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Filmreview: „Found“ (2012)

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FOUND

Story

 
 
 
Marty ist 12 Jahre alt, geht in die 5. Klasse und schnüffelt gern mal im Zimmer des großen Bruders herum. Der ist ein Serienkiller und bringt gern die Köpfe seine Opfer mit nach Hause, wo er sie im Wandschrank versteckt hält …
 
 
 


 
 
 

FOUND – Kritik

 
 
 
Kinder können so grausam sein, vor allem dann, wenn sie sich mitten in der Pubertät befinden. Da durchleben Heranwachsende nicht nur eine komplizierte Persönlichkeitsentwicklung; auch der Reiz des Verbotenen und die Neugier auf das “Nicht-Alltägliche” macht diese Phase für werdende Erwachsene zu einer aufregenden und besonderen Zeit. Leider bedeutet Erwachsenwerden auch, sich behaupten zu müssen. Rangeleien und Machtkämpfe unter Gleichaltrigen sind keine Seltenheit und die Schwelle zum Mobbing ist in vielen Fällen fließend. Wer sich nicht durchsetzen kann und schwach bleibt, gerät schnell ins Visier gehässiger Mitschüler, die den Schulalltag für Leidtragende zur Hölle machen. Auch der Fünftklässler Marty (authentisch gespielt von Newcomer GAVIN BROWN) in FOUND hat so seine Probleme mit den Klassenkameraden. Die haben ihren Spaß daran, gemeine Lügen über den Außenseiter zu verbreiten und ihm in der Schultoilette aufzulauern. Für Marty Grund genug, sich immer weiter in seine eigene Welt zurückzuziehen. Er malt Superhelden-Comics in denen er die Hauptrolle spielt und geht gern auch unerlaubt auf heimliche Entdeckungstour in das Zimmer seines älteren Bruders Steve (brillant aggressiv und beängstigend verkörpert von ETHAN PHILBECK). Der hat nämlich nicht nur eine umfangreiche VHS-Sammlung der besten Horrorstreifen aus den 80ern, sondern versteckt in seinem Wandschrank eine Tasche, in der er skalpierte Köpfe vorwiegend farbiger Frauen verstaut. Für den introvertierten Schüler keiner große Sache, hat er sich schon längst an den schockierenden Anblick der Häupter gewöhnt und findet die Mutprobe immer wieder spannend, den Köpfen der Opfer ins Gesicht zu schauen. Als Marty mal wieder in der Schule schikaniert wird und erneut keinen Rückhalt durch die Eltern erhält, weiht er seinen vermeintlich besten Freund David (ALEX KOGIN) in die geheimen Aktivitäten des größeren Bruders ein. Bruderherz bekommt jedoch schnell von den Schnüffeleien des Geschwisterchens Wind und nimmt sich Marty zur Brust – mit fatalen Folgen.
 
Was man nicht alles mit knappen 8000 US-Dollar auf die Beine stellen kann. Oft ist das wirklich nicht viel. Aber hin und wieder gelingt es Filmemachern trotz geringen Budgets gute Filme zu machen, die dann sogar noch teurer ausschauen, als es der Fall war. FOUND ist mal wieder so ein Beispiel. Der Streifen kann seine Herkunft (trotz hübsch-blutiger Titelsequenz im Comiclook von LOWELL ISAAK) nicht verleugnen und schaut unweigerlich nach Independent aus. Sieht man jedoch von der Prämisse ab, gehört der Horror-Thriller mit zu dem Besten, was das Indie-Horrorgenre hervorgebracht hat. Unkonventionell heißt hier das Zauberwort, das jedem verwöhnten Mainstream-Zuschauer das Blut in den Adern gefrieren lassen dürfte, denn FOUND pfeift darauf, sich den gängigen Mustern des austauschbaren Horrorfilms zu unterwerfen. Regisseur SCOTT SCHIRMER hat sich dem Roman von TODD RIGNEY angenommen und daraus einen ziemlich umfangreichen Spielfilm über die Suche nach sich selbst gedreht, der sowohl als Coming-of-Age-Drama als auch als Horrorfilm funktioniert. Die Kombination macht’s und hebt sich dabei sogar noch innovativ vom sonstigen Horrorquatsch ab, der dem Filmfan ja derzeit reichlich oft angedreht wird. Wir erleben zwei Brüder, die unterschiedlicher nicht sein könnten, sich aber untereinander aufrichtig verbunden fühlen. Beide hegen die Leidenschaft für den Horrorfilm und scheinen fast schon eine Obsession für diese Streifen entwickelt zu haben, was den Eltern seltsamerweise ziemlich egal ist. Bruder Steve hat sich vom trauten Familienfrieden schon längst verabschiedet und stellt das Treiben seines Lieblingsvideos “Headless” in der realen Welt nach. Sein Augenmerk liegt auf dem Ausradieren der Farbigen, die seiner Meinung nach schon alle Bereiche des täglichen Lebens in Beschlag genommen und verseucht haben. Für den jüngeren Marty gelten jene grausigen Streifen stattdessen als naive Mutprobe, ist er doch kindlich fasziniert von den gar grotesken Monstern in diesen Filmen und kann partout nicht genug von diesen Schauerwerken vor die Linse bekommen. Jedes Wochenende fährt er zusammen mit den Eltern in die örtliche Videothek, um sich dort neuen Gruselstoff besorgen zu können, wobei derartige Riten in manch Horrorfan längst vergessene Kindheitserinnerungen wach werden lassen dürften.
 
 

„…my life is a horror movie, but who is the monster? …“

(Marty)

 
 
An Gesellschaftskritik mangelt es in FOUND nicht. Themen wie Rassismus, Mobbing, Homosexualität oder Nachlässigkeit in der Erziehung von Kindern werden auf besonders unangenehme, sogar drastische Weise an den Pranger gestellt. Die schroffe Gesellschaftskritik ist aktueller denn je und Auslöser für die recht unerfreulichen Geschehnisse in FOUND. Auch wenn SCHIRMERS Debüt am Ende doch mehr Drama als Horror ist, sind die wenigen Gewalteskapaden nicht von schlechten Eltern. Hier hat man gänzlich aus dem Vollen geschöpft. Es werden Augen aus den Höhlen gerissen und genüsslich verspeist, Frauen enthauptet und in deren Köpfe penetriert. Schön anzuschauen ist das wahrlich nicht, dürfte aber immerhin den Gore- und Splatter-Nerd erheblich Freude bereiten. FOUND ist ein Nischenfilm und wird mit Sicherheit sein Publikum finden. Im Ausland hat der Schocker selbst abgebrühteste Genrefans in Entzückung versetzt und lief sogar auf dem beliebten AFTER DARK FILMFEST 2013 im kanadischen Toronto, wo er in den Kategorien Beste Titelsequenz und Bester Gore Auszeichnungen erhielt. Auch wenn natürlich nicht alles perfekt ist, waren wir dennoch von der unverbrauchten Idee überrascht, die trotz Low-Budget-Inszenierung nie billig, uninspiriert oder langweilig heruntergerasselt wird. Wer intelligentes Horrorfutter sucht, ist mit diesem Geheimtipp auf jeden Fall gut beraten. Da kann man nur hoffen, dass FOUND ein Indie bleibt und nicht das Interesse “gemeingefährlicher” Majors auf den Plan ruft. Denn uns würde es nicht wundern, würde der halbwegs unverbrauchten Vorlage bald ein glatt poliertes und konventionelles Remake folgen.
 
 
 


 
 
 

FOUND – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
FOUND ist einer der besten Independent-Horrorfilme der letzten Zeit – raffiniert, abartig, kontrovers und intelligent. Das hat auch die internationale Presse erkannt und FOUND mit dem Prädikat “Geheimtipp” ausgezeichnet. Wir können dem nichts entgegensetzen und waren erstaunt, wie “anders” FOUND doch ist. Wer unkommerzielles und unabhängiges Kino mag, sollte auf jeden Fall einen Blick wagen.
 
 
 


 
 
 

FOUND – Zensur

 
 
 
Es gibt einige Szenen in denen in Körperteile toter Frauen penetriert wird. Vermutlich hat das dazu beigetragen, dass FOUND hierzulande geschnitten werden musste. Die deutschen Filmfassung wurde dementsprechend um etwas Gewalt erleichtert. Eine Alternative wird im deutschsparachigen Ausland angeboten. Dort erschien der Film ungeschnitten und natürlich auf deutsch.
 
 
 


 
 
 

FOUND – Deutsche Blu-ray im Mediabook

 
 
 
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(c) ILLUSIONS UNLTD. films / Meteor Film

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Found; USA 2012

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch: DTS-HD Master Audio 5.1/2.0, Englisch: DTS-HD Master Audio 5.1/2.0

Untertitel: Deutsch

Bild: 2,35:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 103 (BD) / ca. 99 Min. (DVD)

FSK: ungeprüft und daher erst ab 18 Jahren (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Mediabook

Extras: diverse Trailer zum Film, Trailershow, 16-seitiges Booklet, 2 Audiokommentare (ohne dt. UT), Making-of (ohne dt. UT), Film-im-Film: Deep Dwellers und Headless (je mit optionalem Audiokommentar aber ohne dt. UT)

 
 
 
Anbieter METEOR FILM hat Erbarmen mit den Horrorfans. Statt nur eine geschnittene Fassung für den deutschen Markt zu veröffentlichen, geht der Rechteinhaber einen weiteren Weg, damit die Horrorgemeinde FOUND auch in kompletter Filmfassung ins Sammlerregal stellen darf. Hierbei nahm man den Umweg über Österreich in Kauf, weil der Film – ähnlich wie auch im Ausland – bei der deutschen Zensurbehörde auf wenig Gegenliebe stieß. ILLUSIONS UNLTD. übernahm den Vertrieb und überzeugt einmal mehr mit einer hochwertig verarbeiteten Sonderpackung im immer noch äußerst beliebten Mediabook. Das ist diesmal nicht matt gehalten, sondern kommt mit glänzender Lackoberfläche daher. Im Innenteil bietet ein 16-seitiges Booklet weitere Hintergrundinformationen, wobei das Interview mit FOUND-Regisseur SCOTT SCHIRMER besonderes Augenmerk erhalten sollte. Im Unterschied zur ebenfalls erhältlichen FSK-geprüften Veröffentlichung besitzt die limitierte Mediabook-Variante übrigens mehr Bonusmaterial. Neben zwei filmbezogenen Audiokommentaren hat es zusätzlich noch ein Film-im-Film-Feature zu HEADLESS auf die Scheibe geschafft. Leider werden deutsche Untertitelspuren schmerzlich vermisst, was die Veröffentlichung runder gemacht hätte. Nichtsdestotrotz darf man sich dennoch über eine schöne Ausführung zu einem besonderen Film freuen. Ganz nebenbei ist die hier besprochene Auswertung die bisher beste Veröffentlichung des Films weltweit. Dass das Mediabook unter dem üblichen Verkaufspreis von 30 Euronen angeboten wird, ist löblich. Bleibt zu erwähnen, dass schnell zugegriffen werden sollte. Jedes der beiden Mediabook-Cover ist auf 1333 Stück limitiert.

 
 
 


 
 
 

FOUND – Fassungen

 
 
 
FOUND ist in mehreren Fassung zu haben. Neben zwei schicken Sammlerverpackungen im Mediabook, die den Film ungeschnitten beinhalten, gibt es auch noch die reguläre deutsche Fassung für den Handel. Leider ist diese um wenigen Minuten geschnitten, da FOUND sonst keine Freigabe von der FSK erhalten hätte. Demzufolge sollten Liebhaber kompletter Filme möglichst Abstand vom KeepCase halten. Dieses ist am roten 18er-Flatschen auf der Front zu erkennen.
 
 
 
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(c) Meteor Film (geschnittene deutschen BD)

Found – Mein Bruder ist ein Serienkiller [Blu-ray] geschnittene Fassung auf AMAZON kaufen

 
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(c) ILLUSIONS UNLTD. films / Meteor Film (ungeschnittenes Mediabook – Cover A)

Found – Mein Bruder ist ein Serienkiller – Uncut [Blu-ray] [Limited Collector’s Edition] ungeschnitten bei AMAZON kaufen

 
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(c) ILLUSIONS UNLTD. films / Meteor Film (ungeschnittenes Mediabook – Cover B)

Found – Mein Bruder ist ein Serienkiller – Uncut [Blu-ray] [Limited Collector’s Edition] ungeschnittene bei AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

FOUND – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Mike Mendez‘ Killers (1996)
 
Behind the Mask: The Rise of Leslie Vernon (2006)
 
The Orphan Killer (2011)
 
ChromeSkull: Laid to Rest 2 (2011)

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Filmreview: „Victim – Trau keinem Fremden“ (2011)

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VICTIM – TRAU KEINEM FREMDEN

Story

 
 
 
Annie (Jennifer Blanc) und Mary (Danielle Harris) sind zwei gar unanständige Mädchen. Nicht nur, dass die beiden mit dem Gesetz auf Kriegsfuß stehen; um schnell an Drogen zu kommen verabredet sich Mary hin und wieder mit dem korrupten Sheriff James Harrison (Ryan Honey), der ihr für entsprechende „Gefälligkeiten“ beschlagnahmtes Koks besorgt. So auch diesmal. Zusammen mit Annie im Schlepptau, treffen die beiden Freundinnen den skrupellosen Gesetzeshüter, der erst einmal zum Beischlaf bittet. Doch das vielversprechende Schäferstündchen endet im Fiasko. Denn kurzum bricht Harrison der nichtsahnenden Mary das Genick. Um die Tat zu verschleiern soll nun auch das andere Mädchen einen schnellen Tod finden. Annie kann jedoch fliehen und findet tief im Wald eine kleine Hütte, die dem Einsiedler Kyle (Michael Biehn) Unterschlupf bietet. Kurzum entscheidet dieser, der verstörten Frau Asyl zu gewähren und sie vor den Machenschaften des Bösewichts zu schützen …
 
 
 


 
 
 

VICTIM – TRAU KEINEM FREMDEN – Kritik

 
 
 
Schenkt man dem Filmcover der Blu-ray/DVD Glauben, so muss man es sich bei VICTIM – TRAU KEINEM FREMDEN um einen ganz derben Reißer handeln. Da wird kräftig mit Vergleichen zu Filmen, wie I SPIT ON YOUR GRAVE geprahlt und dem Filmfreund suggeriert, dass VICTIM an gutes, altes Grindhouse-Kino erinnert. Umso ernüchternder die Tatsache, dass der Film nicht einmal ansatzweise den gewagten Vergleichen gerecht werden kann, die dem Zuschauer da schön plakativ vom Cover entgegenlächeln. VICTIM – TRAU KEINEM FREMDEN ist günstig gedrehte B-Movie-Ware, die zwar mit bekannten Gesichtern einschlägiger Genre-Produktionen aufwarten kann, inhaltlich aber so hohl ist, dass man nicht verstehen mag, wieso ausgerechnet dieser Film seinen Weg in die deutschen Kaufhäuser findet. In Anbetracht der Tatsache, dass weitaus wichtigere Film bereits seit Ewigkeiten auf deutsche Veröffentlichung warten, bildet VICTIM das traurige Schlusslicht einer ganzen Reihe Filme, auf die die Welt nun wahrlich nicht gerade gewartet hat.
 
Die unausgegorene Qualität des Filmes spiegelt sich auch in seinem Entstehungsprozess wieder. Die Realisierung von VICTIM – TRAU KEINEM FREMDEN dauerte gerade einmal zwölf Tage. Schauspieler MICHAEL BIEHN, der sich zuvor als begehrter Schauspieler in Filmen wie TERMINATOR (1984), ALIENS – DIE RÜCKKEHR (1986), und THE ROCK (1996) einen anerkannten Ruf erkämpfen konnte, scheint zuletzt an den Horror- und Thriller-Genres Gefallen gefunden zu haben. So konnte man ihn zuletzt nicht nur im Endzeit-Schocker THE DIVIDE (2011) sehen, sondern auch im Folternonsens SUSHI GIRL (2012) sowie dem Grindhouse-Knaller PLANET TERROR (2007) erleben. Für die Umsetzung seiner zweiten Regiearbeit schrieb er nicht nur das Drehbuch, sondern konnte sogar noch knapp 800.000 Dollar berappen, um seine etwas arg hanebüchene Geschichte auf Zelluloid bannen zu können. Wie euphorisch er in sein aktuelles Werk involviert war, beweist nicht nur das Engagement, das er für sein Projekt aufbringen konnte. Das Multitalent konnte sogar eine der beliebtesten Scream-Queens der Horrorfilmwelt für sein Low-Budget-Filmchen gewinnen. DANIELLE HARRIS, bekannt geworden durch Filme wie HALLOWEEN 4 (1988) und HATCHET (2006), fügt sich in die durchaus ansprechende Darstellerriege ein, ohne die VICTIM – TRAU KEINEM FREMDEN vermutlich schon längst in der Bedeutungslosigkeit verschwunden wäre.
 
Dabei beginnt der Film durchaus vielversprechend und sogar ironisch. Während Sheriff Harrison die kesse Mary bei einem gemeinsamen Schäferstündchen mit allerlei indiskreten Bezeichnungen tituliert hofft diese nur, dass der Akt ein schnelles Ende findet, um in den Genuss eines kostengünstigen „Schneenäschens“ gelangen zu können. Zum Drogenrausch kommt es jedoch nicht, da die junge Dame im Affekt quasi in den Tod penetriert wird. Was jedoch dann folgt, ist eine vollkommen stumpfsinnige Handlung, die unglaublich vorhersehbar ist und der einfach das gewissen Fünkchen Originalität fehlt. Polizist Harrison will seine Tat verschleiern und beginnt fortan eine Jagd auf alle Beteiligten einzuläuten, damit die Karriere durch seine Missetat nicht in Mitleidenschaft gezogen wird. Es folgt der typische Einheitsbrei: die Freundin des Opfers wird von den Widerlingen verfolgt, findet im Eigenbrötler Kyle einen Verbündeten, der dem diabolischen Sheriff die Leviten liest. Die Dramaturgie wirkt hier derart lächerlich, dass man kaum glauben mag, dass sich die eigentlich durchaus talentierte Cast für so einen Käse bereitgestellt hat. So ergeben viele Interaktionen im Film nur selten Sinn. Opfer Annie (gespielt von BIEHNS Ehefrau JENNIFER BLANC) leidet hier eindeutig am meisten unter der arg grenzwertigen Phantasie ihres Gatten. So scheint sie in ihrer der Todesangst immer noch ausreichend Zeit zu finden, um mit dem Helden der Geschichte noch ein wenig im Schlafzimmer umherzuturteln.
 
Der Plot von VICTIM – TRAU KEINEM FREMDEN ist auf das Wesentliche beschränkt. Wirkliche nennenswerte Überraschungen bekommt der Zuschauer hier nicht zu Gesicht. Die Geschichte ist gespickt mit allerhand unbeholfenen Rückblenden, in denen die Vorgeschichte der Misere geschildert wird. Dabei tragen die etwas aufdringlich wirkenden Flashbacks weniger zur Handlung bei, sondern stören den ohnehin schon zähen Erzählfluss des Films enorm. Immerhin gibt es einige Gewaltakte zu bewundern, die zumindest die Erwartungshaltung des Horrorfilmfans befriedigen können. Auch wenn von der, auf dem DVD-Cover reißerisch beworbenen Folterthemtik kaum etwas zu verzeichnen ist, so wissen die wenigen härteren Szenen im Film zu gefallen. So wird ein Kopf zermatscht, es gibt diverse Einschusslöcher zu begutachten und ein heißes Eisen brennt in menschliches Fleisch. Wirklich aufwerten können diese Effekte VICTIM – TRAU KEINEM FREMDEN leider nicht. Was bleibt ist ein unwichtiger Film, der zwar irgendwie trashig und grindhouse-like sein möchte, aber leider den Versuch weitestgehend verfehlt, das dreckige Kino der 70er und 80er Jahre aufleben zu lassen.
 
 
 


 
 
 

VICTIM – TRAU KEINEM FREMDEN – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Ein Film, dem die gewisse Würze fehlt. VICTIM – TRAU KEINEM FREMDEN ist bedeutungsloses Low-Budget-Filmmaterial, das nur Allesglotzern und Hardcore-Horrorfans zu empfehlen ist.
 
 
 


 
 
 

VICTIM – TRAU KEINEM FREMDEN – Zensur

 
 
 
Der Film ist nicht sonderlich brutal. Somit ist die Heimkinofassung mit dem KEINE JUGENDFREIGABE-Flatschen vollkommen ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

VICTIM – TRAU KEINEM FREMDEN – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Coffin Baby (2013)

Redd Inc. (2012)

Would You Rather (2012)

Sushi Girl (2012)


Filmreview: „Slasher House“ (2012)

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Slasher House

Story

 
 
 
Als sich die verwirrte RED in einer Zelle einer leerstehenden Irrenanstalt wiederfindet, scheint sie nicht nur die Orientierung verloren zu haben, sondern auch ihr Gedächtnis. Nachdem sich der Zellentrakt wie von Zauberhand öffnet und sie ihrem unbequemen Gefängnis entkommen kann, beginnt RED erste Erkundungen in dem seltsamen Gebäude anzustellen und trifft wenig später auf einige ominöse Kreaturen, die ihr offensichtlich nichts Gutes wollen. Auf ihrer Suche nach Erklärungen für die mysteriösen Gegebenheiten findet RED heraus, dass es sich bei den absurden Begegnungen um bekannte Serienkiller handelt, die nur ein Ziel kennen: Töten! Wird RED einen Ausweg aus dem verlassenen Hochsicherheitstrakt finden?
 
 
 


 
 
 

Slasher House – Kritik

 
 
 
Das moderne Zeitalter des digitalen Filmemachens macht möglich, dass sich vermutlich jeder Filmfan als nächster CARPENTER oder ARGENTO versuchen kann. HD-fähiges Equipment ist schnell besorgt und erschwinglicher denn je, so dass es in heutiger Zeit kein Hindernis mehr darstellen sollte, mit halbwegs versierten technischen Kenntnissen einen mehr oder weniger brauchbaren Film auf die Beine zu stellen. Aufgrund der Vielzahl ambitionierter, aber oftmals vollkommen talentfreier Hobbyregisseure kann man sich als Filmfreund vor unzähligen Micro-Budget-Produktionen kaum noch retten, wobei besonders dem Found Footage-Genre die meisten dieser unglaublich miesen Null Budget-Verfilmungen zuzuordnen sind. Blickt man einmal auf den amerikanischen Filmmarkt, scheint sich das Herunterkurbeln selbsterdachter Nonsens-Werke zu einer regelrechten Plage entwickelt zu haben. Dort ist das Drehen digitalen Filmschunds schon fast zum Volkssport geworden. Ganz zum Leidwesen des Filmfreundes, dem es kaum noch gelingt, die Spreu vom Weizen zu trennen.
 
Der kostengünstig produzierte SLASHER HOUSE ist auch einer dieser erschreckend günstig gewerkelten Filmbeiträge, von dem man vermutlich auch nichts wirklich Sinnvolles erwartet – zu Unrecht! Auch wenn das knapp bemessene Produktionsbudget von gerade einmal 5000 Britischen Pfund auf einen hanebüchenen Amateurfilm schließen lässt, wird der Filmfreund flink eines besseren belehrt. Zwar erweist sich das fehlende Kapital hin und wieder als durchaus dumme Spaßbremse, lässt aber MJ DIXONS Debütwerk gerade aufgrund seiner diversen Mankos und Fehler im Film unglaublich sympathisch erscheinen. Zum einen überrascht, mit welch einfachen Mitteln es DIXON schafft, ein erstaunlich stimmiges Setting zu kreieren. Schrille, grüne Farbfilter zaubern aus dem vermeintlich sterilen Gebäudekomplex im Handumdrehen eine ziemlich befremdliche Kulisse, zu welcher Protagonistin RED (Lady Gaga lässt grüßen) mit ihrer purpurroten Perücke, dem feuerroten Kleid und dem etwas zu dick aufgetragenen, ebenfalls roten Lippenstift einen hervorragenden Kontrast bildet. Parallelen zur surrealen Farbenpracht eines Dario Argento (SUSPIRIA) sind hier nicht von der Hand zu weisen. Überhaupt gibt sich Regisseur MJ DIXON nicht zimperlich mit Verweisen auf bekannte Genre-Werke, wobei selbst dem eifrigsten Filmfreund nicht unbemerkt bleiben dürfte, dass der Score etwas arg an Mike Oldfields bedrohliches Glöckchenspiel aus dem Kultfilm DER EXORZIST erinnert.
 
Nachdem RED (ELENOR JAMES) die Lage erkundet hat und auf seltsame Zeitgenossen stößt, die ihr ständig nach dem Leben trachten wollen, gewinnt auch SLASHER HOUSE erstaunlich an Fahrt und offenbart seine eigentliche Intention. Die liegt eben darin, die Titelheldin gegen gemeine Oberschurken kämpfen zu lassen und diese so sadistisch wie möglich in den Filmhimmel zu meucheln. Hierbei werden in regelmäßigen Abständen weitere Zellen geöffnet, aus denen stark psychotische Persönlichkeiten kriechen, die den Film gerade für Freunde etwas handfesterer Unterhaltung interessant machen dürften. In bester Mortal Kombat-Manier werden die grotesken Kreaturen zur Strecke gebracht, wobei das Agieren der Killer derart überzogen dargestellt wird, dass SLASHER HOUSE fast schon wie ein absurder Comic für Erwachsene wirkt. Hinzu kommt, dass sich die Farbgebung der Kulisse mit jedem Erscheinen eines neuen Killers befremdlich verändert, so dass es schon etwas ärgerlich ist feststellen zu müssen, dass dem erfrischend andersartigen Splatter-Fest aufgrund des beschränkten Kapitals doch hin und wieder die Puste ausgeht. Immerhin, und das muss man MJ DIXON lobend anrechnen, hat er es trotz dieses beschränkten Budgets geschafft, das Maximum aus seinem Film herauszuholen. Man will sich gar nicht vorstellen, welch grandioses Schlachtfest aus SLASHER HOUSE geworden wäre, hätte dem Film das doppelte an Mitteln zu Verfügung gestanden. So darf man nur hoffen, dass der ambitionierte SLASHER HOUSE hoffentlich die Beachtung erhält, die er verdient hat und man Regisseur MJ DIXON bei seinen zukünftigen Werken den Freiraum einräumt, den er offensichtlich benötigt, um frisch unterhaltsame Kröselkost auf Zelluloid bannen zu können.
 
 
 
Mit SLASHER HOUSE ist Filmneuling MJ DIXON ein wunderbar kleiner Indie-Slasher gelungen, den sich Filmfreunde schon einmal vormerken sollten, die ein Faible für vollkommen durchgeknallte Horrorkost hegen. Zwar hat der Film gerade zu Beginn erheblich unter seinem eher zweckmäßig zusammengeklöppelten Drehbuch zu leiden, das so rein gar nicht in Fahrt kommen möchte. Hat man jedoch erst einmal die erste Durststrecke überwunden, erfreut mit welch überraschend kurzweiligem Nonsens der Film doch zu überzeugen weiß. Heldin RED, die mit Sicherheit ein wenig mit ihrem penetranten Overacting zu kämpfen hat, darf gegen einige gemeingefährliche Serienmörder fighten, deren Erscheinen den nach Blut lechzenden Genre-Fan durchaus entzücken dürfte. Zu einem nicht wirklich freundlich gesinnten Killerclown, gesellen sich ein zorniger Wrestler, der ohne Maske ziemlich dumm aus der Wäsche schaut sowie ein unberechenbarer Redneck, der überraschend taff in die Schranken gewiesen wird. Trotz minimalen Budgets, ist das hier Gebotene durchweg unterhaltsam, und lässt den bitteren Beigeschmack einer digital gedrehten Amateurproduktion rasch vergessen. Man darf gespannt sein, was Debütant MJ DIXON demnächst noch alles auf die Beine stellen wird. SLASHER HOUSE zumindest, ist nicht weit vom Splatter-Kultfilm entfernt! Lasst die Spiele beginnen …
 
 
 


 
 
 

Slasher House – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Mit SLASHER HOUSE präsentiert uns Regie-Newcomer MJ DIXON einen überraschend gelungenen Einstieg ins Genre. Für Liebhaber derber Horrorunterhaltung ein absolut unterhaltsames Splatterfest. Man darf gespannt sein, was DIXON demnächst aus dem Ärmel schütteln wird.
 
 
 


 
 
 

Slasher House – Zensur

 
 
 
Einige Szenen im Film haben es erstaunlich in sich, wobei einige Folterspielchen gerade Fans dieser Filmgattung durchaus munden dürften. Ansonsten bekommt der Filmfreund hier gelungene Slasher-Kost geboten, die mit einigen Kröseleffekten garniert wurde. Zwar wirkt das hier Gebotene trotz Low Budget-Status durchweg professionell, die Szenen sind jedoch so schnell montiert, dass sich der Härtegrad dennoch in Grenzen hält. Demzufolge darf man von SLASHER HOUSE eine ungeschnittene „Keine Jugendfreigabe“-Einstufung erwarten.
 
 
 


 
 
 

Slasher House – Trailer

 
 
 

 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnliche Filme:
 
Mortal Kombat (1995)

Battle Royale (2000)

The Raid (2011)

Dredd (2012)


Filmreview: „House Hunting“ (2013)

House Hunting 2013
 
 
 

HOUSE HUNTING – NUR WER TÖTET KANN ÜBERLEBEN

Story

 
 
 
Zwei Familien auf der Suche nach dem kleinen Stück Glückseligkeit fernab jeglichen Stadttreibens. Ein kleines Haus irgendwo im Wald hat es den beiden Familien angetan, wobei trotz einladend offener Tür, kein Makler weit und breit zu sehen ist, der hätte den Anwesenden Rede und Antwort stehen können. Etwas verwirrt und entmutigt verlassen die beiden Familie das Anwesen, ohne jedoch zu ahnen, dass die einschneidende Begegnung mit jenem verlassenen Gemäuer alsbald seinen Tribut fordern würde. Jegliche Versuche nach Haus zurückzukehren scheitern, als würde die gruselige Hütte die verstörten Gäste nicht gehen lassen wollen. Es dauert nicht lang, bis die Familien auf ein verwirrtes Mädchen stoßen, dem scheinbar die eigene Zunge aufs Unmenschlichste entrissen wurde und das Schreckliches erlebt haben muss. Vollkommen entkräftet beschließen die unfreiwilligen Gäste die Nacht in dem mysteriösen Anwesen zu verbringen. Eine Entscheidung, die den Familien zum Verhängnis werden wird, denn das Haus kann und will nur EINE der Familie beherbergen …
 
 
 


 
 
 

HOUSE HUNTING – Kritik

 
 
 
Filmfreunde, die nur die Perlen aus dem riesigen Angebot aktueller Genre-Produktionen fischen wollen, sollten sich vor dem kommenden HOUSE HUNTING vorsehen, denn mit diesem vorliegenden Filmchen dürfte er die Schlaftablette der Saison in den Händchen halten. Wir haben keine Ahnung, was Filmneuling ERIC HURT mit seinem ersten, abendfüllenden Langfilm bezwecken wollte und wir können auch die bisher veröffentlichten, positiven Online-Rezensionen zum Film im Internet nicht gänzlich nachvollziehen. Fakt ist, dass HOUSE HUNTING unbegreiflich langweilig und mit seiner stolzen Lauflänge von 100 Minuten einfach unverschämt zäh geraten ist.
 
Die Gurke äußert sich durch eine vollkommen wirre Inszenierung, bei der irgendwie rein gar nichts stimmen möchte. Dabei bietet die Ausgangssituation durchaus einige ganz nette Einfälle, die jedoch aufgrund der unstrukturierten und überladenen Geschichte vollkommen im Nichts verlaufen. Zu viele Zutaten verderben bekanntlich den Brei und so muss der Genre-Liebhaber erschreckend feststellen, dass es Regisseur ERIC HURT mit seinem Debütwerk vermeintlich zu gut gemeint hat und darin all das irgendwie unterbringen wollte, was ihm beim Schreiben des Drehbuchs an kreativen Ideen in den Sinn gekommen ist. Herausgekommen ist eine Geschichte, die sich aus diversen Genres zusammensetzt und sich irgendwie nicht wirklich entscheiden möchte, was sie denn nun eigentlich sein will. Die Familien sind von allerlei Schicksalen gezeichnet und versuchen einander näher zu kommen. Auf engsten Raum zusammengepfercht, werden künstliche und selten glaubhafte Konflikte geschürt, die alsbald eskalieren und ein munter blutiges Treiben in Gang setzen, um der perfiden Blutgeilheit des Hauses und der darin umherspukenden Geister Genüge tragen zu können. Das beginnt mit etwas Mysterie, schlägt alsbald ins Dramenlastige um, wird von etwas Spuk abgelöst und endet im obligatorischen Thrill. Vermutlich wäre dieser unausgegorene Genre-Cocktail noch halbwegs goutierbar gewesen, hätte Regisseur ERIC HURT seine Grusel-Geschichte rund um das mysteriöse Gebäude und die darin gefangenen Gäste halbwegs spannend in Szene gesetzt. Das Geschehen in HOUSE HUNTING jedoch zieht sich zäh wie Kaugummi, so dass der Zuschauer vermutlich nicht nur das schläfrige Geschehen vage im Blick behält, sondern auch den Timer des heimischen Film-Abspielgerätes. Die wenigen Charaktere sind derart unsympathisch skizziert und nerven mit ihrem hysterischen Gegacker bereits nach nur wenigen Minuten, dass sich der Film für alle Freunde des düsteren Genres zu einer wahren Geduldsprobe entwickeln dürfte. Zudem mag man als Filmfreund nur selten verstehen, warum die wenigen Protagonisten so willkürlich handeln. Zum einen wäre da die nahbarste, zugänglichste und verletzlichste Figur des gesamten Films: ein namenloses Mädchen, dass irgendwo im Wald aufgegabelt wird, und bereits zuvor Bekanntschaft mit dem verlassenen Gebäude gemacht haben muss. Ein Herausschneiden der Zunge hindert das traumatisierte Ding daran, mit den Neuankömmlingen zu kommunizieren. Sie weiß mehr über das leerstehende Gebäude und über die darin umherspukenden Wesen, als anfänglich vermutet. Umso unverständlicher, warum sie in ihrer Angst nicht irgendwie versucht, den Anwesenden von ihrem Martyrium in jener Hütte zu berichten. Vermutlich scheint das gebeutelte Mädchen nicht nur die eigen Stimme verloren zu haben, sondern auch jegliche Kenntnisse über das Kommunizieren durch Wort und Schrift.
 
Auch die übrigen Protagonisten wollen sich nicht wirklich glücklich in die vollkommen überfrachtete Szenarie einfügen. Es gibt den notorischen Weiberheld, der in absurden Momenten, wie diesen nur an die Begattung anderer Protagonisten zu denken scheint und auch die obligatorische, stereotype Kämpferin findet ihren Weg in den Film. Hin und wieder huschen bleich bemalte Geister durch das Setting, die stümperhaft versuchen, die Hintergründe ihres Ablebens zu rechtfertigen, so dass die Anwesenden das Mysterium des Hauses näher beleuchten können. Der Funke will trotz der immensen Ideen- und Informationsflut leider nicht überspringen und eine sympathische Identifikationsfigur, mit der sich der Zuschauer verbunden fühlt, sucht man in HOUSE HUNTING vergebens. Umso mehr dürfte der Filmfreund eine köstlich aufbereitete Splatter- und Gröselfarce erhoffen, deren Vorhandensein sich aktuell in Horrorfilmen dieser Art zum guten Umgangston entwickelt hat. Auch wenn die Geschichte bereits zu Beginn suggeriert, dass die Handlung wohl oder übel darauf hinauslaufen wird, dass sich die Familien in welcher Art auch immer bekriegen und auslöschen werden, so bekräftigen die fertigen Spezialeffekte im Films den vollkommen desaströs zusammengezimmerten Unterton des ohnehin schon unwichtigen Films. Zwar wird hier gestorben und sich selbst ins Jenseits befördert; wirklich reißerisch und spektakulär ist das alles jedoch nicht wirklich. Immerhin lässt sich hier einer der dümmsten Morde der Filmgeschichte bewundern, bei welchem eine Konservendose durchaus nützliche Dienste erweist – die unfreiwillige Komik, welche diese bierernst gemeinte Szene begleitet, lässt sich dabei kaum in Worte fassen.
 
Der kleine Indie-Grusler HOUSE HUNTING ist trotz aller unbeholfener Versuche eine ganz schön dumme Schlafpille, vor deren Sichtung nur gewarnt werden kann. Zwar wollen die vielen kleinen Einfälle gefallen; die Geschichte bleibt aber dennoch stets unwichtig und langweilig. Die vollkommen unterschiedlichen Charaktere prasseln mit all ihren Eigenarten aufeinander und finden sich alsbald in ziemlich grotesk wirkenden Konflikten wieder. Das ist zwar alles ambitioniert gemeint, wirkt aber wirr und fad und beginnt dem Zuschauer schnell den letzten Nerv zu rauben. Gruselstimmung kommt in HOUSE HUNTING zu keiner Minute auf, auch wenn Regisseur ERIC HURT hin und wieder diverse Geistermomente in die konfuse Handlung streut, die sich aber selten harmonisch in die Szenarie einfügen möchten. Immerhin sieht eine der anwesenden Protagonisten des Films die arg löchrige Inszenierung von HOUSE HUNTING kommen, so dass sie sich bereits zu Beginn des Gruslers den erlösenden Strick um den Hals schnürt und sich selbst erlösend in den Filmhimmel mordet. Alle Achtung – bei derart Weitblick kann man nur staunen!
 
 
 


 
 
 

HOUSE HUNTING – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
 
Langweiliger als die Polizei erlaubt: desaströs-wirrer Gruselhausfilm mit einer Menge nervender Protagonisten, die dem Zuschauer bereits nach nur wenigen Minuten gehörig auf den Zündern gehen! Warum erlöst sie nur niemand bereits zu Beginn von ihrem bevorstehenden Leiden?
 
 
 


 
 
 

HOUSE HUNTING – Zensur

 
 
 
HOUSE HUNTING hat es ungeschnitten mit FSK16 in den deutschen Handel geschafft. Die Alterseinstufung überrascht, denn wir hätten mit einer Freigabe für Erwachsene gerechnet.
 
 
 


 
 
 

HOUSE HUNTING – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) MIG Film Group

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: House Hunting; USA 2013

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Deutsch DD 2.0, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: keine

Bild: 2.35:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 103 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Trailer

Release-Termin: 27.02.2014

 
 
 

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paranormal-box-dvd

(c) MOVIE POWER im Vertrieb der KNM Home Entertainment GmbH

 
 
Der Film erschien außerdem als Teil einer kleinen DVD-Horrorsammlung, die unter dem Titel PARANORMAL BOX in den Handel gekommen ist. In dieser Sammlung sind neben HOUSE HAUNTING auch die Filme 1942 PARANORMAL WAR sowie PARANORMAL NIGHTMARE in SD-Qualität enthalten. Diese 3-Film-DVD ist günstig zu bekommen, besitzt aber auch kein Bonus.
 
 

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HOUSE HUNTING – Trailer

 
 
 

 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
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Filmreview: „Carl“ (2012)

Carl (2012) - Filmplakat - Filmkritik auf Filmchecker
 
 
 

Carl

Story

 
 
 
Das zurückgebliebene Muttersöhnchen „Carl“ lebt zusammen mit seiner Mutter und einigen anderen seltsamen Rednecks irgendwo draußen auf dem Land und vertreibt sich das Leben mit „Nichtstun“. Leider scheint die gesamte ominöse Familie derart unterfordert zu sein mit all dem unproduktiven „Nichtstun“, dass sie auf die perversesten Ideen kommen, und Sohn „Carl“ bei seiner auswegslosen Suche nach Frau und Baby bestmöglich unterstützen. Von der Mutter aufgehetzt, pilgert „Carl“ nun los, um nach der perfekten Ehefrau Ausschau zu halten. Als er im Supermarkt der jungen Lisa begegnet, scheint diese für ihn das perfekte Opfer für sein makaberes Unterfangen zu sein. Kaum ihre Adresse in Erfahrung gebracht, macht sich „Carl“ zum Haus der jungen Frau, wo er sie aus ihrem Bett zerrt und in sein Heim verschleppt, in welchem sie an Ketten gefesselt seinem makaberen Treiben hilflos ausgeliefert zu sein scheint.
 
 
 


 
 
 

Carl – Kritik

 
 
 
Und wieder einer derer Filme, auf welche die Welt vermutlich nur gewartet haben muss, denn der Indie-Film „Carl“ schafft es einmal mehr, denn interessierten Filmfreund mit unzureichend unterhaltsamer Kost, vollkommen gen Wahnsinn zu treiben. Das hier einfach gar nichts stimmt, beweist der Film bereits nach dem, zugegeben recht schicken Filmintro, dass in seiner dreckig-abgewetzten Umsetzung auf herrlich anspruchslose und blutige Horror-Kost hoffen lässt. Was anfänglich jedoch vielversprechend beginnt, endet nach nur wenigen Minuten in schier unglaublich belanglosen Geplänkel, dass in seiner Trivialität vermutlich seinesgleichen suchen dürfte.
Diese cineastische Extrem-Gurke ist derart belanglos, träge und unnütz, dass sie den wenigen „Filmcharakteren“ in deren „faulen Nichtsnutz-Daseins“ in nichts nachsteht. Das nicht-vorhandene Budget ist dem Werk an jeder Stelle im Film anzumerken, umso kreativer schienen demnach die Filmemacher gewesen zu sein, aus vermeintlich „Nichts“ irgendetwas zu basteln. Leider mangelte es wohl möglich den Drehbuchschreiberlingen an frischen und vor allem kreativen Ideen, die den Film aus seiner unerträglichen Lethargie hätten herausreißen können, sodass die Macher keinen anderen Ausweg sahen, den Film mit haarsträubend-dämlichen Story-Elementen zu füllen, die dümmer und hanebüchener nicht hätten sein können. Das macht sich vor allem immer dann bemerkbar, wenn „Carl“ maskiert mit einem, eigens von Mama gehäkelten Topflappen in Aktion tritt und beginnt seine weiblichen „Auserwählten“ zu bestrafen. Leider Gottes wirkt das alles so erdenklich konstruiert und peinlich, dass man als Zuschauer nicht wirklich einzuordnen weiß, ob es sich bei dieser Gurke um einen Horrorfilm oder eine Komödie handeln soll. Wer jetzt jedoch denkt, dass hier der obligatorische Blutzoll von minderwertigen Schauspiel- und Drehbuchschwächen ablenkt der irrt, denn „Carl“ bietet nichts von all dem genreüblichen Gekrösel. Fast schön möge man dies darin begründen, dass das gesamten Produktionsbudget einzig in die grafisch herrlich aufpolierte Anfangssequenz eingeflossen sein muss, um den Zuschauer nicht schon nach Einlegen der DVD aufgrund der minderen filmischen Qualität zu verschrecken! Denn Blut, Gewalt und Terror sind in dieser unbrauchbaren Genre-Produktion absolute Fehlanzeige. Die wenigen Morde werden kaum optisch zelebriert und relativ schnell abgehandelt, sodass blutgierige Horrorfans am Ende des Filmes griesgrämig-fad aus der Wäsche schauen dürften. Einzig, das halbwegs annehmbare Ende, indem in einer Rückblende die ominösen Handlungen der gesamten Sippschaft plausibel pseudo-psychologisch erklärt werden, hat in seiner relativ eindeutigen und logischen Erzählweise noch halbwegs Glaubwürdigkeit und bewahrt diesen überflüssigen Abschaum gänzlich vor dem Untergang.
 
Der No-Budget-Film „Carl“ beweist einmal mehr, dass uninspirierte Filmkost ohne eigene Ideen und gescheitem Drehbuch direkt zum Scheitern verurteilt ist. Das Story-Gerüst des Indie-Werkes „Carl“ gestaltet sich in der Umsetzung wie das ausgezehrte Plagiat einer drittklassige Kopie des berüchtigten „Texas Chainsaw Massacre“, welche mangels Produktionsbudget und kaum-vorhandenen, erzählerischen Talentes nicht einmal B-Movie und Trashfilm-Fans überzeugen dürfte. Die dilettantische und klischeebeladene Erzählweise, mit welcher Regisseur „Greg Daniel“ zu Gange geht, ist in ihrer vollkommen spannungsfreien Darstellung kaum zu unterbieten. „Carl“ ist ein Film den Horrorfilmfans blindlings in den Verleih- und Kaufhausregalen stehen lassen dürfen. Schade um die hart erarbeiten Euronen, die man sonst für derart haarsträubenden Quark regelrecht zum Fenster hinaus wirft.
 
 
 


 
 
 

Carl – Fazit

 
 
 
2 Punkte Final
 
Eine wirklich mehr als schlechte Mischung aus „Texas Chainsaw Massacre“ und „Freitag der 13.“, die seinen großen Vorbildern bedeppert, nichtsnützig und vor allem talentfrei hinterherhechelt! Absolut unbrauchbar!
 
 
 


 
 
 

Carl – Zensur

 
 
 
Aufgrund kaum vorhandener Folter-und Gewaltexzesse dürfte der Film „Carl“ problemfrei die FSK16er Hürde passieren. Fragt sich dennoch nur, ob sich überhaupt ein deutscher Verleih für diesen recht miesen Film interessieren wird!
 
 
 


 
 
 

Carl – Trailer

 
 

 
 
Hellraiser80
 
 
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