Filmkritik: „Die Klapperschlange“ (1981)

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DIE KLAPPERSCHLANGE

(ESCAPE FROM NEW YORK)

Story

 
 
 
In der nahen Zukunft hat die amerikanische Regierung vor den Aufständen der ewig Ausgebeuteten und der Kriminellen kapituliert. New York City bekommt rigoros eine schwerst bewachte Mauer um seine Grenzen gezogen. Die Inseln der Metropole am Hudson River sind zum amerikanischen Verbannungsgefängnis geworden. Wer hier landet, ist aus den Augen und aus dem Sinn der noch halbwegs funktionierenden Gesellschafts-Mitglieder verschwunden. Als der Präsident der USA über der Knast-Großstadt abstürzt, wird der raue Ex-Elitesoldat und Outlaw Snake Plissken hinter die hohen Mauern geschickt. Der desillusionierte Söldner soll retten, was noch zu retten ist. Für das Vaterland.
 
 
 


 
 
 

DIE KLAPPERSCHLANGE – Kritik

 
 
 
John Carpenters DIE KLAPPERSCHLANGE ist neben dem australischen Genre-Meilenstein MAD MAX exakt der Film, nach dessen Look und Feeling sich Anfang der Achtziger ein ganzes Sub-Genre aufgestellt hat. Kaum ein Beispiel für Endzeit-Science-Fiction – darum geht es hier natürlich – in dem man nicht mühelos Merkmale von Max Rockatansky oder Snake Plissken entdeckten könnte. Da ist sogar egal, ob wir uns über großzügiger budgetiertes Kino oder gnadenlose billig gedrehte Kiesgruben-Actionreißer aus Italien oder von den Philippinen unterhalten.
 
 
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Hauptdarsteller Kurt Russell war dereinst großer Kinderstar bei Disney und Legenden zufolge der letzte Erdenmensch, mit dem Onkel Walt noch reden wollte, als es finster in seinem Oberstübchen wurde. DIE KLAPPERSCHLANGE heißt auf deutsch deswegen so, weil Russells Charakter Snake Plissken eine Kobra tätowiert hat (fragen Sie nicht…). Nachdem man sich kurz davor, 1980 genauer gesagt, beim Fernseh-Biopic ELVIS kennengelernt hatte, war der Film hier der tatsächliche Beginn einer Zusammenarbeit von Regisseur und Hauptdarsteller, die Russell fast zu einer Art Alter Ego des Mannes auf dem Chefsessel am Set machen würde. In fast jedem großen Filmhit des Kaliforniers würde King Kurt in den nächsten Jahren die leading role übernehmen. DAS DING AUS EINER ANDEREN WELT (1982) zum Beispiel. Auch ansonsten scheint der Schauspieler ein bodenständiger und recht cooler Typ zu sein, wie sich immer wieder lesen lässt.
 
 
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Es gehört zum guten Ton, zu erwähnen, dass der gute John Carpenter seit Anbeginn seiner Karriere davon träumt, Western zu drehen. Nur der Zeitgeist hält den Synthesizer-Fan mit eigener Band immer wieder davon ab, gänzlich unverdünnt ins Reich der Pferdeopern abzuwandern. Also nimmt er sich Filme anderer Stilarten vor und legt seinen ganz eigenen Western-Filter drüber. Plissken ist der einsame Wolf des Westens, ein Gesetzloser unter Gesetzlosen, den jedoch ein ureigener Ehrenkodex samuraihafter Strenge davon abhält, auf die am Ende doch moralisch falsche Seite zu wechseln. Den müden Cowboy hat die schöne neue Welt einst sogar ein Auge gekostet – was er ihr auch übel nimmt. Die Restbesetzung des Films lässt ebenfalls nichts zu wünschen übrig. Einige in Ehren ergraute Recken aus der Welt des kernigen Männerfilms (eingetragenes Warenzeichen) vergangener Jahrzehnte schauen lässig vorbei. Unter anderem jagt Ernest Borgnine sein Taxi durch die Nacht, Soul-Sexprotz Isaac Hayes hat einen denkwürdigen Auftritt als Ghettokönig Duke und der arg undurchsichtige Regierungsagent Lee van Cleef ist die eigentliche Schlange im Schachern um das Schicksal von Präsident Donald Pleasence. Da ist es um so behämmerter, heute von einem B-Movie zu reden, wie man es in unseren simplizistischen Breitengraden seit eh und je mit viel zu vielen Genrefilmen macht. Zu seiner Entstehungszeit ist ESCAPE FROM NEW YORK, so der Originaltitel, ein legitimer und Respektiver Erfolgsfilm – A-Klasse. Basta. Wenn man sich übrigens heutzutage John Carpenters erstaunlich spät nachgerücktes Sequel FLUCHT AUS L.A. ansieht, für das es 1996 in den Medien ausnahmslos nur auf die Löffel gab, ist das gar nicht mehr so hundert Prozent totalausfällig. An das Original kommt die Fortsetzung natürlich nicht ran. Wäre aber auch ungewöhnlich.
 
 
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DIE KLAPPERSCHLANGE – Fazit

 
 
 
9 Punkte Final
 
 
 
Was hier vorliegt ist selbstverständlich ein absoluter Action, Sci-Fi- und Endzeit-Klassiker aus der stärksten Schaffensphase eines Regisseurs, dem man das Präfix „Kult“ nicht umsonst schon vor dreißig Jahren angeheftet hat. Kurt Russells Snake Plissken ist der mit Abstand coolste Anarchist, der überhaupt den Zusammenbruch der Zivilisation überlebt hat. DIE KLAPPERSCHLANGE sollte in jedem Regal stehen, dessen Einräumer etwas auf sich und seinem Filmgeschmack hält.. Eine Lehrstunde für männliches Filmemachen, eine Blaupause des Endzeit-Kinos und ein Film, der immer geht.
 
 
 


 
 
 

DIE KLAPPERSCHLANGE – Zensur

 
 
 
Wie auch schon im Kino, auf Laserdisc und DVD ist nun auch die erhältliche Blu-ray bereits für Jugendliche ab 16 Jahren geeignet. Wer demzufolge ausschliesslich ungeschnittene Filmklassiker ins Regal stellen möchte, kann bedenkenlos zugreifen.
 
 
 


 
 
 

DIE KLAPPERSCHLANGE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Constantin Film

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Escape from New York; USA 1981

Genre: Action, Science Fiction

Ton: Deutsch DTS-HD HR 5.1, Deutsch DD 2.0, Englisch DTS-HD HR 5.1

Untertitel: Deutsch für Hörgeschädigte

Bild: 2.35:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 99 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover | Erstauflage im Schuber

Extras: Audiokommentar mit Produzentin Debra Hill und Ausstatter Joe Alves (Deutsche Untertitel), Audiokommentar mit Regisseur John Carpenter und Darsteller Kurt Russell (Deutsche Untertitel), Audiokommentar mit Schauspielerin Adrienne Barbeau und Kameramann Dean Cundey, Audiokommentar mit Filmjournalist Kai-Oliver Derks und Alexander Büttner (2010), Die visuellen Effekte (ca. 14 Min.), Die Filmmusik (ca. 18 Min.), Interview mit Kurt Russell (ca. 7 Min.), Rückkehr zur „Klapperschlange“ (ca. 23 Min.), Die Original-Eröffnungsszene (ca. 11 Min.), Teaser und Trailer (ca. 5 Min.)

Release-Termin: 03.11.2016

 

Die Klapperschlange [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

DIE KLAPPERSCHLANGE – Trailer

 
 


 
 

Christian Ladewig

(Die Rechte für alle Grafiken liegen bei Constantin Film)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Sindbads fünfte Reise (2014)
 
Flucht aus L.A. (1996)
 
Assault – Anschlag bei Nacht (1976)
 
Sie Leben (1988)
 
Mad Max II – Der Vollstrecker (1981)
 
Mad Max II – Der Vollstrecker (1981)
 
Lockout (2012)

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Halloween – Die Geburt des modernen Horrorfilms

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EIN RÜCKBLICK AUF DIE HALLOWEEN-FILME

 
 
 
Da sich auch kalendarisch Halloween nähert, ist es an der Zeit, einen Blick auf die „Halloween“-Reihe zu werfen, deren erster Teil aus dem Jahr 1978 inzwischen als Klassiker (und Begründer) des Slasher-Genres gilt. Bereits der Score aus den „Halloween“-Filmen jagte Generationen von Horrorfilm-Fans eine Gänsehaut über den Rücken und verschaffte der Figur Michael Myers zu unheimlicher Aufmerksamkeit.
 
 
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(Halloween – Die Nacht des Grauens | © CONCORDE)

 
 

DIE NACHT DES GRAUENS – GEBURT EINES KLASSIKERS

 
 
Im ersten „Halloween“ bricht Michael Myers nach 15 Jahren aus einer psychiatrischen Anstalt aus und kehrt in seine Heimatstadt Haddonfield zurück. Für den Mord an seiner Schwester, den er als Sechsjähriger beging, sollte Myers eigentlich lebenslang verwahrt bleiben. Einzig der Psychiater Dr. Loomis (Donald Pleasance) glaubt daran, dass Myers in seine alte Heimat zurückkehrt, doch der geht in Haddonfield bereits auf die Jagd. Und während er einen Teenager nach dem Anderen mit dem Küchenmesser zerteilt, scheint einzig Laurie (Jamie Lee Curtis) ihm immer wieder von der Klinge zu springen. Mit diesem simplen Rezept wurde „Halloween – Die Nacht des Grauens“ zum Horrorklassiker und etablierte das amerikanische Slasher-Genre – eine Gruppe von Teenagern, ein übermenschlich wirkender Mörder und eine unschuldige Teenagerdame, die vor dem Messer des Mörders flieht. Nebenbei machte John Carpenter (der damals vor allem für seine auf der Uni entstandene Sci-Fi-Parodie „Dark Star“ bekannt war) mit dem Film eine blutjunge Jamie Lee Curtis zum Star und zum Archetypen der Scream-Queen für das anbrechende VHS-Zeitalter. Dass „Halloween“ trotz seines mageren Budgets von 300.000 Dollar zum Mega-Erfolg wurde, lag wohl auch an der Arbeit, die man in das Skript investierte. In der ursprünglichen Fassung sollte es um die Babysitter-Morde gehen… was deutlich weniger genredefinierend als „Halloween“ klingt. Stattdessen orientierte die Grundidee von „Halloween“ sich nun eher an keltischen Traditionen. Ganz im Geiste von Samhain nutzt der Film diesen einen Tag im Jahr, damit böse Geister (oder hier Michael Myers) für Chaos sorgen können. Auch die Idee, man könne das Böse nicht töten, hat im Samhain seinen Ursprung. Und dass man weder das Böse, noch die „Halloween“-Reihe töten kann, beweisen die insgesamt sieben Fortsetzungen, ein Reboot von Rob Zombie und aktuell ein Kurzfilm mit dem Titel „The Rebirth of Michael Myers„. Die Sequels erweitern zwar das Thema von Samhain und den Charakter von Michael Myers, erhielten aber eher gemischte Kritiken. Besonders der dritte Teil „The Season of the Witch“ fiel bei Kritikern und Fans durch, wohl auch, weil Michael Myers im Film keine Rolle spielt. Fortan blieb man beim Bewährten und brachte den Unverwüstbaren mit der Maske stets wieder zurück. Auch im Zuge der modernen Slasher-Welle versuchte man mit „Halloween H20“ noch mal an die alten Erfolge anzuknüpfen, was aber nicht gänzlich gelang. Der siebte Teil der Halloween-Serie spielt genau 20 Jahre nach dem ersten Film und konnte im Vorfeld immerhin mit dem Comeback von Jamie Lee Curtis auftrumpfen. Regisseur Steve Miner schaffte es trotzdem nicht Halloween H20 auf das Niveau der Teile 1 und 2 zu hieven, was auch daran lag, dass die Teile drei bis sechs der Filmreihe weitestgehend ignoriert wurden und das Handwerk eines John Carpenter im Hinblick auf den Spannungsbogen unerreicht blieb.
 
 
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(Halloween 5 – Die Rache des Michael Myers | © NSM und TIBERIUS FILM )

 
 
 
 

SCHWERES ATMEN, LANGE SCHRITTE

 
 
Das Intro zu „Halloween“ gehört zu den absoluten und oft kopierten klassischen Elementen, die diesen Film so großartig machen. Ein Long Take, ein langer Spaziergang durch die Halloween-Nacht, schweres Atmen, das uns als Zuschauer wissen lässt: Wir blicken aus den Augen des Mörders. Und doch sehen wir ihn nicht, wir befinden uns mit Michael Myers auf einer langen Reise zum Mord. Jeder Passant könnte das Opfer sein, doch stattdessen schleichen wir uns in ein Haus – dann erst erfolgt die eigentliche Enthüllung: Wir stecken im Körper eines Kindes. Dass Michael Myers bereits im Kindesalter ein Mörder und Psychopath ist, erkennen wir Noch unnahbarer und unheimlicher sollte Michael Myers durch seine Maske wirken, die im Drehbuch als weiß mit menschlichen Zügen beschrieben wurde. Aus Budget-Gründen übermalte das Team eine Captain Kirk-Maske mit weißer Farbe. Generationen von Teenagern schrieen also in Furcht vor William Shatner auf. Was „Halloween“ 1978 ebenfalls begründete, war die konservative Grundhaltung des Horrorfilms, die sich bis heute hartnäckig gehalten hat. In Wes Cravens „Scream“ werden die Regeln des Slashers auch gerne parodiert und auch der launige „Cabin in the Woods“ spielt mit eben jenen Ideen, die „Halloween“ etablierte: Der Tod durch den Killer ist nicht einfach nur ein wahlloser Kick, sondern eine Strafe für die Grenzüberschreitung. Alkoholkonsum und promiskes Verhalten werden mit Michael Myers’ Messer bestraft, wohingegen die unschuldige Laurie den Film überleben darf. Zwar gab es schon vor „Halloween“ US-Slasher wie das „Texas Chainsaw Massacre“ und auch der Einfluss des gewaltfixierten Giallo-Genres aus dem Italien der frühen Siebziger ist nicht zu leugnen, doch „Halloween“ zementierte den Slasher im kulturellen Gedächtnis und etablierte dank Carpenters Handschrift (lange PoV-Fahrten) das Genre auch stilistisch. Zwar arbeitete Carpenter immer wieder einmal an den Fortsetzungen zu „Halloween“ (in Teil 2 schrieb er am Drehbuch) mit, Regie führte er jedoch nur beim ersten Teil. Mit Filmen wie „Die Klapperschlange“ oder „Big Trouble in Little China“ ist Carpenter aber nach wie vor eine wichtige Kulturikone – vor allem der 80er. Auch dem Horrorgenre blieb er mit Filmen wie „Vampires“ oder „Ghosts of Mars“ immer treu.
 
 
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(Halloween – H20 | © STUDIO CANAL )

 
 

EIN GENREDEFINIERENDER KLASSIKER

 
 
„Halloween“ von 1978 ist einer der wichtigsten und einflussreichsten Horrorfilme des ganzen Genres. Zwar wirkt die Gewalt im Vergleich mit aktuellen Horrorfilmen zahm, dafür bietet „Halloween“ Spannung und Suspense. Wie Carpenter mit den Nerven der Zuschauer spielt, ist beeindruckend. Wer sich selbst von den Ereignissen um Halloween und Michael Meyers überzeugen möchte, kann sich passend zur Jahreszeit bei den verschiedenen VoD-Seiten mit ausreichend Horrorfilmen versorgen. So sind bei maxdome ein Großteil der Filme aus der Halloween-Reihe sowie auch einige andere Werke aus den Bereichen Horror und Slasher zu finden.
 
 
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(Rob Zombie’s Halloween | © SENATOR und UNIVERSUM FILM)

 
 

(Sören)

 
 
Alle bisherigen Halloween-Filme auf einem Blick:
 
 
Halloween – Die Nacht des Grauens (1978)
Halloween 2 – Das Grauen kehrt zurück (1981)
Halloween 3 – Die Nacht der Entscheidung (1982)
Halloween 4 – The Return of Michael Myers (1988)
Halloween 5 – Die Rache des Michael Myers (1989)
Halloween – Der Fluch des Michael Myers (1995)
Halloween H20 (1998)
Halloween: Resurrection (2002)
Halloween (2007)
Halloween II (2009)

Filmkritik: „John Carpenters Sie leben“ (1988)

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SIE LEBEN

Story

 
 
 
Die Außerirdischen haben die Erde bevölkert und können nur mittels Spezialbrille entlarvt werden. Der Gelegenheitsarbeiter John Nada findet eine solche Brille und deckt eine bisher unerkannte Gefahr auf …
 
 
 


 
 
 

SIE LEBEN – Kritik

 
 
 
“[…]THEY LIVE was a primal scream against Reaganism of the ’80s. And the ’80s never went away. They’re still with us. That’s what makes They Live look so fresh — it’s a document of greed and insanity. It’s about life in the United States then and now. If anything, things have gotten worse.“
 

(John Carpenter im Interview mit Entertainment Weekly)


 
 
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Als Ronald Reagan im Jahre 1981 Präsidenten der vereinigten Staaten von Amerika wurde, lenkte er das Land in eine etwas andere Richtung. Nach der Amtszeit von Jimmy Carter sollten die USA nun wieder konservativer werden. Nach längerer Abwesenheit führte Regan auch das heute noch oft zu hörende „God bless America“ wieder ein und unterbrach seine Reden oft für Gebete. Diese extrem konservative Haltung war es, die Filmemacher John Carpenter sauer aufstieß. All die Ideale für die er als junger Mann gekämpft hatte, so Carpenter, drohten nun in Vergessenheit zu geraten. Reagan wollte dem Land durch Kapitalismus wieder auf die Sprünge helfen, da die wirtschaftliche Situation der USA zum Ende der 70er-Jahre alles andere als rosig war. Die Leute sollten kaufen, damit Wohlstand in alle Gesellschaftsschichten durchsickern konnte. Bereits 1981 drehte Carpenter mit DIE KLAPPERSCHLANGE (ESCAPE FROM NEW YORK) einen Film, der die amerikanische Regierung als korrupt und scheinheilig darstellte. Mit diesem sehr ruhig erzählten Action-Adventure zeichnete Carpenter ein dystopisches Bild von der Zukunft Amerikas. Doch wie bei jeder seiner Arbeiten, lehnte der Filmemacher jegliche Stimmen ab, die sagten, dass er mit seinen Filmen eine Botschaft vermitteln wolle. Sein 1988 veröffentlichtes Werk SIE LEBEN (THEY LIVE) stellt eine große Ausnahme dar. Hier entschied sich Carpenter ganz bewusst dafür eine politische und gesellschaftskritische Aussage zu treffen. Und was für eine!
 
 
 
„In the end it’s simply […] a cheap science fiction movie with a wrestler as the star. […] But underneath it’s critique of what happened to America in the 80’s.”
 

(John Carpenter im Interview mit CineMayhem)


 
 
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Das Besondere an SIE LEBEN ist nicht nur seine Botschaft, sondern in aller erster Linie für wen dieser Film gemacht ist. Filme, die heutzutage die amerikanische Politik so ins Kreuzfeuer nehmen wie Carpenters Film, kommen meist erst gar nichts erst ins Kino und werden direkt für den Heimvideomarkt ausgewertet. Oder, es sind sehr anspruchsvolle Filme, mit denen eher Freunde des Art-House-Kinos etwas anfangen können. Doch SIE LEBEN blieben diese zwei Schicksale glücklicherweise erspart. Universal veröffentlichte den Film am 4. November 1988 in fast 1.500 Kinos in den USA. Bereits am ersten Wochenende konnte John Carpenters für gerade einmal 4.000.000 Dollar gedrehter Independent-Film sein Budget wieder einspielen und landete auf Plant 1 der US-Kinocharts. Auch in der darauf folgenden Woche war immerhin noch Platz 4 drin! Ob es einem solchen Film heutzutage noch mal so ergehen könnte? Wenn man es macht wie Carpenter, vielleicht. Denn sein Film war nicht nur etwas für Leute, die sich regelmäßig mit dem “intellektuellen Kino“ beschäftigen. SIE LEBEN war ein Film für die breite Masse, in welchem es jemanden aus der unteren Arbeiterschicht gelingt die Welt aufzuwecken. Für die Hauptrolle castete John Carpenter Profiwrestler Roddy Piper, da er jemanden suchte, der wie ein Arbeiter aussieht und eine authentische Ausstrahlung hat. Ein weiterer Neuzugang in Carpenters großer Schauspielerriege war Meg Foster (MASTER OF THE UNIVERSE, 1987), welche er engagierte, da er ihre Leistung in Ralph L. Thomas Film DAS SÜSSE WORT DER VERHEISSUNG (1981) mochte.
 
 
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Aber es wäre kein John Carpenter-Film, wenn nicht auch einige bekannte Gesichter dabei gewesen wären, mit denen der Regisseur zuvor schon zusammenarbeitete. So spielt in einer weiteren Hauptrolle Keith David, welcher bereits in Carpenters 1982er-Remake DAS DING AUS EINER ANDEREN WELT den Charakter Childs spielte. Des Weiteren sehen wir in Nebenrollen Leute wie Peter Jason oder George ‘Buck‘ Flower, die in vielen Filmen von Carpenter kleinere Parts hatten. Auch hinter den Kulissen sorgte Carpenter dafür, dass er von Leuten umgeben ist, die ihm vertraut sind. Gary B. Kibbe wurde als Director of Photography engagiert. Er arbeitete bereits als Kameramann an HALLOWEEN II (1981) mit und war als Cinematograph an Carpenters späteren Filmen, wie DIE MÄCHTE DES WAHNSINNS (1994), FLUCHT AUS L.A. (1997) oder VAMPIRE (1998) tätig. Die Musik zum Film stammt natürlich wieder von Carpenter selbst. Hierfür schloss er sich erneut mit Composer Alan Howarth zusammen. Zusammen mit ihm hat Carpenter im Laufe seiner Karriere die mit Abstand besten Soundtracks komponiert. ESCAPE FROM NEW YORK (1981), HALLOWEEN III (1982), CHRISTINE (1983), BIG TROUBLE IN LITTLE CHINA (1986), DIE FÜRSTEN DER DUNKELHEIT (1987). Darüber, wieso die beiden nie wieder zusammen gearbeitet haben, wollte Carpenter nie sprechen. Ein großes Rätsel bis heute bleibt allerdings, weshalb der Film so plötzlich aus den Kinos verschwand. Nachdem SIE LEBEN zwei Wochen lang sehr erfolgreich in den USA lief, nahm ihn Universal urplötzlich aus dem Kinos. Wieso wurde nie wirklich geklärt. Hauptdarsteller Keith Davids erklärte es sich so, dass der Film womöglich wegen seiner harten Kritik an der amerikanischen Regierung “irgendjemanden nicht gefallen hat“. Ein gefundenes Fressen für Verschwörungstheoretiker.
 
 
 


 
 
 

SIE LEBEN – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
 
John Carpenters Sie leben ist ein Klassiker und sollte jedem Genre-Fan ein Begriff sein. Der Film schafft es ausgezeichnet spaßiges Unterhaltungskino mit einer großen Portion Gesellschaftskritik zu verbinden. Carpenter geht wie immer sehr bildhaft an das Thema heran, weshalb einem einige Szenen des Films wohl lange nicht aus dem Kopf gehen werden. Schon allein deswegen, weil (ganz abgesehen von der Sache mit den Außerirdischen) doch ein Fünkchen Wahrheit in diesem Werk steckt. Vielleicht auch ein ganzer Funke.
 
 
 


 
 
 

SIE LEBEN – Zensur

 
 
 
Carpenters SIE LEBEN hatte im Gegensatz zu anderen Filmen des Altmeister viel Glück mit der FSK. Die forderte keine Schnitte, so dass der Film problemlos in den Kaufhäusern verkauft werden konnte und das sogar in der ungeschnittenen Form. Auch die aktuellen HD-veröffentlichungen tragen noch das alte FSK-Logo und sind frei im Handel erhältlich.
 
 
 


 
 
 

SIE LEBEN – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) StudioCanal – Limitiertes Mediabook

 
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(c) StudioCanal – KeepCase Blu-ray

 
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(c) StudioCanal – KeepCase Blu-ray Neuauflage

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: They Live; USA 1988

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch (DTS-HD Master Audio 2.0 Stereo), Englisch (DTS-HD Master Audio 2.0 Stereo), Französisch (DTS-HD Master Audio 2.0 Stereo), Audiokommentar (DTS-HD Master Audio 2.0 Stereo)

Untertitel: Deutsch, Englisch für Hörgeschädigte, Französisch, Audiokommentar

Bild: 2,35:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 94 Min.

Medium Erstauflage: Mediabook, Zweitauflage: Keepcase mit Wendecover

FSK: FSK18 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Die HD-Veröffentlichung wurde in drei unterschiedlichen Varianten veröffentlicht: in zwei herkömmlichen KeepCase-Varianten und einem limitierten Mediabook. Alle drei Veröffentlichungen beinhalten die gleichen Extras: Audiokommentar von John Carpenter und Roddy Piper, „Indepentent Thoughts“ – Interview mit John Carpenter (10:07 Min.), „Woman of Mystery“ – Interview mit Meg Foster (5:21 Min.), „Watch, Look, Listen“ – Style und Musik von Sie leben (11:14 Min.), „Man vs. Aliens“ – Interview mit Keith David (11:12 Min.), Making of (SD) (8:02 Min.), Promo-Clips (SD) (2:34 Min.), TV-Spots (SD) (1:56 Min.), Trailershow

Release Mediabook: 31.10.2014, KeepCase-Version: 05.12.2014, KeepCase-Neuauflage mit annderem Cover: 16.04.2015

 

Sie leben [Blu-ray] – Limited Edition im Mediabook

 

Sie leben [Blu-ray] KeepCase-Variante

 

Sie leben [Blu-ray] KeepCase-Variante Neuauflage

 
 
Rechteinhaber Studiocanal hat den Film am 31. Oktober 2014 in einem limitierten Mediabook (auf 2000 Stück limitiert) veröffentlicht. Das Mediabook enthält zwei Discs (BD+DVD), sowie einen zwölfseitigen Buchteil geschrieben von Markus Haage, dem Chefredakteur und Herausgeben der Genre-Zeitschrift DER ZOMBIE. Am 5. Dezember 2014 erschien die Amaray-Version dieser VÖ, welche nur die Blu-ray Disc beinhaltet, auf der auch alle Extras (u.a. ein brandneues Interview mit John Carpenter) zu finden sind. Eine Neuauflage mit anderem Cover erschien im KeepCase am 16. April 2015. Diese ist inhaltlich identisch mit der Amaray-Erstauflage.
 
 


 
 
 

SIE LEBEN – Deutsche Blu-ray Neuauflage (2018)

 
 
 
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(c) StudioCanal – KeepCase Blu-ray

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: They Live; USA 1988

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch (Stereo DTS-HD MA), Englisch (Stereo PCM, 5.1 DTS-HD MA), Französisch (5.1 DTS-HD MA)

Untertitel: Deutsch, Englisch, Französisch

Bild: 2,35:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 94 Min.

Medium KeepCase

FSK: FSK18 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Original Making of (1988); Dokumentation „Subversion: John Carpenters ‚Sie leben‘ im Fokus“; Cast&Crew Biografien, Audiokommentar + Interviews aus dem Jahr 2012; Featurette „Fake-Werbespots im Film“; TV-Spots; Fotogalerie

Release 08.11.2018

 

Sie leben [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

SIE LEBEN – Deutsche 4K UHD Blu-ray

 
 
 
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(c) StudioCanal – Limitiertes Steelbook (mit Soundtrack-CD, 4K UHD Blu-ray, 2x Blu-ray)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: They Live; USA 1988

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch (Stereo DTS-HD MA), Englisch (Stereo PCM, 5.1 DTS-HD MA), Französisch (5.1 DTS-HD MA)

Untertitel: Deutsch, Englisch, Französisch

Bild: 2,35:1

Laufzeit: ca. 94 Min.

Medium Steelbook

FSK: FSK18 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Original Soundtrack; umfangreiches Booklet; Poster; 5 Artcards; Original Making of; Dokumentation „Subversion: John Carpenters ‚Sie leben‘ im Fokus“; Cast&Crew Biografien, Audiokommentar + Interviews (2012); Featurette; TV-Spots; Fotogalerie

Release 08.11.2018

 

Sie leben – (4K Ultra HD + Blu-ray + Bonus-Blu-ray + CD-Soundtrack) ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

SIE LEBEN – Trailer

 
 


 
 

Sam Freissler

(Das Copyright der für diese Review genutzten Grafiken liegen bei Studiocanal)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Die Körperfresser kommen (USA 1978)
 
Die Dämonischen (USA 1956)
 
Die totale Erinnerung – Total Recall (1990)
 
Brazil (1985)
 

Filmreview: „Blood Widow – Tod in der Stille“ (2014)

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BLOOD WIDOW – TOD IN DER STILLE

Story

 
 
 
Wenn die psychopathische Nachbarin drei mal klingelt: Laurie (Danielle Lilley) und Hugh (Brandon Kyle Peters) sind ein junges Paar und haben gerade ein Haus irgendwo im Nirgendwo gekauft, wo es selbstverständlich keinen Handyempfang gibt. Als die beiden eine Einweihungsparty geben und einige Freunde zum Feiern vorbeikommen, nutzt auch die Killerin von nebenan die Gunst der Stunde, um die neuen Nachbarn kennenlernen …
 
 
 


 
 
 

BLOOD WIDOW – Kritik

 
 
 
In Amerika gibt es immer wieder Nachwuchs-Angstmacher, die dem Horror-Fan die Freunde am Schauen von Horror-Ware verübeln möchten. Der Low-Budget-Markt scheint dort ein beliebtes Sprungbrett für all jene zu sein, die auch ohne Berufsabschluss das Hobby zum Beruf machen wollen: Filmemachen. Leider muss man für das Drehen von Horror-Streifen nicht nur Kohle und das notwendige Equipment besitzen, sondern auch Talent und Ahnung. Voraussetzungen, die jedoch nur die Wenigsten mitbringen. Trotzdem wird auch ohne Können munter drauflos gefilmt, denn die Nachfrage nach amateurhaft zusammengeschnippelten Horrorfilmen scheint größer zu sein, als immer vermutet wird. Kaum eine Woche vergeht, ohne dass Billig-Grusler in amerikanische Händlerregal gebracht werden. Als wäre das nicht schon übel genug, finden sogar einige dieser Spaßbremsen den Weg nach Deutschland.
 
BLOOD WIDOW ist das Resultat eines langjährigen Fan-Traumes. Newcomer und Sci-Fi-Horrorfan JEREMIAH BUCKHALT steckt hinter der Low-Budget-Produktion, der selbst heute immer noch nicht fassen kann, dass ihm die Möglichkeit gegeben wurde einen Horrorfilm zu drehen. Ähnlich wie Vorbild JOHN CARPENTER (wenn es nach BUCKHALT geht gehört THE THING zu den besten Filmen aller Zeiten) hat der Regie-Neuling jedoch erst einmal kleine Brötchen gebacken und sich an der Umsetzung klassischen Slasher-Stoffs versucht, schließlich gehört nicht viel Grips dazu einen simplen Schlitz-Streifen zu machen. Erfolgreiche Filmtitel nennt BUCKHALT in einem Interview, von denen sich BLOOD WIDOW hat inspirieren lassen. So standen günstig gewerkelte Oldschool-Slasher Pate mit denen der Filmemacher Ende der 70er und zu Beginn der 80er aufgewachsen ist. Bei so viel euphorischer Liebe zum Genre enttäuscht dann leider doch die Tatsache, dass BLOOD WIDOW Lichtjahre von wegweisenden Metzelklassikern wie HALLOWEEN – DIE NACHT DES GRAUENS entfernt ist. Für BLOOD WIDOW musste an allen Ecken gespart werden. So wurden Hauptrollen mit Statisten besetzt, die vermutlich noch nie eine Schauspielschule von Innen gesehen haben. Akustische Raffinessen aus dem MUSIC MAKER sorgen für ungewollte Erheiterung und die rudimentäre Handlung lässt den Zuschauer bereits kurz nach dem Prolog ermüden. Ein Pärchen ist es diesmal, das in ein neues Haus zieht und dort ums Überleben kämpfen muss. Im Keller des scheinbar verlassenen Nachbarhauses lebt eine schwarze Witwe, die nur darauf wartet, dass ihr mal ein paar neugierige Fliegen ins Netz gehen. Als sich ein paar Freunde für eine kleine Einzugssause anmelden und auf dem Grundstück gegenüber herumschnüffeln, packt die BLOOD WIDOW ihre Folterinstrumente zusammen und besucht die neuen Nachbarn um mal blutig „Hallo“ sagen zu können.
 
Wenn keine gescheite Geschichte zu Grunde liegt, dann lass Gewalt regieren. Genau jenem Credo folgt BLOOD WIDOW und konzentriert sich auf das möglichst schmuddelige Abschlachten seiner unzureichend talentierten Hauptdarsteller. Die von BUCKHALT selbst entworfene Killerin geht nicht zaghaft mit ihren Opfern um. So werden Protagonisten enthauptet, Arme abgesäbelt oder Gesichter eingeschlagen. Für Indie-Horror mit Mikro-Budget sehen die gebotenen Matsch-Effekt ganz ordentlich aus, zumal die teils unausgereifte Ausleuchtung dem Film einen dreckigen, ungeschliffenen und finsteren Look bescheren. Dennoch, Gewalt im Horrorfilm ist nicht alles, denn ein blosses Aneinanderreihen von sinnlosen Gewaltakten machen aus einem beliebigen Horrorfilm noch lange kein Kultwerk. Nichtsdestotrotz bekommt der Horror-Fan mal endlich wieder eine maskierte Killerin vor die Linse. Die steht männlichen Meuchel-Kollegen wie JASON und MICHAEL in puncto Grausamkeit in nichts nach. Im Unterschied zu genannten Ikonen des modernen Horrorfilms will die BLOOD WIDOW jedoch keinen bleibenden Eindruck hinterlassen, was vor allem daran liegt, dass der Film nichts Rundes ist und überraschungsarm nach Schema F abgehandelt wird. Neue Impulse sucht man hier vergebens, dafür findet man Unmengen an Logiklöchern und Slasher-Klischees. Dass Macher JEREMIAH BUCKHALT bereits mit einer Fortsetzung liebäugelt, verursacht fix wirklich Panik – schließlich ist der Zuschauer froh, wenn er den vorliegenden Erstling wach überstanden hat.
 
 
 


 
 
 

BLOOD WIDOW – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
 
Blutiger Nachschub für Splatter-Fans! Gewalt ist leider auch das einzige, was BLOOD WIDOW halbwegs über Wasser halten kann, denn der Streifen ist nicht nur ein überraschungsarmes, sondern auch ein langweiliges Sammelsurium nerviger Slasher-Regeln und totgefilmter Horror-Klischees. Budget war kaum vorhanden, was im Falle dieses Filmdebüts Vor- und Nachteile besitzt. Einerseits hat die teils unprofessionelle Ausleuchtung Charme und beschert BLOOD WIDOW einen düsteren und dreckigen Look, der dem Film vor allem in den Gewaltmomenten zugute kommt. Andererseits lässt das Mikro-Kapital kaum Experimente zu, so dass an allen Ecken gespart werden musste – vor allen an guten Schauspielern. Unterm Strich ist BLOOD WIDOW ein austauschbarer Slasher ohne Höhepunkte, der immerhin kurz Aufmerksamkeit in Deutschland erhaschen dürfte, weil ihn die hiesige FSK der „bösen“ Szenen wegen in der Luft zerreißen wird.
 
 
 


 
 
 

BLOOD WIDOW – Zensur

 
 
 
Wie für einen Slasher typisch sterben auch in BLOOD WIDOW die Opfer eines grausamen Todes. Zimperlich geht es hier nicht gerade zu, was vor allem der FSK Kopfzerbrechen bereitet hat. Da BLOOD WIDOW ziemlich viel blutroten Splatter zu bieten hat, wurde er in der ungeschnittenen Freigabe erst für Volljährige freigegeben – keine Jugendfreigabe.
 
 
 


 
 
 

BLOOD WIDOW – Deutsche Blu-ray

 
 
 
blood-widow

(c) Castle View Film

 

TECHNISCHE DATEN

Originaltitel: Blood Widow; USA 2014

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Deutsch DTS-HD MA 5.1, Deutsch DTS-HD MA 2.0, Englisch DTS-HD MA 2.0

Untertitel: Keine

Bild: 1.85:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 84 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wendecover

Extras: Trailer zum Film

Release-Termin: 28.08.2015

 

Blood Widow – Tod in der Stille [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

BLOOD WIDOW – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Slasher House (2012)
 
Torment (2013)
 
Nurse 3D (2013)
 
Young, High and Dead (2013)
 
Killer Holiday (2013)
 
Bloody Homecoming (2013)

Filmreview: „Almost Human“ (2013)

almost-human-2013
 
 
 

ALMOST HUMAN

TERROR HAS COME HOME

Story

 
 
 
Mark (Josh Ethier) wird von Außerirdischen entführt. Als er nach zwei Jahren wieder auf der Erde „ausgesetzt“ wird, ist nichts mehr so wie es mal war. Er verspürt nicht nur einen permanenten Tötungsdrang; auch anatomisch scheint er nicht mehr ganz Mensch zu sein …
 
 
 


 
 
 

ALMOST HUMAN – Kritik

 
 
 
Ehrenverweise sind ja im Horrorfilm schon längst keine Seltenheit mehr. Viele der heutigen Nachwuchsregisseure verbeugen sich in ihren Streifen gern einmal vor jenen Filmen und Regisseuren, denen sie besondere Anerkennung zollen. Was aber meist als Hommage gerechtfertigt wird, entpuppt sich in letzter Zeit oftmals als hinterlistiger Ideenraub, denn neue und frische Geschichten sind vor allem im Horrorfilm Mangelware geworden. Da wird lieblos recycelt, als gäbe es kein Morgen mehr, weil es immer noch genügend Horrorfans gibt, die die ewig gleichen Mogelpackungen kaufen und sehen wollen.
 
JOE BEGOS ist neu im Filmgeschäft und macht das so ähnlich. Der ist aber immerhin wirklich Verfechter des Old School Horrors der 80er und hat eine besondere Schwäche für Slasher und die Science-Fiction-Meilensteine genannter Dekade. Mit seinem ALMOST HUMAN erfüllte er sich einen langjährigen Traum und drehte einen altmodischen Horrorfilm, in dem er die beiden Subgenres miteinander kombinieren konnte. Das Ziel war es, einen Streifen zu drehen, der anders sein sollte als die bisherigen Genre-Werke der letzten Jahre. Die waren ihm schlicht und einfach zu krank und unatmosphärisch und unterschieden sich hauptsächlich durch Gewaltpegel und Härtegrad. Drum reiste er zurück in seinen Heimatort, wo er in einer idyllischen Kleinstadt heranwuchs, wie sie häufig in Stephen King Roman beschrieben wird. Eine hervorragenden Voraussetzung, gerade wenn nur knappes Budget vorhanden ist.
 
Das Schaffen eines gewissen JOHN CARPENTER dürfte den Jungregisseur stark beeinflusst haben, denn in ALMOST HUMAN hagelt es Verweise und Zitate aus gleich mehreren Horrorfilmen des beliebten Altmeisters. Die nahezu identische Schriftart in den Einführungscredits lässt darauf schließen, dass Carpenters HALLOWEEN nachhaltig geprägt haben muss und eine immer wieder monoton eingespielte Synthesizer-Melodie lässt Erinnerungen an THE THING wach werden. Aber nicht nur Carpenter stand Pate. Der Klassiker DIE KÖRPERFRESSER KOMMEN (1978) musste ebenfalls für eine Wiederverwurstung herhalten, denn BEGOS scheut nicht davor auch hier einige gut funktionierende Elemente des Science-Fiction-Klassikers loszulösen, um sie anschließend an richtiger Stelle in ALMOST HUMAN einfügen zu können. Schlecht macht der Neuling das nicht, denn auch wenn hier am laufendem Band kopiert und eingesetzt wird muss man BEGOS dafür loben, dass er seinen Wunsch nach mehr atmosphärischer Eigenständigkeit ziemlich selbstsicher umzusetzen versteht. ALMOST HUMAN besitzt einen ganz individuellen Look. Der Schocker ist ziemlich finster, dreckig und vor allem sehr gewalttätig, was Filmfans fürs Grobe hellhörig machen dürfte, geht’s doch im vorliegenden Alien-Entführungs-Slasher nicht gerade zimperlich vonstatten.
 
Wir sehen wie Mark (JOSH ETHIER) von einem blauen Licht erfasst wird und unter nicht erklärbaren Umstanden verschwindet. Zwei Jahre später wird er nackt in einem Waldgebiet von zwei Jägern entdeckt, die zugleich von der scheinbar hilflosen Menschengestalt in die ewigen Jagdgründe befördert werden. Der bis dato Vermisste verhält sich verändert und wird von einem unbändigen Hass- und Tötungstrieb vorangetrieben. Wer sich ihm in den Weg stellt wird ermordet und als Wirtskörper missbraucht, schließlich besitzt Mark neuerdings die Fähigkeit Eier oder Embryonen in menschliche Körper zu legen. Da wächst eine Art Saugrüssel aus seinem Mund, der sich fest an das Geschlechtsorgan seiner Ex-Freundin haftet, um darin ein manipulierendes Etwas verpflanzen zu können. Doch Best Buddy Seth (GRAHAM SKIPPER) ist schon auf dem Weg. Der vermutet nämlich schon seit dem damaligen Verschwinden des besten Freundes, dass hinter all dem etwas Großes stecken muss. Ganz unrecht hat er da natürlich nicht, denn bald wird klar, dass Mark von Außerirdischen entführt und an ihm herumexperimentiert wurde.
 
Eier und Embryonen in Wirtskörper legen? Richtig, auch das kommt bekannt vor und wurde stibitzt. Der österreichische Surrealist H.R.GIGER hat nämlich in der Vergangenheit mit dem berüchtigten Facehugger eine Kreatur mit ähnlichem Fortpflanzungsmechanismus entwickelt, die Horrorfans aus der legendären ALIEN Saga ein Begriff sein dürfte. In ALMOST HUMAN brechen aber nicht gemeingefährliche Kreaturen aus den Brustkörben der Opfer heraus. Vielmehr haben die eingeflössten Fremdkörper eine Art Wesensveränderung des Wirts zur Folge. Aus begatteten Leichen werden gefühllos-aggressive Marionetten, die unter fremdartigem Geschrei nach möglichen Körpern suchen und dabei unkontrolliert durch Wald und Flur flitzen. Ganz wie vom selbsternannten Slasher-Fan und Regisseur gewünscht, kommen bei den Streifzügen allerhand spitze Hiebwaffen zum Einsatz. Es werden Köpfe mit Beilen eingehakt, Kehlen mit Messern aufgeschlitzt und Menschen dank Schrottgewehr enthauptet. Die gewollte Slasher-Rezepur macht es möglich, dass allerhand fieses Gemetzel gezeigt werden kann, wobei Regisseur, Drehbuchautor und Produzent JOE BEGOS großen Wert auf Handgemachtes legt – schließlich gab es in den 80ern auch kein Blut aus dem Computer zu sehen. Leider ist es auch in ALMOST HUMAN mal wieder das Fall, dass das Budget viele gute Ideen zunichte gemacht hat, denn immer wieder fällt auf, dass BEGOS in seiner eifrigen Umsetzungseuphorie eingeschränkt war. In einer Szene sehen wir, wie aus einem enthaupteten Körper ein nicht näher identifizierbares Etwas krabbelt. Vermutlich wollte man hier THE THING-ähnliche Metamorphosen darstellen, realisierte aber bald, dass keine Kohle für extravaganten Schabernack zur Verfügung stand.
 
Trotz kleinem Kapital überrasch dennoch wie solide und kurzweilig ALMOST HUMAN geworden ist. Knapp 70 Minuten hetzt der Science-Fiction-Slasher von Set zu Set, vergisst zwar den Protagonisten eine vernünftige Charakterentwicklung einzuräumen, versorgt aber den Horrorfan mit allerhand harten Gewaltspitzen, die es zudem ganz schön in sich haben. Leerlauf gibt es nicht und mögliche Erklärungen spart sich JOE BEGOS für die Fortsetzung auf. Laut Aussage des Filmemachers soll die definitiv kommen. Mit mehr Geld und besserer Ausstattung steht spätestens dann ein ganz großer Genre-Hit ins Haus. Trotz kleiner Mankos ist ALMOST HUMAN aber auch schon jetzt ein blutiger, kleiner Stern am Horrorhimmel.
 
 


 
 
 

ALMOST HUMAN – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Die weitaus brutalere und kompromisslosere Antwort auf Carpenters THE THING und Kaufmans DIE KÖRPERFRESSER KOMMEN. ALMOST HUMAN ist eine Reminiszenz an den 80er Jahre Old School Horror mit ziemlich derben Gewaltexzessen und einigen recht gut platzierten Zitaten bekannter Kultwerke jener Dekade. Leider hat sich Regisseur JOE BEGOS etwas zu versteift auf die Spezialeffekte und den Blutgehalt konzentriert, so dass seine Figuren etwas arg kurz kommen und der Zuschauer etwas unbeholfen nach Antworten für die Geschehnissen sucht. Die sind leider nahezu kaum vorhanden, sollen aber in der Fortsetzung nachgeschoben werden. Laut Macher soll die auf jeden Fall kommen. Bis es jedoch soweit ist gibt es mit ALMOST HUMAN selbstsicher und schnörkellos abgehandelten Alien-Horror, der fast immer nach mehr ausschaut, als das Budget eigentlich hergegeben hat. Trotz Low-Budget-Status ein ansprechender Science-Fiction-Slasher für Fans von Alienfilmen. Gut gemacht, Herr BEGOS!
 
 
 


 
 
 

ALMOST HUMAN – Zensur

 
 
 
ALMOST HUMAN ist in Sachen Gewalt ganz schön kaltschnäuzig und deftig. Die deutsche FSK schien aber einen guten Tag gehabt zu haben und hat dem Streifen in ungeschnittener Form KEINE JUGENDFREIGABE attestiert. Die Kauffassung kommt demnach mit rotem 18er Flatschen und ist komplett.
 
 
 


 
 
 

ALMOST HUMAN – Deutsche Blu-ray

 
 
 
Almost-Human-Blu-ray

(c) MAD DIMENSION

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Almost Human; Weißrussland 2013

Genre: Science Fiction, Horror

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Keine

Bild: 2.40:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 79 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Trailershow

Release-Termin: 27.06.2014

 
 
 

Almost Human [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

ALMOST HUMAN – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Absence (2013)
 
Alien – Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt (1979)
 
Das Ding aus einer anderen Welt (1982)
 
The Thing (2011)
 

Filmreview: „Die Mächte des Wahnsinns“ (1994)

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DIE MÄCHTE DES WAHNSINNS

Story

 
 
 
Horrorautor Sutter Cane (Jürgen Prochnow) ist der weltweit beliebteste und erfolgreichste Schriftsteller. Jedes seiner Bücher wird über Nacht zum Bestseller. Doch was seine unheimlichen Romane mit seinen Lesern anrichten, will keiner so recht für möglich halten. Als Sutter Cane eines Tages spurlos verschwindet, wird der zynische Versicherungsdetektiv John Trent (Sam Neill) von Canes Verlag damit beauftragt, den Autor und damit sein neuestes Werk, „Die Mächte des Wahnsinns“ wiederzufinden. Begleitet von Canes Lektorin Linda Styles (Julie Carmen), macht sich Trent auf die Suche nach dem verschollenen Schriftsteller, und gerät auf seiner Reise immer tiefer in einen Strudel aus Unwahrheiten und Dingen die sich logisch nicht erklären lassen. Schon bald lassen sich Wirklichkeit und Fiktion nicht mehr voneinander trennen…
 
 
 


 
 
 

DIE MÄCHTE DES WAHNSINNS – Kritik

 
 
 
Die 90er Jahre – das Jahrzehnt, das den Auftakt zum digitalen Zeitalter darstellt und in dem sich so manch aufsehenerregendes Ereignis zutrug. Der Sturm auf die Davidianer in Waco (1993), das Bombenattentat in Oklahoma City (1995), der Giftgasanschlag in einer tokioter U-Bahn (1995), der Massensuizid der Heaven’s Gate Sekte (1997), der Komet Hale-Bopp (1995-1997), der Amoklauf von Jonesboro (1998), Woodstock (1999), der Amoklauf an der Columbine Highschool (1999), die Sonnenfinsternis (1999) und natürlich die Angst vor dem Y2K-Milleniumbug…
Es war ein verrücktes, buntes und streckenweise düsteres Jahrzehnt, voller Gräueltaten, spektakulärer Naturphänomene und einer unterschwelligen Unsicherheit aus Angst vor der Jahrtausendwende. Diese zeigte sich nicht nur in abstrusen Weltuntergangsverkündungen, sondern auch in Form einer leichten Technophobie. Was erwartet uns im digitalen Zeitalter und wie werden wir uns dort zurechtfinden? Eine vermeintliche Antwort hier drauf hatte der Medienkritiker Jean Baudrillard, der im Jahre 1984 seine Schrift „Das Jahr 2000 findet nicht statt“ veröffentlichte. Die Kernaussage dieses Werkes ist, dass im neuen Jahrtausend Fiktion und Simulation so weit in die Realität vorgedrungen sein werden, dass diese nicht mehr stattfindet. Und wo stehen wir heute? Unser Verhältnis und das blinde Vertrauen zum Fernsehen, unseren Smartphones und dem Internet. Inwiefern kann man noch behaupten, in einer vollkommen realen Welt zu leben, oder inwiefern kann man sagen, dass unser Leben nur noch online via Facebook, Twitter oder What’s App stattfindet? Mit teils apokalyptischen Konzepten versuchte das Hollywood der 90er Jahre diese Frage auf verschiedenste Arten zu beantworten. Ob in Form eines Dramas wie DIE TRUMAN SHOW (1998) mit Jim Carrey, in Form von Action- und Sci-Fi-Filmen wie VERNETZT – JOHNNY MNEMONIC (1995) mit Keanu Reeves, James Camerons TERMINATOR 2 – TAG DER ABRECHNUNG (1991), der ordentlich aufgepeppten Stephen King-Verfilmung DER RASENMÄHERMANN (1992), samt der Fortsetzung DER RASENMÄHERMANN 2 – BEYOND CYBERSPACE (1996) oder dem Klassiker MATRIX (1999), alle Filme machten sich die Themen Technik, Simulation, „Was ist Realität?“ und der damit verbundenen Gefahr zum Mittelpunkt der Geschichte. Doch auch das Horror-Genre schreckte in den 90er Jahren nicht davor zurück diese Entwicklung möglichst fantasiereich auszuschlachten und Realität und Fiktion verschwimmen zu lassen. So sind wohl die bekanntesten Vertreter dieser Art Filme Wes Cravens SCREAM (1996), samt SCREAM 2 (1998) und eine weitere Geschichte des Regisseurs, WES CRAVEN’S NEW NIGHTMARE (1994), welcher sogar noch zwei Jahre vor SCREAM in die Kinos kam. Zwar haben die 90er das Genre des Meta-Horrors nicht neu erfunden, aber ganz entscheidend begründet. Es gibt jedoch einen weiteren Film, der über die Jahre hinweg bei den Meisten in Vergessenheit geraten ist, und erst jetzt eine Art Renaissance durchlebt, so, wie es beinahe jeder Film des Regisseurs tat. Die Rede ist von John Carpenter und seinem letzten Meisterwerk DIE MÄCHTE DES WAHNSINNS (1994).
 
John Carpenter in den 90er Jahren. Gerade als er sich mit DIE FÜRSTEN DER DUNKELHEIT (1987) und SIE LEBEN (1988) wieder ein festes Standbein im Bereich des Independentfilms geschaffen hatte, übernahm er den Posten des Regisseurs bei der großen Studioproduktion JAGD AUF EINEN UNSICHTBAREN (1992), mit Chevy Chase, Daryl Hannah und Sam Neill. Doch auch im neuen Jahrzehnt meinte es Hollywood nicht gut mit Carpenter. Der Film floppte gnadenlos an den Kinokassen und ließ den Regisseur erneut gekränkt zurück. Allen Bemühungen zum Trotze kam der Film nicht beim Kinopublikum an. Heute sieht das, wie bei vielen von Carpenters Filmen, anders aus. Doch schaut man sich JAGD AUF EINEN UNSICHTBAREN etwas genauer an, erkennt man, dass John Carpenter hiermit eine breitere Masse ansprechen wollte. Abgesehen davon, dass der Film eine für Carpenter recht untypische Geschichte erzählt, lässt sich nur schwer die Handschrift des Regisseurs erkennen, was Bild und Musik (welche diesesmal nicht von John Carpenter, sondern von Shirley Walker komponiert wurde) angeht.
 
Während John Carpenter damit beschäftigt war JAGD AUF EINEN UNSICHTBAREN auf die Beine zu stellen, wurde der Regisseurin Mary Lambert ein Drehbuch von Michael De Luca angeboten, welches den Titel IN THE MOUTH OF MADNESS (der amerikanische Originaltitel von DIE MÄCHTE DES WAHNSINNS) trug. Doch diese lehnte ab, da sie sich zuerst mit FRIEDHOF DER KUSCHELTIERE 2 (1992) beschäftigen wollte. Schließlich landete das Skript wieder in den Händen von John Carpenter, der es bereits 1988 gelesen hatte, sich aber nicht ganz sicher war, ob er diesen Film bewerkstelligen könne. Letztendlich sagte Carpenter, zu großen Freude von Drehbuchautor Michael De Luca, zu. Bei DIE MÄCHTE DES WAHNSINNS handelte sich um eine Hommage an die unheimlichen Geschichten des amerikanischen Schriftstellers und Meister des Horrors H.P. Lovecraft, den Carpenter so sehr verehrte. Eine Geschichte in der Realität und Fiktion immer stärker verwischen, bis man nicht mehr darüber urteilen kann, was Wirklichkeit ist und was nicht.
 
Die Hauptrolle wollte Carpenter unbedingt mit Sam Neill besetzten, womit das produzierende Studio New Line Cinema jedoch nicht einverstanden war. Letztendlich überzeugte John Carpenter die Verantwortliche aber mit dem Argument, dass Sam Neill gerade einen großen Erfolg mit JURASSIC PARK (1993) feierte und er einige Zuschauer mehr ins Kino locken würde. Carpenter selbst hielt dieses Argument für totalen Unsinn, doch bekam er damit New Line rum, die sich plötzlich doch mit Sam Neill in der Hauptrolle anfreunden konnten. Die Dreharbeiten zu DIE MÄCHTE DES WAHNSINNS verliefen laut Carpenter ohne größere Schwierigkeiten. Doch der Schnitt des Filmes, stellte sich als große Herausforderung heraus. Zusammen mit seinem Editor Edward A. Warschilka, mit dem Carpenter seit BIG TROUBLE IN LITTLE CHINA (1986) sechs Mal zusammenarbeitete, machten sich die beiden ans Werk um eine Struktur ins Chaos zu bringen, was angesichts der recht komplexen Geschichte gar nicht so einfach war. Besonders hervorzuheben ist hier die Szene, in welcher die Hauptfigur John Trent (Sam Neill), auf der Couch sitzt, Bücher liest und sich in einem Traum-im-Traum-Durcheinander verstrickt. Diese Szene zu schneiden, sagte Carpenter, war für ihn und seinen Editor der reinste Horror.
 
DIE MÄCHTE DES WAHNSINNS startete am 3. Februar 1995 in den amerikanischen Kinos, und ging sofort am Boxoffice unter. Auch hierzulande (der Film startete bei uns am 23. Februar 1995), sah sich kaum einer Carpenters neuesten Streifen an. Filmkritiker Roger Ebert schrieb damals: „One wonders how „In the Mouth of Madness“ might have turned out if the script had contained even a little more wit and ambition“, und zeigte sich ebenfalls wenig beeindruckt. Man muss allerdings dazu sagen, dass Ebert allgemein kein gutes Haar an Carpenters Filmen ließ und Werke wie DAS DING AUS EINER ANDEREN WELT (1982) oder BIG TROUBLE IN LITTLE CHINA (1986) verschmähte.
 
Doch wie ist es fast 20 Jahre später um John Carpenters vielschichtigen Horrorfilm bestellt? Auch hier trifft der Satz „Das Blatt hat sich gewendet“ den Nagel auf den Kopf. Früher als Flop vom Publikum abgelehnt, wird DIE MÄCHTE DES WAHNSINNS heutzutage u.a. als einer der cleversten und intelligentesten Horrorfilme aller Zeiten bezeichnet und von Fans und Kritikern gleichermaßen gelobt. Zurecht! Schafft es John Carpenter hier erneut eine starke mysteriöse Atmosphäre aufzubauen und den Zuschauer auf eine sehr erfrischende und clevere Art und Weise das Fürchten zu lehren. Anders als seine vorherigen Filme, arbeitet DIE MÄCHTE DES WAHNSINNS mit verschiedenen Erzählstrukturen (Prolepse und Analepse), und stellt sich zum Ende hin selbst in Frage. Was haben wir uns da eigentlich gerade angesehen? Nur auf sein altes Motiv, das Monster niemals ganz zu zeigen, greift Carpenter wieder zurück, was dem Film jedoch nur zu Gute kommt, handelt es sich bei der Bedrohung um etwas fast schon Ungreifbares. Auch wenn Carpenter sagte, er wollte mit seinen Filmen niemals bewusst einen politischen Standpunkt vertreten, oder sich kritisch der Gesellschaft gegenüber äußern (mit großer Ausnahme von SIE LEBEN), so finden sich auch in DIE MÄCHTE DES WAHNSINNS zahlreiche gesellschafts- und medienkritische Motive wieder. Der Horrorautor dem blind vertraut, und der wie eine Art Gott behandelt wird. Die ahnungslosen Leser, welche hysterisch von den Läden Schlange stehen um die neueste Ausgabe der beliebten Horror-Romane zu ergattern. Der Verlag, den es reichlich wenig interessiert welchen Effekt die Bücher auf die Leute haben, solange die Verkaufszahlen stimmen. Auch stellt uns der Film die Frage, welche Macht eigentlich Kunst bzw. Fiktion haben, und ob man Allem was neu und beliebt ist wirklich blind vertrauen darf. Es wäre schön gewesen, hätte der Film ein größeres Budget gehabt. Denn von der Massenhysterie der Leser die sich über die Lande erstreckt, sieht man nur sehr wenig. Verbildlicht wird dies immer nur in kurzen Fernseh- oder Radioberichten. Schauspielerisch bekommt man einen gewohnt guten Sam Neill zu Gesicht, sowie Julie Carmen, Jürgen Prochnow und Charlton Heston in etwas kleineren Rollen.
 
 
 


 
 
 

DIE MÄCHTE DES WAHNSINNS – Fazit

 
 
 
9 Punkte Final
 
 
 
Mit DIE MÄCHTE DES WAHNSINNS hat John Carpenter seinen letzten großartigen Film abgeliefert. Waren einige der folgenden Werke ebenfalls noch ziemlich unterhaltsam, kam keiner von Carpenters Spätwerken an die Klasse seiner 1994er H.P. Lovecraft-Hommage heran.
 
 
 


 
 
 

DIE MÄCHTE DES WAHNSINNS – Zensur

 
 
 
Alle in Deutschland existierenden Fassungen von DIE MÄCHTE DES WAHNSINNS sind komplett ungeschnitten und tragen seit seinem Kinostart das FSK16-Siegel. Im Jahr 2000 erschien von BMG Video eine Pressung auf DVD, welche fälschlicherweise das FSK 18-Siegel auf dem Cover trug. Weder diese Fassung, noch die 1998 erschienene Videokassette von X-Vision, deren Cover mit der Beischrift „Director’s Cut“ versehen war, enthalten längere Fassungen des Filmes. Seit dem 25. Oktober 2013 ist DIE MÄCHTE DES WAHNSINNS hierzulande auf Blu-ray Disc von Warner erhältlich. Bild und Ton liegen in guter Qualität vor und heben sich deutlich von der DVD ab.
Einziger Wehmutstropfen ist das fehlende Bonusmaterial. Sowohl die zwei kleinen Making of Feauturettes der BMG Video DVD fehlen, sowie die Interviews mit den Schauspielern. Auch das Interview mit Greg Nicotero, welcher für die Special Makeup Effects zuständig war, ist weiterhin nur auf der französischen DVD von Metropolitan vorzufinden.
 
 
 


 
 
 

DIE MÄCHTE DES WAHNSINNS – Deutsche Blu-ray

 
 
 
Die-Maechte-des-Wahnsinns_Blu-ray
 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: In the Mouth of Madness; USA/Kanada 1994

Genre: Horror, Mystery, Thriller

Ton: Deutsch DD 2.0, Englisch DTS-HD MA 5.1, Englisch (Hörfilmfassung) DD 2.0, Französisch DD 2.0, Italienisch DD 2.0, Japanisch DD 2.0, Spanisch DD 2.0, Lateinamerikanisches Spanisch DD 1.0

Untertitel: Deutsch, Englisch für Hörgeschädigte, Spanisch, Französisch, Italienisch

Bild: 2.40:1 (1080p), 24Hz

Laufzeit: ca. 95 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray ohne Wechselcover

Extras: Audiokommentar von John Carpenter und Gary B. Kibbe, US-Kinotrailer (ca. 1:47)

 
 
 

Die Mächte des Wahnsinns [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

DIE MÄCHTE DES WAHNSINNS – Trailer

 
 
 


 
 

Sam Freissler

 
 
 
Ähnliche Filme:
 
Die Fürsten der Dunkelheit (1988)

The Shining (1980)

Hellraiser V – Inferno (2000)

Silent Hill: Revelation (2012)

Filmreview: „The Night before Halloween“ (2013)

mischief_night 2013
 
 
 

MISCHIEF NIGHT – THE NIGHT BEFORE HALLOWEEN

Story

 
 
 
Die blinde Emily ist allein zu Hause und erhält ungebetenen Besuch von einem maskierten Fremden, der statt leckerem Kuchen allerhand spitzes Mordwerkzeug mitgebracht hat …
 
 
 


 
 
 

THE NIGHT BEFORE HALLOWEEN – Kritik

 
 
 
Wenn am 31. Oktober Halloween gefeiert wird, schlüpfen nicht nur freche Kinder und jung gebliebenen Erwachsene in möglichst schauerhafte Kostüme; auch bösartige Serienkiller und maskierte Psychopathen beginnen im Horrorfilm ihre grausamen Feldzüge mit Axt, Kettensäge und Machete. Das wohl bekannteste Exemplar wurde zweifelsohne 1979 von JOHN CARPENTER gedreht und hat mittlerweile sieben Fortsetzungen und zwei Neuverfilmungen nach sich gezogen. Der von CARPENTER geschaffene Kultschlitzer MICHAEL MEYERS hat der legendären HALLOWEEN-Reihe zu beachtlichem Ruhm verholfen und gehört neben Hockeymaskenträger JASON VOORHEES (FREITAG DER 13.) zu einer der ganz großen Ikonen des modernen Horrorfilms. Doch nicht nur das beliebte Halloween-Fest bietet sich immer wieder als Ausgangspunkt für bluttriefende Gruselstreifen an. In Amerika, Kanada und einigen Teilen Großbritanniens gehört die MISCHIEF NIGHT zu einer der beliebtesten Bräuche vorm Herbstfest der Druiden. An diesem Tag erhält ein jeder Bürger uneingeschränkte Narrenfreiheit und darf seinem Nachbarn einmal böse Streiche spielen, ohne dabei Konsequenzen tragen zu müssen. Die Tradition geht bis ins Jahr 1790 zurück und ist vor allem bei Teenagern und Kindern äußerst beliebt. Die hüllen nicht selten die Bäume der Nachbarn in Lagen von Toilettenpapier, sondern haben auch außerordentlich Spaß daran, die Fensterscheiben unliebsamer Mitmenschen mit Eiern zu bewerfen. Drehbuchschreiber und Regisseur RICHARD SCHENKMAN hat als Kind vermutlich so viel Freude an diesem unbändigen Treiben gehabt, dass er jene Tradition in der Nacht vor Halloween zum Mittelpunkt seines Filmes gemacht hat. SCHENKMAN dürfte eingefleischten Horrorzuschauern kein Unbekannter sein. Vor seinem aktuellen Home-Invasion-Thriller THE NIGHT BEFORE HALLOWEEN (im Original: MISCHIEF NIGHT) hat er sich mit ABRAHAM LINCOLN VS. ZOMBIES (2012) mit der Thematik Horrorfilm vertraut gemacht und sogleich Gefallen am „bösen“ Genre gefunden. Eine gute Entscheidung, konnte er sich doch bisher nie wirklich zwischen herzergreifendem Dramen-Kitsch und kruden Action-Thrillern entscheiden. Nach seichtem Comedymist fürs amerikanische Fernsehen und der überdrehten Zombiegurke aus den zweifelhaften ASYLUM-Trashstudios, dürfte SCHENKMAN mit THE NIGHT BEFORE HALLOWEEN in Genrekreisen weitaus ernster genommen werden, als es bisher der Fall gewesen ist. Sein neuster Streich ist nämlich bedeutend fieser, als das was er bisher gedreht hat und schlägt ernstere Töne an. In seiner Machart lässt sich THE NIGHT BEFORE HALLOWEEN mit dem bereits 2008 entstandenen Thriller THE STRANGERS vergleichen, in dem sich Darstellerin LIV TAYLOR zusammen mit Schauspielpartner SCOTT SPEEDMAN gegen eine Gruppe maskierter Irrer zur Wehr setzen muss, die Freude daran haben, unwissende Menschen zu terrorisieren um sich anschließend kaltblütig abzuschlachten.
 
In THE NIGHT BEFORE HALLOWEEN ist das so ähnlich und Heldin Emily Walton (NOELL COET) wird zu Haus von einem maskierten Bösewicht überrascht, der sich in einen gelben Regenmantel gekleidet hat und nun an MISCHIEF NIGHT so seine ganz eigene Methode besitzt, der nichts ahnenden Teenagerin gemeine und todbringende Streiche zu spielen. Damit das abgedroschene Thema vom boshaften Killer und dem unterlegenen Opfer nicht ganz überraschungsarm abgehandelt wird, hat SCHENKMAN seiner Protagonistin ein Handicap gegeben. Neun Jahre zuvor hat die in Folge eines Autounfalls nicht nur die Mutter, sondern auch ihr Augenlicht verloren und quält sich seither mit schwerem Asthma, Schuldgefühlen und Erinnerungslücken durchs Leben. Immerhin findet die Jugendliche Trost bei Vater David (DANIEL HUGH KELLY) und Schwarm Jimmy (IAN BAMBERG), der lieber durchs Fenster steigt um Emily zu besuchen, als wie jeder andere auch an der Haustür zu klingeln. Für Vater David steht die erste weibliche Verabredung seit Jahren bevor und das sorgsame Familienoberhaupt lässt die kesse Emily mit mulmigem Gefühl daheim zurück. Ganz so Unrecht hat er mit seiner Vorahnung nicht, denn kaum ist der Vater aus dem Haus, schleicht sich ein unwillkommener Eindringling in das riesige Anwesen und verfolgt die blinde Tochter auf Schritt und Tritt. Deren übrige Sinne schlagen bald Alarm und sie beginnt, sich gegen den bewaffnete Killer zur Wehr zu setzen.
 
Die körperlichen Beeinträchtigungen seiner Protagonisten haben schon so manchem Horrorfilm aus der Patsche geholfen, denn mit so einem gemeinen Handicap lassen sich allerhand lustige Dinge veranstalten. Dank der blinden Emily wird aus dem austauschbaren Home-Invasion-Slasher ein spannendes Überlebensfilmchen, dass nicht nur unterhaltsam mit der Erwartungshaltung des Zuschauers, sondern auch ganz hinterlistig mit der Sehbehinderung seiner Heldin spielt. Das fängt bereit mit der Bedienung des Handys an. Emily will den Notruf mittels Sprachwahl wählen, scheitert aber am Akkustand ihres mobilen Telefons, den sie nicht sehen kann. In einer weiteren Szene fällt der Protagonistin Geschirr auf den Küchenboden. Anfänglich kann sie den Scherbenhaufen glimpflich umgehen, während sie in einer hektischen Fluchtszene später direkt in das spitze Glas tritt. Der Killer bewegt sich geisterhaft durchs gesamte Haus und ist für den Zuschauer immer ersichtlich. Emily besitzt den Vorteil nicht und schleicht sich von Zimmer zu Zimmer ohne zu wissen, dass sie von der maskierten Gestalt auf Schritt und Tritt verfolgt und beobachtet wird. Am Ende flüchtet die erblindete Heldin aus dem abgelegenen Elternhaus orientierungslos in die Dunkelheit der Nacht und stolpert ganz ungewiss über die hinterlistige Blutspur und die erdolchten Opfer des unbekannten Killers. Mit makabren Schockmomenten wird in THE NIGHT BEFORE HALLOWEEN nicht gegeizt und das nicht minder fiese Treiben wertet den eigentlich belanglosen Slasher ganz nebenbei positiv auf. Zudem hebt sich THE NIGHT BEFORE HALLOWEEN nennenswert von üblicher Videoware ab. Der Film wurde professionell gedreht und entwickelt sogar ab und an so etwas wie richtiges Gruselfeeling mit Spannung. Vor allem den gut und sympathisch agierenden Darstellern ist es zu verdanken, dass THE NIGHT BEFORE HALLOWEEN sehbar und erträglich bleibt. Emily wird zugänglich von NOELL COET verkörpert, die sich am Ende als mutige Rache-Queen entpuppt und das kurzweilige Katz-und-Mausspiel Dank motorisierten Gartengeräts in die tiefrote Körperflüssigkeit taucht. Einen Gastauftritt gibt es übrigens auch zu sehen. Schauspiellegende RICHARD RIEHLE gibt sich die Ehre mal kurz als ahnungsloser Helfender über die Landstraße zu düsen, um wenig später dem Killer in die Arme zu laufen. Der Amerikaner hat nämlich zuletzt gern mal in Horrorfilmen vorbeigeschaut. Nach HALLOWEEN 2 (2009), CHILLERAMA (2011) und TEXAS CHAINSAW 3D (2013) folgt nun ein Cameo in THE NIGHT BEFORE HALLOWEEN – den Horrorfan freut’s.
 
 
 


 
 
 

THE NIGHT BEFORE HALLOWEEN – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
THE STRANGERS meets THE PURGE – DIE SÄUBERUNG. Kleiner, aber feiner Psycho-Thriller mit gut platzierten Schock-und Gruseleffekten und überraschend hinterlistigen Wendungen. Nach eher bescheidenem Schaffen hat ABRAHAM LINCOLN VS. ZOMBIES-Regisseur RICHARD SCHENKMAN seinen ersten richtig guten Horrorfilm gedreht. Trotz altbekannter Story vom Mädchen, das zu Haus von einem Killer durch die Räumlichkeiten gejagt wird, schafft SCHENKMAN das Kunststück, dass THE NIGHT BEFORE HALLOWEEN (oder MISCHIEF NIGHT, so der Originaltitel) niemals langweilig ist oder Leerlauf erhält. Wer das Home-Invasion-Genre mag, kann bedenkenlos zugreifen!
 
 
 


 
 
 

THE NIGHT BEFORE HALLOWEEN – Zensur

 
 
 
Anfänglich dürfte es den Horrorfan wundern, warum THE NIGHT BEFORE HALLOWEEN erstaunlich handzahm abgehandelt wird. Für einen Slasher gibt es erstaunlich wenige Opfer und auch die Meuchelszenen lassen lang auf sich warten. Am Ende jedoch erwacht THE NIGHT BEFORE HALLOWEEN aus seinem Dornröschenschlaf, damit auch der Gorehound auf seine Kosten kommt. Viel gibt es zwar nicht zu sehen; für eine ungeschnittene FSK16 hat es dennoch gereicht. Trotz Jugendfreigabe besitzt das Heimkinomedium jedoch einen roten KJ-Flatschen. Die Ursache ist ein Trailer, der von der FSK nur für Erwachsene freigegeben wurde und sich auf die DVD/ Blu-ray befindet.
 
 
 


 
 
 

THE NIGHT BEFORE HALLOWEEN – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Meteor Film

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Mischief Night; USA 2013

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD 5.1, Englisch DTS-HD 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.78:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 87 Min. (uncut)

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Behind the Scenes-Feature, Originaltrailer, Deutscher Trailer, Trailershow

Release-Termin: 23.05.2014

 
 
 

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THE NIGHT BEFORE HALLOWEEN – Trailer

 
 
 


 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnliche Filme:
 
Crawl – Home Killing Home (2011)

Home Sweet Home (2013)

You´re Next (2011)

The Aggression Scale (2012)

In their Skin (2012)

Kidnapped (2010)

The Strangers (2008)

Funny Games (1997)

Funny Games – Remake (2007)

Filmreview: „Die Fürsten der Dunkelheit“ (1987)

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DIE FÜRSTEN DER DUNKELHEIT

Story

 
 
 
Etwas uraltes Böses ist aus seinem Jahrhunderte andauernden Schlaf erwacht. Zunehmende Veränderungen sind auf der Erde und am Himmel zu sehen. Der Ursprung des Grauens findet sich unter einer uralten verschlossenen Kirche mitten in Los Angeles. Dort liegt ein Geheimnis begraben, welches die Kirche lange versuchte zu vertuschen. Doch als klar wird, dass dies nicht mehr möglich ist, bittet ein Priester (Donald Pleasence) Prof. Howard Birack (Victor Wong) um Hilfe. Dieser soll zusammen mit seinen Studenten und einem Team von Wissenschaftlern dem schrecklichen Geheimnis unter der Kirche auf den Grund gehen. Doch je näher man der Lösung des Rätsels auf die Spur kommt, desto stärker werden die Kräfte der mysteriösen düsteren Gestalt, welche langsam und bedrohlich in unsere Welt vordringt.
 
 
 


 
 
 

DIE FÜRSTEN DER DUNKELHEIT – Kritik

 
 
 
Die 80er Jahre waren keine Glanzzeit für John Carpenter. Auch wenn seine Filme aus dieser Zeit von Fans und Filmfreunden vergöttert werden, lieferte der Kultfilm-Regisseur in dieser Dekade gleich zwei große finanzielle Flops ab, welche erst nach 20 Jahren als glorreiche Klassiker wiederentdeckt wurden. Weder seine düstere Adaption von DAS DING AUS EINER ANDEREN WELT (1982), noch sein knallbuntes Fantasy-/Actionspektakel BIG TROUBLE IN LITTLE CHINA (1986) fanden sonderlich großen Anklang bei den damaligen Kinozuschauern und ließen Carpenter derart gefrustet zurück, dass er sich nach dem Debakel um BIG TROUBLE IN LITTLE CHINA, vorerst aus dem großen Filmgeschäft zurückzog, um kleinere Independent Filme zu drehen. Hierfür war schnell ein Vier-Filme-Deal mit Alive Films abgeschlossen, bei dem Carpenter pro Film ein Budget von 3 Millionen US-Dollar zur Verfügung stand und er völlige kreative Freiheit hatte. Aus diesem Vertrag gingen jedoch nur zwei Filme hervor, da die Filmschmiede Ende der 80er Jahre Pleite ging. Einer dieser Filme war DIE FÜRSTEN DER DUNKELHEIT (1987).
 
 
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Wenn es Filme von John Carpenter gibt, die viel zu oft neben Klassikern wie HALLOWEEN – DIE NACHT DES GRAUENS (1978), DAS DING AUS EINER ANDEREN WELT oder DIE KLAPPERSCHLANGE (1981) übersehen werden, dann zählt DIE FÜRSTEN DER DUNKELHEIT auf jeden Fall dazu, wenngleich er heutzutage als Kult-Horrorfilm gilt. Doch wie es bei Carpenters Filmen sehr oft der Fall war, verkannten Kritiker zur aktuellen Stunde die Werke des Regisseurs. Dabei ist die Geschichte, die uns der im Original betitelte „Prince of Darkness“ erzählt, ziemlich originell.
 
 
 
 
„Es war nicht der Teufel. Der Teufel ist ein Engel der aus dem Himmel verbannt wurde. Der Bösewicht in meinem Film ist das Spiegelbild Gottes, nicht der Teufel. Es hat nichts mit Satan zutun.“
 

(John Carpenter im Interview mit der L.A.Times)


 
 
 
Zur damaligen Zeit beschäftigte sich Carpenter viel mit theoretischer Physik, insbesondere mit der Atomtheorie und der Quantenmechanik. Fasziniert von dem Gedanken, dass es laut der Wissenschaft als theoretisch möglich gilt, dass subatomare Partikel, genannt Tachyonen, rückwärts durch die Zeit reisen, also quasi aus der Zukunft zu uns kommen könnten, veranlasste Carpenter, sich wieder höchstpersönlich an ein Drehbuch zu setzten. Sein kreativer Geist war geweckt, denn seinem Erachten nach, ließ sich aus dieser Idee ein großartiger Horrorfilm machen. Das Script zum Film schrieb Carpenter unter dem Pseudonym Martin Quatermass. Damit verbeugte er sich vor Science-Fiction-Drehbuchautor Nigel Kneale, der besonders für die Erschaffung des Filmcharakters Professor Bernard Quatermass bekannt geworden ist. Dieser ist die Hauptfigur der britischen Sci-Fi-Filme SCHOCK (1955), FEINDE AUS DEM NICHTS (1957) und DAS GRÜNE BLUT DER DÄMONEN (1967) die Carpenter allesamt verehrte. Auch im Drehbuch zu DIE FÜRSTEN DER DUNKELHEIT finden sich einige thematische und atmosphärische Eckpunkte der „Quatermass-Filme“ wieder.
 
Die Besetzung von DIE FÜRSTEN DER DUNKELHEIT bestand wieder größtenteils aus Leuten, mit denen John Carpenter schon zuvor gearbeitet hatte. Allen voran fällt Fans des Genres hier natürlich Donald Pleasence ins Auge. Pleasence, der zuvor in Carpenters HALLOWEEN – DIE NACHT DES GRAUENS die Figur Dr. Sam Loomis spielte und in DIE KLAPPERSCHLANGE den Präsidenten, mimt in DIE FÜRSTEN DER DUNKELHEIT einen Priester, der als einer der ersten die bedrohlichen Veränderungen in unserer Welt wahrnimmt. Und wie immer spielt Donald Pleasence seine Rolle mit Bravour. Des Weiteren finden sich im Cast Victor Wong und Dennis Dunn wieder, die bereits in BIG TROUBLE IN LITTLE CHINA zu sehen waren, sowie Peter Jason, der hier zum ersten mal mit Carpenter zusammenarbeitete und in sechs weiteren seiner Filme mitwirkte. Ein weiterer Name, der aus der Menge hervorsticht, dürfte wohl Schock-Rocker Legende Alice Cooper sein. Shep Gorden, ausführender Produzent von DIE FÜRSTEN DER DUNKELHEIT, war zum damaligen Zeitpunkt Alice Coopers Manager. So kam es, dass Cooper letztendlich nicht nur eine kleine Rolle im Film bekam, sondern dass er auch einen Titelsong zum Streifen aufnahm, der im fertigen Film jedoch nur kurz zu hören ist. Dieser Song mit dem Titel „Prince of Darkness“ erschien im selben Jahr auf Alice Coopers Album „Raise Your Fist And Yell“. Auch wenn Cooper nur eine kleinere Rolle im Film spielte, zum damaligen Zeitpunkt war er eine solche Größe im Musikgeschäft, dass selbst in der Teenie-Zeitschrift Bravo über den Streifen berichtet wurde. Der restliche Cast besteht aus eher unbekannten Schauspielern die ihre Rollen ausreichend gut verkörpern. Leider bleiben einige Charaktere auch recht blass, da sie zu wenig Screentime bekommen und man nichts Genaues über sie erfährt. Dies stört aber nicht zu sehr, da der Film durch viele andere Aspekte zu überzeugen weiß.
 
 
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Was aus DIE FÜRSTEN DER DUNKELHEIT geworden ist, ist ein Horror-Kammerspiel, welches deutlich die Handschrift Carpenters trägt. Dem Film wurde zur damaligen Zeit nicht sonderlich viel Beachtung geschenkt, doch einige Kritiker, die sich tatsächlich mit dem Werk beschäftigten, sahen in ihm eine Rückbesinnung Carpenters an seine alten Erfolge. So finden sich zahlreiche Motive, die Filme wie ASSAULT – ANSCHLAG BEI NACHT (1976) oder THE FOG – NEBEL DES GRAUENS (1980) zu so großartigen Streifen machten, auch in DIE FÜRSTEN DER DUNKELHEIT wieder. Beispielsweise ähneln sich die Vorspänne von DIE FÜRSTEN DER DUNKELHEIT und THE FOG sehr. In beiden werden Minuten lang fragmentarisch verschiedene und scheinbar unabhängig voneinander stattfindende Ereignisse, Situationen und Personen gezeigt, welche als erste Zeichen einer nahenden Bedrohung zu deuten sind, bzw. im weiteren Verlauf des Film zueinander finden. Eine weitere Parallele findet sich in Bezug auf Carpenters Frühwerk ASSAULT – ANSCHLAG BEI NACHT wieder. Beide Filme handeln von Personen, die an einem bestimmten Ort eingeschlossen sind und sich gegen eine von außen kommende Bedrohung zur Wehr setzten müssen. Ein Konzept, bei dem sich Carpenter von Howard Hawks RIO BRAVO (1959) inspirieren ließ, und das er teilweise auch bei GHOSTS OF MARS (2001) anwendete.
 
John Carpenter ist oft dann am besten, wenn die Budgets klein sind, und er selbst Hand anlegen, also in seine eigene Trickkiste greifen muss. Eine bedächtige Erzählweise, ruhige Kamera und das typische Feeling eines handgemachten Filmes von Carpenter, dass macht auch DIE FÜRSTEN DER DUNKELHEIT aus. Im Gegensatz zu seinen vorherigen Filmen BIG TROUBLE IN LITTLE CHINA und der Sci-Fi Lovestory STARMAN (1984), ist DIE FÜRSTEN DER DUNKELHEIT wieder ein kleinerer, düsterer und ernster Film, der trotz seines übernatürlichen Aspektes ein Film über rationale Angst und dem rationalen Bösen ist. Carpenters legt in seinem Film viel Wert darauf, dass alle übernatürlichen/religiösen Aspekte sehr sachlich dargelegt werden. So auch sein böser Anti-Gott und die Bösartigkeit im Menschen. DIE FÜRSTEN DER DUNKELHEIT stellt auf gekonnte Art und Weise Religion, Aberglaube und Wissenschaft auf den Kopf und hat visuell einige unheimliche Bilder parat, wie die mysteriöse Mondsichel genau über der Sonne oder jede Menge krabbelnde und schleimige Insekten. All dies ist unterlegt von einem typischen John Carpenter Soundtrack, bestehend aus düsteren, monotonen Synthesizer Klängen, welche besonders dann sehr eindrucksvoll sind, wenn sie mehrere Minuten am Stück unter längeren Sequenzen und Szenenabfolgen spielen. Carpenter schafft es dadurch eine tolle Atmosphäre aufzubauen, ein Talent des Regisseurs.
 
 
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Nach über 20 Jahren hat DIE FÜRSTEN DER DUNKELHEIT nun die Anerkennung gefunden die er verdient hat. Schnaubten damals noch die Kritiker und verteufelten John Carpenter. Einige warfen ihm sogar die „Ausbeutung von Ängsten“ vor. Zum 25-jährigen Jubiläum wurden der Film und sein Regisseur dann letztendlich im Jahr 2012 auf dem Los Angeles Screamfest Horrorfilm Festival geehrt. Ein Anlass, der auch John Carpenter noch einmal einen Blick in die Vergangenheit werfen ließ.
 
 
 
“I know I’m old. I understand that part, it’s not a mystery to me. What can I do about it? I’m an old guy now, I’ve embraced it. It makes me look back. I’ve had a long career in this business and it’s been just forever, it seems like.”
 

(John Carpenter im Interview mit der L.A. Times)


 
 
 


 
 
 

DIE FÜRSTEN DER DUNKELHEIT – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
 
Mit DIE FÜRSTEN DER DUNKELHEIT lieferte John Carpenter einen interessanten Horrorfilm ab, der trotz kleinerer Schwächen was seine Charaktere angeht genug Spannung und Atmosphäre aufbauen kann, um den Zuschauer durchgehend zu fesseln. Besonders Fans von Carpenter und 80er-Jahre-Horrorfilmen werden von „Prince of Darkness“ nicht enttäuscht sein.
 
 
 


 
 
 

DIE FÜRSTEN DER DUNKELHEIT – Zensur

 
 
 
Aufgrund einiger härterer Einlagen war der Film bei seiner Erstveröffentlichung in den deutschen Kinos 1988 ungeschnitten ab 18 Jahren freigegeben. So gut wie alle folgenden Veröffentlichungen auf VHS enthielten jedoch eine geschnittene Fassung des Filmes. Auch im Fernsehen lief DIE FÜRSTEN DER DUNKELHEIT stets nur in einer zensierten FSK16-Fassung. Erst Anfang der 2000er veröffentlichte Kinowelt den Streifen in seiner ungeschnittenen Fassung auf DVD, jedoch war diese nicht FSK geprüft und somit nicht im freien Handel erhältlich. Im Jahr 2013 wurde DIE FÜRSTEN DER DUNKELHEIT vom Index gestrichen und neu geprüft. Der Film ist nun ungeschnitten frei ab 16 Jahren. Die erhältliche Blu-ray hat den blauen FSK16 Sticker erhalten.
 
 
 


 
 
 

DIE FÜRSTEN DER DUNKELHEIT – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Prince of Darkness; USA 1987

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch und Englisch (DTS-HD Master Audio 2.0 Stereo)

Untertitel: Deutsch, Englisch

Bild: 2,35:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 101 Min.

FSK: FSK16 – nicht mehr indiziert (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Erstauflage: Amaray im Schuber (limitierte O-Card), Zweitauflage: Amaray mit Wendecover

Extras: Audiokommentar von Regisseur John Carpenter, Trailer

 
 
 

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DIE FÜRSTEN DER DUNKELHEIT – Deutsche Blu-ray Neuauflage (2018)

 
 
 
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(c) StudioCanal – KeepCase Blu-ray

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Prince of Darkness; USA 1987

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch Stereo DTS-HD Master Audio, Englisch 5.1 DTS-HD (Master Audio), Englisch Stereo PCM, Französisch 5.1 DTS-HD (Master Audio)

Untertitel: Deutsch, Englisch, Französisch

Bild: 2,35:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 102 Min.

Medium KeepCase

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Making of „Das Böse: John Carpenters Fürsten der Dunkelheit“; Interview „Sympathie für den Teufel“; „Horror’s Hallowed Grounds“ mit Sean Clark; Audiokommentar; Einführung und Szenenanalyse von Carpenter; Kinotrailer; Bildergalerie; Radiospots

Release 08.11.2018

 

Die Fürsten der Dunkelheit (Blu-ray + Bonus-Blu-ray) ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

DIE FÜRSTEN DER DUNKELHEIT – Deutsche 4K UHD Blu-ray

 
 
 
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(c) StudioCanal – Limitiertes Steelbook (mit 4K UHD Blu-ray, 2x Blu-ray)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Prince of Darkness; USA 1987

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch Stereo DTS-HD Master Audio, Englisch 5.1 DTS-HD (Master Audio), Englisch Stereo PCM, Französisch 5.1 DTS-HD (Master Audio)

Untertitel: Deutsch, Englisch, Französisch

Bild: 2,35:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 102 Min.

Medium Steelbook

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Making of „Das Böse: John Carpenters Fürsten der Dunkelheit“; Interview „Sympathie für den Teufel“; „Horror’s Hallowed Grounds“ mit Sean Clark; Audiokommentar; Einführung und Szenenanalyse von Carpenter; Kinotrailer; Bildergalerie; Radiospots

Release 08.11.2018

 

Die Fürsten der Dunkelheit (4K Ultra HD + Blu-ray + Bonus-Blu-ray) ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

DIE FÜRSTEN DER DUNKELHEIT – Trailer

 
 


 
 

Sam Freissler

(Rechte für Grafiken, Packshots + Abbildungen liegen bei STUDIOCANAL)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Das Grüne Blut der Dämonen (1967)

Die Mächte des Wahnsinns (1984)

Filmreview: „The Colony“ (2013)

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THE COLONY

Story

 
 
 
Die globale Erderwärmung hat eine neue Eiszeit verursacht. Die wenigen Überlebenden organisieren sich in Kolonien unter der Erde, wo sie nicht nur den Fortbestand von Flora und Fauna sicherstellen; sondern auch das eigene Überleben. Wer krank wird, muss die Gemeinschaft verlassen. Wer sich nicht an die klaren Regeln hält, ebenso. Als Kolonie 5 einen Notruf aussendet, wird der Hilferuf von den Mitgliedern der benachbarten Kolonie entgegengenommen. Unter der Leitung von Briggs (Laurence Fishburne) macht sich eine kleine Gruppe Freiwilliger auf den Weg, den Mitgliedern der Kolonie 5 aus ihrer Notlage zu helfen. Doch was sie dort erwartet, lässt ihnen das Blut in den Adern gefrieren …
 
 
 


 
 
 

THE COLONY – Kritik

 
 
 
ACHTUNG: Trailer enthält SPOILER!
 
 
 
Post-apokalyptische Szenarien im Kino (I AM LEGEND, THE DAY AFTER TOMORROW) sind seit einigen Jahren mal wieder schwer im Trend. Was sich mitunter vor allem für große Filmstudios zu einer lukrativen Geldquelle entwickelt hat, hält auch unlängst im Horrorfilm Einzug – wenn auch nicht immer ganz so laut und effektüberladen wie zum Beispiel die Filme aus der (Un-)Kreativ-Schmiede eines ROLAND EMMERICH (INDEPENDENCE DAY; 2012). Im Horror sind es eher erdumspannende Seuchen, die friedliebende Bürger zu reißenden Bestien werden lassen (28 DAYS LATER, 28 WEEKS LATER), die dann jeden anknabbern müssen, der sich nicht vor ihnen in Sicherheit bringen kann. Der tot geglaubte Zombiefilm hat seither ein regelrechtes Revival erlebt und konnte mit dem Serien-Hit THE WALKING DEAD sogar beachtliche Erfolge im TV verbuchen. Der Suvival-Thriller THE COLONY ist zwar ebenso im gleichen Genre zu Hause, gierende Untote sucht der Filmfreund hier jedoch vergebens. Macher JEFF RENFROE (ONE POINT ZERO – DU BIST PROGRAMMIERT) ist im Katastrophenfilm kein Unbekannter. Vor THE COLONY konnte er sich als Drehbuchautor zum TV-Film DER SUPERSTURM – DIE WETTER-APOKALYPSE (2012) erproben. Die Arbeit schien im gänzlich Spaß gemacht zu haben, so dass er sich zu einem weiteren Weltuntergangs-Schocker überreden ließ und den nun vorliegenden THE COLONY inszenierte. Wo er sich Inspirationen für seinen aktuellen Überlebensflick geholt haben muss, dürfte schnell klar sein. Denn sein neuster Beitrag besitzt eine erschreckende Ähnlichkeit mit dem Carpenter’schen Körperschocker THE THING aus dem Jahre 1982. Nur mit dem Unterschied, dass sich die Überlebenden hier mit einer gänzlich anderen Bedrohung konfrontiert sehen und nicht gegen eine außerirdische Lebensform kämpfen müssen.
 
Die Geschichte von THE COLONY ist schnell erzählt: Briggs (LAURENCE FISHBURNE) ist Anführer einer kleinen Kolonie, die sich vor der neuen Eiszeit in Sicherheit bringen konnte und tief im Erdinnern damit beschäftigt ist, irgendwie zu überleben. Das klappt recht gut, denn strickte Regeln klären den Umgang miteinander. Als die kleine Gruppe ein Notrufsignal der einzig bekannten Nachbarkolonie erhält, stellt Briggs einen Trupp von Freiwilligen zusammen, der sich auf den Weg machen soll, die seltsamen Vorfälle zu untersuchen. Nach einer beschwerten Reise durch schneebedeckte Täler und Pfade erreichen die Helfer ihr Ziel, doch von den Überlebenden der Kolonie 5 fehlt jegliche Spur. Als die Gruppe bei ihrem Erkundungstrip auf ein abgemagertes und reichlich verwirrtes Mitglied der Gemeinschaft stoßen, offenbart sich ihnen das ultimative Böse.
 
Mehr über THE COLONY zu verraten wäre fatal, denn dieser Film ist einer jener Filme, der seine optimale Wirkung nur dann erzielt, wenn man so wenig wie möglich über ihn weiß. Vor allem der faszinierend frostreichen aber erschreckend unheimlichen Kulisse ist es zu verdanken, dass THE COLONY spannend bis zur letzten Minute bleibt, wobei dem Zuschauer nicht verborgen bleiben dürfte, dass hier ziemlich oft mit CGI getrickst wurde. Die Effekte sind für eine „günstige“ 16 Millionen Dollar Produktion als durchweg zufriedenstellend zu bezeichnen. Dennoch bleibt dem Filmfreund der Einsatz der Bluescreen-Technik nicht erspart – anders hätte vermutlich der ausweglose und klaustrophobische Grundton der Produktion nicht in Bilder festgehalten werden können. Immerhin konnte Regisseur RENFROE für seinen Überlebenstrip einige namhafte und erfahrene Schauspieler gewinnen, die dem Film immens bereichern. So kämpft sich KEVIN ZEGERS (FROZEN-EISKALTER ABGRUND) an der Seite von LAURENCE FISHBURNE (MATRIX) durch Berge von Kunstschnee und BILL PAXTON (ALIENS – DIE RÜCKKEHR) brilliert als gar widerwärtiger Fiesling. Umso bedauerlicher, dass THE COLONY kaum Beachtung fand und in Deutschland sogar direkt auf den Heimkinomarkt geworfen wird. Der Film glänzt durchs Verursachen eines permanent unguten Gefühl und die allgegenwärtige unheimliche Stimmung sorgt für 90 Minuten wohlige Schauer. Da verzeiht man JEFF RENFROE gern, dass das Ende doch etwas zu übereilt daherkommt und das Finale etwas arg unausgegoren wirkt. Zwar wird selbiges dem Zuschauer mit Hang zum Groben gefallen, hilft aber nicht, dass man das Gefühl nicht loswerden möchte, RENFROE wurde aus Budgetgründen gezwungen, ein abruptes Ende zu finden. Was bleibt ist ein sehenswerter und vor allem packender Thriller, der bis kurz vor Ende unglaublich spannend bleibt, aber in den letzten 15 Minuten etwas plump und leider unfertig wirkt.
 
 
 


 
 
 

THE COLONY – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Einer der besten Überlebens-Horrorschocker in letzter Zeit. Wer Filme wie THE THING, I AM LEGEND oder 30 DAYS OF NIGHT mag, wird THE COLONY lieben!
 
 
 


 
 
 

THE COLONY – Zensur

 
 
 
THE COLONY erscheint im Oktober 2013 auch in Deutschland. Da der Film (bis auf einige Gewaltspitzen am Ende) keine Splatterorgie ist, kommt er mit FSK16 in den Handel und ist somit auch für Jugendliche geeignet.
 
 
 


 
 
 

THE COLONY – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Das Ding aus einer anderen Welt (1982)

The Day after Tomorrow (2004)

30 Days of Night (2007)

Filmreview: „Dead Shadows“ (2012)

Dead-Shadows
 
 
 

Dead Shadows

Story

 
 
 
Wenn in Filmen Kometen der Erde etwas zu nah geraten, bedeutet das oftmals nichts Gutes für die Beteiligten des Szenarios. So muss auch der kleine Chris die Erfahrung machen, dass einer dieser Himmelskörper für den Tod seiner Eltern verantwortlich sein muss. Denn während ein Halleyscher Komet an der Erde vorbeizieht, scheint dieses Himmelsspektakel für einige Menschen den unweigerlichen Tod zur Folge zu haben. 11 Jahre später. Chris ist zu einem adretten Teenager herangewachsen und wird regelmäßig von Angstzuständen geplagt. Da kreuzt erneut ein Komet die Umlaufbahn der Erde. Grund genug für die Menschen der Pariser Innenstadt sich mit allerhand Weltuntergangs-Theorien zu verwirren. Hierbei sprießen skurrile Kometen-Partys wie Pilze aus dem Boden, auf welcher sich alsbald auch Chris wiederfindet. Anfänglich noch guter Laune, beginnen sich einige der anwesenden Gäste auf merklich groteske Art in etwas Nichtmenschliches zu verwandeln. Ehe sich Chris versieht, ist die gesamte Straße mit etwas wahrlich Bösen infiziert, dass sich unweigerlich seinen Weg durch die engen Gassen der verträumten Metropole bahnt …
 
 
 


 
 
 

Dead Shadows – Kritik

 
 
 
Wenn in weltweiten Foren Gerüchte die Runde machen, dass die Franzosen an einem neuen Genre-Werk tüfteln, dürfte flink ein euphorischer Jubelschrei die Runde machen und sich Horrorfilmfans einmal mehr gierig danach die Hände reiben, in der Hoffnung bald wieder mit deftig schonungsloser Gewalt unterhalten zu werden. Nach Filmen, wie „High Tension„, „Inside“ und Konsorten haben unsere europäischen Nachbarn bewiesen, dass heftiges Terrorkino schon längst nicht mehr zwangsläufig aus Übersee kommen muss. Auch Frankreich scheint unlängst den Nerv der Zeit erkannt zu haben und versucht sich in einer bemerkenswerten Regelmäßigkeit mit durchweg ansprechenden Genre-Filmchen international zu behaupten. Hierbei haben drei französische Regie-Newcomer die Regeln des Horrors im 21. Jahrhundert maßgeblich vordiktiert, wobei sich von deren Schaffen vor allem amerikanische Filmemacher maßgeblich haben inspirieren lassen. Die Franzosen „Alexandre Aja“, „Xavier Gens“ und „Pascal Laugier“ haben durch ihr knüppelhartes Extremkino die Messlatte in Sachen Horror enorm nach oben getrieben, sodass gerade die Nachfolger der neuen französischen Filmgarde so ihre Probleme besitzen, der in Fankreisen bedingungslos geschürten Erwartungshaltung überhaupt gerecht werden zu können. Somit machte sich in den vergangenen Jahren ein merklich qualitativer Verschleiß des eigentlich so hochgelobten, französischen Genre-Kino bemerkbar, sodass Filme wie „Die Horde„, „Mutants“ und „Caged“ kaum bis gar nicht Beachtung beim internationalen Horrorpublikum fanden und rasch in der Bedeutungslosigkeit verschwanden.
 
Auch der kommende „Dead Shadows“ hat ein wahrlich schweres Los gezogen, soll er nun ebenso das bedeutsame Erbe seiner wegweisenden Vorgänger antreten und einmal mehr beweisen, dass französisches Genrekino noch lange nicht ausgedient hat. Regie-Neuling „David Cholewa“ hat sich hierbei jedoch keinen wirklichen Gefallen getan, denn selbst von den teilweise unzulänglichen Qualitäten jüngst erschienener, französischer Genre-Produktionen ist sein notdürftig zusammengeschusterter Science-Fiction Nonsens meilenweit entfernt. So wirklich stimmen will hier rein gar nichts mehr. Nach einem optisch ansprechenden Einstieg, bei dem der Zuschauer dem Flug eines Kometen durch das All beiwohnen darf, geht es mit „Dead Shadows“ bereits merklich bergab. Das mag vordergründig daran liegen, dass der Film nur selten homogen wirkt und die Geschichte letztendlich kaum einen Sinn ergibt. Nachdem Protagonist Chris (Fabian Wolfrom) eine zweckmäßige Charakterisierung erfahren durfte, wird dieser auch gleich in eine vollkommen an den Haaren herbeigeführten Handlung verfrachtet. Hierbei lernt er die taffe Claire kennen, die einzig dafür in die belanglose Geschichte geschrieben wurde, um Chris auf eine feuchtfröhliche Privatparty zu „locken“, welche letztendlich den Auftakt für ein unausgegorenes Splatterfest bildet. Warum Regisseur und Drehbuchautor „David Cholewa“ fast die Hälfte der knappen Filmlaufzeit von gerade einmal 77 Minuten dafür investiert, eine vollkommen sinnentleerte Anbandelei zwischen den beiden Protagonisten zu konstruieren, die eigentlich vollkommen substanzlos bleibt und keinen relevanten Sinn für den Fortgang der Geschichte besitzt, verstehe wer will. Claire segnet ab Filmmitte vollkommen uninspiriert das Zeitliche, wobei Cholowa ersichtlich darum bemüht war, ihr einen halbwegs spektakulären Filmtod zu spendieren. Ihr Ableben läutet eine ziemlich groteske „Melt“-Orgie ein, die zwar durchaus ihre Momente besitzt, aber den Film dadurch auch nicht besser macht.
 
Da zerfließen Gesichter und aus scheinbar friedliebenden Menschen, werden reißende Bestien, aus deren Gliedmaßen furchterregende Tentakel platzen. Das dürfte vor allem Freunde einer gewissen Videospielreihe erfreuen, in welcher ein mutierter T-Virus dafür verantwortlich gemacht wird, dass sich die Anhänger einer mysteriösen Sekte in todbringende Tentakel-Monster verwandeln. Scheinbar hat „David Cholewa“ die Szenarie des Videospiels „Resident Evil 4“ derart ausführlich studiert, sodass sein „Dead Shadows“ gegen Ende sich unweigerlich zu sehr in die riesige Welt eines „Resident Evils“ verirrt und dabei vollkommen vergisst, eine eigenständige Geschichte zu erzählen. Überhaupt findet „Dead Shadows“ keinen wirklichen roten Faden. Die Geschichte bedient sich allerhand erfolgversprechenden Genre-Zutaten, wirkt aber dabei stets unbeholfen und vollkommen unstrukturiert. Da verschmelzen Elemente aus bekannten Weltuntergangs-Zombie-Szenarien mit klassischem Carpenters „The Thing„-Zitaten und ekelerregender „Street Trash„-Bodymelt verbindet sich mit bluttriefender Splatterkost.
 
Leider wirkt der ambitionierte Zutaten-Cocktail teilweise zu überladen, sodass man als Zuschauer das Gefühl nicht loswerden möchte, vollkommen die Orientierung verloren zu haben. Immerhin wissen die wenigen Spezialeffekte zu überzeugen. Zeugten diese im Trailer noch von mangelnder Fingerfertigkeit, so hat man sich scheinbar die Kritik der Filmfans zu Herzen genommen und an der Umsetzung gearbeitet. Die CGI-Shots wirken überzeugend, vermitteln aber dennoch den Eindruck, als wäre das gesamte Produktionsbudget allein nur in die grafisch ansprechenden Effekt-Szenen geflossen. Vermutlich auch ein Grund dafür, warum das Drehbuch selten über das Niveau bekannter RTL Daily-Soaps hinausreicht. Die Kosten für einen anständigen Skript- und Drehbuchschreiber wären vermutlich explodiert, wobei selbst der talentierteste Drehbuchautor kläglich daran gescheitert wäre, all die merklich unlogischen Zulänglichkeiten aus der dreist zusammengeklauten Geschichte zu korrigieren.
 
Dead Shadows“ wirkt von Anfang bis Ende unfertig. Die Geschichte ist vollkommen unklar, Erklärungsversuche über den Sinn des gesamten Trubels sucht man hier vergebens. Hinzukommt, dass die wenigen Protagonisten vorwiegend improvisieren, anstatt zu interagieren. Das Drehbuch ist eine einzige Katastrophe und äußert sich durch wirre Gedankenfetzen, die den Hauptcharakter „Chris“ von einem Schauplatz zum nächsten hetzen lassen. Zudem scheint ein wahrliches Genie am Tonmischpult gesessen zu haben, das unweigerlich daran Spaß gehabt haben muss, den diversen Schlägen, Hieben und Tritten im Film einen besonderen Comic-ähnlichen Tonschlag einzuverleiben, der dem Film eine unfreiwillige Komik beschert. Hinzukommt, dass die vollkommen amateurhafte deutsche Synchronisation bereits nach nur wenigen Minuten durchaus zu nerven beginnt, aber immerhin treffend den Qualitätsgehalt des Films zu unterstreichen weiß. Trotzdem, auch wenn sich diese Kritik ziemlich negativ liest, so besitzt „Dead Shadows“ ein ziemlich überraschendes Tempo, dass gerade Liebhaber trashiger und sinnentleerter Unterhaltung gefallen dürfte. Dennoch mehr als ein kleiner, anspruchsloser Snack für Zwischendurch ist „Dead Shadows“ leider nicht geworden.
 
 
 


 
 
 

Dead Shadows – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
 
Horrorschnellschuss mit ansprechenden Effekten, aber null Story!
 
 
 


 
 
 

Dead Shadows – Zensur

 
 
 
Die deutsche Heimkino-Fassung ist mit der „Keine Jugendfreigabe„-Kennzeichnung vollkommen ungeschnitten. Der Film selbst ist hierbei jedoch in seiner ungeschnittenen Version bereits für Jugendliche ab 16 Jahren geeignet. Vermutlich ist die 18er-Freigabe auf das Bonusmaterial der Heimkinofassung zurückzuführen.
 
 
 


 
 
 

Dead Shadows – Deutsche Blu-ray

 
 
 
Dead Shadows Blu-ray
 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Dead Shadows; Frankreich 2012

Genre: Horror/Thriller

Ton: Deutsch + Französisch DTS-HD 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 1080p/24, 2.35:1

Laufzeit: ca. 76 Min.

FSK: keine Jugendfreigabe

Verpackung: Edle, schwarze Amaray mit Wendecover

Extras: Teaser, Trailer, 30-minütiges Interview mit dem Regisseur (dt. UT), kurzer Einblick in die Spezialeffekte, Deleted Scenes

 
 
 
Über die Qualität der Blu-ray gibt es nichts zu meckern. Das Bild ist ordentlich und der Ton ebenso. Nur die Synchronisation wirkt billig und lieblos. Die Schärfe ist für einen Film dieser Kategorie entsprechend knackig und weiß durch eine Detailgenauigkeit zu überzeugen.
Extras machen sich dennoch rar. Es gibt einen kurzen Einblick in die Spezialeffekte, die kurz bebildern, wie man die diversen CGI-Effekte mittels Bluescreen-Verfahren realisieren konnte. Zudem hat sich ein ca. 30-minütiges Interview mit Regisseur David Cholewa auf die Blu-ray verirrt, dass löblicherweise mit deutschen Untertiteln ausgestattet wurde. Einige Trailer und Deleted Scenes runden das Gesamtpaket ab. Zwar nicht viel, aber immerhin durchaus informativ. Neben der DVD und einer Blu-ray kann der Film auch als 3D Blu-ray erworben werden.
 
 

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Dead Shadows – Trailer

 
 
 


 
 

Hellraiser80

 
 
 
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