Filmreview: „Asylum Blackout / The Incident“ (2011)

 

 

Das Genre des Horrorfilm hat es oftmals nicht leicht. In keinem anderen Genre ist die Rate zugenannter Nachwuchsregisseure so stätig am steigen, wie in diesem.

Was man da regelmäßig als Filmfreund serviert bekommt ist oftmals jenseits von Gut und Böse und hat die Bezeichnung „unterhaltsamer Filmbeitrag“ leider meist gar nicht verdient.

Wer regelmäßig den „Filmcheck„-Filmblog verfolgt dürfte vermutlich rasch verstehen, was damit gemeint ist, denn in keinem Filmjahr wie diesem wurde man als Fan des unterschlagenen Filmes so merklich überschüttet von unprofessionell abgefilmten Erstlings-Genre-Filmen, wie 2011/2012.

Umso überraschter war ich, als ich das Debütwerk „Asylum Blackout“ des Nachwuchsregisseurs „Alexandre Courtès sichten durfte, denn das ist wirklich überaus sehenwert und vor allem richtig spannend.

 

 

Eine handvoll angehender Rockstars und Freunde wollen hoch hinaus. Tagsüber arbeiten sie als Köche in der Küche einer Psychatrischen Anstalt für aggressive Gewaltverbrecher, des Abends werkeln sie an ihrer Karriere im Musikbusiness.

Doch das Schicksal meint es leider nicht so gut mit den Freunden, denn eines Abends, kurz vor Feierabend zieht ein merklich seltsames Gewitter auf und verursacht einen Stromausfall in der Anstalt. Grund genug für eine Horde Psychopathen, welche soeben in der anstalteigenen Mensa zu Abend speisen, einen munteren Streifzug durch die Gemäuer zu unternehmen. Schnell sind die Sicherheitsbeamten überwältigt und der Weg frei durch die Flure der Anstalt. In der Küche kämpfen derweil die Freunde um das nackte Überleben, denn die blutgieren Freaks wollen nur eins: töten, töten, töten.

 

 

Sicherlich ist das Thema „Revolte“ oder „Aufstand“ inmitten einer Hochsicherheitskomplexes nicht neu. Ob nun in Gefängnis oder Anstalt sei dahingestellt, es gibt bereits genügend mehr oder weniger sehenswerte Thriller oder Horrorfilme dieser Art.

Was „Asylum Blackout“ dennoch sehenswert macht, ist die wirklich arg zermürbende und vor allem überaus klaustrophobische Grundstimmung der Geschehnisse. Man möge sich vorstellen, man ist mit 30 extrem gewaltbereiten Irren in einem Gebaudekomplex gefangen und kann nicht flüchten, da die Tore in die Freiheit, aufgrund hoher Sicherheitsauflagen verschloßen sind und man vergeblich auf Hilfe hofft. Ebenso ergeht es den Helden des Films, die sich den Weg in die Freiheit mit allerlei Schlaggeräten und Stichwaffen erkämpfen müssen. Dass es hierbei nicht minder gewalttätig zur Sache geht dürfte merklich auf der Hand liegen. Trotzdem, trotz einiger wirklich erschütternd-selbstzweckhaften Kröselszenen, schockiert hier weniger der Goregehalt, als vielmehr die kaltschnäutzige Kompromisslosigkeit, mit welcher die geistesgestörten Irren zu Sache gehen.

Allen voran Hauptbösewicht „Harry„, der eine arg unangenehme Präsenz ausstrahlt, extrem sadistisch zur Sache geht und den man vermutlich nicht im Dunklen begegnen möchte.

Wirklich erstaunlich ist, was hier mit mageren 500 000 Dollar Produktionskosten auf die Beine gestellt wurde. Der Film schaut verdammt hochwertig aus und an keiner Stelle in „Asylum Blackout“ verrät der Film seine gering budgetierte Herkunft.

Sterile, extrem düstere und farblose Bilder sorgen für merklich Unbehagen und unterstreichen den recht depressiven und grausamen Unterton der Geschehnisse. Auch diverse wirklich subtile Kamerafahrten wissen zu gefallen und heben den Beitrag immens ab von der Masse an ähnlich gestrickten Horrorproduktionen. Dass Alexandre Courtésein wissbegieriger Anhänger diverse „Carpenter„-Klassiker sein muss, fällt direkt ins Ohr, wenn man sich auf den geschickt getricksten Soundtrack konzentriert – Parallelen zu „Assault„, oder „The Thing“ sind hier unüberhörbar.

Mit „Asylum Blackout“ erhält der Filmfreund eine wirklich heavy Horrorfilmbeitrag, den man als Fan von düsteren Genrebeiträgen unbedingt sichten sollte. Da sich der Film gehörig Zeit lässt, seine Helden zu skizzieren, verursacht letztendlich ihr sadistisches Ableben für arg unangenehme Magenkrämpfe beim Zuschauer. Der Kampf zwischen Gut und Böse fördert gehörig den Puls und ist in seiner ungeschönten Kompromisslosigkeit definitiv ein kleiner Genre-Geheimtipp.

Dass die Geschehnisse ab und an ein wenig an Glaubwürdigkeit verlieren, kehren wir mal schnellst möglich unter den Teppich, denn wir Horrorfilmfreunde wissen doch schon längst: „It´s only a „Horror“-Movie„!

Interessierte Horrorfilmfreunde müssen sich leider noch ein Weilchen Gedulden, den „Asylum Blackout“ erscheint aller Voraussicht erst im Spätsommer 2012 in unseren Gefilden.

Einige Szenen im Film dürften der FSK bitter aufstoßen, sodass der Film in seiner ungekürten Form arge Probleme bekommen könnte.

 

 

 

Fazit: 7/10 Punkte

 

Kleiner, böser, ungeschönter Anstalts-Thriller, der einige richtig fiese Momente vorweisen kann.

Suspense und Spannung endlich mal wieder inklusive!

Ein wahrer Genre-Geheimtip!

 

FSK-Prognose: vermutlich nur geschnitten mit „Keine Jugendfreigabe“-Kennzeichnung

 

 

Hellraiser80

 

Filmreview: „The Thing“ (2011)

 

Bei seinen Forschungen entdeckt ein norwegisches Forscherteam in der Antarktis eine, im Eis begrabene, seltsame Lebensform.

Erfreut über den Spektakulären Fund wird alsbald das Wesen untersucht.

Unglücklicherweise gelingt des dem, eigentlich für tot geglaubten „Ding“, zu fliehen und während seiner Flucht einige Forscher des Teams auf grausame Weise zu töten. Doch was will das Wesen und woher kommt es?

 

 

Vor fast 30 Jahren entstand unter der Regie von John Carpenter einer der ganz großen Science Fiction Klassiker unserer Zeit: „Das Ding aus einer anderen Zeit„.

Im Jahre 1982 als jämmerlicher Sommer-Kinoflop im Kino gestartet mauserte sich der unterschätzte Schocker im Laufe der Jahre zu einem wahren Geheimtipp unter Filmfans und erhielt erst Jahre später die Aufmerksamkeit und die Lobpreisungen, die er eigentlich bereits schon bei seinem Erscheinen verdient hätte.

Jetzt, fast 30 Jahre später, pünktlich zum 30.jährigen Jubiläum erscheint mit „The Thing“ die eigentliche Vorgeschichte des 80er Jahre Kultfilms.

Dabei lässt sich der aktuelle Reboot, weniger als Vorgeschichte betrachten, sondern schwimmt vielmehr auf der, aktuell so beliebten, „Remake“-Welle wohlvergnügt mit und bietet leider nur ungenügend eigene, neue Ideen.

Trotz aller Kritik kann man bei „The Thing“ dennoch sagen, dass es sich um einen sehr rasant und flott erzählten Sci-Fi-Horrorschocker handelt und das der Reboot definitiv (insofern man die eigenen Erwartung hinsichtlich der Vorlage zurück schraubt) sehenswert ist.

Das, was der Fan des Originals erwartet, bietet die Neuinterpretation in leicht abgeschwächter Form: ekelhafte Metamorphosen, klaustrophobische Grundstimmung und ausgewalztes „Wer hat das Ding in sich“-Raten.

Im Vergleich zum Original zieht das Prequel dennoch in allen belangen den Kürzeren. Waren Carpenters Spezialeffekte in der 1982er Version noch spektakulär, handgemacht und wegweisend, so sind die Monstereffekte zwar in der aktuellen Version immer noch schön widerlich anzuschauen. Die Tatsache jedoch, das der „The Thing“-Reboot vordergründig ausschliesslich von seinen ekelhaften Effekten lebt und das diese leider in einigen Sequenzen sehr künstlich nach aufdringlichen CGI-Effekten ausschauen, hinterlässt einen sehr faden Beigeschmack. Gerade in Zeiten ausgereifter Spezialeffekt-Technik dürften derartige Patzer nicht mehr passieren, bedenkt man was dem Reboot für ein ausgiebiges Budget zu Grunde lag und was eigentlich dabei herauszuholen gewesen wäre, dann ist das was man letztendlich aus dem Effekte-Sektor sieht mehr als ernüchternd.

Vergleicht man Carpenters Effektszenen im Original, die aufgrund des überschaubaren Budget rar, aber wenn dann beeindruckend in Szene gesetzt wurden, so ist das Effektszenario in der 30 Jahre späteren Version von „The Thing“ schon eine gehörig enttäuschende Lachnummer.

Auch in der Charakterzeichnung- und Entwicklung gibt’s es in aktueller Version richtig fiesen „Leerlauf“, denn der Großteil der Protagonisten sind einzig nur dafür in die Szenerie eingebaut worden, um schnellstmöglich auf unangenehme Weise über den Jordan gejagt zu werden. Und das ist leider das größte Ärgernis dieser Neuinterpretation.

Außer diversen Monsterekeleffekten, einem sehr an das Original angelehnten Soundtrack und recht flotten Actionsequenzen bietet der Film leider nix nennenswertes. Irgendwie haben es die Drehbuchschreiberlinge scheinbar verpasst, neben Action und Monster satt, wichtige Dialogsequenzen mit in das Geschehen einzubinden, um überhaupt irgendein Mitgefühl für die Leittragenden und vom „Ding“ befallenen Protagonisten zu entwickeln. Somit dürfe es dem Zuschauer letztendlich auch egal sein, wenn einer nach dem anderen, der gesichtlosen Charaktere das Zeitliche segnet.

Trotzdem, wer seine Erwartungen gänzlich zurückschraubt, Carpenters Version für satte 90 Minuten außer Acht lässt und sich auf sinnfreie und actionorientierte Monsterhatz einstellt, der dürfte dennoch sauber unterhalten werden. Die Verknüpfung des Prequels zum Original-„The Thing“ und die Erklärungsversuche um die Herkunft des „Dings“ geben zwar Logische Schlüsse, sind aber leider Gottes recht unkreativ und unspektakulär „ersponnen“ worden.

 

 

Fazit 7/10 Punkte

 

Action und Ekeleffekte satt. Popcorn-Kino in seiner Reinform.

Vergleiche zum Original sind hier überflüssig. Vergessen wir einfach mal für 90 Minuten, dass es eine deutliche „bessere“ Vorlage dieses Sci-Fi-Schockers gibt.

 

Hellraiser80

Filmreview: „Saint“ (2010)

 

In Holland zelebriert man den Nikolaustag, etwas ausgelassener:

Dort feiert man den „Sinterklaas“ (Sankt Nikolaus), der in der Nacht vom 5. auf den 6.12 vor allem die artigen Kinder mit Süßigkeiten beschenkt, mit einem rauschenden Fest.

Grund hierfür für Regisseur und Drehbuchautor Dick Maas den vorweihnachtlichen Spieß einfach umzudrehen und den „Sinterklass“ in ein mordendes und blutgieriges Etwas zu verwandeln, dass alle 23 Jahre zu Vollmond an einem 5.Dezember seinen Beutezug startet, um Kinder und Jugendliche nieder zu meucheln.

Amsterdam heute: 23 Jahre sind seit dem letzten Erscheinen des „bösen“ Sankt Nikolaus vergangen. Damals musste der junge Goerth zusehen, wie der „Sinterklass“ seine gesamte Familie ausrottete. Jetzt 23 Jahre später will er den sinnlosen Tod aller Kinder und Erwachsenen rechen. Zusammen mit der Unterstützung des Abiturienten Frank, der unwissend in das grausame Geschehen involviert wird,  versucht er dem üblen Zeitgenossen das Handwerk zu legen.

 

 

Nachdem der holländischen Film „Saint“ auf dem diesjährigen Fantasy Filmfest Unmengen an Fanherzen hat höher schlagen lassen, veröffentlich „WVG“ das Vorweihnachtliche Spektakel nun auch in unseren Gefilden direkt auf DVD- und Bluraydisc.

Und was uns Regisseur Dick Maas da an wirklich frisch-frivoler Horrorkost vorsetzt ist schon beachtlich bemerkenswert, bedenkt man, dass es sich bei seinem aktuellen Werk um Horrorkost aus unserem Nachbarland Holland handelt, dass den Vergleich zu diversen anderen internationalen Produktionen nicht scheuen braucht.

Schon irgendwie grotesk und beschämend, dass es mittlerweile fast jedes europäische Land geschafft hat mit frischem Horrorstuff, international für Gesprächsstoff zu sorgen – nur eben das Arthausverwöhnte Deutschland nicht, dass lieber Fördergelder in kasprig – nervigen „Bully Herbig“ Komödien, oder in vergangenheitsaufarbeitenden Geschichtsdramen pumpt.

Zumindest ist es Maas mit „Sint“ gelungen eine wirklich stimmungsvolle Weihnachts-Horror-Komödie zu schaffen, die trotz geringen Budgets überaus hochwertig ausschaut. Dabei drängt sich nicht nur einmal der Gedanke auf, dass Maas scheinbar aktuellen Hochglanz-Hollywood-Produktionen nacheifern wollte. Zumindest im optischen Sinne, der Erzählweise und der Darstellung der wohldosierten Schocks ist dies deutlich spürbar. Klar wirkt das dennoch etwas arg dilettantisch-unbeholfen und irgendwie aufdringlich-aufgesetzt, macht „Sint“ aber gerade deswegen irgendwie sympathisch.

Dabei sollte, der interessierte Horrorfreund die Augen offen halten, denn gerade das actiongeladenen Finale erinnert mit seiner nebligen Location, dem abgefackelten Schiff und den grausamen Helfern des „Sinterklass“, die wortlos-zombieartig aus dem Nebel stapfen, doch irgendwie an Carpenter´s „The Fog“, oder  De Ossorios´s „Das Geisterschiff der schwimmenden Leichen“. Charmanter und liebevoller kann man glaube derart Klassiker nicht zitieren.

Was den Blutzoll betrifft, so bekommt der Filmfreund so einiges geboten. Sicherlich ist „Sint“ keine Schlachterplatte geworden. Dennoch, überraschenderweise hat die FSK den Film in seiner ungeschnittenen Form, ab 16 Jahren freigegeben, was mich aufgrund der Zurschaustellung diverser abgetrennter Körperteile und fliegenden Köpfe und der Thematik des Abschlachtens von Kindern, schon irgendwie verwundert hat. Scheinbar hat der FSK der leicht ironische und satirisch angehauchte Unterton dieser holländischen Hochglanzproduktion gemundet, denn für meinen Geschmack ist die Freigabe etwas derb tief angesetzt worden.

Wie auch immer, wollen wir mal nicht meckern, die rabenschwarze Slasher-Komödie „Sint“ ist es auf jeden Fall wert geschaut zu werden. Aufgrund des relativ interessanten und unverbrauchten Charakters des „Sinterklass“ (über die Fehlende Oberlippe und den schiefen Zähnen könnt ich mich jetzt noch zerschießen) wäre eine Fortsetzung auf jeden Fall angebracht. Denn Infos über die Legende und die Beweggründe des „Sinterklass“ sind, mal abgesehen vom recht düsteren Filmauftakt, Mangelware. Eigentlich schade, zumal mich das Geschehen und das Vergehen des bösartigen Zeitgenossen in der Vergangenheit hätte mehr gereizt, als so wie es der Film letztendlich erzählt:  in der Gegenwart.

Ein Prequel ist, meines Erachtens, dringend von Nöten.

Hoffen wir mal nicht, dass sich Hollywood die Finger nach den Filmstoff lechzt und letztendlich auch von dieser europäischen Filmproduktion ein Remake stanzt.

 

 

Fazit 7/10 Punkte

 

Nikolaus mal anders. Wäre an dieser Legende etwas wahres dran, würden die Kinder von heute sicherlich 10 mal gründlicher ihre Schuhe polieren und, ganz zur Freude der Eltern, artiger durchs Leben „wirbeln“. Horrorspass für Erwachsene und definitiv KEIN Film für Kinder!

 

Hellraiser80

Filmreview: „Super 8“ (2011)

 

Die 80er, eine Filmepoche, die prägender war als jede andere.

Schaut man mal zurück, welche bedeutenden Filme in dieser Zeit entstanden sind und die selbst 30 Jahre später noch zig aktuelle Regisseure und Filme beeinflussen, so könnte man Bildbände mit Inhalt und Infos füllen.

Terminator“, „Tanz der Teufel“, „Mad Max“, „Aliens“, „Nightmare on Elm Street“, „E.T.“, „Poltergeist“, „Ghostbusters“, “Hellraiser”, “Gremlins”, „Indiana Jones“ um am Rande nur einige zu nennen.

Und genau in dieser Zeit spielt die aktuelle, von Spielberg produzierte, Produktion „Super 8“.

 

 

Joe und seine pubertären Freunde wollen einen Zombie – Amateurfilm für ein Filmfestival auf „Super 8“ Filmmaterial drehen, als sie plötzlich Zeuge eines schrecklichen Zugunglücks werden.

Als daraufhin die nah liegende Kleinstadt durch das US Militär evakuiert und abgeschirmt wird, ahnen die Kinder nichts Gutes und recherchieren auf eigene Faust weiter.

Nachdem die Kids das, während des Zugunglücks, von ihnen gefilmte Filmmaterial genauer begutachten, erkennen sie, dass sich etwas nicht-menschliches auf dem Zelluloid befindet.

 

 

 

Regisseur J.J. Abraham lobpreist, mit « Super 8 », seine eigene Kindheit und die Werke, die ihm während seine Jugend so stark fasziniert und beeindruckt haben. Dabei lässt Abrahams in seinem aktuellen Werk diverse Schlüsselmomente geliebter Filme einfliesen.

Spielbergs „E.T.“ (was für eine Ironie: Spielberg selbst hat den Film produziert) fehlt dabei ebenso wenig, wie der 80er Jahre Kinderpartyknaller „The Goonies“.

Aber auch Déjá Vu – Momente aus damaligen Produktionen, wie

Return of the living Dead 2“, „The Gate“ und „Die BMX Bande“ sind für geübte Filmkenner sofort ersichtlich.

Mit viel Liebe zum Detail, Gefühl und Herz füllt dabei Abrahams seine Hommage an das geliebte Kino der 80er. Gut auch, dass Abrahams den Spielberg-typischen Hollywood Kitsch wegstreicht und sich auf das Wesentliche konzentriert. Mir zumindest hat der Genre Crossover aus Komödie, Coming – of – Age – Drama und Science Fiction Movie sehr gut gefallen, obwohl der Film auch ohne dem „Sci-Fi-Part“ sicherlich hätte gut funktioniert.

Dennoch muss ich gestehen, dass der Trailer dem Zuschauer was völlig anderes vorgaukelt, als „Super 8“ letztendlich eigentlich sein will.

Kinogänger, die einen derben und actionreichen (laut Trailer!) Alien – Schocker erwarten sind bei „Super 8“ vollkommen falsch.

Das Werk lässt sich viel Zeit mit dem Charakterzeichnung und füllt nur bedingt die Handlung mit actionlastigen Szenen. (Anmerkung: die Zugunglückszene zu Beginn des Films war derartig heftig, dass ich direkt an die Kettenreaktion des Unfalls bei „Final Destionation 2“ denken musste). Das fremdartige Wesen wird erst kurz vor Ende in seiner vollkommenen CGI – Schönheit präsentiert und dürfte auch die Erwartungen der meisten Kinozuschauer NICHT erfüllen dürfen. Auch sollte man kein Gore- und Splattergemetzel erwarten. Immerhin handelt es sich bei „Super 8“ eher um einen Kinderfilm, wobei das Augenmerk deutlich auf Drama gerichtet ist.

Ungeduldige Kinozuschauer sollten sich dennoch auch nach Abspann gedulden.

Das fertige „Super 8“ – Filmfestival-Filmchen der Jugend-Clique wird demnach erst nach den ersten End-Credits in seiner vollkommenen Schönheit ausgestrahlt. Ein nettes Gimmick, wie ich finde. Schon lange nicht mehr so geschmunzelt. „Romero“ und seine Zombiereihe lassen grüßen. Kein Wunder grinsen dem Zuschauer in Joes Jugendzimmer bereits Filmplakate zu Carpenters „Halloween“ und Romero´s „Dawn of the Dead“ entgegen.

 

 

Fazit 8/10 Punkte

 

Super 8“ ist eine gelungene und liebeswerte Hommage an alle wichtigen Kinofilme der 80er.

Besser hätte man sich vor den Romeros, Spielbergs, Raimis und Carpenters der 80er nicht verbeugen können. Klasse – bisher Kino-Pflichtprogramm 2011!

 

Hellraiser80

Filmreview: „The Ward“ (2011)

John Carpenter, ein wegweisender Filmregisseur, Produzent, Komponist und Drehbuchautor.

Bereits 1974 startete er seine Filmkarriere mit kleinen Filmproduktionen, wie „Dark Star“ und dem (erst Jahre später zum Kultstatus avancierten) „Assault – Anschlag bei Nacht“.

Erst Ende der 70er erlangte er Weltrum mit einer kleinen Low – Budgetproduktion, die dem bis dato verstaubten Horrorfilmgenre neue Impulse gab: „Halloween“.

Halloween“ revolutionierte nicht nur das Nischenprodukt „Horrorfilm“, es machte den Horrorfilm auch mainstreamtauglicher und erschuf zeitgleich den Genrebegriff „Slasher“.

Zig Film(reihen) versuchten mehr oder weniger überzeugend an die Erfolge von „Halloween“ anzuknüpfen, indem sie das Thema „Slasherfilm“ bis an die Grenzen ausreizten.

Bekannte Vertreter und würdige „Halloween“ – Nachfolger sind dabei „Freitag der 13.“, die „Sleepaway“ – Reihe, die „Nightmare on Elm Street“- Serie, sowie die „Scream“- Quadrologie.

Auch nach „Halloween“ blieb Carpenter dem Horrorgenre treu und drehte unzählige einflussreiche Werke („The Fog – Nebel des Grauens, „Halloween 2“, „Halloween 3“, „Christine“), die ebenfalls unter Horrorfilmfans große Beachtung erhielten und Kultstatus erlangten.

Carpenters größter Kino-Flop stellte dabei 1982 die filmische Umsetzung des Remakes „The Thing“ dar, das zeitgleich mit Spielbergs „E.T. – der Außerirdische“ durch den Vertrieb UNIVERSAL Pictures in den Kinos anlief.

Das Amerikanische Kinopublikum war über den zeitgleichen Release dermaßen schockiert, dass man sogar „The Thing“ – Kinovorstellungen boykotierte.

Für die meisten Kinogänger der damaligen Zeit war es unverständlich, warum man parallel zu einem derart zuckersüßen Kinohit, wie „E.T. – Der Außerirdische“ einen derart grausamen, blutgierigen und tristen Film wie „The Thing“ anlaufen lies.

Dennoch, über die Jahre wurde auch Carpenters Science Fiction – Ausflug zu einem Kultfilm, der vor allem mit den, für damalige Verhältnisse, revolutionären Spezialeffekten punkten konnte.

Mitte der 80er Jahre probierte sich Carpenter in diversen anderen Genres aus. Vor allem im Bereich „Actionfilm“ wurde er mit „Die Klapperschlange“, „Big Trouble in litte China“ und „Flucht aus L.A.“, der Fortsetzung seines Kinohits „Die Klapperschlange“, legendär.

Leider gelang es ihm mit seinen Werken in den 90ern nicht mehr an die Erfolge seine Schaffens der 80er Jahre anzuknüpfen.

Seine Produktionen wurden von Kritikern gnadenlos verrissen.

Das Dorf der Verdammten“, „Vampire“ und „Ghosts of Mars“ sind nach wie vor zwar gute Filme, waren aber an den Kinokassen leidlich rentabel.

Nach der Regie von „Ghosts of Mars“ zog sich Carpenter 2001 aus der Kinolandschaft zurück und führte einzig für die TV-Serie „Masters of Horror“ für 2 Episoden Regie.

Nun, 10 Jahre nach seinem letzen Kinofilm, ist Carpenter wieder zurück mit „The Ward“.

The Ward“ ist dabei ein typisches Old – School – Gruselfilmchen geworden, das weniger durch Innovationen überrascht, als vielmehr durch stille Kamerafahrten und subtilen Schockeffekte.

Völlig verstört und desorientiert erwacht Kirsten (Amber Heard) eine Abends in der örtlichen Nervenheilanstalt. Der leitende Arzt konfrontiert sie mit den Geschehnissen: Kirsten soll eine Scheune in Brand gesetzt haben – kann sich aber an rein gar nichts erinnern.

In einem speziellen Programm versucht der Psychiater (Jared Harris) Kristens Barriere zu durchdringen und ihr zu helfen.

Doch irgendwas scheint mit der Klinik nicht zu stimmen. Immer wieder wird Kirsten von einem furchterregenden Geist verfolgt.

Nachdem der Geist höchst unangenehm mehrere Mitpatientinnen ins Jenseits befördert hat, beschließt Kristen den Geschehnissen in der Klinik auf den Grund zu gehen.

Da ist er nun, der in der Horror-Filmszene mit Vorfreude erwartete Comeback-Versuch Carpenters. Ein Film, der unspektakulärer hätte nicht sein können.

Und auch diesmal, wie in seinen Werken ein Jahrzehnt zuvor, werden sich auch an „The Ward“ die Geister und Kritiker scheiden.

Schlecht ist „The Ward“ natürlich nicht geworden – gut leider auch nicht. Irgendwo zwischen sehenswert und belanglos plätschert Carpenters aktuelle Produktion vor sich dahin.

Dabei findet man wirklich wenig innovatives in diesem kleinen Spukfilmchen.

Carpenter arbeitet professionell. Alles wirkt genau durchdacht und routiniert gefilmt. Vielleicht auch etwas zu sauber.

Er lässt dem Zuschauer viel Zeit sich in der Klinik zurecht zufinden  und die Charaktere zu durchleuchten, bevor er mit dem Holzhammer zuschlägt.

The Ward“ ist demnach auch sehr „still“ geworden und verlangt ordentlich Sitzfleisch vom Zuschauer ab. Bis zur die Hälfte des Filmes muss sich der Zuschauer gedulden, bis letztendlich überhaupt irgendwas passiert.

Carpenter setzt bei seinem aktuellen Schocker mehr auf traditionellen Grusel, als auf explizites Gemetzel (was jetzt aber nicht heißen soll, dass es nicht die ein oder andere geschmackvoll in Szene gesetzte Splatterszene gibt). Gerade wenn es arg still wird und Kirsten hinter der nächsten Ecke den Geist vermutet, wird dieser höchst effektvoll und laut in Szene gesetzt. Man könnte Carpenter vorwerfen, er hätte neuerdings den „lauten“ Schockeffekt für sich entdeckt. In keinen seiner bisherigen Filme kommen diese Schocker besser und effektiver zur Geltung, als in „The Ward“.

Diese effektvolle und akustische Untermalung von Höhepunkten und das Spielen mit Schocks könnte mir gefallen. Mehr als einmal habe ich bemerkt wie ich zusammengezuckt bin. Hoffe Herr Carpenter behält diese Methode, Zuschauer bei Stange zu halten, in seinen folgenden Filmen bei.

Ebenfalls Beachtung sollte man dem, wieder einmal trefflich selbstkomponierten und auf den Punkt gebrachten, Soundtrack Carpenters schenken.

Stille Töne, Kinderchorgeträller, Klavierkompositionen – das alles fügt sich passend in den Kontext des Filmes ein und unterstreicht den Grundton von „The Ward“ enorm.

Weniger passend jedoch die Charakterauswahl. Keine Ahnung was Carpenter da geritten hat. Natürlich sind bis auf das Klinikpersonal, wie könnte es auch anders sein, alle Hauptcharaktere von unmenschlich schöner Attraktivität geplagt und durch die Klischeeschraube gestampft wurden. Bis auf Hauptdarstellerin Amber Heard (Kristen) bleiben alle Insassinnen recht blass und unwichtig. Da interessiert es letztendlich auch niemanden, wenn Eine nach der Anderen über den Jordan gemeuchelt wird.

Fazit: 6,5/ 10 Punkte

Routinierter, stiller und Schockreicher Old – School – Grusler. Leider will man nicht so recht glauben, dass da Carpenter „drin ist“, obwohl Carpenter „draussteht“.

Hellraiser80

 

„The Thing“ Kino-Start verschiebt sich

Als ob man es vorhergesehen hätte:

Kaum freut man sich wieder ungeduldig auf eine Genre-Neuerscheinung, schon wird sie auch unzählige Male verschoben.

Auch die kommende Vorgeschichte des John Carpenter – Klassikers „The Thing“ (1982) wurde von UNIVERSAL Pictures gekonnt auf den 17.November 2011 verschoben.

Eigentliches Startdatum war der 13. Oktober diesen Jahres.

Oftmals lassen Film-Verschiebungen nichts Gutes erahnen. Hoffen wir das es im Falle des „Quasi“-Remakes von „The Thing“ nicht der Fall sein wird und uns ein bombastisches Spektakel erwarten wird.

 

 

Hellraiser80