Filmkritik: „Die Todeskandidaten“ (2007)

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DIE TODESKANDIDATEN

(THE CONDEMNED)

Story

 
 
 
Ein unappetitlicher Geldmensch übt sich mal wieder in Profitmaximierung, indem er einen im Internet übertragenen Wettkampf organisiert. Er setzt einige der brutalsten Einzelkämpfer auf einer Pazifikinsel ab und lässt sie aufeinander los. Unter den professionellen Schlagetoten befinden sich international verdammte Zuchthaushyänen, Söldnerabschaum und andere Waffenfetischisten aus aller Welt und auch ein undercover ermittelnder Militärgeheimdienstler, mit dem wir, die Zuseher, sympathisieren sollen/dürfen.

 
 
 


 
 
 

DIE TODESKANDIDATEN – Kritik

 
 
DIE TODEKANDIDATEN ist ein Unterhaltungswerk nach dem guten, alten Filmprinzip der Menschenjagd, beliebt seit GRAF ZAROFF – GENIE DES BÖSEN Anfang der Dreißiger, über die brutal-hysterischen BATTLE-ROYALE-Filme aus Japan und deren peinlichen Mainstream/Kinderfilm-Kopien HUNGER GAMES, zu edlem Old-School-Brutalo-Trash wie eben DIE TODESKANDIDATEN hier.
 
 
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Star dieser Produktion aus dem Filmstudio des WORLD WRESTLING ENTERTAINMENT Konzerns ist Stone Cold Steve Austin, einer der größten Publikumslieblinge der Wrestling-Geschichte und zu diesem Zeitpunkt leider bereits Sportinvalide. Der kahlköpfige Texaner dreht bis heute fleißig B-Actioner für den Heimkinomarkt. DIE TODESKANDIDATEN ist sein wohl bester Film und gleichzeitig ein Beweis für die Risikobereitschaft der WWE in ihren frühen Filmproduzententagen. Wie zum Beispiel auch der co-produzierte Slasher SEE NO EVIL nimmt auch das grobe Filmchen hier keine Gefangenen. Sind ja auch Todeskandidaten, höhöhö. Selbstredend ist hier der erste der beiden Schlitzerfilme mit WWE-Monstrum Kane gemeint. Nicht jene grottenschlecht-lahmarschige Unverschämtheit von Fortsetzung aus den Stümperhänden der gnadenlos überschätzten und aufgrund ihres Geschlechts von Kritik nicht angreifbaren Schwestern Soska.
 
 
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Austin und seine Tanzpartner nutzen jede erdenkliche Grausamkeit mit scharfen Klingen oder fliegendem Blei, bis nur noch einer übrig und das moralisch vollkommen verrohte Publikum, beziehungsweise dessen Blutdurst, gesättigt ist. Ja, hier liegt, wie bei jedem dieser Filme, das Milligramm Sozialkritik. Die schwülstige Frage, ob ohne Zuschauer eine solche Barbarei überhaupt auf Sendung gehen würde. Eine Frage, die spätestens seit BIG BROTHER im Raume steht, bei wirklichen Formaten psychischer Zerstörung (hallo, Heidi Klum) aber geflissentlich totgeschwiegen wird. Aus dieser Riege der Mordbestien im Dschungel stechen Nathan Jones (Ex-Knacki, war auch kurz mal Wrestler, dann unter anderem MAD MAX: FURY ROAD), Manu Bennett, bekannt als Crixus aus der derben SPARTACUS-Serie und der walisische Fußball-Körperverletzer Vinnie Jones hervor. Letzterer dann aber auch in seiner mit Abstand sadistischsten und grausigsten Rolle ever.
 
 
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Der Film stand mehr oder weniger ab Erscheinen in Deutschland auf dem Index. Hat er sich auch verdient, der Gute. Nicht nur aufgrund des Nickelback-Songs im Abspann. Tatsächlich sucht die Brutalität dieses Kampfarena-Films 2007 ihresgleichen. Aus dem Computer kommende Ultra-Gorebomben wie der oben erwähnte Serienhit SPARTACUS, die eine BRAINDEAD-meets-CGI-Ästhetik in wöchentlicher Fernsehserien-Abfolge normalisieren würde, kommen erst ab 2010 auf den Zuschauer zu. Von den in jeder zweiten Netflix/Amazon Prime/etc. völlig selbstverständlich präsentierten Brutalitäten unserer Gegenwart ganz zu schweigen. Nicht, dass wir uns beschweren würden. Wenn etwas einen Actionfilm eine Klasse höherstuft, dann schweinische Härte.
 
 
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DIE TODESKANDIDATEN – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
DIE TODESKANDIDATEN ist eine der brutalsten und das Gehirn verrohendsten Menschenjagd/Arenafilm-Actionknüppel seit Erfindung des mit Käse überbackenen Käserands bei Pizza. Genau diese solltest Du, Freund und Leser jetzt direkt mit dem Kauf der BluRay hier kombinieren. Dazu Bier. Dankesschreiben bitte unter dieses Review posten, Geld- und Sachgeschenke nach Absprache.
 
 
 


 
 
 

DIE TODESKANDIDATEN – Zensur

 
 
 
DIE TODESKANDIDATEN lief im Kino noch ungekürzt mit „keine Jugendfreigabe“. Später auf DVD sah das aber anders aus. Dort erhielt der Film keine Freigabe von der FSK, sodass sich der Rechteinhaber SONY dazu entschloss zur SPIO/JK zu gehen. Das SPIO/JK-Gremium vergab „keine schwere Jugendgefährdung“. Leider wurde der Actionfilm zeitnah indiziert. Die Indizierung auf Liste A wurde am 28.10. 2019 aufgehoben. Mittlerweile hat man den Streifen von der FSK neu prüfen lassen. Die Freigabebehörde vergab diesmal „keine Jugendfreigabe“ in ungeschnittener Form. Die Kaufhausfassung im KeepCase mit dem roten FSK-Flatschen ist daher ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

DIE TODESKANDIDATEN – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Sony Pictures Entertainment – KeepCase

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(c) Nameless Media – Mediabooks

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Condemned; USA 2007

Genre: Action, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.85:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 114 Min.

FSK: KeepCase: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung) | Mediabook: ungeprüft – FSK18 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wendecover | Mediabook

Extras: Deleted & Extended Scenes, Filmdokumentationen: Making of, Capital Carnage 1998, Stone Cold im Movie World Australien, Storyboard-Vergleiche, Trailer, Audiokommentar mit Stone Cold Steve Austin und Regisseur Scott Wiper | zusätzlich im Mediabook: Booklet und Hauptfilm auf DVD

Release-Termin: Mediabook: 22.11.2019 | KeepCase: 12.03.2020

 

Die Todeskandidaten [Blu-ray im KeepCase] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

DIE TODESKANDIDATEN – Trailer

 
 


 
 
 

Christian Ladewig

(Rechte für Grafiken liegen bei SONY PICTURES ENTERTAINMENT | NAMELESS MEDIA)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Harte Ziele (1993)
 
Surviving the Game – Tötet ihn! (1994)
 
The Tournament (2009)
 

Filmkritik: „Rambo: Last Blood“ (2019)

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RAMBO: LAST BLOOD

(RAMBO 5)

Story

 
 
 

Bereits zum fünften Mal muss John Rambo seine kämpferischen Fähigkeiten unter Beweis stellen, doch nie zuvor wurde es für ihn so persönlich, wie in „Last Blood“.

 
 
 


 
 
 

RAMBO: LAST BLOOD – Kritik

 
 
 
Dass Sylvester Stallone mit „John Rambo“ ein grandios, brachiales Comeback gelang, liegt nun auch schon über zehn Jahre zurück. Immer wieder gab es Meldungen zu einem letzten Teil von „Rambo“. Zwar dauerte es seine Zeit, doch letztes Jahr war es dann soweit. „Rambo: Last Blood“ scheint es dabei ernst zu nehmen mit dem letzten Teil und spielt auch vom Titel her gelungen darauf an. Bei all den unterschiedlichen Kritiken konnte man sich überhaupt nicht sicher sein, was einen nun erwartet und am Ende kommt es doch ganz positiv. „Rambo: Last Blood“ ist ein durchaus plumper Film geworden, aber unterhaltsam ist er dennoch!
 
 
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John Rambo lebt mittlerweile zurückgezogen auf der Farm seiner verstorbenen Eltern. Mit der Haushälterin Maria und ihrer Enkelin Gabrielle hat er jedoch eine neue Familie gefunden und führt ein inniges Verhältnis zu ihnen. Als Gabrielle eines Tages ihren Vater in Mexiko ausfindig machen kann, resultiert daraus eine Katastrophe. Plötzlich gerät sie in die Fänge von Menschenhändlern und natürlich macht sich John sofort bereit, sie zu retten. Dabei legt er sich mit dem organisierten Verbrechen an, doch wer Rambo kennt, der weiß auch: Was sich dieser Mann in den Kopf gesetzt hat, setzt er auch durch. Das Drehbuch macht es sich ganz schön einfach. Man hätte die Figur von Rambo unter vielen Wegen fortsetzen und beenden können. Positiv ist, dass man dem Ende des letzten Teils treu blieb, John nun auf die Farm versetzt und er sich dort einen ganz angenehmen Ruhestand machen darf. Was dann geschieht, ist allerdings reichlich plump und sollte nicht mit der größten Logik betrachtet werden. Natürlich ist zufällig eine Journalistin zur Stelle, die helfen kann und natürlich muss es nach einer Rettungsaktion noch das große Opfer geben. Viele Dinge wirken etwas unbeholfen und man hätte sie definitiv besser schreiben können, doch wenn es darum geht, dass man Rambo wieder in Aktion sehen darf, dürfte eigentlich niemand enttäuscht sein.
 
 
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Der Aufbau fällt dabei nicht unüblich aus, erinnert jedoch kaum an andere Teile der Reihe. Es gibt einen unnötig actionlastigen Prolog (der jedoch in der US-Fassung gar nicht vorhanden war) und dann dominiert erst mal Ruhe das Geschehen. Immerhin wird hier ganz glaubwürdig verkauft, was Gabrielle für John bedeutet und das ist doch ganz wichtig, damit die Rache hinterher funktioniert. Nach ungefähr einer halben Stunde ist das Szenario eingeleitet, doch wer sich jetzt schon nach großer Action sehnt, muss weiterhin Geduld haben. Es gibt ein paar brutale Momente, aber „Rambo: Last Blood“ übt sich auch hier weiterhin eher im ruhigen Gefilde. Alles steuert auf das große Finale zu und hier macht der Schauplatz dann auch echt etwas her. Die Sache mit den ganzen Fallen ist maßlos übertrieben, macht aber einfach Spaß. Allerdings geht alles viel zu schnell! Nach knapp zehn Minuten ist der Bodycount ins nahezu Unermessliche gestiegen, doch als Zuschauer bekommt man davon gar nicht so viel mit. Es wird gesplattert, was das Zeug hält. Auch „Rambo: Last Blood“ ist ungemein brutal, aber weil alles so schnell geht, wird hier niemals die Intensität von „John Rambo“ erreicht. Dass viele Effekte aus dem Computer stammen, fällt bei der Geschwindigkeit wenigstens kaum negativ auf.
 
 
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Sylvester Stallone macht als Rambo weiterhin eine gute Figur, auch wenn er hier von allen Teilen weder charakterlich, noch optisch besonders markant ausgefallen ist. Trotzdem ist der Mann noch fit und man kauft es ihm einfach ab, wenn er gegen eine überlegene Anzahl an Männern gewinnt. Vom echten Schauspiel ist das meistens weit entfernt, aber das braucht man bei dieser Reihe auch gar nicht. Die restlichen Darsteller erfüllen einen Standard, der okay ist. Schade ist nur, dass man es nicht hinbekommen hat markante Gegenspieler zu entwerfen. Sergio Peris-Mencheta ist als letzter Gegner ja dermaßen langweilig, dass man schon ein wenig traurig sein darf. Hinzu gesellen sich Dialoge, die dem Action-Genre gerecht werden, manchmal aber selbst dafür schon zu wenig Niveau besitzen. Die Figurenzeichnung ist jedenfalls nicht gerade eine Stärke von „Rambo: Last Blood“ und echte Gefühle werden hier nahezu gar nicht vermittelt.
 
 
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Dafür muss man aber sagen, dass der Film gut unterhalten kann. Selbst wenn er gar nicht so viel Action parat hält, fühlt man sich als Zuschauer niemals gelangweilt. Man wartet gespannt auf dieses Finale und es fällt so brachial aus, dass man gar nicht davon enttäuscht sein kann. Nur wäre es eben schön gewesen, wenn man es etwas langsamer gestaltet hätte. Über die handwerkliche Arbeit kann man auch nicht gerade meckern. „Rambo: Last Blood“ sieht optisch gut aus, besitzt genügend Abwechslung was Kulissen betrifft und wurde gut inszeniert. Das Finale ist zu hektisch geschnitten, aber ansonsten hat Regisseur Adrian Grünberg seine Sache solide gemacht. Interessant wäre es sicherlich trotzdem gewesen, wie das Resultat ausgesehen hätte, wenn Stallone selbst Regie geführt hätte. Nach rund 90 Minuten (ohne Abspann – aber auch nur in der internationalen Version) ist dann schon wieder Schluss. Die Laufzeit ist angemessen und die kürzere US-Fassung wäre dann sogar noch plumper gewesen.

 
 


 
 
 

RAMBO: LAST BLOOD – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
„Rambo: Last Blood“ macht es auf keinen Fall verkehrt. Man bekommt einen überwiegend recht ruhigen Actionfilm, der trotzdem nicht an Tempo vermissen lässt und sowieso von Anfang an nur auf dieses brachiale Finale zusteuert. Hier wird niemand enttäuscht, aber es ist schade, dass es so schnell wieder vorbei ist. Intensive Gewalt kann dabei kaum entstehen, aber eine mächtige Schlachtplatte ist auch dieser Teil wieder geworden. Stallone tut, was man von ihm erwartet, die anderen Darsteller sind austauschbar, aber die Inszenierung ist solide und wenn Rambo wieder mal zum Berserker wird, dann wird das Actionherz bedient. Als anspruchsloser, brutaler Actionfilm ist das vollkommen überzeugend, als Abschluss der „Rambo“-Reihe aber vielleicht ein wenig unbefriedigend!
 
 
 


 
 
 

RAMBO: LAST BLOOD – Zensur

 
 
 
„Rambo: Last Blood“ erhielt von der FSK überraschend eine Erwachsenenfreigabe in ungeschnittener Form. Wie bereits im Kino hat auch die Heimkinofassung den roten FSK-Flatschen erhalten und ist ungeschnitten. Keine Jugendfreigabe.
 
 
 


 
 
 

RAMBO: LAST BLOOD – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Universum Film | Tobis Home Entertainment (KeepCase – ungeschnittene Fassung)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Rambo: Last Blood; Bulgarien | Spanien | USA 2019

Genre: Action, Thriller

Ton: Deutsch (Dolby Atmos), Englisch (Dolby Atmos)

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.40:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: 101 Minuten (ungeschnittene Fassung)

FSK: keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase ohne Wechselcover

Extras: Trailer, Drawing Last Blood, From First note to last Blood

Veröffentlichung: KeepCase: 31.01.2020

 
 

Rambo: Last Blood [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

RAMBO: LAST BLOOD – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Die Rechte aller verwendeten Bilder und fürs Packshot liegen bei UNIVERSUM FILM | Tobis Home Entertainment)

 
 
 
Ähnliche Filme:
 
Death Wish (2018)
 
John Wick: Kapitel 3 – Parabellum (2019)
 
John Rambo (2008)
 
Rambo Trilogie (1982 – 1988)
 

Filmkritik: „Sant Martí“ (2018)

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SANT MARTÍ

Story

 
 
 

Einige Durchreisende erleben im ländlichen Katalonien die Hölle auf Erden.

 
 
 


 
 
 

SANT MARTÍ – Kritik

 
 
 
Barcelona, Madrid und Malaga – moderne Vorzeigestädte mitten in Spanien, die jährlich Millionen Besucher anlocken, um Spaniens Kultur entdecken zu können. Doch im Hinterland geht es weniger zivilisiert zu. Dort wo Menschen in einfachsten Verhältnissen hausen müssen und sich von der spanischen Regierung in Stich gelassen fühlen, herrscht ein rauer Ton. Hier trauen sich keine Touristen hin. Wenn doch, werden diese gejagt, gefoltert und zerteilt – zumindest, wenn es nach den Filmemachern DAVID C. RUIZ und ALBERT VALÈNCIA geht. Die haben mit dem ersten Spielfilm Schubladendenken auf Zelluloid gebannt und wollen mit Backwood-Horror im Genre Fuß fassen. Damit wären sie nicht die Ersten. Mittlerweile hat sich der Horrorfilm etabliert und vielen Regie-Newcomern zu interessanten Arbeiten im Filmgeschäft verholfen. Ob das auch den oben genannten Newcomern mit SANT MARTÍ gelingt?
 
 
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Ein Rockfestival. Das ist das Ziel zweier Freunde. Die können es kaum erwarten das Wochenende über durchzufeiern. Unterwegs gabelt man zwei attraktive Anhalterinnen auf, die ebenfalls zur gleichen Veranstaltung wollen. Doch das Glück meint es nicht gut mit den jungen Leuten. Der Bus gibt den Geist auf und kommt in der Einöde zum Erliegen. Gott sei Dank bringt ein Einheimischer die Gestrandeten in einen kleinen Ort, der zurecht auf keiner Karte zu finden ist. Fluch oder Segen? Horrorfans wissen spätestens seit dem BLUTGERICHT IN TEXAS, dass mit verdorbenen Stadtmenschen in verschlafenen Ortschaften kurzer Prozess gemacht wird. In der Tat wartet der auch auf unsere Freunde. Die verhalten sich alles andere als ehrenwert und bringen sich so in große Gefahr.
 
 
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Atmosphärisch, düster und schmuddelig – aber weit hinter den Möglichkeiten. SANT MARTÍ ist der erste katalonische Backwood-Slasher überhaupt und orientiert sich in der Machart am Bay-Remake zum berüchtigten KETTENSÄGENMASSAKER von 2003. Das bedeutet: gammelige Häuser, dreckige Gassen und einfache Menschen, die fern der Zivilisation eigenen Gesetzen folgen. Eigentlich gute Voraussetzungen für ungemütliche Filmunterhaltung, zumal die Regisseure DAVID C. RUIZ und ALBERT VALÈNCIA penibel darauf achten, dass ihr Langfilmdebüt einen möglichst hochwertigen Eindruck hinterlässt. Leider folgt der ansprechend gefilmte Streifen zu verkrampft den vorhersehbaren Regeln des Hinterwäldler-Genres und lässt so kaum Raum für Neuerungen zu. Das bedeutet: hormongesteuerte Stadtmenschen geraten an ungebildete Leute vom Land, die natürlich im Hinterland nichts anderes kennen, als Durchreisende abzuschlachten. Ganz schön langweilig – vor allem auch deshalb, weil sich die Macher hinter SANT MARTÍ partout nichts einfallen lassen wollen, um irgendwie von bekannten Pfaden abzukommen. Die Folge: sattgesehene Verläufe, vorprogrammierte Klischees und austauschbare Stereotypen. Wer alle Teile der WRONG TURN-Serie und der TEXAS CHAINSAW MASSACRE-Reihe gesehen hat, dürfte sich schnell unterfordert fühlen.
 
 
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Worin SANT MARTÍ aber am meisten enttäuscht ist der Faktor Gewalt. Während in den letzten Filmen rund um Killer LEATHERFACE das Blut in Strömen floss und im Zuge der französischen Terrorwelle ein neues Kapitel in Sachen Filmgewalt aufgeschlagen wurden, macht SANT MARTÍ die sprichwörtliche Kehrtwende. Wer mit Backwood-Horror Aufmerksamkeit erregen möchte, sollte seine Figuren unmenschlich behandeln und möglichst lang leiden lassen. Da muss die Kamera allgegenwärtig sein und jede Grausamkeit detailliert festhalten. Regeln, die hätten dabei helfen können SANT MARTÍ zum neuen FRONTIER(S) zu machen. Doch die Macher DAVID C. RUIZ und ALBERT VALÈNCIA entscheiden sich – vermutlich auch des Budgets wegen – für eine seichtere Gangart. Das bedeutet, dass selten fiese Gewalteinlagen auf der Leinwand zelebriert werden. Stattdessen wird weggeblendet, wenn es ans Eingemachte geht. Eine Kamerafahrt über abgesägte Beine ist der Höhepunkt dieses spanischen Slasher-Flicks und macht den technisch souverän abhandelten SANT MARTÍ dann eher zu einem austauschbaren Horrorfilm über den Morgen schon niemand mehr sprechen wird. Schade!
 
 
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SANT MARTÍ – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Die katalonische Antwort auf Bays Remake zum legendären TEXAS CHAINSAW MASSACRE. SANT MARTÍ ist eine professionelle Produktion aus Spanien, die atmosphärisch gut vorlegt, aber inhaltlich nichts wagt. Das bedeutet, dass die Newcomer DAVID C. RUIZ und ALBERT VALÈNCIA weder frischen Wind in das mittlerweile angestaubte Backwood-Horror-Genre bringen, noch in Sachen Gewalt neue Maßstäbe setzen. Was folgt, ist Hinterwälder-Horror nach Schema F. Immerhin bringen einige überspitzte Anspielungen auf das ländliche Katalonien hin und wieder zum Schmunzeln. Muss man dennoch nicht unbedingt gesehen haben.
 
 
 


 
 
 

SANT MARTÍ – Zensur

 
 
 
SANT MARTÍ hält sich für einen Backwood-Slasher in Sachen Gewalt sehr zurück. Meist bekommt man nur das Resultat eines Mordes zu sehen oder die Kamera blendet weg, wenn es zu blutig wird. Das dürfte der hiesigen FSK gefallen. SANT MARTÍ dürfte in der ungeschnittenen Form einen roten FSK-Flatschen erhalten. Hierzulande hat sich das Label I-ON NEW MEDIA die Rechte für eine deutsche Auswertung gesichert.
 
 
 


 
 
 

SANT MARTÍ – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Black Mandala | I-ON NEW MEDIA)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
What the Waters Left Behind (2017)
 
Escape from Cannibal Farm (2017)
 
Leatherface – The Source of Evil (2017)
 
Inbred (2011)
 

Filmkritik: „Rabid“ (2019)

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RABID

Story

 
 
 
Im Remake zu Cronenbergs „Rabid“ wird die Heilung nach einem schrecklichen Unfall für Rose ganz plötzlich zum echten Albtraum.

 
 
 


 
 
 

RABID – Kritik

 
 
Wohl kaum jemand hat den Body Horror so stark geprägt, wie David Cronenberg. Bereits in seinen früheren Werken widmete er sich Mutationen am menschlichen Körper. Sein 1977 entstandener „Rabid“ bot darüber hinaus ganz klar zu erkennende Gesellschaftskritik und wurde zum Klassiker. Über 40 Jahre später nahmen sich jetzt Jen und Sylvia Joska, die den Spitznamen die Twisted Twins erhalten haben, einem Remake an und was für Erwartungen man da haben sollte, war wirklich nicht leicht zu sagen. In Endeffekt haben die Schwestern ihre Sache aber sehr ordentlich gemacht, was auch gerade daran liegt, dass „Rabid“ kein stumpfes Remake darstellt.
 
 
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Rose arbeitet bei einem Modeschöpfer und wünscht sich nichts mehr, als ebenfalls eine Designerin zu werden. Doch dafür ist sie viel zu schüchtern. Sowieso gerät ihr Leben aus den Fugen, als sie eines Abends einen schweren Verkehrsunfall hat. Rose trägt schlimme Wunden davon, aber am grauenvollsten trifft es ihren Kiefer, so dass sie entstellt aussieht. Doch zum Glück wird ihr eine Klinik empfohlen, die mit Stammzellen experimentiert und die Behandlung umsonst anbieten. Rose ist erst skeptisch, nimmt dann aber an und plötzlich läuft ihr Leben wieder wunderbar. Doch das Glück hat auch eine Kehrseite.
 
 
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Bis auf die Ausgangssituation und die Sache mit der Epidemie, sind gar nicht mehr so viele Ideen von Cronenbergs Version übrig geblieben. „Rabid“ kopiert nicht einfach nur, sondern überträgt die Geschichte in die heutige Zeit und stellt somit ein angebrachtes Update dar. Etwas schade ist, dass die Gesellschaftskritik darunter leidet, denn man hat die Sache mit den Stammzellen dann doch eher nur dafür genutzt, um eben einen Horrorfilm zu realisieren. Auch das Thema Sexualität wird längst nicht so effektiv genutzt, wie in der Version von 1977. Stattdessen wird hier mehr Fokus auf eine Figurenzeichnung gelegt und hinterher beschäftigt man sich auch noch recht ausführlich mit der Epidemie. Ein bisschen glattgebügelter, als das Original, ist „Rabid“ anno 2019 somit zwar schon, gut funktionieren tut das Drehbuch jedoch trotzdem.
 
 
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Das liegt eben auch an der ganz anderen Herangehensweise. Langweilig wird es deshalb schon mal nicht, weil man nicht weiß, was noch so geschehen wird. Dafür braucht man allerdings erst mal etwas Geduld, denn die Twisted Twins lassen sich Zeit. Was bei Cronenberg bereits in den ersten zehn Minuten abgehandelt war, dauert hier eine gute halbe Stunde. Die Figurenzeichnung kann dadurch nur gewinnen und mit Rose gibt es eine gute Identifikationsfigur für den Zuschauer. Laura Vandervoort spielt das auch ordentlich und facettenreich. Nur bei den Nebenfiguren sieht es etwas schwächer aus, denn hier will niemand so richtig in Erinnerung bleiben. Allerdings hatte schon das Original mit diesem Problem zu kämpfen und da hier wenigstens die Hauptfigur besser gestaltet wurde, hat das Remake hier sogar die Nase vorn. Die restlichen Darsteller spielen allesamt zweckdienlich und enttäuschen nicht, sind aber eben von der Zeichnung her wenig markant ausgefallen und fallen deshalb auch kaum auf.
 
 
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In der zweiten Hälfte steigern die Twisted Twins dann so langsam die Splatter-Szenen und im Finale gibt es dann auch noch etwas mehr vom Body Horror zu sehen. Hier geht das Remake deutlich weiter, als das Original, was für manche vielleicht etwas zu übertrieben sein wird, aber optisch dennoch viel her macht. Sowieso ist die Inszenierung gut geworden und es gibt ein paar starke Schauwerte. Ob eine Operation ganz in rot, ein Albtraum wie aus einem Marilyn-Manson-Musikvideo oder eben das übertriebene Finale – Handwerklich wurde das völlig souverän gestaltet. Schön ist auch die Tatsache, dass die Effekte von Hand gemacht wurden. Zwar ist „Rabid“ jetzt keine echte Schlachtplatte, aber es gibt ein paar durchaus heftige Einlagen, die jeden Gorehound befriedigen sollten und eben auch gut getrickst wurden. Wirklich spannend ist das zwar eher selten und wenn dann auch eher in der letzten halben Stunde, doch wenn man nichts gegen die ein oder andere ruhige Szene hat, wird man trotzdem durchgehend gut unterhalten. Außerdem hält das Drehbuch zum Ende hin noch ein paar kleinere Wendungen parat, die ganz in Ordnung sind.
 
 
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RABID – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Es ist im Endeffekt gar nicht klar zu sagen, welche Version von „Rabid“ denn nun besser ist und somit kann hier von einem rundum gelungenen Remake die Rede sein. Das Original war etwas kühler, besaß mehr treffende Gesellschaftskritik und mehr Sex, aber dafür bietet das Remake eine bessere Hauptfigur, mehr Splatter und im Endeffekt auch mehr Horror. Dass die Story doch reichlich anders gestaltet wurde, ist auf jeden Fall erfreulich und von einer solchen Herangehensweise könnten sich manch andere Regisseure ruhig eine Scheibe abschneiden. Mit den Twisted Twins ist somit jedenfalls in Zukunft noch immer zu rechnen, denn sie erledigen ihre Arbeit handwerklich gut und schreiben solide Drehbücher. Zusätzlich wird „Rabid“ gut gespielt und bietet ein paar schön getrickste Splatterszenen. Um ein paar kleine Längen kommt man nicht herum, doch im Endeffekt ist dieser Film Horrorfans auf jeden Fall zu empfehlen!
 
 
 


 
 
 

RABID – Zensur

 
 
 
Der rote FSK-Flatschen auf dem Cover ist ein Blender. „Rabid“ wurde von der FSK in ungeschnittener Form bereits ab 16 Jahren freigegeben. Die Freigabe der Blu-ray wurde angehoben wegen dem Bonusmaterial auf der Scheibe. Darauf enthalten: Trailer zu weiteren Titeln von Splendid Film.
 
 
 


 
 
 

RABID – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Splendid Film (KeepCase Blu-ray)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Rabid; Kanada 2019

Genre: Thriller, Horror

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch, Niederländisch

Bild: 2.39:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 107 Min.

FSK: Film: FSK16 (ungeschnittene Fassung)| Blu-ray wegen Bonus: keine Jugendfreigabe

Verpackung: KeepCase mit Wendecover

Extras: Trailer, Trailershow

Release-Termin: 25.10.2019

 

Rabid [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

RABID – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei Splendid Film)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Rabid – Der brüllende Tod (1977)
 
Parasiten-Mörder (1975)
 
Patient Zero (2018)
 
Bite (2015)
 
Eat (2013)
 

Filmkritik: „The Cannibal Club“ (2018)

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THE CANNIBAL CLUB

(O CLUBE DOS CANIBAIS)

Story

 
 
 
In „The Cannibal Club“ dient das Verspeisen von Menschen einem höheren Zweck, was ein Ehepaar trotzdem nicht daran hindert, sexuelle Lust daran zu verspüren.

 
 
 


 
 
 

THE CANNIBAL CLUB – Kritik

 
 
Dass Brasilien unter anderem ein großes Problem mit der Armut hat, sollte kein Geheimnis sein. Solche Missstände können Filmemacher gut nutzen, um Gesellschaftskritik in ihre Werke einzubauen und genau daran versucht sich auch „The Cannibal Club“. Dass der Film dabei jedoch zu wenig von dem bietet, was er ankündigt, wird mit der Zeit zu einem Problem und wird sicherlich nicht jedem Zuschauer schmecken.
 
 
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Otavio ist mit Gilda verheiratet und ein erfolgreicher Geschäftsmann. Außerdem ist Otavio Mitglied in einem ominösen Club, dessen Hintergründe jedoch eher schleierhaft bleiben. Auf jeden Fall geht es um Kannibalen, doch auch zu Hause, in ihrer Villa, weit abgelegen auf dem Land, betreiben Otavio und Gilda Gourmetspaß etwas anderer Art. Als Gilda eines Tages auf einer Feier etwas sieht, was nicht für ihre Augen bestimmt war, kommt es allerdings plötzlich zur Bedrohung.
Man kommt nicht drumherum den Kannibalen-Aspekt in die Handlung zu stecken, doch dabei entsteht sofort das Risiko falscher Erwartungen, denn um Kannibalen dreht es sich höchstens am Rande. Wirklich wichtig ist dieser Aspekt für die Story gar nicht, selbst wenn er die Grundprämisse vorgibt. Viel mehr geht es Regisseur und Drehbuchautor Guto Parente um Gesellschaftskritik und Brasilien bekommt schon sein Fett weg. Doch geschieht selbst dies eher auf subtiler Ebene und so fragt man sich als Zuschauer manchmal schon, was das ganze Szenario denn eigentlich bezweckt. Gute Ideen sind sicherlich vorhanden und selbst wenn „The Cannibal Club“ das Rad überhaupt nicht neu erfindet, wird er schon alleine durch seine andere Erzählweise einzigartig. Leider verliert Parente jedoch zu oft den Fokus und etwas geradliniger hätte das Drehbuch ruhig sein dürfen.
 
 
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Der Anfang wird den Erwartungen noch gerecht. Da gibt es gleich eine recht derbe Mischung aus Sex und Gewalt, die Lust auf mehr macht. Doch um Kannibalen dreht es sich danach kaum noch. Die Gewaltausbrüche kann man an einer Hand abzählen und die reichlich freizügigen Sexszenen ebenfalls. Beide Aspekte sind vorhanden, geben dem Horrorfan aber nicht das, was anfangs versprochen wird. Wobei man sowieso kaum von einem Horrorfilm sprechen kann. Im letzten Drittel fühlt man sich schon fast mehr wie in einer Art Thriller und dazwischen gibt es immer mal ein wenig Komödie. Wenn man Humor sucht, findet man diesen jedoch nur auf pechschwarzer Ebene. Die Mischung ist interessant, allerdings nicht ausgewogen. Es hat seinen Reiz, dass man als Zuschauer nie weiß, worauf man sich einstellen kann, doch mit der Zeit wirkt dieses Spiel etwas ermüdend. Obwohl die Laufzeit mit rund 80 Minuten (mit Abspann) sowieso schon ziemlich kurz ausgefallen ist, ergeben sich ein paar Längen, weil „The Cannibal Club“ einfach kein Tempo besitzt. Das ist zwar meistens immer noch erstaunlich unterhaltsam, besitzt jedoch kaum einen Mehrwert. Gerade weil die bissige Gesellschaftskritik eigentlich recht treffsicher ist, ist dies schade, denn hätte man mehr von ihr mitbekommen, würde der Film sicherlich länger im Gedächtnis verweilen.
 
 
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Aus handwerklicher Sicht gibt es an „The Cannibal Club“ nichts auszusetzen. Zwar fällt der Inszenierung nichts Besonderes ein und die Kamera-Arbeit bleibt etwas einfallslos, doch die hübschen Kulissen wissen zu überzeugen und selbst wenn alles etwas minimalistischer ausgefallen ist, so wirkt der Film stets hochwertig. Dazu gesellen sich gute Darstellerleistungen. Tavinho Teixeira spielt den harten Hund überzeugend und Ana Luiza Rios ist als seine Film-Ehefrau ebenfalls gut. Von diesen beiden Leistungen lebt der Film, denn alle anderen Rollen sind eher klein und nicht so wichtig. Doch auch hier enttäuscht niemand, selbst wenn manchmal ein wenig Overacting mit im Spiel ist. Dazu gibt es eine deutsche Synchronisation, die man sich zum Glück ganz gut anhören kann. Über mangelnde Abwechslung kann man sich auch eigentlich gar nicht beklagen, weil die Story immer wieder in eine andere Richtung geht. Zusätzlich gibt es dann eine kleine Schlusspointe, die vorhersehbar, aber im bösen Sinne ganz witzig ist. Dass man als Zuschauer trotzdem nie begeistert ist, liegt eben daran, dass man das gesamte Szenario noch viel bissiger, derber und krasser gestalten hätte können.
 
 
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THE CANNIBAL CLUB – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
„The Cannibal Club“ ist ein eigenwilliger Film, der am ehesten Gesellschaftskritik äußern möchte und dafür Sex und Gewalt in Aussicht stellt, davon im Endeffekt aber nicht genügend bietet, um den Zuschauer über die gesamte Laufzeit bei der Stange zu halten. Das Ergebnis ist nicht frei von Längen, aber immerhin einigermaßen kurzweilig, doch wenn der Abspann erscheint, fragt man sich schon ein wenig, was das alles denn nun sollte. Dank einer soliden Inszenierung, ein paar netten Schauwerten und guten Darstellern ist das auf jeden Fall sehenswert. Außerdem sind ein paar Ideen treffsicher und ein paar Szenen recht intensiv ausgefallen. Von einem Reinfall kann hier also absolut nicht die Rede sein, aber wenn man auch nur den Hauch falscher Erwartungen hat, kann eine Enttäuschung nicht ausgeschlossen werden!
 
 
 


 
 
 

THE CANNIBAL CLUB – Zensur

 
 
 
„The Cannibal Club“ hat von der FSK wegen einiger blutigen Szenen eine Freigabe ab 18 Jahren erhalten. Diese Filmfassung ist wie bei der Deutschlandpremiere auf dem Fantasy Filmfest im Jahr 2018 vollkommen ungeschnitten. Fans gesellschaftskritischer Horrorschocker können bedenkenlos zugreifen.
 
 
 


 
 
 

THE CANNIBAL CLUB – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Donau Film (KeepCase Blu-ray)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: O Clube dos Canibais; Brasilien 2018

Genre: Horror, Komödien

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Portugiesisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 81 Min.

FSK: keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wendecover

Extras: Behind the Scenes, Trailer

Release-Termin: 27.09.2019

 

The Cannibal Club [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

THE CANNIBAL CLUB – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei DONAU FILM)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Society (1989)
 
We Are What We Are (2013)
 
Wir sind was wir sind (2010)
 

Filmkritik: „Trick“ (2019)

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TRICK

Story

 
 
 

Ein Teenager richtet an Halloween ein Blutbad an und wiederholt sein perfides Treiben fortan zu jedem Halloween-Fest.

 
 
 


 
 
 

TRICK – Kritik

 
 
 
Was wäre Halloween nur ohne seine Horrorikonen und vor allem ohne seine bluttriefenden Horrorfilme. Alljährlich buhlen viele neue Genre-Produktionen am Tag vor Allerheiligen um die Gunst der Horrorfilmfans. Da wird massakriert, gemeuchelt und gefoltert – nicht immer erfolgreich. Viele dieser neuen Filme verschwinden danach in der Bedeutungslosigkeit, weil sie über keinerlei Alleinstellungsmerkmale verfügen. Eine Tatsache die Regisseur PATRICK LUSSIER nun ändern möchte. Der will sich nach DRIVE ANGRY und MY BLOODY VALENTINE 3D an den ganz großen Kultwerken des modernen Horrorfilms messen und prophezeit im Trailer zum Film TRICK die „Geburt einer Horror-Legende“. Vielversprechende Worte, die nicht selten Schlimmes erahnen lassen. So hat die Vergangenheit gezeigt, dass genau diese ach so hochgelobten Schocker nicht unbedingt von Qualität zeugen, die bereits beim Marketing den Mund zu voll nehmen. Im Falle von TRICK bestätigt sich dieses Muster. Viel Tamtam und am Ende nur heiße Luft. Eine gesunde Skepsis sollte bei derart Werbegequassel vorausgesetzt werden.
 
 
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Halloween 2015 – irgendwo in Benton, New York. Der 18-jährige Patrick ‘Trick’ Weaver feiert mit seinen Klassenkameraden eine Kostümparty. Doch die Feier endet im Massaker. Der Teenager zückt ein Messer und ermordet seine Mitschüler kaltblütig. Doch der Jugendliche kann überwältigt werden und landet wenig später in einem Krankenhaus, wo er von Gesetzeshütern bewacht wird. Der Friede ist aber nicht von langer Dauer. Trick kann sich losreißen und entkommt schwer verletzt. Ein Jahr später wiederholen sich blutige Morde, die sich auch diesmal haargenau so zutragen, wie bereits an Halloween des Jahres 2015. Für den Polizeibeamten Mike Denver zu viel des Guten. Der stellt Ermittlungen an und kommt bald zur Einsicht, dass es sich bei dem Wiederholungstäter um jenen Teenager handeln muss, der einst Halloween zu einer blutigen Nacht des Schreckens verwandelt hat.
 
 
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Nicht schon wieder ein Teen-Slasher. Zumindest könnte man das meinen, wenn man den ersten zehn Minuten von TRICK folgt. Darin sehen wir wie ein maskierter Teenager an Halloween diverse Mitschüler abschlachtet und anschließend in Polizeigewahrsam genommen wird. Doch der Halbstarke kann entkommen und mordet ein Jahr später erneut – pünktlich an Halloween. Da werden natürlich Erinnerungen an Carpenters Kult-Slasher HALLOWEEN – DIE NACHT DES GRAUENS wach, wo ebenfalls ein von Hass getriebener Killer alljährlich am Abend vor Allerheiligen eine Kleinstadt in Angst versetzt. TRICK macht aber einiges anders. Der Streifen ist nicht unbedingt im Teenager-in-Angst-Genre beheimatet. Schnell schlägt der Streifen eine andere Richtung ein und wandelt auf Pfaden, die eher an so harte Thriller wie THE COLLECTOR und dessen Fortsetzung erinnern. Statt Teenager rücken Polizisten in den Mittelpunkt. Die hetzten einem Mörder hinterher, der stets einen Schritt voraus ist. Letzterer hinterlässt eine blutige Spur der Verwüstung und handelt fast schon übermenschlich. Das mag mancherorts unglaubwürdig und konstruiert erscheinen, bereichert den Thriller aber um eine gewisse Dynamik. Leider hat die Sache nur einen Haken. TRICK mangelt es an Spannung. Der Grund: die Szenenabfolge wiederholt sich zu oft. So wohnen wir den Taten des Killers bei, der anschließend von den Gesetzeshütern verfolgt wird – aber entkommen kann. Gleicher Ablauf wiederholt sich anschließend bis zum Erbrechen. Mit so einem „Trick“ kann man auch Spielfilmlänge erreichen.
 
 
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Immerhin glänzt der Horrorthriller durch blutige Schlachtereien. Der unberechenbare Mörder geht nicht zimperlich vor. Anfangs nur mit Messer bewaffnet, denkt er sich im Verlauf der Handlung perfide Tötungsarten aus, die nicht selten SAW-reske Ausmaße annehmen. Dabei zieht TRICK seinen Reiz daraus, dass lang unklar bleibt, warum das Böse hier Amok läuft. Ist es Rache an Mitschülern, Mobbing oder einfach nur die Lust am Töten? Viel erfährt der Zuschauer nicht über das personifizierte Böse, das vor allem wegen seiner unvorsichtigen Opfer leichtes Spiel hat. Das Kanonenfutter verhält sich reichlich dumm. So kann es schnell und effizient in den Filmhimmel gemeuchelt werden. Demnach ist der Blutzoll hoch – nur mit der Auflösung tut sich TRICK schwer. Die Erklärungen für die Taten haben es in sich. Hier wühlt der Streifen äußerst krampfhaft in der Twistkiste und versucht mit einer unvorhersehbaren Auflösung nach einer Fortsetzung zu schielen. Die wird nicht lange auf sich warten lassen – auch wenn des Rätsels Lösung das wohl dümmste ist, was das Filmjahr 2019 so hergegeben hat.
 
 
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TRICK – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
SAW meets THE COLLECTOR. Blutiger Mix aus Cop-Thriller und Horror-Slasher mit an den Haaren herbeigezogener Auflösung, dummen Figuren und teils üblem Schauspiel. Ein großer Wurf ist Regisseur PATRICK LUSSIER mit seinem TRICK nicht gelungen. Der Filmemacher hat hier vermutlich versucht eine neue Horrorikone à la CHROMESKULL oder GHOSTFACE zu etablieren. Gelungen ist das Vorhaben nicht. Sein Bösewicht ist zwar böse, aber nicht sonderlich interessant und vor allem: austauschbar. Als wäre das schon nicht deprimierend genug, fehlt TRICK dazu auch noch ein Spannungsbogen. Hier wird Mord an Mord gereiht, bis man sich sattgesehen hat. Originell ist das nicht. Filmemacher PATRICK LUSSIER war als Regisseur fast ausschließlich für Videoware oder TV-Produktionen tätig. Genau in diese Schublade passt auch TRICK, der dann doch eher an schnell abgedrehte Low-Budget-Filme erinnert, die seit Jahren schnell und lieblos auf den Markt geworfen werden. Einzig der hohe Gewaltanteil dürfte bei Horrorfans in Erinnerung bleiben. Hier wird schnell, hektisch und oft gemordet. Ein paar fiese Splatterszenen gibt es obendrein. Ob das alles für neuen Horror-Kult ausreicht, steht auf einem anderen Papier. TRICK ist trotz Meuchelparade irgendwie langweilig und das, obwohl man mit SCREAM-Randy JAMIE KENNEDY und TOM ATKINS auch noch zwei bekannte Gesichter gewinnen konnte, die in so einigen gelungenen Genre-Beiträgen zu sehen waren. Offenbar hat das Geld gelockt oder es war ein Freundschaftsdienst. Anders lässt sich nicht erklären, warum sich zwei erfahrene Schauspieler in einem mäßigen Horrorfilm unter Wert verkaufen.
 
 
 


 
 
 

TRICK – Zensur

 
 
 
TRICK ist nicht ohne. Neben Messerstichen, werden ebenfalls Köpfe zermatscht und Kehlen durchgeschnitten. Hierzulande dürfte das zeigefreudige Gewaltspektakel aber erst für Erwachsene freigegeben werden. Man darf mit einer Veröffentlichung mit rotem FSK-Flatschen rechnen.
 
 
 


 
 
 

TRICK – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei RLJE Films)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
ChromeSkull: Laid to Rest 2 (2011)
 
Sieben (1995)
 
Bastard (2015)
 
You’re Next (2011)
 

Filmkritik: „The Curse of Valburga“ (2019)

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THE CURSE OF VALBURGA

Story

 
 
 

Eine betrügerische Touristentour wird für zwei kriminelle Veranstalter zum blutigen Verhängnis. Die verkaufen Geschichten, welche sich in Slowenien so nie zugetragen haben. Dass ihnen dafür eine blutige Strafe droht, ist im Horror-Genre selbstverständlich.

 
 
 


 
 
 

THE CURSE OF VALBURGA – Kritik

 
 
 
Dass Horror schon lange eine internationale Sprache spricht, ist mittlerweile keine Seltenheit mehr. Da bekommt man schon mal Horrorfilme aus Ländern auf die Mattscheibe, von denen man nicht mal dachte, dass dort überhaupt eine inländische Filmindustrie existiert. Umso mehr überraschte es uns vor einigen Jahren, dass ausgerechnet Slowenien versucht hat auf dem internationalen Horrorfilmmarkt mitzumischen. Als angeblich erster Horrorfilm Sloweniens (was nicht unbedingt richtig ist) schaffte es der Backwood-Slasher IDYLLE nicht nur bis nach Deutschland. Auch andere Länder sicherten sich Rechte und warfen das doch eher konventionell gestrickten WRONG-TURN-Plagiat auf den Videomarkt. Für IDYLLE-Regisseur TOMAZ GORKIC offenbar ein Grund Nachschub zu produzieren. Der weiß, was Horrorfilmfans wollen und färbt im zweiten Film mit dem Titel THE CURSE OF VALBURGA die Mattscheibe rot. Darin wird ein Mix aus Blut, Geschrei und jede Menge Gemetzel an den Zuschauer gebracht. Der ist aber weit weg von ernst. Stattdessen erinnert alles an Parodie im Stile eines DAVE AND TUCKER VS EVIL.
 
 
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Ausgefuchste Geschäftsidee. Weil zwei Brüder Geld brauchen, schmieden sie einen hinterlistigen Plan. Sie erfinden die Geschichte eines sogenannten Baron Valburga, um an das Geld ahnungsloser Touristen zu kommen. Der soll angeblich der Cousin von Graf Dracula gewesen sein und es nicht immer gut mit seinen Untergebenen gemeint haben. Gute Voraussetzungen, um das Interesse geschichtsinteressierter Reisender zu wecken. Die kommen auch bald nach Slowenien und wollen sich auf die Spuren des grausamen Barons begeben. Da klingelt bei Marjan (JURIJ DREVENSEKS) und dessen Bruder Bojan (MARKO MADIC) schon mal die Kasse. In einem Herrenhaus soll die erfundene Tour stattfinden. Doch statt spannendem Geschichtsunterricht geht es bald ans Eingemachte. Im Keller leben nämlich Kannibalen, von denen die Geschwister nichts wissen. Die fallen über die Touristen her und schlagen sich mit ihnen die Bäuche voll. Splatterfans wird das freuen, denn Blut fließt reichlich.
 
 
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THE CURSE OF VALBURGA schlägt in die gleiche Kerbe, wie der von Gorkic inszenierte IDYLLE in welchem Hinterwäldler ahnungslosen Stadtmenschen an die Eingeweide wollen. Diesmal kämpfen aber nicht Landeier gegen Großstädter. In dieser Horrorkomödie sind es Osteuropäer (was für ein dummes Klischee), die es gleich mit der ganzen Welt aufnehmen wollen. So plump wie die Idee zum Film ist dann aber auch dessen weiterer Verlauf. Wir sehen ausschließlich überzeichnete Stereotypen, die derart unsympathisch in Erscheinung treten, dass es eine Freude ist ihnen dabei zuzusehen, wie sie nacheinander über die Klinge springen. Darum geht es nämlich hauptsächlich auch. Alle Touristen wie auch die Tour-Veranstalter selbst werden von einer Gruppe Kannibalen in Stücke gerissen, die im Keller des Herrenhauses seit Jahrzehnten unbemerkt ihr Dasein fristen. Hierbei besonders eigensinnig, wie TOMAZ GORKIC die aus verschiedenen Nationen stammenden Protagonisten in Schubladen steckt, welche an der ersponnenen Tour teilnehmen. Während die russischen Touristen nach einer ausgefallenen Location suchen, um darin einen Porno zu drehen, sind die deutschen Tour-Teilnehmer nur daran interessiert möglichst viel Bier zu trinken und dabei Volksmusik zu hören. Seltsam, dass diese nicht auch noch Lederhosen tragen. Wenn schon hanebüchene Klischees, dann doch bitte richtig.
 
 
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THE CURSE OF VALBURGA ist als Horrorkomödie konzipiert, aber Regisseur TOMAZ GORKIC scheint in Sachen Humor nicht unbedingt den besten Riecher zu haben. Die Späße sind politisch inkorrekt, zünden aber nur selten. Alles wirkt plump und sonderbar – große Lacher bleiben aus. Dafür fährt man in Sachen Gewalt groß auf. War die im Vorgängerfilm IDYLLE noch relativ zurückhaltend und überschaubar, wird jetzt aus dem Vollen geschöpft. Es werden Sägeblätter durch die Luft geworfen und mit Nägel gespickte Keulen in Körper geschlagen. Viele der Spezialeffekte sind zwar simpel und durchschaubar, verfehlen ihre Wirkung aber nur selten. Dass die Morde dabei derart übertrieben zelebriert werden, dass man diese zu keiner Minute ernst nehmen kann, beschert THE CURSE OF VALBURGA Trash-Potenzial. Letzterer wird immer blutiger, je mehr sich das Treiben der Zielgrade nähert. Eine Freigabe für Erwachsene ist diesem Horrorfilm aus Slowenien somit gewiss.
 
 
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THE CURSE OF VALBURGA – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Unterhaltsam – aber dumm. THE CURSE OF VALBURGA ist eine Horrorkomödie mit hohem Trash-Anteil, die sich nicht unbedingt ernst nimmt. Regisseur und Drehbuchautor TOMAZ GORKIC nimmt nach dem slowenischen Backwood-Horror IDYLLE mal wieder das Horror-Genre auf die Schippe und parodiert Klischees und Stereotypen. Gute Ansätze, die aber etwas missglückt sind. Die Späße sind platt und nicht sonderlich clever. Beinahe mag man meinen ein pubertierender Teenager habe diese zu Papier gebracht. Dafür stimmt der Blutzoll. THE CURSE OF VALBURGA ist ganz schön blutig und zeigt mit einfachen Mitteln, wie man das Herz eines jeden Gorehounds in Wallung bringt. Da ist es fast schon etwas schade, dass das blutige Finale dann doch etwas überhastet abgehandelt wird. Ob es am überschaubaren Budget lag? Je näher sich THE CURSE OF VALBURGA dem Ende nähert, umso splattriger wird das Treiben. Vielleicht gibt es irgendwann eine Fortsetzung. Eine wirklich witzige Pointe in der letzten Einstellung deutet darauf hin und stellt ganz nebenbei alle Verläufe im Film infrage.
 
 
 


 
 
 

THE CURSE OF VALBURGA – Zensur

 
 
 
THE CURSE OF VALBURGA ist für eine Horrorkomödie recht blutig geraten. In einer Szene wird etwa eine Minute lange gezeigt, wie die Kannibalensippe im Film auf den Körper einer verletzten Frau einschlagen und in offenen Wunden herumstochern. Weiterhin fliegen Köpfe durch die Gegend und ein Sägeblatt bohrt sich in jede erdenkliche Weise in menschliche Körper. THE CURSE OF VALBURGA dürfte von der FSK erste eine Freigabe ab 18 Jahren erhalten. Eine deutsche Veröffentlichung ist noch nicht angekündigt.
 
 
 


 
 
 

THE CURSE OF VALBURGA – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Strup Produkcija | Black Mandala)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Cannibals and Carpet Fitters (2017)
 
Tucker and Dale vs Evil (2010)
 
Inbred (2012)
 

Filmkritik: „Halloween Haunt“ (2019)

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HALLOWEEN HAUNT

(HAUNT)

Story

 
 
 

In einer Halloween-Attraktion müssen sich Studenten vor maskierten Irren in Sicherheit bringen.

 
 
 


 
 
 

HALLOWEEN HAUNT – Kritik

 
 
 
Wenn Regisseur ELI ROTH in der Produktion eines Horrorfilms involviert ist, läuten bei vielen Genre-Fans die Alarmglocken. Das nicht ohne Grund, hat sich der Macher von so kontroversen Filmen wie THE GREEN INFERNO oder HOSTEL in den letzten Jahren nicht unbedingt mit Ruhm beim Filmemachen bekleckert. Statt raffiniertes Grauen mit Hirn gabs von Roth meisten nur triviale Schlachtplatten aufgetischt, die sich vor allem durch drei Attribute auszeichneten: rohe Gewalt, dumme Protagonisten und triviale Handlungen. Dass damit ausgerechnet auch der hier vorgestellte HALLOWEEN HAUNT im Trailer wirbt, lässt Schlimmes erahnen. Auch dort wird reichlich Mord und Splatter gezeigt und ELI ROTH steht Pate. Ob das gutgehen kann?
 
 
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Das hat Harper (KATIE STEVENS) nicht verdient. Die hat in der Kindheit Furchtbares erlebt und kommt seither aus dem Teufelskreis nicht mehr heraus. Nachdem sie als Kind unter den aggressiven Attacken des Vaters leiden musste, quält sie sich nun in einer Beziehung mit einem trinkfesten Alkoholiker, dem gern mal die Hand ausrutscht. Doch das soll jetzt ein Ende haben. Die Studentin beendet kurzerhand die Beziehung und schließt sich einigen Freunden an, die an Halloween schlicht und einfach nur Spaß haben wollen. Der wird in einem der vielen Spukhäuser gesucht, die amerikanische Privatleute an Halloween betreiben, um darin zahlende Gäste erfolgreich zu erschrecken. Nach kurzer Suche wird man fündig. Ein abgelegenes Haus verspricht maximalen Terror. Den will man sich nicht entgehen lassen. Die Freunde hinterlegen am Eingang die Telefone und begeben sich ins Innere der morschen Hütte. Was sie dort erleben, ist nicht ohne. So hegen die maskierten Betreiber perverse Neigungen. Statt Besucher zu erschrecken, will man die Gäste jagen, foltern und töten. Keine guten Aussichten für die ohnehin schon traumatisierte Harper und ihre nervigen Kumpels.
 
 
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ELI ROTH hat diesmal nicht selbst inszeniert. Stattdessen fungierte der amerikanische Regisseur für HALLOWEEN HAUNT als Produzent und überließ das Regiezepter den zwei Filmemachern SCOTT BECK und BRYAN WOODS. Die konnten mit der Regie-Arbeit NIGHTLIGHT zumindest schon mal Luft im Horror-Genre schnuppern, waren aber damit nicht unbedingt erfolgreich. Weitaus lukrativer war da die Beteiligung am Horror-Hit A QUIT PLACE. Hier war das horrorfilmgegeisterte Duo als Produzent beteiligt und verdiente sich ein goldenes Näschen. Der Horrorthriller spielte über 340 Millionen Dollar ein. Angesichts der Produktionskosten von gerade einmal 17 Millionen Euro dürfte die Gewinnbeteiligung für der beiden Horrorfans ganz ordentlich gewesen sein.
 
 
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Während THE QUIT PLACE vor allem für seine starken Protagonisten, die mysteriöse Handlung und wegen der permanent angespannten Stimmung Lobeshymnen erntete, werden selbige im Falle von HALLOWEEN HAUNT überschaubar bleiben. Von den Qualitäten genannten Ausnahme-Horrors ist der hier vorgestellte Slasher weit entfernt. Offenbar fehlte jemand mit Erfahrung, der noch mal über das Drehbuch hätte schauen können. Dem Skript mangelt es nämlich an Originalität und frischen Ideen, die den Horrorthriller aus der Masse an Meuchelfilmen hervorgehoben hätte. Statt unerwartete Wendungen und blutiger Überraschungen reduziert sich HALLOWEEN HAUNT dann doch eher auf das, mit dem sich Geldgeber ELI ROTH seit den Anfängen seiner Karriere über Wasser hält. Das bedeutet: geistfreier Gewalt-Blödsinn nach Slasher-Schema F, der die niederen Instinkte des Zuschauers stimulieren soll.
 
 
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Unterm Strich alles wie gehabt – vermutlich, um das Publikum nicht zu überfordern. HALLOWEEN HAUNT – der übrigens im Original nur HAUNT heißt – ist ein Slasher unter so vielen. Wir sehen nicht sonderlich helle Studenten, die nicht sonderlich kluge Entscheidungen treffen und vor mysteriösen Fremden davonlaufen, die die jungen Leute möglichst kreativ um die Ecke bringen wollen. Das Regie-Duo SCOTT BECK und BRYAN WOODS nimmt aktuelle Horror-Blockbuster zum Vorbild. Etwas ESCAPE ROOM hier, einige SAW-Referenzen dort und ein bisschen HELL FEST ist auch dabei. Der Mix reicht aber nicht aus, um alteingesessene Horrorfilmkenner zu begeistern. Dafür fehlt es HALLOWEEN HAUNT einfach an Alleinstellungsmerkmalen, um im Sumpf der unzähligen Slasher-Produktionen hervorstechen zu können. Der Streifen baut einzig auf Schreckmomente und kurze Gewaltspitzen auf. Der Rest ist rudimentär und vor allem vorhersehbar.
 
 
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So läuft alles nach gleichem Konzept ab, mit dem sich schon Klassiker in den 1970ern über Wasser gehalten haben. Wir haben maskierte Killer, intelligenzfreies Kanonenfutter, blutige Morde und das obligatorische Final-Girl. Letzteres geht am Ende auf Rachefeldzug und ist auch die einzige Figur im Film, der Tiefe zuteil wird, um die Sympathien des Publikums zu ernten. Nun ja, es mag ja Zuschauer geben, die sich an den immer gleichen Abläufe des Slasher-Films nicht sattsehen können. Nachdem wir alten Säcke aber über die Jahre so viele dieser Produktionen gesehen haben, stellen sich langsam Müdigkeitserscheinungen ein. HALLOWEEN HAUNT ist ein Horror-Slasher von der Stange. Da ändert auch ein ELI ROTH nichts dran.
 
 
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HALLOWEEN HAUNT – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Jede Menge Geschrei, fiese Kills und reichlich Blut. HALLOWEEN HAUNT ist ein Horror-Slasher von der Stange, der das Slasher-Kino nicht unbedingt neu erfindet. Killer ermorden dumme Opfer, die genau das tun, über das man sich in so Horrorspäßen wie SCREAM oder SCARY MOVIE lustig macht. Immerhin überrascht der etwas zu ernste Horrorthriller mit guter Ausstattung, tollen Kostüme, souveränem Schnitt, atmosphärischer Beleuchtung und bemerkenswerter Kamera. Alles befindet sich für eine so kleine Low-Budget-Produktion auf einem erstaunlich hohem Niveau. Leider schwächelt das unkreative Drehbuch. Das wird nur durch eine makabre Schlusspointe auffällig. Darin spickt das Final-Girl das Heim mit genau jenen Fallen, die auch die Killer für das Fangen ihrer Opfer eingesetzt haben. Letztere erfahren erst zu spät vom cleveren Hinterhalt und schauen dumm aus der Wäsche, als sie in die Fallen tappen. Leider ist die Retourkutsche von nur kurzer Dauer. Kaum begonnen ist der Revenge-Part schon wieder zu Ende. Ein umfangreicher Rachefeldzug mit viel Blut hätte dem ermüdend vorhersehbaren HALLOWEEN HAUNT besser gestanden.
 
 
 


 
 
 

HALLOWEEN HAUNT – Zensur

 
 
 
HALLOWEEN HAUNT läuft pünktlich zum Halloween-Fest in den deutschen Kinos, obwohl wir der Meinung sind, dass eine Videoauswertung ausgereicht hätte. Ein Film wie HALLOWEEN HAUNT hat eigentlich im Kino nichts zu suchen. Es gibt einige Schauwerte, die aber nicht übertrieben zelebriert werden. Im Kino hat der Film eine Erwachsenenfreigabe erhalten und lief ungeschnitten. Das gilt nun auch für die Heimkinoauswertung. Die besitzt einen roten FSK-Flatschen und ist uncut.
 
 
 


 
 
 

HALLOWEEN HAUNT – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Splendid Film (KeepCase Blu-ray)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Haunt; USA 2019

Genre: Thriller, Horror

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch, Niederländisch

Bild: 2.39:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 93 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wendecover

Extras: Making-of, The Sound of Haunt, Behind the Scenes

Release-Termin: 27.03.2020

 

Halloween Haunt [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

HALLOWEEN HAUNT – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei SPLENDID FILM)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Hell Fest (2018)
 
The Funhouse Massacre (2015)
 
The Bates Haunting (2012)
 
Das Kabinett des Schreckens (1981)
 
Dark Ride (2006)
 
Blood Fest (2018)
 
House of Terror (2014)
 
Killer Holiday (2013)
 
Circus Kane (2017)
 

Filmkritik: „Monster Party“ (2018)

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MONSTER PARTY

Story

 
 
 
Für drei junge Kriminelle wird ein geplanter Diebstahl zum wahren Albtraum, denn dieses Mal haben sie sich die falschen Opfer ausgesucht.

 
 
 


 
 
 

MONSTER PARTY – Kritik

 
 
Über Psychopathen kann man eigentlich immer etwas machen – Etwas Anspruchsvolles, etwas Lustiges oder aber auch eben etwas total Plattes. „Monster Party“ besitzt eine doch gar nicht mal so uninteressante Grundprämisse und nutzt diese manchmal sogar ziemlich gut, verpufft am Ende aber dennoch in der Durchschnittlichkeit, weil das alles viel zu gewollt wirkt.
 
 
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Der Plot handelt von drei jungen Dieben, die meist kleinere Brötchen backen, aber weil der Vater von Casper Spielschulden hat, muss dieses Mal eine größere Summe daher. Gut, dass Iris einen Job als Kellnerin bei einem reichen Ehepaar hat und in dieser Woche dort arbeiten muss. Diese Chance nutzen die jungen Gauner und wollen mal eben den Safe im Schlafzimmer knacken. Doch alles kommt anders, als gedacht, denn das reiche Ehepaar feiert gerade einen Jahrestag. Weitere Gäste erscheinen und alle sind seit ein paar Jahren „trocken“. Was ihre Sucht ist, sollen die Diebe bald schmerzhaft erfahren. Das Geheimnis, welches man anfangs noch daraus macht, wäre gar nicht nötig gewesen, denn jeder erfahrene Horrorfan wird sofort wissen, was hier Sache ist. Es dauert dann aber auch gar nicht lange, bis die Katze aus dem Sack gelassen wird und dann geht das Morden los. Die Grundidee ist sicherlich nicht besonders originell, doch schlecht ist sie keineswegs und man hätte daraus eine ganze Menge machen können. Allerdings fehlt es dem Drehbuch an eigenen Ideen. Manchmal fühlt man sich an „Mike Mendez‘ Killers“ erinnert, zum Schluss gesellen sich sogar noch ein paar Zutaten von „Das Haus der Vergessenen“ mit hinzu. Außerdem ist es fraglich, ob die Szene mit der Kettensäge nun als Hommage gedacht war oder einfach nur eine sehr plumpe Parodie auf „The Texas Chainsaw Massacre“ sein soll. Auf jeden Fall besitzt das Drehbuch brauchbare Ideen, denkt die meisten aber nicht richtig zu Ende und so will sich im Endeffekt niemals eine ernstzunehmende Handlung aufbauen.
 
 
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Bei der Figurenzeichnung wiederholt sich dieses Problem. „Monster Party“ will besonders markant und cool sein, erreicht dies jedoch niemals. Immer wieder Möchtegern-Killer in ihren schicken Anzügen zu zeigen, ist jedenfalls nicht ansatzweise cool genug. Die deutsche Synchronisation klingt manchmal ein wenig lächerlich, selbst wenn sie professionell gesprochen wurde, doch wenn all dies zusammentrifft, entstehen Charaktere, die nicht ernstzunehmen sind. Weder auf der „guten“ Seite befinden sich echte Sympathieträger, noch sind auf der „bösen“ Seite die richtig fiesen Oberkiller vorhanden. Das ist schade, weil „Monster Party“ gar nicht mal so schlecht besetzt ist. Julian McMahon ist als Familienkilleroberhaupt zwar sichtbar unterfordert, versprüht aber immerhin etwas schauspielerische Klasse. Genauso wie Lance Reddick. Sam Strike soll der Underdog sein und geht als solcher auch durch und Virginia Gardner soll eben niedlich sein. Die Schauspieler sind vollkommen in Ordnung, nur die Figuren sind eben zu belanglos. Da fällt es nicht mal besonders auf, dass der Film hier doch recht konsequent ist mit den Opfern. Hätte niemand überlebt, hätte das wohl auch jeden kalt gelassen.
 
 
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An Glaubwürdigkeit scheint Regisseur Chris von Hoffmann, der hier seinen zweiten Langfilm realisiert hat, aber sowieso nicht so viel gelegen zu haben. Alleine die unglaubwürdige Prämisse mit einer gesamten Killer-Familie ist schon arg konstruiert, aber auch so manch ein Verhalten will nicht wirklich passen. Dazu gesellt sich der übertriebene Einsatz von schrägen Kameraperspektiven. Ansonsten kann man der Inszenierung jedoch weniger vorwerfen. „Monster Party“ sieht optisch schick aus, besitzt brauchbare Kulissen und ist in manchen Szenen sogar recht intensiv gestaltet. Die etwas längere Einleitung stört ausnahmsweise mal nicht und wenn das Blutbad dann beginnt, ist das effektiv gestaltet. Im mittleren Teil ist der Film am besten, nur zum Ende geht ihm leider etwas die Luft aus. An der Splatter-Front geht es solide zur Sache. Für ein paar abgehackte Gliedmaßen reicht es schon aus und die Effekte sind wenigstens von Hand gemacht. Das wird nun niemanden vom Hocker hauen, ist aber immerhin etwas blutig. So vergehen die 90 Minuten Laufzeit teilweise recht kurzweilig, besitzen aber auch ihre Längen. Man muss sich also weder langweilen, noch fühlt man sich prächtig unterhalten. Der Synthie-Score, der immer mal wieder eingesetzt wird, hat gut gepasst und wurde ordentlich eingesetzt.
 
 
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MONSTER PARTY – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
„Monster Party“ ist ein durchschnittlicher Horrorfilm, der sich nicht so recht entscheiden kann, welche seiner Ideen er nun konsequent ausfährt. Potenzial ist reichlich vorhanden, doch immer wieder, wenn man kurz davor ist, mal so richtig die Sau heraus zu lassen, bremst sich das Treiben schon wieder aus. Trotz der vielseitigen Zutaten ist das alles leider zu vorhersehbar und auch zu brav ausgefallen. Da kommt keine echte Spannung auf, amüsant wird es jedoch ebenfalls kaum und somit sorgen am ehesten die soliden Schauspieler sowie eine passable Inszenierung für ein wenig Kurzweil. Der Splattergehalt ist leider überschaubar ausgefallen und die Figurenzeichnung ist doch deutlich zu lahm, um hier jemals markant zu werden. Sind die Ansprüche nicht zu hoch, kann man sich davon ganz gut unterhalten lassen, mehr als Mittelmaß kann „Monster Party“ aber niemals erreichen!
 
 
 


 
 
 

MONSTER PARTY – Zensur

 
 
 
„Monster Party“ hat von der FSK in der ungeschnittenen Fassung eine Freigabe ab 18 Jahren erthalten. Diese Freigabe ist gerechtfertigt, denn es gibt einige Gewaltmomente zu bestaunen, die Splatterfans entzücken dürften.
 
 
 


 
 
 

MONSTER PARTY – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Busch Media Group (KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Monster Party; USA 2018

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch, Englisch

Bild: 2,39:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 90 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wendecover

Extras: Trailer, Trailershow

Release-Termin: 04.10.2019

 

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MONSTER PARTY – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei Busch Media Group)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Mike Mendez‘ Killers (1996)
 

Filmkritik: „Lords of Chaos“ (2018)

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LORDS OF CHAOS

Story

 
 
 

„Lords Of Chaos“ beschreibt ein Zeitfenster der achtziger Jahre, in dem in Skandinavien die Keimzelle des über-extremen „Black Metal“ entsteht. Im Zentrum der Geschichte stehen die blonden, bald schwarzgefärbten und weiß getünchten Bübchen der Band „Mayhem“. Die suhlen sich in betont satanischer (hier begriffen als menschenfeindlicher) Haltung, ritzen und quälen sich selbst, bluten aufs Publikum und werfen auch mal Teile von Tierkadavern in die Menge. Ein perverser Band-Wettkampf, wer wohl am besten singe, nein, wer wohl am finstersten brüte, bricht los und endet in einer Spirale aus Brandstiftung, Gewalt und Tod.

 
 
 


 
 
 

LORDS OF CHAOS – Kritik

 
 
 
Aus dem unbeachteten Augenwinkel und eher der Rubrik „völlig unerwartet“ zuzuordnen steht da ein Monolith des Irrsinns im Raume, der „Lords Of Chaos“ heißt. Nicht nur unerwartet. Eigentlich noch extremer: Man würde sich diese Stories selbst nicht glauben. Selbst dann nicht, wenn man an geheimnisvollen Pilzen genuckelt hätte und sie sich auf einer Party selber erzählen würde. Das gilt für die Geschichte im Film genauso wie für dessen Entstehung und Hintergrund.
 
 
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Norwegen, Schweden, Finnland: Gelangweilte Mittelklasse-Rotzlöffel versuchen, sich in den Rubriken Menschenhass, Satans-Faschismus und allgemeiner spätpubertärer Kernigkeit zu überbieten. So weit, so normal. Hierfür gründen sie Bands und spielen eine nur noch aufs Extreme angelegte und mit derben Punk-Genres wie Grindcore verwandte Krachmucke und nennen sie Black Metal. Da der musikalischen Theorie auch praktische Taten folgen sollen, führt der Irrsinn zügig zu Mord, Totschlag und brennenden Kirchen. War aber nicht alles schlecht: Die Neurose, potentielle Plattenladen-Kunden erst einen fachlich anspruchsvollen Fragebogen ausfüllen zu lassen, bevor Eintritt gewährt wird, sollte wenigstens Schule machen. Bewundernswerte Konsequenz drückt sich eben nicht nur in Mord und Suizid aus.
 
 
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Michael Moynihan gelingt 1998 mit dem akribisch recherchierten und wahnsinnig unterhaltsamen Musik-Sachbuch gleichen Namens ein Erfolg, der sich – untypisch – eben nicht nur auf die Reihen der Metal- oder gar Black-Metal-Heads beschränkt. Nein, man konnte „Lords Of Chaos“ seinerzeit lesen, ohne sich für diese elendig unterproduzierten Lärmwände aus Röchelgesang, nach Küchengeräten klingenden Gitarren und albernen Stakkato-Drums zu erwärmen, die da eben Black Metal genannt werden. Obendrein wahrt der Amerikaner aus Boston eine politische Neutralität beim Berichten über die nach und nach immer faschistoider werdende Szene; und das obwohl er seine eigene, langjährige Musikkarriere mit Überzeugung im deutlich angebräunten Genre des sogenannten „Neofolk“ zelebriert. Für die Verfilmung des Sachbuch-Stoffs als Spielfilm ließ sich nach einigem Hin und her der Schwede Jonas Akerlund gewinnen. Der ist nicht nur vielfach ausgezeichneter Regisseur von Werbespots und Dutzenden weltberühmter Musikvideos, sondern auch noch in jungen Jahren als Schlagzeuger der Ur-Black-Metal-Schrubbkapelle „Bathory“ in Erscheinung getreten. So war’s natürlich ein echter Coup, den auch heute noch als bleichen Finsterling auftretenden skandinavischen Selbstvermarkter auf den Regiestuhl der „Lords Of Chaos“ packen zu können.
 
 
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Akerlund gelingt, ein eng miteinander verschweißtes Ensemble junger Schauspieler, unter anderen Abkömmlingen der infernalischen Showbusiness-Clans Culkin und Ochsenknecht, durch einen Alptraum von Tristesse und roher Gewalt zu dirigieren. „Lords Of Chaos“ ist gleichzeitig fesselnd und abstoßend, die Figuren, genau wie die realen Vorbilder eben, sind Arschlöcher sondersgleichen und die Ausbrüche in filmische Grausamkeit matschigster Splatter. Es bleibt einem glatt die Spucke weg und man möchte nie in einer Gegend verweilen, deren Grau-in-Grau die Gehirne der Beteiligten dermaßen in Haferflocken verwandeln konnte.
 
 
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Schwedischer Hipsterismus ist eine faszinierende Sache. Von dort kommen gerne mal Co-Autoren entsetzlicher Pop-Hits, angesagte Musiker mit beinahe „Blob“-artiger Anpassungsfähigkeit oder auch gesellschaftliche Trends, die sich nur Menschen mit viel Zeit, wenig Beschäftigung und staatlich gesicherten Einkommen ausdenken können. In diesem Geist wird uns das gleiche dünnbesiedelte Land demnächst mit der angeblich gleichzeitig emotionsunfähigen, weil aspergerkranken und trotzdem ständig ängstlich-aufgeladenen Greta Thunberg eine hanebüchene Friedensnobelpreis-Wahl bescheren. So bei it.
 
 
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Black Metal verkauft sich, Internet und Metal-Hype sei Dank, heute besser denn je und hat es inzwischen zu grotesken (wenn auch – siehe, im Knast zum Vollnazi mutiert, Varg Vikernes – nur folgerichtigen) Unterkategorien wie „NSBM“, das heißt tatsächlich „National Socialist Black Metal“, gebracht. Nazi-Satans-Metal ist genauso scheiße wie Du, geneigter Leser, Dir das hoffentlich gerade vorstellst.
 
 


 
 
 

LORDS OF CHAOS – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
 
Wahre Geschichte, Motherfuckers! Das ist tatsächlich das Grellste an „Lords Of Chaos“. Die Moral von der Geschicht‘ scheint anzudeuten, dass Langeweile in nordeuropäischen Gefilden zu furchtbaren Szenarien führen kann. Oder doch eine Warnung vor der destruktiven Kraft schlechter Musik? Man weiß es nicht. Jedenfalls ist Alt-Hipster Jonas Akerlunds Biopic-Gore-Reißer ein Meisterstück der Verfilmung wahrer Ereignisse als Unterhaltungsfilm. Herausragend.
 
 
 


 
 
 

LORDS OF CHAOS – Zensur

 
 
 
„Lords of Chaos“ ist nicht nur verstörend – der Film ist auch sehr brutal. Da werden in diversen Szenen Morde derart lang zelebriert, dass dem Zuschauer Hören und Sehen vergeht. Umso überraschender, dass die FSK diesen Film ungeschnitten freigeben hat. Bis vor einigen Jahren wäre ein Film wie „Lords of Chaos“ wegen seiner zeigefreudigen Brutalität auf dem Index gelandet. Sammler und „Mayhem“-Fans können daher bedenkenlos zugreifen. Der Film ist mit seiner Erwachsenenfreigabe vollkommen komplett.
 
 
 


 
 
 

LORDS OF CHAOS – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Studio Hamburg (KeepCase)

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(c) Studio Hamburg (Mediabook)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Lords of Chaos; Großbritannien | Schweden 2018

Genre: Drama, Thriller, Mystery

Ton: Deutsch DD 5.1, Englisch DD 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 117 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Trailer

Release-Termin: 05.04.2019

 

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LORDS OF CHAOS – Trailer

 
 


 
 
 

Christian Ladewig

(Rechte für Abbildungen stammen von Studio Hamburg)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Metalhead (2013)
 
This Is Spinal Tap (1984)
 
Almost Famous – Fast berühmt (2000)
 
Deathgasm (2015)
 
Until the Light Takes Us (2008)