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Filmkritik: „Alone“ (2017)

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ALONE

(SEULS)

Story

 
 
 

Fünf Teenager müssen sich in eine Welt ohne Menschen durchschlagen und sind dabei vielen Gefahren ausgesetzt.

 
 
 


 
 
 

ALONE – Kritik

 
 
 
Ein Endzeitszenario aus Frankreich, in dem Jugendliche in einer Welt ohne Erwachsene ums Überleben kämpfen müssen. Aufmerksamen Horrorfans dürfte da nicht unbegründet ein Licht aufgehen. Vor einigen Monaten haben wir nämlich schon einmal einen Film besprochen, der ähnliche Geschichte erzählt hat. DON’T GROW UP hat aber nichts mit dem folgenden Film am Hut. Die Storyähnlichkeiten in ALONE sind rein zufällig, ebnen jedoch die Grundlage für packende 90 Minuten, die sich vor teuren Kinohits aus Hollywood nicht verstecken müssen. Der hier vorgestellte ALONE wurde nämlich von STUDIOCANAL mitproduziert und macht (vielleicht auch gerade deshalb) visuell einiges her. Trotz aufwändiger Machart kam der Streifen im Entstehungsland nicht besonders gut an, denn niemand wollte ALONE im Kino sehen. Etwas unverständlich, hat der Thriller doch all das zu bieten, was man von dieser Art von Filmen erwartet. Wohl möglich hat’s an Zombies gemangelt. Die sind immer dann zu sehen, wenn sich Überlebende einer menschenleeren Welt durch vereinsamte Straßenzüge arbeiten müssen. Leider muss ALONE ohne die Untoten auskommen. Der Film suggeriert Angst auf anderem Weg und das macht ihn so besonders. Fans mit einer Leidenschaft für Endzeit- und Weltuntergangsszenarien kommen da auf Ihre Kosten, denn auch wenn der Streifen von den französischen Nachbarn kommt, kann der Film weit mehr, als manch millionenschwerer Schnarcher aus der Mache von Bay, Emmerich oder Konsorten.
 
 
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Irgendwo in Frankreich geht der sonst so taffen Araberin Leila plötzlich der Hintern auf Grundeis. Als die nämlich eines Morgens aus dem Bett kriecht, stimmt die Welt nicht mehr. Alle Erwachsenen und Kinder sind verschwunden. Die Stadt scheint menschenleer zu sein. Was ist hier geschehen? Weil Telefon und Internet nicht funktionieren, muss sie zu Fuß nach Antworten suchen. So trifft die Teenagerin auf andere Jugendliche, die sich über die gleiche Frage den Kopf zerbrechen. Was man schnell in Erfahrungen bringen kann, ist wenig erbaulich. Eine Rauchwolke hat die Stadt umschlossen und lässt niemanden hinaus. Die bahnt sich ihren Weg ins Zentrum und hat den Tod im Schlepptau. Doch der mysteriöse Rauch ist bald das kleinere Übel. Durch die Straßen der Stadt schleicht eine weitaus schlimmere Bedrohung in Menschengestalt. Die hat es auf die Alleingelassenen abgesehen und will den Tod der fünf Jugendlichen. Bei so viel Geheimniskrämerei stellt sich doch glatt die Frage, wer hinter all dem steckt und was hier wohl im Argen liegt. An alle Filmdetektive ein gut gemeinter Rat: Vergeudet keine Zeit mit der Suche nach Erklärungen. Die Auflösung errät man nie.
 
 
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Hinter dem nicht ungeschickten ALONE steckt ein französischer Comic mit dem Titel SEULS. Der umfasst mittlerweile 25 Bände und wurde hierzulande unter dem Titel ALLEIN in die Buchläden gebracht. Weil Comicverfilmungen offenbar immer noch schwer angesagt sind, hat man sich nun auch an die ersten fünf Bände besagter Bildergeschichten gewagt und daraus einen spannenden Endzeitthriller inszeniert, der definitiv nichts für Kinder ist. Eine kuriose Angelegenheit, richtet sich doch die Comicvorlage selbst an eine junge Leserschaft, die hier packende Abenteuer gleichaltriger Grundschüler erlebt. Offenbar wollten die Macher der Filmadaption mit den Möglichkeiten der Vorlage spielen. Um zu vermeiden, dass kleine Kinogänger wegen der zugrundeliegende Thematik und einiger unschöner Bilder verstört werden könnten, wurde ALONE letztendlich so konzipiert, dass sich der Streifen dann doch an ein erwachsenes Publikum richtet. Eine lobenswerte Prämisse, kann erst so von einer beunruhigenden Bildsprache Gebrauch gemacht werden, die absolute und zermürbende Ausweglosigkeit vermittelt. So wurden aus den kleinen Kindern der Bücher junge Erwachsene, die sich nun im Film durch eine trostlose Welt kämpfen müssen in der Zusammenhalt zählt, um Überleben zu können. Freundschaft ist eben alles.
 
 
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ALONE geht auf das Konto von jemandem, der sich mit Jugendlichen und Horror auskennt. Der Franzose DAVID MOREAU schockierte 2006 schon einmal mit kontroversem Zündstoff. Der hieß THEM und handelte von einem Paar, das von maskierten Teenagern terrorisiert wurde. Ganz so heftig wird es diesmal nicht – aber mindestens genauso spannend. ALONE entpuppt sich bei genauerer Betrachtung als französische Version ähnlicher Verfilmungen von Jugendbüchern wie DIVERGENT oder MAZE RUNNER und besitzt sogar Gemeinsamkeiten zu einigen Büchern des viel gelobten STEPHEN KING – darunter DER NEBEL und THE LANGOLIERS. Der Mysterythriller beginnt dabei wie nahezu jeder Endzeitstreifen und steigert die Spannung mit seltsamen Vorkommnissen, die natürlich ergründet werden wollen. So müssen die Helden nach der Ursache suchen, die dazu geführt hat, dass plötzlich alle Menschen verschwunden sind. Zudem muss herausgefunden werden, wer da den Teenagern auf der Lauer liegt und diese am liebsten in den Filmhimmel befördern möchte. Die Antworten darauf sind lobenswerterweise relativ unverbraucht und machen ALONE deshalb zum Geheimtipp. Leider ist der Streifen im Entstehungsland gefloppt. Dies dürfte zur Folge haben, dass (nötige) Fortsetzungen auf sich warten lassen werden. Bedauerlich, hat doch ALONE das Potenzial zu einem Mehrteiler im Stile von Buchverfilmungen wie TRIBUTE VON PANEM oder HARRY POTTER.
 
 


 
 
 

ALONE – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
 
Eine der besten Endzeitstreifen aus Europa. Ja, auch Europa kann Filme drehen, die das Ende der Menschheit thematisieren. ALONE sieht verdammt gut aus und hat auch noch sympathische Filmfiguren in petto. Die erhalten sogar so etwas wie Tiefe und wachsen daher schnell ans Herz. Leider kam die Comicverfilmung im Entstehungsland nicht sonderlich gut an. Der Film floppte unverständlicherweise, weshalb wohl die Verfilmungen der übrigen Bücher auf Eis gelegt wurden. Angesichts des offenen Endes eine bittere Erkenntnis. Die Comic-Realverfilmung ALONE packt nämlich den Zuschauer schnell. Der will natürlich am Ende wissen wie es weitergeht. Leider muss man sich da wohl vorerst mit den bisher erschienenen Comicbüchern zufriedengeben. Die spinnen die Geschehnisse weiter – wenngleich aber kindgerecht. Anders als die Verfilmung richten sich nämlich die Comics an eine eher junge Fangemeinde. Dementsprechend züchtiger geht es dort auch zu. Da kann man nur hoffen, dass Hollywood nicht Wind davon bekommt. ALONE (der im französischen Original übrigens SEULS heißt) hat Remake-Potenzial. Es würde daher nicht wundern, wenn bald eine amerikanische Version von ALONE um den Globus geht. Mit der Verfilmung von Buchreihen hat die Traumfabrik nämlich Erfahrung, weil sich damit auf Dauer gut Geld verdienen lässt.
 
 
 


 
 
 

ALONE – Zensur

 
 
 
Die Gewalt im Film ist überschaubar. Ein Körper wird mit einem Pfeil durchbohrt und am Ende bekommt der Filmbösewicht auch noch sein Fett weg. Hierzulande dürfte ALONE demzufolge ohne Probleme eine FSK12 erhalten. Dennoch ist der Film – vor allem wegen der apokalyptischen Stimmung – definitiv nichts für Kinder.

 
 
 


 
 
 

ALONE – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Abbildungen liegen bei StudioCanal)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Maze Runner – Die Auserwählten im Labyrinth (2014)
 
Maze Runner – Die Auserwählten in der Brandwüste (2015)
 
Bad Kids of Crestview Academy (2017)
 
Die Bestimmung – Divergent (2014)
 
Stephen Kings Langoliers – Verschollen im Zeitloch (1995)
 

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Filmkritik: „The Circle“ (2015)

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THE CIRCLE

(CIRKELN)

Story

 
 
 
In einer kleinen Stadt im Süden Schwedens passieren seltsame Dinge. Das Böse zieht seine Kreise und ist für den Tod eines Teenagers verantwortlich. Sechs Schülerinnen des Engelsfors Gymnasiums gehen der Sache auf den Grund und lüften ein gruseliges Geheimnis.
 
 
 


 
 
 

THE CIRCLE – Kritik

 
 
 
Jetzt wird es episch, denn wer glaubt, dass nur Hollywood mehrteilige Fantasy-Romane verfilmen kann, der irrt. Schweden mischt jetzt auch mit auf dem internationalen Fantasy-Markt und hat sich der dort äußerst populären ENGELSFORS-TRILOGIE angenommen, die von MAT STRANDBERG und SARA BERGMARK ELFGREN geschrieben und sich im Land des Knäckebrots vor allem unter Teenagern großer Beliebtheit erfreut. Mit dem ersten Band CIRKELN hat man nun den Sprung auf die Leinwand gewagt, der mit einer Gesamtlänge von knapp 144 Minuten doch umfangreicher ausgefallen ist, als anfänglich geplant. Damit der erste Leinwandausflug auch ein Erfolg wird, konnte man mit Ex-Abba-Mitglied BENNY ANDERSSON einen weltweit bekannten Geldgeber finden, der die erste Verfilmung THE CIRCLE (so der internationale Titel) nicht nur mitfinanziert hat, sondern auch mit der selbst geschriebenen Filmmusik für Aufmerksamkeit sorgen soll.
 
 
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Das Böse kennt keinen Urlaub. Was bereits in HARRY POTTER, TWILIGHT und HERR DER RINGE Kernthema war, bildet auch in THE CIRCLE das Fundament für ein packendes Abenteuer voller Gefahren. Ein mysteriöser Selbstmord sorgt an der Schule des schwedischen Städtchens Engelsfors für ein heilloses Durcheinander. Sechs Mädchen, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten, entwickeln plötzlich geheimnisvolle Kräfte und fühlen sich von einer bösartigen Macht bedroht, die ihnen nach dem Leben trachtet. Die Schuldirektorin klärt auf. Die Mädchen sind Hexen und seit ihrer Geburt dazu bestimmt, die Menschheit vor bösen Dämonen zu beschützen. Mit vereinten Kräften und mit Hilfe der magischen Fähigkeiten schreitet man zur Tat. Doch der Kampf gegen das Böse stellt die Teenager nicht nur vor große Herausforderungen; er konfrontiert sie auch mit ihren größten Ängsten.
 
 
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Willkommen zur schwedischen Kinoversion der beliebten US-Fernsehserie CHARMED – ZAUBERHAFTE HEXEN. So zumindest lässt sich beschreiben, was das Publikum von THE CIRCLE zu erwarten hat. Vorerst sehr wenig, denn die Filmadaption des ersten Buches CIRKELN konzentriert sich dann doch vorrangig auf seine sechs Heldinnen, die in erster Linie mit irdischen Problemen zu kämpfen haben. Statt sich in Magie auszuprobieren, sehen sich die Figuren im Film mit Problemen konfrontiert, mit denen wohl die meisten Pubertierenden gleichen Alters zu kämpfen haben. Da wird Mobbing an der Schule betrieben, aber auch das hoffnungslose Verliebtsein zum Thema gemacht. THE CIRCLE ist mehr Coming-of-Age-Drama statt Mysterystreifen, der Themen aufgreift, mit denen sich wohl hauptsächlich heranwachsende Zuschauerinnen identifizieren können – auch wenn die Protagonisten im Film wenig glaubhaft von Schauspielern verkörpert werden, die längst dem Teenageralter entsprungen sind.
 
 
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THE CIRCLE ist im wahrsten Sinne des Wortes ein Mädchenfilm, dem es ein wenig an Drive mangelt. Sechs unerfahrene Schülerinnen sollen zu Nachwuchshexen ausgebildet werden, um den Wesen der Finsternis in die Allerwertesten zu treten. Das entpuppt sich in Anbetracht der viel zu langen Laufzeit als reichlicher zäher und klischeebehafteter Kinotrip in dem erhofftes Fantasy doch etwas zu kurz kommt, schließlich muss sich das Böse der Teenagerprobleme wegen zurückhalten. Da kann man nur hoffen, dass die Verfilmungen der anderen Bücher FIRE und THE KEY etwas straffer inszeniert werden, denn im direkten Vergleich zur Fantasy-Referenz zieht diese durchwachsene Romanadaption aus Schweden den Kürzeren.
 
 


 
 
 

THE CIRCLE – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Die schwedische Antwort auf DER HEXENCLUB und CHARMED – ZAUBERHAFTE HEXEN. Mit ähnlich trist-unterkühlter Bildsprache wie sie auch im schwedischen Ausnahmedrama SO FINSTER DIE NACHT verwendet wurde, hat der Schwede LEVAN AKIN das erste Buch der ENGELSFORS-TRILOGIE mit dem Titel THE CIRCLE verfilmt und liefert eine solide Leistung ab. Leider fehlt dem souverän gedrehten Streifen Tempo, denn THE CIRCLE tut sich zwischen anstrengenden Teenager- und Alltagsproblemen schwer mit dem Erzählen einer interessanten Fantasygeschichte. So gibt es statt Magie, Fantasy und Dämonen doch eher ein Coming-of-Age-Drama mit Längen zu sehen, das von der Suche nach sich selbst erzählt und Mädchen auf Ihren Weg zum Erwachsenwerden begleitet. Insofern CIRKELN (so der Originaltitel) genug Geld einspielt, sollen Verfilmungen der übrigen Bücher folgen. Bis dahin darf man davon ausgehen, dass auch Hollywood eine eigene Filmversion der ENGELSFORS-Bücher ins Rennen schicken wird. Schließlich ist die Traumfabrik nicht weit, wenn schnell Geld verdient werden kann.
 
 


 
 
 

THE CIRCLE – Zensur

 
 
 
Nein, THE CIRCLE ist kein Film für Fans des derben Gewaltkinos. Blut oder Hinrichtungen gibt es gar nicht zu sehen. Einzig die bedrohliche und düstere Stimmung des Streifens, sowie einige verstörende Spezialeffekte dürften dafür sorgen, dass CIRKELN (so wie der Film im Schweden betitelt wird) mit FSK16 nach Deutschland kommen wird.
 
 


 
 
 

THE CIRCLE – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Charmed – Zauberhafte Hexen (1998 – 2006)
 
Die Hexen von Eastwick (1987)
 
Practical Magic – Zauberhafte Schwestern (1998)
 
Der Hexenclub (1996)