Filmkritik: „Das Belko Experiment“ (2016)

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DAS BELKO EXPERIMENT

(THE BELKO EXPERIMENT)

Story

 
 
 

Stellenabbau mit Todesfolge. In einem Unternehmen werden plötzlich Todesspiele gespielt und Mitarbeiter müssen sich gegenseitig töten, um zu überleben.

 
 
 


 
 
 

DAS BELKO EXPERIMENT – Kritik

 
 
 
Wie gut kennt man eigentlich die eigenen Arbeitskollegen? Eine interessante Frage, mit der man sich vermutlich nicht alle Tage beschäftigt. Hat man DAS BELKO EXPERIMENT gesehen, würde es wohl lohnen sich darüber den Kopf zu zerbrechen, denn hinter der Fassade scheinbar freundlicher Kollegen, kann auch gern mal das personifizierte Böse schlummern, das sein hässliches Antlitz in Extremsituationen zeigt. Wenn aus Schafen Wölfe werden, die Überlebensinstinkte aktivieren. Mit dieser Thematik wird in DAS BELKO EXPERIMENT kontroverser Zündstoff geliefert, der an die Nieren geht. Hier wird auf subtile Angstmacherei gepfiffen. Stattdessen hält die Kamera reißerisch drauf und zeigt zu was Menschen im Stande sein können, wenn der eigene Überlebenswille über Leichen gehen lässt. Das ist definitiv nichts für Weicheier, denn im Falle von DAS BELKO EXPERIMENT hält der Film auch das, was der blutige Trailer versprochen hat. Geboten wird kein Kinderfasching, sondern Hausmannskost. In diesem Streifen wird geschossen, geschlitzt und gemordet – viel und detailliert. Normalerweise würden wir so etwas verteufeln. Bei DAS BELKO EXPERIMENT ist das aber diesmal anders. Trotz simpler Formel hat uns das minimalistische und blutrünstige B-Movie gefallen. Auch anspruchsvolle Feingeister schalten gern mal ab.
 
 

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Kein guter Tag zum Arbeiten für die Angestellten der Firma Belko. Denn die schauen komisch aus der Wäsche, als plötzlich Türen und Fenster des Bürokomplexes verriegelt werden und eine Stimme aus Lautsprechern schallt, die zum Mord anstiftet. So soll man sich gegenseitig ausradieren. Wird die Aufgabe nicht binnen weniger Stunden erfüllt, werden wahllos Angestellte getötet. Weil die Botschaft niemand ernst nehmen will, explodierten plötzlich Köpfe. Das sorgt für Panik, vor allem auch deshalb, weil offenbar jedem Belko-Mitarbeiter heimlich eine Mini-Bombe in den Kopf eingepflanzt wurde. Nun ist guter Rat teuer. Deshalb schmiedet man Pläne und überlegt, wie man dem vordiktierten Schicksal entkommen kann. Leider sind nicht alle Kollegen guter Natur. Einige nehmen die Aufgaben des unbekannten Moderators ernst und greifen zum Mordwerkzeug, um das eigene Leben zu retten. Doch es gibt auch Gegenwehr. So versucht Mitarbeiter Mike (JOHN GALLAGHER JR. aus HUSH) dem Treiben auch ohne Töten ein Ende zu bereiten. Leider findet auch er keine Antworten, denn offenbar ist die Firma Belko Teil eines perfiden Experiments, das mit nichts und niemandem Gnade kennt. Gut für hungrige Gorehounds, denen es in Horrorfilmen nicht blutig genug zugehen kann. Denen werden viele Schauwerte geboten, die auf das Konto von Regisseur GREG MCLEAN gehen.
 
 

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Der gebürtige Australier kennt sich nämlich mit kontroverser Kinogewalt aus. Im Zuge der Folterwelle, die in den 2000ern durch Multiplexe wütete, tüftelte der damals noch unbekannte Regisseur an einem fiesen Horror-Franchise, das sich mittlerweile zur festen Adresse für Fans grober Schlachtorgien gemausert hat. WOLF CREEK hieß ein ruppiger Überlebensstreifen, der bereits 2005 nicht jedermanns Sache war. Weil der Streifen trotzdem Kasse machen konnte, musste eine Fortsetzung her. Die folgte Jahre später mit WOLF CREEK 2 und kannte in Sachen Gewalt weder Tabus noch Grenzen. Gleiches gilt auch für DAS BELKO EXPERIMENT. Hier geht es nicht minder zimperlich zu, was vor allem jene ansprechen dürfte, die es brutal und kompromisslos im Genrefilm mögen. Der Streifen folgt quasi ähnlichem Prinzip, das bereits bei Kinoware wie DIE TRIBUTE VON PANEM, DIE TODESKANDIDATEN oder BATTLE ROYAL Verwendung fand. Auch dort mussten sich Protagonisten gegenseitig auslöschen, um überleben zu können. Überraschenderweise macht die Schlachtformel im Falle von DAS BELKO EXPERIMENT Laune. Der Film wurde nämlich – trotz rudimentärer Handlung – spannend inszeniert. Dabei verblüfft der Streifen mit straffem Tempo, das schnell vergessen lässt, dass hier eigentlich nur niedere Instinkte befriedigt werden sollen. Wirklich Sinn ergibt die Metzelorgie leider nicht. Sozialkritik, ethische Gewissenskonflikte oder gar glaubhafte Charakterentwicklung? Fehlanzeige! Stattdessen suhlt sich der Streifen in Blut und unterhält mit abwechslungsreichen Todesmomenten. Das kann DAS BELKO EXPERIMENT erstaunlich gut, denn im derben Überlebenskampf ist sich bald jeder selbst der Nächste. So werden aus Freunden Feinde, die sich gegenseitig an die Gurgel gehen. Trotz zynischer Note, dürfte da so manchem Zuschauer das Popcorn im Halse stecken bleiben. Ungeübte Horrorfans sollten wissen, dass dieser harte Büro-Horror kein Zuckerschlecken ist.
 
 

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DAS BELKO EXPERIMENT – Fazit

 
 
 

8 Punkte Final

 
 
 
Eine fiese Nummer. Dennoch: Welche Botschaft will man dem Zuschauer mit DAS BELKO EXPERIMENT eigentlich vermitteln? Handelt es sich hier um ein übertriebenes Gemetzel, das als Metapher für kapitalistische Interessen fungieren soll? Oder will man mit dem Film nur die Gier des nach Blut lechzenden Publikums befriedigen, dem es nach immer härterem Kinostoff dürstet? Wir vermuten wohl eher Letzteres, denn DAS BELKO EXPERIMENT hält zwar schwarzen Humor parat, ist aber unterm Strich Hardcore-Brutalo-Horror, der unerfahrene Zuschauer verstören dürfte. Der Film tarnt sich als actionreicher Überlebenskampf. Bei genauerer Betrachtung wird aber eher Exploitation geboten, die die niederen Instinkte des Horrorfans befriedigen soll. Keine Schwarzmalerei: Trotz einfacher Zutaten wurde DAS BELKO EXPERIMENT schnörkellos inszeniert. Hier geht es Schlag auf Schlag zum Ziel – schnell, kompromisslos und hart. Unnötige Längen gibt es nicht, weil mit Hektik gern mal Spannung vorgetäuscht wird. Die abwechslungsreichen Spezialeffekte tun ihr übriges. DAS BELKO EXPERIMENT ist Erwachsenenunterhaltung wie sie im Buche steht. Wer Nerven wie Stahlseite besitzt, kann gern mal einen Blick wagen.
 
 
 


 
 
 

DAS BELKO EXPERIMENT – Zensur

 
 
 
DAS BELKO EXPERIMENT lief in deutschen Kinos ungeschnitten mit einer Freigabe ab 18 Jahren. Weil im Film das Töten als letzter Ausweg beschrieben wird, verwundert die Freigabe der Blu-ray und DVD-Fassung. Im Film werden Äxte in Gesichter geschlagen, Köpfe explodieren und Gewehrmunition wird in Körper gejagt. Umso überraschender die Entscheidung der FSK. Diese hat die Heimkinoversion ungeschnitten passieren lassen. Vor zehn Jahren hätte man solche Filme auf den Index gesetzt. Keine Jugendfreigabe.
 
 
 


 
 
 

DAS BELKO EXPERIMENT – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Twentieth Century Fox Home Entertainment

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Belko Experiment; Kolumbien | USA 2016

Genre: Horror, Thriller, Splatter

Ton: Deutsch DTS 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch, Englisch

Bild: 2.40:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 89 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase ohne Wechselcover

Extras: Regeln des Spiels: Das Geheimnis hinter „Das Belko Experiment“, Lee Hardcastles Überlebenstipps, Entfallene Szenen, Bildergalerie, Original Kinotrailer

Release-Termin: 19.10.2017

 

Das Belko Experiment [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

DAS BELKO EXPERIMENT – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Twentieth Century Fox Home Entertainment)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Divide – Die Hölle sind die anderen (2011)
 
Battle Royale (2000)
 
Die Tribute von Panem (2012)
 
Die Todeskandidaten (2007)
 
As the Gods Will (2014)
 
Raining Blood (2014)
 
Die Insel der Verdammten (1982)
 
Raze – Fight or Die! (2013)
 

Filmkritik: „Clown“ (2014)

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CLOWN

Story

 
 
 
Familienvater Kent schlüpft in ein altes Clownskostüm, das von ihm Besitz ergreift und schreckliche Dinge von seinem Träger fordert.

 
 
 


 
 
 

CLOWN – Kritik

 
 
Egal was ELI ROTH anpackt, es wird aus unerklärlichen Gründen zu Gold. Seit der Filmemacher mit dem unabhängig verwirklichten Horrorfilm CABIN FEVER einen Überraschungshit landete und mit HOSTEL das selbstzweckhafte Foltern im Kino salonfähig machte, sorgt er stets für Aufregung unter Fans „böser“ Filme, wenn er an neuem Horrormaterial arbeitet. Diesmal hat ROTH aber nicht selbst Regie geführt. Für den grimmigen Splatter-Horror CLOWN übergab er das Regiezepter an JON WATTS, der bisher für TV-Zeug verantwortlich zeichnete und fungierte – wie schon bei THE LAST EXORCISM – als Produzent, um im Hintergrund die Strippen zu ziehen. Auch wenn ROTH den Film nicht selbst gedreht hat; die unverkennbare Handschrift des Filmemachers zieht sich durch den gesamten Streifen, schließlich lässt sich mit Ekligkeiten, makabrem Humor und reichlich Gewalt am Besten polarisieren und Geld verdienen.
 
 
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Schluss mit lustig: seit jeher wissen Horrorfans, dass Clowns im Genre oft andere Intentionen hegen, als uns zum Lachen zu bringen. Hier steht meist blutiger Ernst statt harmloser Spaß auf der Tagesordnung, was nicht selten dazu führt, dass Psychopathen bunte Kostüme überstreifen, um mit spitzem Mordwerkzeug unschuldige Menschen zu ermorden. CLOWN macht da einiges anders, wenn auch nicht unbedingt besser. Um sich im Subgenre der mordgeilen Serienkiller ein wenig Kontur zu verpassen, bedient man sich beim Okkulten und lässt einen lustig verkleideten Familienvater zur dämonische Kreatur werden, die nur eines im Sinn hat: Kinder fressen.
 
 
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Ein teuflisches Narrenkostüm sorgt für eine schmerzhafte Metamorphose. Immobilienmakler Kent wollte dem Sohnemann zum 10. Geburtstag nur eine Überraschung bereiten und schlüpft in eine alte Clowns-Verkleidung, die er in einer Kiste im Keller einer zum Verkauf stehenden Immobilie entdeckt. Doch die modrige Kleidung führt ein seltsames Eigenleben und saugt sich am Körper ihres Trägers fest, der fortan von unbändigem Hunger nach Kinderfleisch getrieben wird. Doch es kommt noch schlimmer. Familienvater Kent beginnt sich zu verändern. Mit fortschreitendem Appetit nimmt er die Gestalt eines furchtbaren Dämons an, der fünf unschuldige Kinder fordert, um sich an ihnen laben zu können.
 
 
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Wenn aus Fake-Trailern richtige Horrorfilme werden. Seit sich ROBERT RODRIGUEZ und QUENTIN TARANTINO mit ihrem GRINDHOUSE (2007) vor den schmuddeligen B-Movies der 60er und 70er verbeugten, scheint in der Filmwelt zum Sport geworden zu sein, erst Kinotrailer zu zeigen und wenig später die zugehörigen Filme zu drehen. Im Fall des genannten GRINDHOUSE, das aus dem trashigen Double-Feature DEATH PROOF und PLANET TERROR bestand, waren es fiktive Kinoclips zu HOBO WITH A SHOTGUN und MACHETE, die zwischen den beiden Machwerken gezeigt und erst einige Jahre später umgesetzt wurden. Ähnlich verhielt es sich auch bei CLOWN. Regisseur JON WATTS brachte weit vor der eigentlichen Verfilmung im Jahr 2010 einen zweiminütigen Werbefilm zu einem fiktiven Horrorstreifen in Umlauf, der bei ROTH auf Interesse stieß. Weil dem bekannten Angstmacher die Idee dahinter so gut gefiel, beschloss er aus dem Fake-Trailer einen abendfüllenden Spielfilm zu machen und stand als Geldgeber zur Seite. Viel vom eigentlichen Spot, der durchaus beängstigend in Szene gesetzt wurde, ist letztendlich nicht mehr übrig geblieben. Statt Angst und Schrecken auf subtilem Wege in die Wohnzimmer zu bringen, wird Horror mit dem Holzhammer geboten, der sich dann doch eher an ein sehr magenstarkes Publikum richtet. Da werden Kinder vor den Augen des Zuschauers zermatscht, durchbohrt und angeknabbert – für ROTH-Fans nicht uninteressant, fühlen die sich von der stattlichen Anzahl bebilderten Grausamkeiten vermutlich bestens unterhalten.
 
 
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Auch wenn CLOWN mit eigenartigem, fast schon geschmacklosem Humor an die Werke von ELI ROTH anknüpft und sich beim Angst einjagen nicht gerade mit Ruhm bekleckert, findet der Film bei den Spezialeffekten zu eigentlicher Stärke. Die Figur des Besessenen durchlebt im Verlauf des Films eine nicht immer schmerzfreie Verwandlung vom besorgten Familienvater hin zur Marionette des Teufels. Dank hervorragender Arbeit kreativer Make-up-Künstler bekommt der Zuschauer am Ende eine deformierte Gestalt zu sehen, die endlich auch richtigen Horror auf die Mattscheibe bringt. Bis dahin verzettelt sich CLOWN im plumpen Aneinanderreihen fragwürdiger Tötungsarten von Kindern und gerät während des Mittelteils etwas ins Stolpern, weil die nicht uninteressante Thematik dann doch etwas zu wenig Material hergibt, um daraus einen 90-minütigen Horrorfilm drehen zu können. Immerhin wird im Finale geklotzt und nicht gekleckert. Da werden schon mal Erinnerungen an die abscheulichsten Metamorphosen der Kinogeschichte wach, in denen Wissenschaftler zu Fliegen mutierten (Cronenbergs DIE FLIEGE) und sich amerikanische Studenten (AMERICAN WEREWOLF) in Werwölfe verwandelten. Dennoch; so schön die Spezialeffekte in CLOWN auch sein mögen und so atmosphärisch die Dämonenhatz am Ende auch in Szene gesetzt sein mag – der aufdringliche Blutzoll ist irgendwie allgegenwärtig und erstickt jeden wohligen Schauer sofort wieder im Keim, weil ROTH als Werbemittel auf dem Cover nun mal triviales Metzelfutter und hirnloser Blutreigen bedeuten muss.
 
 


 
 
 

CLOWN – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Wem bereits Stephen Kings ES schlaflose Nächte bereitet hat, wird nach der Sichtung von CLOWN nur bei Licht einschlafen können. Dieser Horror-Trip ist kein Film für jene, die unter Coulrophobie leiden. Hier werden bei vielen Zuschauern Kindheitstraumata wach, denn CLOWN bringt Filme wie POLTERGEIST oder genannte King-Adaption in Erinnerung, die mit der Clown-Thematik Albträume bescherten. Leider setzt die von ELI ROTH produzierte Filmumsetzung eines Fake-Trailers weniger auf subtile Gänsehaut-Taktik. Vielmehr war man darum bestrebt eine interessante Eigeninterpretation um den Jahrhunderte alten Clown-Mythos zu weben, die letztendlich mal wieder im Splatter-Fegefeuer enden muss. Nach einem starken Einstieg, hat CLOWN im Mittelteil so seine Probleme das vorgelegte Tempo halten zu können. Erst am Ende findet der Film Dank sehenswerter Maskeneffekte zu eigentlicher Stärke. Da ist es aber dann auch schon zu spät, denn so schön grimmig das Finale auch in Szene gesetzt wurde, so zügig flimmert auch schon der Abspann über den Bildschirm. Letztendlich will man das Gefühl nicht loswerden, einen Film mit unverbrauchter Thematik gesehen zu haben, bei dem mehr möglich gewesen wäre. Die interessante Geschichte hinter der Entstehung des menschenfressenden Kostüms bleibt weitestgehend unangetastet. Zudem stößt bitter auf, dass im Film Kinder grafisch getötet werden müssen, um die Sensationsgierig des blutgeilen Publikums befriedigen zu können? Splatter-Fans und Gore-Bauern dürfte das jedoch kaum stören. Für die gilt ELI ROTH ohnehin als der Meuchelkönig des Horrorfilms.
 
 


 
 
 

CLOWN – Zensur

 
 
 
Mittlerweile geht auch die FSK lockerer mit der Bewertung von Horrorfilmen um. Was vor zehn Jahren undenkbar ungeschnitten auf die deutschen Filmzuschauer losgelassen werden konnte, schafft es heutzutage ohne Probleme mit dem roten KJ-Flatschen in die Händlerregale. Ähnlich ist das auch bei CLOWN geschehen. Hier werden zwar Kinder vor der Kamera ermordet; trotzdem wurde der Film ungeschnitten in Deutschland veröffentlicht: Keine Jugendfreigabe.
 
 
 


 
 
 

CLOWN – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Tiberius Film (KeepCase Blu-ray)

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(c) Tiberius Film (limitiertes Steelbook mit BD & DVD)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Clown; USA | Kanada 2014

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 7.1, Englisch DTS-HD MA 7.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 99 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wechselcover | Steelbook

Extras: Originaltrailer, Trailershow | Zusätzlich im Steelbook: Poster A3, Postkarten-Set (3xA6)

Veröffentlichung: 01.03.2016

 
 
 

Clown [Blu-ray im Keepcase] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

Clown [Limitiertes Steelbook mit DVD & BD] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

CLOWN – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Mockingbird (2014)
 
Stitches – Böser Clown! (2012)
 
100 Tears (2007)
 
Gacy (2003)
 
Stephen Kings Es (1990)
 
Clownhouse (1989)
 

Kritik: „Torture Chamber – Der Folterkeller“ (2011)

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TORTURE CHAMBER

DER FOLTERKELLER

Story

 
 
 
Der kleine Jimmy ist von Sinnen und hat das Morden für sich entdeckt. Als er aus einer psychiatrischen Anstalt flüchten kann, leben Bekannte und Verwandte fortan in Angst …
 
 
 


 
 
 

TORTURE CHAMBER – Kritik

 
 
 
Böse Kinder gehören mittlerweile zum Horrorfilm, wie eine gehörige Portion Kitsch in jede Liebesschmonzette. Seit Geister, Dämonen, Zombies und Serienkiller das Horrorkino unsicher machen, dürfen auch Kulleraugen des Schreckens nicht fehlen, die hinter ihrer kindlichen Fassade für Angst und Verderben sorgen, weil das Böse persönlich in ihre kleinen Leiber gefahren ist. Einige fiese Gören haben im Genre mittlerweile „Karriere“ gemacht und den Horrorfilm nachhaltig geprägt. So bleibt LINDA BLAIR als vom Teufel besessene Regan im Okkult-Hit DER EXORZIST (1973) unvergessen; HARVEY STEPHENS gehört als Damien im Horror-Spektakel DAS OMEN (1976) zu einer der wohl unheimlichsten Horror-Gestalten, die das Kino des 20. Jahrhunderts bisher hervorgebracht hat. Die zornigen Kindern aus der Kurzgeschichte von Stephen King und der kleine Mikey (BRIAN BONSALL) aus dem gleichnamigen Psycho-Thrillers von 1992 bekommen nun ernstzunehmende Konkurrenz von Babysitter-Schreck und Nachwuchs-Killer Jimmy (CARMEN LOPORTO), der im Horrorfilm TORTURE CHAMBER sein blutiges Unwesen treibt. Der Streifen wurde von DANTE TOMASELLI inszeniert, der zwar alle paar Jahre etwas Horror auf den Videomarkt wirft, mit seinen Werken jedoch bisher nicht in Erinnerung bleiben konnte. Ob sich das mit TORTURE CHAMBER ändern wird dürfte fraglich bleiben, denn der große Wurf ist ihm trotz einer Menge Horrorfan-Herzblut nicht gelungen.
 
Drehbuchautor und Regisseur DANTE TOMASELLI macht es unkonventionell. Er bedient sich einer nicht-linearen Erzählmethode und kommt dabei leider etwas ins Stolpern. Sein TORTURE CHAMBER ist nämlich etwas konfus geraten, weil er sich etwas unbeholfen zwischen Gegenwart und Vergangenheit bewegt und dabei den roten Faden aus den Augen verliert. Der Zuschauer erfährt in unzähligen Rückblenden von den finsteren Machenschaften der unheimlichen Figur des kleinen Jimmy. Der hat sich beim Parfüm-Schnüffeln mit Schulfreunden die Schnute verbrannt und scheint seither von einer Art Dämon besessen zu sein, der den Jungen zu bösen Schandtaten anstiftet. Darunter zu leiden haben all jene, die dem Burschen nahestehen, denn Jimmy ist vehement darum bestrebt all denen möglichst viel Leid zuzuführen, die sich dem Jungen irgendwann einmal unfair gegenüber verhalten haben. Leider kann auch ein Exorzismus nicht helfen, den die zutiefst religiöse Familie veranstaltet, um den Jungen von seinen Qualen befreien zu können. Als das Kind letztendlich in der Irrenanstalt landet und von dort aus fliehen kann, müssen Verwandte und Bekannte um ihr Leben bangen. Jimmy hat telepathische Kräfte entwickelt und schart eine Bande Psychopathen um sich, die ebenfalls aus der Anstalt flüchten konnten und nach eine Gehirnwäsche im Sinne des Jungen handeln. Der will im Keller einer verlassenen Burg nur töten und foltern – koste es was es wolle.
 
TORTURE CHAMBER kommt mit knapp drei Jahren Verspätung nun auch in deutsche Wohnzimmer, wobei sich hier Freunde unabhängiger Horrorfilme über ein eher zweischneidiges Schwert freuen dürfen. TORTURE CHAMBER ist nämlich nicht dass, was man vermutlich bei einem Titel erwarten würde, der sich schlicht und einfach übersetzt „Folterkammer“ schimpft und mit einem ansprechend reißerischem Cover wirbt. Von krankem Torture Porn à la HOSTEL sieht man im Film leider nichts. Stattdessen geht TOMASELLI weitaus atmosphärischer und altmodischer zugange, was ihm teilweise recht gut gelingt. Für knapp 200.000 Dollar Produktionsbudget hat der Streifen einige durchaus stimmige Momente zu bieten, die wohlige Schauer garantieren wie man sie in den 70ern oft im (italienischen) Horrorkino zu sehen bekam, schließlich entwickelt TOMASELLI schnell ein gutes Gefühl für atmosphärische Kameraeinstellungen und unheimliche Szenenverläufe, die zusätzlich mit bedrückendem Sound-Design untermalt wurden. Schnell wähnt sich der Zuschauer in einem dieser Rache- und Okkult-Werke, die sich Mitte der 70er großer Beliebtheit erfreuten, zwar nix Großes waren aber immerhin kurzweilig unterhalten konnten. Hierbei bietet der Low-Budget-Indie sogar einige kurze Schauwerte, die aber für einen Film mit derart plakativer Titelkreation im überschaubarem Rahmen bleiben und sich auch in puncto Gewalt (übrigens alles handgemacht) an den Filmen jener Dekade orientieren.
 
Leider dämpft eine lieblose und eher zweckmäßige Übersetzung die anfängliche Freude über den in nur wenigen Tagen abgedrehten Old-School-Horror und machen aus TORTURE CHAMBER eine ziemlich anstrengen Angelegenheit, zumal unheimliche Momente schnell an Wirkung verlieren, weil die deutsche Tonspur einen enorm trashigen Beigeschmack hinterlässt. Die Synchronsprecher sprechen ihre wenigen Dialoge reichlich gelangweilt ins Mikrofon und die Dialoge der kindlichen Protagonisten wurden vermutlich aus Kostengründen gleich mit von den erwachsenen Sprechern übersetzt, was TORTURE CHAMBER zu Unrecht in die B-Trash-Sparte zwängt. Verdient hat das TOMASELLIS Film trotz offensichtlicher Mankos nicht. Auch wenn hier die teils gewöhnungsbedürftig anmutende und eher langsame Erzählmethode für Verwirrung stiftet, hat TORTURE CHAMBER zumindest das, was vielen unabhängigen Horrorfilmen jüngeren Datums meist fehlt: Charme und Mut zu unkonventioneller Inszenierung.
 
 
 


 
 
 

TORTURE CHAMBER – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Gut gemeinter Old-School-Horror mit einigen atmosphärischen Momenten, der aber mit einer holprigen Erzählweise zu kämpfen hat und einen roten Faden missen lässt. Die günstig gefertigte deutsche Übersetzung macht leider gar keinen Spaß und beraubt TORTURE CHAMBER seines unheimlichen Charmes. Gott sei Dank ist auf der deutschen Heimkinofassung die englische Sprachfassung mit an Bord. Wir empfehlen den Filmgenuss daher nur im Originalton.
 
 
 


 
 
 

TORTURE CHAMBER – Zensur

 
 
 
TORTURE CHAMBER ist kein Splatter- und Gewaltfest, wie der Titel wahrscheinlich vermuten lassen würde. Hier werden zwar einige grafische Leckereien gezeigt; wirklich derb sind die aber nicht. Meist wird weggeblendet, wenn es unangenehm wird. Etwas harmlose Folterrei sowie einige Verbrennungen gibt es trotzdem zu sehen. Das bewegt sich alles auf KJ-Niveau. Der Film wurde in Deutschland ungeschnitten herausgebracht und besitzt einen roten KJ-Flatschen aus dem Blu-ray/DVD-Cover.
 
 
 


 
 
 

TORTURE CHAMBER – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Maritim Pictures

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Torture Chamber; USA 2013

Genre: Thriller, Horror

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Deutsch DD 2.0, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Keine

Bild: 2.35:1 (1080P Full HD)

Laufzeit: ca. 92 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Originaltrailer

Release-Termin: 23.09.2014

 
 
 

Torture Chamber – Der Folterkeller [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

TORTURE CHAMBER – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Speak No Evil (2013)

Come Out and Play – Kinder des Todes (2012)

Community of Fear (2012)

Dark Touch (2013)

Kinder des Zorns (1984)

Children of the Corn (2009)

Ein Kind zu töten (1976)

Mikey (1992)

Eden Lake (2008)

Der Exorzist (1973)

Das Omen (1976)

Filmreview: „Bitter Feast – Blutiges Kochduell“ (2010)

 

Der Fernsehkoch Peter Grey bangt um die Zukunft seiner TV Kochshow, denn aufgrund schlechter Quoten soll diese abgesetzt werden. Die vernichtende Kritik des Internet-Bloggers JT Franks, dessen Lebenshauptaufgabe vermutlich darin besteht, durch  Falschaussagen die Leben anerkannter Gourmetköche durcheinander zu bringen, kommt Peters Karriere rein gar nicht förderlich.

Prompt verliert er nicht nur seinen Job als Koch in einem Nobelrestaurant, auch die Kochshow, in die er bisher enorm Herzblut investiert hatte wird letztendlich von der Sendeanstalt abgesetzt.

Perspektivlos schmiedet der, nun arbeitslose Koch einen teuflischen Plan: er entführt Franks und verschleppt ihn in seine abgelegene Ferienwohnung, wo er Franks kulinarischen Koch-Qualitäten auf die Probe stellen möchte.

 

 

Vorliegende Inhaltsangabe liest sich eigentlich schon einmal recht ansprechend, oder?

Die Story über einen Koch, der auf Rachefeldzug aus ist, hat das Genrekino bisher noch nicht bis zum Erbrechen ausgewalzt und todgefilmt. Die Idee klingt frisch und hat eigentlich enorm Potenzial für ordentlich perverses Gekrösel und Gekrümel und bietet Spielraum für allerlei ekelerregende und splattrig-schöne Gourmetattacken. Aber wie es nun einmal allzu oft der Fall ist, verbirgt sich hinter hübsch makaberen Blu-ray Coverdesigns und leckeren Inhaltsangaben ganz oft mehr Schein als Sein. Auch „Bitter Feast“ macht da keine Ausnahme und bietet ein recht zähes und ausgegorenes „Kochduell“, dem die gewissen Priese Salz und ein gehörig würziger Schuss Pfeffer fehlt.

Immerhin war Regisseur und Autor Joe Maggio bemüht, dem Zuschauer ein überaus zynisches und sarkastisches Stelldichein zwischen dem recht „engagierten“ Internetautoren Franks und dem zutiefst gekränkten Ex-Koch „Grey“ zu präsentieren, das zwar halbwegs funktioniert, aber das mangels Interaktionsmöglichkeiten Franks nicht wirklich an Fahrt gewinnt.

Denn, der zu Beginn zutiefst böse und unsympathisch beschriebene Franks verliert im Verlauf der Handlung scheinbar seine „böse“ Ader und lässt jede Demütigung Greys schön hübsch und artig über sich ergehen. Inhaltlich hätte ich mir da mehr würzigen Dialogpower zwischen dem akkuraten Fernsehkoch Greys und dem miesen Charakterschwein Franks gewünscht, denn das Schauspiel zwischen den beiden Protagonisten untereinander ist eindeutig etwas zu langatmig ausgefallen. Außerdem fällt auf, dass auch  „Bitter Feast“ gehörig vom allseits bekannten Klischee-Arsenal Gebrauch macht. So scheitert natürlich, wie könnte es auch anders sein, Franks erste Flucht durch den Wald aufgrund eines Stolperanfalls und einem verstauchten Knöchleins. Wie süß!

Auch die genreüblichen dezent gesetzten Gewaltexzesse (Keine Jugendfreigabe-Kennzeichung geht vollkommen in Ordnung) reißen den Thriller, der unpassender Weise gegen Ende zu einem lupenreinen Backwood-Slasher mutiert, nicht über Standartmittelmaß hinweg.

Bitter Feast“ beginnt und endet so, wie man es aus unendlich vielen ähnlichen Backwood-Slasherfilmen/Thrillern bereits schon zig mal (besser) gesehen hat

Der miserabel aufdringliche Billig-Digital-Look und die unglaubhaft billig produzierte deutsche Synchronisation des Sternekochs Grey unterstreichen dabei noch einmal die recht durchwachsene Qualität dieser aktuellen Genre-Produktion.

Trotzdem, meine Kritik liest sich scheinbar schlechter als der Film letztendlich ist.

Ich habe schon schlechteres gesehen. Anhand der (vermute ich mal) beschränkten finanziellen Möglichkeiten ist „Bitter Feast“ dennoch genießbar. Kein Gourmetmenü, eher ein Snack für Zwischendurch.

 

 

Fazit 6/10 Punkte

 

Ein durchschnittlicher Horror-Gourmetbeitrag, der noch einige Minuten länger braten hätte müssen. Als Zwischensnack geeignet!

 

Hellraiser80

Filmreview: „Cherry Tree Lane“ (2010)

 

Das Ehepaar Michael und Christine leben eine schwierige Ehe.

Um das Eheglück dennoch zu kitten, wolle beide, bei einem romantischen Dinner zu zweit, wieder zu sich selbst finden.

Doch das vermeintliche Versöhnungsmahl wird alsbald gestört, als es an der Tür klingelt. Überrascht über den späten Besuch öffnet Christine die Haustür und wird von 3 Jugendlichen überwältigt, die das Paar sogleich fesseln und knebeln und nach dem Verbleib des Sohnes Sebastian fragen. Völlig verstört über das kaltblütige Vorgehen der Bande erfahren die Eltern, dass Sebastian einen Dealer-Freund bei der Polizei angeschwärzt habe und nun mit den Konsequenzen leben muss. Da eskaliert die Situation.

 

 

Es gibt manchmal wirklich seltsame Filme.

Filme, die eigentlich fast alles richtig machen, aber denen es dennoch an „Seele“ mangelt.

Cherry Tree Lane“ ist derart Exemplar.

Nett gefilmt, gut gespielt – aber irgendwas fehlt.

 

Dabei beginnt der Film recht vielversprechend, die Stimmung passt und als es an der Tür klingelt sind Parallelen zu Funny Games nicht von der Hand zu weisen.

Auch dort wird ein scheinbar idyllisches Familienglück von 2 Soziapathen zerstört, die nichts anderes im Sinn haben, als eigentlich glückliche Familien zu zerstören.

Und gerade aufgrund der Ähnlichkeiten in der Story dürfte der interessierte Filmfan zu Filmbeginn auf Terror-Theater der Extraklasse hoffen, aber „Cherry Tree Lane“ (Titel ist gleichzeitig Adresse der Geschehnisse) enttäuscht diesbezüglich und zieht im Vergleich zu der intensiven Satire „Funny Games“ auf jeden Fall den Kürzeren.

Dabei mangelt es dem Thriller eindeutig an Spannung und der Charakterdarstellung. Denn beides bleibt flach und ausbaufähig. Allen voran der Darstellung des vermeintlich skrupellosen Haupt-Bösewichts „Ryan“, dessen Darstellung so derart „unböse“ und überaus „naiv“ ist, dass man seine Vorgehensweise und die Reaktion der Opfer irgendwie nicht wirklich nachvollziehen möchte. Im übrigen: warum müssen eigentlich Charaktere in Horrorfilmen in Extremsituationen immer an Geschlechtsverkehr denken? Hier sei schon mal die Unlogik erwähnt, die diverse Genreproduktionen dieser Art ausmachen. Warum muss der farbiger „Ryan“ die Mutter von Sebastian aus Zeitvertreib vergewaltigen, wenn er sich gerade in einer enormen Stresssituation befindet und ein vollkommen anderes Ziel vor Augen hat, und immer damit rechnen muss, dass die Polizei nicht vor der Tür steht?

 

Ebenso „un“-auffällig ist, was uns Regisseur Paul Andrew Williams mit diesem vermeintlich „bösen“ Filmchen eigentlich sagen will.

Ist „Cherry Tree Lane“ ein Spiegelbild für den Moralverfall heutiger Jugendlicher geworden, die Konflikte nur mit Gewalt und asozialer Verbalkommunikation versuchen zu lösen? Oder soll es plakativ zeigen, inwieweit Opfer von Gewaltverbrechen fähig sind, ihr eigenes Leben und das geliebter Mensch zu verteidigen? Aufgrund der mangelnden Kompromisslosigkeit und der fehlenden Emotionalen Hintergründe der Charaktere ist „Cherry Tree Lane“ leider nicht derart radikal, gesellschaftskritisch und schockierend geworden, wie zuletzt ein „Eden Lake“, oder „Harry Brown“. Vielmehr plätschert das Geschehen ohne nennenswerte Höhepunkte vor sich dahin und hat viel zu oft Leerlauf, der mit völlig unwichtigen Small-Talk-Füllszenen der Jugendlichen untereinander gefüllt wird.

 

Einzig das kontroverse und diskussionswürdige, offene Ende der kammerspielartigen Echtzeit-Inszenierung dürfte bei einigen Zuschauern für minimal Diskussionsbedarf sorgen, oder zum Nachdenken anregen, wie man selbst in gleicher Situation handeln würde.

 

 

Fazit 6/10 Punkte

 

 

Sauber gedrehtes Filmchen, dass aufgrund des Mangels der genretypischen Kompromisslosigkeit der Zuschaustellung des Extremen weder überzeugen, noch fesseln vermag. „Cherry Tree Lane“ ist kein übler Film – man muss ihn aber auch nicht gesehen haben!

 

Hellraiser80

 

Filmreview: „Hellraiser – Revelations“ (2011)

 

Nach diversen arg schlechten Filmbesprechungen, der nunmehr bereits 9. Filmumsetzung des Clive Barker Stoffes rund um das berüchtigte „Hellraiser“-Universums, habe ich mir nun selbst ein Bild von „Hellraiser – Revelations“ gemacht und war positiver überrascht als ich eigentlich erwartet hätte.

Nun gut, insofern man seine eigenen Erwartung wirklich ordentlich gen Keller schraubt, dürfte der ein oder andere Filmfan unter Euch, die ein oder andere Überraschung erleben.

Sicherlich ist „Revelations“ der bisher schwächste Teil der gesamten Serie, bietet aber dennoch genug kurzweilige, wenn auch leider recht simpel und trivial-gestrickte, Genreunterhaltung.

Dabei handelt es sich weniger um ein eigenständig erzähltes Sequel mit einer wirklich neuen Story, als vielmehr um eine wenig tiefgründige Neuinterpretation des bekannten Clive Barker-Stoffes.

Dem bewanderten Filmfan dürften daher jede Menge altbewährte und neuaufgebrühte Schlüsselmomente aus den genialen ersten beiden Teilen des Franchise bekannt vorkommen. Von daher ist „Hellraiser – Revelations“ mehr Remake, als eigenständiges erhofftes Sequel.

Der Anfang des neuesten Werkes ist recht stimmungsvoll geraten: die beiden Freunde Nico und Steven geraten während eines Kurzurlaub an den sagenumwogenen Spielwürfel, mit deren Hilfe es möglich ist, mit den Cenobiten (Geschöpfe aus der Hölle) in Kontakt zu treten. Kaum in Besitz des geheimnisvollen Instruments, schafft es der draufgängerische Nico die Kreaturen herbeizurufen, woraufhin die beide Freunde auf recht schmerzlicher Art und Weise Bekanntschaft mit dem Anführer der Cebobiten machen.

Da Nico das Tor zur Hölle mit Hilfe des Würfels geöffnet hat, muss er als Gegenleistung den Cenobiten seinen Körper und sein Fleisch zur allgemeinen „Erkundung“ zur Verfügung stellen und wird letztendlich gemeinsam mit den Cenobiten in den Höllenschlund hinabgerissen -der bedachte und schüchterne Steven bleibt verstört zurück. Doch Nico kann aus der Hölle entfliehen. Einziges Manko: die blutgierigen Geschöpfe aus der Hölle haben ihm seiner Haut entraubt.

Fortan bittet er seinen besten Freund Steven für ihn zu morden, auf das sich Nico am Blut der Opfer stärken kann und wieder die Gestalt eines menschlichen Wesens erhält.

Bedenkt man, was „Hellraiser – Revelations“ für ein katastrophal-geringes Budget zur Verfügung gestanden hat, ist das was man letztendlich als fertiges Werk bewundern darf, gar nicht mal so übel. Sicherlich schauen diverse Schauplätze (es gibt gerade mal eine handvoll unterschiedlicher Schauplätze, da der Hauptteil des Filmes im Haus von Stevens Eltern spielt) wirklich schlimm nach Kulisse aus und die dilettantische Handlungs- sowie Charakterentwicklung des aktuellen Teils ist derart simpel gestrickt, dass die Dramaturgie kaum über TV-Soap-Niveau hinausreicht, aber immerhin hat man tatsächlich alles herausgeholt was aus dem Produktionsbudget herauszuholen war.

Was ich als relativ nervend empfand war die Tatsache, dass man versucht hat aktuelle Horrorfilm – Trends in „Hellraiser – Revelations“ miteiner zu vereinen. Demnach darf der geneigte Horrorfilmfan Fragmente des Geschehens „Blairwitch“-typisch aus der Digitalkamera-Perspektive verfolgen oder Nicos Rückkehr aus der Hölle und seine Folter- und Psychospielchen mit der eigenen Familie exploitationlastig (vergleiche „Mothersday“-Remake, „Funny Games“ …) miterleben.

Sicherlich funktioniert das eigentlich recht gut, aber passt irgendwie nicht in das recht groteske und theatralisch-düstere „Hellraiser“-Universum.

Das wirklich unverzeihbarste Vergehen überhaupt an diesem aktuellen Teil, ist die Tatsache, dass „Pinhead“ nicht von mehr von Doug Bradley dargestellt wird. Jeher waren in allen Sequels der Serie sein Erscheinen und sein Auftritt das eigentliche „Highlight“ eines jeden Hellraiser-Teils.

Der neue „Pinhead“ besitzt nicht einmal annähernd die enorm stolz-majestätische, aber dennoch unheimlich-bösartige Aura eines Doug Bradley und ist für mich, mit seiner arg knochigen und unscheinbaren Erscheinung eher Lachnummer, als angsteinflößend.

Auch wenn man Teil 9 und das eventuell bevorstehende „Hellraiser“-Remake für eine neue Generation an Horrorfreaks neu zugänglich machen möchte, so dürften beide Teile ebenso an der Fanbase scheitern, wie zuletzt das katastrophale Remake von „Nightmare on Elm Street“, das bekanntlich ohne Freddy-Darsteller Robert Englund auskommen musste.

Im übrigen verhält sich „Hellraiser-Revalations“ recht züchtig mit der Zurschaustellung diverser optischer Gemein- und Grausamkeiten. Sicherlich gibt es für eine „Direct-to“-Produktion noch genügend Splatterstuff, dieser hält sich aber dennoch „Hellraiser“-untypisch recht dezent zurück.

 

 

Fazit 4,5/10 Punkte

 

Ja, auch wenn Doug Bradley als „Pinhead“ nicht mehr mit am Start ist, so ist das aktuelle Sequel, das eigentlich mehr Remake als Fortsetzung ist, immer noch bedingt schaubar.

Tiefgründigkeit und Originaliät sind zwar Fehlanzeige, dennoch für einen kurzweiligen Film-Abend gerade noch goutierbar.

 

FSK-Prognose:  Keine Jugendfreigabe

 

 

Hellraiser80