Filmkritik: „Der Fluch der reitenden Leichen – Die Rückkehr der Tempelritter“ (2020)

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DER FLUCH DER REITENDEN LEICHEN – DIE RÜCKKEHR DER TEMPELRITTER

(CURSE OF THE BLIND DEAD)

Story

 
 
 

Totgeglaubte Tempelritter aus dem 14. Jahrhundert stehen viele Jahrhunderte später von den Toten auf und wollen ein satanistisches Ritual beenden.

 
 
 


 
 
 

DER FLUCH DER REITENDEN LEICHEN – Kritik

 
 
Die reitenden Leichen sind zurück. Bitte wer? Eine berechtigte Frage, die sich Horrorfilmfans jüngeren Alters zu Recht stellen dürften. Dabei sind die modrigen Zombies auf muffigen Pferden eigentlich Pflichtprogramm im Genre. Im Jahre 1972 rief Regisseur AMANDO DE OSSORIO eine Horrorfilm-Reihe ins Leben, die bis heute Kultstatus genießt. Darin vermischte er Gothic-Horror, Zombie-Thematik und spanischer Folklore zu einem stimmigen Gruselmix, der es auf vier Filme brachte. Was Anfang der 1970er mit DIE NACHT DER REITENDEN LEICHEN begann, zog drei Fortsetzungen nach sich, die auch in den Fokus eifriger Sittenwächter gerieten. So ereilte Film Nummer drei das gleiche Schicksal, wie so einige Produktionen in den 1970er und 1980er. DAS GEISTERSCHIFF DER SCHWIMMENDEN LEICHEN wurde bundesweit beschlagnahmt, was zur Folge hatte, dass er sein Dasein im Giftschrank fristen musste – und das sogar bis heute. Was für ein Hohn.
 
 
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Umso erfreulicher, dass die Filmserie nun fortgeführt wird – wenn auch inoffiziell. DER FLUCH DER REITENDEN LEICHEN nennt sich der neuste Ableger und greift abermals die Geschichte von einer Gruppe Tempelritter auf, die im 14. Jahrhundert satanistische Rituale durchführen und dafür mit dem Tod bestraft werden. Die Sekte wird von den Bewohnern eines nahegelegenen Dorfes überwältigt, geblendet und lebendig verbrannt. Daraufhin erklären die Ritter Rache und schwören aus ihren Gräbern zurückzukehren, um die Ermordung zu vergelten. Viele Jahrhunderte später scheint es soweit zu sein. Die Erde steht kurz vor dem Untergang und die Menschheit wurde weitestgehend dezimiert. Nur wenige Überlebende schlagen sich durch eine postapokalyptische Welt, in der sich jeder selbst der Nächste ist. So auch ein Mann und seine schwangere Tochter. Die landen bei ihrer Suche nach Hilfe in den Fängen einer Sekte, die genau jene Tempelritter huldigen, die im Mittelalter das Böse anbeteten. Was folgt, ist leicht zu erraten. Die neuen Anhänger rufen die totgeglaubten Ritter aus ihren Gräbern. Die richten ihre morschen Knochen auf und sorgen für ein Blutbad. Halleluja.
 
 
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Die reitenden Leichen im düsteren Digitallook. Für Kenner der Originalfilme gewöhnungsbedürftig, denn der kontrastreiche Videolook passt leider gar nicht zu jenen Filmen, die gern mal die britischen Hammerstudios in Erinnerung holen. Vorbei mit gruseligem Gothic-Horror und wohliger Schaueratmosphäre. DIE NACHT DER REITENDEN LEICHEN verfügt über hochauflösende Digitalbilder und lässt lieber Spezialeffekte sprechen. Statt subtile Stimmungsmache will das Reboot mit Filmgewalt Aufmerksamkeit erregen. Da wird ordentlich gesplattert und das nicht gerade wenig. Gorehounds wird das freuen.
 
 
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Dass die Handlung bei so viel Blut nebensächlich wird, ist ein Manko. Viel Substanz hat DER FLUCH DER REITENDEN LEICHEN nämlich nicht. Was wie 28 DAYS LATER beginnt und sogar über so etwas wie falsche Fährten verfügt, wird Regisseur RAFFAELE PICCHIO spätestens zur Halbzeit zu kompliziert. Vorbei mit Charakterentwicklung, Spannungsaufbau und Story. Gewalt muss her, um die letzten Filmminuten füllen zu können. Das ist einfältig und macht vor allem deshalb nur wenig Spaß, weil RAFFAELE PICCHIO spätestens dann nicht verbergen kann, aus welcher Genre-Ecke er eigentlich kommt. Der hat sich als Trashfilmer einen Namen gemacht und zeichnete bisher für Low-Budget-Filme verantwortlich, die sich auf gehobenem Amateurstatus befanden. Darunter: MORITURIS – DAS BÖSE GEWINNT IMMER und THE BLIND KING. Nicht unbedingt herausragende Horror-Unterhaltung. Aber immerhin brutal. Erfahrene Filmkenner wird das wohl kaum vom Hocker reißen.
 
 
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DER FLUCH DER REITENDEN LEICHEN – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
Nicht unbedingt perfekt – aber schaubar. DER FLUCH DER REITENDEN LEICHEN ist Reboot und Fortsetzung zugleich. Trashfilmer RAFFAELE PICCHIO tritt das Erbe von Regisseur AMANDO DE OSSORIO an und versucht dessen Saga über eine Sekte von Tempelrittern, welche von den Toten auferstehen und töten, weiterzuspinnen. In technischer Hinsicht macht der inoffizielle fünfte Teil eine gute Figur. Nur Drehbuch und Darsteller zeigen sich oft hölzern und amateurhaft. Das ist aber auch kein Wunder. Filmemacher RAFFAELE PICCHIO hat zuletzt Filme gedreht, die sich auf gehobenem Amateurstatus befanden. DER FLUCH DER REITENDEN LEICHEN macht da keine Ausnahme, ist aber hierbei die bis dato professionellste Arbeit des italienischen Filmemachers. Offenbar hat das auch der deutsche Rechteinhaber erkannt. Für Low-Budget-Filme wie diesen werden meistens lieblose Synchronisationen erstellt. So nicht im Falle von DER FLUCH DER REITENDEN LEICHEN. Dem deutschen Label war wohl die Wichtigkeit des Franchise bewusst. Daher hat man auch auf eine semiprofessionelle Laien-Übersetzung verzichtet und mehr Herz investiert. Löblich!
 
 


 
 
 

DER FLUCH DER REITENDEN LEICHEN – Zensur

 
 
 
DER FLUCH DER REITENDEN LEICHEN – DIE RÜCKKEHR DER TEMPELRITTER ist recht splattrig ausgefallen. In einer Szene (3-5 Sekunden) wird ein Baby zerteilt. Das musste entfernt werden, um eine Freigabe erhalten zu können. Die deutsche Fassung ist demnach geschnitten und besitzt den rote Freigabe-Sticker.
 
 
 


 
 
 

DER FLUCH DER REITENDEN LEICHEN – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) White Pearl Classics (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Curse of the Blind Dead; Italien 2020

Genre: Horror, Thriller, Grusel

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Keine

Bild: 2.35:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 87 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (geschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase ohne Wendecover

Extras: Trailer, Trailershow

Release-Termin: KeepCase: 24.07.2020

 

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DER FLUCH DER REITENDEN LEICHEN – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei White Pearl Classics)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Die Nacht der reitenden Leichen (1972)
 
Das Blutgericht der reitenden Leichen (1975)
 
Die Rückkehr der reitenden Leichen (1973)
 

Filmkritik: „Cruel Peter“ 2019

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CRUEL PETER

Story

 
 
 

Garstiger Geisterjunge steht von den Toten auf und treibt im Diesseits bitterbösen Schabernack. Eine kleine Familie ist genervt, will dem Treiben ein Ende bereiten und stößt bei Recherchen auf ein schreckliches Geheimnis.

 
 
 


 
 
 

CRUEL PETER – Kritik

 
 
 
Es mag ja immer noch Horrorfilmliebhaber geben, die an den guten alten Schauerfilmzeiten festhalten. Vergönnen kann man es ihnen nicht, denn betrachtet man Horrorware neueren Datums genauer, scheint sich das Verständnis für Grauen, Angst und Gänsehaut verändert zu haben. Während man in Horrorklassikern wie THE HAUNTING noch mit subtiler Angstmacherei und Kopfkino versucht hat das Publikum um den Schlaf zu bringen, zählt heut die Holzhammertaktik mehr denn je. Blut, Schocks und hektische Schnitte stehen an der Tagesordnung, um die Aufmerksamkeit zu gewinnen. Eine Entwicklung, der die Regisseure CHRISTIAN BISCEGLIA und ASCANIO MALGARINI entgegensteuern wollen. Die hatten sich vor einigen Jahren mit THE HAUNTING OF HELENA vorm klassischen Horrorfilm verbeugt. Statt laut, schnell und brutal verließen die sich auf längst vergessene Angstrezepturen und kopierten Gruselabläufe alter Meister. Etwas, dass auch beim zweiten gemeinsamen Film beibehalten wird. Der nennt sich CRUEL PETER (übersetzt: Grausamer Peter) und klingt eher nach Folterwerk – ist aber alles andere, nur nicht das. Stattdessen wird das in den Vordergrund gerückt, was Horrorfilme mal in den Anfängen ausgemacht haben. Nostalgiker kommen da nicht unberechtigt ins Schwärmen.
 
 
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CRUEL PETER erzählt die Geschichte des Archäologen Norman, der nach dem tragischen Tod der Gattin zusammen mit der traumatisierten Tochter von England nach Sizilien zieht. Dort soll er alte Gräber untersuchen, während der Sprössling eine Schule besucht. Letzterer macht bald Begegnungen der paranormalen Art. Die kommen nicht von ungefähr. Die Gegend birgt nämlich ein schauriges Geheimnis. Vor genau 100 Jahren trieb hier ein verwöhntes Gör sein Unwesen. Peter – so wie man den Jungen nannte – kam aus gut betuchtem Hause und hatte sichtlich Spaß daran Menschen und Tiere zu quälen. Die Strafe folgte auf dem Fuss. Nach einem Erdbeben galt das masochistisch veranlagte Balg als verschollen. Legenden, die bald Realität werden. Offenbar hat das boshafte Kind mitbekommen, dass es seit den Erfolgen der RING-Filme in Mode ist, über Mattscheiben zu spuken. Etwas, das der tote Peter nun zum Anlass nimmt, um den noch Lebenden auf den sprichwörtlichen Geist zu gehen. Gruselfans wird das freuen.
 
 
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Der gemächlich erzählte CRUEL PETER ist nämlich visuell gesehen ein Augenschmaus. Die Regisseure CHRISTIAN BISCEGLIA und ASCANIO MALGARINI bieten wohligen Gothic-Horror, wie man ihn zu den Hochzeiten der Hammer Studios zu sehen bekommen hat. Da wird all das aufgetischt, was vor allem klassische, britische Gruselfilme seit Jahrzehnten auszeichnet. Knarrende Türen, alte Herrenhäuser und eine herrlich schaurige Atmosphäre, der es vor allem durch das kunstvolle Spiel von Licht und Dunkelheit gelingt, hin und wieder Gänsehaut zu verursachen. Dennoch: Der Teufel steckt jedoch im Detail. Zwar wurde die simple Story ansprechend verpackt – gegen Ende wird CRUEL PETER aber ziemlich wirr. Während die erste Stunde eine geradlinige Geistergeschichte erzählt und viele stimmige Momente zu bieten hat, wird es im finalen Akt konfus. Da wandelt die altmodische Gruselgeschichte plötzlich auf den Pfaden von Friedkins DER EXORZIST. Ein seltsamer Richtungswechsel, der dazu auch noch erzwungen daherkommt und den Eindruck erweckt, als hätte die Spukgeschichte allein nicht einen Spielfilm ausfüllen können. Deshalb musste ein unnötiger Rattenschwanz angehangen werden, damit CUREL PETER genug Laufzeit für einen Langfilm besitzt. Bedauerlich.
 
 
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CRUEL PETER – Fazit

 
 
6 Punkte Final
 
 
Ein atmosphärischer Grusel-Leckerbissen – storytechnisch eher weniger meisterlich. CRUEL PETER ist eine stimmige Gruselgeschichte alter Schule, die aber ihr Pulver bereits in der ersten Filmhälfte verschießt. Ein Mädchen mit Handycap nimmt Kontakt mit den Toten auf. Dabei zieht es die Aufmerksamkeit eines Geisterjungen auf sich, der zur Lebzeiten alles andere – nur nicht artig war. Der sorgt für Chaos und muss in die Schranken gewiesen werden. Dafür muss man aber erst mal die angestaubten Knochen des Unruhestifters finden. Klingt nach vertrauten Abläufen und ist unterm Strich eine Gothic-Horror-Variante des japanischen RING. Leider ist nicht alles Gold, was glänzt. Die zweite Filmhälfte ist Unsinn und wirkt derart konstruiert, dass erfahrene Filmkenner nur fassungslos mit dem Kopf schütteln können. Übrigens zieht man in Russland alle Register irreführender Filmwerbung. Dort kamen Poster-Designer auf die Idee das Plakat so zu gestalten, dass man meinen könnte CRUEL PETER sei ein Remake oder eine Fortsetzung zu DIE FRAU IN SCHWARZ 2. Zwar sind visuelle Gemeinsamkeiten zu erkennen und auch die Bildsprache ist ähnlich; inhaltlich hat diese spanische Produktion aber nichts mit Gothic-Horror aus dem Jahre 2014 gemein. Da kann man nur hoffen, dass sich russische Horrorfilmfans vor dem Kauf erkundigen. Heimtückischer kann man nämlich Käufer nicht um ihr Geld bringen.
 
 
 


 
 
 

CRUEL PETER – Zensur

 
 
 
CRUEL PETER hat ein paar Morde zu bieten. Diese sind aber nicht sonderlich blutig oder werden lang zelebriert. Der Fokus liegt aus subtilen Horror. Daher dürfte CRUEL PETER hierzulande eine Freigabe ab 16 Jahren erhalten.
 
 
 


 
 
 

CRUEL PETER – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Abbildungen stammen von Voltage Pictures)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Die Frau in Schwarz (2012)
 
Down a Dark Hall (2018)
 
Das Geheimnis von Marrowbone (2017)
 
Das Waisenhaus (2007)