Filmkritik: „Zombie – Dawn of the Dead“ (1978)

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ZOMBIE – DAWN OF THE DEAD

(DAWN OF THE DEAD)

Story

 
 
 
Der wahrscheinlich einflussreichste und kultigste Zombie-Film aller Zeiten führt vier Protagonisten in ein Kaufhaus, in welchem sie sich gegen die drohende Apokalypse verteidigen müssen.

 
 
 


 
 
 

DAWN OF THE DEAD – Kritik

 
 
Wohl niemand hat den Zombiefilm dermaßen geprägt, wie George A. Romero. Zwar wurden Zombies auch schon weit vor 1968 thematisiert, doch Romero verpackte bissige Gesellschaftskritik mit in den Horror und so wurde schon sein Erstling „Night of the Living Dead“ zu einem Kultstreifen, der bis heute nichts von seiner Atmosphäre eingebüßt hat. Es sollte ca. zehn Jahre dauern, bis Romero seinen Ruf als Meister der Zombies ausbaute. 1978 war es soweit und „Dawn of the Dead“ (in Deutschland schlicht mit „Zombie“ oder auch „Zombies im Kaufhaus“ betitelt) erblickte das Licht der Kinoleinwände. Dieses Mal in Farbe und mit deutlich mehr Aufwand. Romero hat hier schlichtweg DEN Klassiker des Zombiefilms gedreht und er löste damit eine regelrechte Welle von ähnlichen Werken (oftmals aus Italien) aus, die sich bis Mitte/Ende der 80er Jahre erfolgreich hielt. Es gibt an diesem Film eigentlich nichts auszusetzen, denn selbst kleinere Fehler können diesem Meisterwerk nichts anhaben.
 
 

 
 
In „Night of the Living Dead“ wurde das Übel mit den Zombies eingeleitet. Seitdem ist einige Zeit vergangen und „Dawn of the Dead“ steigt mitten in ein apokalyptisches Szenario ein. Stephen arbeitet als Verkehrsberichtserstatter und bekommt deshalb die Gelegenheit mit einem Hubschrauber abzuhauen. Seine Freundin Francine kommt mit, ebenso wie die beiden SWAT-Beamten Peter und Roger. Das gesamte Land wird von Zombies überfallen und die Vier suchen nach einem sicheren Ort. Sie finden ein ganzes Einkaufszentrum, in welchem es Verpflegung im Überfluss gibt. Nachdem man ein paar Zombies aus dem Weg geräumt hat, scheint es hier sicher zu sein, doch der Schein trügt.
 
 
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Romero verstand es wunderbar seine Horrorfilme mit reichlich Gesellschaftskritik zu füllen und es ist ihm wohl niemals mehr so genial gelungen, wie in „Dawn of the Dead“. Die Idee mit dem Einkaufszentrum ist einfach perfekt und lässt so viele Deutungen zu, dass es zwangsläufig anspruchsvoll wird. Wenn die Zombies nach ihrem Tod zu dem Ort zurückkehren, der ihnen wohl trotzdem in Erinnerung geblieben ist, wenn selbst die vier Protagonisten dem Kapitalismus frönen, dann besitzt das ein Niveau, welches man im Horrorfilm sonst eher vergeblich sucht. Das Drehbuch an sich ist natürlich ziemlich simpel, doch 1978 war das noch erlaubt, denn hier war der Zombiefilm noch längst nicht so ausgelutscht, wie heutzutage. Es sind die Ideen, die auch über 40 Jahre später noch faszinieren und deshalb gibt es an der Handlung absolut nichts auszusetzen.
 
 
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Ein weiterer Punkt, der „Dawn of the Dead“ so stark macht, ist selbstverständlich sein Splatter-Gehalt. Gleich am Anfang geht es schon mächtig zur Sache und im Finale fliegen die Gedärme regelrecht durch die Gegend. Mit Tom Savini (der auch eine kleine Rolle übernahm) hatte Romero einen der besten, wenn nicht den besten Effekte-Künstler zur Verfügung und der konnte sich hier so richtig austoben. Bei den Zombies muss man kleinere Abstriche machen, denn die sind manchmal einfach nur etwas angemalt. Allerdings muss man auch beachten, dass „Dawn of the Dead“ keineswegs eine Big-Budget-Produktion war. Dafür kann sich die handwerkliche Arbeit umso mehr sehen lassen und der handgemachte Splatter kann auch heute noch ein Strahlen ins Gesicht jedes Gorehounds zaubern.
 
 
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Einen Überblick über die verschiedenen Fassungen zu bewahren, ist nicht so leicht, denn es existieren zig Schnittversionen von „Dawn of the Dead“. In Deutschland wurde er damals natürlich beschlagnahmt (was mittlerweile zum Glück rückgängig gemacht wurde) und so gab es viele gekürzte Fassungen. Zusätzlich exisitiert die Long-Version, ein Romero- und ein Argento-Cut. In der längsten Fassung läuft der Film fast zweieinhalb Stunden, doch in Deutschland ist die gängigste Version wohl die zweistündige. Diese reicht auch aus, denn nicht jede kleine Handlungserweiterung ist notwendig.
 
 
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Neben allen bisherigen Glorifizierungen, muss man den saustarken Unterhaltungwert ebenfalls loben. Dieser kommt am ehesten zustande, weil der Aufbau so genial geraten ist. Ohne eine richtige Einleitung geht es sofort zur Sache und schon in der ersten Viertelstunde kommt es zu genügend Action. Im mittleren Teil wird es dann etwas ruhiger und hier kommt sogar eine richtige Feel-Good-Stimmung auf. Wenn die vier Protagonisten es sich im Einkaufszentrum gut gehen lassen, kann man das als Zuschauer bestens nachvollziehen und ist fast schon neidisch auf diese Situation. „Dawn of the Dead“ ist nicht einfach nur eine brutale Schlachtplatte geworden, er macht zeitweise auch einfach sehr viel Spaß und ist unerwartet locker. Natürlich ist die Gefahr keineswegs vorüber und so bahnt sich ein Finale an, welches wirklich alle Register zieht. Hier gibt es nochmals reichlich Splatter zu sehen und es kommt eine gute Portion Spannung auf. Egal ob nun 120 oder 140 Minuten – Der Unterhaltungswert ist perfekt. Keine Sekunde scheint überflüssig und dass einem der Film trotz seiner Kurzweiligkeit manchmal etwas lang vorkommt, sorgt nur für ein noch epischeres Gefühl.
 
 
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Bei den Darstellern braucht man nicht unbedingt nach Perfektion zu suchen, wobei trotzdem jeder sehr ordentlich spielt. Besonders David Emge besitzt ein paar Momente, die etwas holprig wirken, doch das stört niemals. Ken Foree sieht man sehr gerne zu und sein Mitwirken erbrachte ihm in Horrorkreisen hinterher einen gewissen Kultstatus. Auch Scott H. Reiniger besitzt eine ordentliche Ausstrahlung und Gaylen Ross macht das Quartett souverän voll. Alle anderen Darsteller besitzen nur kleinere Rollen und stehen nicht im Mittelpunkt, doch auch hier wurde viel Aufwand betrieben und man hat sehr große Massen an Statisten etc. versammelt. Dass „Dawn of the Dead“ überhaupt Spannung erzeugen kann, liegt selbstverständlich auch an einer gelungenen Figurenzeichnung. Die vier Hauptcharaktere sind nicht perfekt, besitzen ihre Ecken und Kanten, verhalten sich manchmal auch ein wenig dämlich, doch sie funktionieren als Menschen, sind sympathisch genug und man kann mit ihnen mitfiebern. Hier wurde nahezu alles richtig gemacht.
 
 
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Einen kleinen Extra-Absatz verdient zum Schluss noch der tolle Soundtrack der italienischen Progressive-Rock-Band Goblin, die schon so manch einen Film mit ihrer Musik verfeinert hat. Es ist also kein Wunder, dass oftmals auf den Soundtrack zurückgegriffen wird und die Musik oft zu hören ist. Die Melodien prägen sich sofort ein, wurden sogar für andere Zombiefilme später erneut verwendet und alleine wenn man diese Musik hört, ist das Feeling vom Film sofort wieder da. Und wenn dann noch das offene Ende folgt, kann man noch heute eine Gänsehaut bekommen.
 
 
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DAWN OF THE DEAD – Fazit

 
 
 
10 Punkte Final
 
 
So stark, wie bei „Dawn of the Dead“ war George A. Romero nie wieder. Zwar war auch „Night of the Living Dead“ sehr gut und die beiden Nachfolger „Day of the Dead“ und „Land of the Dead“ („Diary of the Dead“ und „Survival of the Dead“ werden hier bewusst verschwiegen) konnten ein tolles Niveau halten, aber hiermit hat Romero wirklich sein Meisterwerk erschaffen. Es fängt schon bei der genialen Handlung an, die beweist, dass man mit simplen Ideen ein perfektes Drehbuch schreiben kann. Weiter geht es mit einer tollen Inszenierung und einer handwerklich hervorragenden Arbeit, der man es überhaupt nicht anmerkt, dass das Budget nicht so groß war. Dann wären da natürlich die zahlreichen Effekte, die reichlich Splatter bieten, welcher auch heute noch toll aussieht. Dass der Film kleinere Macken, keine perfekten Darsteller und auch ein paar etwas dümmliche Verhaltensweisen der Figuren besitzt, macht ihn eigentlich nur noch sympathischer. Der Unterhaltunswert könnte höher nicht sein und der fabelhafte Soundtrack rundet das Ganze ideal ab. „Dawn of the Dead“ ist auch über 40 Jahre später noch ein actionreicher, spannender, aber auch amüsanter, lockerer und vor allen Dingen echt brutaler Zombiefilm, der seinen Kultstatus zurecht erlangt hat, eine unschlagbare Atmosphäre besitzt und wohl den besten Zombiefilm aller Zeiten darstellt!
 
 


 
 
 

DAWN OF THE DEAD – Zensur

 
 
 
„Zombie – Dawn of the Dead“ hatte in Deutschland eine bewegte Zensurvergangenheit. Der Film lief damals in einer leicht gekürzten Fassung in den deutschen Kinos, die auf dem Argento Cut beruhte. Letzterer wurde in allen europäischen Ländern veröffentlicht, während der sogenannte Romero Cut in englischsprachigen Ländern sowie Nord- und Südamerika herausgebracht wurde. Beide Fassung unterscheiden sich in Musik und Alternativszenen. Die erste deutsche VHS von Marketing Film war um fast 13 Minuten geschnitten und wurde 1983 indiziert. Es folgte eine Neuauflage von VPS, die zwar mehr Handlung enthielt aber in sämtlichen Gewaltszenen zensiert wurde. 1991 wurde die erste VHS von Marketing Film beschlagnahmt. Es folgten diverse Indizierungen und Beschlagnahmungen aller erdenklicher Fassungen und Veröffentlichungen, die in Deutschland und im Ausland herausgebracht wurden. Erst das Label Astro veröffentlichte „Zombie – Dawn of the Dead“ zum ersten mal im ungekürzten Argento Cut auf Laser Disk und VHS. Das Label Laser Paradise zog nach und brachte selbigen auf DVD heraus. Während der Klassiker in den letzten Jahren mehrfach ungeschnitten im deutschsprachigen Ausland auf DVD und Blu-ray ungeprüft veröffentlicht wurde, passierte im Januar 2019 in Deutschland ein Wunder. Dort wurde die Beschlagnahme von „Zombie – Dawn of the Dead“ nach 28 Jahren aufgehoben. Es folgte Index- und Listenstreichungen diverser Fassungen. Ende Mai 2019 wurde der Argento Cut neu von der FSK geprüft und mit „Keine Jugendfreigabe“ bewertet. Demzufolge dürfen die „Zombies im kaufhaus“ nun auch zum ersten mal auch dort ungeschnitten verkauft werden. Das nahm das Label Koch Film zum Anlass, um „Zombie“ erstmalig auf Blu-ray zu releasen. Hierzu hat der Käufer die Qual der Wahl zwischen vielen tollen Veröffentlichungen mit massig an Bonusmaterial!
 
 
 


 
 
 

DAWN OF THE DEAD – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Koch Films (Blu-ray im KeepCase)

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(c) Koch Films (1 UHD + 2 Blu-rays im Mediabook – Cover A)

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(c) Koch Films (1 UHD + 2 Blu-rays im Mediabook – Cover B)

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(c) Koch Films (1 UHD + 3 Blu-rays in der Retro-Edition – Cover B)

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(c) Koch Films (1 UHD + 3 Blu-rays in der Retro-Edition – Cover B)

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(c) Koch Films (1 UHD + 6 Blu-rays + 1 CD in der Limited Special Edition)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Dawn of the Dead; Italien | USA 1978

Genre: Thriller, Horror, Drama, Klassiker

Ton: Deutsch DTS-HD MA 2.0 (Mono), Englisch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 2.0 (Mono)

Untertitel: Deutsch, Englisch

Bild: 1.85:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 119 Minuten

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Blu-ray im KeepCase mit Wechselcover, Mediabook, VHS-Verpackung, Sammlerbox

Extra – KeepCase: Unzensierte Argento-Fassung auf Blu-ray, Audiokommentar von Komponist Claudio Simonetti (Englisch, Optionale Deutsche Untertitel), Englische Trailer, Deutsche Trailer, TV-Spots, Trailer Europäische Fassung, Radio Spots

Extras – Mediabook: Unzensierte Argento-Fassung auf Blu-ray, Audiokommentar von Komponist Claudio Simonetti (Englisch, Optionale Deutsche Untertitel), Englische Trailer, Deutsche Trailer, TV-Spots, Trailer Europäische Fassung, Radio Spots 18-seitiges Booklet mit einem Text von Peter Osteried, Interview mit Regisseur George A. Romero, Interview mit Produzent Dario Argento, Interview mit Make-Up-Artist Tom Savini, Interview mit Stuntman Taso Stavrakis, Interview mit Filmemacher Nicolas Winding Refn, Bela B. trifft George Romero, Über die italienische Fassung, Bildergalerie, 4K-UHD-Fassung des Argento Cuts

Extras – VHS Retro Edition:Unzensierte Argento-Fassung auf Blu-ray, Audiokommentar von Komponist Claudio Simonetti (Englisch, Optionale Deutsche Untertitel), Englische Trailer, Deutsche Trailer, TV-Spots, Trailer Europäische Fassung, Radio Spots, Interview mit Regisseur George A. Romero, Interview mit Produzent Dario Argento, Interview mit Make-Up-Artist Tom Savini, Interview mit Stuntman Taso Stavrakis, Interview mit Filmemacher Nicolas Winding Refn, Bela B. trifft George Romero, Über die italienische Fassung, Bildergalerie, 4K-UHD-Fassung des Argento Cuts, Jörg Buttgereit und Kai Nowak über „Zombie“ in Deutschland, Biennale 2016 Pressekonferenz, Biennale 2016 Einführung, Deutscher TV-Beitrag über die Dreharbeiten, Home Videos mit Kommentar von Robert Langer, Home Videos mit Kommentar von Ralph Langer, Monroville Mall Tour, Super-8-Fassung

Extras – Special Limited Edition: Edler Schuber mit Titel in Heißfolienprägung und Spotlackierung, 28-seitiges Booklet in DINA4, Nachdruck des Deutschen Pressehefts in DINA4, 2 einseitig bedruckte Filmplakate (89×59 cm), 6 hochglanz Art-Cards (32×32 cm), Unzensierte Argento-Fassung auf Blu-ray, Audiokommentar von Komponist Claudio Simonetti (Englisch, Optionale Deutsche Untertitel), Englische Trailer, Deutsche Trailer, TV-Spots, Trailer Europäische Fassung, Radio Spots, 4K-UHD-Fassung des Argento Cuts, Vollbild Argento-Fassung in HD, US-Kinofassung in HD (Romero Cut), Extended Cannes-Fassung in HD, Interview mit Regisseur George A. Romero, Interview mit Produzent Dario Argento, Interview mit Make-Up-Artist Tom Savini, Interview mit Stuntman Taso Stavrakis, Interview mit Filmemacher Nicolas Winding Refn, Bela B. trifft George Romero, Über die italienische Fassung, Bildergalerie, Jörg Buttgereit und Kai Nowak über „Zombie“ in Deutschland, Biennale 2016 Pressekonferenz, Biennale 2016 Einführung, Deutscher TV-Beitrag über die Dreharbeiten, Home Videos mit Kommentar von Robert Langer, Home Videos mit Kommentar von Ralph Langer, Monroville Mall Tour, Super-8-Fassung, Soundtrack-CD

Release-Termin: KeepCase | Mediabooks | Retro-VHS-Edition | Limitied Special Edition: 17.12.2020

 

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DAWN OF THE DEAD – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei Koch Films)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Die Nacht der lebenden Toten (1968)
 
Zombie 2 – Day of the Dead (1985)
 
Land of the Dead (2005)
 
Diary of the Dead (2007)
 
Survival of the Dead (2009)
 

Filmreview: „From Beyond“ (1986)

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FROM BEYOND

Story

 
 
 
Warum sollten wir uns mit der Handvoll Sinne zufrieden geben, die uns der liebe Herrgott ins Gehirn gepflanzt hat? Crawford Tillinghast (Jeffrey Combs, spätestens jetzt unwiderruflich auf dem Wege zur modernen B-Horror-Ikone), seines Zeichens Student der Physik und sein Partner in Crime Dr. Pretorius sehen das ähnlich. Jetzt basteln sie seit Geraumem an einem psychochirurgischen Konstrukt, das sie den Resonator nennen. Mit eben diesem durchleuchten sie das menschliche Hirn, genauer die Zirbeldrüse, in der sie den verborgenen Sinn vermuten. Die Chose würde nicht auf der Vorlage H.P. Lovecrafts basieren, entstünde nicht spätestens jetzt die Möglichkeit, dass „unbeschreibliche Schrecken nicht irdischer Gestalt“ den Fuß (oder die Tentakel) in der dimensionalen Türe hätten. Ja, der Resonator knallt einen Riss ins intergalaktische Kontinuum und die Fäkalien sind am Dampfen. Ein (zumindest für den Horrofan, für die Protagonisten weniger) in liebevoller, animatronischer Handarbeit erschaffenes Vieh erledigt dann auch den guten Pretorius, zumindest fast und Crawford muss sich den Ermittlungsbehörden (Ken Foree aus Dawn Of The Dead mit dem Landeinamen Bubba und Barbara Crampton, Stammspielerin bei Gordon/Yuzna) erklären. Dämlicherweise fänden diese es ganz töfte, wenn der überforderte Studenterich das Öffnen des Dimensionsportals doch noch mal schnell wiederholen könnte. Schlechte Idee, noch viel schlechtere Aussicht für den Fortbestand der menschlichen Spezies, das. Mehr interdimensionale Ungeheuerlichkeiten, Crawfords aufgeblasene Zirbeldrüse, welche die nette Frau Polizistin registriert und der merklich veränderte Doktor P., inzwischen nicht mehr wirklich am Dahinvegetieren als Homo Sapiens interessiert, spielen fürdere Rollen.
 
 
 


 
 
 

FROM BEYOND – Kritik

 
 
 
FROM BEYOND – ALIENS DES GRAUENS verkörperte seinerzeit, 1986 war das schon, die zart keimende Hoffnung belesenerer Horrorjünger, endlich einmal eine gelungene Adaption eines Werkes Lovecrafts sehen zu dürfen. Ob diese Marke erreicht werden konnte, darüber ließe sich trefflich streiten. Auf jeden Fall ist dieser Film, aus den fachkundigen Händen Stuart Gordons und Brian Yuznas (mindestens mit dem zu Kult-Ehren gekommenen Trash-Hobel Re-Animator schon, wenn auch verwässert, auf HPLs Spuren unterwegs gewesen) ein begeisterndes Latexfest einer liebenswerten Genre-Ära. Dazu – hach, der Hang der Filmschaffenden hier zum Humorsplatter jener Zeit – macht der Resonator die Betroffenen auch noch scharf wie die Rettiche. Der alte „Einsiedler von Providence“ hätte solche Pikanterien in seiner puritanischen Neu-England-Weltsicht nicht gutgeheißen. Produziert haben diesen fast vergessenen Beitrag der gnadenlose Charles Band, seines Zeichens Kopf des Schrottimperiums Full Moon und geistiger Vater von Nervenkrieg wie der Puppet Master Reihe oder den irren Dollman-Filmen. Begrüßenswert, gerade bei Effektschlachten wie FROM BEYOND ist das Verfügbarmachen eines längeren Director’s Cuts. Ein Bildträger, der in jedes gepflegte Regal von Klassikern der Achtziger Jahre gehört.
 
 
 


 
 
 

FROM BEYOND – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Lovecraft-Horror, verwirklicht von erfahrenen Band/Gordon/Yuzna Team der Achtziger. Ferkeliger Splatter, Atmosphäre und Humor. Ein Dokument kultiger Genrezeiten.
 
 
 


 
 
 

FROM BEYOND – Zensur

 
 
 
FROM BEYOND hatte es nicht leicht in Deutschland. Bis zum Dezember 2013 war der Streifen hierzulande indiziert. Nach Ablauf der 25-Jahresfrist wurde die Indizierung jedoch aufgehoben und der Film nach einer Neuprüfung von der FSK ungeschnitten ab 16 Jahren freigegeben. Bei der momentan im Handel frei erhältlichen DVD und Blu-ray handelt es sich um den ungeschnittenen Director’s Cut. Dieser ist bereits für 16-jährige geeignet und natürlich ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

FROM BEYOND – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) OFDB Filmworks – Abb.: Erstauflage – Limited 3-Disc-Digipack (uncut)

 
 
 
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(c) OFDB Filmworks – Abb.: Kaufhausfassung (uncut)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: From Beyond; USA 1986

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 2.0, Englisch DTS-HD MA 4.0

Untertitel: Deutsch, Englisch

Bild: 1.78:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 86 Min.

FSK: Kaufhausfassung: FSK16 (ungeschnittene Fassung) / Ungeprüfte Erstauflage: ungeprüft (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Kauffassung: Amaray mit Wendecover im Schuber / Ungeprüfte Erstauflage: Digipack

Extras: Audiokommentar mit Regisseur Stuart Gordon und dem Cast (englisch) , Audiokommentar mit Drehbuchautor Denis Paoli (englisch), Audiokommentar mit Kai Naumann & Marcus Stiglegger (deutsch), Multiple Dimensions – Featurette über die aufwendigen Make-Up & Creature Effects mit den Verantwortlichen (John Buechler, Anthony Doublin, John Naulin und Mark Shostrom) (20 Min.), Monsters & Slime – Die Effekte von From Beyond (20 Min.), Paging Dr. McMichaels – Ein Interview mit Hauptdarstellerin Barbara Crampton (15 Min.), The Doctor is in – Ein Interview mit Hauptdarstellerin Barbara Crampton (14 Min.), A Tortured Soul – Ein Interview mit Hauptdarsteller Jeffrey Combs (15 Min.), An Empire Production – Ein Interview mit dem ausführenden Produzenten Charles Band (5 Min.), Gothic Adaptation – Ein Interview mit Drehbuchautor Dennis Paoli (15 Min.), Stuart Gordon über From Beyond (20 Min.), The Director’s Perspective – Ein Interview mit Regisseur Stuart Gordon (9 Min.) [nur SD], Interview mit Komponist Richard Band (4 Min.) [nur SD], The Editing Room: Lost And Found – Ein Interview mit Stuart Gordon und Restaurations-Team (5 Min.) [nur SD], Foto-Montage (3 Min.) [nur SD], Storyboard/Film-Vergleiche (20 Min.) [nur SD]

Release-Termin: 13.05.2014 (Kaufhausfassung) / 13.09.2013 (Limited 3-Disc-Digipack)

 
 
 

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From Beyond (Collector’s Edition) [1 Blu-ray + 2 DVDs] im Digipack auf AMAZON kaufen

 
 
 
OFDB Filmworks hat den Director’s Cut von FROM BEYOND in mehreren Fassungen veröffentlicht. Bevor der Film von der FSK neu geprüft und ab 16 Jahren freigegeben wurde, veröffentlichte Rechteinhaber OFDB Filmworks ein schickes, nicht FSK-geprüftes Digipack des Streifens, das 2 DVDs und 1 Blu-ray Disc beinhaltete. Außerdem lagen der auf 3000 Stück limitierten Sonderverpackung ein Booklet mit einem Essay vom Lovecraft-Experte Kai Naumann bei. Zeitgleich wurde der Streifen in einer noch strenger limitierten Hardbox mit gleichem Inhalt veröffentlicht, von der aber nur 100 Stück produziert wurden. Diese OFDb-exklusive Sonderauflage ist jedoch leider vergriffen und nur noch zu Mondpreisen erhältlich.
 
Nachdem der Streifen vom Index gestrichen und neu von der FSK geprüft wurde, erschien jüngst eine ungeschnittene Fassung für die Kaufhäuser. Die erhältliche Blu-ray besitzt den gleichen Inhalt wie die bisherigen Fassungen, welche OFDB Filmworks bis dato veröffentlicht hat. Die Erstauflage der Kaufhausfassung kommt zudem im schicken Pappschuber daher. Alle bisher erhältlichen deutschen Blu-rays sind ungeschnitten und beinhalten den Director’s Cut des Klassikers.
 
 
 


 
 
 

FROM BEYOND – Trailer

 
 
 


 
 

Cristian Ladewig

 
 
 
Ähnliche Filme:
 
The Resurrected (1992)
 
Re-Animator (1985)
 
Bride of Re-Animator (1989)

Filmreview: „The Lords of Salem“ (2012)

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THE LORDS OF SALEM

Story

 
 
 
Heidi LaRoc ist Radiomoderatorin von Salems beliebter Musikshow Salem Rocks. Zusammen mit ihrem Hund Troy bewohnt sie ein Apartment in der kleinen Stadt und versucht ihr Leben nach ihrer Drogenabhängigkeit wieder auf die Reihe zu bekommen. Eines Tages erhält sie in der Radiostation eine mysteriöse hölzerne Kiste, speziell an sie adressiert, mit Absender von den „Lords“. In dieser Kiste enthalten ist eine alte Schallplatte welche eine seltsame Melodie spielt, von welcher es Heidi zunehmend schlechter ergeht. Als sie sich entscheidet die Platte in ihrer Radiosendung zu spielen, entfesselt sie damit Salems düstere Vergangenheit. Halluzinationen und die merkwürdigen Ereignisse im Nachbarapartment nehmen sie psychisch immer schwerer in ihre Gewalt. Versinkt Heide in Wahnsinn oder sind die Lords of Salem tatsächlich zurück, um blutige Rache zu nehmen?
 
 
 


 
 
 

THE LORDS OF SALEM – Kritik

 
 
 
Rob Zombie ist einer der schwerbeschäftigsten Männer unserer Zeit. Neben seiner Musikkarriere, die seit Anfang der 90er Jahre steil bergauf geht und zuletzt Zombies neustes Album VENOMOUS RAT REGENERATION VENDOR (seit dem 19. April 2013 im Handel) hervorbrachte, ist er auch ein sehr erfolgreicher Regisseur mit einer treuen Fanbase geworden. Sein neuester Streifen THE LORDS OF SALEM läuft momentan mit einem limitierten Kinostart in den USA und ist seit Ende April in England auf DVD erhältlich. Zusätzlich veröffentlichte Rob Zombie zusammen mit B.K. Evenson eine Romanadaption von THE LORDS OF SALEM, welche auf Zombies originalem Drehbuchentwurf basiert und weitaus umfangreicher als der Film sein soll. Diese soll in deutscher Übersetzung am 9. Dezember 2013 hierzulande erscheinen. Allerdings steht eine hiesige Veröffentlichung des Filmes selbst noch aus.
 
 
 

„On a rare occasion, a special child appears.“


 
 
 
THE LORDS OF SALEM ist das erste Werk seit THE DEVIL’S REJECTS, in welchem Rob Zombie wieder eine komplett eigene Geschichte umsetzt. Verbrachte er die letzten vier Jahre in den Klauen der Weinstein Brüder, um dem HALLOWEEN-Franchise eine Frischzellenkur zu verpassen, welche in der Öffentlichkeit sowohl großen Zuspruch fand als auch Missmut unter den Fans der alten Filme um Michael Myers auslöste. Die Story von THE LORDS OF SALEM ist recht simpel und ganz nach Zombies Geschmack an die 70er Jahre angelehnt. Einer Zeit in der manche Rock-Alben Rückwärtsbotschaften enthielten und der Jugend auch sonstige satanische Gedanken einflößen sollten, wenn man den meisten christlichen Verbänden von damals Glauben schenken mag.
 
 
 

„Don’t you wanna ride it? Educated Horses“


 
 
 
Die Idee zum THE LORDS OF SALEM kam Rob Zombie schon vor vielen Jahren, als er zu Gast auf einer Hochzeit in Salem, Massachusetts war und ihn das Geschehen dort ziemlich langweilte. Aufgewachsen in Massachusetts erinnerte er sich an die geschichtlichen Hintergründe der kleinen Stadt. Genauer gesagt, an die Hexenprozesse von Salem (1692), in Folge derer 20 unschuldige Menschen der Hexerei bezichtigt und hingerichtet wurden. Doch was wäre, wenn nicht alle unschuldig waren? Was wäre, wenn einige der hingerichteten Menschen tatsächliche Hexen waren und diese einen Fluch auf das Städtchen Salem legten? Zombie begann mit dem Drehbuch welches er aber zu diesem Zeitpunkt nicht umsetzten konnte, da kein Studio sonderlich großes Interesse zeigte. Also wurden aus dem Drehbuch zunächst zwei Songs. „American Witch“ und „The Lords of Salem“ welche beide auf Rob Zombies 2006 erschienenen Album EDUCATED HORSES zu finden sind, sich aber mehr auf die eigentlichen Ereignisse von 1692 beziehen. Jahre später kamen die Produzenten von INSIDIOUS und PARANORMAL ACTIVITY auf Rob Zombie zu und fragten nach dem Anliegen, ob er nicht einen übernatürlichen Low-Budget Film für deren Studio schreiben und drehen wollte. Zombie willigte ein und bekam sogar vertraglich das Recht auf den Final Cut zugesichert.
Für seine Geschichte wandelte er die eigentlichen Ereignisse von 1692 etwas ab und orientiert sich eher an die Methoden europäischer Hexenprozesse, in welchen als Hexen und Hexer Beschuldigte verbrannt wurden oder auch in die „Eiserne Jungfrau“ mussten. Bei den Hexenprozessen von Salem griff man lediglich darauf zurück die Angeklagten zu hängen.
 
 
 
 
„Ich wollte einfach nur einen atmosphärischen Film machen. Oft scheint dabei der Plot sekundär zu sein. Die Filme die ich mag, eine Menge davon sind europäische, haben diesen besonderen Vibe. Wenn ich mir einige Werke von Dario Argento oder Lucio Fulci ansehe sage ich irgendwann zu mir selbst: „Moment mal, ich habe keine Ahnung was gerade los ist!“ Aber man ist gefangen in dieser Atmosphäre und dem Gefühl welche diese Filme einem vermitteln. Und genau das wollte ich für meinen Film. Eine sehr traumartige Atmosphäre. Auch wenn der Film eine Story hat der man folgt ging es mir in aller erster Linie darum dem Zuschauer das Gefühl eines surrealen Alptraums zu vermitteln.“

( ROB ZOMBIE IM INTERVIEW MIT JOBLOMOVIE NETWORK )


 
 
 
Mit THE LORDS OF SALEM beschreitet Rob Zombie völlig neue Wege und liefert einen der unkonventionellsten Horrorfilme der letzten Jahre ab. Vor allem kommt es Zombie auf die Atmosphäre und die Wirkung des Filmes an und das seine Charaktere im Vordergrund stehen. Dabei wirkt THE LORDS OF SALEM eher wie ein sehr düsteres und extremes Drama, was auch die Intention des Regisseurs war, der sein Werk nicht wie einen typischen Horrorfilm des Jahres 2013 drehen und aussehen lassen wollte und sich eher am Stil von Roman Polanski, Stanley Kubrick oder Ken Russell orientierte. Im Gegensatz zu seinen vorangegangenen Streifen, wie zum Beispiel THE DEVIL’S REJECTS oder HALLLOWEEN II gibt es in THE LORDS OF SALEM keine Hand-held Kamera Einlagen oder unruhige Szenen, wo Zombie die Kamera auch mal für kurze Momente unscharf werden ließ, um den Filmen einen raueren und spontaneren Touch zu geben. In THE LORDS OF SALEM ist die Kameraführung sehr ruhig. Alles ist klar strukturiert, komponiert und wirkt durch das Cinemascope 2,35:1 Format gigantisch. Und tatsächlich: THE LORDS OF SALEM hat die leichte Atmosphäre von ROSEMARIES BABY, mit der bildgewaltigen Ruhe eines Stanley Kubrick Filmes und den obskuren Ausbrüchen eines Ken Russell Streifens, wie zum Beispiel DIE TEUFEL. Dabei kopiert Zombie aber nicht einfach Motive aus diesen Klassikern, sondern bleibt gleichzeitig seiner alten Linie treu und schafft seine eigenen alptraumhaften Bilder. Man spürt deutlich, dass man einen Rob Zombie Film sieht. Gerade das psychedelische Ende von THE LORDS OF SALEM erinnert leicht an den Showdown von HAUS DER 1000 LEICHEN und macht den Eindruck eines 70er-Jahre-artigen halluzinogenen Musikvideos.
 
 
 
 
„Ich denke das Horror-Genre hat sich in eine Richtung hin entwickelt die nach dem Plan verläuft: ‚Gib mit dein iPhone und wir drehen den Film‘. […] Ich wollte das genaue Gegenteil von dem machen. Ich wollte dem Film den Look einer großen Produktion verpassen wo Cinematografie und all diese Dinge noch Wert haben.“

( ROB ZOMBIE IM INTERVIEW MIT DEM WALL STREET JOURNAL )


 
 
 
Nicht nur was den Look des Films und das echte Feeling eines 70er Jahre Okkult-Horrors anbelangt, so setzt Zombie auch in Sachen Schocks auf die altmodische Art und Weise den Zuschauer durch Bilder, Atmosphäre und unheimlichen Sounddesings innerlich zusammenfahren zu lassen, statt, wie man es heute viel zu oft sieht, einfach nur ein lautes Geräusch unter einen billigen Jumpscare zu legen. Oftmals passieren Dinge nur sehr langsam, leise oder sehen so bizarr aus, dass einem für einen kurzen Moment das Herz stehen bleibt. Zum Vergleich kann man THE LORDS OF SALEM in einem Atemzug mit Filmen wie DER EXORZIST, AMITYVILLE HORROR, DAS GRAUEN, SHINING oder SUSPIRIA nennen, welche ebenfalls auf ruhige unheimliche Schockmomente und unheimliche Bilder setzten.
 
 
 

„We’ve been waiting, Heidi… We’ve always been waiting.“


 
 
 
Die Riege an Schauspielern, die sich Rob Zombie für seinen neusten Streich ausgesucht hat, ist ebenfalls beachtlicht und dürfte für Fans des Horror-Genres einige Schauwerte bereithalten. So spielen Judy Geeson (DER ADLER IST GELANDET), Patricia Quinn (THE ROCKY HORROR PICTURE SHOW) und Dee Wallace (THE HOWLING, CUJO, CRITTERS) die drei Schwestern, die im unteren Teil des Apartments wohnen. Ken Foree (DAWN OF THE DEAD, THE DEVIL’S REJECTS) und Maria Conchita Alonso (RUNNING MAN, PREDATOR 2) spielen in Nebenrollen und sogar Sid Haig (THE DEVIL’S REJECTS) und Michael Berryman (HÜGEL DER BLUTIGEN AUGEN) dürfen mal ganz kurz vorbeischauen. Doch zwei Leute sind die absoluten Showstealer in THE LORDS OF SALEM. Diese sind zum einen Rob Zombies Ehefrau Sheri Moon Zombie, welche hier die Hauptrolle der Figur Heidi übernimmt und bereits in allen vorangegangenen Filmen von Rob Zombie mitspielte. In THE LORDS OF SALEM spielt sie so gut wie noch nie und verleiht der anspruchsvollen Rolle Tiefe und Sympathie. Für ihr schauspielerisches Können spricht vor allem die Tatsache, dass der Zuschauer auch dann noch mit ihrer Figur mitfiebert, wenn diese zum Ende hin kaum noch Text hat und Sheri Moon Zombie nur noch über Mimik und Körpersprache, die Gefühle ihrer Rolle transportiert. Außerdem haben wir Meg Foster, die man aus Kultklassikern wie DER SMARAGDWALD (1985), MASTERS OF THE UNIVERSE oder SIE LEBEN! kennen dürfte. Foster spielt in THE LORDS OF SALEM die Anführerin des Hexenzirkels Margaret Morgan und nimmt diese Rolle voll und ganz ein. Man findet nichts Gütiges in dieser Figur. Die Bewegungen, ihre Aura, ihre Stimme und ihr Lachen wirken von Grund auf böse. Am Hexenzirkel wird darüber hinaus wieder Zombies Begeisterung für Charles Manson deutlich. Für seinen Film stellte er sich die Hexen wie ausgeflippte Manson-Hippies, bzw. Manson-Girls vor. Ein für Rob Zombies typisches Erkennungsmerkmal ist dabei ein Symbol auf der Stirn. Man erinnert sich an die Anhänger von Charles Manson, die sich damals während der Gerichtsverhandlung ein X in ihre Stirn ritzten. Dies schlug sich sowohl in Zombies Musik nieder (dem White Zombie Song „Real Solution #9“, als auch dem Cover von HELLBILLY DELUXE im Jahre 1998), sondern auch in seinen Filmen wie HAUS DER 1000 LEICHEN, HALLOWEEN II, oder nun eben auch THE LORDS OF SALEM, wo die Hexen das Zeichen ihres Zirkels ebenfalls auf der Stirn tragen.
 
 
 
 
„Ich würde eine Akustikgitarre nehmen und einen Violinenbogen benutzen um sie so zu stimmen das sie klingt wie eine Violine oder eine Viola. Ich benutzte viele recht unorthodoxe Methoden um den Soundtrack besonders und cool klingen zu lassen.“

( JOHN 5 IM INTERVIEW MIT NOISECREEP )


 
 
 
Für den Soundtrack zu THE LORDS OF SALEM holte sich Rob Zombie John 5, den Gitarristen seiner eigenen Band an Board, welcher damit ebenfalls Neuland betrat. Einen kompletten Film musikalisch einzuspielen war für ihn eine Herausforderung, bei der er jedoch sein Bestes gab. Neben einigen recht emotionalen Stücken finden sich auf dem Soundtrack auch recht hypnotisierende und sehr atmosphärische düstere Stücke wie zum Beispiel der Track „The Curse of Margaret Morgan“ oder allen voran das Stück „The Lords Theme“, welches einen hohen Wiedererkennungswert hat und sehr oft im Film zu hören ist. Ebenfalls auf dem Soundtrack vorzufinden sind wieder jede Menge alter Rock Songs, wie „Blinded by the Light“ von Manfred Mann’s Earth Band, „The Spirit of the Radio“ von Rush oder „All Tomorrow’s Parties“ von The Velvet Underground. Letzterem schrieb Rob Zombie eine besondere Bedeutung für den Film zu. So habe er zum Beispiel von Anfang an gewusst, dass dieser Song perfekt für THE LORDS OF SALEM sei. Ähnlich ging es Zombie bei der Auswahl des Songs „Free Bird“ von Lynyrd Skynyrd für THE DEVIL’S REJECTS oder „Nights in White Satin“ von The Moody Blues für HALLOWEEN II.
 
 
THE LORDS OF SALEM ist ein Film, der sehr einfach zu hassen ist. Gerade in unserer heutigen Zeit, wo sich die Sehgewohnheiten des Publikums sehr stark verändert haben, wird der Film mit seiner sehr altmodischen Erzählweise und seinem eigenwilligen Stil das Publikum spalten. Für Freunde des makaberen und düsteren Kinos wird THE LORDS OF SALEM jedoch ein Fest werden. Rob Zombie huldigt mit seinem neusten Werk sowohl Regielegenden wie Roman Polanski oder Ken Russell, als auch den 70er Jahre Okkult-Horror Film. THE LORDS OF SALEM ist atmosphärisch und spannend erzählt und einer der individuellsten und interessantesten (Horror-)Filme der letzten Jahre!
 
 
 


 
 
 

THE LORDS OF SALEM – Fazit

 
 
 
10 Punkte Final
 
 
 
THE LORDS OF SALEM ist ein bizarrer satanischer Fiebertraum wie ihn sich nur Rob Zombie erdenken konnte. Der Film kommt dabei weitestgehend ohne Splattereinlagen aus und versucht den Zuschauer durch seine starke Optik und düstere Atmosphäre in seinen Bann zu ziehen.
 
 
 


 
 
 

THE LORDS OF SALEM – Zensur

 
 
 
Der neue ROB ZOMBIE kommt erstaunlich züchtig daher, so dass THE LORDS OF SALEM hierzulande ungeschnitten mit FSK16 erscheinen in den Handel gekommen ist.
 
 
 


 
 
 

THE LORDS OF SALEM – Deutsche Blu-ray

 
 
 
lords of salem blu-ray
 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Lords of Salem; USA/Kanada 2012

Genre: Horror, Mystery, Thriller

Ton: Deutsch DTS 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: deutsch

Bild: 2.35:1 (1080p), 24Hz

Laufzeit: ca. 101 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wechselcover

Extras: Trailershow

 
 
 
Nachdem THE LORDS OF SALEM auf dem 2013er Fantasy Filmfest gelaufen ist, bringt Label UNIVERSAL nun auch die Blu-ray und die DVD in den Handel, wobei die Veröffentlichung für Fans vermutlich ein zweischneidiges Schwer darstellen dürfte. Der Bildtransfer ist als unglaublich hochwertig zu betiteln. Trotz teils extremen Filmkorns gibt es eine wunderbare Schärfe zu bestaunen. Das Bild kommt in (für Werke Zombies typischen) drüber und dreckiger Optik daher; erdige Farbtöne dominieren das Filmgeschehen. Der Schwarzwert ist hervorragend gewählt und verschluckt keine Details. Auch tonal ist der Streifen über jeden Zweifel erhaben, wobei der Soundtrack stets kraftvoll aus den Boxen wummert. Kein Wunder, haben wir doch mit Regisseur und Musiker ROB ZOMBIE einen erfahren Fachmann auf dem Gebiet der musikalischen Untermalung am Start. Der Surroundklang wurde perfekt abgemischt und kleine dezent platzierte Schockeffekte lassen hin und wieder den Subwoofer arbeiten. Die Ortung der Effekte ist gelungen und die Dialoge klar verständlich aus den vorderen Boxen zu verstehen. Bei der deutschen Übersetzung hat sich UNIVERSAL mächtig ins Zeug gelegt. Trotz der direkten Veröffentlichung auf dem hiesigen Heimkinomarkt hat der Rechteinhaber keine Kosten und Mühen gescheut und dem Streifen eine adäquate Synchronisation spendiert, so dass sich Zombie-Fans getrost zurücklehnen und genießen können. Leider hat auch dieses Release einen Wermutstropfen. Extras haben es nicht auf die Scheibe geschafft. Aus dem, für UNIVERSAL untypisch animierten Hauptmenü lassen sich keine Zusatzinformationen auswählen. Außer eine Trailershow wird dem Horrorfan nichts an Bonus serviert, was aufgrund der Aktualität des Streifens und der Beliebtheit des Regisseurs etwas unverständlich anmutet. Nicht einmal ein Audiokommentar oder ein kurzes Feature haben es auf die Blu-ray geschafft. Das ist schon etwas enttäuschend. Immerhin kann sich der Sammler über ein Wendecover freuen. Wer den Filmemacher mag wird ohnehin zugreifen. Allen anderen sei geraten abzuwarten, bis die Scheibe im Preis fällt.
 
 
 

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THE LORDS OF SALEM – Trailer

 
 
 


 
 

Sam Freissler

 
 
 
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