Filmkritik: „Rabid“ (2019)

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RABID

Story

 
 
 
Im Remake zu Cronenbergs „Rabid“ wird die Heilung nach einem schrecklichen Unfall für Rose ganz plötzlich zum echten Albtraum.

 
 
 


 
 
 

RABID – Kritik

 
 
Wohl kaum jemand hat den Body Horror so stark geprägt, wie David Cronenberg. Bereits in seinen früheren Werken widmete er sich Mutationen am menschlichen Körper. Sein 1977 entstandener „Rabid“ bot darüber hinaus ganz klar zu erkennende Gesellschaftskritik und wurde zum Klassiker. Über 40 Jahre später nahmen sich jetzt Jen und Sylvia Joska, die den Spitznamen die Twisted Twins erhalten haben, einem Remake an und was für Erwartungen man da haben sollte, war wirklich nicht leicht zu sagen. In Endeffekt haben die Schwestern ihre Sache aber sehr ordentlich gemacht, was auch gerade daran liegt, dass „Rabid“ kein stumpfes Remake darstellt.
 
 
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Rose arbeitet bei einem Modeschöpfer und wünscht sich nichts mehr, als ebenfalls eine Designerin zu werden. Doch dafür ist sie viel zu schüchtern. Sowieso gerät ihr Leben aus den Fugen, als sie eines Abends einen schweren Verkehrsunfall hat. Rose trägt schlimme Wunden davon, aber am grauenvollsten trifft es ihren Kiefer, so dass sie entstellt aussieht. Doch zum Glück wird ihr eine Klinik empfohlen, die mit Stammzellen experimentiert und die Behandlung umsonst anbieten. Rose ist erst skeptisch, nimmt dann aber an und plötzlich läuft ihr Leben wieder wunderbar. Doch das Glück hat auch eine Kehrseite.
 
 
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Bis auf die Ausgangssituation und die Sache mit der Epidemie, sind gar nicht mehr so viele Ideen von Cronenbergs Version übrig geblieben. „Rabid“ kopiert nicht einfach nur, sondern überträgt die Geschichte in die heutige Zeit und stellt somit ein angebrachtes Update dar. Etwas schade ist, dass die Gesellschaftskritik darunter leidet, denn man hat die Sache mit den Stammzellen dann doch eher nur dafür genutzt, um eben einen Horrorfilm zu realisieren. Auch das Thema Sexualität wird längst nicht so effektiv genutzt, wie in der Version von 1977. Stattdessen wird hier mehr Fokus auf eine Figurenzeichnung gelegt und hinterher beschäftigt man sich auch noch recht ausführlich mit der Epidemie. Ein bisschen glattgebügelter, als das Original, ist „Rabid“ anno 2019 somit zwar schon, gut funktionieren tut das Drehbuch jedoch trotzdem.
 
 
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Das liegt eben auch an der ganz anderen Herangehensweise. Langweilig wird es deshalb schon mal nicht, weil man nicht weiß, was noch so geschehen wird. Dafür braucht man allerdings erst mal etwas Geduld, denn die Twisted Twins lassen sich Zeit. Was bei Cronenberg bereits in den ersten zehn Minuten abgehandelt war, dauert hier eine gute halbe Stunde. Die Figurenzeichnung kann dadurch nur gewinnen und mit Rose gibt es eine gute Identifikationsfigur für den Zuschauer. Laura Vandervoort spielt das auch ordentlich und facettenreich. Nur bei den Nebenfiguren sieht es etwas schwächer aus, denn hier will niemand so richtig in Erinnerung bleiben. Allerdings hatte schon das Original mit diesem Problem zu kämpfen und da hier wenigstens die Hauptfigur besser gestaltet wurde, hat das Remake hier sogar die Nase vorn. Die restlichen Darsteller spielen allesamt zweckdienlich und enttäuschen nicht, sind aber eben von der Zeichnung her wenig markant ausgefallen und fallen deshalb auch kaum auf.
 
 
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In der zweiten Hälfte steigern die Twisted Twins dann so langsam die Splatter-Szenen und im Finale gibt es dann auch noch etwas mehr vom Body Horror zu sehen. Hier geht das Remake deutlich weiter, als das Original, was für manche vielleicht etwas zu übertrieben sein wird, aber optisch dennoch viel her macht. Sowieso ist die Inszenierung gut geworden und es gibt ein paar starke Schauwerte. Ob eine Operation ganz in rot, ein Albtraum wie aus einem Marilyn-Manson-Musikvideo oder eben das übertriebene Finale – Handwerklich wurde das völlig souverän gestaltet. Schön ist auch die Tatsache, dass die Effekte von Hand gemacht wurden. Zwar ist „Rabid“ jetzt keine echte Schlachtplatte, aber es gibt ein paar durchaus heftige Einlagen, die jeden Gorehound befriedigen sollten und eben auch gut getrickst wurden. Wirklich spannend ist das zwar eher selten und wenn dann auch eher in der letzten halben Stunde, doch wenn man nichts gegen die ein oder andere ruhige Szene hat, wird man trotzdem durchgehend gut unterhalten. Außerdem hält das Drehbuch zum Ende hin noch ein paar kleinere Wendungen parat, die ganz in Ordnung sind.
 
 
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RABID – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Es ist im Endeffekt gar nicht klar zu sagen, welche Version von „Rabid“ denn nun besser ist und somit kann hier von einem rundum gelungenen Remake die Rede sein. Das Original war etwas kühler, besaß mehr treffende Gesellschaftskritik und mehr Sex, aber dafür bietet das Remake eine bessere Hauptfigur, mehr Splatter und im Endeffekt auch mehr Horror. Dass die Story doch reichlich anders gestaltet wurde, ist auf jeden Fall erfreulich und von einer solchen Herangehensweise könnten sich manch andere Regisseure ruhig eine Scheibe abschneiden. Mit den Twisted Twins ist somit jedenfalls in Zukunft noch immer zu rechnen, denn sie erledigen ihre Arbeit handwerklich gut und schreiben solide Drehbücher. Zusätzlich wird „Rabid“ gut gespielt und bietet ein paar schön getrickste Splatterszenen. Um ein paar kleine Längen kommt man nicht herum, doch im Endeffekt ist dieser Film Horrorfans auf jeden Fall zu empfehlen!
 
 
 


 
 
 

RABID – Zensur

 
 
 
Der rote FSK-Flatschen auf dem Cover ist ein Blender. „Rabid“ wurde von der FSK in ungeschnittener Form bereits ab 16 Jahren freigegeben. Die Freigabe der Blu-ray wurde angehoben wegen dem Bonusmaterial auf der Scheibe. Darauf enthalten: Trailer zu weiteren Titeln von Splendid Film.
 
 
 


 
 
 

RABID – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Splendid Film (KeepCase Blu-ray)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Rabid; Kanada 2019

Genre: Thriller, Horror

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch, Niederländisch

Bild: 2.39:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 107 Min.

FSK: Film: FSK16 (ungeschnittene Fassung)| Blu-ray wegen Bonus: keine Jugendfreigabe

Verpackung: KeepCase mit Wendecover

Extras: Trailer, Trailershow

Release-Termin: 25.10.2019

 

Rabid [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

RABID – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei Splendid Film)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Rabid – Der brüllende Tod (1977)
 
Parasiten-Mörder (1975)
 
Patient Zero (2018)
 
Bite (2015)
 
Eat (2013)
 

Filmkritik: „The Cannibal Club“ (2018)

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THE CANNIBAL CLUB

(O CLUBE DOS CANIBAIS)

Story

 
 
 
In „The Cannibal Club“ dient das Verspeisen von Menschen einem höheren Zweck, was ein Ehepaar trotzdem nicht daran hindert, sexuelle Lust daran zu verspüren.

 
 
 


 
 
 

THE CANNIBAL CLUB – Kritik

 
 
Dass Brasilien unter anderem ein großes Problem mit der Armut hat, sollte kein Geheimnis sein. Solche Missstände können Filmemacher gut nutzen, um Gesellschaftskritik in ihre Werke einzubauen und genau daran versucht sich auch „The Cannibal Club“. Dass der Film dabei jedoch zu wenig von dem bietet, was er ankündigt, wird mit der Zeit zu einem Problem und wird sicherlich nicht jedem Zuschauer schmecken.
 
 
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Otavio ist mit Gilda verheiratet und ein erfolgreicher Geschäftsmann. Außerdem ist Otavio Mitglied in einem ominösen Club, dessen Hintergründe jedoch eher schleierhaft bleiben. Auf jeden Fall geht es um Kannibalen, doch auch zu Hause, in ihrer Villa, weit abgelegen auf dem Land, betreiben Otavio und Gilda Gourmetspaß etwas anderer Art. Als Gilda eines Tages auf einer Feier etwas sieht, was nicht für ihre Augen bestimmt war, kommt es allerdings plötzlich zur Bedrohung.
Man kommt nicht drumherum den Kannibalen-Aspekt in die Handlung zu stecken, doch dabei entsteht sofort das Risiko falscher Erwartungen, denn um Kannibalen dreht es sich höchstens am Rande. Wirklich wichtig ist dieser Aspekt für die Story gar nicht, selbst wenn er die Grundprämisse vorgibt. Viel mehr geht es Regisseur und Drehbuchautor Guto Parente um Gesellschaftskritik und Brasilien bekommt schon sein Fett weg. Doch geschieht selbst dies eher auf subtiler Ebene und so fragt man sich als Zuschauer manchmal schon, was das ganze Szenario denn eigentlich bezweckt. Gute Ideen sind sicherlich vorhanden und selbst wenn „The Cannibal Club“ das Rad überhaupt nicht neu erfindet, wird er schon alleine durch seine andere Erzählweise einzigartig. Leider verliert Parente jedoch zu oft den Fokus und etwas geradliniger hätte das Drehbuch ruhig sein dürfen.
 
 
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Der Anfang wird den Erwartungen noch gerecht. Da gibt es gleich eine recht derbe Mischung aus Sex und Gewalt, die Lust auf mehr macht. Doch um Kannibalen dreht es sich danach kaum noch. Die Gewaltausbrüche kann man an einer Hand abzählen und die reichlich freizügigen Sexszenen ebenfalls. Beide Aspekte sind vorhanden, geben dem Horrorfan aber nicht das, was anfangs versprochen wird. Wobei man sowieso kaum von einem Horrorfilm sprechen kann. Im letzten Drittel fühlt man sich schon fast mehr wie in einer Art Thriller und dazwischen gibt es immer mal ein wenig Komödie. Wenn man Humor sucht, findet man diesen jedoch nur auf pechschwarzer Ebene. Die Mischung ist interessant, allerdings nicht ausgewogen. Es hat seinen Reiz, dass man als Zuschauer nie weiß, worauf man sich einstellen kann, doch mit der Zeit wirkt dieses Spiel etwas ermüdend. Obwohl die Laufzeit mit rund 80 Minuten (mit Abspann) sowieso schon ziemlich kurz ausgefallen ist, ergeben sich ein paar Längen, weil „The Cannibal Club“ einfach kein Tempo besitzt. Das ist zwar meistens immer noch erstaunlich unterhaltsam, besitzt jedoch kaum einen Mehrwert. Gerade weil die bissige Gesellschaftskritik eigentlich recht treffsicher ist, ist dies schade, denn hätte man mehr von ihr mitbekommen, würde der Film sicherlich länger im Gedächtnis verweilen.
 
 
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Aus handwerklicher Sicht gibt es an „The Cannibal Club“ nichts auszusetzen. Zwar fällt der Inszenierung nichts Besonderes ein und die Kamera-Arbeit bleibt etwas einfallslos, doch die hübschen Kulissen wissen zu überzeugen und selbst wenn alles etwas minimalistischer ausgefallen ist, so wirkt der Film stets hochwertig. Dazu gesellen sich gute Darstellerleistungen. Tavinho Teixeira spielt den harten Hund überzeugend und Ana Luiza Rios ist als seine Film-Ehefrau ebenfalls gut. Von diesen beiden Leistungen lebt der Film, denn alle anderen Rollen sind eher klein und nicht so wichtig. Doch auch hier enttäuscht niemand, selbst wenn manchmal ein wenig Overacting mit im Spiel ist. Dazu gibt es eine deutsche Synchronisation, die man sich zum Glück ganz gut anhören kann. Über mangelnde Abwechslung kann man sich auch eigentlich gar nicht beklagen, weil die Story immer wieder in eine andere Richtung geht. Zusätzlich gibt es dann eine kleine Schlusspointe, die vorhersehbar, aber im bösen Sinne ganz witzig ist. Dass man als Zuschauer trotzdem nie begeistert ist, liegt eben daran, dass man das gesamte Szenario noch viel bissiger, derber und krasser gestalten hätte können.
 
 
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THE CANNIBAL CLUB – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
„The Cannibal Club“ ist ein eigenwilliger Film, der am ehesten Gesellschaftskritik äußern möchte und dafür Sex und Gewalt in Aussicht stellt, davon im Endeffekt aber nicht genügend bietet, um den Zuschauer über die gesamte Laufzeit bei der Stange zu halten. Das Ergebnis ist nicht frei von Längen, aber immerhin einigermaßen kurzweilig, doch wenn der Abspann erscheint, fragt man sich schon ein wenig, was das alles denn nun sollte. Dank einer soliden Inszenierung, ein paar netten Schauwerten und guten Darstellern ist das auf jeden Fall sehenswert. Außerdem sind ein paar Ideen treffsicher und ein paar Szenen recht intensiv ausgefallen. Von einem Reinfall kann hier also absolut nicht die Rede sein, aber wenn man auch nur den Hauch falscher Erwartungen hat, kann eine Enttäuschung nicht ausgeschlossen werden!
 
 
 


 
 
 

THE CANNIBAL CLUB – Zensur

 
 
 
„The Cannibal Club“ hat von der FSK wegen einiger blutigen Szenen eine Freigabe ab 18 Jahren erhalten. Diese Filmfassung ist wie bei der Deutschlandpremiere auf dem Fantasy Filmfest im Jahr 2018 vollkommen ungeschnitten. Fans gesellschaftskritischer Horrorschocker können bedenkenlos zugreifen.
 
 
 


 
 
 

THE CANNIBAL CLUB – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Donau Film (KeepCase Blu-ray)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: O Clube dos Canibais; Brasilien 2018

Genre: Horror, Komödien

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Portugiesisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 81 Min.

FSK: keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wendecover

Extras: Behind the Scenes, Trailer

Release-Termin: 27.09.2019

 

The Cannibal Club [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

THE CANNIBAL CLUB – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei DONAU FILM)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Society (1989)
 
We Are What We Are (2013)
 
Wir sind was wir sind (2010)
 

Filmkritik: „Trick“ (2019)

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TRICK

Story

 
 
 

Ein Teenager richtet an Halloween ein Blutbad an und wiederholt sein perfides Treiben fortan zu jedem Halloween-Fest.

 
 
 


 
 
 

TRICK – Kritik

 
 
 
Was wäre Halloween nur ohne seine Horrorikonen und vor allem ohne seine bluttriefenden Horrorfilme. Alljährlich buhlen viele neue Genre-Produktionen am Tag vor Allerheiligen um die Gunst der Horrorfilmfans. Da wird massakriert, gemeuchelt und gefoltert – nicht immer erfolgreich. Viele dieser neuen Filme verschwinden danach in der Bedeutungslosigkeit, weil sie über keinerlei Alleinstellungsmerkmale verfügen. Eine Tatsache die Regisseur PATRICK LUSSIER nun ändern möchte. Der will sich nach DRIVE ANGRY und MY BLOODY VALENTINE 3D an den ganz großen Kultwerken des modernen Horrorfilms messen und prophezeit im Trailer zum Film TRICK die „Geburt einer Horror-Legende“. Vielversprechende Worte, die nicht selten Schlimmes erahnen lassen. So hat die Vergangenheit gezeigt, dass genau diese ach so hochgelobten Schocker nicht unbedingt von Qualität zeugen, die bereits beim Marketing den Mund zu voll nehmen. Im Falle von TRICK bestätigt sich dieses Muster. Viel Tamtam und am Ende nur heiße Luft. Eine gesunde Skepsis sollte bei derart Werbegequassel vorausgesetzt werden.
 
 
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Halloween 2015 – irgendwo in Benton, New York. Der 18-jährige Patrick ‘Trick’ Weaver feiert mit seinen Klassenkameraden eine Kostümparty. Doch die Feier endet im Massaker. Der Teenager zückt ein Messer und ermordet seine Mitschüler kaltblütig. Doch der Jugendliche kann überwältigt werden und landet wenig später in einem Krankenhaus, wo er von Gesetzeshütern bewacht wird. Der Friede ist aber nicht von langer Dauer. Trick kann sich losreißen und entkommt schwer verletzt. Ein Jahr später wiederholen sich blutige Morde, die sich auch diesmal haargenau so zutragen, wie bereits an Halloween des Jahres 2015. Für den Polizeibeamten Mike Denver zu viel des Guten. Der stellt Ermittlungen an und kommt bald zur Einsicht, dass es sich bei dem Wiederholungstäter um jenen Teenager handeln muss, der einst Halloween zu einer blutigen Nacht des Schreckens verwandelt hat.
 
 
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Nicht schon wieder ein Teen-Slasher. Zumindest könnte man das meinen, wenn man den ersten zehn Minuten von TRICK folgt. Darin sehen wir wie ein maskierter Teenager an Halloween diverse Mitschüler abschlachtet und anschließend in Polizeigewahrsam genommen wird. Doch der Halbstarke kann entkommen und mordet ein Jahr später erneut – pünktlich an Halloween. Da werden natürlich Erinnerungen an Carpenters Kult-Slasher HALLOWEEN – DIE NACHT DES GRAUENS wach, wo ebenfalls ein von Hass getriebener Killer alljährlich am Abend vor Allerheiligen eine Kleinstadt in Angst versetzt. TRICK macht aber einiges anders. Der Streifen ist nicht unbedingt im Teenager-in-Angst-Genre beheimatet. Schnell schlägt der Streifen eine andere Richtung ein und wandelt auf Pfaden, die eher an so harte Thriller wie THE COLLECTOR und dessen Fortsetzung erinnern. Statt Teenager rücken Polizisten in den Mittelpunkt. Die hetzten einem Mörder hinterher, der stets einen Schritt voraus ist. Letzterer hinterlässt eine blutige Spur der Verwüstung und handelt fast schon übermenschlich. Das mag mancherorts unglaubwürdig und konstruiert erscheinen, bereichert den Thriller aber um eine gewisse Dynamik. Leider hat die Sache nur einen Haken. TRICK mangelt es an Spannung. Der Grund: die Szenenabfolge wiederholt sich zu oft. So wohnen wir den Taten des Killers bei, der anschließend von den Gesetzeshütern verfolgt wird – aber entkommen kann. Gleicher Ablauf wiederholt sich anschließend bis zum Erbrechen. Mit so einem „Trick“ kann man auch Spielfilmlänge erreichen.
 
 
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Immerhin glänzt der Horrorthriller durch blutige Schlachtereien. Der unberechenbare Mörder geht nicht zimperlich vor. Anfangs nur mit Messer bewaffnet, denkt er sich im Verlauf der Handlung perfide Tötungsarten aus, die nicht selten SAW-reske Ausmaße annehmen. Dabei zieht TRICK seinen Reiz daraus, dass lang unklar bleibt, warum das Böse hier Amok läuft. Ist es Rache an Mitschülern, Mobbing oder einfach nur die Lust am Töten? Viel erfährt der Zuschauer nicht über das personifizierte Böse, das vor allem wegen seiner unvorsichtigen Opfer leichtes Spiel hat. Das Kanonenfutter verhält sich reichlich dumm. So kann es schnell und effizient in den Filmhimmel gemeuchelt werden. Demnach ist der Blutzoll hoch – nur mit der Auflösung tut sich TRICK schwer. Die Erklärungen für die Taten haben es in sich. Hier wühlt der Streifen äußerst krampfhaft in der Twistkiste und versucht mit einer unvorhersehbaren Auflösung nach einer Fortsetzung zu schielen. Die wird nicht lange auf sich warten lassen – auch wenn des Rätsels Lösung das wohl dümmste ist, was das Filmjahr 2019 so hergegeben hat.
 
 
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TRICK – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
SAW meets THE COLLECTOR. Blutiger Mix aus Cop-Thriller und Horror-Slasher mit an den Haaren herbeigezogener Auflösung, dummen Figuren und teils üblem Schauspiel. Ein großer Wurf ist Regisseur PATRICK LUSSIER mit seinem TRICK nicht gelungen. Der Filmemacher hat hier vermutlich versucht eine neue Horrorikone à la CHROMESKULL oder GHOSTFACE zu etablieren. Gelungen ist das Vorhaben nicht. Sein Bösewicht ist zwar böse, aber nicht sonderlich interessant und vor allem: austauschbar. Als wäre das schon nicht deprimierend genug, fehlt TRICK dazu auch noch ein Spannungsbogen. Hier wird Mord an Mord gereiht, bis man sich sattgesehen hat. Originell ist das nicht. Filmemacher PATRICK LUSSIER war als Regisseur fast ausschließlich für Videoware oder TV-Produktionen tätig. Genau in diese Schublade passt auch TRICK, der dann doch eher an schnell abgedrehte Low-Budget-Filme erinnert, die seit Jahren schnell und lieblos auf den Markt geworfen werden. Einzig der hohe Gewaltanteil dürfte bei Horrorfans in Erinnerung bleiben. Hier wird schnell, hektisch und oft gemordet. Ein paar fiese Splatterszenen gibt es obendrein. Ob das alles für neuen Horror-Kult ausreicht, steht auf einem anderen Papier. TRICK ist trotz Meuchelparade irgendwie langweilig und das, obwohl man mit SCREAM-Randy JAMIE KENNEDY und TOM ATKINS auch noch zwei bekannte Gesichter gewinnen konnte, die in so einigen gelungenen Genre-Beiträgen zu sehen waren. Offenbar hat das Geld gelockt oder es war ein Freundschaftsdienst. Anders lässt sich nicht erklären, warum sich zwei erfahrene Schauspieler in einem mäßigen Horrorfilm unter Wert verkaufen.
 
 
 


 
 
 

TRICK – Zensur

 
 
 
TRICK ist nicht ohne. Neben Messerstichen, werden ebenfalls Köpfe zermatscht und Kehlen durchgeschnitten. Hierzulande dürfte das zeigefreudige Gewaltspektakel aber erst für Erwachsene freigegeben werden. Man darf mit einer Veröffentlichung mit rotem FSK-Flatschen rechnen.
 
 
 


 
 
 

TRICK – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei RLJE Films)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
ChromeSkull: Laid to Rest 2 (2011)
 
Sieben (1995)
 
Bastard (2015)
 
You’re Next (2011)
 

Filmkritik: „The Curse of Valburga“ (2019)

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THE CURSE OF VALBURGA

Story

 
 
 

Eine betrügerische Touristentour wird für zwei kriminelle Veranstalter zum blutigen Verhängnis. Die verkaufen Geschichten, welche sich in Slowenien so nie zugetragen haben. Dass ihnen dafür eine blutige Strafe droht, ist im Horror-Genre selbstverständlich.

 
 
 


 
 
 

THE CURSE OF VALBURGA – Kritik

 
 
 
Dass Horror schon lange eine internationale Sprache spricht, ist mittlerweile keine Seltenheit mehr. Da bekommt man schon mal Horrorfilme aus Ländern auf die Mattscheibe, von denen man nicht mal dachte, dass dort überhaupt eine inländische Filmindustrie existiert. Umso mehr überraschte es uns vor einigen Jahren, dass ausgerechnet Slowenien versucht hat auf dem internationalen Horrorfilmmarkt mitzumischen. Als angeblich erster Horrorfilm Sloweniens (was nicht unbedingt richtig ist) schaffte es der Backwood-Slasher IDYLLE nicht nur bis nach Deutschland. Auch andere Länder sicherten sich Rechte und warfen das doch eher konventionell gestrickten WRONG-TURN-Plagiat auf den Videomarkt. Für IDYLLE-Regisseur TOMAZ GORKIC offenbar ein Grund Nachschub zu produzieren. Der weiß, was Horrorfilmfans wollen und färbt im zweiten Film mit dem Titel THE CURSE OF VALBURGA die Mattscheibe rot. Darin wird ein Mix aus Blut, Geschrei und jede Menge Gemetzel an den Zuschauer gebracht. Der ist aber weit weg von ernst. Stattdessen erinnert alles an Parodie im Stile eines DAVE AND TUCKER VS EVIL.
 
 
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Ausgefuchste Geschäftsidee. Weil zwei Brüder Geld brauchen, schmieden sie einen hinterlistigen Plan. Sie erfinden die Geschichte eines sogenannten Baron Valburga, um an das Geld ahnungsloser Touristen zu kommen. Der soll angeblich der Cousin von Graf Dracula gewesen sein und es nicht immer gut mit seinen Untergebenen gemeint haben. Gute Voraussetzungen, um das Interesse geschichtsinteressierter Reisender zu wecken. Die kommen auch bald nach Slowenien und wollen sich auf die Spuren des grausamen Barons begeben. Da klingelt bei Marjan (JURIJ DREVENSEKS) und dessen Bruder Bojan (MARKO MADIC) schon mal die Kasse. In einem Herrenhaus soll die erfundene Tour stattfinden. Doch statt spannendem Geschichtsunterricht geht es bald ans Eingemachte. Im Keller leben nämlich Kannibalen, von denen die Geschwister nichts wissen. Die fallen über die Touristen her und schlagen sich mit ihnen die Bäuche voll. Splatterfans wird das freuen, denn Blut fließt reichlich.
 
 
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THE CURSE OF VALBURGA schlägt in die gleiche Kerbe, wie der von Gorkic inszenierte IDYLLE in welchem Hinterwäldler ahnungslosen Stadtmenschen an die Eingeweide wollen. Diesmal kämpfen aber nicht Landeier gegen Großstädter. In dieser Horrorkomödie sind es Osteuropäer (was für ein dummes Klischee), die es gleich mit der ganzen Welt aufnehmen wollen. So plump wie die Idee zum Film ist dann aber auch dessen weiterer Verlauf. Wir sehen ausschließlich überzeichnete Stereotypen, die derart unsympathisch in Erscheinung treten, dass es eine Freude ist ihnen dabei zuzusehen, wie sie nacheinander über die Klinge springen. Darum geht es nämlich hauptsächlich auch. Alle Touristen wie auch die Tour-Veranstalter selbst werden von einer Gruppe Kannibalen in Stücke gerissen, die im Keller des Herrenhauses seit Jahrzehnten unbemerkt ihr Dasein fristen. Hierbei besonders eigensinnig, wie TOMAZ GORKIC die aus verschiedenen Nationen stammenden Protagonisten in Schubladen steckt, welche an der ersponnenen Tour teilnehmen. Während die russischen Touristen nach einer ausgefallenen Location suchen, um darin einen Porno zu drehen, sind die deutschen Tour-Teilnehmer nur daran interessiert möglichst viel Bier zu trinken und dabei Volksmusik zu hören. Seltsam, dass diese nicht auch noch Lederhosen tragen. Wenn schon hanebüchene Klischees, dann doch bitte richtig.
 
 
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THE CURSE OF VALBURGA ist als Horrorkomödie konzipiert, aber Regisseur TOMAZ GORKIC scheint in Sachen Humor nicht unbedingt den besten Riecher zu haben. Die Späße sind politisch inkorrekt, zünden aber nur selten. Alles wirkt plump und sonderbar – große Lacher bleiben aus. Dafür fährt man in Sachen Gewalt groß auf. War die im Vorgängerfilm IDYLLE noch relativ zurückhaltend und überschaubar, wird jetzt aus dem Vollen geschöpft. Es werden Sägeblätter durch die Luft geworfen und mit Nägel gespickte Keulen in Körper geschlagen. Viele der Spezialeffekte sind zwar simpel und durchschaubar, verfehlen ihre Wirkung aber nur selten. Dass die Morde dabei derart übertrieben zelebriert werden, dass man diese zu keiner Minute ernst nehmen kann, beschert THE CURSE OF VALBURGA Trash-Potenzial. Letzterer wird immer blutiger, je mehr sich das Treiben der Zielgrade nähert. Eine Freigabe für Erwachsene ist diesem Horrorfilm aus Slowenien somit gewiss.
 
 
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THE CURSE OF VALBURGA – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Unterhaltsam – aber dumm. THE CURSE OF VALBURGA ist eine Horrorkomödie mit hohem Trash-Anteil, die sich nicht unbedingt ernst nimmt. Regisseur und Drehbuchautor TOMAZ GORKIC nimmt nach dem slowenischen Backwood-Horror IDYLLE mal wieder das Horror-Genre auf die Schippe und parodiert Klischees und Stereotypen. Gute Ansätze, die aber etwas missglückt sind. Die Späße sind platt und nicht sonderlich clever. Beinahe mag man meinen ein pubertierender Teenager habe diese zu Papier gebracht. Dafür stimmt der Blutzoll. THE CURSE OF VALBURGA ist ganz schön blutig und zeigt mit einfachen Mitteln, wie man das Herz eines jeden Gorehounds in Wallung bringt. Da ist es fast schon etwas schade, dass das blutige Finale dann doch etwas überhastet abgehandelt wird. Ob es am überschaubaren Budget lag? Je näher sich THE CURSE OF VALBURGA dem Ende nähert, umso splattriger wird das Treiben. Vielleicht gibt es irgendwann eine Fortsetzung. Eine wirklich witzige Pointe in der letzten Einstellung deutet darauf hin und stellt ganz nebenbei alle Verläufe im Film infrage.
 
 
 


 
 
 

THE CURSE OF VALBURGA – Zensur

 
 
 
THE CURSE OF VALBURGA ist für eine Horrorkomödie recht blutig geraten. In einer Szene wird etwa eine Minute lange gezeigt, wie die Kannibalensippe im Film auf den Körper einer verletzten Frau einschlagen und in offenen Wunden herumstochern. Weiterhin fliegen Köpfe durch die Gegend und ein Sägeblatt bohrt sich in jede erdenkliche Weise in menschliche Körper. THE CURSE OF VALBURGA dürfte von der FSK erste eine Freigabe ab 18 Jahren erhalten. Eine deutsche Veröffentlichung ist noch nicht angekündigt.
 
 
 


 
 
 

THE CURSE OF VALBURGA – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Strup Produkcija | Black Mandala)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Cannibals and Carpet Fitters (2017)
 
Tucker and Dale vs Evil (2010)
 
Inbred (2012)
 

Filmkritik: „Monster Party“ (2018)

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MONSTER PARTY

Story

 
 
 
Für drei junge Kriminelle wird ein geplanter Diebstahl zum wahren Albtraum, denn dieses Mal haben sie sich die falschen Opfer ausgesucht.

 
 
 


 
 
 

MONSTER PARTY – Kritik

 
 
Über Psychopathen kann man eigentlich immer etwas machen – Etwas Anspruchsvolles, etwas Lustiges oder aber auch eben etwas total Plattes. „Monster Party“ besitzt eine doch gar nicht mal so uninteressante Grundprämisse und nutzt diese manchmal sogar ziemlich gut, verpufft am Ende aber dennoch in der Durchschnittlichkeit, weil das alles viel zu gewollt wirkt.
 
 
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Der Plot handelt von drei jungen Dieben, die meist kleinere Brötchen backen, aber weil der Vater von Casper Spielschulden hat, muss dieses Mal eine größere Summe daher. Gut, dass Iris einen Job als Kellnerin bei einem reichen Ehepaar hat und in dieser Woche dort arbeiten muss. Diese Chance nutzen die jungen Gauner und wollen mal eben den Safe im Schlafzimmer knacken. Doch alles kommt anders, als gedacht, denn das reiche Ehepaar feiert gerade einen Jahrestag. Weitere Gäste erscheinen und alle sind seit ein paar Jahren „trocken“. Was ihre Sucht ist, sollen die Diebe bald schmerzhaft erfahren. Das Geheimnis, welches man anfangs noch daraus macht, wäre gar nicht nötig gewesen, denn jeder erfahrene Horrorfan wird sofort wissen, was hier Sache ist. Es dauert dann aber auch gar nicht lange, bis die Katze aus dem Sack gelassen wird und dann geht das Morden los. Die Grundidee ist sicherlich nicht besonders originell, doch schlecht ist sie keineswegs und man hätte daraus eine ganze Menge machen können. Allerdings fehlt es dem Drehbuch an eigenen Ideen. Manchmal fühlt man sich an „Mike Mendez‘ Killers“ erinnert, zum Schluss gesellen sich sogar noch ein paar Zutaten von „Das Haus der Vergessenen“ mit hinzu. Außerdem ist es fraglich, ob die Szene mit der Kettensäge nun als Hommage gedacht war oder einfach nur eine sehr plumpe Parodie auf „The Texas Chainsaw Massacre“ sein soll. Auf jeden Fall besitzt das Drehbuch brauchbare Ideen, denkt die meisten aber nicht richtig zu Ende und so will sich im Endeffekt niemals eine ernstzunehmende Handlung aufbauen.
 
 
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Bei der Figurenzeichnung wiederholt sich dieses Problem. „Monster Party“ will besonders markant und cool sein, erreicht dies jedoch niemals. Immer wieder Möchtegern-Killer in ihren schicken Anzügen zu zeigen, ist jedenfalls nicht ansatzweise cool genug. Die deutsche Synchronisation klingt manchmal ein wenig lächerlich, selbst wenn sie professionell gesprochen wurde, doch wenn all dies zusammentrifft, entstehen Charaktere, die nicht ernstzunehmen sind. Weder auf der „guten“ Seite befinden sich echte Sympathieträger, noch sind auf der „bösen“ Seite die richtig fiesen Oberkiller vorhanden. Das ist schade, weil „Monster Party“ gar nicht mal so schlecht besetzt ist. Julian McMahon ist als Familienkilleroberhaupt zwar sichtbar unterfordert, versprüht aber immerhin etwas schauspielerische Klasse. Genauso wie Lance Reddick. Sam Strike soll der Underdog sein und geht als solcher auch durch und Virginia Gardner soll eben niedlich sein. Die Schauspieler sind vollkommen in Ordnung, nur die Figuren sind eben zu belanglos. Da fällt es nicht mal besonders auf, dass der Film hier doch recht konsequent ist mit den Opfern. Hätte niemand überlebt, hätte das wohl auch jeden kalt gelassen.
 
 
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An Glaubwürdigkeit scheint Regisseur Chris von Hoffmann, der hier seinen zweiten Langfilm realisiert hat, aber sowieso nicht so viel gelegen zu haben. Alleine die unglaubwürdige Prämisse mit einer gesamten Killer-Familie ist schon arg konstruiert, aber auch so manch ein Verhalten will nicht wirklich passen. Dazu gesellt sich der übertriebene Einsatz von schrägen Kameraperspektiven. Ansonsten kann man der Inszenierung jedoch weniger vorwerfen. „Monster Party“ sieht optisch schick aus, besitzt brauchbare Kulissen und ist in manchen Szenen sogar recht intensiv gestaltet. Die etwas längere Einleitung stört ausnahmsweise mal nicht und wenn das Blutbad dann beginnt, ist das effektiv gestaltet. Im mittleren Teil ist der Film am besten, nur zum Ende geht ihm leider etwas die Luft aus. An der Splatter-Front geht es solide zur Sache. Für ein paar abgehackte Gliedmaßen reicht es schon aus und die Effekte sind wenigstens von Hand gemacht. Das wird nun niemanden vom Hocker hauen, ist aber immerhin etwas blutig. So vergehen die 90 Minuten Laufzeit teilweise recht kurzweilig, besitzen aber auch ihre Längen. Man muss sich also weder langweilen, noch fühlt man sich prächtig unterhalten. Der Synthie-Score, der immer mal wieder eingesetzt wird, hat gut gepasst und wurde ordentlich eingesetzt.
 
 
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MONSTER PARTY – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
„Monster Party“ ist ein durchschnittlicher Horrorfilm, der sich nicht so recht entscheiden kann, welche seiner Ideen er nun konsequent ausfährt. Potenzial ist reichlich vorhanden, doch immer wieder, wenn man kurz davor ist, mal so richtig die Sau heraus zu lassen, bremst sich das Treiben schon wieder aus. Trotz der vielseitigen Zutaten ist das alles leider zu vorhersehbar und auch zu brav ausgefallen. Da kommt keine echte Spannung auf, amüsant wird es jedoch ebenfalls kaum und somit sorgen am ehesten die soliden Schauspieler sowie eine passable Inszenierung für ein wenig Kurzweil. Der Splattergehalt ist leider überschaubar ausgefallen und die Figurenzeichnung ist doch deutlich zu lahm, um hier jemals markant zu werden. Sind die Ansprüche nicht zu hoch, kann man sich davon ganz gut unterhalten lassen, mehr als Mittelmaß kann „Monster Party“ aber niemals erreichen!
 
 
 


 
 
 

MONSTER PARTY – Zensur

 
 
 
„Monster Party“ hat von der FSK in der ungeschnittenen Fassung eine Freigabe ab 18 Jahren erthalten. Diese Freigabe ist gerechtfertigt, denn es gibt einige Gewaltmomente zu bestaunen, die Splatterfans entzücken dürften.
 
 
 


 
 
 

MONSTER PARTY – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Busch Media Group (KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Monster Party; USA 2018

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch, Englisch

Bild: 2,39:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 90 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wendecover

Extras: Trailer, Trailershow

Release-Termin: 04.10.2019

 

Monster Party [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

MONSTER PARTY – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei Busch Media Group)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Mike Mendez‘ Killers (1996)
 

Filmkritik: „Lords of Chaos“ (2018)

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LORDS OF CHAOS

Story

 
 
 

„Lords Of Chaos“ beschreibt ein Zeitfenster der achtziger Jahre, in dem in Skandinavien die Keimzelle des über-extremen „Black Metal“ entsteht. Im Zentrum der Geschichte stehen die blonden, bald schwarzgefärbten und weiß getünchten Bübchen der Band „Mayhem“. Die suhlen sich in betont satanischer (hier begriffen als menschenfeindlicher) Haltung, ritzen und quälen sich selbst, bluten aufs Publikum und werfen auch mal Teile von Tierkadavern in die Menge. Ein perverser Band-Wettkampf, wer wohl am besten singe, nein, wer wohl am finstersten brüte, bricht los und endet in einer Spirale aus Brandstiftung, Gewalt und Tod.

 
 
 


 
 
 

LORDS OF CHAOS – Kritik

 
 
 
Aus dem unbeachteten Augenwinkel und eher der Rubrik „völlig unerwartet“ zuzuordnen steht da ein Monolith des Irrsinns im Raume, der „Lords Of Chaos“ heißt. Nicht nur unerwartet. Eigentlich noch extremer: Man würde sich diese Stories selbst nicht glauben. Selbst dann nicht, wenn man an geheimnisvollen Pilzen genuckelt hätte und sie sich auf einer Party selber erzählen würde. Das gilt für die Geschichte im Film genauso wie für dessen Entstehung und Hintergrund.
 
 
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Norwegen, Schweden, Finnland: Gelangweilte Mittelklasse-Rotzlöffel versuchen, sich in den Rubriken Menschenhass, Satans-Faschismus und allgemeiner spätpubertärer Kernigkeit zu überbieten. So weit, so normal. Hierfür gründen sie Bands und spielen eine nur noch aufs Extreme angelegte und mit derben Punk-Genres wie Grindcore verwandte Krachmucke und nennen sie Black Metal. Da der musikalischen Theorie auch praktische Taten folgen sollen, führt der Irrsinn zügig zu Mord, Totschlag und brennenden Kirchen. War aber nicht alles schlecht: Die Neurose, potentielle Plattenladen-Kunden erst einen fachlich anspruchsvollen Fragebogen ausfüllen zu lassen, bevor Eintritt gewährt wird, sollte wenigstens Schule machen. Bewundernswerte Konsequenz drückt sich eben nicht nur in Mord und Suizid aus.
 
 
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Michael Moynihan gelingt 1998 mit dem akribisch recherchierten und wahnsinnig unterhaltsamen Musik-Sachbuch gleichen Namens ein Erfolg, der sich – untypisch – eben nicht nur auf die Reihen der Metal- oder gar Black-Metal-Heads beschränkt. Nein, man konnte „Lords Of Chaos“ seinerzeit lesen, ohne sich für diese elendig unterproduzierten Lärmwände aus Röchelgesang, nach Küchengeräten klingenden Gitarren und albernen Stakkato-Drums zu erwärmen, die da eben Black Metal genannt werden. Obendrein wahrt der Amerikaner aus Boston eine politische Neutralität beim Berichten über die nach und nach immer faschistoider werdende Szene; und das obwohl er seine eigene, langjährige Musikkarriere mit Überzeugung im deutlich angebräunten Genre des sogenannten „Neofolk“ zelebriert. Für die Verfilmung des Sachbuch-Stoffs als Spielfilm ließ sich nach einigem Hin und her der Schwede Jonas Akerlund gewinnen. Der ist nicht nur vielfach ausgezeichneter Regisseur von Werbespots und Dutzenden weltberühmter Musikvideos, sondern auch noch in jungen Jahren als Schlagzeuger der Ur-Black-Metal-Schrubbkapelle „Bathory“ in Erscheinung getreten. So war’s natürlich ein echter Coup, den auch heute noch als bleichen Finsterling auftretenden skandinavischen Selbstvermarkter auf den Regiestuhl der „Lords Of Chaos“ packen zu können.
 
 
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Akerlund gelingt, ein eng miteinander verschweißtes Ensemble junger Schauspieler, unter anderen Abkömmlingen der infernalischen Showbusiness-Clans Culkin und Ochsenknecht, durch einen Alptraum von Tristesse und roher Gewalt zu dirigieren. „Lords Of Chaos“ ist gleichzeitig fesselnd und abstoßend, die Figuren, genau wie die realen Vorbilder eben, sind Arschlöcher sondersgleichen und die Ausbrüche in filmische Grausamkeit matschigster Splatter. Es bleibt einem glatt die Spucke weg und man möchte nie in einer Gegend verweilen, deren Grau-in-Grau die Gehirne der Beteiligten dermaßen in Haferflocken verwandeln konnte.
 
 
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Schwedischer Hipsterismus ist eine faszinierende Sache. Von dort kommen gerne mal Co-Autoren entsetzlicher Pop-Hits, angesagte Musiker mit beinahe „Blob“-artiger Anpassungsfähigkeit oder auch gesellschaftliche Trends, die sich nur Menschen mit viel Zeit, wenig Beschäftigung und staatlich gesicherten Einkommen ausdenken können. In diesem Geist wird uns das gleiche dünnbesiedelte Land demnächst mit der angeblich gleichzeitig emotionsunfähigen, weil aspergerkranken und trotzdem ständig ängstlich-aufgeladenen Greta Thunberg eine hanebüchene Friedensnobelpreis-Wahl bescheren. So bei it.
 
 
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Black Metal verkauft sich, Internet und Metal-Hype sei Dank, heute besser denn je und hat es inzwischen zu grotesken (wenn auch – siehe, im Knast zum Vollnazi mutiert, Varg Vikernes – nur folgerichtigen) Unterkategorien wie „NSBM“, das heißt tatsächlich „National Socialist Black Metal“, gebracht. Nazi-Satans-Metal ist genauso scheiße wie Du, geneigter Leser, Dir das hoffentlich gerade vorstellst.
 
 


 
 
 

LORDS OF CHAOS – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
 
Wahre Geschichte, Motherfuckers! Das ist tatsächlich das Grellste an „Lords Of Chaos“. Die Moral von der Geschicht‘ scheint anzudeuten, dass Langeweile in nordeuropäischen Gefilden zu furchtbaren Szenarien führen kann. Oder doch eine Warnung vor der destruktiven Kraft schlechter Musik? Man weiß es nicht. Jedenfalls ist Alt-Hipster Jonas Akerlunds Biopic-Gore-Reißer ein Meisterstück der Verfilmung wahrer Ereignisse als Unterhaltungsfilm. Herausragend.
 
 
 


 
 
 

LORDS OF CHAOS – Zensur

 
 
 
„Lords of Chaos“ ist nicht nur verstörend – der Film ist auch sehr brutal. Da werden in diversen Szenen Morde derart lang zelebriert, dass dem Zuschauer Hören und Sehen vergeht. Umso überraschender, dass die FSK diesen Film ungeschnitten freigeben hat. Bis vor einigen Jahren wäre ein Film wie „Lords of Chaos“ wegen seiner zeigefreudigen Brutalität auf dem Index gelandet. Sammler und „Mayhem“-Fans können daher bedenkenlos zugreifen. Der Film ist mit seiner Erwachsenenfreigabe vollkommen komplett.
 
 
 


 
 
 

LORDS OF CHAOS – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Studio Hamburg (KeepCase)

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(c) Studio Hamburg (Mediabook)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Lords of Chaos; Großbritannien | Schweden 2018

Genre: Drama, Thriller, Mystery

Ton: Deutsch DD 5.1, Englisch DD 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 117 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Trailer

Release-Termin: 05.04.2019

 

Lords of Chaos [Blu-ray im KeepCase] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

Lords of Chaos [Blu-ray im Mediabook] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

LORDS OF CHAOS – Trailer

 
 


 
 
 

Christian Ladewig

(Rechte für Abbildungen stammen von Studio Hamburg)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Metalhead (2013)
 
This Is Spinal Tap (1984)
 
Almost Famous – Fast berühmt (2000)
 
Deathgasm (2015)
 
Until the Light Takes Us (2008)
 

Filmkritik: „Stories Of The Dead – Die Farm“ (2019)

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STORIES OF THE DEAD – DIE FARM

(STORIES OF THE DEAD)

Story

 
 
 
In der Horror-Anthologie „Stories of the Dead“ kann eine Frau den Todesgrund von Toten sehen und erzählt werden fünf Geschichten, die mit dem Tod zu tun haben. Nebenbei gerät die Frau aber auch in die Fänge eines Serienkillers.

 
 
 


 
 
 

STORIES OF THE DEAD – Kritik

 
 
 
Horrorfilm-Anthologien sind auch weiterhin sehr gefragt. Den Reiz an diesen Streifen macht oftmals aus, dass verschiedene Regisseure sich zusammentun und so ein abwechslungsreiches Werk erschaffen. Aber natürlich kann auch ein einzelner Regisseur alle Kurzfilme innerhalb einer Anthologie drehen, was das Ganze dann homogener machen sollte. Thomas Pill hat mit „Stories of the Dead – Die Farm“ fünf kleine Geschichten verfilmt und diese noch in eine Rahmenhandlung eingebettet. Allerdings ist nicht alles davon neues Material. „Eifersucht“ stammt bereits von 2013 und „Leben“ von 2016. Also hat es sich Herr Pill doch relativ leicht gemacht einen neuen Film zu kreieren, denn die Hälfte der Laufzeit besteht aus bereits vorhandenem Material.
 
 
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Gleich am Anfang gibt es dann eine schöne Luftaufnahme vom Wald zu sehen, doch dieser angenehme Eindruck wird gleich zerstört, wenn eine leicht bekleidete Dame im Zelt ihren Mund aufmacht. Ist aber eigentlich sowieso egal, denn die ersten paar Szenen haben mit dem Rest nichts zu tun. In der ersten Viertelstunde reiht „Stories of the Dead – Die Farm“ einige Szenen aneinander, die scheinbar in keinerlei Verbindung miteinander stehen und hier wirkt der Film unnötig strukturlos. Erst danach entwickelt sich ein roter Faden. Da geht es um eine junge Frau namens Lucia, die eine übernatürliche Gabe besitzt und das Schicksal der Toten sehen kann. Deshalb hält sie sich auch am liebsten auf dem Friedhof auf. Dabei kommt sie allerdings einem Serienkiller zu nahe. Dies soll also die Rahmenhandlung sein, die dann hinterher noch eine etwas ausgedehntere Rolle annehmen soll. Hans Jörg Berchtold ist hier als Psychopath gar nicht so schlecht, wobei man sich die Anspielung auf den Joker hinterher hätte sparen können. Als eigenständiger Beitrag wäre die Rahmenhandlung etwas mager, aber durch die Zerteilung kann man damit schon leben.
 
 
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So richtig los geht die Kurzfilmsammlung dann mit „Eifersucht“. Hier geht es um Claudia, die krankhaft eifersüchtig ist. Als ihr Lebensgefährte eines abends mit einem Kumpel etwas trinken gehen will, kommt es zum Streit und plötzlich auch zu Leichen. Überraschenderweise ist nach nicht mal ganz zehn Minuten Laufzeit schon Schluss und das abrupte Ende verwirrt da doch eher, denn es gibt keine Pointe und kein richtiges Ende. Somit ist diese Geschichte auch absolut unbefriedigend, weil im Endeffekt eigentlich gar nichts erzählt wird. Abgesehen von zwei blutigen Effekten und einer soliden Eva Habermann hat „Eifersucht“ also nichts zu bieten.
 
 
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„Fremdkörper“ starte fast direkt danach und erfüllt die Erwartungen ebenfalls nicht. Da geht es einfach nur um einen Mann, der einen schlimmen Albtraum hatte. Doch nach dem Aufwachen ist dieser noch nicht vorbei. So schnell der Beitrag beginnt, so schnell ist er auch schon wieder zu Ende – Gerade mal ein paar Minuten läuft das Ganze. Zwar wurde der Horror ganz solide inszeniert, doch erneut gibt es quasi keine Pointe und keine Substanz. Trotzdem ist dieser Beitrag etwas besser gelungen und wäre eigentlich gar nicht so übel, wenn er nicht so belanglos wäre.
 
 
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„Der Rabe“ macht als dritter Kurzfilm weiter. Hier hat man sich an Edgar Allen Poe bedient und erzählt eine seiner berühmtesten Geschichten sehr frei nach. Zwar sind die Darsteller nicht schlecht, mit Ralf Richter ist auch ein prominenter Name mit dabei, aber besonders das alte Ambiente, in dem sich alles abspielen soll, kauft man dieser Episode überhaupt nicht ab. So entsteht leider kaum Atmosphäre und abermals ist nach nur wenigen Minuten Schluss.
 
 
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Durchbrochen wird das belanglose Schema dann endlich mit „Leben“, der vierten Episode, die mit guten 45 Minuten Laufzeit am deutlich längsten geraten ist. Es geht in dieser Geschichte um Erik, einem lustlosen Mann, der am Leben keinerlei Freude mehr empfindet. Durch eine alte Bekanntschaft wird er auf eine ominöse Firma aufmerksam, die mit einem fingierten Tod scheinbar all seine Probleme lösen kann. Dieser Beitrag glänzt zwar nicht gerade mit besonders authentischen Kulissen, wird dafür aber bemerkenswert solide erzählt. Endlich nimmt man sich mal Zeit und das Erzähltempo ist enorm langsam. Manche Dialoge wurden etwas zu sehr in die Länge gezogen, aber immerhin gibt es eine ganz passable Pointe, die zwar vorhersehbar ist, aber dennoch um Längen mehr Substanz besitzt, als die Vorgänger und außerdem spielt Peter Bosch das ziemlich überzeugend. Die Inszenierung ist angenehm ruhig und besonders auffallend ist hier, dass die Dialoge weder hölzern vorgetragen sind, noch irgendwie dumm klingen. Die erste wirklich sehenswerte Episode.
 
 
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Aber Moment mal. Fehlt da nicht noch ein Beitrag? In der Inhaltsangabe ist immerhin die Rede von fünf Kurzgeschichten. „Live or let die“ gab es tatsächlich bereits am Anfang im Szenen-Wirr-Warr zu sehen. Diese Episode, die von einer postapokalyptischen Zukunft und Zombies handeln sollte, lief gerade mal ein paar Minuten und eine Handlung hat man dort gar nicht mitbekommen. Also das ist wirklich geschenkt und verdient eigentlich gar keiner Erwähnung. Als einzelne Episode ist das kaum wahrzunehmen.
 
 


 
 
 

STORIES OF THE DEAD – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
 
Thomas Pill hat es sich nicht gerade schwer gemacht mit „Stories of the Dead – Die Farm“. Es gibt vier sehr kurze Episoden zu sehen, die weder mit Pointen, noch mit großer Substanz dienen können und deshalb als völlig belanglos eingestuft werden müssen. Gerade die stärkste und mit Abstand beste Geschichte „Leben“ ist dann auch gar nicht neu gewesen und die Rahmenhandlung ist zwar annehmbar, bietet jedoch auch absolut nichts Besonderes. Positiv beurteilen kann man allerdings die handwerkliche Arbeit, denn Pill macht seine Sache als Regisseur durchaus nicht schlecht. Die Kulissen sehen zwar ab und zu ziemlich billig aus, doch besonders viel Geld wird hier auch nicht hinter gesteckt haben und die Inszenierung kann dennoch punkten. Das besitzt kaum eine eigene Handschrift, ist aber eben völlig solide gestaltet und grenzt sich von Amateur-Produktionen ab. Auch die meistens recht überzeugenden Darsteller wissen zu gefallen und selbst wenn manch ein Dialog etwas hölzern klingt, bekommt man hier eine Qualität geboten, die nicht selbstverständlich ist. Leider bringt das alles nicht so viel, denn wenn lediglich eine Episode überzeugend ist, diese dann aber ebenfalls nicht ohne Längen auskommt, dann ist das einfach zu wenig. Zudem gibt es nahezu keinen Splatter und nur selten Effekte zu sehen. Somit ist „Stories of the Dead – Die Farm“ zwar überraschend hochwertig gemacht und trotzdem langweilt er im Endeffekt am ehesten!
 
 
 


 
 
 

STORIES OF THE DEAD – Zensur

 
 
 
„Stories of the Dead – Die Farm“ wurde von der FSK ungeschnitten erst für Erwachsene freigegeben. Die erhältliche Blu-ray und DVD besitzt einen roten FSK-Sticker.
 
 
 


 
 
 

STORIES OF THE DEAD – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Great Movies (KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Stories of the Dead; Deutschland 2019

Genre: Horror, Mystery, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Keine

Bild: 2.35:1 (1080p) | @24 Hz

Laufzeit: ca. 106 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wendecover

Extras: Keine

Release-Termin: 22.08.2019

 

Stories of the Dead [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 


 
 
 

STORIES OF THE DEAD – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei Great Movies)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The ABCs of Death (2012)
 
Holidays (2016)
 
Tales of Halloween (2015)
 
V/H/S Viral (2014)
 
Southbound (2015)
 

Filmkritik: „Hell Is Where the Home Is“ (2018)

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HELL IS WHERE THE HOME IS

(TRESPASSERS)

Story

 
 
 

Ein blutig-unterhaltsames Gemetzel: Zwei Paare mieten im Internet eine moderne Villa für das Wochenende an. Keine gute Idee, denn bald werden die jungen Leute dort von Fremden überrascht, die es nicht gut mit den ahnungslosen Mietern meinen.

 
 
 


 
 
 

HELL IS WHERE THE HOME IS – Kritik

 
 
 
Wenn es in Horrorfilmen am späten Abend an Haustüren klopft oder klingelt, stellen sich Zuschauer in Alarmposition. Nicht ohne Grund, denn in den meisten dieser Filme stattet dann nämlich der Tod einen Besuch ab. HELL IS WHERE THE HOME IS ist der gefühlt tausendste Schocker dieser immer wieder gleich aufgebauten Art von Filmen in denen ahnungslose Personen von bösen Menschen in den eigenen vier Wänden terrorisiert werden. Regisseur ORSON OBLOWITZ erfindet mit seinem Beitrag zum Home-Invasion-Filmfach das Rad nicht neu. Trotzdem sorgt er mit seinem Film für etwas Abwechslung in dem er an unerwartete Wendungen denkt und sich so einige Meter von den üblichen Pfaden des Home-Invasion-Genres entfernt. Zwar nicht viel – aber immerhin.
 
 
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Eine Nacht mit unerwartetem Ausgang. Vier Freunde haben sich eine Villa übers Wochenende gemietet. Darin will man es sich gut gehen lassen und einige Probleme klären. Doch statt klärende Gespräche zu führen, wird lieber Koks geschnüffelt und durch die Betten gesprungen. Eine trügerische Idylle, die bald ihren Zenit erreicht. Die beiden befreundeten Paare bringen nämlich Konfliktpotenzial mit. Das bekommt auch eine mysteriöse Besucherin zu spüren, die zu unchristlicher Stunde an der Türe klingelt. Die Fremde gibt sich als Nachbarin aus und bittet um Hilfe. Das glauben die Freunde aber nicht. Die vermuten böse Intensionen und treten so eine Kette von Umständen in Gang, die für reichlich Kunstblut sorgt.
 
 
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HELL IS WHERE THE HOME IS bietet blutigen Nachschub für Liebhaber fieser Home-Invasion-Thriller, wobei sich der Film dann doch etwas sehr viel Zeit damit lässt, genanntem Subgenre die Weichen zu ebnen. Wir erleben, wie es in vier Freunden brodelt. Die sehen zwar makellos aus, haben es aber faustdick hinter den Ohren. Hinter der perfekten Fassade verbergen sich dunkle Geheimnisse und skrupellose Persönlichkeiten. Eine Tatsache mit der sich HELL IS WHERE THE HOME IS keinen Gefallen tut. Die fehlerbehafteten Figuren treten nämlich alles andere, nur nicht sympathisch in Erscheinung. Das ist für einen Horrorfilm nicht unbedingt förderlich, der das Publikum dazu auffordert mit den Protagonisten durch die Hölle zu gehen. Weil die Figuren nur selten zugänglich sind und man sich nicht mit ihnen identifizieren kann, leidet man nicht mit. So bleibt das Schicksal der Helden weitestgehend egal. Keine guten Voraussetzungen, um einem Horrorthriller bis zum Abspann zu folgen.
 
 
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Offenbar hat das selbst Drehbuchautor COREY DESHON erkannt. Der versucht im letzten Moment die Kurve zu bekommen und bereichert seine Geschichte um jede Menge Schmuddelkram. Ein paar nicht minder skrupellose Gesellen statten den jungen Leuten einen Besuch ab und machen den Mittdreißigern das ohnehin schon vermasselte Leben zur Hölle. Die Richtungswechsel wirken konstruiert, bietet aber die Möglichkeit jede Menge Gewalt zu zelebrieren. Da werden die Frauen des makellosen Viergespanns gequält, Macheten in Köpfe geschlagen und Kamerastative zweckentfremdet – die Feuerlöscherszene aus IRREVERSIBEL lässt grüßen. Das Blut fließt reichlich und entschädigt für manch müden Hänger in der ersten Filmhälfte.
 
 
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HELL IS WHERE THE HOME IS – der übrigens anfangs noch den weitaus passenderen Titel TRESPASSERS (deutsch: Eindringlinge) trug – ist keine Sternstunde des Home-Invasion-Genres. Dennoch liefert er solide Unterhaltung für jene, die gern ahnungslosen Menschen dabei zusehen, wie sie von zwielichtigen Gestalten gequält, überfallen und getötet werden. Der Film verfügt über einen stimmigen Synthesizer-Soundtrack, wie man ihn vor allem in vielen italienischen Horrorfilmen der 1980er ganz ähnlich gestrickt zu hören bekam. Zudem überzeugt der Film durch durchdachte Kamerafahrten und atmosphärische Kameraeinstellungen. Letztere werden gern mal in sattes Blau oder Rot getaucht. Ob da jemand Altmeister DARIO ARGENTO nacheifern wollte? Zumindest stehen die stilistischen Spielereien dem Schocker ganz gut und lassen ihn wertiger erscheinen, als er letztendlich ist. Für einen ungemütlichen Winterabend mit der schreckhaften Freundin ganz brauchbar, denn trotz Schwächen wird man solide unterhalten!
 
 


 
 
 

HELL IS WHERE THE HOME IS – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Wendungsreicher Home-Invasion-Schocker mit makabren Überraschungen. HELL IS WHERE THE HOME IS nimmt sich ziemlich viel Zeit, bis er endlich mal zum Punkt kommt. Dafür bricht der Albtraum dann umso schonungsloser über die Protagonisten herein. Zwar leidet der Streifen unter seinen unnahbaren Helden, denen man schon recht früh einen möglichst grausamen Tod wünscht. Dafür wird er Zuschauer mit einigen blutigen Finessen in der zweiten Filmhälfte entschädigt, die definitiv nichts für zimperliche Gemüter sind. Was man HELL IS WHERE THE HOME IS gutheißen muss ist die Tatsache, dass hier alles etwas anders kommt, als erwartet. Das wirkt zwar manchmal etwas konstruiert, gestaltet sich aber als cleverer Schachzug, um auch jene ansprechen zu können, die nahezu alle Home-Invasion-Thriller der letzten Jahre gesehen haben und müde von den immer gleichen Abläufen geworden sind. HELL IS WHERE THE HOME IS ist ein bitterböser Home-Invasion-Horror, der keine Gefangenen macht. Wer es etwas härter im Film bevorzugt, ist hier an der richtigen Adresse.
 
 
 


 
 
 

HELL IS WHERE THE HOME IS – Zensur

 
 
 
HELL IS WHERE THE HOME IS hat in der zweiten Filmhälfte einige Gewaltszenen zu bieten. Eine Machete wird in einen Kopf geschlagen und Messer in Körper gerammt. Außerdem wird vor Gesichtern mit einem Eisengegenstand auf Pistolenmunition geschlagen, bis diese gezündet wird. Die makaberste Szene ist diese, in der eine Filmfigur mit dem Gesicht auf einen Gegenstand fällt und sich dieser durch ihr Auge bohrt. Hierzulande dürfte es für diesen Thriller eine Erwachsenenfreigabe geben. Das deutsche Label Pierrot Le Fou hat sich die Auswertungsrechte für Deutschland gesichert und wird den Film im Dezember 2019 im Mediabook veröffentlichen.
 
 
 


 
 
 

HELL IS WHERE THE HOME IS – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei PIERROT LE FOU | IFC FILMS)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Ghostland (2018)
 
Kidnapped (2010)
 
Mother’s Day (2010)
 
You’re Next (2011)
 

Filmkritik: „Play or Die“ (2019)

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PLAY OR DIE

(PUZZLE)

Story

 
 
 

Zwei leidenschaftliche Zocker müssen in einem kniffligen Game um Leben und Tod spielen.

 
 
 


 
 
 

PLAY OR DIE – Kritik

 
 
 
Kaum hat ein Horrorfilm Erfolg an den Kinokassen, kann man davon ausgehen, dass mehrere Plagiate nachgerückt werden, die im Fahrwasser schnelle Kasse machen wollen. Anfang 2019 veröffentlichte SONY PICTURES mit ESCAPE ROOM einen flotten Horrorthriller, der von Experten im Vorhinein zum Flop verurteilt wurde. Doch die wurden schnell eines Besseren belehrt. ESCAPE ROOM mauserte sich in Windeseile zum Kassenschlager und wurde zum lukrativen Horror-Hit des Jahres 2019. Mit einem Budget von nicht einmal zehn Millionen US-Dollar spielte der Streifen weltweit mehr als das fünfzehnfache seines Startkapitals ein. Dass da natürlich Nachahmer auf den Plan gerufen werden, wundert vermutlich niemand. PLAY OR DIE ist ein solcher Nachzügler, der aber bei genauerer Betrachtung keine reine Kopie ist. Der Streifen beruht nämlich auf dem französischen Roman PUZZLE aus der Feder des Schriftstellers FRANCK THILLIEZ. Der wurde bereits im Jahr 2013 veröffentlicht und entwickelte sich mit einer Auflagenhöhe von 330.000 Exemplaren für den französischen Verlag FLEUVE ÉDITIONS zu einem Überraschungserfolg. Dass der Buchstoff ausgerechnet jetzt aus der Schublade gekramt wurde, dürfte aber nicht von Ungefähr kommen. Nimmt man die Geschichte des Romans genauer unter die Lupe, sind Parallelen zum oben erwähnten ESCAPE ROOM nicht von der Hand zu weisen. Ein Schelm wer da Berechnung vermutet.
 
 
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PLAY OR DIE rückt die beiden Zocker Lucas und Chloe in den Mittelpunkt. Die lieben knifflige Herausforderungen und haben ein Faible für derzeit beliebte Escape Rooms, in denen Spieler eingesperrt werden und wieder herausfinden müssen. Eines dieser Spiele nennt sich Paranoia. Hierbei handelt es sich um eine Extremform sogenannter Escape Rooms, die alles vom Spieler abverlangen. Eine Herausforderung, der sich unsere beiden Helden stellen wollen – zumal auf dem Gewinner eine Million Dollar warten. Die finden mit etwas Grips die Koordinaten der geheimen Game-Location heraus und steuern bald mit anderen Teilnehmern eine verlassene Psychiatrie an, die das Blut in den Adern gefrieren lässt. Hier sollen verschiedene Räume besucht werden in denen Rätsel gelöst werden müssen. Doch die sind alles andere als leicht. Offenbar will der Initiator von Paranoia Blut sehen, denn in den Escape Rooms dieses Spiels geht es um Leben und Tod. Da sterben die Teilnehmer wie Fliegen und die Flure färben sich rot. Eine Runde Monopoly wäre zwar weniger nervenaufreibend, dafür aber um einiges sicherer gewesen.
 
 
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SAW trifft auf ESCAPE ROOM und DARIO ARGENTO mischt mit. So in etwa lässt sich beschreiben, was man mit PLAY OR DIE aufgetischt bekommt. Der Film geht gewalttechnisch rabiater vor, als der bereits zu Beginn erwähnte, massenpublikumtaugliche Hochglanz-Horror des Majors SONY PICTURES und erinnert dazu auch noch visuell an Horror made in Europe. Das bedeutet: weniger makellos-glattpolierte Bilder – stattdessen mehr raue, authentische und dreckige Momente. Ganz nett, zumal es sich Regisseur JACQUES KLUGER nicht nehmen lassen hat, auch kurz Erinnerungen an die Hochzeiten des Giallos wach werden zu lassen. Da bekommen wir es ab und an mit experimentellen Farbspielereien zu tun, die auch Kult-Regisseur DARIO ARGENTO in SUSPIRIA und INFERNO verwendet hat, um verstörende Atmosphäre zu schaffen. Das versucht man auch in PLAY OR DIE. Zu grau-ranzigen Filmaufnahmen, wie man sie aus dem Folter-Horror SAW kennt, gesellen sich leuchtendes Rot und kräftiges Blau. Ein Stil-Overkill, den PLAY OR DIE bitter nötig hat. Vom Hocker haut dieser Horrorthriller nämlich nicht.
 
 
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Der Grund ist mal wieder in der miserablen Charakterentwicklung zu suchen. Unsere Hauptdarsteller sind nämlich unzugänglich und fad. Viel über die wenigen Figuren dieses Survival-Thrillers erfahren wir nicht. Sympathie kommt nur selten auf, was in erster Linie daran liegt, dass der Film eher den Fokus auf abstruse Rätsel legt, statt sich um seine Figuren zu kümmern. Die geraten in einen regelrechten Adrenalinrausch, verdrängen Ängste und haben nur ein Ziel: möglichst alle Räume passieren, rätseln und überleben. Dass die Gier nach Erfolg und dem ultimativen Kick bestraft werden muss, liegt auf der Hand. In Zuge abstruser Rätsel und Aufgaben verlieren die wenigen Teilnehmer nacheinander das Leben, wobei man darum bestrebt gewesen ist, deren Ableben möglichst reißerisch und zeigefreudig zu zelebrieren. Doch all das ist nichts, gegen die erzwungene Auflösung, schließlich muss es irgendjemanden geben, der diesen fragwürdigen Wettbewerb ins Leben gerufen hat. Spätestens hier macht sich PLAY OR DIE so gar keine Freunde, denn die Erklärungen sind haarsträubend und unglaubwürdig. Da werden die anfangs noch behutsam erklärten Handlungsstränge über Bord geworfen, damit sich PLAY OR DIE aus der Masse an belangloser Horror-Ware abheben kann. Vergebens! PLAY OR DIE schafft es einfach nicht originell zu sein. Der Streifen daddelt die Etappen des Horrorkinos lieblos ab und reichert seinen lustlosen Plot mit übertriebenen Gewaltakten an. Das mag für Neulinge ganz unterhaltsam und spannend sein. Wer aber ein paar Jahre Horrorkino auf dem Buckel hat und die wichtigsten Genre-Klischees in und auswendig kennt, dürfte sich bei PLAY OR DIE schnell langweilen. Mit vorhersehbaren Klischees hat dieser Horrorstreifen so seine Probleme. Da reißt auch der ach-so-überraschende Twist nichts, den man mittlerweile in fast jedem Horrorfilm neueren Datums vor die Linse bekommt.
 
 
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PLAY OR DIE – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Leidlich unterhaltsamer Mix aus SAW und ESCAPE ROOM. Ein Film mit interessanter und derzeit beliebter Thematik über den Kick von sogenannten Escape Rooms. Leider ist der Film selbst nicht einmal ansatzweise so interessant, wie das zugrunde liegende Thema. Was passieren wird, ist schnell ersichtlich. Dass die meisten der hier Anwesenden umkommen werden ebenso. Nur ein Twist bringt etwas Instabilität ins sonst eher vorhersehbare Geschehen. Leider ist der so unglaubwürdig und haarsträubend, dass man sich als Zuschauer ganz schön veräppelt fühlt. Da fragt man sich doch glatt, wie so eine Geschichte zum Bestseller werden konnte. PLAY OR DIE ist die Filmadaption eines Romans mit dem Titel PUZZLE, der sich ziemlich gut verkaufen konnte. Nun ja, das hat nichts zu heißen. Selbst die Autobiografien von Naddel, Katzenberg, Effenberg und Becker haben sich dutzendfach verkauft. Bücher, die die Welt nicht braucht.
 
 
 


 
 
 

PLAY OR DIE – Zensur

 
 
 
PLAY OR DIE hat einige recht harte Szenen zu bieten. In einer derer wird eine Filmfigur für jede falsche Antwort mit Stromschlägen bestraft. Da werden teils Erinnerungen an die Fake-Dokumentation GESICHTER DES TODES wach in der ein angeblicher Straftäter vor laufender Kamera auf dem elektrischen Stuhl hingerichtet wurde. Allein dieser Szene wegen dürfte PLAY OR DIE eine Erwachsenenfreigabe erhalten.
 
 
 


 
 
 

PLAY OR DIE – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Distri7)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Escape Room (2019)
 
Escape Room – Das Spiel geht weiter (2017)
 
Nine Dead (2010)
 
Experiment Killing Room (2009)
 
Tödliches Spiel – Would You Rather? (2012)
 
Logic Room (2007)
 
Exam – Tödliche Prüfung (2009)
 

Filmkritik: „No Mercy“ (2019)

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NO MERCY

Story

 
 
 
Als die Schwester von einer jungen Frau entführt wird, macht diese sich ihre Kenntnisse als Bodyguard zu Nutze und schwört den Kidnappern blutige Rache.

 
 
 


 
 
 

NO MERCY – Kritik

 
 
 
Aus Südkorea darf man ab und zu starke Genrekost erwarten. „No Mercy“ zählt leider nicht dazu. Die simple Geschichte wird leider etwas arg konstruiert erzählt und auch sonst bleibt dieses Werk hinter seinen Möglichkeiten zurück, selbst wenn daran längst nicht alles schlecht ist.
 
 
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Inae arbeitet als Bodyguard und ist deshalb aus beruflichen Gründen nicht immer für ihre geistig behindere Schwester da. Eines Tages wird diese dann nach der Schule entführt. Was wie ein Streich von Mitschülerinnen aussieht, endet bei Gangstern und Zuhältern. Es dauert nicht lange bis Inae erste Namen herausfinden kann und von da an ist sie stets auf der Suche nach ihrer Schwester, die sich allerdings nie lange bei einem Entführer aufhält. Das größte Problem an der Geschichte ist wohl, dass sie enorm konstruiert wirkt. Was anfangs noch geradlinig erscheint, wird schon bald unnötig verschachtelt, aber an Glaubwürdigkeit gewinnt das Szenario deshalb noch lange nicht. Der Plot ist eigentlich sehr simpel und an sich handelt es sich einfach nur um eine Rache-Geschichte, doch in der zweiten Hälfte bekommt das noch sehr viel Hintergrund. Eigentlich ist das eine lobenswerte Herangehensweise, nur will das bei „No Mercy“ leider niemals so richtig auf den Punkt kommen und irgendwann ist man als Zuschauer dann davon genervt.
 
 
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Im mittleren Teil besteht der Film aus viel zu vielen Rückblenden. Hier gibt es alle paar Sekunden eine neue Szene aus der Vergangenheit. Selbst wenn man damit einen Hintergrund erschafft, ist es zu viel des Guten und das aktuelle Geschehen wird immens ausgebremst. Besonders am Anfang und am Ende bemerkt man, dass es „No Mercy“ gut getan hätte, wenn er seine Story einfach geradlinig gelassen hätte. Über die Inszenierung kann man sich jedoch weniger beklagen. Die Optik ist auf jeden Fall gut und die Actionszenen wurden ebenfalls solide realisiert, selbst wenn die Kamera hier ab und zu etwas zu hektische Bilder entstehen lässt. Der Zuschauer darf sich auf eine Mischung aus etwas Thriller und etwas Action gefasst machen, denn beide Komponenten spielen eine Rolle. Die Kämpfe sind meist recht knackig und kurz gehalten, lassen aber tatsächlich etwas Spannung entstehen. Das liegt sicherlich auch mit daran, dass sich hier eine zierliche Frau durch eine harte Männerwelt kämpfen muss. Zwar ist das Anno 2019 keineswegs mehr originell, doch Si-young Lee, die wirklich eine gute Arbeit abliefert, wirkt nun echt dermaßen unerfahren im Kampf, dass man zwangsläufig etwas mit ihr mitfiebern muss.
 
 
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Die kleine Portion Drama darf man dann getrost vergessen, denn selbst wenn bei „No Mercy“ emotionale Momente aufkommen sollen, so wirkt das einfach nicht besonders intensiv. Dafür sind die Charaktere dann leider auch zu belanglos. Während Inae eigentlich die einzige Identifikationsfigur für den Zuschauer ist, verkommt besonders die Männerwelt zum reinen Selbstzweck. Klar, die Welt ist ein böser Ort, aber in diesem Film sind einfach alle Männer böse und triebgesteuert. Im Endeffekt ist das eine Spur zu plakativ und bedauernswerterweise entfaltet sich auch die gewünschte Beziehung zwischen den Schwestern nie so richtig authentisch. Trotz dieser Mängel erweist sich „No Mercy“ als relativ kurzweilig. Er kommt schnell zur Sache und streut immer wieder kleine Actionszenen ein. An expliziter Gewalt wird zwar leider gespart und die Freigabe ab 18 Jahren wird wohl am ehesten aus den Selbstjustiz-Motiven entstanden sein, aber gänzlich harmlos ist das nun ebenfalls nicht. Alle Darsteller erledigen ihre Sache ganz passabel, nur der der meist elektronische Score verliert bei seinem Dauereinsatz irgendwann an Wirkung.
 
 
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NO MERCY – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
„No Mercy“ ist ein kleiner Actionhappen für zwischendurch, der absolut nichts Weltbewegendes darstellt, von Genrefans aber ruhig mal angetestet werden darf. Leider wird gerade die einfache Geschichte durch ihre unnötig konstruierte Erzählweise etwas kaputt gemacht. Dafür bekommt man eine passable Inszenierung, solide Darsteller und besonders Si-young Lee macht sich in der Hauptrolle doch sehr ordentlich. Die Figurenzeichnung ist deutlich zu plakativ und so richtig intensiv will das Geschehen auch nie werden, dennoch muss sich der Zuschauer nie zu sehr langweilen und bekommt ein paar flott gemachte Actionszenen zu sehen. Ein paar Rückblenden weniger wären schön gewesen, etwas mehr brachiale Gewalt ebenfalls, so dass sich positive, wie negative Aspekte im Endeffekt am ehesten die Waage halten!
 
 
 


 
 
 

NO MERCY – Zensur

 
 
 
Rachefilme und die FSK – das ist immer so eine Sache. Sobald sich Frauen in dieser Art Filmen rächen, ist es generell so, dass die Prüfbehörde damit keinen Spaß versteht und die Freigabe verweigert. Anders bei „No Mercy“. Der Film wurde ungeschnitten mit einem roten FSK-Flatschen freigegeben.
 
 
 


 
 
 

NO MERCY – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Busch Media Group (KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: No Mercy; Südkorea 2019

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Koreanisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2,35:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 94 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wendecover

Extras: Trailer, Trailershow

Release-Termin: 16.08.2019

 

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NO MERCY – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei Busch Media Group)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Oldboy (2003)
 
Sympathy for Mr. Vengeance (2002)
 
Lady Vengeance (2005)
 
I Saw the Devil (2010)