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Filmkritik: „Look Away“ (2018)

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LOOK AWAY

Story

 
 
 

Ein Mädchen mit Problemen, beginnt plötzlich mit dem Spiegelbild zu quasseln und baut mit dem gespiegelten Alter Ego eine emotionale Bindung auf.

 
 
 


 
 
 

LOOK AWAY – Kritik

 
 
 
Wenn sich im Horror-Kino junge Außenseiter die Augen ausweinen, weil sie vom Umfeld gemobbt und schikaniert werden, dürfte jedem erfahrenen Horrorfilmkenner einleuchten, dass irgendwann die Sicherungen durchbrennen werden. Da werden schnell mal aus scheinbar unschuldigen Lämmchen unaufhaltsame Furien, die im plötzlichen Blut- und Rache-Rausch nicht mehr klar denken können. Im Film von ASSAF BERNSTEIN ist das nicht anders. Der bringt ein heikles Thema auf die Mattscheibe, das für psychologischen Thrill herhalten musste. Die Rede ist von Mobbing an Schulen und dem Problem vieler Jugendlicher, in Zeiten technischen Fortschritts keine echten sozialen Kontakte mehr schließen zu können. Haben Eltern dann auch noch zu hohe Karriere-Erwartungen an ihre Sprösslinge ist ein Blackout nicht weit. Demzufolge kommt nun nach CARRIE, ALENA und #HORROR der nächste „ein Außenseiter schwört Rache“-Film mit kritischer Note. Ob LOOK AWAY jedoch was kann oder nur ein weiterer überflüssiger Teen-Thriller ist, sagen wir Euch in unserer Filmvorstellung.
 
 
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Spieglein, Spieglein an der Wand: Bin ich das da im Spiegelbild oder doch jemand anderes? Genau das muss sich auch die introvertierte Marie (INDIA EISLEY) fragen. Die ist zwar schön, aber für Vater und Schönheitschirurg Dan (JASON ISAACS) nicht schön genug. Der zweifelt am Selbstbewusstsein seiner pubertierenden Tochter und schenkt ihr zum Geburtstag erst einmal einige Schönheitskorrekturen. Keine große Hilfe für die Heranwachsende. Die ist ohnehin schon verunsichert, weil es im Leben nicht sonderlich gut läuft. Die Familie ist zerrüttet, in der Schule wird sie gemobbt und auch mit sozialen Kontakten hat Marie ihre Probleme. Da entdeckt sie plötzlich im Jugendzimmer Sonderbares. Dort, wo sie sich tagtäglich zum Weinen zurückzieht, ist plötzlich jemand zugegen, der die Teenagerin versteht. Es ist das Spiegelbild der attraktiven Schülerin, das tröstende Worte spendiert und Tipps gibt, wie man besser durchs Leben kommt. Eine gute Sache, die aber einen Haken hat: Das Spiegelbild mit dem Name Airam hat eine besondere Gabe und die nennt sich Manipulation. Es benutzt das Gegenüber, um aus dem Spiegelgefängnis zu entkommen. Leider kommt Marie erst zu spät zur Einsicht. Spiegelbilder sind eben auch nicht mehr das, was sie mal waren.
 
 
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Außenseiterdrama über eine schizophrene Teenagerin, doppelbödiges Psychogram einer fehlgeleiteten Heranwachsenden oder knüppelharter Schocker in dem eine Schülerin mit ihrem Umfeld abrechnet? Genau das ist des Pudels Kern und Kernthema von LOOK AWAY. Der Film hält nämlich den Zuschauer auf Trab und offenbart nur schleichend seine wahren Intensionen. Weil wir den Streifen aber hier auf FILMCHECKER besprechen, wo düsteren Schocker Beachtung finden, dürfte schnell klar sein, in welche Schublade Regisseur ASSAF BERNSTEIN diesen Film stecken will. Der erzählt hier die Horror-Version von DAS DOPPELTE LOTTCHEN und ist darin gar nicht mal so ungeschickt. Heldin Marie tauscht nämlich mit ihrem Spiegelbild die Rollen. Während die wegen ihrer unsicheren Art im Leben so gar kein Glück hat und von allen nur verspottet wird, ergreift das gespiegelte und extrovertierte Alter Ego die Initiative. Schnell ist die falsche Marie im Gespräch und plötzlich kein Niemand mehr. Doch dabei soll es nicht bleiben. Das Spiegelbild, das sich selbst Airam nennt, hat einen Plan und der nennt sich Rache. Horrorfans werden da hellhörig.
 
 
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In der Tat wird aus dem CARRIE-gleichen Einstieg plötzlich ein Horrorthriller mit düsterem Tenor. Die boshafte Airam hat nämlich Gründe, warum sie ihrem Spiegelgefängnis entkommen möchte und auf Rachefeldzug gehen will. Diese bleiben aber bis kurz vor Ende unbeantwortet und werden im Laufe des Streifens nur durch wirre Flashbacks angedeutet, damit der Zuschauer auch ja lang im Dunkeln tappt. Ein geschickter Schachzug, um LOOK AWAY nicht allzu plump aussehen zu lassen und die Handlung halbwegs spannend zu gestalten. Das hat der Film auch dringend nötig. Sieht man nämlich von der Spigelbild-Tausch-Thematik ab, ist dieser Thriller auch nur ein weiterer generischer Grusel-Mystery-Streifen, der für den Massenmarkt gefertigt wurde. Doch das muss nicht zwangsläufig schlechtes bedeuten. Trotz konventioneller Machart und stereotyper Figuren ist LOOK AWAY ganz kurzweilig geraten. Ein Großteil dessen ist auf die gut gewählten Darsteller zurückzuführen. Vor allem die attraktive INDIA EISLEY zeigt lobend, dass sie sich nicht nur auf ihre Optik reduzierend lassen will. Die spielt hier zwei Rollen, die gegensätzlicher nicht sein könnten – und das mit Bravour. Mal ängstlich-verunsichert, mal emanzipiert-wild. Manch andere makellose Jungdarstellerin wäre da überfordert gewesen und hätte es bei dem belassen, was sie wirklich kann: einfach nur schön sein. Aber LOOK AWAY hat nicht nur attraktive Menschen zu bieten. Weil hier in erster Linie Horrorfans angesprochen werden sollen, darf auch Gewalt nicht fehlen. Die findet vor allem im Endspurt Verwendung und macht aus LOOK AWAY eine runde Sache für einen Horrorabend bei Kerzenschein mit der Freundin auf der Couch. Unterm Strich: Leichte Gruselunterhaltung ohne Längen, die zwar nicht großartig nachwirkt, dafür aber solide unterhält. Genau das richtige für jene, die die meiste Zeit auf dem Streaming-Portal NETFLIX verbringen und nicht zu sehr gefordert werden wollen.
 
 
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LOOK AWAY – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Doppeldeutiges, kurzweiliges und spannendes Thriller-Kino. Zudem hat LOOK AWAY mit Hauptdarstellerin INDIA EISLEY auch noch einen regelrechten Hingucker in petto, der vor allem männliche Zuschauer feuchte Träume beschweren dürfte. LOOK AWAY ist nichts Großes und auch nichts für Feingeister. Aber das möchte der Film auch gar nicht sein. Der Streifen will den schnellen Thriller-Konsum befriedigen und bietet somit Gruselunterhaltung für den kleinen Horror-Hunger zwischendurch. Handwerklich ist das solide gelöst. ASSAF BERNSTEIN baut langsam Spannung auf und lässt am Ende die Katze aus dem Sack, wobei die Erklärungsversuche nicht immer plausibel sind. Ist hier eine Teenagerin mit finsteren Mächten im Bunde, die plötzlich das Leben der Filmheldin übernehmen? Oder handelt LOOK AWAY von einer psychisch labilen Schülerin, die gern jemand anderes sein will und schizophrene Züge an den Tag legt? So wirklich eindeutig ist die Auflösung nicht, weil Macher ASSAF BERNSTEIN permanent zwischen Außenseiterdrama und Mystery-Thriller umherspringt. Fantasiebegabten Zuschauern dürfte das aber egal sein. Die werden sich schon ihre eigenen Erklärungsansätze zusammenreimen. Kann man sich durchaus mal anschauen.
 
 
 


 
 
 

LOOK AWAY – Zensur

 
 
 
LOOK AWAY ist keine Schlachtplatte. Eine Protagonistin stößt unsanft mit dem Kopf gegen eine Wand und stirbt, ein anderer Protagonist erhält einen Schlag auf den Kopf und verliert so sein Leben. Weiterhin wird eine Figur mit einem Seziermesser um die Ecke gebracht. Das alles reicht für eine sichere FSK16 aus.
 
 
 


 
 
 

LOOK AWAY – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Vertical Entertainment)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Oculus (2013)
 
Der Fluch der Hexe – Queen of Spades (2015)
 
Alena (2015)
 
Carrie – Des Satans jüngste Tochter (1976)
 
Carrie 2 – Die Rache (1999)
 
Some Kind of Hate (2015)
 

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