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Filmkritik: „Inner Demon“ (2014)

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INNER DEMON

Story

 
 
 

Du musst nicht sterben, um in die Hölle zu gehen: Ein Psychopath – der wohl als Kind zu oft auf den Kopf gefallen ist und seither mit Vorliebe das Lied von Hänsel und Gretel trällert – entführt mit seiner Komplizin gern mal Kinder und Teenager, um sich an ihnen vergehen zu können. Leider haben sie sich mit der attraktiven Sam das falsche Opfer ausgesucht. Das Mädchen bereitet Probleme und nimmt den Kampf gegen das Psycho-Paar auf.

 
 
 


 
 
 

INNER DEMON – Kritik

 
 
 
Wenn Frauen Horrorfilme drehen. Das ist in Zeiten wie der unseren nichts Ungewöhnliches mehr. Schon lange gehen weibliche Filmemacher in ihren Streifen nicht weniger brutal vor, wie manch männlicher Filmkollege. Das gilt auch für Newcomerin URSULA DABROWSKY. Die Australierin versucht so Herrschaften wie ALEXANDRE AJA, ELI ROTH oder ROB ZOMBIE Konkurrenz zu machen und traut sich in ihren Filmen das zu zeigen, was im Horrorfilm mittlerweile nicht mehr fehlen darf: Gewalt. Zu sehen gibt es die im zweiten Spielfilm der Regisseurin zuhauf. Der nennt sich INNER DEMON und bildet den zweiten Teil einer Trilogie, die mit dem Psycho-Horror FAMILY DEMONS bereits 2009 begonnen wurde und sich einem Thema widmet, das sich immer noch großer Beliebtheit erfreut: Dämonen. Während der Vorgängerfilm jedoch noch hauptsächlich Horror auf psychologischem Wege in die Köpfe der Zuschauer transferiert hat, geht INNER DEMON eine andere Richtung. Der geizt nicht mit grausamer Zeigefreudigkeit und wandelt damit auf den Pfaden des französischen Extrem-Horrors, der in den 2000ern aufhorchen lies und deftige Genre-Hits wie MARTYRS, HIGH TENSION oder INSIDE ins Wohnzimmer brachte. In Interviews erklärte Filmemacherin URSULA DABROWSKY, dass die Liebe zum Horrorfilm durch den von TAKASHI SHIMIZU gedrehten THE GRUDGE ausgelöst wurde. Den sah die Australierin 2003 und war danach Feuer und Flamme. Vor allem die schaurige Geisterthematik des Gruselstreifens hinterließ Eindruck. Der muss wohl so bleibend gewesen sein, dass eine übernatürliche Note auch in die eigenen Filme eingebaut werden musste. Demzufolge besitzen auch die ersten beiden Filme der geplanten Dämonen-Trilogie ähnlichen Einschlag. Im Falle von INNER DEMON will es leider unterm Strich nicht so recht passen. Der komische Mix aus Backwood-Schocker, Überlebensthriller und Geisterfilm macht am Ende nicht sonderlich viel Sinn. Da war die Liebe zum Paranormalen wohl größer als rationaler Menschenverstand.
 
 
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Kein guter Tag für Teenager Sam Durelle (SARAH JEAVONS). Die passt daheim auf die kleine Schwester auf und bekommt plötzlich Besuch von einer unbekannten Frau zu unchristlicher Zeit. Die möchte gern mal telefonieren, weil das Auto in der Nähe einen Unfall hatte. Leider hinterlässt die Fremde aber keinen vertrauenswürdigen Eindruck. Berechtigt, denn zusammen mit ihrem Psycho-Freund Karl entführt sie gern Heranwachsende, um sich an ihnen vergehen zu können. Gleiches Schicksal muss jetzt auch Sam über sich ergehen lassen. Die wird in den Kofferraum der Täter verfrachtet, kann sich aber befreien und flüchtet in die Wälder. Leider geht das Opfer dort alles andere als vorsichtig vor und läuft zu einer klapprigen Hütte, in der sie auf Hilfe hofft. Weil INNER DEMON nun mal im Horrorgenre beheimatet ist, kann sich jeder ausmalen, um wessen Haus es sich hierbei handelt. Es ist die Behausung jener Übeltäter, die mit Teenagern gern mal böse Spiele spielen. Das muss auch die Filmheldin erkennen, die sich in letzter Minute in einen Kleiderschrank verstecken kann und dort die Hölle auf Erden erlebt.
 
 
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Aus dem Leben eines wenig cleveren Teenagers. INNER DEMON ist Low-Budget-Horror aus Australien, der beinahe übertrieben Horror-Klischees abhandelt und damit erfahrene Zuschauer zur Weißglut bringt. Von Fluchtmomenten in denen die Heldin mehrmals über die eigenen Beine fällt bis hin zu Handys, die ausgerechnet in wichtigen Momenten den Geist aufgeben müssen, gibt es allerhand Quatsch aus der Horrormottenkiste zu sehen, der bei alteingesessenen Liebhabern des Genres Kopfschütteln verursachen dürfte. Wirklich helle handelt hier niemand. Das gilt vor allem für die junge Hauptdarstellerin des Films. Die tritt bei ihrer Flucht vor bösen Menschen in jedes erdenkliche Fettnäpfchen, das ihr bis zur Zielgeraden in den Weg gestellt wurde und macht sich damit beim Zuschauer keine Freunde. Doch Filmemacherin URSULA DABROWSKY weiß Rat. Die hat mit INNER DEMON zwar nur beliebigen Fast-Food-Horror zu Papier gebracht, kennt aber die Ansprüche hungriger Genre-Fans. Den meisten von denen dürstet es nämlich weniger nach tiefgründigen Geschichten, sondern eher nach Blut und Gewalt. In diesen Belangen macht INNER DEMON eine gute Figur. So wurde die überschaubare Handlung um fiese Spezialeffekten bereichert, die wohl nicht bei jedem Moralapostel auf Zustimmung stoßen dürften. Da werden Köpfe zermatscht und Körper mit der Motorsäge zertrennt. Die Kamera fängt beinahe voyeuristisch ein und befriedigt so den Exploitation-Hunger vieler Zuschauer. Auch wenn Gewalt keine Lösung ist, bewirkt Drehbuchautorin und Regisseurin URSULA DABROWSKY mit gut gewürzter Gewaltsuppe schnell ein Gefühl des Unbehagens, das zusätzlich durch düstere Optik verstärkt wird. Da werden schnell Erinnerungen an das französische Extremkino der 2000er wach. Irgendwo dort dürften wohl auch die Wurzeln von INNER DEMON liegen. So sollen laut Aussage der Filmemacherin europäische Horror-Experten wie PASCAL LAUGIER, ALEXANDRE AJA, NEIL MARSHALL und JAMES WATKINS Inspiration geliefert haben. Im Vergleich zu den unbequemen Terrorausflügen genannter Regisseure ist INNER DEMON aber noch weit entfernt. Hier muss eine ambitionierte Filmschaffende wohl noch etwas üben.
 
 
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INNER DEMON – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Kompromisslos und blutig. Unbequemer Filmalbtraum der an das Exploitationkino der 1970er und die französische Horrorwelle erinnert, welche während der 2000er Jahre wütete. Hier haben es zwei schmierige Zeitgenossen auf wehrlose Kinder abgesehen, mit denen sie zu Hause furchtbare Dinge veranstalten. Dabei scheint das Böse hier im Streifen Dejá-vu-Momente auszulösen. Mit ihrer ungepflegten und ruppigen Art könnten die skrupellosen Gestalten des Films nämlich auch aus einem Horrorschocker des gern mal polarisierenden ROB ZOMBIE entsprungen sein. INNER DEMON ist nichts Großes. Hierbei handelt es sich um Low-Budget-Ware mit Gewalt und vielen (unnötigen) Horrorklischees. Wirklich interessant wird es erst in den letzten zwanzig Minuten. Dann nämlich verlässt der Mix aus Terror-Streifen und Backwood-Slasher bekannte Pfade und schlägt andere Richtung ein, um eine Brücke zum doppeldeutigen Titel schlagen zu können. Kann man sich mal ansehen. Muss man aber nicht.
 
 
 


 
 
 

INNER DEMON – Zensur

 
 
 
Ein Körper wird zersägt, eine Wunde wird in Großaufnahme provisorisch genäht und ein Kopf wird auf brutale Weise eingeschlagen. Letztere Szene ist sehr hart anzuschauen und dürfte für Probleme sorgen. Es könnte gut sein, dass diese Szene geschnitten werden muss, damit INNER DEMON hierzulande eine Freigabe erhält. Keine Jugendfreigabe – insofern der Film hier veröffentlicht wird.
 
 
 


 
 
 

INNER DEMON – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Bilder / Szenenbilder: Sean King)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Mum & Dad (2008)
 
Cassidy Way (2016)
 
Jack Ketchums Evil (2007)
 

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