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Kritik: „Fairytale – The Haunting of Helena“ (2012)

THE HAUNTING OF HELENA
 
 
 

FAIRYTALE

(THE HAUNTING OF HELENA)

Story

 
 
 
Die alleinerziehende Mutter Sophia (Harriet MacMasters-Green) bezieht mit ihrer kleinen Tochter Helena eine neue Wohnung. Anfänglich voller Lebensmut und erfreut darüber den Start in ein neues Leben gewagt zu haben, verblasst die Euphorie umgehend, als die kleine Helena den ersten Milchzahn verliert und fortan seltsames Gestammel von sich gibt. Eine Zahnfee soll ihr angeblich des Nachts erscheinen. Die hält sich den Tag über in ihrem neuen Kleiderschrank versteckt und kriecht am Abend aus ihrem Versteck, um die verschüchterte Helena zum Bringen neuer Zähne zu zwingen. Nachdem sich das Verhalten des Kindes verändert, beginnt die besorgte Mutter Nachforschungen anzustellen und stößt auf ein schreckliches Geheimnis.
 
 
 


 
 
 

FAIRYTALE – Kritik

 
 
 
Wirklich subtile und angsteinflößende Grusler sind mittlerweile selten geworden. Viel zu oft wird wohliges Schauergefühl durch obligatorische Schlachtplatten ersetzt, um dem Begriff Horror gerecht werden zu können. Umso mehr dürfte es Fans atmosphärischer Gruselfilme freuen, dass im Fahrwasser immer gleicher Horrormachwerke auch hin und wieder kleine Ausnahmestreifen das Licht der Filmwelt erblicken, die sich souverän gegen die Masse an austauschbarem Horror-Nonsens behaupten und dem Zuschauer auf altmodischer Methode Gänsehaut bescheren wollen. Spanien hat sich seit einigen Jahren in Sachen subtiler Gruselei zum Geheimtipp entwickelt. Und weil diese Art des Angstmachens gut angenommen wurde, machen es nun die Italiener den Spaniern gleich. FAIRYTALE (Alternativtitel: THE HAUNTING OF HELENA) ist so ein Fall, der ohne Blut und Gewalt Unbehagen bescheren soll. Hier wurde eine ganz eigene Version von der Geschichte der bösen Zahnfee auf Zelluloid gebannt. Weniger ist mehr lautet die Devise. So beginnt der Film ohne reißerischen Prolog und hält Abstand von blutigen Schauwerten. Stattdessen setzen die Macher CHRISTIAN BISCEGLIA und ASCANIO MALGARINI auf düstere sowie melancholische Kamerafahrten und beweisen Gespür fürs Visuelle. Zentrum des Bösen ist diesmal ein seltsamer Kleiderschrank, der ein böses Geheimnis birgt. Nachdem das antike Möbelstück das Kinderzimmer der unschuldigen Helena ziert, beginnt ein zunehmend geistiger Zerfall der kleinen Filmheldin einzutreten. Deren Erklärungsversuche werden wie so oft im Genrefilm kaum Beachtung geschenkt. Dennoch fühlt sich auch Mutter Sophia von reichlich Unbehagen bedroht und beginnt den seltsamen Hinweisen der Tochter nachzuforschen.
 
Der große Pluspunkt von FAIRYTALE ist seine düstere Atmosphäre, die mehr an ein Märchen erinnert. Der Kleiderschrank im Zimmer der kleinen Heldin wirkt in den faden, dreckigen und farblosen Bildern gespenstig bedrohlich. Erst nach und nach wird dessen Geheimnis gelüftet, so dass die Geschichte um das antike Möbelstück konsequent spannend bleibt. Trotz positive Ansätze schaffen es die beiden Regie-Newcomer CHRISTIAN BISCEGLIA und ASCANIO MALGARINI jedoch nicht, das hohe Niveau ihrer kleinen Geschichte bis zum Ende zu halten. Ab Filmmitte wird FAIRYTALE reichlich surreal, denn die kleine Heldin sieht sich bald mit allerhand seltsamen Erscheinungen konfrontiert. Hierbei rückt nun das Schicksal der Mutter in den Vordergrund, die versucht das Rätsel rund um die Herkunft des Kleiderschrankes zu lösen. Die sterile Krankenhaus-Atmosphäre will hierbei nicht so recht zum übrigen Stil des eher düster gehaltenen Streifens passen. Vielmehr wirkt der schroffe Schauplatzwechsel auf Zwang konstruiert, um eine Brücke zur Herkunft des Möbelstücks schaffen zu können. Auch wenn sich das grausige Treiben gegen Ende in eine Achterbahn des Schreckens verwandelt und mit viel Effekthascherei aufwartet, so mag man als Filmfreund irgendwie nicht das Gefühl loswerden wollen, dass die beiden Filmregisseure CHRISTIAN BISCEGLIA und ASCANIO MALGARINI reichlich Potenzial verschenkt haben. Zugunsten eine konventionellen Inszenierung treiben sie mit hanebüchenem Ende auf die Palme, das in seiner Form dann doch eher an austauschbarem Horrorquatsch aus Hollywood erinnert. Schade eigentlich, denn nur wenige Horrorfilme aus letzter Zeit konnten mit auf altmodisch getrimmten Gurselschauern überzeugen.
 
Subtiler Horror bevorzugt? Dann dürfte der Grusler FAIRYTALE genau die richtige Wahl für einen gemütlichen Gruselabend sein. Statt eimerweise Eingeweide und unmenschliche Folterei zu zelebrieren, zählen Atmosphäre, Optik und Geschichte. Umso mehr dürfte dieses Streifen für Freunde etwas härterer Filmkost reichlich unbeholfen daherkommen, denn FAIRYTALE wird langsam und gemächlich erzählt. Die Macher haben durchdachte Gruseleffekte in die Handlung gestreut, die ihre bedrohliche Wirkung zu keiner Minute verfehlen. Auch wenn der Schauerbeitrag ab Filmmitte reichlich haarsträubende wird und sich der Gruselfaktor aufgrund konstruiert wirkender Detektivarbeit verabschiedet, so kann man nicht behaupten, dass FAIRYTALE ein schlechter Film ist. Das geschickte Spiel von Licht und Schatten, sowie der märchenhafte Einschlag erinnert in seiner Darstellung an kommerzielle Horrorfilme aus Amerika. Und so verwundert es ein wenig, dass FAIRYTALE oftmals ein wenig zu sehr an DER FLUCH VON DARKNESS FALLS (2003) oder POSSESSION (2012) erinnert, denn das uninspirierte Kopieren bekannter Filmformeln hätte dieser Debütwerk vermutlich rein gar nicht nötig gehabt. Trotzdem, für ein Erstlingswerk haben die beiden Regisseur-Neulinge CHRISTIAN BISCEGLIA und ASCANIO MALGARINI erstaunliche Arbeit geleistet. Der Film ist trotz seine oftmals unweigerlichen Vorhersehbarkeit spannender als das übliche Horroreinerlei, welches aktuell den hiesigen Heimkinomarkt überschwemmt. Zudem darf der Horrorfilmfreund eine der besten Szenen ever in der Geschichte des Phantastischen Films genießen:
 
Mutter Sarah ist einen Moment unachtsam im Straßenverkehr, gerät von der Fahrbahn ab und brettert mit dem Fahrzeug vom Rand einer Brücke hinein in die Fluten eines reißenden Flusses. Die virtuose Kameraarbeit dieser Szene, welche sich in Zeitraffermethode entlädt, ist derart genial, außergewöhnlich und atemberaubend, dass man allein nur dieser Szene wegen THE HAUNTING OF HELENA gesehen haben sollte. Beachtlich!
 
 
 


 
 
 

FAIRYTALE – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Horror der alten Schule. FAIRYTALE ist ein sehenswertes und unheimliches Gruselmärchen, das für wohldosierte Schauer sorgen wird. Zuschauer mit einer Leidenschaft für subtile Schauer sollten unbedingt einen Blick riskieren.
 
 
 


 
 
 

FAIRYTALE – Zensur

 
 
 
Hier zählen vorwiegend die leisen Töne, von daher geht es hier eher blutfrei zugange. Die ungeschnittene Filmversion hat die FSK16-Kennzeichnung erhalten. Gruselfans können bedenkenlos zugreifen.
 
 
 


 
 
 

FAIRYTALE – Trailer

 
 
 

 
 

Hellraiser80

 
 
 
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