Filmreview: „Wrong Turn 5 – Bloodlines“ (2012)

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Wrong Turn 5 – Bloodlines

Story

 
 
 
Es ist Halloween und in einer kleinen Stadt in West Virginia finden sich kostümierte Menschen zusammen um das sagenumwobene „Mountain Man“-Musikfestival zu feiern. Auch eine Gruppe feierfreudiger Jugendlicher macht sich auf den Weg in das kleine idyllische Örtchen.Doch als sie auf dem Weg zu jener Feierlichkeit einen einsamen Landstreicher mit dem Fahrzeug streifen, ahnen sie noch nicht, wen sie da versehentlich versucht haben in Jenseits zu befördern. Der ominöse Fremde (Doug Bradley) scheint das Familienoberhaupt einer äußerst gefährlichen Inzucht-Bande zu sein, die sich die Zeit damit vertreibt, ahnungslosen Touristen in den Tod zu meucheln, um sich an deren Fleisch zu bedienen.
 
 
 


 
 
 

Wrong Turn 5 – Bloodlines – Kritik

 
 
 
Nachdem Filmfreunde aus aller Welt vor einiger Zeit in einschlägigen Diskussions-Foren von der gelüstgen Kunde einer weiteren Fortsetzung des „Wrong Turn“-Franchise lesen durften, haben sich vermutlich Millionen Fans des düster-gebeutelten Genre-Film gefragt, warum Filmstudio 20th Century Fox der Allgemeinheit einen weiteren Teil dieses cineastischen Abfalls zumuten möchte. Die Antwort auf diese Frage scheint vollkommen offensichtlich, denn vermutlich müssen einfach zu viele „Volltrottel“ den desaströsen Vorgänger gekauft haben, sodass es für Fox lukrativ schien mit „Wrong Turn 5. – Bloodlines“ einen weiteren Ableger dieser vollkommen totgefilmten Scheiße (Entschuldigung, aber ich finde keine nett umschreibenden Gesten mehr für diese unterbelichtete Film-Reihe) in Produktion geben zu müssen. Dem Filmstudio kam dabei eine relativ „verrückte“ Idee in den Sinn, mit welcher Regisseur Declan O’Brien („Wrong Turn 4„) es nun letztendlich gelingen könnte, den bisherigen Gegebenheiten dieser Horror-Serie frischen Wind einzuverleiben. Statt die Geschichte rund um die ominöse Kannibalen-Sippschafft weiterzuspinnen, wurden die bisherigen Geschehnisse einfach aus dem Gedächtnis der Produzenten gestrichen und das Grundgerüst der Story zu einem billigen Remakes zusammengezimmert.
 
Die fünfte Reise in die Hölle der niveaulosen Absurditäten erzählt von einer neuen geistig umnebelten Familie, die ebenso wie ihre Vorgänger, nichts anderes im Sinn zu haben scheint, als den Zuschauer an den Rande des Wahnsinns zu langweilen und empfindsame Gemüter zur Öffnung des Toilettenbeckens zu treiben. Der Zuschauer darf dem unglaublich sadistischen Treiben der Sippe beiwohnen und dabei zuschauen, wie die robuste Bande einem ausgehungerten Mädchen die eigenen Gedärme in den hungrigen Schlund stopft, wie die Kreaturen mit Hilfe einer Ackerpflug-Maschine einem jungen College-Burschen den Kopf kürzer scheren und wie einem hormongesteuertem Muskelprotz die Knie dank Amboss-Hammer-Massage pflegeleicht weich „geklopft“ werden. Gorehounds werden vermutlich ihre helle Freude an diesem zeitweise enorm derben Splatter-Quark haben, denn hier geht es, wie bereits in „Wrong Turn 4 – Bloody Beginning“, heftig ungeniert brutal vonstatten. Der Blutzoll ist streckenweise derart zeigefreudig und der Sadismus wird derart nervig-ausgewalzt zelebriert, dass bereits jetzt schon eine ungeschnittene deutsche Freigabe zurecht ausgeschlossen werden darf. Aufgrund der bisher miesen CGI-Effekte in den Teilen 2-4 und der begründeten Kritik seitens der Horror-Fans, darf es dem interessierten Filmfreund eventuell freuen, dass dem Gewimmer der Fanbase Gehör geschenkt wurde, und im aktuellen Streifen vorwiegend hausgemachter Splatter über die Mattscheibe trieft.
 
Immerhin scheint Regisseur Declan O’Brien aus den Vergehen seines unsagbar schlechten, vierten Teils dazugelernt zu haben. „Wrong Turn 5 – Bloodlines“ ist nicht ganz so derber Müll geworden wie anfänglich gedacht. Im Vergleich zu den bisherigen Fortsetzung darf man getrost sagen, dass „Wrong Turn 5“ sogar einen positiven Floh-Sprung nach vorn gemacht hat. Sollten sich die Qualitäten der bald folgenden Sequels (das Ende des aktuellen Sequels ist „überraschenderweise“ offen) ebenso halbwegs positiv fortsetzen, kann man vermutlich davon ausgehen, dass die „Wrong Turn“-Reihe spätestens bei Teil 30 die nennenswerten Qualitäten des Original-Films erneut erreicht haben dürfte.
 
Vermutlich mag die positive Kehrtwende der Horror-Reihe in der Besetzung des Vaters der drei Freak-Hohlbirnen liegen. Denn die Rolle dieses abgebrühten Filmbösewichts übernahm keinem geringerer als Doug Bradley („Hellraiser“), der zwar in der Horrorfilmszene bereits zum alten Eisen gehört, sich aber durch die Darstellung des „Pinheads“ in der Clive Barker Verfilmungen „Hellraiser“ und dessen mehr oder weniger sehenswerten Fortsetzungen, weltweit einen Namen gemacht hat. Nachdem Doug Bradley als bisheriger „Hellraiser“-Darsteller für das Filmstudio „Dimension“ keinen lukrativen Nutzen mehr darstellte und er in die ewigen Jagdgründe befördert wurde, schien Bradley nach einem neuen Standbein Ausschau gehalten und seine Bestimmung in der ungenießbaren „Wrong Turn“-Reihe gefunden zu haben. Die Rolle des widerlichen, charismatischen und unberechenbaren Familienoberhaupts steht ihm ersichtlich gut. Tut aber dennoch keinen Abbruch, dass dem Horrorfilmfreund die Seele bluten dürfte, wenn er darüber nachdenkt, dass eine sollche Kult-Größe sich in einem derart miesen C-Movie verbraten lässt. Dass er sich neben den teilweise unzureichend talentierten und beliebig austauschbaren Jungdarstellern reichlich unterfordert fühlt, sieht man Bradley im Verlauf der Handlung des öfteren offensichtlich an. Immerhin sollte man Regisseur Declan O’Brien zugute kommen lassen, dass er diesmal zumindest auf eine halbwegs vorzeigbare Schauspieler-Riege zurückgreifen kann. Die handvoll Nachwuchsschauspieler sind nicht ganz so unfähig, wie zuletzt im Teil davor. Dennoch scheint O´Brain mit seinem bekannten Zugpferd „Bradley“ und vermutlich dessen horrender Gage auch finanziell katastrophal aus den Vollen geschöpft zu haben, sodass für essenzielle Dinge demnach kaum noch Produktionsbudget zur Verfügung gestanden haben muss. Das wird vor allem im Make-up Design der Kreaturen und dem faden Setting deutlich. Das Masken-Design der Flachpfeifen von Mutanten gestaltet sich bei genaueren Betrachten als Marke „in der Grundschule selbstgebastelt“ und teilweise schauen die Freaks eher so aus, als hätten sie mit halbseitiger Gesichtslähmung zu kämpfen. Hinzu kommt, dass man sogar aufgrund der schlechten Masken nur selten als Zuschauer verstehen kann, was die Missgeburten da überhaupt in ihrer eigenwilligen Sprache in den nichtvorhandenen Bart murmeln.
 
Mit „Wrong Turn 5 – Bloodline“ hat es Regisseur Declan O’Brien nicht ansatzweise geschafft überhaupt etwas Neues zu erzählen. Die ewig gleiche Geschichte, spielt sich auf ewig gleiche Weise ab. Da nützt es Declan O’Brien leider auch nicht, mit Doug Bradley eine der beliebtesten Horror-Ikonen zur Cast-Riege zählen zu dürfen. Immerhin macht gerade der Auftritt Bradleys den aktuellen „Neuanfang“ halbwegs erträglich. Wie schon als „Pinhead“ in „Hellraiser“ schafft er es eine geheimnisvolle bösartige Aura um die von ihm besetzte Figur zu weben. Dass aufgrund Bradleys Gage vermutlich kaum noch „Dollars“ für das Wesentliche vorhanden gewesen sein müssen, sieht man dem trostlosen Setting bereits nach nur wenigen Film-Minuten an. Der Ort des Geschehens schaut überaus monoton und unwirklich aus, was auch daran liegen mag, dass die Straßenzüge und Häuser der fiktiven Stadt den Anschein von gewöhnlich bemalter Pappe haben. Splatter-Freunde werden einmal mehr Gefallen an den teilweise recht schmerzvollen F/X finden, die zudem fast ausschliesslich „Old-School“ daherkommt.
 
Im übrigen am Rande, um das Niveau des aktuellen Films bildlich widerzuspiegeln:
 
 
Eine Protagonistin im Film werden aufgrund ihrer naiven Achtlosigkeit die Augen ausgestochen. Fortan wimmert sie vor sich her und bekundet immer wieder von Neuem, wie DUMM sie doch wäre. Wo sie Recht hat, da hat sie Recht!
 
 
 


 
 
 

Wrong Turn 5 – Bloodlines – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
Kennste Einen – Kennste Alle. Trotz Neuanfang der gleiche nervige Hirn-Schiss wie eh und je! Nur für Hardcore-Fans zu empfehlen!
 
 
 


 
 
 

Wrong Turn 5 – Bloodlines – Zensur

 
 
Aufgrund der sadistischen Härte und der minutiös zelebrierten Gewaltspitzen, hat es auch dieser 5. Teil nicht ungeschnitten nach Deutschland geschafft. Der Film wurde hierzulande um einige Szenen erleichtert, sodass er mit dem „Keine Jugendfreigabe„-Stempel leider nur geschnitten erhältlich ist.
 
 
 


 
 
 

Wrong Turn 5 – Bloodlines – Deutsche Blu-ray

 
 
 
Wrong Turn 5 - Bloodlines Blu-ray
 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Wrong Turn 5 – Bloodlines; USA 2012

Genre: Thriller, Horror

Ton: Deutsch + Engl. DTS-HD HR 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.85:1; (1920x1080p) Full HD

Laufzeit: ca. 88 Min.

FSK: FSK 18 – Keine Jugendfreigabe (geschnitten)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Hinterwäldler-Morde (ca. 6 Min.), Ein Tag im Tod (ca. 5 Min.), Videotagebuch des Regisseurs (ca. 8 Min.), Trailer „Wrong Turn 5“

 
 
 
Den Beginn macht der Trailer zum kommenden Action-Thriller „PARKER“; danach geht geradezu ins nicht animierte Hauptmenü, wo der Filmfreund neben dem Hauptfilm in erstaunlich hochwertiger Qualität, auch zwischen einigen Extras wählen kann. Diese wurden löblicherweise Deutsch untertitelt. Zudem gibt es den Trailer zum Film in deutscher Sprache zu begutachten. Vier weitere Trailer aus dem Programm von CONSTANTIN FILM runden das Bonus-Paket ab. Qualitativ kommt diese Trash-Gurke erstaunlich hochwertig daher, wobei die miese deutsche Synchronisation das Niveau des Films perfekt zu unterstreichen weiß. Trotzdem kann man über Bild- und Tonqualität nicht meckern. Ob man für einen hierzulande geschnittenen WRONG TURN 5 dennoch ein Wechselcover benötigt, dürfte fraglich sein. Dieses wird zwar zusammen mit einem Kapitelindex-Einleger ausgeliefert, aber ist vermutlich ebenso wie diese Fortsetzung vollkommen überflüssig.
 
 

Wrong Turn 5 – Bloodlines [Blu-ray]

 
 


 
 
 

Wrong Turn 5 – Bloodlines – Trailer

 
 


 
 

Hellraiser80

 
 
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Vile – Pain

Story

 
 
 
Nichtsahnend erwachen einige junge Menschen in einem verbarrikadierten Gebäudekomplex. Keiner der Anwesenden weiß, wie er hierhergekommen ist. An ihren Hinterköpfen befinden sich Schläuche, die aus ihren Schädeln herausragen und an dessen Enden sich kleine leere Behälter befinden. In Panik getrieben entdecken die Gruppe im Nachbarraum eine TV-Apparat auf dessen Bildschirm ihnen eine fremde Frau die Anweisung gibt sich selbst körperlich die schlimmsten Schmerzen zuzufügen, da im Extremfall perversester Qualen, das Gehirn ein überaus brauchbares Sekret aussondert. Diese kostbare Flüssigkeit wird dazu verwendet um eine beliebtes Designer-Droge herzustellen und das allein nur aus dem Hirn menschlicher Probanden gewonnen werden kann. Nur wenn das Gefäß an den Hinterköpfen der Anwesenden innerhalb eines Tages gefüllt werden kann, ist den Überlebenden die Freiheit gewiss. Vollkommen verunsichert und von Todesangst getrieben, schreiten die Teilnehmer zur Tat und beginnen sich körperlich selbst auf schlimmster Art und Weise zu verstümmeln. Ein Vielzahl an „brauchbaren“ Werkzeugen und Utensilien sollen die „Kreativität“ fördern und sind schnell gefunden. Was der Gruppe anfänglich noch viel Überwindung kostet, geht selbiger von Stunde zu Stunde lockerer von der Hand, denn der stete Überlebenswille jedes einzelnen Probanden lassen moralischen Normen und Werte letztendlich vollkommen vergessen.
 
 
 


 
 
 

Vile – Kritik

 
 
 
Wer denkt, dass er in sieben „Saw“-Teilen gänzlich alles gesehen hat, was sich verzweifelte Menschen in Ihre Panik vor dem eigenen Tod so alles antun können, der irrt. Denn der aktuelle Horrorstreifen „Vile“ reiht sich in jene Reihe perverser und unnötiger Folter-Tortur-Streifen, die mit allerlei ekligen und widerlichen Grausamkeiten um die Gunst der Käuferschar buhlen wollen, siegessicher ein. Mein lieber Scholli, was dem Horrorfilmfreund hier vorgesetzt wird, ist einmal mehr absolut moralisch zweifelhaft und kommt mit einer unerhört-dreisten Selbstverständlich- und Kaltschnäuzigkeit daher, dass einem als Genre-Liebhaber der Spaß am phantastischen Film glatt vergehen könnte. In „Vile“ regiert die Gewalt, der Gewalt wegen und ist wirklich einziges Mittel zum Zweck, um diesen Film überhaupt tragen zu können. Hier werden Unterkiefer eingeschlagen, Arme in kochendes Wasser getaucht, Haut mittels Käse-Reibe „abgerieben“ sowie ein heißes Bügeleisen auf menschliches Fleisch gepresst und das alles letztendlich einzig im Namen der Freiheit. Zu allem Entsetzen fügen sich die FX auch noch derart professionell in die Szenarie ein, dass sich „Vile“ sogar für „geübte“ Alles-Seher zu einer deftigen Nervenprobe entwickeln dürfte. Erstaunlicherweise handelt sich bei diesem aktuellen Werk um ein Regie-Debüt, dass zumindest in technischer Hinsicht zu überzeugen weiß und selbstverständlich die Blut-und Gore-Fraktion zufriedenstellen dürfte. Das Set ist stimmig und die Geschichte straff inszeniert. Leerlauf gibt es selten und die besagten Ekeleffekte verfehlen ihr Wirkung keinesfalls. Nachwuchs-Regisseur „Taylor Sheridan„, der sich zuvor bisher nur als Darsteller in einschlägigen Fernsehserien einen Namen gemacht hat, scheint die Drehbücher seiner bisherigen TV-Rollen genauestens studiert zu haben, denn trotz technischer Selbstsicherheit ist das notdürftig zusammengewerkelte Drehbuches seines „Vile“ kaum der Rede wert und stolpert selten auf TV-Serien-Niveau hinaus. Eine brauchbare Charakterisierung, Tiefgang oder Emotionalisierung kann Sheridian´s Erstlingswerk nicht vorweisen und so geht einem als Zuschauer das pervers-kreative Selbstverstümmeln der beliebig austauschbaren Opfer am Allerwertesten vorbei. Welche Drogen die Storyschreiber eingeworfen haben müssen, um derart kranken Quark überhaupt zu Papier bringen zu können, entzieht sich meiner Kenntnis – Fakt ist, dass „Vile“ einer dieser Filme ist, worauf die Filmwelt nun wahrlich nicht gewartet hat und letztendlich auch nicht braucht. Am Rande erwähnt, erklärt sich natürlich von selbst, dass ein Film mit derart moralisch fragwürdiger Rahmenhandlung hiesige Zensurbehörden auf die Barrikaden bringen dürfte, denn „Vile“ wird definitiv in seiner ungeschnittenen Originalversion bei der FSK keine Chance haben.
 
 
Der kranke Ideen- und Erfindungsreichtum mancher Drehbuchschreiber scheint keine Grenzen zu kennen. „Vile“ ist ein später Nachzügler des bekannten „Saw“- Franchise und kommt nicht weniger pervers und blutrünstig daher. Die Kamera hält dreist auf die Geschehnisse und der Horrorfilmfreund bekommt das, was er letztendlich auch laut Filmplakat erwartet: Gekröse, ekelige Folterspiele und perverse Abartigkeiten nonstop. Trotz inhaltlicher Leere dürfte „Vile“ zumindest die Hardcore-Fraktion befriedigen, denn die Spezialeffekte sind aller erste Sahne. Ob jedoch die Kombination aus technischem Können und inhaltlicher Leere einen guten Film zaubern, erklärt sich spätestens nach dem Abspann. Denn einen wirklich bleibenden Eindruck hinterlässt „Vile“ leider nicht. „Taylor Sheridan“ erster abendfüllender Filmbeitrag ist ein recht spezieller Film, der aufgrund seiner unkompromissbereiten Kaltschnäuzigkeit für Otto-Normalzuschauer vollkommen unzumutbar ist und scheint einer dieser Filme zu sein, die einzig dafür geschaffen sind, um den perversen Voyeurismus der blutgierigen Käuferschaft zu befriedigen.
 
 
 


 
 
 

Vile – Fazit

 
 
4 Punkte Final
 
 
Ein absolut ekliger, moralisch fragwürdiger und vollkommen perverser Schund, auf den die Welt nun wahrlich nicht gewartet hat!
 
 
 


 
 
 

Vile – Zensur

 
 
 
Der Film zeigt explizit fragwürdig derbe Folterszenen und zelebriert sie teilweise minutiös, so dass die deutsche Fassung geschnitten werden musste. Die ungeschnitte deutsche Variante wird über Österreich vertrieben.
 
 
 


 
 
 

Vile – Trailer

 
 


 
 
 
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Filmreview: „If a Tree falls“ (2010)

 

 

Die Geschwister Brad und Lisa befinden sich auf dem Weg zum jährlichen Familientreffen.

Mit an Bord, zwei langjährige Bekannte der Geschwister, Will und Vanessa. Unterwegs legen die Freunde in den Wäldern Ost-Kanadas eine Rast ein, um sich von der anstrengenden Fahrt zu erholen. Doch der erheiternde Camping-Kurztrip wird jeher gestört, als einige vermumte Gestalten auftauchen und die vier grundlos auf derbster Weise schikanieren, terrorisieren und demütigen.

 

 

Mit dem „Grindhouse„-Spektakel „Planet Terror“ und „Death Proof“ haben es „Robert Rodriguez“ und „Quentin Tarantino“ im Jahre 2007 geschafft das längst vergessenen „Grindhouse-B-Movie-Genre“ der 60er und 70er Jahre zu reanimieren und erneut salonfähig zu machen. Dabei haben sie eindrucksvoll bewiesen, dass auch reißerischer und vorwiegend auf Sex, Horror und Gewalt ausgelegter Billig-Bahnhofskino-Schund, der vor nunmehr bereits 60 Jahren großen Anklang fand, auch heute noch Unmengen Horrorfilm-Liebhaber begeistern und unterhalten kann. Aufgrund des fortschreitenden Kultstatus des Rodriguez/Tarantino- „Grindhouse„-Projektes folgten diverse Nachzügler dieser Werke („Hobo with a Shotgun„, „Fathers Day„, „Machete„), die mal mehr, oder weniger überzeugen konnten.

Einer dieser kleineren, unbekannten Produktionen ist der nun vorliegende „If a Tree Falls„, der der Bezeichnung „billiger Bahnhofs- und Sex-Kinoschund“ , mit seiner kruden und exploitationhaften Inzenierung und der ungeschönten Darstellung genretypischer Zutaten, vollends gerecht wird.

Dabei ist die 10 minütige kontroverse Einleitung nur ein Vorbote dessen, welch haarsträubend kranke Ideen dem jungen Nachwuchs-Drehteams „Gabriel Carrer„(Regie) und „Ryan Barrett“ (Drehbuch) in den Sinn gekommen sind und die nun dem Zuschauer grafisch krude untergejubelt werden. Denn nachdem die vier Charaktere aufs nötigste vorgestellt und skizziert wurden, geht die Post gehörig ab und der Filmfreund erhält die gesamte restliche Filmlaufzeit über Gewalt und Terror satt. Nachdem die Freunde ein kuscheliges Nachtlager im Wald gefunden und es sich gemütlich gemacht haben, beginnen 6 mit Strumpfhosen maskierte Fremde, die wehrlosen Opfer aufs unmenschlichste zu malträtieren. Die Beweggründe ihres Handelns bleiben größtenteils verborgen, und dem Zuschauer drängt sich ein merklich ungemütliches und hilfloses Gefühl auf, dass von Filmminute zu Filmminute, durch die recht unmenschliche Vorgehensweise der anonymen Psychopathen, auf die Spitze getrieben wird.

Verstärkt wird dieser, für den Zuschauer arg anstrengender Psycho-Trip, durch den arg selbstzweckhaften „Grindhouse„-Look, der dem Geschehen eine gewisse Authentizität verleiht.

Das Geschehen wechselt zwischen der Sicht der Täter, die ihre Greueltaten mit einer Digital-Kamera filmen und der der Opfer hin und her.

Das Bild weist stellenweise schlimmste Verschmutzungen auf, das Filmmaterial wirkt verwaschen und überbelichtet und Tonaussetzer sind keine Seltenheit.

Wie zuletzt in „Planet Terror“ und „Death Proof„, sowie den diversen anderen „Grindhouse„-Beiträgen trägt dieser „billig„-Effekt enorm zu Atmosphäre der genannten Filmen bei und wirkt in „If a Tree Falls“ überaus verstörend. Dennoch aufgrund der überaus sadistischen Darstellung und der arg kontroversen Thematik, dürfte „ungeübten“ Filmfreunden der Kloß wahrlich im Halse stecken bleiben. Aufgrund des recht geschickt eingesetzten „Grindhouse„-Filters und der, zugeben erschreckend glaubhaften Interaktionen und schauspielerischen Leistungen der Protagonisten, vertuscht Regisseur Gabriel Carrer die diversen Logiklücken und Filmfehler, die zudem auch einen recht amateurlastigen Eindruck hinterlassen. Das arg oberflächliche Skript, gibt den wenige Protagonisten kaum Entfaltungsmöglichkeiten und bietet im Grunde genommen nur Gewalt und Demütigung des Selbstzwecks wegen.

 

 

If a Tree Falls“ ist ein wahrlich kranker Film, der vermutlich seine Fans finden wird. Die unmenschliche Vorgehensweise bietet hier die Grundlage dieses überaus dilettantisch inszenierten Werkes, welches sich zudem „Grindhouse„-untypisch bierernst nimmt. Filmische Schwächen, das begrenzte Filmbudget und dramaturgische Tiefschläger werden hier unter dem Deckmantel eines „Grindhouse„-Filmes recht gelungen kaschiert. „If a Tree falls“ ist Gewaltpornografie satt, das auf ungeübte Filmzuschauer überaus verstörend wirkt.

Splatter-Effekte oder übertrieben Folterszenen sind hier Mangelware – Die selbstzweckhafte Gewalt spielt sich vorwiegend psychisch ab. Dennoch, aufgrund der geschickt platzierten Schnitte, lassen sich einige „Krösel-Szenen“ in ihrer hektischen Inszenierung, nicht so leicht durchschauen.

Für meinen Geschmack jedoch ist “ If a Tree falls“ etwas zu viel des Guten, denn wer sich daran ergötzen kann, wie vier unschuldige Menschen über eine halbe Stunde am Stück gedemütigt, geschlagen, erniedrigt und letztendlich ermordet werden, der sollte vermutlich schnellst möglich den Psychiater seines Vertrauens aufsuchen.

Aufgrund der schwierigen und fragwürdigen Thematik wird es „If a Tree falls“ vermutlich niemals FSK-tauglich ungeschnitten nach Deutschland schaffen. Eine ungeprüfte Veröffentlichung im deutschsprachigen Ausland dürfte vermutlich nicht allzu lang auf sich warten lassen.

 

 

 

Fazit: 3/10 Punkten

 

Psychische und physische Gewalt des Selbstzwecks wegen und unter dem Deckmantel eines „Grindhouse„-Movies.

Der Hauch einer Story wird mit haarsträubend-unmenschlichen Terrorszenen kaschiert – Wem´s gefällt.

FSK-Prognose: ungeschnitten keine Freigabe! Veröffentlichung über das deutschsprachige Ausland möglich.

 

 

Hellraiser80