Filmkritik: „The Rezort“ (2015)

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THE REZORT – WILLKOMMEN AUF DEAD ISLAND

(GENERATION Z)

Story

 
 
 

Auf einer gar malerischen Insel ist der Teufel los. Dort geht der Tod in Form von Zombies spazieren, welche die gutbetuchte Touristen-Elite zum Spaß erledigen dürfen. Leider meinen es die Drehbuchschreiber nicht sonderlich gut mit den schießwütigen Feriengästen. Eine unerwartete Katastrophe verpasst der reichen Gesellschaft einen blutigen Denkzettel.

 
 
 


 
 
 

THE REZORT – Kritik

 
 
 
Wer fleißig Horrorfilme schaut, in denen furchtbare Katastrophen über die Protagonisten hereinbrechen, dürfte mittlerweile verstanden haben, dass die übermütige Menschheit stets das bekommt, was sie auch verdient hat. Am deutlichsten wird das im Zombiegenre deutlich, wo in postapokalyptischen Szenarien immer wieder gern die Unbelehrbarkeit der Menschen an den Pranger gestellt wird. So ähnlich – wenngleich noch nicht so bildgewaltig, wie es bei vielen Hollywood-Produktionen der Fall ist – hat das bereits Zombie-Vater GEORGE A. ROMERO in jungen Jahren getan und wird nicht müde, sich zu wiederholen. In dessen Debütfilm NIGHT OF THE LIVING DEAD hagelte es anno 1968 nicht wenig subtile Gesellschaftskritik. Deshalb hat’s der Streifen auch längst in die Filmsammlung des Museum of Modern Art geschafft und ist seit 1999 als erhaltenswertes Kulturgut in die National Film Registry eingetragen. Kritische Tendenzen sind auch im Zombiefilm THE REZORT zu verzeichnen, der sich aber anders als genannter Kulttitel mehr im Unterhaltungssektor bewegt und viel grausames Zeug auf Zelluloid festhält. Das macht ihn leider weniger kontrovers, als es sich Regisseur STEVE BAKER gewünscht hätte. Der Schocker streift zwar eine brisante Thematik, verirrt sich aber dann doch eher im möglichst grafischen Ausradieren von Zombies. Damit macht es der Horrorthriller vielen neueren Zombiefilmen gleich. Weil’s davon mittlerweile ziemlich viele gibt, dürfte es dem immerhin technisch souverän abgehandelten Streifen schwer fallen, aus der Masse hervorzustechen – denn viel Neues gibt es auch hier nicht zu sehen.
 
 
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Wenn Menschen erst jagen und dann selbst zu Gejagten werden. Ein klischeehafter Überlebenskampf flimmert in THE REZORT über die Mattscheibe. Hier macht sich ein junges Paar auf zu einer Insel, auf der es gesetzlich legal ist auf Untote zu schießen. Nach einer verheerenden Katastrophe hat sich die halbe Welt in Zombies verwandelt. Doch die Menschen konnten der Lage Herr werden und die Kreaturen in die Knie zwingen. Zehn Jahre später gibt es nur noch wenige von ihnen. Die wurden auf eine Insel verbannt, wo sich frustrierte Reiche den Frust von der Seele schießen können. Weil nur auf Zombies schießen auf Dauer langweilig sein kann, überrascht THE REZORT selbstverständlich mit unerwarteter Wendung. Ein Computervirus hat sich in das Sicherheitssystem geschlichen und bahnt den Kreaturen den Weg in die Freiheit. Dort angekommen gibt es ein Blutbad. Doch davon wissen einige Leute und besagtes Pärchen nichts. Die campen irgendwo auf dem Eiland und warten ungeduldig auf neue Ziele. Lang warten müssen sie darauf freilich nicht. Die entkommenen Zombies machen Jagd auf alles und jeden. Was bleibt ist davonlaufen. Leider ist das Drehbuch nicht gnädig mit den Protagonisten. Einer nach dem anderen muss sterben. Sonderlich helle ist das natürlich nicht.
 
 
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GENERATION Z (so der anfängliche Arbeitstitel) hat alles, was man für einen Zombiefilm benötigt. Neben seltsamen Entscheidungen und unvorsichtigen Fluchtversuchen, sind es vor allem die netten Make-up-Effekte, die WALKING DEAD-Anhänger zum Schwärmen bringen. Zudem wird recht explizit auf Köpfe und Körper geschossen, so dass Liebhaber blutiger Metzelgeschichten auf ihre Kosten kommen. Flüchten und Winseln lautet im Film die Devise, denn THE REZORT orientiert sich beim Erzählen am Zombiestandard. Wer schon einige dieser Filme gesehen hat, wird wissen was gemeint ist. So rückt die Zombiehatz eine Gruppe Menschen in den Mittelpunkt, die nach und nach von fleischlechzenden Kreaturen ausradiert werden, weil sich Figuren so dämlich verhalten, dass man ihnen den Filmtod nur wünschen kann. Immerhin hat man an eine zugängliche Filmheldin gedacht. Die registriert schnell, dass auf dieser Insel einiges im Argen liegt. Flüchtlinge verirren sich hierher. Leider wird denen nicht geholfen, wie man es der Gesellschaft vorgaukelt. Die auf diesem Stück Land ansässige Organisation funktioniert Hilfesuchende in Zombies um, damit reiche Bürger neues Gewehrfutter erhalten. Damit schlägt Macher STEVE BAKER Brücken zum aktuellen Zeitgeschehen und klärt auf, wer vom Kapitalismus profitiert und wer darunter zu leiden hat. So brisant die Debatte von Arm und Reich auch sein mag, sie verpufft im lauten Munitionshagel der Schießeisen. Zu oberflächlich, banal und konventionell wurde der Horrorfilm inszeniert, als das Kritik zum Nachdenken anregt. Demzufolge sollte man sich auf das Wesentliche konzentrieren und unterhalten lassen. Das kann THE REZORT immerhin ganz ordentlich.
 
 
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THE REZORT – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Darf man Zombies töten? Können Zombies fühlen? Und sind das nicht auch nur Menschen? Wie einst schon Zombievater GEORGE A. ROMERO mit DAY OF THE DEAD konfrontiert Regisseur STEVE BAKER im Horrorfilm THE REZORT mit brisanter Thematik und beginnt sogar eine gesellschaftskritische Debatte vom Gegensatz zwischen Arm und Reich. Leider werden diese Gedanken nur angerissen und nicht weitergedacht, denn schnell verliert sich der Film im blutgeilen Gemetzel und schonungslosen Ausradieren. Abermals sind die Spielregeln klar. Menschen töten Zombies und Zombies töten Menschen. So werden nach und nach Statisten und Schauspieler grafisch um die Ecke gebracht, damit Zombiefans was zu sehen bekommen. Immerhin ist THE REZORT technisch ganz ordentlich. Der Film schaut hochwertig aus und hat sogar ganz atmosphärische Landschaftsaufnahmen zu bieten. Zudem gibt kaum Leerlauf. Das ist auch kein Wunder, denn hinter der Zombieflucht steckt jemand, der sich mit dieser Art von Filmen auskennt. Macher STEVE BAKER hat nämlich zuvor bereits den Nazi-Zombie-Splatterer OUTPOST und dessen Fortsetzung OUTPOST: BLACK SUN inszeniert. Somit ist kurzweilige Unterhaltung garantiert – auch wenn man den Streifen wegen seiner austauschbaren Handlung nach wenigen Stunden bereits wieder vergessen haben wird.
 
 
 


 
 
 

THE REZORT – Zensur

 
 
 
In THE REZORT werden Zombies mit Gewehren und Pistolen grafisch in den Filmhimmel befördert. Der Film ist keine Splatter- und Gewaltgranate. Deshalb wude er wohl bereits für Jugendliche freigegeben: FSK16
 
 


 
 
 

THE REZORT – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Ascot Elite Home Entertainment

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Rezort; Belgien | Großbritannien | Spanien 2015

Genre: Thriller, Horror

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.39:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 90 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Keepcase mit Wechselcover und Schuber

Extras: Behind the Scenes, Originaltrailer, Trailershow

Release-Termin: 16.09.2016

 

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THE REZORT – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei ASCOT ELITE HOME ENTERTAINMENT)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Anger of the Dead (2015)
 
The Dead 2: India (2013)
 
Dead Within (2014)
 
Chrysalis (2014)
 
Day of the Dead (1985)
 

Filmkritik: „These Final Hours“ (2013)

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THESE FINAL HOURS

Story

 
 
 
Das Ende der Welt steht kurz bevor, bzw. es ist in vollem Gange. Nach einem verheerenden Meteoriteneinschlag bahnen sich die desaströsen Auswirkungen langsam aber sicher über den gesamten Erdball. In zwölf Stunden wird auch das australische Festland von diesen Auswirkungen erfasst. Genug Zeit für den selbstsüchtigen Lebemann James noch einmal die Sau raus zu lassen, sich zu besaufen und auf einer riesigen Weltuntergangsparty im Vollrausch ab zu treten. Auf dem Weg zu dieser besagten Party bemerkt er, wie zwei perverse Kinderschänder ein kleines Mädchen verschleppen. James befreit das Mädchen, und nimmt es unter seine Fittiche. Auf dem Weg zur Party lernt er die kleine Rose näher kennen. Sie wurde von ihrem Vater getrennt und bittet nun James darum sie zu ihm zurück zu bringen…

 
 
 


 
 
 

THESE FINAL HOURS – Kritik

 
 
 
Weltuntergangsszenarien werden im Kino meist als bombastische Effekt-Orgien in simples Unterhaltungskino verwandelt. Doch ein kleiner, australischer Film mit dem Titel „These Final Hours“ geht erfreulich andere Wege und konzentriert sich auf das menschliche Drama, die Tragödie die hinter diesem Szenario steckt und verpackt diese in einen zutiefst berührenden Road-Trip, der trotz aller Dramatik und Bitterkeit einen kleinen Funken Hoffnung, ja sogar eine zutiefst positive Botschaft für den Zuschauer parat hält.
 
 
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„These Final Hours“ gelingt das Kunststück in wenigen Filmminuten eine unglaubliche Intensität auf zu bauen. Schon das minimalistische Intro, das mit einer kurzen Camcorder-Einstellung den riesigen Feuerball am Himmel zeigt, begleitet von Mitschnitten diverser panisch geführter Telefonate lässt eine beklemmende Atmosphäre entstehen. Auch die Bildsprache trägt durch ihre erdige, orangefarbene Optik, die im weiteren Verlauf des Films immer kräftiger und dunkler wird zur Weltuntergangsstimmung bei. Kommentiert wird dieses Szenario in regelmäßigen Abständen von Funkradio-Einspielern, die vom drohenden Unheil berichten und sich wie ein Countdown über den Film verteilen. Beklemmend ist auch die Drastik mit der dieses apokalyptische Szenario hier bebildert wird. Aufgrund des nahenden Endes spielen Gesetze und Regeln sowie etwaige Gesellschaftsformen kaum eine Rolle mehr. So begibt sich der Protagonist James auf eine eindringliche Odyssee durch eine australische Kleinstadt, die nunmehr zum Schauplatz gewalttätiger Verbrechen, sinnloser Zerstörung, Selbstmorden oder religiös motivierter Massenhysterie wird. Und inmitten dieser chaotischen Rahmenbedingungen trifft er auf die kleine Rose. Die aufkeimende Beziehung der beiden ist zentraler Motor des übrigen Filmes und wird in unaufgeregte, nichtsdestotrotz enorm wirksame Bilder verpackt, die dem Zuschauer tief unter die Haut gehen. Wenn James seine Verwandtschaft per Selbstmord aus dem Leben geschieden vorfindet, im Garten drei kleine Kreuze entdeckt und die Kamera dann auf ein Foto mit drei kleinen Kindern zoomt, lässt das niemanden kalt.
 
 
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Die kleine Rose entwickelt sich mehr und mehr zum emotionalen Zentrum des Protagonisten. Aufgrund der Tatsache, dass das Drehbuch das kleine Mädchen erstaunlich normal agieren lässt und sie zu keiner Zeit in ein kreischendes Nervenbündel verwandelt, kann der Zuschauer die aufkeimenden Sympathien voll und ganz nachvollziehen. Und man ist als Zuschauer wahrlich über jeden Funken von Positivem in diesem Szenario dankbar. Die emotionale Reise die die beiden Protagonisten hier durchmachen überträgt sich nahtlos auf den Zuschauer. Man hat stellenweise sogar das Gefühl, dass der Film einem etwas zu nah auf die Pelle rückt und einem die unangenehme Frage aufdrängt „Was würdest DU in so einer Situation tun?“. Doch auch wenn der Film über weite Strecken äußerst bedrückend wirkt, es gibt immer wieder kleine Momente die zum Schmunzeln einladen und etwas durchblicken lassen das Hoffnung weckt. So ist es die kleine Rose, die mit unbeschwerten, kindlichen Kommentaren versucht, ihrem Begleiter emotionale Zusammenhänge auf simple Art zu erklären und die Tatsache, dass James in den letzten Stunden seines Lebens doch noch etwas richtig machen will. THESE FINAL HOURS ist tiefgründiges Weltuntergangskino und daher sehenswert!
 
 
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THESE FINAL HOURS – Fazit

 
 
 
9 Punkte Final
 
 
 
„These Final Hours“ ist ein mitreißendes Drama, dass den Zuschauer emotional herausfordert und ihn auf eine eindringliche, zutiefst bewegende Achterbahnfahrt der Gefühle mitnimmt, die trotz der bitteren Konsequenz mit der die Geschichte zu Ende erzählt wird eine positive, zutiefst humanistische Botschaft vermittelt: Es ist nie zu spät ein besserer Mensch zu werden !
 
 
 


 
 
 

THESE FINAL HOURS – Zensur

 
 
 
Der Film hat in Deutschland eine FSK 16 erhalten. Die ist dem Film angemessen, denn der THESE FINAL HOURS ist keine Gewaltorgie sondern dramenlastiges Endzeitkino.
 
 


 
 
 

THESE FINAL HOURS – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Weltkino

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: These Final Hours; Australien 2013

Genre: Drama, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Deutsch DTS-HD MA 2.0, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.40:1 (1080p – @23,976 Hz)

Laufzeit: ca. 87 Min.

FSK: FSK 16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Trailer, Trailershow

Release-Termin: 19.02.2015

 

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THESE FINAL HOURS – Trailer

 
 


 
 
 

Sebastian

Die Rechte aller für die Review verwendeten Bilder liegen bei Weltkino

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Road (2009)
 
The Stand (1994)
 
A Boy and his Dog (1975)