Filmkritik: „Mercy Christmas – Bitte zu Tisch!“ (2017)

mercy-christmas-2017-poster
 
 
 

MERCY CHRISTMAS – BITTE ZU TISCH!

(MERCY CHRISTMAS)

Story

 
 
 

Der Angestellte eines Büros erlebt ein besonderes Weihnachten. Er gerät an eine Horde Kannibalen, die ihn zu einem Weihnachtsbraten verarbeiten wollen.

 
 
 


 
 
 

MERCY CHRISTMAS – Kritik

 
 
 
Jede Familie hat an Weihnachten ihre Traditionen. Die einen gehen in die Kirche und essen am Abend Würstchen mit Kartoffelsalat. Andere schmücken in Vorfreude den Weihnachtsbaum und verspeisen anschließend gemeinsam die Weihnachtsgans. Aber es geht unkonventioneller. Die Familie im folgenden Horrorfilm frönt nämlich anderen Leidenschaften. Die pfeift auf Karpfen, Gans und Truthahn. Stattdessen muss was Richtiges auf den Tisch: Menschenfleisch. Willkommen zu einem weiteren Horrorstreifen, der sich der besinnlichsten Zeit des Jahres annimmt und die Festtage für blutiges Massaker missbraucht. Diesmal werden aber keine mordenden Weihnachtsmänner auf Beutezug geschickt. Die haben im Falle von MERCY CHRISTMAS Sendepause, was man aber auch mal als Wohltat werten kann. Mittlerweile ist man nämlich überdrüssig von den immer gleichen Geschichten in denen sich Nikoläuse sinnfrei durch Handlungen schlachten. MERCY CHRISTMAS ist nicht weniger blutig, nimmt sich aber zu keiner Minute ernst. Ein Pluspunkt, der den Film hervorstechen lässt. Demzufolge sollte man sich nicht vom Low-Budget-Look des Trailers abschrecken lassen. Diese Splatterkomödie kann mehr, als die meisten Horrorstreifen des aktuellen Filmjahrs. Gute Aussichten also.
 
 
mercy-christmas-2017-bild-1
 
 
MERCY CHRISTMAS rückt den Einzelgänger Michael Briskett (STEVEN HUBBELL) in den Mittelpunkt. Viele Freunde hat er nicht und auch die eigene Mutter macht sich an Weihnachten lieber aus dem Staub, damit sie nicht mit dem Sohn die Festtage verbringen muss. Daher entschließt sich das Arbeitstier dazu eine kleine Weihnachtssause daheim zu veranstalten und verteilt im Büro Flyer. Doch die Feier wird ein Desaster: es kommt nämlich niemand. Als der Gastgeber enttäuscht die Tische räumen möchte, schaut doch noch jemand vorbei. Es ist die attraktive Kollegin Cindy, die Mitleid empfindet und den Eigenbrötler zum Weihnachtsschmaus bei den Eltern einlädt. Der nimmt die Einladung dankend an und erlebt die Hölle auf Erden. Die Familie der Kollegin ist zwar nett, hat aber große Pläne mit Michael. Der soll nämlich als Braten auf dem Küchentisch enden und findet sich bald im Keller mit anderen Menschen wieder, die ebenfalls verspeist werden sollen. Da ist guter Rat teuer. Doch auch Kannibalen machen Fehler. Die haben sich nämlich Opfer ausgesucht, die mit allen Wassern gewaschen sind. Da ist eine Schlachtplatte garantiert. Wer Splatter mag, kommt da auf seine Kosten.
 
 
mercy-christmas-2017-bild-2
 
 
Alle Jahre wieder – vor allem zum Ende des Jahres – wird das Genre mit Weihnachtshorrorfilmen überschwemmt. Viel bekommen wir hier in Deutschland nicht davon mit. Anders sieht es da in Übersee aus, wo bevorzugt Slasher entstehen, die das Weihnachtsfest mit blutiger Schlachterei versüßen wollen. Leider ist die in den meisten Fällen ein Reinfall, denn gute Fest-Horrorfilme sind rar geworden. Deswegen werden diese Produktionen meist nur im Entstehungsland veröffentlicht, weil man deren unterirdische Qualität Europäern nicht zumuten möchte. Die Horrorkomödie MERCY CHRISTMAS bildet da fast schon eine Ausnahmeerscheinung in der eine Kannibalenfamilie zu Tisch gebeten wird. In diesem Blutspaß werden Lachmuskeln überstrapaziert, denn der Regisseur scheint geschult im Umgang mit schwarzem Humor zu sein. Den gibt es – trotz Blut im Überfluss – reichlich, was MERCY CHRISTMAS wohlwollend vom Einheitsbrei abheben lässt. Beinahe könnte man meinen hier eine Persiflage auf amerikanische Weihnachtskomödien zu sehen, in denen heile Familienwelt übertrieben zur Schau gestellt wird bis sich die Balken biegen. Die Figuren im Film sind nämlich überzeichnet, ungewöhnlich nett zueinander und bescheren dem Film Dank Overacting einen fast schon Comic-gleichen Einschlag. So werden Opfer zerstückelt und Fleisch aus Pobacken in Filetform auf den Tisch gebracht. MERCY CHRISTMAS zieht Kannibalen-Klischees durch den Kakao, lässt Opfer über sich hinauswachsen, die sich am Ende unkonventionell zu wehren wissen. Die können sich aus den Fängen der Menschenfresser befreien und schwören blutige Rache. Auf Ernsthaftigkeit wird da gepfiffen. Stattdessen hangelt man sich von Klamauk zu Klamauk und lässt Lachtränen fließen. Da werden Gesichter in Kuchenmehl gepresst, bis die Oper zu ersticken drohen. Aber auch Bügeleisen oder Nudelholz funktioniert man in Waffen um und verwendet diese als Mordutensilien. So wird es Rot unterm Weihnachtsbaum. Fans blutiger Späße wird’s freuen. In diesem Sinne: MERCY CHRISTMAS!
 
 
mercy-christmas-2017-bild-3
 
 


 
 
 

MERCY CHRISTMAS – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Spaß und Blut – Was will das Horrorherz mehr? MERCY CHRISTMAS ist eine köstlich rabenschwarze Kannibalenkomödie vor weihnachtlicher Kulisse, die besser ist, als es der günstig zusammengeschnittene Trailer vermuten lässt. Der Streifen besitzt bissigen Wortwirz, skurrile Figuren und allerhand blutigen Schabernack, der sich zu keiner Minute ernst nimmt. Da kann man gern einen Blick wagen – vor allem weil hier immer etwas los und kaum Leerlauf vorhanden ist. Dank zügiger Inszenierung und kurzer Laufzeit entpuppt sich MERCY CHRISTMAS als unterhaltsamer und kurzweiliger Vorweihnachtssnack für kalte Wintertage vorm Kamin. Übrigens ist das Finale eine Spaßbombe. Hier reiht sich Gag und an Gag und Regisseur RYAN NELSON scheint die Floskel „kreativ Sterben“ etwas zu ernst zu nehmen. Wer’s auch an Heiligabend blutig braucht, ist mit MERCY CHRISTMAS gut beraten. Im wahrsten Sinne des Wortes ein Film für (fast) die ganze Familie.
 
 
 


 
 
 

MERCY CHRISTMAS – Zensur

 
 
 
MERCY CHRISTMAS ist zwar eine Horrorkomödie, hat aber auch einige Schauwerte zu bieten. Unkonventionell wird hier gemordet, was vor allem im Finale Freude bereitet. Es wird ein Gesicht mit einem Bügeleisen „bearbeitet“, Beine werden abgetrennt, ein Opfer wird mit Elektroschocks gequält und Punsch dient als Brandbeschleuniger. Die gezeigten Gewaltmomente besitzen zwar ironischen Unterton, sind aber doch etwas zu zeigefreudig ausgefallen. Wohl ein Grund, warum MERCY CHRISTMAS hierzulande Federn lassen musste. Anders als es der Erstentwurf des Blu-ray-Covers mit dem Uncut-Vermerk zeigt, musste der Film für eine FSK-Freigabe geschnitten werden. Die im Kaufhaus erhältliche Fassung ist leicht geschnitten. Ärgerlich!
 
 
 


 
 
 

MERCY CHRISTMAS – Deutsche Blu-ray

 
 
 
mercy-christmas-bluray

(c) Daredo | Soulfood (Blu-ray im Keepcase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Mercy Christmas; USA 2017

Genre: Horror, Thriller, Komödie

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Keine

Bild: 2.39:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 83 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (geschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Originaltrailer, Trailershow

Release-Termin: 26.10.2018

 

Mercy Christmas – Bitte zu Tisch! [Blu-ray] auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

MERCY CHRISTMAS – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Abbildungen liegen bei Daredo | Soulfood)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
We Are What We Are (20013)
 
Better Watch Out (2016)
 
Bitter Feast- Blutiges Kochduell (2010)
 
Dying Breed AU (2008)
 
Leatherface: Texas Chainsaw Massacre III (1990)
 

Filmkritik: „Das Haus am Wald“ (2015)

awaiting-2015
 
 
 

DAS HAUS AM WALD

(AWAITING)

Story

 
 
 
Zu Besuch bei komischen Menschen: Anwalt Jake soll sich nach einem Autounfall kurz im Haus von Farmer Morris und dessen Tochter ausruhen. Leider bekommt der Gast schnell davon Wind, dass diese Familie eine Gefahr für jeden unangemeldeten Besucher ist.
 
 
 


 
 
 

DAS HAUS AM WALD – Kritik

 
 
 
Blut ist dicker als Wasser – ein bedeutsames Sprichwort, das vor allem im Horrorfilm gern Verwendung findet. Dort ist es keine Seltenheit mehr, dass sich hinter der Fassade glücklicher Familien gern auch mal das Böse verstecken kann. Mit einer sehr speziellen Familie bekommt es der Zuschauer auch im Horror-Thriller DAS HAUS AM WALD (Originaltitel: AWAITING) zu tun, in dem ganz unverfroren mit der Psychokeule geschwungen und dazu rigoros geschockt wird. Für den britischen Genrebeitrag zeichnet MARK MURPHY verantwortlich. Der hat zuvor hauptsächlich Drehbücher für britische TV-Serien geschrieben, die er als Regisseur auch gleich eigenhändig verfilmt hat. Mit DAS HAUS AM WALD wechselt er quasi vom TV ins Kinofach über und bannt seine Leidenschaft zum Genre auf Zelluloid. Obwohl er damit Neuland betritt überrascht die souveräne Inszenierung, denn DAS HAUS AM WALD ist zur Abwechslung kein Horrorfilm von der Stange. Regisseur MARK MURPHY erweist sich als talentierter Geschichtenerzähler, fesselt mit stetig wachsendem Spannungsbogen und geizt nicht mit blutigen Ideen. Letztere dürften der Gewaltfraktion zusagen. Die bekommt im Finale deftige Schauwerte geboten, welche in ihrer professionellen Machart schmerzhaft anzusehen sind.
 
 
awaiting-2015-bild-2
 
 
DAS HAUS AM WALD erzählt die Geschichte des Anwalts Jake (RUPERT HILL). Der findet sich nach einem Autounfall im Haus von Farmbesitzer Morris (TONY CURRAN) und dessen attraktiven Tochter Lauren (DIANA VICKERS) wieder. Leider lebt man dort nach anderen Regeln. Nicht nur, dass Weihnachten im September gefeiert wird; Gast Jake stellt schnell fest, dass Vater und Tochter ein eher abnormales Verhältnis zueinander pflegen. Als der das Haus nach seiner Genesung verlassen möchte, nehmen die Dinge ihren Lauf. Vater Morris versucht alles daran zu tun, den aufmüpfigen Gast nicht gehen zu lassen. Das hat seine Gründe, denn das Familienoberhaupt behütet ein furchtbares Geheimnis von dem besser niemand erfahren sollte.
 
 
awaiting-2015-bild-1
 
 
Schön, dass es sie gibt! Diese kleinen fiesen Indie-Produktionen von denen man wenig erwartet und die letztendlich härter treffen, als Prominent besetzte und hochbudgetierte Dutzendware. Eine Spirale des Schreckens wird hier in Gang gesetzt, die nach und nach zum Vorschein bringt, was lang verborgenen gehalten wurde. Drei hervorragende Darsteller tragen das Horrorstück und glänzen mit beachtlichen Leistungen. Allen voran TONY CURRAN, der als hingebungsvoller Vater schnell offen legt, dass ihn ihm ein unberechenbarer Psychopath schlummert, dem jedes Mittel recht ist, um seine Familie zu schützen. Ihm steht RUPERT HILL als ahnungsloses Opfer gegenüber, der vehement versucht einen Keil zwischen seine Peiniger zu treiben, um einem morbiden Gefängnis entfliegen zu können. Schnell erreicht die Konfrontation ihren Höhepunkt und gipfelt in einem blutigen Albtraum, in dem Macher MARK MURPHY mit einem feinen Gespür fürs Makabre zeigt, wie einfach man dank des Computers menschliche Gliedmaßen verschwinden lassen kann. So wird mit Hilfe eine Gitarrensaite – tricktechnisch beachtlich – ein Fuß abgetrennt und lässt jene Szene aus SAW Revue passieren, in der sich Filmopfer CARY ELWES (TWISTER und SHADOW OF THE VAMPIRE) auf ähnliche Weise seines Fußes entledigen musste, um das eigene Leben retten zu können. Das ist zwar heftiger Tobak und nicht jedermanns Sache. Trotz unappetitlicher Szenen und überflüssiger Schlusspointe ist DAS HAUS AM WALD unterm Strich weitaus besser als das, was man sonst im Horrorbereich vorgesetzt bekommt. Dafür darf man Regisseur MARK MURPHY an dieser Stelle Dank aussprechen.
 
 
awaiting-2015-bild-3
 
 


 
 
 

DAS HAUS AM WALD – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
SAW meets MISERY: Wenn Menschen gegen ihren Willen gefangen gehalten werden und sich im Überlebenskampf ihrer Gliedmaßen abtrennen müssen. DAS HAUS AM WALD oder im Original AWAITING gehört zweifelsohne zum Besten, was das Horror-Genre im Filmjahr 2015 hervorgebracht hat. Der Psychotrip überzeugt mit unbequemer Spannungsschraube, die Regisseur MARK MURPHY mit gnadenloser Härte minütlich fester dreht. In diesem Psychothriller wird ein vermeintlicher Rettungsversuch zur tödlichen Falle aus der es kein Entkommen gibt. Drei talentierte Schauspieler lassen die Situation eskalieren und sorgen dafür, dass DAS HAUS AM WALD packend bis zum Schluss bleibt. Horror aus Großbritannien – hart, fesselnd und nicht so schnell zu durchschauen. Bitte mehr davon!
 
 


 
 
 

DAS HAUS AM WALD – Zensur

 
 
 
Die gezeigte Gewalt im Film ist nicht ganz ohne. Vor allem im Finale geht es heftig zur Sache. Höhepunkt ist eine Szene in der ein Fuß mit einer Gitarrensaite abgetrennt wird. Die Kamera hält schonungslos drauf und protokolliert jedes Detail. Weiterhin gibt es einen Kopfschuss zu sehen, Äxte werden in Körper geschlagen und Arme mit einer Säge zurechtgestutzt. Hierzulande wurde DAS HAUS AM WALD (OT: AWAITING) deshalb erst für Erwachsene freigegeben werden. Das Cover besitzt einen roten FSK-Flatschen: keine Jugendfreigabe und ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

DAS HAUS AM WALD – Deutsche Blu-ray

 
 
 
das-haus-am-wald-bluray

(c) Studio Hamburg (Blu-ray im Keepcase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Awaiting; Großbritannien 2015

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DD 2.0, Englisch DD 2.0

Untertitel: Keine

Bild: 2.39:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 95 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Originaltrailer, Trailershow

Release-Termin: 26.10.2018

 

Das Haus am Wald [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

DAS HAUS AM WALD – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken und Packshot liegen bei STUDIO HAMBURG)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Harvest (2013)
 
American Gothic (1988)
 
The Strange Vengeance of Rosalie (1972)
 
Das düstere Haus (1965)

Filmkritik: „Kill, Granny, Kill!“ (2014)

kill-granny-kill-2014
 
 
 

KILL, GRANNY, KILL!

Story

 
 
 
KILL, GRANNY, KILL erzählt die Geschichte einer Killer-Oma, die im Keller ihres Hauses blutigen Hobbys nachgeht und sichtlich Spaß daran hat diese auszuleben.
 
 
 


 
 
 

KILL, GRANNY, KILL! – Kritik

 
 
 
KILL, GRANNY, KILL ist eine dieser semiprofessionellen Videoproduktionen, die wohl zu Hochzeiten der Videokassette Kultstatus genossen hätte, weil das Machwerk so abgrundtief schlecht ist, dass der Videoquatsch sogar ein paar Schmunzler entlocken kann. Sichtlich an die frühen Erfolge der Trash-Schmiede TROMA angelehnt, haben sich hier ein Paar Fans des finsteren Genres zusammengetan und einen hölzernen Film gemacht, der erfahrene Horrorzuschauer vermutlich an den belgischen Splatter-Streifen RABID GRANNIES auf schlombiesfilmbesprechungen.net zurückerinnern lässt. Der fand ebenfalls bei TROMA ein adäquates Zuhause und hämmerte sich vor allem durch schwarzen Humor und heftige Gewaltmomente ins Gedächtnis. In KILL, GRANNY, KILL sind es jedoch nicht diabolische Großmütter, die ihre Gäste verspeisen. Hier entpuppt sich eine Alte (DONNA SWENSEN) als nächster Leatherface und bringt Menschen mit dem Beil um die Ecke, damit die ermordeten Opfer hinterm Haus gehäutet und filettiert werden können. Das bekommt auch die sexhungrige Abby Daniels (ALICIA M. CLARK) zu spüren. Die landet nach einem kurzen Bewerbungsgespräch im Kochtopf der Rentnerin, weil sie sich als neue Haushälterin partout nicht an die Hausordnung ihrer Arbeitgeberin halten möchte.
 
 
kill-granny-kill-bild-1
 
 
B wie billig und T wie Trash. Wirklich ernstnehmen kann man dieses überflüssige Sammelsurium peinlicher Albernheiten keineswegs. Einerseits sind Schauspiel, Inszenierung und Effekte jenseits von Gut und Böse. Andererseits nimmt sich der Film selbst auf die Schippe, so dass die unzureichende Technik kaum ins Gewicht fällt. Trotzdem sollte man schon eine gewissen Leidenschaft für diese Art von Filmen mitbringen, denn das kommerzverwöhnte Horrorpublikum wird mit einem günstige gemachten Amateurfilm wie KILL, GRANNY, KILL wohl kaum etwas anzufangen wissen. Die Geschichte des Films ist so abgenutzt, wie die Videobänder jener Zeit und ein Drehbuch war offensichtlich nicht von Nöten, da die rudimentäre Handlung auf einem Bierdeckel Platz gefunden hat. Immerhin wird die Gewaltfraktion mit knappen Goreeinlagen zufriedengestellt. Die dürfte sich am ungeschliffenen Look und den technischen Defiziten ohnehin kaum stören, sorgt Regisseur JACOB ENNIS für genug Blut und Baumarkteffekte, damit es jenen Horrorfans nicht langweilig wird.
 
 
kill-granny-kill-bild-3
 
 
Auch wenn mit schmerzhafter Kastration, blutiger Enthauptung und etwas Sex gelockt wird bleibt am Ende die Erkenntnis, dass KILL, GRANNY, KILL einfach dreißig Jahre zu spät über die heimischen TV-Apparate flimmert. Der Funke will trotz Retro-Gefühl nicht überspringen, was wohl in erster Linie daran liegen mag, dass mittlerweile selbst im No-Budget-Sektor Besseres geboten wird. Hier haben in letzter Zeit viele ambitionierte Filmschaffende bewiesen, dass man auch mit wenig Kapital sehenswertes Kinofutter entstehen lassen kann. Vergleicht man die hier vorgestellte Horrorkomödie mit vielen dieser liebevollen Horrorproduktionen bleibt das Gefühl nicht aus, dass man das Budget für diesen Film wohl hätte auch die Toilette hinabspülen können. Trotz aller Liebe zum Horrorfilm: KILL, GRANNY, KILL kann absolut gar nichts. Einfältiger und dilettantischer Schlamassel – unterirdisch und schwachsinnig.
 
 
kill-granny-kill-bild-2
 
 


 
 
 

KILL, GRANNY, KILL! – Fazit

 
 
 
3 Punkte Final
 
 
 
Wenn Oma das Töten nicht lassen kann – KILL, GRANNY, KILL ist eine etwas andere Interpretation des beliebten TEXAS CHAINSAW MASSACRE. Leatherface wurde hier gegen eine gebrechliche Alte ausgetauscht, die dem Killer-Kollegen in Sachen Brutalität versucht das Wasser reichen. Mit viel schwarzem Humor und Mut zur Albernheit bringt sie all jene um die Ecke, die ihr vors Hackebeil kommen und schneidet ihnen das Fleisch von den Knochen, damit der Kühlschrank mit Vorräten gefüllt werden kann. Trotz netter Gewaltmomente ist KILL, GRANNY, KILL nur eine lieblose Hommage an längst vergessene VHS-Glanzjahre, die schludrig und unprofessionell auf Film gebannt wurde. Charme sucht man vergebens und die halbherzige Inszenierung dürfte wohl eher zum schnellen Abschalten dieses Amateur-Blödsinns bewegen. Das Schauspiel ist erbärmlich, das Drehbuch hirnrissig und die musikalische Untermalung nicht immer passend. In Anbetracht dessen, dass es viele Indie-Regisseure gibt, die viele Herzblut in ihre No-Budget-Streifen investieren ist das, was dem Horrorfan in KILL, GRANNY, KILL zugemutet wird schon als Dreistigkeit vor dem Herrn zu betiteln. Wer Großmütter und Hausfrauen bei ihrer täglich blutigen Arbeit begleiten möchte, sollte dann doch lieber Streifen wie FLESH EATING MOTHERS oder RABID GRANNIES aus dem Filmregal holen und in den Player legen. Die sind zwar auch nicht sonderlich perfekt, bringen aber jenes Videogefühl auf die Mattscheibe zurück, an das sich Filmfans älteren Semesters noch gut erinnern dürften. Übrigens sollte man sich am Ende den Spaß machen und die Namen im Abspann zählen. Es scheint doch sehr kurios, wie viele Menschen an KILL, GRANNY, KILL beteilt gewesen sein sollen.
 
 


 
 
 

KILL, GRANNY, KILL! – Zensur

 
 
 
Ein abgeschnittener Penis, eine blutige Enthauptung, ein etwas anderer Luftröhrenschnitt und ein paar kleine Beilhiebe dürften der Horrorkomödie in Deutschland den roten FSK-Flatschen einbringen. Der Film ist trotz Splattereinlagen nicht sonderlich hart ausgefallen und dürfte hierzulande in ungeschnittener Form erscheinen – keine Jugendfreigabe!
 
 


 
 
 

KILL, GRANNY, KILL! – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Rabid Grannies (1988)
 
Flesh Eating Mothers (1988)
 
Texas Chainsaw Massacre (1974)

Filmkritik: „Blood Diner“ (1987)

blood-diner-1987
 
 
 

BLOOD DINER

Story

 
 
 
In einem amerikanischen Schnellrestaurant geht’s hart zur Sache. Aber der Reihe nach: Vor zwanzig Jahren bringt der irre Anwar der obskuren altägyptischen Göttin seiner Wahl, Sheetar heißt die Gute, Menschenopfer. Bis ihm die Polizei eines schönen Tages den Deckel drauf macht. Zum Glück (?) hat der Psychopriester seinen beiden Neffen eine halbwegs ordentliche Okkultisten-Ausbildung angedeihen lassen, so dass die Burschen jetzt dort ansetzen können, wo der Onkel gezwungenermaßen aufhören musste. Zeitgemäß führen die beiden jetzt ein beliebtes vegetarisches Restaurant. Den Onkel, na ja, sein Gehirn zumindest, haben sie schon wiedererweckt, weiter geht die religiöse Betätigung mit der alten Pyramidenhexe. Aus Leichenteilen wollen sich die Brüder ihre Sheetar-Gottheit basteln und eine große Zeremonie mit zombifizierten Restaurantbesitzern veranstalten. Wenn das die ernährungsbewussten Gäste wüssten..

 
 
 


 
 
 

BLOOD DINER – Kritik

 
 
 
Wenn das gerade Gelesene jetzt wie BLOOD FEAST (1963) oder allgemein den frühen Splatterfilmen von Herschell Gordon Lewis klingt, dann ist das hier ausnahmsweise weder Zufall noch ungeschickt kaschierte Drehbuchklauerei. Regisseurin Jackie Kong wollte mit BLOOD DINER tatsächlich die Fortsetzung zum erwähnten Ur-Splatterfilm drehen. Der zum Plan passende Alternativtitel BLOOD FEAST II kursiert zwar, ist aber eine eher inoffizielle Sache, BLOOD DINER damit mehr Tribut als Teil des Franchises. Die chinesisch-amerikanische Regisseurin war in den Achtzigern an vorderster Front der Lewis-Bewunderer. Damals, als die Filmjournalisten-Welt den findigen Filmemacher aus Chicago langsam aber sicher in den Status des ernstzunehmenden Autoren emporschrieb, lebte Jackie Kong in Kalifornien und zollte ihrem großen Vorbild filmisches Tribut. Mit BLOOD DINER ist ihr das auch ganz vortrefflich gelungen. Später siedelte sie nach Deutschland über und vertrieb raubkopierte Videokassetten von Lewis Filmen.
 
 
blood-diner-bild-3
 
 
In BLOOD DINER wird eine Mixtur serviert, die seit den Gory Eighties nur selten nicht von Erfolg gekrönt bleiben sollte. Kruder, detailversessen drastisch zur Aufführung gebrachter Spezialeffekt-Splatter mit Humoreinlagen, die durch die Bank vollkommen jenseits des guten Geschmacks angesiedelt sind und den leichter zu beeindruckenden Zuschauer abwechselnd kichern oder würgen lassen sollen. Auf diesem Rezept fußt das Gesamtkonzept der New Yorker Troma-Films bis heute. Peter Jacksons Frühphase mit BAD TASTE oder BRAINDEAD und Kultfilme wie RE-ANIMATOR basieren ebenfalls auf dieser Prämisse. Im Gegensatz zu vielen einfach nur anstrengend schrillen Gore-Bomben mit taktlosem Humorzwang, die man bei halbwegs gesundem Hirn nach fünfzehn Minuten aus dem Player nehmen und in der Mitte durchbrechen möchte, besitzt BLOOD DINER aber tatsächlich eine Rechtfertigung. Die nämlich als Tributfilm einer in der Geschichte des B-Films bewanderten Regisseurin, als frühes Beispiel des Untergenres Funsplatter und als dunkelschwarze Horrorkomödie, die sogar funktioniert.
 
 
blood-diner-bild-1
 
 
BLOOD DINER war zu VHS-Zeiten und sogar den Anfangstagen digitalen Heimkinos schwer verstümmelt. Nachdem dann modernerer, festivalerprobter Funsplatter zu einem respektablen Einkommensfeld für verschiedenste Publisher hierzulande geworden war, durfte auch das heimische Publikum in den Genuss der vollen Schlachtplatte aus dem Hause Kong kommen. Ein Vintage-Produkt nennt man das in der Feinkost dann wohl.
 
 
blood-dinner-bild-2
 
 
 


 
 
 

BLOOD DINER – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Debiler Humor ohne Rücksicht auf Geschmacksgrenzen, wirklich schweinisch-drastische Metzeleffekte und die nicht zu verleugnende Stimmung seiner Entstehungszeit. BLOOD DINER ist ein Freunden von Llyod Kaufmanns Film-Psychiatrie Troma und Funsplatter-Fans klar empfohlenes Filmchen aus vergangenen Tagen.
 
 
 


 
 
 

BLOOD DINER – Zensur

 
 
 
BLOOD DINER wurde zu VHS-Hochzeiten von der FSK ab 18 Jahren freigegeben und wurde ungewöhnlicherweise nicht indiziert. Dennoch musste der Film für eine Freigabe Federn lassen. Der erste ungeschnittene DVD-Release erfolgte über das deutschsprachige Ausland (Label: DRAGON) und war ungeprüft. Für eine reguläre, deutsche DVD-Veröffentlichung im Jahr 2009 bemühte man sich um eine Neuprüfung und konnte eine Jugendfreigabe für die ungeschnittene Fassung bewirken: FSK 16. Auch die nun erhältliche HD-Version steht ungeschnitten im Handel und kann bereits von Jugendlichen gekauft werden.
 
 
 


 
 
 

BLOOD DINER – Deutsche Blu-ray

 
 
 
Blood-Diner-Bluray

(c) New Vision Films / Edel Germany (Kaufhaus-Fassung im KeepCase)

 
blood-diner-mediabook

(c) CMV (Mediabook – limitiert auf 250 Stück)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Blood Diner; USA 1987

Genre: Horror, Komödie

Ton: Deutsch DD 2.0, Englisch DD 2.0

Untertitel: Keine

Bild: 1,78:1

Laufzeit: ca. 88 Min.

FSK: FSK 16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover | Mediabook (auf 250 Stück limitiert)

Extras: Trailershow

Release-Termin: KeepCase-Variante: 27.03.2015 | Mediabook-Variante: 24.04.2015

 

Blood Diner [Blu-ray KeepCase-Variante] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

BLOOD DINER – Trailer

 
 


 
 
 

Christian Ladewig

Die Rechte aller für die Review verwendeten Bilder liegen bei NEW VISION FILMS / EDEL GERMANY

 
 
 
Ähnche Filme:
 
American Burger (2014)
 
Braindead (1992)
 
Bad Taste (1987)
 

Filmreview: „Omnivoros – Das letzte Ma(h)l“ (2013)

Omnívoros  2013
 
 
 

OMNIVOROS – DAS LETZTE MA(H)L

Story

 
 
 
Ein renommierter Restaurant-Kritiker und Schriftsteller gerät an ein ominöses Lokal, das seinen gut zahlenden Kunden Menschenfleisch zum Verzehr anbietet …
 
 
 


 
 
 

OMNIVOROS – Kritik

 
 
 
Bereits Anfang der 1970er kam der Kannibalenfilm durch UMBERTO LENZIS MONDO CANNIBALE (1972) in Mode und zog bis weit in die 80er Jahre hinein diverse, vorwiegend von italienischen Filmemachern inszenierte Duplikate nach sich. Zu einem der wohl bekanntesten Beispielen dieses Subgenres gehört zweifelsohne NACKT UND ZERFLEISCHT (OT: CANNIBAL HOLOCAUST), der vom italienischen Schmuddel-Regisseur RUGGERO DEODATO gedreht, 1980 in die Kinos gebracht wurde und bis heute den Höhepunkt des Kannibalengenres ausmacht. Der Streifen geriet nicht nur aufgrund der üblen Tiertötungsszenen in Kritik, sondern weckte ebenso schnell das Interesse der weltweiten Zensurbehörden. Immerhin war der Film trotz Kontroversen ein Erfolg und schwemmte genügend Geld in die Kinokassen. Mit MONDO CANNIBALE 4 – NACKT UNTER WILDEN erschien 1984 der letzte große Menschenfresserfilm in den Lichtspielhäusern; danach war die Kuh gemolken. Immerhin hat das zweifelhafte Filmthema in den letzten Jahren wieder an Bedeutung gewonnen, wenn auch in Symbiosen mit anderen Subarten innerhalb des Horror-Genres. Primitive Kulturen, die sich in Exploitationfilmen gierig an den Innereien ihrer Opfer laben, hat man jedoch seit den Höhepunkten des Kannibalenfilms nicht mehr im Heimkino gesehen. Der Menschenfleisch fressende Gourmet von Heute ist nämlich zivilisiert und kultiviert, so dass er sich mit Stil durch die Körper seiner Beute frisst. Ganz nach dieser Devise geht es auch in OMNIVOROS (was soviel heisst, wie ALLESFRESSER) zugange – ein spanischer Film, der jetzt auch außerhalb der Landesgrenzen verdiente Aufmerksamkeit erhaschen dürfte. Für das eher Grusel erprobte Land am Mittelmeer Premiere, betritt man nach eher subtilen Schauermärchen wie JULIAS EYES (2010), DAS WAISENHAUS (2007) und SLEEP TIGHT (2011) mit OMNíVOROS (so der Originatitel) Neuland im Kannibalensektor. Ganz so zaghaft, wie anfänglich vermutet, sind die ersten Gehversuche auf diesem Gebiet wahrlich nicht, denn zimperlich geht es im Zweitwerk des Spaniers ÓSCAR ROJO nämlich nicht vonstatten. Wie bereits in seinem Debüt BRUTAL BOX (2011) hält der Filmemacher auch in seinem neusten Schaffen der Gesellschaft den Spiegel vor. Diesmal sind es jedoch nicht die sozial Benachteiligten, die zum Mittelpunkt des Films werden, sondern die gutbürgerlichen Snobs, die meinen, sich mit Geld jeden noch so kranken Wunsch erfüllen zu müssen. Die Fragen der Moral und ihre Grenzen bilden in OMNIVOROS den Grundplot für ein übelkeiterregendes Drei-Gänge-Menü, das aber mehr Horrorfilm ist, als ernstzunehmende Gesellschaftsstudie.
 
Der Film handelt von Matarife (PACO MANZANEDO), der als Kind mit ansehen musste, wie die Mutter jämmerlich verstorben ist. Verwandte hatte er keine, so dass er sich kurzerhand dazu entschloss, an den toten Knochen der Mutter zu nagen. Viele Jahre später arbeitet er für eine ominöse Gesellschaft, die in einem geheimen Restaurant gut zahlenden Kunden Spezialitäten aus Menschenfleisch auftischt. Weil es „von“ Mutti zu gut geschmeckt hat, übernimmt er dort auch gleich das Schlachthandwerk. Materife fängt Menschen von der Straße und zerteilt deren Fleisch in mundgerechte Häppchen, damit die Gäste nicht zu schwer zu kauen haben. Auch Kritiker und Schriftsteller Marcos Vela (MARIO DE LA ROSA) erfährt vom geheimen Restaurant. Er schläft sich nicht nur durch die Betten flüchtiger Bekanntschaften, sondern hat sich zudem auch auf das Rezensieren skurriler Gasthäuser spezialisiert. In der Hoffnung, die Top-Story gewittert zu haben, kontaktiert er die Betreiber der Lokalität und findet sich wenig später auf einem riesigen Anwesen wieder, auf dem das Festmahl gehalten werden soll. Doch die anfängliche Freude am Beruf vergeht dem smarten Undercover-Journalisten recht schnell, denn die zwielichtigen Köpfe der Organisation verstehen absolut gar keinen Spaß.
 
Serranoschinken einmal anders. ÓSCAR ROJO bringt mit seinen OMNIVOROS die spanische Antwort des KOCHDUELLS in die internationalen Wohnzimmer. Der unabhängige Horror-Thriller ist ganz schön harter Tobak, auch wenn man hier weitaus weniger Gewalt und Gekröse zu sehen bekommt, wie zuletzt in den diversen mittelmäßigen Horrorstreifen aus dem unkreativen Amerika. Auch die Europäer wissen, wie böse Filme gemacht werden und haben vor einigen Jahren in Folge des erneut aufgeköchelten Terrorkinos aus Frankreich bewiesen, wie Horror im neuen Jahrtausend auszusehen hat: pikant und deftig. Der Sprung vom subtilen Gruseln hin zum schroffen Horror-Thrill hat Spanien eindeutig mit Bravour bewiesen, denn OMNIVOROS ist ein neumodischer Schocker, der aufgrund der kurzen Torturszenen nicht jedermanns Sache sein dürfte. Wenn das Schlachtgut in die sterile Küche gezerrt und mit kochendem Wasser übergossen wird und wenn Messer in Hauptschlagadern gestochen werden, damit die Opfer ausbluten können, wähnt sich der HOSTEL-vertraute Horrorfan direkt im Filmparadies. Den übrigen Zuschauern dürfte bei derart fragwürdiger Problematik ganz schnell der Appetit an OMNIVOROS vergehen, ist der Ton in diesem Machwerk unbequem und bedrohlich. Auch wenn die gemeinen Momente ihre Wirkung nicht verfehlen, kränkelt OMNIVOROS mal wieder an seinen Protagonisten. Die agieren zwar ganz geschickt; bleiben aber, wie meist üblich im Horrorfilm, größtenteils eindimensional und farblos. Sympathien bleiben da auf der Strecke, so dass der überraschende Rachepart fast schon gelegen kommt und am Ende jedes Mitglied der geldgeilen Sippe ins Jenseits befördert wird. Matarife – The Butcher, die vermutlich einzig interessante Figur im Film lässt viele Fragen zurück. Der wortkarge Charakter scheint vom Leben gezeichnet und ist wie sein Berufsgenosse LEATHERFACE (TEXAS CHAINSAW MASSACRE) einzig der Handlanger jener Arbeiten, für die sich der übrige Rest zu schade ist. Der überlebt zwar am Ende; auf welchem dubiosen Weg er überhaupt zu jener ominösen Gesellschaft gekommen ist und wie er nun sein Leben bestreiten soll, bleibt mal wieder ungeklärt – die Fortsetzung wird es schon richten.
 
 
 


 
 
 

OMNIVOROS – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Spanisches Fingerfood: OMNIVOROS – DAS LETZTE MA(H)L ist die spanische Antwort auf HOSTEL. Hier wird nicht gegen Kohle gefoltert, sondern hier können Snobs Menschen gegen Geld direkt vor Ort verspeisen. ÓSCAR ROJO hat eine ziemlich unbequeme und neumodische Kannibalengroteske gedreht, die für ungeübte Horrorfans zwar hart anzuschauen ist, dafür aber nicht mit gesellschaftkritischen Tönen geizt. Spannend, unvorhersehbar und kurzweilig ist das Teil gerade aufgrund seiner unverbrauchten Thematik allemal, so dass OMNIVOROS für all jene empfehlenswert ist, die eine Leidenschaft für deftige Mahlzeiten besitzen.
 
 
 


 
 
 

OMNIVOROS – Zensur

 
 
 
Für einen Kannibalenfilm ist OMNIVOROS erstaunlich zurückhaltend, was aber nicht heißen soll, dass es hier nicht auch ganz schön schroff zur Sache geht. Bevor das menschliche Fleisch verspeist werden kann, müssen die Opfer nämlich noch allerhand unangenehme Prozeduren über sich ergehen lassen, so dass OMNIVOROS – DAS LETZTE MA(H)L hierzulande ungeschnitten mit KJ-Stempel auf DVD und Blu-ray erschienen ist.
 
 
 


 
 
 

OMNIVOROS – Deutsche Blu-ray

 
 
 
Omnivoros - Das letzte Ma(h)l - Blu-ray

(c) MAD DIMENSION

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Spanien; Omnivoros 2013

Genre: Thriller, Horror

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Spanisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.78:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 85 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Trailershow

Release-Termin: 27.06.2014

 
 
 

Omnivoros – Das letzte Ma(h)l [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

OMNIVOROS – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnche Filme:

Butcher Boys (2012)

We Are What We Are (2013)

Wir sind was wir sind (2010)

Ravenous – Friss oder stirb (1999)

Cannibal (2006)

Überleben (1993)

Hannibal (2001)