Filmkritik: „Becoming – Das Böse in ihm“ (2020)

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BECOMING – DAS BÖSE IN IHM

(BECOMING)

Story

 
 
 

Ein Liebespaar erlebt auf einem Roadtrip durch die Vereinigten Staaten die Hölle auf Erden.

 
 
 


 
 
 

BECOMING – Kritik

 
 
 
Bereits Connie Francis trällerte es in den 1960ern. Die Liebe ist ein seltsames Spiel, sie kommt und geht von einem zum andern. Eine schmerzliche Erfahrung, mit der sich bereits unzählige Liebende konfrontiert sehen mussten. Doch woran erkennt man eigentlich, dass Herzen nicht mehr im gleichen Takt schlagen? In den meisten Fällen sind Wesensveränderungen des Partners erste Anzeichen dafür, dass die Beziehung kränkelt. Der verhält sich plötzlich unvertraut und tut Dinge, die das Gegenüber verunsichert. Da werden verständlicherweise Ängste aktiviert, die sich zum blanken Horror entwickeln können. Stoff, der sich auch gut als Horrorfilm erzählen lässt – wie der Mysterystreifen BECOMING beweist. Hier werden Verlustängste zweckentfremdet, um 90 Minuten Gruselstimmung zu erzeugen. Das Resultat ist zwar nicht sonderlich herausragend, jedoch wie in diesem Gruselfilm aber Schauer heraufbeschworen wird, ist ganz interessant.
 
 
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Mein Partner, das unbekannte Wesen: BECOMING – DAS BÖSE IN IHM erzählt die Geschichte von Lisa und Alex. Die sind bereits seit drei Jahren verlobt und wollen nun Nägel mit Köpfen machen. Ein eigenes Heim soll es werden. Aber zuvor sollen sich Lisas Eltern ein Bild vom Schwiegersohn in Spe machen. Deshalb tritt man eine beschwerliche Reise an. Die Eltern wohnen leider nicht um die Ecke, sondern am anderen Ende Amerikas. Daher steigt man ins Auto und düst los. Unterwegs macht man Halt bei Alex‘ altem Kumpel Glen. Der verhält sich äußerst komisch und bereitet der sonst so toughen Lisa ganz schön Angst. Die ist auch berechtigt, denn das Grauen wird bald ein ständiger Begleiter der beiden Reisenden sein. Alex verändert sich nämlich von Tag zu Tag. Erst sind es Eigenarten. Später Gerüche. Als ihn seine Verlobte kaum noch wiedererkennt, offenbart sich ein düsteres Geheimnis.
 
 
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Der deutsche Titelzusatz verrät wieder zu viel. Der lässt darauf schließen, dass in Protagonist Alex boshafte Mächte schlummern. Ein Thema, für das sich Regisseur OMAR NAIM ziemlich viel Zeit nimmt. Nach einem schockintensiven Prolog werden die beiden Helden fokussiert. Die lernt der Zuschauer während eines Road-Trips gut kennen, was angesichts der späteren Handlung von großer Bedeutung sein wird. BECOMING geht alles langsam an und schwört Unheil mit Bedacht herauf. Dabei rückt schnell Detektivarbeit in den Vordergrund, die von Heldin Lisa aufgenommen wird. Die will freilich wissen, was es mit der Veränderung ihres Freundes auf sich hat und zieht bald Parallelen zu anderen Frauen, denen es ganz ähnlich ergangen ist. Gründliche Analysen, die nach und nach offenbaren, was da von Alex Besitz ergriffen hat. Leider ist die Antwort darauf alles andere – nur nicht erlösend.
 
 
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BECOMING ist ein Mystery-Horror mit langsamen Aufbau, der vor allem von der Tatsache lebt, wie sich das Vertraute plötzlich so unvertraut anfühlen kann. Warum verändert sich Protagonist Alex zu unvorhersehbar. Ist er psychisch krank? Hat er sein Herz bereits an eine andere Frau neu vergeben? Oder haben wir es hier mit Dämonen, Geistern oder anderem paranormalen Wesen zu tun, die es mal wieder nicht gut mit der Menschheit meinen? Regisseur OMAR NAIM lässt sich für Antworten lange Zeit. Ein immer wiederholender, bedrohlicher Score lässt aber schon früh erahnen, dass Unheil bevorsteht wird, mit dem nicht zu spaßen sein wird. Leider ist nicht alles Gold, was glänzt. Auch, wenn BECOMING – DAS BÖSE IN IHM thematisch gesehen recht unverbraucht erscheint, macht vieles nicht unbedingt Sinn. Zusammenhänge wirken willkürlich und nicht immer sind Handlungsverläufe nachvollziehbar. Zudem zieht sich der Film teilweise und hat kaum Höhepunkte zu bieten. Richtig spannend wird es nur zu Beginn und am Ende. Letzteres hagelt dafür unvorbereitet und heftig auf den Zuschauer ein. Die guten schauspielerischen Leistungen tragen einen großen Teil hierfür bei.
 
 


 
 
 

BECOMING – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Low-Budget-Horror mit hervorragenden Schauspielern und einer guten Filmidee, die im Zuge der ständig wiederholenden Horrorfilmstoffe ganz unverbraucht erscheint. Leider ist BECOMING – DAS BÖSE IN IHM recht zäh und dürfte die meisten Filmfans schnell langweilen. Der Grund: Drehbuchautor und Regisseur OMAR NAIM meint es zu gut mit der Figurenentwicklung und lässt sich zu viel Zeit mit der Vorstellung seiner beiden Helden. Spannungsdurststrecken sind die Folge. Erst in der letzten halben Stunde wird es für Horrorfilmfans interessant. Ob das aber die meisten Zuschauer überhaupt erreicht, dürfte wegen fehlender Höhepunkte fraglich sein.

 
 
 


 
 
 

BECOMING – Zensur

 
 
 
BECOMING – DAS BÖSE IN IHM hat wenige Gewaltmomente zu bieten. Gleich zu Beginn steckt sich eine Filmfigur eine Waffe in den Mund und drückt ab. Ein Kindsmord passiert im Off. Später wird ein Mann zusammengeschlagen. Weiterhin gibt es Verletzungen und Morde durch Schusswaffen und Messer zu sehen. Hierzulande ist der Film bereits für Sechsehnjährige geeignet. Wer hartes Gemetzel erwartet, wird enttäuscht werden. Brutal ist der Mysterythriller BECOMING leider nicht.
 
 
 


 
 
 

BECOMING – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Universum Film | Leonine (KeepCase – ungeschnittene Fassung)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Becoming; USA 2020

Genre: Horror, Mystery, Grusel, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: keine

Bild: 2.00:1 (1080p) | @24 Hz

Laufzeit: 99 Minuten

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase ohne Wechselcover

Extras: Trailer, Trailer-Show

Veröffentlichung: KeepCase: 10.04.2020

 
 

Becoming [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

BECOMING – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Die Rechte aller verwendeten Bilder und fürs Packshot liegen bei UNIVERSUM FILM | LEONINE)

 
 
 
Ähnliche Filme:
 
Wir (2019)
 
Devil Inside (2012)
 
Dämon – Trau keiner Seele (1998)
 
The Demon Hunter (2016)
 

Filmkritik: „31 – A Rob Zombie Film“ (2016)

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31 – A ROB ZOMBIE FILM

Story

 
 
 
Eine Gruppe Schausteller (darunter einige Darsteller aus früheren Filmen von ROB ZOMBIE) wird von Fremden überfallen und in eine unterirdische Arena verschleppt. Dort müssen sie ums Überleben kämpfen.

 
 
 


 
 
 

31 – Kritik

 
 
 
Eigentlich wollte Zottelbart und Musiker ROB ZOMBIE nach THE LORDS OF SALEM dem Filmemachen den Rücken kehren. Der surreale Okkult-Grusler erntete mehr negative Kritiken – vor allem auch deswegen, weil Fanboys hier nicht die für Zombie bekannten Gewaltorgien zu sehen bekamen. Stattdessen kehrte der kontroverse Regisseur derben Schlachtplatten den Rücken und probierte sich im Subtilen aus. Leider war das Publikum vom optisch immerhin beeindruckenden Richtungswandel nicht sonderlich begeistert. Demzufolge erhielt ROB ZOMBIE für seinen schleichenden und teils ziellosen Schauerausflug nicht die Anerkennung, die er erhofft hatte und war beleidigt. Die Quintessenz: Erstmal Schluss mit Filmedrehen – zurück zu Comics und Musik. Offenbar war’s ihm so ohne Regieklappe in der Hand auf Dauer zu langweilig. Deshalb machten kurze Zeit nach THE LORDS OF SALEM Informationen im Internet die Runde, dass der Filmemacher an einem weiteren Horrorfilm tüfteln würde, der zu Zombies Regie-Wurzeln zurückkehren sollte. Mehr Härte und Hoffnung auf ein NC-17 (die höchste Freigabe, die Filme in den USA erhalten können) sollten Erwartungshaltungen schüren. Doch verspricht 31 auch das, was der Musiker, Comicautor und Regisseur seinen Anhängern im Vorfeld versprochen hat?
 
 
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Halloween des Jahres 1979. Eine Gruppe Schausteller reist mit einem Bus durch das Hinterland der Vereinigten Staaten. Viel scheinen die nicht im Hirn zu haben, denn gute Manieren oder eloquenter Ausdruck scheinen den Zeitgenossen fremd. Da kommt es dem Zuschauer geradezu gelegen, dass der gammeligen Sitte endlich mal der Marsch geblasen wird. Bei der Reise durchs ländliche Amerika stoßen die Freunde auf seltsame Vogelscheuchen, die jemand kurz zuvor auf der Fahrbahn platziert haben muss. Wenig später ist Land unter. Vermummte Gestalten überfallen den Bus, töten die Bande und verschleppen fünf der Kumpels in eine unterirdische Arena. Hier werden Todesspiele gespielt und Wetten abgegeben. Gut für die Initiatoren der Veranstaltung, schlecht für die unfreiwilligen Teilnehmer der Menschenhatz. Die müssen sich vor einer Horde Killer-Clowns in Sicherheit bringen, die mit unterschiedlichem Mordwerkzeug den menschlichen Zielscheiben an den Kragen wollen. Immerhin gibt es ein Ziel. Wer zwölf Stunden im Spiel 31 überlebt, kann auf Gnade hoffen. Doch ob es überhaupt einem der fünf Freunden gelingt, die Nacht heil zu überstehen? Man kann es nur hoffen.
 
 
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Einmal mehr setzt ROB ZOMBIE auf das, was seine Filme nun mal ausmachen. Das bedeutet: Verrohende Sprache, gammelige Typen und brutale Gewaltmomente. Somit orientiert sich 31 in seiner Machart an die Erstlingswerke des Schock-Rockers, der mit DAS HAUS DER 1000 Leichen und der Fortsetzung THE DEVIL’S REJECTS vor allem beim horrorerprobten Zuschauer Eindruck hinterlassen konnte. Leider dürfte die Rückkehr zum Altbewährten diesmal zwar durchaus Fans der härteren Filmart zufriedenstellen; der große Coup ist mit 31 leider nicht gelungen. Horror definiert sich nicht nur durch eine lose Aneinanderreihung von möglichst heftigen Gewaltexzessen. In Zombies 31 bleiben Figuren allesamt gesichtslos, was das Treiben relativ unnahbar gestaltet, denn Sympathieträger fehlen gänzlich. Demzufolge dürfte der Zuschauer weitestgehend unberührt vom Schicksal der Helden und Bösewichte bleiben, denen es in 31 nicht gerade zimperlich an den Kragen geht.
 
 
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Gewalt als Mittel zum Selbstzweck. Das macht 31 aus, denn der Survival-Horrorfilm besitzt außer dem möglichst zeigefreudigen Ausradieren seiner Figuren nicht viel, was Erwähnung finden könnte. Leider verpufft die teils schockierende Wirkung der meisten Gewaltakte gänzlich, denn Macher ROB ZOMBIE lässt viel mit der Kamera wackeln, anstatt mal richtig draufzuhalten. So kommen zwar Nagelkeulen und Motorsägen zum Einsatz – außer viel Geschrei und Hektik bleiben jedoch die wenigsten der groß angekündigten Brutalo-Szenen in Erinnerung. Das spricht nicht gerade für den Film, der ohnehin ein großes Problem mit seiner rudimentären Handlung hat. Die wurde offensichtlich um diverse Gewalteinlagen geschrieben, schafft aber kaum Klarheit. So bleibt unbeantwortet, warum hier Menschen weggefangen und für Todesspiele missbraucht werden. Aber auch das Mysterium um die Drahtzieher der skrupellosen Organisation wird nicht gelüftet. Vermutlich will sich Zombie da wohl Stoff für mögliche Fortsetzungen offen lassen – sollte der Film sein Publikum finden.
 
 
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Letztendlich ist auch 31 einer dieser Film aus der Mache des ROB ZOMBIE, den man entweder mag oder auch nicht. Der schonungslose Überlebenskampf bewegt sich irgendwo zwischen Filmen wie RUNNING MAN und DIE INSEL DER VERDAMMTEN, überzeugt mit dreckigem 70er-Look und punktet definitiv in Sachen Atmosphäre. Hier muss man Zombie durchaus Talent aussprechen, denn 31 dürfte der wohl düsterste Streifen sein, den der zottelige Regisseur bisher auf die Leinwand gebracht hat. Leider hat auch 31 – wie die übrigen Filme des ROB ZOMBIE – ein großes Problem mit der Wortgewandtheit seiner Figuren. Vulgäres Miteinander steht hier an der Tagesordnung, was den Streifen nicht unbedingt besser macht. Das unterstreicht zwar den exploitationhaften Charakter des Horrortrips, geht aber irgendwann so ziemlich auf den Wecker. Wer darüber wegsehen kann und kein Problem mit Filmen hat, die kaum Handlung besitzen und sich von einem Gewaltmoment zum nächsten hangeln, könnte kurzweilig unterhalten werden. Große Horrorfilmkunst ist 31 definitiv nicht. Da hat man schon besseres von Herrn Zombie gesehen.
 
 
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31 – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Exploitation á la carte – Ein ROB ZOMBIE-Schocker wie er im Buche steht. Mit 31 kehrt der kontroverse Macher deftiger Filmalbträume wieder zu seinen Wurzeln zurück. Der durch Crowdfunding finanzierte Schocker hat vor allem eines zu bieten: Gewalt – und davon nicht wenig. Leider dürften die Schlachtorgien nicht jedermanns Sache sein. Das liegt nicht in erster Linie an der Grausamkeit der zelebrierten Morde, sondern eher an der unruhigen Kameraführung, die Schwindelgefühle auslöst. Zombie siebter Ausflug ins Regiefach glänzt durch düstere Optik, die beunruhigt – aber auch durch nahezu kaum vorhandene Handlung. Im Mittelpunkt steht ausschließlich der Gedanke, wie man Opfer möglichst reißerisch bebildert um die Ecke bringen kann. Das kann 31 ganz gut. Zu mehr taugt der Film leider nicht, dazu ist der Streifen einzig darauf aus, die niederen Instinkte des Zuschauers zu befriedigen.
 
 
 


 
 
 

31 – Zensur

 
 
 
31 hatte es nicht leicht mit der US-Freigabebehörde MPAA. Die wollte dem Streifen in der Urfassung das kommerziell tödliche NC-17 aufdrücken. Demzufolge musste der Streifen vom Regisseur geschnitten werden (angeblich nur 4 Sekunen), um ein R-Rating erhalten zu können. Auf dieser Version beruht nun auch die deutsche DVD und Blu-ray. Diese beinhaltet demzufolge die amerikanische Kinofassung. Immerhin ist die aber komplett. Angesichts der ruppigen Vorgehensweisen im Film ist die ungeschnittene Freigabe schon sehr verwunderlich.
 
 
 


 
 
 

31 – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Tiberius Film (KeepCase Blu-ray)

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(c) Tiberius Film (limitiertes Steelbook mit DVD & Blu-ray)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: 31; USA 2016

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 (1080p) | @24 Hz

Laufzeit: ca. 102 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover | limitiertes Steelbook

Extras: Trailer, Trailershow

Release-Termin: 02.03.2017 (BD KeepCase)

 

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31 – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Tiberius Film)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Running Man (1987)
 
Insel der Verdammten (1982)
 
Carnage Park (2016)
 
Hostel (2005)