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Filmkritik: „The Crucifixion“ (2017)

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THE CRUCIFIXION

Story

 
 
 

Eine Reporterin will den mysteriösen Tod einer Nonne untersuchen und reist dafür nach Rumänien, wo sie mit dämonischen Vorfällen konfrontiert wird.

 
 
 


 
 
 

THE CRUCIFIXION – Kritik

 
 
 
Vermutlich dürfte jeder Horrorfilmfan mit ausgeprägtem Interesse fürs Genre früher oder später mit den Werken des XAVIER GENS in Berührung kommen. Der Franzose hat nämlich schon einige Streifen gedreht, die fürs Genre nicht unwichtig sind. So hat Gens mit dem ultrabrutalen FRONTIER(S) einen wichtigen Beitrag zur französischen Terrorwelle beigesteuert, die während der 2000er Jahre um die ganze Welt ging und sorgte mit einem Kurzfilm in THE ABCS OF HORROR dafür, dass dem Anthologie-Horror wieder frisches Leben eingehaucht werden konnte. Frisches Leben oder gar Neuerungen sucht man dagegen in THE CRUCIFIXION vergebens. In diesem weiteren Horrorfilm aus der Mache des französischen Filmemachers wurmt es gewaltig. Hier schlägt Gens nach knallharten Ausflügen ins Horror- und Actionfach ruhigere Töne an und lässt Horrorfans an ihrem Verstand zweifeln. Zu Recht, denn der Ausflug ins Exorzisten-Genre ist eine regelrechte Schlaftablette und sorgt mit schläfriger Inszenierung für Müdigkeitserscheinungen. Was den Gens da wohl geritten hat?
 
 
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In Rumänien geht ein mysteriöser Mordfall durch die Medien. Dort soll sich in einem kleinen Dorf schreckliches ereignet haben. Offenbar haben mehrere Geistliche den Tod einer Nonne im Zuge einer Teufelsaustreibung verursacht. Für die aufstrebende Journalistin Nicole Rawlins (SOPHIE COOKSON) ein gefundenes Fressen. Die wittert eine interessante Story und reist zum Ort des Geschehens, wo sie Ermittlungen anstellt. Leider will ihr anfangs niemand Rede und Antwort stehen. Doch die Reporterin bleibt hartnäckig und beginnt zu forschen, um die wahren Gründe für das Ableben der unschuldigen Frau in Erfahrung bringen zu können. Was sie dabei entdeckt, dürfte aber keinen Horrorfan hinter dem Ofen hervorlocken. Die Nonne war von einem bösartigen Dämon besessen, der immer noch im Dorf sein Unwesen treibt. Weil Nicole zu neugierig und unachtsam schnüffelt, macht sie bald selbst mit dem Bösen Bekanntschaft. Manchmal ist es eben besser seine Nase nicht in die Angelegenheiten fremder Menschen zu stecken.
 
 
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Man muss schon richtig ausgeschlafen sein, um THE CRUCIFIXION wach überstehen zu können. Der Film ist um Spannung bemüht, kränkelt aber unter permanenter Ideenarmut und einer ereignisarmen Handlung, die zu keiner Minuten packen will. THE CRUCIFIXION hat nichts Neues zu bieten und schielt lieber zu den ganz großen Klassikern des Exorzisten-Genre. So bekommt man mal wieder vom Teufel besessene Protagonisten vor die Linse, die in der Luft schweben und sich vor Schmerzen winden, sobald ihnen Priester fromme Bibelverse vorlesen. Ausgelutschte Exorzismus-Klischees gibt es hier zuhauf. Die geben dem tempofreien Mysterythriller den Rest, der immerhin um die Aufmerksamkeit der Zuschauer bemüht ist. Sobald die ohnehin schon schleppende Handlung auf der Stelle verharrt, schallen laute Schreckmomente aus dem Fernsehapparat, die offenbar nur deshalb eingespielt werden, um den unaufmerksamen Zuschauer aus dem Schlaf zu reißen. Ob ein so unsanftes Wecken gut ankommen wird, steht auf einem anderen Blatt. Fakt ist, mit THE CRUCIFIXION bekleckert sich XAVIER GENS definitiv nicht mit Ruhm, auch wenn seine gemächlich erzählte Detektivgeschichte mit stimmigen Bildern überrascht, die unbedingt Lust auf einen Rumänien-Urlaub machen.
 
 
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THE CRUCIFIXION – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
 
Generischer Exorzisten-Schnarcher von einem Filmemacher, der es eigentlich besser kann. Der französische Regisseur XAVIER GENS dreht mit THE CRUCIFIXION einen Gang runter und macht einen Abstecher ins Exorzistenfach. Wer aber nach mehr oder weniger brutalen Beiträgen auf einen Film im gleichen Schlag hofft, wird schnell enttäuscht werden. THE CRUCIFIXION ist langweilig, nicht gerade originell und dazu auch noch frei von Logik. So sprechen im Film rumänische Priester und einfache Landleute im Hinterland fließend Englisch. Als wäre das nicht schon seltsam genug, will eine ausländische Reporterin auf Biegen und Brechen einen mysteriösen Mordfall lösen. Aufgeklärte Horrorfilmfans dürften nach dem Warum forschen, zumal schnell offensichtlich wird, dass sich die unvorsichtige Detektivin mit ihrer selbstlosen Tat sprichwörtlich selbst in Teufels Küche bringt. Angeblich wurde THE CRUCIFIXION von einem wahren Fall aus dem Jahre 2004 inspiriert. Da mittlerweile jeder zweite Horrorfilm mit Echtheitszertifikat wirbt, will diese einfältige Marketingmasche leider nicht mehr so gut zünden. Der Zuschauer ist nicht auf den Kopf gefallen, dürfte aber schnell Kopfschmerzen von dem bekommen, was XAVIER GENS mit THE CRUCIFIXION zumutet. So werden Szenen bis zum Erbrechen wiederholt, damit der Streifen erst gar nicht in Gang kommt, aber seiner Laufzeit von 90 Minuten erreicht. Manch anderer Filmemacher hätte aus gleichem Stoff wohl einen Kurzfilm gemacht. THE CRUCIFIXION ist eine Gurke vor dem Herrn. Würde dieser Film nicht von einer der großen Hoffnungen modernen Horrorkinos kommen, wäre es wohl nicht so traurig.
 
 
 


 
 
 

THE CRUCIFIXION – Zensur

 
 
 
THE CRUCIFIXION hat außer den typischen Exorzismusmomenten, in denen Menschen mittels Bibelsprüchen der Teufel ausgetrieben wird, keine Gewaltszenen zu bieten. Demzufolge hat der Okkult-Horror ohne Probleme eine FSK16 erhalten.
 
 
 


 
 
 

THE CRUCIFIXION – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Tiberius Film (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Crucifixion; Großbritannien, Rumänien 2017

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 90 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wendecover (alternatives Filmmotiv)

Extras: Trailer, Trailershow

Release-Termin: 01.02.2018

 

The Crucifixion [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

THE CRUCIFIXION – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Abbildungen liegen bei Tiberius Film)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Der Exorzismus von Emily Rose (2005)
 
Der Exorzist III (1989)
 
The Atticus Institute (2015)
 
The Rite – Das Ritual (2011)
 

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Filmkritik: „Freehold“ (2017)

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FREEHOLD

(TWO PIGEONS)

Story

 
 
 

Ein Fremder versteckt sich in einer Wohnung, die ihm nicht gehört und macht dem Mieter dieses Apartments das Leben zu Hölle.

 
 
 


 
 
 

FREEHOLD – Kritik

 
 
 
Für die meisten Leser von FILMCHECKER dürfte das eigene Zuhause wohl einer der Plätze sein, an dem Fremde unerwünscht sind. Umso erschreckender der Gedanke daran, dass tagtäglich skrupellose Menschen weltweit in genau jene Behausungen eindringen, um den friedlichen Rückzugsort zu verwüsten und so sichere Wände zum Horrorheim machen. Genau jene Thematik liegt dem makabren Thriller FREEHOLD zugrunde, der anfangs eigentlich mal TWO PIGEONS heißen sollte. Hier bricht ein knochiger Mann in eine Wohnung ein, die ihm nicht gehört. Der will dort aber nicht Schmuck und Geld stehlen, sondern hat andere Intensionen. Hinter dem etwas anderen Home-Invasion-Film steckt mal wieder ein Neuling, der bisher nur mal Folgen für eine TV-Serie gedreht hat. Nun will Regisseur DOMINIC BRIDGES ins Filmbusiness einsteigen und feiert mit dem bitterbösen FREEHOLD sein Regiedebüt. Feingeister sind hier fehl am Platz. Ob jene Tatsache Gutes verheißt?
 
 
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Manche Leute bekommen das, was sie verdient haben. In FREEHOLD geht es um zwei Männer, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten. Während der eine ein Leben mit all seinen Vorzügen genießt, hat es sich der andere zur Aufgabe gemacht dessen Leben zu zerstören. Orlan hat offenbar alles verloren, was ihm lieb und teuer war. Deshalb schwört er Rache. Er schleicht sich heimlich in die Wohnung des Womanizer Hussein ein, um ihm dort das Leben zur Hölle zu machen. Während das ahnungslose Opfer schläft, kriecht Orlan aus seinem Versteck und huscht nachts durch das fremde Apartment, um perfide Pläne auszuhecken. So füllt der ungebetene Gast Chemikalien ins Shampoo seines Opfers, versendet Bilder seines Gemächts an den Arbeitgeber des Gepeinigten und treibt das Leben des taffen Hussein so allmählich ins Chaos. Was folgt sind keine rosigen Aussichten für den eigentlichen Mieter. Der versteht bald die Welt nicht mehr, verliert Freundin und Job und zweifelt am eigenen Verstand. Ob der Denkzettel auch ankommt? Am Ende weiß der Zuschauer mehr.
 
 
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Kein Horrorfilm, sondern eher eine schwarze Komödie mit Ekelgarantie, die aber ein Problem hat. Der Streifen ist in Anbetracht der überschaubaren Grundidee ein klein wenig zu lang geraten und hat viel Leerlauf zu bieten. Die Geschichte vom ungebetenen Hausgast, der unter der Couch haust und sich wie ein Geist durch die Wohnung bewegt, passt auf einen Bierdeckel. Dennoch versucht Regisseur DOMINIC BRIDGES die Geschehnisse auf Spielfilmlänge zu blasen, damit FREEHOLD zumindest auf 80 Minuten Laufzeit kommt. So gehen schnell die Ideen aus, wie man Opfer Hussein und dessen Leben so manipulieren könnte, damit der an seinen Verstand zweifelt und die Beziehung zu seiner Freundin gegen die Wand fährt. Um dem Fan sonderbarer Späße dennoch Schauwerte bieten zu können, wird von der Ekelkeule Gebrauch gemacht. Der heimliche Untermieter Orlan putzt sich die Ohren mit der Zahnbürste seines Opfers, rotzt in dessen Mundwasser, uriniert auf Besteck und zieht sich die Unterhosen des Wohnungseigentümers an. Das ist teilweise schon arg grenzwertig und weit weg von gutem Geschmack – zumal die perfiden Einfälle des unsichtbaren Wohnungsbesetzers immer radikaler werden und Zuschauer mit empfindlichen Magen und hohem Reinheitsempfinden vor Herausforderungen stellt. Dass eine Konfrontation beider Seiten unausweichlich ist, dürfte auf der Hand liegen. FREEHOLD lässt die beiden Parteien am Ende aufeinandertreffen, hält sich bis dahin aber mit Antworten über Hintergründe zurück. Erst im Finale wird erklärt, warum sich der hagere Orlan zum erfinderischen Psychopathen entwickelt. Dessen Gründe wirken plausibel.
 
 
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Letztendlich ist FREEHOLD ganz nett. Der Gedanke, dass sich Fremde in Abwesenheit die eigene Wohnung zu eigen machen ist erschrecken und ungemütlich. Daraus zieht der makabre Psychospaß seinen Reiz, der laut Filmposter von namhaften amerikanischen Filmseiten und Zeitschriften großes Lob erhielt. In diesem Fall ist das aber reines Marketing. Auch wenn sich die Geschichte hinter FREEHOLD interessant anhört, eignet sich der Streifen gerade mal als kurzer Mitternachtssnack. Viel Tiefgang hat der Film nicht. Vermutlich dürfte er daher auch nur einmal im Player landen. Ein zweites Mal muss man FREEHOLD – trotz zynischem Ende – nicht unbedingt sehen.
 
 


 
 
 

FREEHOLD – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Eklig, makaber und rabenschwarz. FREEHOLD ist der etwas andere Home-Invasion-Thriller, der vermutlich das Interesse aller Freunde des schlechten Geschmacks auf den Plan rufen dürfte. Die werden aber wohl auch die einzigen sein, die FREEHOLD ohne Würgereflex überstehen werden, denn was in diesem erstaunlich unblutigen Rachefilm gezeigt wird, befindet sich weit unter der Gürtellinie. Regisseur DOMINIC BRIDGES versucht im ersten Spielfilm mit Ekelmomenten zu schockieren. Diese gehen diesmal aber nicht in die Richtung Splatter und Gore. FREEHOLD polarisiert mit Körperflüssigkeiten und der Tatsache, welch abartige Gedanken in so manchem Drehbuchschreiber schlummern. Dennoch ist der erste Spielfilm von DOMINIC BRIDGES nicht unbedingt schlecht. Das Kammerspiel ist im Provozieren von Ekel richtig erfinderisch und hat mit Schauspieler JAVIER BOTET auch noch einen charismatischen Darsteller in petto, der hier den mysteriösen Untermieter verkörpert. Botet hat schon in vielen namhaften, spanischen Horrorstreifen mitgespielt. Darunter MAMA, diversen [REC]-Filmen und MAD CIRCUS. Zudem war er auch schon in amerikanischen Horror-Blockbustern zu sehen. So übernahm er in CONJURING 2 den Crooked Man, flüchtet in ALIEN: COVENANT vor Aliens und bekam das kalte Grausen im Gruselstreifen DON’T KNOCK TWICE. Offenbar ist der spanische Schauspieler Horrorfan mit Leib und Seele. Da hat er mit allen Lesern von FILMCHECKER wohl etwas gemeinsam.
 
 
 


 
 
 

FREEHOLD – Zensur

 
 
 
FREEHOLD oder TWO PIGEONS ist kein Horrorfilm und hat auch keine Gewalt zu bieten. In einer Szene schneidet sich einer der Protagonisten mit Absicht in den Finger und verteilt sein Blut über sein schlafendes Opfer. Weil die Situation im Film und die Ekelszenen definitiv nichts für Kinder sind, dürfte FREEHOLD wohl eine FSK16 erhalten – insofern man den Streifen überhaupt in Deutschland veröffentlichen wird.

 
 
 


 
 
 

FREEHOLD – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Abbildungen liegen bei Mallinson Film Productions)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Crazy Murder (2014)
 
Home Invasion – Dieses Haus gehört mir (2013)
 
Sleep Tight (2011)
 


Filmkritik: „Annabelle 2“ (2017)

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ANNABELLE 2

(ANNABELLE: CREATION)

Story

 
 
 

Die unheimliche Puppe mit den langen Zöpfen ist wieder da. Diesmal versucht sie Waisenkindern in einem abgelegenen Farmhaus das Fürchten zu lehren.

 
 
 


 
 
 

ANNABELLE 2 – Kritik

 
 
 
Mittlerweile blickt keiner mehr durch. Seit Jahren sind in Hollywood nicht mehr nur Fortsetzungen erfolgreicher Horrorfilme Mode. Die Traumfabrik hat neue Wege gefunden, um den spendablen Kinogängern noch mehr Geld aus den Taschen ziehen zu können. Einer derer nennt sich Spin-Off und hat sich zu einem lukrativen Geschäft entwickelt mit dem sich gut Zaster verdienen lässt. Dabei handelt es sich um Ableger bekannter Filme aus denen ein Nebenstrang oder eine Figur entnommen wurde, um daraus einen eigenen Film zu machen. So geschehen mit ANNABELLE – einem Horrorfilm von 2014 in dem eine gruselige Puppe ihr Unwesen trieb, die zuvor in einem anderen Horrorfilm mit dem Titel THE CONJURING Erwähnung fand. Die war dort nur wenige Minuten zu sehen, ließ aber tausende Kinofans erschaudern, weshalb sich das Produktionsstudio dazu entschloss dem unheimlichen Spielzeug einen eigenen Film zu spendieren. Der wurde produziert, kam aber nicht sonderlich gut an. Dennoch spielte ANNABELLE genug an den Kinokassen ein und musste fortgesetzt werden. Hollywood ist manchmal so durchschaubar.
 
 
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Die Fortsetzung zu ANNABELLE erzählt – wie’s aktuell im Horrorbereich Trend ist – die Vorgeschichte zum Originalfilm. Dabei werden die Ursprünge der schaurigen Puppe beleuchtet, die von einem bösen Dämon besessen ist, der nur Unruhe stiften will. Alles beginnt im Jahr 1943, wo es das Schicksal mit Puppenmacher Samuel Mullins und dessen Frau Esther nicht sonderlich gut meint. Die geliebte Tochter Annabelle wird von einem Auto überfahren und stirbt am Unfallort. Weil die Trauer über den Verlust unerträglich ist, beschließt das Paar einer geheimnisvollen Präsenz die Erlaubnis zu erteilen, in einen Puppenkörper schlüpfen zu dürfen, die seit dem Tod der kleinen Tochter durchs Haus geistert. Leider wird den Eheleuten bald klar, dass jener Geist nicht die kleine Annabelle ist von der sie gehofft hatten, dass sie zurückgekehrt ist. Ein boshafter Dämon nutzt die Gunst der Stunde, um einen Weg in die Welt der Lebenden zu finden. Gott sei Dank kann das Vorhaben gestoppt werden. Die Puppe wird in einen geheimen Raum gesperrt von wo aus das Böse kein Unheil mehr anrichten kann. Zwölf Jahre später geht der Spuk in die nächste Runde. Einige Waisenkinder machen es sich im Haus erwähnter Farmleute gemütlich und bringen wieder Leben in die Hütte. Doch mit der Ruhe ist es bald vorbei. Eines der Kinder stößt bei Entdeckungsreisen durch das Anwesen auf das Versteck der Puppe und weckt so den Dämon aus seinem Schönheitsschlaf. Der hat jetzt keine Lust mehr nur im Puppenkörper zu hausen und versucht sich dem Körper der ahnungslosen Janice zu bemächtigen. Zusammengefasst: Nichts Neues von der Geisterfront.
 
 
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Und täglich grüßt das Murmeltier. ANNABELLE 2 macht visuell eine beachtliche Figur, erfindet das Gruselrad aber nicht neu. Der Film spult im Grunde genommen gleiches Schema ab, das bereits im Puppen-Vorgänger und den von JAMES WAN inszenierten CONJURING-Streifen Verwendung fand. So sorgen dämonische Kräfte für lauten Radau, kennen aber offenbar keine Abwechslung. Das dürfte erfahrene Zuschauer schnell unterfordern, denn die werden hier von einem Schockmoment zum nächsten getrieben und folgen dabei immer gleichen Szenenabläufen in denen Protagonisten von bösen Kräften überrascht werden und es anschließend mit der Angst zu tun bekommen. Große Gruselkunst sieht anders aus, zumal der Streifen erst spät einen Weg aus der monotonen Dauerschleife findet und endlich beginnt seine Geschichte zu erzählen. Die passt auf einen Bierdeckel und reduziert sich auf Rückblenden in denen erläutert wird, wie es dazu kam, dass böse Mächte in die Puppe geschlüpft sind. Immerhin wird Spuk aus der Gruselhochglanzbroschüre geboten – was anderes hätte man von einem Film auch nicht erwartet, der von einem namhaften Studio wie NEW LINE CINEMA produziert wurde. Regisseur DAVID F. SANDBERG beweist nach LIGHTS OUT erneut Talent für schaurige Atmosphäre und hat ein Händchen für altmodischen Grusel. Letzterer erinnert gern mal an Old-School-Horror der 1970er, wo es Okkult, Spuk- und Geisterfilme ziemlich oft auf die große Leinwand geschafft haben.
 
 
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ANNABELLE 2 – Fazit

 
 
 

6 Punkte Final

 
 
 
Schöne Verpackung, enttäuschender Inhalt. ANNABELLE 2 sieht Bombe aus und hat fiese Schockmomente zu bieten, die zweifelsohne im Sessel zusammenzucken lassen. Damit macht der Gruseltrip das wieder gut, was Zuschauer am Vorgängerfilm bemängelt haben. Dennoch mangelt es auch dem Prequel an Originalität oder Neuerungen, denn sonderlich viel Neues passiert in den knapp 100 Minuten Spielzeit leider nicht. Die Handlung wird mit immer gleichen Szenenabläufen gefüllt, die einzig darauf aus sind mit hinterlistigen Jump Scares zu erschrecken. Hin und wieder gelingt dem Streifen das auch ganz ordentlich, obwohl Gezeigtes nicht mehr viel mit den angeblich wahren Ereignissen am Hut hat, die um die Puppe ranken. ANNABELLE 2 zeigt nichts, was man nicht auch schon im Vorgänger zu sehen bekommen hat und besitzt zudem auch offensichtliche Logikschwächen und Ungereimtheiten. Das mag für alte Horrorkenner schnell zum Geduldsspiel werden, weil sich ANNABELLE auch noch ziemlich gemächlich bis zum Finale schleppt und lange benötigt, bis er überhaupt an Fahrt gewinnt. Schön ist dennoch, dass man einen Bogen zum ersten Teil zieht. Das Ende von ANNABELLE 2 knüpft nämlich genau dort an, wo der Vorgänger vor einigen Jahren begonnen wurde. Trotzdem sind wir der Meinung, dass man es bei zwei Filmen belassen und die ANNABELLE-Gruselakten schließen sollte. Jede weitere Fortsetzung wäre überflüssig. Vermutlich wird das aber die Traumfabrik nicht davon abhalten, die Kuh weiter zu melken – und sei’s nur für den Videomarkt. Aufgrund der enormen Beliebtheit des CONJURING-Universums dürfte ein dritter Teil nicht lange auf sich warten lassen. Der dürfte sich perfekt in jene Liste von Ablegern einreihen, die Hollywood noch auf der Umsetzungsliste stehen hat. Schenkt man nämlich Informationen im Internet Glauben, sollen weitere Kreaturen aus dem CONJURING-Streifen in eigenen Filmen auftauchen. Ob die Erschaffung eigener Filmuniversen ein neuer Trend im Kino ist? Man darf davon ausgehen. Der Studio-Gigant UNIVERSAL PICTURES hat nämlich Ähnliches vor. Mit dem DARK UNIVERSE will das Filmstudio Urgesteine des Horrorfilms in einem Universum vereinen. Demzufolge wird es in naher Zukunft ein Aufeinandertreffen zwischen der Mumie, Frankenstein oder dem Wolfsmenschen geben. Sachen gibt’s, die braucht kein Mensch.
 
 
 


 
 
 

ANNABELLE 2 – Zensur

 
 
 
ANNABELLE 2 hält sich mit Schauwerten bedeckt. Ein Kind wird im Off überfahren und ein Auge wird im Off ausgekratzt. Zudem wird einem der Protagonisten sprichwörtlich die Lebensenergie ausgesaugt. Der einzige Gewalteffekt begrenzt sich auf eine Filmfigur, die an eine Wand genagelt wird und der der Unterleib abgetrennt wurde. Ansonsten wird sich in erster Linie auf Schreckmomente konzentriert. Im Kino lief ANNABELLE 2 frei ab 16 Jahren. Gleiche Freigabe hat auch die Heimkinoauswertung erhalten.
 
 
 


 
 
 

ANNABELLE 2 – Deutsche Blu-ray

 
 
 
Annabelle 2 Bluray

(c) Warner Home Video (KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Annabelle: Creation; USA 2017

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DD 5.1, Englisch Dolby Atmos 7.1, Englisch (Hörfilmfassung) DD 5.1, Französisch DD 5.1, Italienisch DD 5.1, Spanisch DD 5.1

Untertitel: Deutsch für Hörgeschädigte, Englisch für Hörgeschädigte, Italienisch für Hörgeschädigte, Dänisch, Finnisch, Französisch, Griechisch, Niederländisch, Norwegisch, Schwedisch, Spanisch

Bild: 2.40:1 | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 109 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase ohne Wechselcover

Extras: Kommentar des Regisseurs, Directing Annabelle, The Horror Continues, Horror Shorts: Attic Panic and Coffer, Deleted Scenes

Release-Termin: 18.01.2018

 

Annabelle 2 [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

ANNABELLE 2 – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte führ Grafiken liegen bei Warner Bros. Deutschland)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Dolly Dearest (1991)
 
Annabelle (2014)
 
Ouija – Ursprung des Bösen (2016)
 
Robert the Doll (2015)
 


Filmkritik: „Don’t Knock Twice“ (2016)

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DON’T KNOCK TWICE

Story

 
 
 
Nach der leichtsinnigen Aktivierung eines alten Fluches müssen Mutter und Tochter, die sich bereits vor Jahren voneinander entfremdet haben, lernen zusammenzustehen und einander zu vertrauen, um zu überleben …
 
 
 


 
 
 

DON’T KNOCK TWICE – Kritik

 
 
 
Ja, es gibt sie noch: die kleinen, aber feinen Produktionen, die das Herz des klassischen Horrorfans höherschlagen lassen. Auch ohne ein Aufgebot an Leere und Ideenlosigkeit kaschierenden Effekten, Gewalt und Ekel gelingt es DON’T KNOCK TWICE bereits ab dem stimmungsvollen feurigen Vorspann, Interesse an der urbanen Legende um eine alte Hexe zu wecken, an deren Tür man besser nicht zweimal klopfen sollte. Dass sich Protagonisten im Horrorgenre einen Dreck um Verbote scheren und entsprechend unbedarft Verse in Spiegel sprechen, verbotene Zimmer öffnen oder lebensgefährliche Videos konsumieren, ist sicher nicht neu, aber bringt eben doch immer wieder Spaß. Zu Zeiten der Gebrüder Grimm konnten böse alte Hexenweiber, nach dem sie Kinder mittels Lebkuchenhäuschen anlockten, um ihren kannibalistischen Neigungen nachzugehen, noch per Tritt in den lodernden Ofen dauerhaft aus dem Verkehr gezogen werden. Doch derart einfach sind sie heutzutage nicht mehr totzukriegen. So tauchen sie äußerst flott und kampfkunsterprobt im Actionsplatter HÄNSEL & GRETEL: HEXENJÄGER, hinterhältig und gut getarnt nach der Weltherrschaft strebend wie bei HEXEN HEXEN oder in verruckelten BLAIR WITCH-Found-Footage-Streifen immer wieder auf. Einigkeit besteht unter ihnen aber in dem Fakt, dass sie nicht zu unterschätzen sind und wahrhaft Böses im Schilde führen. „Einmal klopfen – Schlaf besiegen. Zweimal dann der Gruft entstiegen …“
 
 
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Nachdem Heimkind Chloe mit ihrem Freund in tiefer Nacht leichtsinnig ihr Glück herausfordert, indem sie an die Tür einer dämonenfütternden Hexe pochen, merken die Teenager recht schnell, das die Legende um verschwundene Kinder mehr Wahrheitsgehalt aufweist, als ihnen lieb sein kann. Mehrfache bedrohliche Erscheinungen später, flüchtet die überzeugend renitent und verängstigte Chloe (LUCY BOYNTON aus FEBRUARY) zu ihrer inzwischen cleanen Mutter (der aus OCULUS und BATTLESTAR GALACTIKA kampferprobten KATEE SACKHOFF), in dem Irrglauben bei ihr in Sicherheit zu sein. Doch da es auch im schicken heimischen Anwesen Türen gibt, lässt das Grauen nicht lange auf sich warten und es klopft erneut an. Erschwert wird der Überlebenskampf dabei zusätzlich durch ungelöste Konflikte zwischen Mutter und Tochter, denen es schwerfällt, unbefangen aufeinander zuzugehen. DON’T KNOCK TWICE ist eine britische Produktion, die es einem nicht unbedingt leicht macht, da sie sich ungewohnt viel Zeit nimmt, um Stimmungen zu erzeugen und das Innenleben ihrer Figuren zu visualisieren. So wird auch vor dem ein oder anderen Dialog nicht zurückgeschreckt. Dabei fährt Regisseur CARADOG W. JAMES (ebenfalls Regie in THE MACHINE) allerdings sehr charmant eine Menge an dem auf, was treue Horrorfans an ihrem Genre so lieben. Ein bedrohlicher Klangteppich untermalt farblich stumme, perfekt durchkomponierte Bilder, die mit einer beeindruckenden Intensität bestechen. Dankenswerterweise hat der überzeugend agierende Cast auch eine ebenso hochwertige Synchro erhalten, was leider nicht selbstverständlich ist.
 
 
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Es ist tatsächlich bewundernswert, wie geschickt es verstanden wird, das Gezeigte auch bei niedrigem Budget hochwertig und wahrhaft unheimlich aussehen zu lassen. Dies gilt ebenso für die atmosphärischen märchenhaften Schauplätze, wie die wirkungs- und liebevoll in Szene gesetzte Kreatur. Das Böse, das THE RING-Samantha nicht unähnlich sieht, beweist, dass man keinesfalls immer einen Rechner benötigt, um eine beeindruckende Ausstrahlung zu erreichen. Wohldosierte Schreckmomente, die sich eindrucksvoll in die ruhigen Sequenzen „sprengen“, runden schließlich das Gesamtbild positiv ab. Zwar lässt das Tempo mitunter etwas zu wünschen übrig und auch die kurzen Rückblicke erscheinen überflüssig, aber trotzdem darf man sich in nahezu jeder Szene entsprechend an einer erzählenden experimentierfreudigen Kameraführung, dem durchdachten Spiel mit Licht und Schatten oder einem lebendigen Score erfreuen. DON’T KNOCK TWICE hat, wenn man sich auf ihn einzulassen versteht, hinter seiner Fassade deutlich mehr zu bieten, als man nach der ersten Sichtung vermuten könnte. So werden erahnte Storyentwicklungen bezüglich der Unterscheidung nach Freund und Feind geschickt konterkariert und ermöglichen auch nach dem Abspann noch eine rege Diskussion über das Gesehene. Erfreulich auch, dass die Logik beim „Getwiste“ nicht auf der Strecke bleibt und man zum Spinnen so manchen Gedankenspiels animiert wird.
 
 
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DON’T KNOCK TWICE – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Die eigentliche Qualität des engagierten Films erschließt sich womöglich erst auf den zweiten Blick. Gerade wenn man es gewohnt ist, schnelle Bilder und eine vorangepeitschte, prall aufgemotzte Handlung vorgesetzt zu bekommen, die sich nicht genügend Zeit für das lässt, was eigentlich wichtig ist: das Zelebrieren der Schönheit in all ihren Formen, die dem Filmen innewohnt, wenn man mit Leidenschaft und Visionen bei der Sache ist. DON’T KNOCK TWICE dürfte die breite Masse wohl nicht erreichen, dafür kommt er dann doch zu sperrig und speziell daher. Aber es wäre ihm zu wünschen, dass er viele Sympathiepunkte bei horroraffinen Schöngeistern sammeln kann.
 
 


 
 
 

DON’T KNOCK TWICE – Zensur

 
 
 
Da sich die Aktivitäten von Dämon und Hexenhelferin eher in der Phantasie des Zuschauers manifestieren, mussten keine verunstaltenden Schnitte vorgenommen werden. DON’T KNOCK TWICE hat keine harten Schauwerte zu bieten und wurde von der FSK bereits ab 16 Jahren freigegeben.
 
 
 


 
 
 

DON’T KNOCK TWICE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Splendid Film

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Don’t Knock Twice; Großbritannien 2016

Genre: Horror, Thriller, Grusel

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch, Niederländisch

Bild: 1.78:1 (1920 x 1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 97 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wendecover und O-Card mit Hologramm-Effek

Extras: Deutscher Trailer, Englischer Trailer, Trailershow

Release-Termin: 24.02.2017

 

Don’t knock twice [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 


 
 
 

DON’T KNOCK TWICE – Trailer

 
 

 
 

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(Rechte für Abbildungen und Szenenbilder liegen bei Splendid Film)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
From Hell (2001)
 
Der Fluch von Darkness Falls (2003)
 
Der Fluch – The Grudge (2004)
 
It Follows (2014)
 
Im Bann der Hexe (2013)