Filmkritik: „Uninvited“ (1987)

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UNINVITED

Story

 
 
 
Aus einem Tierversuchslabor der US-Army befreit sich eine brutalst mutierte Killerkatze. Nachdem sie das Personal im Gebäude dezimiert hat, kommt sie – Katzen können das – unter Vortäuschung von Harmlosigkeit ins Reisegepäck eines doofen Bikinimädchens. Die Dame gehört zum Partypersonal eines kriminellen Geldmenschen, der mit seiner Yacht und ein paar anderen Unsympathen Kohle auf die Cayman Islands schippern will. Quasi als Strafe Gottes für kapitalistische Widerlichkeit (könnte man interpretieren, muss man aber nicht), meuchelt Gevatter Samtpfote jeden, der nicht schnell genug vorgreifend Selbstmord begehen kann.

 
 
 


 
 
 

UNINVITED – Kritik

 
 
 
Ach, das ist doch geil, wenn des Deutschen zweitliebstes Haustier im Horrorfilm für Ordnung sorgt! Zwar ist’s hier nicht mehr der ordinäre Hauskater, dessen artgemäß auch schon mit großem Nerv-Potential versehener Zorn die Schnösel auf der Urlaubsyacht terrorisiert, sondern ein mutiertes Fellmonstrum aber der Miau-Horror ist trotzdem in trockenen Tüchern. Das Vieh gibt aber auch alles. Beißt eine Achillessehne durch oder entfernt einem bumsenden Pärchen überflüssige Finger, als wäre es ein puritanischer Jason Vorhees im Pelz. Der hat ja auch mindestens neun Leben. Da passt’s wieder. Gebissene Opfer gehen übrigens nach und nach sowieso über den Jordan, da an den Hauern des Untiers Giftdrüsen auf ihren Einsatz warten. Mit denen kontaminiert der ungebetene Gast sogar den auf der Yacht verstauten Proviant und gibt seinen Opfern auf diesem Weg den Rest. Effektives Biest aber auch. Vielleicht wäre ein Bio-Kampfstoff, der Katzen zu solchen Kampfkackern macht noch effektiver als der gegebenenfalls ebenfalls aus einem Militärverbrecher-Labor entfleuchte Corona-Virus. Aber dessen Höhepunkt erleben wir ja noch. Oder eben nicht mehr. Auf die Zivilisation! Hoch die Tassen!
 
 
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Die Opfer sind ein raues Husihusi übler Neben- und Trashrollen-Kunst. George Kennedy kennt jeder, Alex Cord und Clu Gulager zumindest aus vielen, vielen bitteren Filmen und in einer kleineren Rolle gibt es ein Wiedersehen mit Austin Stoker. Wer sich zum Jahreswechsel das sehenswerte Netflix-Biopic DOLEMITE IS MY NAME angeschaut hat, kann sich vielleicht an die Nebenfigur des Kameramann-Hippies Nicholas von Sternberg erinnern. Den gibt’s wirklich – und bei UNINVITED ist er im wahrsten Sinne des Wortes mit an Bord.
 
 
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Wenn Greydon Clark – und der Mann ist nu immerhin doch schon Ende siebzig – eines unschönen Tages mal die Augen zumacht, wird die internationale Geheimgesellschaft der Irrsinnsfilm-Kenner, nennen wir sie mal visionär und gecopyrighted „Weird Watchers“, erst merken, was für ein amerikanischer Nationalschatz da von uns gegangen ist. Die Filmographie des Regisseurs aus Detroit ist schlicht nicht weniger als die Motivation für eine mit so richtig Schmackes in Richtung Süden donnernde Kinnlade. Da findet man halb-pornographische Gaga-Blaxploitation wie BLACK SHAMPOO (schmierige Mafiosi gegen schwarzen und immer potenten Damenfrisör mit Kettensäge), mehrere infernalische Bikerfilme, den Neonazi-Exploitationer SKINHEADS, die erstaunlich funktionierende Horrorkomödie WACKO, den Spielhallen-Reißer JOYSTICKS (bei uns: DIE VIDIOTEN, aua!), sogar Gott im Himmel LAMBADA: DER VERBOTENE TANZ und natürlich Horror-Burner wie WITHOUT WARNING (dessen deutsche DVD-Ausgabe ich dem dankbaren Herrn Clark einst habe zukommen lassen) oder den hier vorliegenden UNINVITED. Als man noch ohne cinephile Schimpfe Trash-Film sagen durfte, war Greydon Clark einer der verlässlichsten Lieferanten eben solcher.
 
 
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UNINVITED – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Herrlich. Von echtem Sudelfilm-Adel gedrehtes Knallbonbon von Tierhorror-Slasher. Die Segelyacht spart teure Drehorte, das Katzenmonster nimmt keine Gefangenen und man freut sich einfach, eine Lücke im Heimkino-Regalfach von Greydon Clark, der Tierhorror-Abteilung oder wie auch immer sonst Eure Sortierung schnackelt, schließen zu können. Das Poster ist ebenfalls eine Suche auf eBay wert. Heil Physical Media!
 
 
 


 
 
 

UNINVITED – Zensur

 
 
 
Wie viele andere Horrorfilme musste auch UNINVITED in den 1980ern Federn lassen. Für die Videoveröffentlichung wurde der Film geschnitten. Diese gekürzte VHS-Fassung wurde im Jahr 1989 indiziert. Die Indizierung wurde 2014 aufgehoben. Ein Anlass, den das Label CMV LASERVISION nutzte und UNINVITED erstmals ungeschnitten mit dem Segen der Juristenkommission SPIO auf DVD veröffentlichte. Mittlerweile ist das alles Schnee von gestern. Nachdem der Tier-Horror 2019 in zwei Blu-ray-Mediabooks herausgebracht wurde, lies CMV den Streifen neu von der FSK prüfen. Diese attestierte dem Filme eine Freigabe ab 18 Jahren in ungeschnittener Form. Die nun erhältliche Fassung auf Blu-ray im KeepCase ist komplett.
 
 
 


 
 
 

UNINVITED – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) CMV LASERVISION – Mediabook Motiv A (limitiert auf 500 Stück)

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(c) CMV LASERVISION – Mediabook Motiv B (limitiert auf 333 Stück)

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(c) CMV LASERVISION – Blu-ray KeepCase (ungeschnitten)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Uninvited; USA 1987

Genre: Horror, Science Fiction, Trash, Klassiker

Ton: Deutsch DD 2.0, Englisch DD 2.0

Untertitel: Keine

Bild: 1.85:1 (1920 x 1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 91 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover | Mediabook in 2 Cover-Varianten

Extras: Audiokommentar, Original Trailer, Alternatives Ende, Bonusszenen, Umfangreiche Bildergalerie, Programmtrailer | zusätzlich im Mediabook: Booklet von Christoph N. Kellerbach

Release-Termin: Mediabook: 26.07.2019 | KeepCase: 21.02.2020

 

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UNINVITED – Trailer

 
 


 
 
 

Christian Ladewig

Die Rechte aller verwendeten Bilder liegen bei CMV LASERVISION

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Zombiber (2014)
 
Black Sheep (2006)
 
The Boneyard – Labyrinth des Grauens (1991)
 

Filmkritik: „Dark was the Night“ (2014)

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DARK WAS THE NIGHT – DIE WURZELN DES BÖSEN

Story

 
 
 
Etwas Böses terrorisiert die keine Stadt Maiden Woods. Zerfetzte Körper werden gefunden und seltsame Dinge geschehen. Sheriff Paul Shields (KEVIN DURAND) will den Bewohnern die Angst nehmen und geht den mysteriösen Ereignissen auf den Grund.
 
 
 


 
 
 

DARK WAS THE NIGHT – Kritik

 
 
 
Monsterfilme sind auch nicht mehr das, was sie mal waren – und das ist auch gut so. Seit einiger Zeit sind ambitionierte Filmemacher daher bestrebt, dummen Monsterstreifen so etwas wie Anspruch einzuhauchen. Entstanden sind so herausragende Horrordramen wie SPRING oder LATE PHASES, die auf eindrucksvolle Weise zeigten, dass sich Kreaturen-Horror nicht zwangsläufig in eine Schublade packen lässt. Auch BAD MILO– und STATIC-Produzent JACK HELLER versucht mit seinem DARK WAS THE NIGHT Tiefe in die Materie der Monsterheuler zu bringen. Statt Augenmerk auf Böses zu richten, sind ihm seine Figuren wichtig. Die haben in erster Linie mit Schicksalsschlägen und inneren Dämonen zu kämpfen – gefräßige Monster haben zu warten.
 
 
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KEVIN DURAND spielt den sensiblen Sheriff Paul Shields, der entgegen dem stereotypen Bild des Helden auch einmal weinen darf und sogar Angst kennt. Er hat kein einfaches Los gezogen und befindet sich nach dem tragischen Unfalltod des Sohnemanns in einer Lebenskrise. Das Familieleben leidet darunter, denn der Zweitgeborene hat erkannt, dass sich die Eltern nach dem Ableben des Bruders voneinander entfernt haben. Als plötzlich Dinge im Ort geschehen, muss der Sheriff aus seiner Lethargie erwachen. Er soll dem Mysterium auf den Grund gehen, denn die Bewohner seiner Stadt Maiden Woods vermuten, dass etwas Böses aus den Wäldern gekommen ist und nichts Gutes im Schilde führt. Für den rational denkenden Gesetzeshüter eine Herausforderung. Der muss sich nämlich bald eingestehen, dass es auf der Welt Dinge gibt, die sich nicht so einfach erklären lassen.
 
 
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Deprimierende Familientragödie mit Monstern: eigentlich macht Regisseur JACK HELLER fast alles richtig. DARK WAS THE NIGHT besitzt Tiefgang, authentische Protagonisten, unwohlige Atmosphäre und einen ständig wachsenden Spannungsbogen. Auch räumt man Publikum und Figuren genügend Zeit ein, damit sich Charaktere entwickeln und Zuschauer mit den Geschehnissen vertraut machen können. Was trotzdem übel aufstößt ist die Tatsache, dass das Monster nicht vor die Linse darf. Das tritt den blutigen Rachefeldzug gegen die Menschheit bereits im Prolog an – in voller Pracht wird es nur für wenige Sekunden im Finale gezeigt. Filmemacher JACK HELLER übertreibt das Spiel mit der Andeutung. Das Monster scheint allgegenwärtig zu sein und dennoch bekommt der Zuschauer nur dunkle Schatten zu sehen oder vernimmt unheilverkündendes Stampfen. Warum das so ist, wird im Endkampf klar. Ein rigoroser Sparkurs zwang die Produktion in die Knie. Um wirtschaften zu können, musste der Filmbösewicht am Rechner geboren werden – leider mehr schlecht als recht. Die Animationen wirken unglaubhaft und das Wesen derart künstlich, das es nicht in die Szenerie passen will. Dass da das Gänsehautgefühl in den Keller saust und aufgebaute Illusionen zu Staub verpuffen, ist nur die logische Konsequenz. Da kann auch der rabenschwarze Schlussgag nichts reißen, der die Tür für eine mögliche Fortsetzung offen hält. DARK WAS THE NIGHT ist eine Enttäuschung und das trotz Tiefgang. Wer demzufolge in Monsterstreifen fressgierige Bestien sehen will, sollte sich fern halten – dieser Film macht’s eher subtil.
 
 
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DARK WAS THE NIGHT – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Atmosphärischer Monster-Grusler alter Schule. Bei diesem Indiestück handelt es sich in erster Linie um ein deprimierendes Drama, das sich als Monsterfilm tarnt. Statt blutige Fressorgien oder hektische Hetzjagden zu zelebrieren, geht es Regisseur JACK HELLER ruhiger an und beschäftigt sich in erster Linie mit seinen Protagonisten, die mit ihren eigenen Dämonen zu kämpfen haben. Dennoch; was hätte DARK WAS THE NIGHT – DIE WURZELN DES BÖSEN für ein großartiger Film werden können – wenn mehr Geld zur Verfügung gestanden hätte! In diesem Monsterfilm steckt zwar Hirn; weil Budget knapp war musste man wohl improvisieren und auf subtile Weise Gänsehaut heraufbeschwören. DARK WAS THE NIGHT ist ein Monsterfilm ohne Monster. Nicht, dass es nicht da wäre. Ganz im Gegenteil, die Filmkreatur ist allgegenwärtig. Dennoch wird sie erst am Ende für wenige Sekunden gezeigt wohl, weil man keine Dollars für ausuferndes Creature-Design übrig hatte. Mit den miserablen CGI-Effekten verpuffen auch die Illusionen, die Regisseur JACK HELLER zuvor mit viel Liebe für Oldschool-Horror aufgebaut hat. Übrigens: dieser Film ist nichts für die Liebhaber hektisch geschnittener Hochglanzfilme aus der Mache eines Michael Bay. DARK WAS THE NIGHT ist langsam erzählte Gruselware, die den Anspruch bewahrt. Zuschauer, die nichts mit Horror der alten Schule anfangen können, dürften gelangweilt abschalten.
 
 


 
 
 

DARK WAS THE NIGHT – Zensur

 
 
 
Sonderlich zeigefreudig ist DARK WAS THE NIGHT – DIE WURZELN DES BÖSEN nicht. Die meisten Gewaltmomente passieren im Off. Zudem setzt der Streifen vordergründig auf subtilen Horror. Hierzulande hat es dafür eine FSK16 gegeben.
 
 
 


 
 
 

DARK WAS THE NIGHT – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Eurovideo Medien

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Dark was the Night; USA 2014

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.40:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 98 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Keine Extras

Release-Termin: 07.04.2016

 

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DARK WAS THE NIGHT – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken und Packshots liegen bei: Eurovideo Medien)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Indigenous (2014)
 
Feed the Gods (2014)
 
Exists (2014)
 
Leprechaun: Origins (2014)
 

Filmreview: „Crawlspace – Killerhaus“ (1986)

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CRAWLSPACE – KILLERHAUS

Story

 
 
 
Karl Gunther (Klaus Kinski) ist Hausverwalter, Sohn eines berüchtigten Nazi-Arztes und vermietet die Wohnung eines Wohnkomplexes gern an attraktive Frauen, deren erotisches Treiben er mit inbrünstiger, kinskiesker Leidenschaft durch die Lüftungsschlitze des Gebäudes beobachtet. Keine der Mieterinnen scheint zu ahnen, wer Gunther wirklich ist, denn im Dachgeschoss hat er sein Labor eingerichtet, in dem er die unmenschlichen Experimente seines Vaters aus Ehrfurcht und Liebe zu ihm fortführt.
 
 
 


 
 
 

CRAWLSPACE – Kritik

 
 
 
Wenn es um Horrorfilme geht, erinnert sich manch Fan des Genres gern an die goldenen 80er Jahre zurück – zu einer Zeit, in der der Horrorfilm nicht selten für allerhand Überraschungen sorgte. Auch wenn der Fortsetzungswahn der damaligen Filmemacher – eine Parallele zur heutigen Zeit – kein Ende fand und die Gier nach neuem VHS-Futter kaum Grenzen kannte, so lässt sich rückblickend sagen, dass in dieser Zeit mit legendären Horrorikonen wie Freddy Krueger, dem Pinhead aus Hellraiser, Jason Vorhees, dem Leprechaun und Chucky, einige der vermutlich wichtigsten Filmreihen des Genres entstanden sind. Gerade im B-Horror-Bereich war dieses Jahrzehnt eines der Produktivsten, wobei kleine Filmstudios wie CHARLES BANDS EMPIRE und später FULL MOON-Schmiede selbst mit den miesesten Trash-Produktionen beachtliche Erfolge verbuchen konnten und sich mit Filmen wie RE-ANIMATOR, DOLLS und FROM BEYOND einen festen Platz im Herzen eines jeden Genre-Fans sichern konnte. Der nicht wirklich hochpolierte Horrorfilm CRAWLSPACE aus dem Jahre 1986 ist eines dieser Kaum-Budget-Werke von EMPIRE, das einen gewissen Kultstatus hält. Gedreht in den gleichen italienischen Studiowohnungen, die noch für den Über-Trashfilm TROLL gemietet waren, ist er trotzdem nicht ohne Grund eins der weniger beachteten Werke des Produktionshauses, denn im Grunde genommen ist die Geschichte von Karl Gunther, Sohn eines berüchtigten Nazi-Arztes, der eine Leidenschaft für schöne Frauen hegt und diese durch die Lüftungsschlitze des Gebäudes beobachtet, vollkommener Irrsinn. Was den Film aber erwartungsgemäß sehenswert macht, ist Hauptdarsteller und Berufswahnsinniger KLAUS KINSKI, der hier eine seiner letzten Rollen spielt. Dass der extrovertierte und eigensinnige Schauspieler immer ein Garant für sehenswertes Kino ist, dürfte jedem Filmfan hinreichend bekannt sein. Egal wie hanebüchen ein Film auch sein mag; mit dem KINSKI in der Hauptrolle wird selbst das dünnste Drehbuch zu heißbegehrter Kinounterhaltung. Dennoch muss die Arbeit an CRAWLSPACE für Regisseur und Autor DAVID SCHMOELLER traumatisierend gewesen sein. KINSKI gab sich einmal mehr durchweg eigensinnig, so dass er bereits nach nur drei Tagen Drehzeit gefeuert werden sollte. Doch die Produzenten wollten an KINSKI als Verkaufswert festhalten, so dass SCHMOELLER trotz aller Schwierigkeiten mit dem schwierigen Weltstar auskommen musste. 13 Jahre später realisierte SCHMOELLER einen neunminütigen Kurzfilm mit dem Titel „Please Kill Mister Kinski“, in welchem er auf amüsanter Weise die gar grotesken Dreharbeiten mit KLAUS KINSKI dokumentierte. Praktisch die Taschenversion von WERNER HERZOGS Mein liebster Feind, in dem Schreihals Kinski sogar südamerikanische Indios ans Leder wollen.

CRAWLSPACE ist ein kleiner, schmierig-fieser 80er-Thriller, wie man ihn in jener Zeit gerne einmal auf der Mattscheibe hatte. Trotz der vielen Lobeshymnen, die der Film unter Fans einheimsen konnte, gehört dieser Beitrag zu KINSKIS schlechtesten Arbeiten. Die Differenzen am Set spiegeln sich auch in dessen Lustlosigkeit wieder. KINSKI mimt die Rolle des psychopathischen Hausmeisters (übrigens SLEEP TIGHT aus dem Jahre 2011 fasst das Thema in ähnlicher Weise erneut auf) zwar selbstsicher; sein Schauspiel bleibt jedoch weit hinter den Erwartungen zurück. Reichlich unmotiviert und gnadenlos unterfordert bekleckert er sich in diesem Horror-Thriller nicht gerade mit Ruhm, was natürlich auch wenig verwundert, bietet die extrem dünne Handlung kaum Raum zur Entfaltung. Wie in den 80ern üblich, werden Teens hier von weit über 30-jährigen Darstellern verkörpert, was aus heutiger Sicht nicht selten für herzhaftes Lachen sorgt. Bis auf KINSKI sind hier alle Schauspieler eine mittelschwere Katastrophe, das aber zu verschmerzen ist, denn CRAWLSPACE funktioniert gerade deswegen so unglaublich gut, weil er sich nur selten ernst nimmt. Vor allem die Nazi-Doktor-Klischees wirken fast 30 Jahre nach Entstehung schon merklich haarsträubend und die Vergangenheitsbewältigungsstory stört mehr, als dass sie aufklärend wirken möchte. Immerhin ist CRAWLSPACE mit seinen 77 Minuten straff durchgeplant, so dass nur selten Leerlauf entsteht. Die vorhandene Ereignislosigkeit wird mit allerhand Schabernack bestückt. Der Zuschauer bekommt ein paar schmuddelige Sexszenchen zu Gesicht, diverse Rattenauftritte lassen die Nackenhaare empfindsamer Gemüter zu Berge stehen und einige irrsinnige Todesfallen aus der Prä-Saw-Ära lassen auch heute noch wohldosierte Schauer über den Rücken jagen. Wirklich schockierend ist das aber natürlich nicht und dürfte der neuen Generation an Horrorfans eher lasch erscheinen. Trotzdem, Fans der flippigen 80er Jahre werden an diesem Nonsens ihre helle Freude haben. Im, fürs Jahrzehnt typischen Horrorfinale läuft KINSKI erneut zu Hochform auf und der Zuschauer erlebt einmal mehr, wie spielerisch es dem Egozentriker gelingt, seine Rollen statt mit nötigen Feinschliff eher mit der ihm eigenen Bescheuertenschule zu bereichern. Die Rolle des Karl Gunther ist KINSKI wie auf den Leib geschneidert und lässt schnell vergessen, dass CRAWLSPACE im Grunde genommen ein weiterer austauschbarer Horrorfilm ohne Höhepunkte ist, der eigentlich nur deshalb den heutigen Beliebtheitsstatus genießt, weil Regisseur DAVID SCHMOELLER Schauspiel-Legende KLAUS KINSKI für seinen Film gewinnen konnte.
 
 
 


 
 
 

CRAWLSPACE – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Kruder Horror-Klassiker aus den berüchtigten EMPIRE-Studios CHARLES BAND, der mit einem diabolischen KLAUS KINSKI aufwartet und Jahre vor HOSTEL mit allerhand krudem Folterwerkzeug überrascht. Mit einem Augenzwinkern genossen, dürften vor allem Fans von 80er Jahre-Trash-Gurken mit CRAWLSPACE einen Heidenspaß erleben.
 
 
 


 
 
 

CRAWLSPACE – Zensur

 
 
 
Die deutsche Filmfassung ist ungeschnitten frei ab 18 Jahren, wobei die Freigabe dennoch etwas hochgegriffen scheint, denn CRAWLSPACE ist fast 30 Jahre nach Entstehung nicht sonderlich hart. Eine Jugendfreigabe mit FSK16 hätte es auch getan!
 
 
 


 
 
 

CRAWLSPACE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Crawlspace; USA 1986

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch+Englisch DTS-HD MA 2.0 (Mono)

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.85:1 (1920x1080p)

Laufzeit: ca. 80 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Trailer bei Disc-Start: Maniac (2:02 Min., 1080p), A Little Bit Zombie (2:18 Min., 1080p), The Invisible Man (1:01 Min., 1080p), Originaltrailer (1:17 Min., 576i), Featurette (3:45 Min., 480i), Please Kill, Mr. Kinski (9:05 Min., 576i), TV-Spot 1 (0:33 Min., 480i), TV-Spot 2 (0:32 Min., 480i), Making Of + Interview (45:14 Min., 576i), Trailershow: Alexandre Ajas Maniac (2:02 Min., 1080p), A Little Bit Zombie (2:18 Min., 1080p), The Invisible Man (1:01 Min. 1080p), Maniac – Das Original (3:00 Min., 576i), 11-11-11 – Das Tor zur Hölle (1:45 Min., 1080p), Der Kreuzmörder (2:06 Min., 576i), Shrooms (1:59 Min., 576i), Splinter (1:39 Min., 576i), The Pact (1:56 Min., 1080p), When The Lights Went Out (2:28 Min., 1080p), Timber Falls (2:10 Min., 576i)

 
 
 
Die Blu-ray zum Film aus dem Hause ASCOT ELITE ist in der neuen hauseigenen Sammlerreihe CINEMA TREASURES erschienen, in welcher auserwählte Klassiker das erste Mal auf dem HD-Medium veröffentlicht werden. Die Umsetzung überrascht, denn trotz Low-Budget-Status wurde CRAWLSPACE – KILLERHAUS eine mehr als würdige Veröffentlichung spendiert. Das beginnt bereits bei der Coverauswahl. Denn hier hat der Sammler die Möglichkeit, sich zwischen zwei verschiedenen Motiven zu entscheiden. Das vorliegende HD-Master zeigt eine gute bis sehr gute Bildschärfe. Es sind viele kleine Details in den Nahaufnahmen zu erkennen, die kräftigen Farben und die angenehme Plastizität sind für einen derartigen Film über jeden Zweifel erhaben. Zwar sind hin und wieder kleine Verschmutzungen zu erkennen und auch minimales Filmkorn muss geduldet werden; die genannten Mankos geben aber kein Grund zum Anlass die Blu-ray zu meiden. Wer meint, die vorliegende Scheibe könne nur durch hervorragende Bildqualität trumpfen, der irrt. Denn der Bonussektor setzt noch einen drauf. Was hier geboten wird ist unglaublich umfangreich. Vom Trailer, über Interviews, wird sogar die neunminütige Dokumentation „Please Kill, Mr. Kinski“ geboten, die Regisseur DAVID SCHMOELLER 13 Jahre später realisierte. Herzstück der vielfältigen Extra-Auswahl ist jedoch das Making of zum Film, das in 45 Minuten allerlei Wissenswertes rund um die Produktion bietet. Alle Extras liegen zwar in bescheidener VHS-Qualität wieder, wurden aber deutsch untertitelt. Bleibt zu erwähnen, dass bei derart Umfang ein wenig an der Aufarbeitung des Tons gespart wurde. Hier wird zwar eine sehr gute Stereofront mit einer kräftigen Musikwiedergabe geboten, dennoch ist ein leichtes Rauschen über die gesamte Laufzeit zu vernehmen. Zudem klingen die Stimmen leicht dumpf, aber dennoch sauber. Wer eine Schwäche für 80er Jahre-Trash besitzt sollte unbedingt zuschlagen. Die Scheibe wurde nicht nur mir viel Liebe zum Detail erstellt; sie ist sogar sehr günstig zu haben.
 
 

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CRAWLSPACE – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Sleep Tight (2011)