The Invitation (2015)
 
Green Room (2015)
 
The Final – Nächste Stunde: Rache! (2010)
 
The Lesson (2015)
 

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Filmkritik: „The Clovehitch Killer“ (2018)

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THE CLOVEHITCH KILLER

(CLOVEHITCH)

Story

 
 
 

Minimalistisches Thriller-Drama mit grandiosen Darstellern: Ein Teenager kommt einem gesuchten Serienkiller auf die Schliche und bringt sich dabei mit seiner Freundin in Teufels Küche.

 
 
 


 
 
 

THE CLOVEHITCH KILLER – Kritik

 
 
 
Interessant, welche Erkenntnisse man bekommt, wenn man plötzlich im düsteren Genre dreht. Eigentlich dachte Regisseur DUNCAN SKILES, dass er im Comedy-Fach zuhause ist. Der drehte bisher eher erheiternden Filmspaß und dachte eigentlich, dass er sich damit wohl festgelegt habe. Doch dann entwickelte der Filmemacher eine Obsession für Serienmörder und ließ ein Drehbuch zu einem ungewöhnlichen Serienkillerfilm schreiben bei dem der Regisseur schnell merkte, dass er ein talentiertes Händchen für Spannung besitzt. So oder so ähnlich soll es laut DUNCAN SKILES zu den Arbeiten an THE CLOVEHITCH KILLER gekommen sein, der vor allem eines erhielt: überraschend viel Lob. Die positive Resonanz spornte das Multitalent an. Schenkt man Interviews Glauben, war der Regisseur selbst von den positiven Stimmen der Presse überrascht. Für ihn ein wesentlicher Grund in Zukunft mehr von diesen Thrillerstoffen auf die Leinwand zu bringen. Manch einer entdeckt erst spät verborgene Talente.
 
 
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Tyler Burnside (CHARLIE PLUMMER) ist eigentlich ein ganz normaler Teenager. Der wächst als christlich erzogener Pfadfinder in einer amerikanischen Kleinstadt auf, die immer noch unter einer schrecklichen Mordserie zu leiden hat. Vor zehn Jahren hat hier der sogenannten Clovehitch-Killer mehrere Frauen bestialisch ermordet. Leider wurde der Täter nie gefasst, sodass auch Jahre nach den Ereignissen keine Ruhe im Ort einziehen will. Da findet Tyler ganz beiläufig eine Spur zu den Mordfällen. Während eines Dates mit der attraktiven Katti (MADISEN BEATY) entdeckt er ein grauenerregendes Foto im Auto seines Vaters. Da keimen schnell schrecklichen Gedanken auf. Ist etwa der eigene Vater ein Serienmörder? Ein Verdacht, der den Heranwachsenden dazu bewegt das Leben des Familienoberhaupts genauer zu ergründen. Was er wohl bei seinen Recherchen herausfinden wird?
 
 
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Irgendwie kommen soeben Déjà-vu-Gefühle auf. Einen ähnlichen Film haben wir erst kürzlich auf FILMCHECKER besprochen. In SUMMER OF 84 hatten auch Teenager böse Vorahnungen. Die waren der Meinung, dass der Nachbar ein gewissenloser Kindermörder ist, was die neugierigen Jungen dazu veranlasste dem vermeintlichen Killer nachzustellen, um Beweise zu sammeln. Eine ähnliche Richtung schlägt nun auch THE CLOVEHITCH KILLER ein, der aber bei genauerer Betrachtung nur noch wenig mit Horror am Hut hat. Ganz unaufgeregt erzählt Regisseur DUNCAN SKILES hier die tragische Geschichte einer Familie, deren Mitglieder meinen sich einander zu kennen. Dank ruhiger Inszenierung tun sich da Abgründe auf, die am Ende eine Tragödie zutage fördern, die traurig wie erlösend zugleich ist. THE CLOVEHITCH KILLER zieht seinen Reiz daraus, dass er nicht mit der Tür ins Haus fällt und den Zuschauer an der langen Leine zappeln lässt. Ist der fürsorgende Vater wirklich eine mordende Bestie oder steckt hinter den vielen Morden doch ein anderer Übeltäter? Regisseur DUNCAN SKILES lässt sich für die Beantwortung der Frage Zeit und konzentriert sich dabei vornehmlich auf seine wenigen Figuren, die genug Spielraum erhalten, um sich entwickeln zu können. Statt blutiger Effekthascherei wird die subtile Erforschung eines Mordfalls fokussiert, der bei genauerer Betrachtung mehr an einen Coming-of-Age-Film erinnert. Hier brilliert vor allem Hauptdarsteller CHARIE PLUMMER, der nicht nur glaubhaft einen verunsicherten Teenager verkörpert, der die Schwelle zum Erwachsenwerden betritt. Auch seine nicht minder begabte Schauspielkollegin MADISEN BEATY entpuppt sich als attraktiver Glücksgriff.
 
 
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Beide lösen nicht nur eine Mordserie. Sie finden im Film auch zusammen. Das hört sich für manch einen belanglos an, ist aber schauspielerisch, wie dramaturgisch eine runde Sache. Leider wird THE CLOVEHITCH KILLER Zuschauer in zwei Lager spalten. Der Titel suggeriert nämlich genau das, was er eigentlich nicht ist. Wer hier das wilde Schlachten eines Serienmörders auf der Mattscheibe verfolgen möchte, dürfte so ziemlich schnell enttäuscht werden. Der Film zeigt weder Morde noch Gewalt. Stattdessen wird beinahe schon naiv-zurückhaltende Detektivarbeit geleistet, die am Ende dann doch etwas sehr kitschig das Happy End einläutet. THE CLOVEHITCH KILLER ist ein Coming-of-Age-Drama mit Thriller-Elementen, das sich vor allem an ein anspruchsvolles Publikum richtet, dem Dialogarbeit und Charakterentwicklung wichtiger sind, als literweise Blut und unmenschliche Gewalt. Offenbar ein Grund, warum der Film auf einigen Festivals gefeiert wurde. Das Zusammenspiel aller Beteiligten ist lobenswert und auch handwerklich braucht sich THE CLOVEHITCH KILLER für einen Indie-Film nicht zu verstecken.
 
 
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THE CLOVEHITCH KILLER – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Mehr bedächtig inszeniertes Coming-of-Age statt knüppelharter Horror- und unerträglicher Thrill. THE CLOVEHITCH KILLER ist die wohl bravste Killer-Hatz, die man seit Jahren zu sehen bekommen hat. Der Film handelt vom Leben in einer kleinen Stadt und einem schrecklichen Geheimnis, das seit Jahren unentdeckt im Verborgenem schlummert. Der eher für spaßigen Comedy-Ulk bekannte Regisseur DUNCAN SKILES taucht diesmal in dunkle Abgründe ab und hat dabei eine realistische Serienkiller-Geschichte auf Zelluloid gebannt, die so ziemlich authentisch umgesetzt wurde. Dabei dringt er in das friedliche Leben einer amerikanischen Kleinstadt ab und erklärt, dass das Böse manchmal hinter den Türen von scheinbar friedliebenden Menschen schlummern kann. THE CLOVEHITCH KILLER besitzt keinerlei grafische Gewaltmomente und auch die Figuren sind alles andere als klischeebelastet. Der Film will lieber Abgründe analysieren, statt sich in Blut zu suhlen. Das Resultat ist interessant und vor allem für jene befriedigend, die sich eher mit psychologischem Horror konfrontieren wollen, statt Splatter mit der Holzkeule serviert zu bekommen.
 
 
 


 
 
 

THE CLOVEHITCH KILLER – Zensur

 
 
 
Eine Frau wird gefesselt, ein Kopf wird gegen eine Wand geschlagen und ein Teenager wird bewusstlos geschlagen. Gewalt oder Morde gibt es im Film nicht zu sehen. Alle Morde werden nur angedeutet oder erwähnt – aber nicht gezeigt. Demzufolge dürfte THE CLOVEHITCH KILLER eine unproblematische FSK16 in der ungeschnittenen Fassung erhalten.
 
 
 


 
 
 

THE CLOVEHITCH KILLER – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei IFC Midnight | IFC Films)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
I Am Not a Serial Killer (2016)
 
Summer of 84 (2018)
 
Dämonisch (2001)
 
Mr. Brooks – Der Mörder in Dir (2001)
 


Filmkritik: „Our House“ (2018)

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OUR HOUSE

Story

 
 
 

In dieser kanadisch-deutschen Coproduktion öffnen drei Geschwister mit einer selbstgebauten Maschine versehentlich das Tor zu Geisterwelt und richten damit erheblichen Schaden an.

 
 
 


 
 
 

OUR HOUSE – Kritik

 
 
 
Und mal wieder was mit Geistern – hatten wir in diesem Jahr bisher nur gefühlt 1500 Mal. Was diesen Film aber aus der Masse hervorstechen lässt ist die Tatsache, dass man mit OUR HOUSE ein Remake in den Händen hält. Regisseur ANTHONY SCOTT BURNS (HOLIDAYS – Segment: FATHER’S DAY) hat nämlich hier einen Film neu interpretiert, den es vor einigen Jahren schon einmal gab. GHOST FROM THE MACHINE schimpfte sich der auf Filmfestivals gelobte Gruselfilm, der angeblich nur schlanke 25.000 Dollar gekostet haben soll und bei Publikum und Presse wie eine Bombe einschlug. Offenbar waren vom Resultat selbst die Studiobosse von UNIVERSAL PICTURES begeistert. Die sicherten sich die Remake-Rechte und planten einen kommerziellen Schauerangriff in den Lichtspielhäusern. Für den war eigentlich GARY SHORE als Regisseur vorgesehen. Doch der dürfte so seine Gründe gehabt haben, sich letztendlich doch umzuentscheiden und das Regiezepter dem Kollegen ANTHONY SCOTT zu übergeben. Schaut man sich den fertigen OUR HOUSE an, kann man sich schon denken, woran es gelegen haben muss. Der Film ist nämlich weit weg von dem, was sich da Macher MATT OSTERMAN mit einfachen Mitteln für GHOST FROM THE MACHINE im Jahr 2010 ausgedacht hat. In der Neuverfilmung gibt es nämlich Gruselei für die breite Masse zu sehen. Originalität? Fehlanzeige! Da werden schon die Augen nur beim Lesen der Inhaltsangabe schwer. Wo sind nur die cleveren Gruselfilme im Stile eines THE SIXTH SENSE?
 
 
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Hätte Ethan (THOMAS MANN aus AMITYVILLE: THE AWAKENING) doch noch mehr Zeit mit der Familie verbracht. Seit der nicht mehr zu Hause wohnt und auf eigenen Beinen steht, muss er sich überwinden überhaupt mal nach Hause zu fahren, um Eltern und Geschwister zu besuchen. Doch die Schelte folgt auf dem Fuß. Die Eltern sterben bei einem Autounfall und Ethan bekommt einen Denkzettel für sein ignorantes Verhalten. Der muss sich fortan um die Geschwister Becca und Matt kümmern und zieht zurück in das Haus der Eltern. Aller Anfang ist schwer, zumal der junge Mann lernen muss, die Erziehung der Geschwister und den eignen Job auf die Reihe zu bekommen. Doch Ethan strebt Großes an. Mit einer selbstgebauten Maschine will er Glühlampen auch ohne Strom oder Steckdose zum Leuchten bringen. Leider offenbart das Gerät bald andere Stärken. Ist es erst einmal eingeschaltet, öffnet es das Tor zur Geisterwelt. Mit fatalen Folgen.
 
 
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Erst Drama, dann Horror. OUR HOUSE beginnt ganz brauchbar. Wir sehen, wie drei Geschwister nach dem Tod der Eltern irgendwie versuchen über die Runden zu kommen. Der ältere und zuvor noch rebellische Ethan wird zum Vormund. Statt lockeres Gammelleben, muss der nun Struktur in den Alltag bringen, damit aus den beiden jüngeren Geschwistern was Anständiges wird. Doch die Trauer über den Verlust der Eltern muss bald für paranormalen Schabernack weichen. Schnell entwickelt sich OUR HOUSE nämlich zum überraschungsarmen Gruselgroschenroman, der Spuk mit Mystery vermischt und sich dabei nicht unbedingt mit Ruhm bekleckert. Hier ein paar falsche Fährten, dort vorhersehbare Schockmomente. Wirklich „scary“ ist OUR HOUSE leider zu keiner Minute, zumal erfahrene Gruselkenner schnell des Pudels Kern wittern werden und den Ausgang der Geschichte vorausahnen. Mehr unkonventionelle Gruselei hätte an dieser Stelle Not getan. Doch statt innovativer Angstmacherei mit frischen Ideen, läuft die in OUR HOUSE zelebrierte Geisterbahn nach altbekannter Schauerrezeptur ab. Erschrecken, schreien, laufen und retten. Geisterfilme sind eben auch nicht mehr das, was sie mal waren. Angesehen und abgehakt – der nächste Gruselfilm wartet bereits.
 
 
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OUR HOUSE – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Handwerklich souverän inszenierter Gruseltrip, dem es aber an Originalität mangelt. Was wie ein deprimierendes Familiendrama beginnt, entpuppt sich leider recht schnell als vorhersehbarer Mix aus Hoopers POLTERGEIST, WHITE NOISE und ECHOES – STIMMEN AUS DER ZWISCHENWELT, der zu verkrampft darum bestrebt ist, sein PG-13 zu halten. Das bedeutet unterm Strich: seichte Gruselunterhaltung für die ganze Familie, die mit billigen Taschenspielertricks versucht den Zuschauer zu erschrecken. OUR HOUSE ist ein Remake eines Streifens aus dem Jahr 2010. Leider bringt es hier mal wieder die Film-Weisheit auf den Punkt, dass Neuverfilmungen meist im Schatten ihrer Vorlagen stehen. Während GHOST FROM THE MACHINE (so der Originalfilm) auf Filmfestivals gelobt wurde, dürfte über OUR HOUSE bald niemand mehr sprechen. Der Grund hierfür ist ganz einfach: OUR HOUSE bleibt nicht im Gedächtnis, weil er genau das abspult, was man bereits unzählige Male in gleicher Form im Kino zu sehen bekommen hat. Schade.
 
 
 


 
 
 

OUR HOUSE – Zensur

 
 
 
Wer auf Gewaltmomente hofft, wird enttäuscht werden. In OUR HOUSE gibt es keine Schauwerte. Es fließt weder Blut, noch sterben Menschen vor der Kamera. Einige unheimliche Geisterszenen könnte etwas Gänsehaut bewirken. Sonderlich gruselig ist OUR HOUSE aber nicht. In Amerika erhielt der Streifen ein niedriges PG-13. Diese Freigabe ist gerechtfertig. Hierzulande gibt es wohl eine FSK16.
 
 
 


 
 
 

OUR HOUSE – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei IFC MIDNIGHT)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Echoes – Stimmen aus der Zwischenwelt (1999)
 
White Noise (2005)
 
Paranormal Resurrection (2014)
 
The Darkness (2016)
 
Jessabelle (2013)
 


Filmkritik: „Feral“ (2017)

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FERAL

Story

 
 
 

In einer Waldhütte geht das Böse um. Nein, FERAL ist kein weiteres Plagiat des beliebten Horrorklassikers EVIL DEAD. In diesem Horrorfilm stecken sich junge Menschen mit einem aggressiven Virus an, der diese in Monster verwandelt.

 
 
 


 
 
 

FERAL – Kritik

 
 
 
Eigentlich sollte es nur ein kleiner Campingausflug mit Freunden werden. Drei Pärchen machen sich auf in die Wälder, um die Natur genießen zu können. Doch es kommt mal wieder alles anders. Ein seltsames menschenartiges Wesen überfällt einen der Kumpels und reißt ihm die Innereien aus dem Körper. Das verursacht Panik bei den übrigen Freunden, die nacheinander ebenfalls vom Bösen attackiert werden und sich dabei mit einem ominösen Virus infizieren, der Menschen in Bestien verwandelt. Gott sei Dank kommt Unterstützung. Ein Fremder eilt den Freunden zu Hilfe und verschafft ihnen Unterschlupf im eigenen Heim. Doch offenbar ist man in dieser Hütte nicht sonderlich sicher. Ach hier ist man von den Attacken der Infizierten nicht sicher. Die versuchen alles, um weitere Menschen mit der furchtbaren Seuche anzustecken. Demzufolge ist der Fortgang von FERAL nicht sonderlich einfallsreich. Einer nach dem anderen wird angesteckt und verwandelt sich anschließend in eine ebenso aggressive Bestie, die nur ein Ziel kennt: die noch nicht infizierten Freunde ebenfalls in den Abgrund zu reißen.
 
 
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Wenn es ein Virus mal wieder nicht gut mit der Menschheit meint. Das klingt wie etwas, was man schon tausende Male gesehen hat. FERAL ist ein später Nachzügler der lukrativen Zombie-Welle, die vor einigen Jahren noch einmal erfolgreich aufkam. Dort wurden meist Menschen nach einem Virusausbruch in aggressive Kreaturen umfunktioniert, die geifernd durch Szenarien liefen, um den Virus möglichst schnell weiterzugeben. Mittlerweile ist es im Zombie-Genre verdächtig still geworden, was wohl daran liegt, dass sich allmählich ein Sättigungsgefühl beim Publikum eingestellt hat. Regisseur MARK YOUNG scheint das aber wohl egal zu sein. Der begibt sich noch einmal auf bekannte Zombie-Pfade und liefert solide Horrorunterhaltung ab, die sich irgendwo zwischen CABIN FEVER und THE DESCENT bewegt. Alles ist demzufolge wie gehabt: Protagonisten unterschätzen die Gefahr, handeln unklug und werden nacheinander mit dem Virus infiziert, der sie zu mutierten Kreaturen mit niederen Instinkten macht. Neu dagegen ist, dass eine taffe Heldin das Steuer übernimmt, die nicht unbedingt den gängigen Horror-Abziehbildern entspricht. Filmemacher MARK YOUNG hat für die Heldenrolle eine problembehaftete Kämpferin gewählt, die wegen ihrer sexuellen Orientierung private Niederlagen durchlebt. So liebt Heldin Alice (SCOUT TAYLOR-COMPTON aus GHOST HOUSE) keinen Mann, sondern hat die Reise mit der Liebsten (OLIVIA LUCCARDI aus IT FOLLOWS) angetreten, welche im Überlebenskampf stets zur Seite steht. Eine ungewöhnliche Prämisse, mit der sich FERAL zumindest etwas vom Zombie-Virus-Einheitsbrei abheben will. Doch das Abweichen von gängigen Heldenklischees funktioniert nur bedingt. Homosexualität wird in FERAL nur zum Randthema gemacht. Stattdessen liegt der Hauptfokus des Films auf das Infizieren und Auslöschen seiner Protagonisten. Sonderlich einfallsreich ist das nicht.
 
 
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Immerhin kann man Regisseur und Drehbuchautor MARK YOUNG nicht vorwerfen, dass der handwerklich nichts kann. Der Filmemacher hat in der Vergangenheit bereits einige Low-Budget-Streifen mit bekannten Gesichtern gedreht, wobei er es 2007 mit dem Horrorfilm TOOTH AND NAIL auch auf das beliebte AFTER DARK HORRORFEST geschafft hatte. FERAL besitzt gute Kameraarbeit, eine anständige Charakterentwicklung und auch Schauspieler, die ihre Rollen glaubhaft verkörpern. Zudem hat man sich auch hinsichtlich Gewaltszenen und Kreaturen-Design Mühe gegeben. Haben sich die Protagonisten des Streifens erst einmal mit dem seltsamen Virus angesteckt, verwandeln die sich schleichend in Gestalten, die an Monster von so Streifen wie THE DESCENT oder 30 DAYS A NIGHT erinnern. Damit lässt sich zwar keinen Blumentopf gewinnen – wer aber unbedingt atmosphärischen Horror-Naschub mit einigen Schocks benötigt, kann bedenkenlos zugreifen. Viel erwarten sollte man aber nicht.
 
 
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FERAL – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Ein grimmiger Mix aus CABIN FEVER, THE DESCENT und 28 DAYS LATER mit für Horrorfilme ungewöhnlicher Heldenkonstellation. FERAL ist kein Horror-Highlight. Der Horror-Indie ist ein solider Genre-Beitrag, der wegen seiner Vorhersehbarkeit und allzu bekannter Formeln schnell wieder vergessen sein wird. Lobenswerterweise hat man auf Charakterentwicklung geachtet und an gute Schauspieler gedacht. Die machen die gradlinige Handlung halbwegs ertragbar, die einzig darin besteht, Menschen mit einem Virus zu infizieren, die anschließend umgebracht werden müssen, weil sie sich in unaufhaltbare Killermaschinen verwandeln. FERAL ist ein typischer Vertreter der Gattung: Einmal gesehen und abgehackt. Etwas mehr Kreativität und Einfallsreichtum täten dem Horror-Genre gut. Mittlerweile scheinen Filmstudios und Macher nur noch auf die schnelle Mark aus zu sein. Die Folge: Man bekommt Geschichten vor die Linse, die im Grunde genommen – minimal abgeändert – die immer gleiche Handlung abspulen. Öde!
 
 
 


 
 
 

FERAL – Zensur

 
 
 
Sehr brutal ist FERAL nicht. Hälse werden aufgeschlitzt, ein Brustkorb aufgerissen und ein Messer wird ebenso in einen Rücken gerammt. Außerdem entledigt man sich dem Bösen mit einem Schrotgewehr. Sollte FERAL hierzulande veröffentlicht werden, ist eine FSK16 durchaus denkbar.
 
 
 


 
 
 

FERAL – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei IFC Midnight)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Redwood (2017)
 
The Descent – Abgrund des Grauens (2005)
 
Cabin Fever (2016)
 


Filmkritik: „Wildling“ (2018)

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WILDLING

Story

 
 
 

Ein traumatisiertes Mädchen muss sich nach Jahren der Gefangenschaft in einer ihr fremden Welt zurechtfinden und stellt dabei fest, dass diese neue Welt weitaus gefährlicher ist, als sie es je geahnt hat.

 
 
 


 
 
 

WILDLING – Kritik

 
 
 
Dem Horror-Genre mangelt es nicht an Coming-of-Age-Geschichten, in denen die Pubertät als Fluch beschrieben wird. So passieren nicht selten mit Beginn der Geschlechtsreife Dinge, die für den Betroffenen den Horror bedeuten. Da wird gern mal von Körper-Horror Gebrauch gemacht, um Ängste zu thematisieren, die entstehen, wenn die Schwelle ins Erwachsenendasein überschritten wird. Für viele Filmemacher Grund genug, die Angst vor dem eigenen Körper zum Thema eines Filmes zu machen in dem pubertätsbedingte Veränderungen des Körpers für Chaos und Schrecken sorgen. Genau mit jener Angst beschäftigt sich auch der hier vorgestellte WILDLING, wo ein Mädchen plötzlich zur jungen Frau heranreift und damit für ziemlich viel Wirbel sorgt. Regisseur FRITZ BÖHM hat inszeniert und geschrieben – wohlgemerkt das erste Mal in Spielfilmlänge. Das Resultat kann sich sehen lassen, ist aber nicht tadellos. Etwas Feinschliff und Einfallsreichtum fehlt. Mainstreamzuschauer wird’s aber kaum kümmern. Trotz Indie-Status ist WILDLING eher was für die breite Masse. Ob das gut oder schlecht ist, sollte jeder Zuschauer selbst beurteilen.
 
 
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Was ist hier nur los? Die kleine Anna (BEL POWLEY) hat keine gute Kindheit. Der Vormund (BRAD DOURIF – die Stimme von Chucky, der Mörderpuppe) zieht das Kind fernab der Zivilisation in einer Hütte groß, wo ihr eingebläut wird, dass draußen boshafte Kreaturen leben, die gern Kinder fressen. Demzufolge darf das Mädchen niemals das Haus verlassen und wird vom Vater daheim unterrichtet. Doch alles verändert sich, als Anna die Pubertät erreicht. Um die Geschlechtsreife zu verzögern, spritzt der Vater der Heranwachsenden Mittel, die die Hormone in Schach halten sollen. Leider hat die Verabreichung Nebenwirkungen. Anna wird von Tag zu Tag schwächer und will nur noch sterben. Für den Vater zu viel. Der setzt eine Pistole an, steckt den Lauf in den Mund und drückt ab. Stunden später findet sich die traumatisierte Teenagerin im Krankenhaus wieder, wo sich ihr Polizistin Ellen Cooper (LIV TYLOR aus THE STRANGERS) annimmt, die solange auf das Mädchen aufpassen soll, bis man noch lebende Verwandte gefunden hat. Doch Anna hat viel nachzuholen. Die muss lernen, sich in einer ihr fremden Welt zurechtzufinden. Leider kommt es bald zu Komplikationen, denn die Jugendliche stellt plötzlich körperliche Veränderungen fest, die ihr Angst bereiten. Was ist da nur im Gange?
 
 
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Fragiles und unsicheres Menschenkind auf der Suche nach sich selbst. WILDLING ist ein gutes Beispiel dafür, wie man eine gute Idee in den Sand setzen kann. Während sich die erste, unkonventionelle Hälfte des Films viel Zeit für seine Figuren nimmt und langsam Unbehagen entstehen lässt, in dem man ein Geheimnis um die tatsächliche Herkunft seine Filmheldin webt, verirrt sich die zweite, doch sehr vorhersehbare Hälfte beinahe krampfhaft in ausgelutschten Genre-Bahnen. So wird aus einem feinfühligen Coming-of-Age-Grusler mit Body-Horror-Elemente plötzlich beliebige Kreaturenjagd, die nur ein Ziel kennt: seine Hauptdarstellerin so lange durch Wälder zu hetzen, bis sie nicht mehr laufen kann. Die ist fest der Überzeugung eine Kreatur der Wälder zu sein und beginnt animalischen Instinkten zu folgen, nachdem sie ihre Geschlechtsreife erreicht hat. Eingeschworene Landeier wissen Bescheid und wollen das ohnehin schon verunsicherte Ding ausradieren. So veranstalten bewaffnete Männer zum Schutze der Menschheit eine kompromisslose Jagd, mit dem Ziel die offenbar nichtmenschliche Beute zu töten. Ein unglücklicher Richtungswechsel, denn der zuvor behutsam aufgebaute Mystery-Plot verläuft dabei ins Leere und lässt den Zuschauer mit Fragen zurück. Woher, wieso und weshalb? So wirklich zufriedenstellen wollen die wenigen Anhaltspunkte nicht, die dem Publikum im Finale gegeben werden. Stattdessen werden Logiklöcher mit Leichenbergen gestopft, damit man der Bezeichnung „Horrorfilm“ gerecht werden kann. Somit bleibt WILDLING ein netter Film mit guten Darstellern, der aber weit hinter seinen Möglichkeiten bleibt. Vielleicht hätte man vor dem Dreh noch mal jemanden über das Drehbuch lesen lassen. Dann wäre dem Zuschauer wahrscheinlich der plumpe Ausgang der Geschichte erspart geblieben. Manchmal sind eben die konventionellen Wege nicht immer die besseren.
 
 
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WILDLING – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
GINGER SNAPS meets RAW. Das Horrordrama WILDLING ist ein zweischneidiges Schwert, denn die ersten 45 Minuten sind Top, der Rest eher Flop. Man kann allen Beteiligten nicht vorwerfen in den ihnen zugewiesenen Bereichen nichts zu können. WILDLING macht in technischer Hinsicht einiges her, die Spezialeffekte sind nicht schlecht und auch die Schauspieler wurden hervorragend gewählt. Was leider etwas unglücklich entschieden wurde, ist der Ausgang der Geschichte. Der geht dann doch etwas sehr konventionelle Wege und macht von Werwolf-Elementen Gebrauch. Das ist dahingehend ärgerlich, weil der Film ganz unverbraucht beginnt und es dem Streifen mit allerlei Geheimniskrämerei gelingt die Neugierde des Publikums zu wecken. Hinzukommt, dass man mit Darstellerin BEL POWLEY auch noch eine perfekte Besetzung gefunden hat, die in ihrer Rolle nahezu aufgeht. Die spielt hier eine verunsicherte Figur, die auf der Suche nach sich selbst und ihrer eigenen Bestimmung ist. An ihrer Seite stehen starke Schauspieler wie BRAD DOURIF und LIV TYLOR. Was die Letztgenannte aber dazu bewegt hat in diesem eher für den Independent-Markt gedrehten Film mitzuwirken, dürfte wohl auf immer ein Rätsel bleiben. Viel Gage wird es dafür wohl nicht gegeben haben und auch in Genre-Kreisen dürfte WILDLING eher ein unbeschriebenes Blatt bleiben. Dazu fehlen dem Streifen prägnante Alleinstellungsmerkmale und kluge Neuerungen, die ihn aus der Masse hervorstechen lassen. Vielleicht hätte man die Mystery- und Coming-of-Age-Schiene beibehalten sollen, die WILDLING zu Beginn einschlägt. Der reißerisch inszenierte Horror-Part in der letzten halben Stunde tut diesem Indie-Projekt hingegen leider gar nicht gut, auch wenn nett getrickste Verwandlungsszenen einen Hauch AMERICAN-WERWOLF-Feeling aufkommen lassen. Manchmal sind die leisen und bedachten Töne, die effektiveren.
 
 
 


 
 
 

WILDLING – Zensur

 
 
 
WILDLING ist nicht sehr brutal. Der Heldin fallen Zähne aus und sie knabbert an einigen Menschen. Das alles ist aber nicht sehr hart anzuschauen. Im Finale werden einige Menschen auf unterschiedliche Weise aufgespießt. Hierzulande ist WILDLING demnach bereits für Jugendliche ab 16 Jahren geeignet.
 
 


 
 
 

WILDLING – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Capelight Pictures (Blu-ray im KeepCase)

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(c) Capelight Pictures (Mediabook mit DVD + Blu-ray)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Wildling; USA 2018

Genre: Thriller, Mystery Horror

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.39:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 92 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Keepcase mit Wechselcover und im Schuber | Mediabook

Extras: Outtakes, Entfallene Szenen, Trailer, Trailershow | zusätzlich Mediabook: Booklet, Film auf DVD

Release-Termin: 26.10.2018

 

Wildling [Blu-ray im KeepCase] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

Wildling [Blu-ray + DVD] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

WILDLING – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Capelight Pictures)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Ginger Snaps – Das Biest in Dir (2000)
 
Ginger Snaps II – Entfesselt (2004)
 
Carrie – Des Satans jüngste Tochter (1976)
 
RAW (2016)
 


Filmkritik: „Devil’s Gate – Pforte zur Hölle“ (2017)

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DEVIL’S GATE – PFORTE ZUR HÖLLE

(DEVIL’S GATE)

Story

 
 
 
Auf einer unheimlichen Farm passieren seltsame Dinge. Was die Polizei dort jedoch findet, geht weit über rationalen Menschenverstand hinaus.

 
 
 


 
 
 

DEVIL’S GATE – Kritik

 
 
 
Ist es eigentlich ein gutes Zeichen, wenn ein Film von Festival zu Festival gereicht wird? Nicht selten steckt dahinter Kalkül. Viele Festival-Initiatoren zeigen sehenswerte Filme, um möglichst viele Besucher in die Vorstellungen locken zu können. Aber das Einreichen von Filmen kann auch einem anderen Zweck dienen. So kann es gut sein, dass Filme keinen Verleih finden und daher so lange auf diversen Festivals ihr Dasein fristen bis sich endlich ein Einkäufer findet. Im Falle von DEVIL’S GATE können wir aber Entwarnung geben. Auch dieser Streifen wurde auf einschlägigen Veranstaltungen wie dem FRIGHTFEST oder dem TRIBECA FILMFESTIVAL aufgeführt, vermutlich aber nicht mit dem Hintergrund unbedingt ein Käufer für die Heimkinoauswertung zu finden. Diesen dürfte erwähnter Indie-Horror ohnehin schnell gefunden haben, denn DEVIL’S GATE ist weit weg von schlecht und bringt gute Horrorunterhaltung ins gemütliche Wohnzimmer. Darauf dürfen sich Genre-Fans freuen.
 
 
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Was ist denn hier nicht in Ordnung? Das denkt sich auch FBI-Agentin Daria Francis (AMANDA SCHULL). Die muss sich im ländlichen Amerika mit einem Fall beschäftigen, der viele Fragen aufwirft. Im Fokus der Ermittlungen steht Familienvater Jackson Pritchard (MILO VENTIMIGLIA aus STATIC und KISS OF THE DAMNED). Seit einer Ewigkeit sind nämlich dessen Frau und der gemeinsame Sohn verschwunden. Man glaubt an Mord. Doch der ortsansässige Sheriff Conrad ‚Colt‘ Salter (SHAWN ASHMORE aus HATCHET 2 und FROZEN) kennt den Beschuldigten seit der Kindheit persönlich und vermutet andere Ursachen. Grund genug sich auf der heruntergekommenen Ranch besagter Familie umzuschauen. Dort stößt man auf das verstörte Familienoberhaupt, das über den Besuch der Gesetzeshüter so gar nicht erfreut ist. Offenbart versucht er die Farm vor etwas zu beschützen, das es mit der Familie nicht sonderlich gut meint. Und in der Tat. Im Keller erhält man erste Hinweise. Dort haust in einem Käfig ein Wesen, das keinesfalls menschlich ist. Da stellt sich glatt die Frage, was in diesem Heim nicht mit rechten Dingen zugeht. Die Antwort darauf sucht man in dieser Kritik vergebens. Jeder noch so kleine Spoiler raubt nämlich DEVIL’S GATE die Spannung.
 
 
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Eine abgelegene Farm, bedrohliche Wolken, ein religiöser Fanatiker und der Teufel im Titel. Dieser Film muss mit dem Okkulten zu tun haben, was wohl das Interesse eines Exorzisten auf den Plan rufen dürfte, der hier mit Weihwasser und Kruzifix zu Tate schreiten muss. Überraschenderweise macht Regisseur CLAY STAUB alles anderes. DEVIL’S GATE ist im anderen Subgenre Zuhause und treibt mit unerwarteten Handlungsverläufen die Spannung voran. Leider beinhaltet der Streifen viele Rätsel und überraschende Wendungen, was es an dieser Stelle schwer macht den Film zu rezensieren. Jede Information zu viel zerstört den nicht uninteressanten Plot, der hier immer nur knappe Hinweise darüber liefert, was letztendlich des Pudels Kern ist. Der Zuschauer wird stets häppchenweise mit Antworten versorgt, die am Ende ein rundes Ganzes ergeben. Erst dort macht der Mystery-Plot Sinn und verinnerlicht einmal mehr, dass selbst bekannte Geschichten immer noch gut funktionieren, wenn man sie in einem unvorhersehbaren Drehbuch niederschreibt, das nicht gleich mit der Tür ins Haus fällt. Dass die erste eigene Arbeit von Regisseur CLAY STAUB eine atmosphärische wie spannende Glanznummer geworden ist, scheint nicht von ungefähr zu kommen. Der Macher war nämlich zuvor an einigen Horror-Produktionen beteiligt, bei denen er wohl das Einmaleins des Angstmachens studiert hat. So stand er als Regisseur der zweiten Unit an der Neuverfilmung des Kultstreifens DAWN OF THE DEAD und dem Prequel zu Carpenters THE THING zur Seite. Immerhin erfolgreiche Filme, die besser waren, als die meisten Neuinterpretationen geliebter Kultklassiker. Qualitativ bleibt Macher CLAY STAUB zumindest seinem Kurs treu. DEVIL’S GATE kann sich sehen lassen und dürfte Freunde unabhängigen Gruselkinos bestens unterhalten. Dank guter (aus TV-Serien bekannter) Schauspieler, professionell getrickster Kreaturen-Effekte und durchdachter Erzählweise ist aus diesem kleinen Grusel-Indie definitiv ein Geheimtipp geworden. Sollte man sich auf die Filmliste setzen.
 
 
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DEVIL’S GATE – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Bedrohlich-düsteres Indie-Kino, das sich nicht gleich durchschauen lässt und bis zum Ende fesselt. DEVIL’S GATE gelingt das Kunststück, welches immer wenigeren unabhängig produzierten Horrorfilmen gelingt. Der Streifen erzählt eine Geschichte, die schnell in den Bann zieht und von der man unbedingt wissen will, wie sie ausgeht. Grund hierfür: Man hat sich beim Verfassen des Drehbuchs Gedanken gemacht und an einem Plot gebastelt, der den Zuschauer anfangs versucht in die Irre zu führen. Wohin die Reise wohl gehen wird? Das bleibt bis zur Hälfte ungewiss. Ein guter Schachzug, um das Publikum bei Laune zu halten. Offenbar war im Falle von DEVIL’S GATE jemand am Regler, der selbst Horrorfan ist und weiß, was Genre-Fans wollen. Letztere dürstet es nach spannenden Geschichten, die gute Unterhaltung versprechen. Das ist Regisseur CLAY STAUB definitiv gelungen. Der zitiert hier Altmeister wie JOHN CARPENTER oder TOBE HOOPER. Die permanent bedrohliche Kulisse tut da ihr Übriges. Essentiell für einen Horrorfilm. Dieser Mysterythriller ist zweifelsohne sehenswert. Bitte mehr von diesen kleinen, qualitativen Low-Budget-Schockern.
 
 
 


 
 
 

DEVIL’S GATE – Zensur

 
 
 
Viel Gewalt zeigt DEVIL’S GATE nicht. Ein Mann wird von einer Bärenfalle zerquetscht, Ein Bein wird mit einem metallischen Gegenstand durchbohrt, der Brustkorb eines Protagonisten wird aufgerissen und ein Gesicht wird ebenfalls weggeschossen. Hierzulande war eine FSK16 drin. Der Film wurde ungeschnitten veröffentlicht.
 
 
 


 
 
 

DEVIL’S GATE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Black Hill Pictures GmbH (Blu-ray im Keepcase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Devil’s Gate; USA | Kanada 2017

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.39:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 98 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Trailer, Bildergalerie

Release-Termin: 22.11.2018

 

Devil’s Gate – Pforte zur Hölle [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

DEVIL’S GATE – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Black Hill Pictures)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Extraterrestrial (2014)
 
The Recall (2017)
 
Dark Skies – Sie sind unter uns (2013)
 


Filmkritik: „Desolation“ (2017)

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DESOLATION

Story

 
 
 
Eine Mutter muss sich mit ihrem Sohn gegen einen Psychopathen zur Wehr setzen, der ihnen in der Wildnis nach dem Leben trachtet.

 
 
 


 
 
 

DESOLATION – Kritik

 
 
 
Ein weiterer Horrorthriller, der zumindest in Amerika vom Label IFC MIDNIGHT vertrieben wird. Erfahrene Horrorkenner wissen, was sie da zu erwarten haben. Der amerikanische Filmverleih hat sich nämlich auf sehenswerte Genre-Produktionen aus dem Indie-Sektor spezialisiert, die auch gern mal auf einschlägigen Filmfestivals mit Preisen überschüttet werden. Diesmal hatte man aber leider kein Glück bei der Filmauswahl. DESOLATION wirbt zwar mit verheißungsvollem Retro-Poster, ist aber ein waschechter Rohrkrepierer, den man besser meidet, um sich nicht den Tag verderben zu lassen. Doch der Fehlschlag ist keine Überraschung. DESOLATION entpuppt sich nämlich als Debütwerk eines Regisseurs, der sich zuvor als Produktionsassistent an so Filmen wie THE CALL, THE PURGE oder THE DARKNESS verdient gemacht hat. Wer öfter FILMCHECKER liest weiß, dass die ersten Gehversuche ambitionierter Regisseure nur selten glücken. Das ist auch bei DESOLATION der Fall, der kaum Eigenständigkeit besitzt und Unerfahrenheit im Regiefach an den Tag legt. Vielleicht wird’s beim nächsten Film besser. DESOLATION zumindest ist schwach und kaum der Rede wert, denn hier wird der Begriff „Langsamkeit“ zu ernst genommen. Für Survival-Horror der Todesstoß.
 
 
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Manchmal ist es besser auf die eigenen Kinder zu hören, auch wenn sie erst 13 Jahre alt sind. Zumindest hat der kleine Sam das Gefühl, dass ihn seine Mutter gern mal wie ein kleines Kind behandelt. Beide wollen zusammen mit der besten Freundin der Mutter einen Ausflug in die Berge unternehmen, um dort die Asche des verstorbenen Vaters zu verstreuen. Doch der Ausflug wird für alle zur emotionalen aber auch gefährlichen Gratwanderung. Sie werden nämlich schon bald von einem mysteriösen Fremden mit Sonnenbrille verfolgt, der offenbar nichts Gutes im Schilde führt. Für die Frauen ein Albtraum. Die verfallen in Panik und werden zu leichter Beute. Gut, dass Sam einen kühlen Kopf bewahrt. Der weiß wie man sich in einer solchen Situation verhalten muss und nimmt es mit dem personifizierten Bösen auf.
 
 
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DESOLATION hat nicht viel, um das Interesse des Zuschauers für sich beanspruchen zu können. Die Geschichte ist schnell erzählt und deren Ausgang bereits früh ersichtlich. Drei Protagonisten irren im Wald umher und werden von einem Fremden terrorisiert. Das klingt nach einer weiteren Variation von BEIM STERBEN IST JEDER DER ERSTE, ist aber bei genauerer Betrachtung ein ermüdender Überlebenstrip auf den man getrost verzichten kann. Dabei hat der Mix aus Drama und Survival-Horror ein großes Problem: Er nimmt sich zu viel Zeit für Nebensächlichkeiten. So wird in DESOLATION zu viel über verletztes Seelenheil und Familienprobleme geschnattert, was dahingehend unnötig ist, weil die Figuren – trotz Entwicklung – dennoch fad und langweilig bleiben. Die eigentliche Überlebenshatz erhält daher nur wenig Aufmerksamkeit und wird in den letzten fünfzehn Minuten per Eiltempo abgehandelt. Dort erst gewinnt DESOLATION an Fahrt und erwacht aus seinem Dornröschenschlaf. Ob das aber Zuschauer interessieren wird, bleibt fraglich. Weil das Angebot an besseren Filmen riesig ist und der Horrorfilmmarkt weitaus deftigere Schocker bereithält, dürften die meisten Horrorfans bereits frühzeitig abgeschalten und einen anderen Horrorstreifen gestartet haben. Manch Filmemacher sollte daher Publikumswünsche genauer analysieren, um in Erfahrung bringen zu können, was Zuschauer denn von einem Horrorfilm erwarten. Mit langweilig inszenierten Gurken und den ewig gleichen und unoriginellen Geschichten macht man sich keine Freunde.
 
 
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DESOLATION – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
 
Perfides Katz- und Mausspiel. DESOLATION ist trotz hinterlistiger Story nur ein weiterer, banaler Survival-Horror, der den Zuschauer müde macht, statt ihn zu schockieren. DESOLATION macht zwar mit reißerischem Poster neugierig, das an das Exploitationkino der 1970er erinnert. Doch von den harten Horrorthrillern dieser Zeit ist dieser Schnarcher weit entfernt. Wer daher Einschlafprobleme besitzt, sollte sich diesen Horrorthriller verschreiben lassen. Es muss nicht immer die Chemiekeule sein. Schlechte und langweilige Filme können ebenso Wunder bewirken. Wir wünschen friedliche Träume.
 
 
 


 
 
 

DESOLATION – Zensur

 
 
 
Sonderlich brutal ist DESOLATION nicht. Erst in den letzten 20 Minuten fließt etwas Lebenssaft. Zu sehen gibt es eine ausgeweidete Leiche, ein Taschenmesser wird in eine Ferse gestochen und ein Zahn gezogen. Hierzulande dürfte der Streifen ohne Probleme eine FSK erhalten.
 
 
 


 
 
 

DESOLATION – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei IFC Midnight)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Killing Ground (2016)
 
Carnage Park (2016)
 
The Mooring (2012)
 
Quarries (2016)
 
Preservation (2014)
 
Beim Sterben ist jeder der Erste (1972)
 


Filmkritik: „Darkness Rising“ (2017)

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DARKNESS RISING

Story

 
 
 

Manchmal ist es besser, wenn man die Vergangenheit ruhen lässt. Eine Erkenntnis, die der Heldin von DARKNESS RISING leider zu spät kommt.

 
 
 


 
 
 

DARKNESS RISING – Kritik

 
 
 
Wenn es im Horrorfilm spukt, dürfte den meisten Genre-Liebhabern wohl folgender Streifen zurück in Erinnerung gerufen werden: THE AMITYVILLE HORROR. Hier wurde schaurig auf die Leinwand gebracht, was sich 1974 tatsächlich im amerikanischen Amityville ereignet haben soll. In einer kühlen Novembernacht erschoss ein junger Mann die ganze Familie und erläuterte vor Gericht, dass er zum Zeitpunkt der Morde von Dämonen besessen gewesen sei. Der Fall erregte internationales Interesse in den Medien und wurde Jahre später von Hollywood verfilmt. THE AMITYVILLE HORROR wurde – trotz Schwächen – zum kommerziellen Erfolg und lies Fortsetzungen folgen, über die man mittlerweile die Übersicht verloren haben dürfte. Irgendwo im Haunted-House-Genre beheimatet ist auch der folgende Gruselhausfilm, dessen Inhaltsangabe sich bei genauerer Betrachtung irgendwie so liest, als habe man hier eine weitere Fortsetzung über das berüchtigte Horrorhaus in Amityville gedreht. Verantwortlich zeichnet AUSTIN READING, der bisher kaum Multiplex-Ware gedreht hat, sondern nur Fast-Food fürs Fernsehen. Die Kino-Unerfahrenheit merkt man auch dem Horrorfilm DARKNESS RISING an. Der erinnert nämlich stark an TV-Futter und wurde in Amiland verständlicherweise gleich für den Heimkinomarkt veröffentlicht. Dort dürfte er wohl kaum auffallen. Der Grund: DARKNESS RISING hebt sich kaum von den üblichen Konsorten ab. Das hat man alles schon mal besser gesehen.
 
 

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Ein beliebtes Thema in Horrorfilmen: Spukhäuser. In DARKNESS RISING macht Madison (TARA HOLT) Bekanntschaft mit derartigem Gemäuer. Die kehrt nämlich nach langer Zeit zurück zum Haus der Eltern, weil es abgerissen werden soll. Seit der Kindheit leidet sie an einem Trauma. Das ist nicht unbegründet, denn als Kind hat die attraktive Frau Schlimmes erlebt. Offenbar litt die Mutter an psychischen Problemen, weshalb sie auf bestialische Weise eines ihrer Kinder ermordete und sich anschließend selbst in die ewigen Jagdgründe befördert hat. Um Erlebtes aufzuarbeiten, soll ein letzter Besuch im alten Zuhause helfen. Doch der verwandelt sich bald zum Albtraum. Kaum mit Cousine Izzy (KATRINA LAW) und dem Verlobten Jake (BRYCE JOHNSON aus WILLOW CREEK) das Anwesen betreten, passieren dort mysteriöse Dinge. Erst sind es seltsame Visionen, die der Traumatisierten Angst bereiten. Später ziehen Hunde ums Haus, die die Besucher nicht gehen lassen wollen. Was liegt hier im Argen? Die Antwort darauf ist nicht schwer zu erraten. Das schmucke Anwesen in DARKNESS RISING führt ein Eigenleben und hat ganz eigene Pläne mit den ahnungslosen Protagonisten. Herrje!
 
 

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Willkommen zu unabhängig produziertem Indie-Kino, das eigentlich kein Mensch braucht. DARKNESS RISING ist weit weg von gut, denn der Film besitzt nichts, was in Erinnerung bleibt. Geboten werden langweilige Charaktere, eine dumme Geschichte und auf gruselig getrimmte Horror-Elemente, die keinen Preis für Originalität gewinnen dürften. Drehbuchautor VIKRAM WEET macht es dem Zuschauer nicht leicht. Der fade Mix aus EVIL DEAD und THE AMITYVILLE HORROR braucht nämlich lange, bis er an Tempo gewinnt. Dabei verläuft alles nach klassischem Aufbau. An Überraschungen hat man nicht gedacht. Hier ein paar seltsame Stimmen, dort plötzlich besessene Helden, die von finsteren Mächten gelenkt werden. DARKNESS RISING macht viel Lärm um nichts und zögert künstlich hinaus, bevor endlich die Katze aus dem Sack gelassen wird. Was hat es mit dem schaurigen Haus auf sich? Die Frage darauf gilt es zu ergründen. Damit lässt sich der Streifen viel Zeit und macht so den Zuschauer müde. Warum müssen Geister und Spukhäuser eigentlich immer Spiele mit ihren Opfern spielen? Statt mit der Tür ins Haus zu fallen, werden in der Regel Geheimnisse gewebt. Das ist auch in DARKNESS RISING der Fall, der erst kurz vor Ende zu verstehen gibt, warum hier Spuk-Theater veranstaltet wird. Die Erklärungen sind fadenscheinig und machen bei genauerer Untersuchung keinen plausiblen Sinn. Ein Grund mehr sich lieber mit besseren Horrorfilmen zu beschäftigen.
 
 

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DARKNESS RISING – Fazit

 
 
 

5 Punkte Final

 
 
 
STEPHEN KINGS CUJO trifft auf EVIL DEAD und AMITYVILLE HORROR. DARKNESS RISING erweckt den Anschein, als habe hier jemand schnell etwas zu Papier gebracht, das verfilmt werden musste, um flink Kasse machen zu können. Viel Herzblut wurde nicht investiert, denn frische Ideen sucht man vergebens. Alles läuft nach bekanntem Schema für Filme ab in denen Spuk- und Geisterhäuser eine Rolle spielen. Das macht den Streifen nicht sonderlich spannend und raubt den Zuschauer Nerven. Letzteres geht auch auf das Konto von Schauspielerin TARA HOLT. Die blüht in ihrer Rolle als permanent winselnde und hysterisch jammernde Filmheldin auf und stellt so die Geduld des Publikums auf eine harte Probe. Doch damit nicht genug. Auch die Geschichte verlangt nicht viel ab. Die behäbige Inszenierung erinnert an TV-Filme und quält sich mit kammerspielartiger Machart durch drei Seiten Drehbuch, die künstlich auf Spielfilmlänge geblasen wurden. Warum schreibt man keine gruseligen Horrorgeschichten mehr? Statt unheimlicher Angstmacher wird mittlerweile nur noch konventioneller Zelluloid-Blödsinn für den Videomarkt produziert, der längst die eigentlichen Absichten von Horrorfilmen aus den Augen verloren hat. Eine erschreckende Entwicklung.
 
 
 


 
 
 

DARKNESS RISING – Zensur

 
 
 
DARKNESS MIDNIGHT hat kaum Schauwerte zu bieten. Das dürfte zur Folge haben, dass der Streifen hierzulande eine FSK16 erhalten wird – insofern er hier überhaupt veröffentlicht werden sollte.
 
 
 


 
 
 

DARKNESS RISING – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei IFC MIDNIGHT)

 
 
 
Ähnche Filme:
 

Demonic (2015)

 

Gallows Hill (2013)

 

Farhope Tower (2015)

 

The Axe Murders of Villisca (2016)

 


Filmkritik: „Demon Girl“ (2016)

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DEMON GIRL

(HOUSE ON WILLOW STREET | FROM A HOUSE ON WILLOW STREET)

Story

 
 
 

Vier Kleinkriminelle planen einen großen Coup. Leider müssen sie schnell einsehen, dass es auch Dämonen missfällt, wenn man gegen Gesetze verstößt.

 
 
 


 
 
 

DEMON GIRL – Kritik

 
 
 
Wenn vermeintliche Bösewichte selbst zu Gejagten werden. Das ist guter Stoff für fiese Horror-Unterhaltung von der man sich doch gern berieseln lassen möchte – vor allem wenn ein „Haus“ im Titel auf bösartige Gruselunterhaltung hoffen lässt. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass in unscheinbaren Häusern an reißerisch bezeichneten Straßen und Plätzen nicht selten das Böse zu Hause ist. So passiert im Mysterythriller THE HOUSE ON PINE STREET, dem Rache-Schocker LAST HOUSE ON THE LEFT oder dem Psychopathen-Grusler HOUSE AT THE END OF THE STREET, wo sich in abgelegenen Anwesen schockierende Dinge ereignet haben. Auch FROM A HOUSE ON WILLOW STREET – der hierzulande unsinnigerweise in DEMON GIRL umgetauft wurde – lockt mit vielversprechender Titelgebung und springt auf den „House“-Zug auf. Doch diesmal sollte man nicht zuviel erwarten. Professionelle Optik macht das Fan-Herz weich. Forscht man aber tiefer, tritt schnell Ernüchterung ein, denn DEMON GIRL ist weit weg von perfekt. Regisseur ALASTAIR ORR zeichnet verantwortlich. Der kommt aus Südafrika und hat scheinbar Gefallen am Horrorfach gefunden – zumindest legt das die bisherige Filmografie nahe. Mit einem hastig zusammengeschnippelten Trailer soll neugierig auf DEMON GIRL gemacht werden. Leider verbrät man darin gleich die besten Szenen, weshalb enttäuschte Gesichter vorprogrammiert sind. Nach der Dschungel-Kreaturen-Gurke INDIGENOUS liefert Filmemacher ALASTAIR ORR Horrorstoff ab, der dem Vorgängerfilm des Regisseurs intellektuell das Wasser reichen kann. Das bedeutet: Abermals kämpfen dumme Protagonisten gegen das Böse auf Erden und schlagen es trotz geistiger Umneblung am Ende in die Flucht. Neu ist im direkten Vergleich das Gespür für’s Visuelle. Der dreckige und semiprofessionelle Videolook aus INDIGENOUS musste weichen. Dafür sind in DEMON GIRL nun makellose Hochglanzaufnahmen zu sehen, die es gut und gerne mit Horrorproduktionen großer Studios aufnehmen können. Doch machen mehr Budget und professionelles Equipment aus einem sonst eher einfallslosen Drehbuch sehenswertes Horrorkino?
 
 
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Kidnapping ist kein Kavaliersdelikt. Das müssen auch die Helden (darunter SHARIN VINSON) in DEMON GIRL feststellen, die die Tochter einer gut betuchten Familie entführen wollen. Es sind Diamanten, auf die es die Bande abgesehen hat und welche nun als Lösegeld gefordert werden. Doch weil es sich hier um einen Horrorfilm handelt, darf man davon ausgehen, dass alles anders kommen wird. Die Entführung läuft zwar nach Plan, nur die Eltern der Geisel reagieren weder auf Anrufe oder Botschaften. Sind die etwa nicht daheim? Um auf Nummer sich zu gehen, begibt man sich noch einmal zum Tatort, um nach dem Rechten zu sehen. Was man jedoch nach akribischer Suche im Elternhaus findet, lässt den Kleinganoven das Blut in den Adern gefrieren. Die Eltern liegen verstümmelt in ihren Betten und im Keller findet man von Rohren durchbohrte Exorzisten. Wer hat diese grausamen Taten begangen? Schnell wird klar, dass hier wohl höhere Mächte am Werk sein müssen, denn die entführte Katherine (CARLYN BURCHELL) beginnt plötzlich zu schweben und faselt boshafte Verse.
 
 
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Guter Start, der Rest: Naja. Eigentlich hätte aus DEMON GIRL fesselnder Horror werden können, der bis in den Schlaf verfolgt. Leider macht die zweite Filmhälfte aus diesem Horrorthriller dann doch nur eine übertriebene Gruselachterbahn ohne tieferen Sinn, die aber immerhin ohne Längen abgehandelt wird. Während Regisseur ALASTAIR ORR in den ersten 45 Minuten Spannung durch mysteriöse Vorfälle aufbaut, die auf subtilen Grusel mit Hirn hoffen lassen, lösen sich Vorfreuden spätestens ab der Halbzeit in Luft auf. Genau das Gegenteil flimmert nämlich über die Mattscheibe und dürfte Feingeister die Haare zu Berge stehen lassen. So wird aus einer unheimlichen Entführung plötzlich vorhersehbarer Dämonen-Nonsens, der sich zu sehr den Konventionen des Horrorkinos unterwirft und sich in einem faden Brei aus Klischees und Effekthascherei verfängt. Eine enttäuschende Wendung, weil einfallslose CGI-Effekte und austauschbare Besessenheitsthematik aus DEMON GIRL belanglosen Horror-Blödsinn macht, an den sich bereits Stunden nach Sichtung niemand mehr erinnern wird. Hier hätte man mehr draus machen können, zumal dem Drehbuch in den letzten Zügen auch noch die Ideen ausgehen und die immer gleichen Spezialeffekte aus der Effektkiste gekramt werden. Da schweben besessene Zombie-Freunde durch die Luft und dämonische Wurmparasiten krabbeln aus Mündern, weil sie nach neuen Wirtskörpern suchen. Weil die immer gleichen Effekte zelebriert werden und die Helden auch noch spannungsarm vor einem Dämon in Menschengestalt flüchten müssen, versinkt DEMON GIRL schnell in der Belanglosigkeit. Das hat man irgendwie alles schon mal besser gesehen, wobei wir an dieser Stelle noch einmal die Horrorstreifen DON’T BREATH und THE AUTOPSY OF JANE DOE in Erinnerung rufen möchten. Bei genauerer Betrachtung ist DEMON GIRL nichts anderes, als ein Mix genannter Grusel-Hits. Leider erreicht der Film nicht mal annähernd jene Qualitäten. Spezialeffekte und Action sind eben nicht immer alles. In Zeiten permanenter Ideenarmut sind es clevere Geschichten, die vor allem das Horror-Genre dringend nötig hat.
 
 
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DEMON GIRL – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Eine kurzweilige und atmosphärische Gruselachterbahn, die kaum Verschnaufpausen bietet. Leider hat DEMON GIRL (Originaltitel: FROM A HOUSE ON WILLOW STREET) nur ein Problem: Hier fehlen Ideen. Der Streifen schaut zwar mit seinem permanent düsteren Look und den teils gut getricksten Spezialeffekten hervorragend aus. Blickt man aber hinter die Fassade, ist dieser komplett in Südafrika gedrehte Dämonen-Spuk nichts anderes, als ein hirnloser Okkult-Zirkus voller Schocks, der sich in erster Linie ans Mainstream-Publikum richtet. Was stark und unheimlich beginnt, katapultiert sich nach 45 Minuten selbst ins Aus. Geschichte und Figuren bleiben flach. Dafür wird Wert auf Spezialeffekte aus dem Computer gelegt. Was man hier geboten bekommt ist weit weg von clever. Ein bösartiger Dämon will die Menschenwelt beherrschen, benötigt aber fünf Seelen um auf Erden zu wandeln. Natürlich ist das konventioneller Blödsinn, der möglichst viele Schreckmomente abhaken möchte und mit permanent gruseliger Stimmung so etwas wie Spannung heraufbeschwören will. Leider verhalten sich die Figuren dämlich und auch der Dämon in Menschengestalt ist trotz magischer Fähigkeiten nicht die hellste Kerze auf der Torte. Dumme Handlungen gestalten das Treiben vorhersehbar. Das macht diesen Streifen zum Spannungskiller, der trotz netter Optik keinen Preis für Originalität gewinnen dürfte. Bei so einfältiger Gruselmacherei will man fast schon Mitleid mit Hauptdarstellerin SHARIN VINSON haben, die sich bereits mit Horrorfilmen auskennt und in YOU’RE NEXT oder BAIT 3D zu sehen war. Auch diese Popcornstreifen waren nicht sonderlich helle, hatten aber immerhin fiese Morde in petto. Letztere sucht man in DEMON GIRL übrigens vergebens. Der Film hat nämlich kaum Schauwerte zu bieten, was vermutlich jene enttäuschen wird, die sich nach Sichtung des ansprechend geschnittenen Trailers ein Splatter-Feuerwerk erhofft haben.
 
 
 


 
 
 

DEMON GIRL – Zensur

 
 
 
Was Gewalt angeht hält sich DEMON GIRL (OT: FROM A HOUSE ON WILLOW STREET) sehr zurück. Es gibt kurz verstümmelte und übel zugerichtete Leichen zu sehen. Ansonsten verwandeln sich die wenigen Protagonisten im späteren Verlauf – ähnlich wie im Kult-Splatter EVIL DEAD – in willenlose Dämonen-Zombies. Wer jetzt aber denkt, dass die brutal morden, irrt gewaltig. In DEMON GIRL sind die verwandelten Kleinganoven nur Handlanger eines Oberdämons, die Angst und Schrecken verbreiten sollen. Wegen der gelungenen Make-up und Spezialeffekte sowie verstörender Visionen hat der Streifen aber eine Erwachsenenfreigabe erhalten. Hierzulande steht DEMON GIRL mit rotem FSK-Flatschen im Händlerregal. Ungeschnitten versteht sich!
 
 
 


 
 
 

DEMON GIRL – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Tiberius Film (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: From a House on Willow Street; Südafrika 2016

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 86 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wendecover (alternatives Filmmotiv)

Extras: Trailer, Trailershow

Release-Termin: 02.11.2017

 

Demon Girl [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

DEMON GIRL – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Tiberius Film )

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Don’t Breath (2016)
 
The Autopsy of Jane Doe (2016)
 
The Badger Game (2014)
 
Demonic (2015)
 
Evil Dead (2013)
 


Filmkritik: „The Autopsy of Jane Doe“ (2016)

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THE AUTOPSY OF JANE DOE

Story

 
 
 
Der Körper der toten Jane Doe (so wie nicht identifizierte Personen in den USA genannt werden) stellt Pathologe Tommy Tilden (BRIAN COX aus MINDSCAPE) und dessen Sohn Austin Tilden (EMILE HIRSCH) vor große Herausforderungen. Die sollen die Todesursache finden und bekommen es dabei schnell mit der Angst zu tun.

 
 
 


 
 
 

THE AUTOPSY OF JANE DOE – Kritik

 
 
 
Keine Lust mehr auf schlechte Horrorfilme, die Lebenszeit rauben und die Laune verderben? Das Jahr 2016 hat sich im Angstkino nicht gerade mit Ruhm bekleckert. Viele miserable Horrorfilme haben das Licht des Zelluloidhimmels erblickt, die den Zuschauer in der Regel mit Langeweile und schlechten Effekten gestraft haben. Offenbar hat das der Regisseur ANDRÉ ØVREDAL erkannt. Der brachte im Jahr 2010 mit TROLLHUNTER eine originelle Mockumentary in die Kinos und hinterließ wegen spektakulärer Effekte selbst in Hollywood Eindruck. Den hinterlässt der Norweger nun auch sechs Jahre nach seiner beeindruckenden Trolljagd. Statt Fabelwesen und Wackelkamera geht es der Filmemacher diesmal subtiler an. In THE AUTOPSY OF JANE DOE möchte er den Zuschauer das Fürchten lehren und ist darin wirklich gut. Selten hat man solch knisternde Hochspannung im Horrorfilm ertragen müssen. Deshalb erscheint es auch nicht übertrieben, wenn man behauptet, dass THE AUTOPSY OF JANE DOE zum Besten gehört, was 2016 im Kino zu bieten hatte.
 
 
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Der Mystery-Horror THE AUTOPSY OF JANE DOE ist nichts für die Splatter- und Gewaltfraktion. Darin findet die Polizei in einem Haus Erschütterndes. Übel verstümmelten Leichen lassen auf einen Mehrfachmord schließen. Doch im Keller stößt man auf weitaus Schlimmeres. Dort ziehen die Beamten den Körper einer mysteriösen Schönheit aus einer Grube, den zuvor wohl jemand im Boden vergraben wollte. Zwei Pathologen sollen den unversehrten Körper untersuchen und die Todesursache bestimmen. Leider stellen sich die Untersuchungen als großes Problem heraus, denn offenbar stimmt etwas mit dem Leichnam nicht. Hand- und Fußgelenke sind gebrochen. Auch die Zunge fehlt. Zudem findet man im Magen der Toten ein Tuch mit mysteriösen Schriftzeichen. Was anfänglich wie ein Mord an einer Frau ausschaut, die von Menschenhändlern zum Sex gezwungen wurde, entwickelt sich bald zum Mysterium. Je weiter die Männer in den Körper der geheimnisvollen Schönheit vordringen, desto mehr Fragen fallen auf. Was musste diese Frau ertragen? Antworten, die schon bald das Leben der beiden Pathologen in Gefahr bringen wird, weil sich plötzlich seltsame Dinge ereignen.
 
 
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Wenn ein lebloser Körper auf dem Seziertisch liegt. Das weckt Erinnerungen an einen ähnlichen Streifen. Unter dem Titel DIE LEICHE DER ANNA FRITZ wurde bereits 2016 ein spanischer Psychothriller in die Läden gebracht, der sich einer ähnlichen Ausgangssituation bediente. Auch in diesem Streifen stieß man auf die Leiche einer mysteriösen Schönheit, der wenig später für Chaos sorgte. Während sich dort jedoch drei Freunde am toten Körper einer bekannten Schauspielerin vergingen und sich aus Angst vor Konsequenz gegenseitig an die Gurgel sprangen, überzeugt THE AUTOPSY OF JANE DOE durch weniger kontroversen Inhalt. Dieser Streifen verfolgt andere Intensionen. Der Gruselthriller will Angst einjagen und ist zu aller Überraschung damit auch noch äußerst erfolgreich. Hier geht es im wahrsten Sinne des Wortes übernatürlich zu. Was anfänglich wie eine normales Leichensezierung beginnt, entwickelt sich im späteren Verlauf für die beiden Hauptprotagonisten zum nicht enden wollenden Albtraum. Dabei orientiert sich THE AUTOPSY OF JANE DOE beim Aufbau am klassischen Horror. Das bedeutet, dass sich Regisseur ANDRÉ ØVREDAL weniger den lauten Schocks und Jump Scares widmet. Stattdessen spielt er virtuos mit Licht und Schatten. Eine unheilverkündende Geräuschkulisse tut ihr Übriges.
 
 
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Der Hauptfokus in THE AUTOPSY OF JANE DOE liegt aber nicht ausschließlich auf Angst und Grusel. Ein stetig steigender Spannungsbogen ist hier die eigentliche Geheimzutat, denn Regisseur ANDRÉ ØVREDAL hält lang geheim, was es denn nun eigentlich mit dem makellosen Frauenkörper auf sich hat. Erst nach und nach kommen die beiden Pathologen hinter das Mysterium und entschlüsseln dabei ein Rätsel, das eiskalt das Blut in den Adern gefrieren lässt. Mehr über den packenden Plot zu verraten, wäre unfair all jenen gegenüber, die sich endlich mal wieder im (Heim)Kino vor Angst in die Hosen machen wollen. THE AUTOPSY OF JANE DOE schafft das ohne Weiteres. Da kann man nur ehrfürchtig seinen Hut ziehen, denn THE AUTOPSY OF JANE DOE ist definitiv einer der besten Horrorfilme der letzten Jahre. Chapeau!
 
 
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THE AUTOPSY OF JANE DOE – Fazit

 
 
 
10 Punkte Final
 
 
 
Eine schaurige Glanzleistung! Ohne Zweifel der beste Horrorfilm aus dem Jahr 2016. Europa zeigt Hollywood einmal mehr eindrucksvoll, wie man anständige Gruselstreifen inszeniert. Statt Gewalt und ausgeklügelte Spezialeffekte aus dem Computer, reichen in der Regel Licht und Schatten aus, um möglichst effektives Grauen heraufbeschwören zu können. Zudem sind nach wie vor gute und vor allem neue Ideen die Quintessenz für sehenswerte Horrorfilme, denn niemand möchte stets recycelten Blödsinn vor die Linse bekommen, den man schon in zig anderen Filmen zu sehen bekommen hat. Der britische Mystery-Horror THE AUTOPSY OF JANE DOE zeigt allen wie es geht. Spannung ist alles und die kommt eben nur dann zustande, wenn man sein Handwerk beherrscht und sich auch mal den Kopf über neue Geschichten zerbricht. Somit gehören die ersten 50 Minuten dieses Horrorthrillers zum Besten, was man seit zehn Jahren im Horror-Genre zu sehen bekommen hat. Wer eine empfindliche Blase besitzt, sollte demzufolge vor Filmbeginn noch einmal auf die Toilette gehen. THE AUTOPSY OF JANE DOE zieht wegen seiner geheimnisvollen Handlung so in den Bann, dass ein Toilettengang danach unmöglich sein wird. Weil der norwegische Regisseur ANDRÉ ØVREDAL hier ganze Arbeit geleistet hat, darf man davon ausgehen, dass bald Produzenten aus Hollywood klingeln werden. Es wäre nämlich nicht das erste Mal, wenn europäische Indie-Filmemacher plötzlich Horrorfilme in der Traumfabrik drehen. Der bisher erfolgreichste Horror-Export aus Europa: ALEXANDRE AJA. Dem Franzosen hat sein Beitrag zur neuen französische Terror-Welle den Weg nach ganz Oben geebnet. Mal sehen, wie weit ANDRÉ ØVREDAL kommen wird.
 
 
 


 
 
 

THE AUTOPSY OF JANE DOE – Zensur

 
 
 
Gewalt gibt es im Film kaum zu sehen. Ein Messer wird in einen Brustkorb gerammt und eine Axt kommt versehentlich zum Einsatz. Weiterhin gibt es übel zugerichtete Leichen zu Beginn zu sehen und ein Mann erliegt an den Verletzungen eines Sturzes aus großer Höhe. Die eigentlichen Schauwerte reduzieren sich auf die Obduktion einer Leiche. Die hier gezeigten Spezialeffekte dürften nichts für Zartbesaitete sein, denn in THE AUTOPSY OF JANE DOE wird äußerst realistisch der Körper einer Frau geöffnet. Trotz Leichenöffnung hat der Film eine FSK16 erhalten.
 
 
 


 
 
 

THE AUTOPSY OF JANE DOE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Universum Film (Blu-ray KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Autopsy of Jane Doe; Großbritannien | USA 2016

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch für Hörgeschädigte

Bild: 2.40:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 86 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray ohne Wechselcover

Extras: Interviews, Trailer

Veröffentlichung: KeepCase: 20.10.2016

 
 

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THE AUTOPSY OF JANE DOE – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte Film für Grafiken liegen bei Universum Film)

 
 
 
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