Filmkritik: „Leprechaun: Origins“ (2014)

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LEPRECHAUN: ORIGINS

Story

 
 
 
Vier College-Kids reisen in ein kleines irisches Städtchen und werden von den Einheimischen an einen garstigen Leprechaun verfüttert, der Vergeltung fordert, weil man sein Gold gestohlen hat …
 
 
 


 
 
 

LEPRECHAUN: ORIGINS – Kritik

 
 
 
Mittlerweile herrscht im Horror-Bereich die Regel, dass der Zuschauer das Sagen hat. Der ist in Sachen Horror nämlich ziemlich verwöhnt und findet schon lange nicht mehr jeden Quatsch gut, der ihm vor die Nase gesetzt wird. Wer mit seinen Filmen Erfolge verbuchen möchte, sollte sich an den Wünschen der Fanbase orientieren. Die ist meist dann zufrieden, wenn alles so bleibt wie gehabt und blutiges Allerlei Mattscheiben rot färbt. Auch Horrorfans sind Gewohnheitstiere, zumindest mussten das schon einige Produzenten und Regisseure schmerzlich erfahren, die versucht haben sich den beständigen Regeln beliebter Horror-Reihen zu widersetzen. So entschied sich JOHN CARPENTER mit HALLOWEEN 3 (1982) gänzlich neue Wege zu gehen. Kultfigur Michael Meyers wurde ganz aus dem dritten Teil gestrichen und ein Streifen gedreht, der mit der legendären Schlitzer-Serie nur den Namen gemein hatte. Was folgte war abzusehen: Der dritte Aufguss wurde ein Flop, so dass Michael erneut nach Haddonfield zurückkehren musste, um alles wieder geradezubiegen.
 
 
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Auch LEPRECHAUN ist eine jener Film-Reihen, die sich seit Bestehen einen festen Platz auf den vorderen Horror-Rängen ergattern konnte. Neben namhaften Schauer-Ikonen wie Freddy Krueger, Chucky oder Jason Voorhees hat es auch der irische Giftzwerg aus den diversen LEPRECHAUN-Filmen zu beachtlicher Popularität geschafft und mit zynischem Humor in bisher sechs Teilen allerlei blutigen Schabernack getrieben. Nun wurde das Franchise erneut aus der Versenkung gehoben und eine weitere Fortsetzung unter dem Titel LEPRECHAUN: ORIGINS gedreht. Groß war die Empörung, als die Botschaft im Internet die Runde machte, dass LEPRECHAUN-Hauptdarsteller WARWICK DAVIS nicht in die Arbeitsprozesse des aktuellen Sequels involviert wurde, schließlich war es ihm in der Rolle des habgierigen Gnoms zu verdanken, dass die Serie in den letzten zwanzig Jahren einen derart hohen Bekanntheitsgrad erreichen konnte.
 
 
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Nun wurde LEPRECHAUN: ORIGINS in die Händlerregale gebracht und die anfänglichen Befürchtungen haben sich bewahrheitet. WARWICK DAVIS ist nicht mit von der Partie und der aktuelle Ableger ein ganz großes Fiasko. Wie einst schon CARPENTER im besagten HALLOWEEN 3 haben sich auch die Leute hinter LEPRECHAUN: ORIGINS dazu entschlossen, die Figur des LEPRECHAUN zugunsten eines Neuanfangs ganz aus dem Drehbuch zu radieren. Statt fiesen Sprüchen und garstigem Winzling schleicht eine dürre Kreatur durch hohes Gras und macht Jagd auf einfältige Teenager, die nacheinander überraschungsarm ihr Leben lassen müssen. LEPRECHAUN: ORIGINS ist seelenloser Monster-Trash, der vermutlich nie Aufmerksamkeit erhalten hätte, würde nicht mit LEPRECHAUN auf dem Cover geworben werden, um unachtsamen Käufern hart verdientes Geld abknöpfen zu können. Die dürften nach Sichtung empört die Scheibe aus dem Player holen, um sich beim Händler des Vertrauens zu beschweren, weil man sie arglistig hinters Licht geführt hat.
 
 
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Manchmal ist es besser, wenn man auf sein Bauchgefühl hört. Jene Weisheit bekommen nicht nur Zuschauer zu spüren. Auch die Protagonisten in diesem austauschbaren Monster-Trash merken sehr schnell, dass ihnen Schlimmes bevorsteht. Vier amerikanische College Kids machen Urlaub in Irland und möchten natürlich auch etwas über die Wurzeln des Landes erfahren. Sie machen Halt in einem kleinen irischen Dorf, das für seine keltische Geschichte bekannt ist und stoßen auf den Einheimischen Hamish, der den Fremden von einem historischen Ort erzählt. Der setzt jedoch einen langen Fußmarsch voraus, so dass dem Freunde-Quartett angeboten wird, in einer abgelegenen Hütte zu übernachten, um Energie für die Wanderung tanken zu können. Selbstverständlich nehmen die Kids die Einladung an, bemerken jedoch zu spät, dass die Gastfreundschaft der Dorfbewohner nur Fassade ist. Die Freunde wurden nämlich nur als Vorwand in die Hütte gelockt, um die Missgunst eines garstigen Leprechaun besänftigen zu können. Der geistert unweit der Hütte durch das Gelände und fordert Vergeltung, weil die Dorfbewohner sein Gold gestohlen haben. Weil es sich hier um einen Horrorfilm handelt liegt die Vermutung nahe, dass dies nur durch blutige Opfergaben geschehen kann. Was folgt hat man schon dutzende Male gesehen: Die Jugendlichen hetzen verängstigt durch den Film und werden nacheinander ausradiert. Leider ist das weder originell, noch steht das in irgendeiner Verbindung mit der eigentlichen Film-Reihe.
 
 
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Was nur hat Produktionsschmiede WWE STUDIOS (THE CALL, SEE NO EVIL, OCULUS) geritten, einen derart banalen Pfeffer zu schustern, der sich sogar noch die Dreistigkeit erlaubt LEPRECHAUN zu schimpfen? ZACH LIPOVSKY war hier am Werk. Der Regisseur von diversen TV-Filmen hatte zuletzt mit TASMANIAN DEVILS – DIE JAGD HAT BEGONNEN (2013) erste Erfahrungen im Horror-Bereich sammeln können und zeichnet auch als einer der Produzenten des gelungenen Wackelfilms AFFLICTED verantwortlich. Seine TV-Wurzeln sind leider auch im aktuellen Aufguss der beliebten LEPRECHAUN-Serie nicht zu übersehen, denn LEPRECHAUN: ORIGINS schaut ziemlich kostengünstig aus und erweckt den Eindruck von fürs Fernsehen gemachten Banal-Horror. So banal wie das von HARRIS WILKINSON geschriebene Drehbuch wurden aber auch die Effekte umgesetzt. Der kleinwüchsige, amerikanische Wrestle-Star DYLAN MARK POSTL schlüpft hier aus unerklärten Gründen in das Kostüm einer Kreatur, die meist nur in unscharfe oder verwackelte Bilder vorgeführt wird, damit dem Zuschauer die Defizite im Monsterdesign nicht zu offensichtlich werden. Der titelgebende Leprechaun lechzt und knurrt sich zwar wacker durch die Szenerie; Grusel-Momente bleiben jedoch aus, denn die Macher nehmen dem Zuschauer jegliche Illusionen, weil das Monster dann doch eher an einem Mann im Gummikostüm erinnert. Leider fehlt auch die sprichwörtliche Magie der vergangenen LEPRECHAUN-Filme. Während WARWICK DAVIS als habgieriger Zwerg noch Wünsche erfüllen musste und mit Zauberei Opfer ins Jenseits beförderte, wurde der Kreatur jegliche Menschlichkeit genommen. Die verhält sich wie ein hungriges Tier und findet ausschließlich Gefallen daran ihre Beute in Stücke zu zerreißen. Immerhin war Regisseur ZACH LIPOVSKY darum bestrebt, seinen Film düsterer zu gestalten. LEPRECHAUN: ORIGINS ist definitiv finsterer als die bisherigen Ableger des bekannten Franchise. Dem Macher gelingt es mit der Kehrtwende jedoch nicht dem Zuschauer Gänsehaut einzujagen. Stattdessen werden die bekannten Etappen gängiger Monsterfilme abgeklappert, die nicht nur vorhersehbar sind, sondern dem Machwerk jeglicher Spannung berauben. Letztendlich bleibt die Frage, was man eigentlich mit LEPRECHAUN: ORIGINS bezwecken wollte, zumal die Fortsetzung weder die Hintergründe der Mythologie vom irischen Kobold genauer beleuchtet, noch irgendetwas Neues zu erzählen jat, was man nicht bereits schon in hunderten Monster-Gähnern gesehen hätte. Uns kommt da nur die Mache vom schnellen Geld ins Gedächtnis, die sich mit überflüssigen Fortsetzungen unter bekanntem Namen seit Jahrzehnten durch die Filmlandschaft frisst – ein dreistes und kundenunfreundliches Vorgehen!
 
 
 


 
 
 

LEPRECHAUN: ORIGINS – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
 
LEPRECHAUN: ORIGINS ist es nicht wert gesehen zu werden, denn mit der bekannten LEPRECHAUN-Reihe hat diese Fortsetzung nichts am Hut. Warum im Titel ausgerechnet mit „Origins“ (zu deutsch: Ursprünge) geworben wird, will auch nach dem Abspann nicht einleuchten, denn der Film beleuchtet weder die Hintergründe der Kobold-Mythologie, noch bekommt der Zuschauer die Kinderjahre des einstigen LEPRECHAUNS vor die Linse, der in sechs Filmen von WARWICK DAVIS verkörpert wurde. Stattdessen wurde das bekannte Franchise rundum erneuert. Aus den bitterbösen Sprüchen des mordgeilen Gnoms, ist ein beliebiges Monsterfilmchen geworden, dessen banale und vorhersehbare Geschichte kaum Spannung entstehen lässt. Zudem sind die Monstereffekte für heutige Verhältnisse unter aller Kanone und die Inszenierung auf TV-Niveau angesiedelt. Regisseur ZACH LIPOVSKY und Drehbuchautor HARRIS WILKINSON haben dem Franchise jeglichem Spaß beraubt. Der erheiternde Charme der ursprünglichen Reihe wurde kurzum durch ein düsteres Szenario ausgetauscht, in dem stereotype Kids nacheinander umgebracht werden. Die wenigen Splatter-Effekte machen das behäbige Treiben jedoch auch nicht besser. Daher: Um sich unnötige Enttäuschungen zu ersparen, sollte man LEPRECHAUN: ORIGINS lieber im Händlerregal stehen lassen. Überflüssiger Schrott!
 
 
 


 
 
 

LEPRECHAUN: ORIGINS – Zensur

 
 
 
LEPRECHAUN: ORIGINS wurde ungeschnitten ab 16 Jahren freigegeben. Das Monster verwüstet ein paar Körper, ein Bein wird aufgerissen und ein Einheimischer aufgespießt. Zudem wird einer Protagonistin versehentlich ein Beil in den Kopf gejagt. Die Gewalt ist im überschaubaren Rahmen, so dass der Trash komplett in den Handel gekommen ist.
 
 
 


 
 
 

LEPRECHAUN: ORIGINS – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) NSM Records (Blu-ray KeepCase)

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TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Leprechaun: Origins; USA 2014

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch, Englisch

Bild: 1.78:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 90 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wechselcover | Mediabook

Extras: Deutscher Trailer, Originaltrailer, Featurette: Behind the Blood (Englisch, optionale deutsche Untertitel), Featurette: An Icon Reborn (Englisch, optionale deutsche Untertitel), Filmographien, Bildergalerie | zusätzlich im Mediabook: ein Booklet und der Film auf DVD

Veröffentlichung: Mediabook: 25.08.2017 | KeepCase: 07.10.2018

 
 

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LEPRECHAUN: ORIGINS – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

(Rechte für Grafiken und Packshots liegen bei NSM RECORDS)

 
 
 
Ähnche Filme:

 
Red Clover (2012)
 
Scarecrow (2013)
 
Leprechaun – Der Killerkobold (1993)
 
Leprechaun 3 – Tödliches Spiel in Las Vegas (1995)
 
Space Platoon (1997)
 
Leprechaun 5 – In the Hood (2000)
 
Leprechaun 6 – Back 2 tha Hood (2003)
 

Filmreview: „Trail of Blood“ (2011)

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TRAIL OF BLOOD

Story

 
 
 
Einige Kids wollen es sich im Wald so richtig schön gemütlich machen und schlagen ihre Zelte ahnungslos auf einer Waldlichtung auf. Als sie in der Nähe eine Blutspur finden und dieser folgen, geraten sie an ein psychopathisches Pärchen, das so richtig Lust darauf hat, den Freunden den Campingausflug zu vermasseln …
 
 
 


 
 
 

TRAIL OF BLOOD – Kritik

 
 
 
WES CRAVEN hat es getan und ELI ROTH war nicht abgeneigt. Nun tut es auch JOE DANTE und gibt seinen guten Namen für einen günstig heruntergeleierten Horrorfilm her, damit er sich besser vermarkten lässt. Auf dem Filmplakat des Wildnis-Slashers TRAIL OF BLOOD wird kräftig mit DANTE als Zugpferd geworben, schließlich macht ein bekannter Name auf dem Cover hellhörig und lässt ganz nebenbei zusätzliche Dollars in die leeren Kassen gewinnorientierter Produzenten fließen. In Zeiten offensichtlicher Kassenflops altbekannter Horrormaestros, ist es ratsam sich vorab über die Qualität jener Werke im Internet kundig machen, denn was einem da an Lobpreisungen von in-die-Jahre-gekommenen Kultregisseuren auf dem Einleger untergejubelt wird, hat mit dem Inhalt oft nur wenig gemein. Immerhin hat DANTE bei TRAIL OF BLOOD als Produzent fungiert, schließlich muss der Mann auch irgendwie seinen Lebensunterhalt bestreiten. Die Jahre erfolgreicher Kinohits sind schon längst vorbei und der Schöpfer der beliebten GREMLINS Reihe hat in der Vergangenheit eher durch Produzententätigkeit geglänzt und als Regisseur für seichte TV-Serien von sich hören lassen. Mit TRAIL OF BLOOD kehrt er mal wieder zum Genre zurück, auch wenn er hier einzig als Geldgeber in Erscheinung tritt und das Regiezepter den Brüdern JOSEPH GUERRIERI und JUSTIN GUERRIERI überlassen hat. Die beiden sind recht neu im Geschäft, haben zuvor nur kleine Kurzfilme gedreht und präsentieren mit TRAIL OF BLOOD ihr Spielfilmdebüt, bei dem sie sich auch direkt die Freiheit genommen, das Drehbuch zum Streifen niederzukritzeln. Viel Geschick steckt da leider nicht dahinter, denn die Geschichte von TRAIL OF BLOOD liest sich wie das Best-of aller halbwegs bekannten (Backwood)Slasher- und Torturwerke der letzten zehn Jahre.
 
Viel Neues hat der Horrorfan von TRAIL OF BLOOD nicht zu erwarten. Es ist es mal wieder die altbewährte Geschichte von einigen neunmalklugen Kids, die während einer entspannten Campingsause an ein dynamisches Duo geraten, das eine Vorliebe für makabre Spiele hegt. Der männliche Part entpuppt sich schnell als durchgeknallter Ex-Marine-Soldat, der sich selbst als „Angel of Death“ bezeichnet und sein Stirnband vermutlich etwas zu fest um den Kopf gebunden hat, so dass es ihm offensichtlich schwer fällt gescheit zu denken. Seine stumme, ebenso schein-intellektuelle Mitspielerin ist stattdessen einfach nur da und hat die Haare schön, frönt dem frivolen Treiben wortlos bei und freut sich einen Ast ab, wenn „Angel“ mal wieder ein wehrloses Menschlein erbarmungslos und heimtückisch um die Ecke gebracht hat. Natürlich lassen sich die Kids ihren friedlichen Camping-Trip nicht von zwei kranken Irren vermasseln und versuchen immer wieder dem fleischgewordenen Albtraum zu entkommen. Bis jedoch die erlösende Rettung eintrifft und die beiden Psychopathen in die Schranken gewiesen werden können, müssen vorab jedoch erst einmal einige der verschüchterten Jungspunde auf unschöne Weise das Zeitliche segnen, schließlich will manch Horrorfan auch etwas Gewalt im Heimkino zu sehen bekommen.
 
Es ist schon etwas verwunderlich, was DANTE dazu bewegt haben muss, für diesen Bullshit Geld locker zu machen. Nach einem zugegebenermaßen wirklich schönen Intro, das eigentlich eher einen unheimlichen Geisterfilm vermuten lässt, gibt es mal wieder Folter- und Überlebenskampf light für einfache Gemüter, die von einem Genrefilm partout keinen Anspruch erwarten, sondern einfach nur hohle Gewalt sehen wollen. Nach dem obligatorischen Tohuwabohu, in dem jedem der Protagonisten eine notdürftige Charakterisierung aufgezwungen wird, geht es auch schon geradezu in die Kampfarena, wo sich die Kids gegen ihre gemeingefährlichen Widersacher behaupten müssen. Zum Glück ist einer der Guten ebenso ein gestandener US-Marine-Soldat, der natürlich gelernt hat, wie man sich in einer derartigen Situation zu verhalten hat. Glaubhaft ist das natürlich nicht gerade, was vor allem daran liegen mag, dass für die Rolle des Helden ausgerechnet der Film-unerfahrene TIM BARRACE verpflichtet wurde, der seinem gefährlichen Widersacher (TREVOR TRSETH) nicht einmal ansatzweise das Wasser reichen kann. Die ihm zugeteilte Charakterentwicklung ist so das dümmste was die Filmgeschichte bisher hervorgebracht hat, denn Held Jim mausert sich in knapp 80 Minuten vom mutigen Helden zum eiskalten Psychopath, der bald nicht mehr zwischen Gut und Böse unterscheiden kann und alles niederballert, was seinen Weg kreuzt. Ansonsten wird dem Zuschauer hier mal wieder der ewig gleiche Standartbrei aufgetischt, der eigentlich in jedem zweiten Slasher zum Thema gemacht wird. Die Protagonisten sind mal wieder so flach, wie die Oberweite von Schauspielerin KEIRA KNIGHTLEY und ihr unüberlegtes Handeln, dürfte den Zuschauer mehr als einmal fassungslos fluchend vor der Glotze zurücklassen. Immerhin gibt es ab und an Terror zu sehen. Da werden die Kids auf eine Runde Russisches Roulett eingeladen und sogar auf falsche Fährten gelockt. Gut ist TRAIL OF BLOOD deshalb aber noch lange nicht, denn so hanebüchen wie er angefangen hat, endet der Streifen letztendlich auch. Am Ende bleibt ein bedeutungsloses Süppchen aus Slasher, Tortur- und Terrorelementen mit vielen Klischees und dummen Protagonisten, das Genre-Neulinge durchaus zu fesseln versteht. Wer aber das ABC des modernen Horrorfilms bereits in- und auswendig kennt, dem wird hier nur ein müdes Lächeln entlockt werden können.
 
 
 


 
 
 

TRAIL OF BLOOD – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Es geht abwärts mit JOE DANTE, dem aktuell vermutlich vollkommen egal ist, für welchen Stuss er seinen Namen hergibt, insofern die Kohle stimmt. TRAIL OF BLOOD ist belangloser Überlebens-Horror mit dummen Teens, trivialer Story und einigen gut platzierten Kopfschüssen. Immerhin gibt es für wenig bewanderte Horrorfans etwas Kurzweil auf der Mattscheibe zu sehen. Ansonsten ist TRAIL OF BLOOD kaum der Rede wert. Nichts, was man unbedingt in der Sammlung haben müsste: gesehen, abgehakt und wieder verkauft.
 
 
 


 
 
 

TRAIL OF BLOOD – Zensur

 
 
 
Im Überlebens-Thriller TRAIL OF BLOOD werden die Opfer hauptsächlich durch Kopfschüsse erledigt. Demnach sollte man hier kein Gewaltfeuerwerk der Extraklasse erwarten. Zwar sind die Gemeinheiten ziemlich fies in Szene gesetzt, was aber durchaus KJ-tauglich sein dürfte. Wir meinen TRAIL OF BLOOD wird ungeschnitten in Deutschland mit der KEINE JUGENDFREIGABE-Kennzeichnung erscheinen.
 
 
 


 
 
 

TRAIL OF BLOOD – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Mooring (2012)

If a Tree falls (2010)

Last House on the Left (2009)

Last House on the Left (1972)

Filmreview: „Comedown“ (2012)

COMEDOWN-Poster
 
 
 

COMEDOWN

Story

 
 
 
Sechs Freunde aus einem Londoner Problemviertel wollen sich ein paar Pfund dazu verdienen. Ihre Aufgabe besteht darin, eine Sender-Antenne für einen geheimen Piratensender im obersten Stockwerk eines verlassenen Hochhauses anzubringen. Keine unüberwindbare Herausforderung für die taffen Ghetto-Kids, handelt es sich doch um ein Gebäude, was ihnen durchaus vertraut ist und in dem sie als Kinder gelebt hatten. Lloyd (Jacob Anderson), gerade frisch verliebt, scheint den Auftrag nur zögernd annehmen zu wollen. Verständlich, wurde er soeben aus dem Gefängnis entlassen und möchte mit Freundin Jemma (Sophie Stuckey) einen neuen Lebensabschnitt bestreiten. Doch die Freunde können ihn überreden und so machen sich die Teens an die Arbeit, das verlassene Gebäude zu erkunden. Anfänglich guter Dinge, bemerken sie alsbald, dass in irgendeinem der Stockwerke ein mysteriöser Killer haust, der so rein gar nicht erfreut über den unangemeldeten Besuch ist! …
 
 
 


 
 
 

COMEDOWN – Kritik

 
 
 
Kids, Bedrohung, Ghetto und Horror? So gänzlich unbekannt scheint derart Kombination dem Horrorfan nicht zu sein, denn bereits im Jahre 2011 haben übermütige, sozial benachteiligte Teenager im Thriller ATTACK THE BLOCK versucht, gegen eine Bedrohung aus dem All anzukämpfen – natürlich mit Erfolg. Der erheiternde Mix aus Comedy und Sci-Fi-Horror avancierte rasch zum Publikumsliebling des 26. Fantasy Filmfest´s und stieß bei hiesigen Horrorfilms auf allgemeine Zustimmung. Der nun vorliegende COMEDOWN thematisiert einen ähnlichen kontroversen Brennpunkt und verfrachtet eine handvoll Ghetto-Kids in einen leerstehenden Wohnblock, in dem sie alsbald auf einen irren Psychopathen stoßen, der sich in seiner kuscheligen Behausung ersichtlich gestört in seiner Ruhe fühlt. Anders als im benannten ATTACK THE BLOCK gestaltet sich die hier zugrundeliegende Geschichte, weniger komödiantisch und schlägt durchweg ernstere und vor allem düstere Töne an. Zu lachen haben die hier unwissenden Teenager leider nichts, denn nachdem sie das leerstehende Gemäuer erkundet und sich dem Drogenrausch hingegeben haben, sehen sie sich mit einem reichlich gestörten Unbekannten konfrontiert, dessen Intentionen jedoch erst am Ende des Films gelüftet werden. Regisseur MENHAJ HUDA mag vermutlich eine Leidenschaft für Filme im Ghetto-Milieu zu pflegen, denn bereits seine beiden zuvor abgedrehten Filme ADULTHOOD und KIDULTHOOD bebilderten ein ähnliches, soziales Umfeld, nur mit dem Unterschied, dass es sich bei seinen Vorwerken um keine Horrorfilme handelt, sondern um eher diskussionswürdige Dramen.
 
COMEDOWN ist ein waschechter und vor allem kompromissloser Slasher, wie man ihn aktuell leider zu oft zu Gesicht bekommt. Es gibt unterbelichtete Kids, die sich einmal mehr, weder um Logik scheren und stattdessen die unglaublichsten Dinge veranstalten, um sich letztendlich doch im Netz des Killers zu verfangen, der sie wiederum für ihre unduldbare Dummheit über die Klinge springen lässt. Warum Drehbuchschreiber nicht endlich einmal damit beginnen, ihren ohnehin gesichtslosen Protagonisten halbwegs anständig Gribs in die Birne zu pflanzen, verstehe wer will. Warum muss ein Slasher im Jahre 2013 stattdessen immer wieder von den gleichen Klischees zerren, die man bereits seit Bestehen dieses Sub-Genres bis zum Erbrechen ausgereizt und unzählbar wiederholt hat? Warum können die Opfer in diesen Filme nicht halbwegs vernünftig agieren und warum dürfen die Charaktere nicht auch einmal damit beginnen logisch zu denken, bevor sie unfreiwillig komisch entscheiden? Immerhin sorgt Regisseur MENHAJ HUDA für ansprechendes Ambiente, dass es zumindest trefflich versteht, den durchaus bösen Gegebenheiten entsprechend bedrohliche Atmosphäre einzuhauchen. Düster ist es in COMEDOWN allemal. So düster, dass der Zuschauer oftmals rein gar nicht erkennen kann, was die Kids und der sagenumwobene Killer da eigentlich auf der heimischen Mattscheibe veranstalten. Das muss er eigentlich auch gar nicht, reduzieren sich die Geschehnisse einzig und allein auf lautes Schreien, hektisches Davonlaufen, ergebnisloses Suchen und bedeutungsloses Winseln – ganz so, wie es eben in einem 08/15-Teenie-Slasher seit jeher gehandhabt wird.
 
Trotzdem; im Unterschied zu den typischen Vertretern aus Übersee lässt sich in COMEDOWN, trotz aller stereotypischen Verhaltensmustern und allseits bekannter Szenen-Abfolgen, zumindest hin und wieder so etwas wie Spannung und Stimmung verzeichnen. Spätestens dann, wenn sich die Teens mit dem Killer konfrontiert sehen und versuchen müssen ihrem Tod zu entkommen, präsentiert der austauschbare Slasher seine wahren Stärken. Und die sind eben im halbwegs sadistischen Abhandeln der obligatorischen Greulszenen zu suchen. Ja, die perfiden und sadistischen Todesarten in COMEDOWN haben es in sich. Sie punkten mit einer derart schonungslosen Zeigefreudigkeit, dass hier natürlich die hiesige FSK bei der ersten Prüfung keinen Spaß verstand und COMEDOWN erst im zweiten Anlauf ungeschnitten freigab. Wie in Filmen dieser Art typisch, greift der Killer auf ein umfangreiches Arsenal an allerlei Folterwerkzeug zurück, um die Kids möglichst kreativ ins Jenseits meucheln zu können. Allen voran, sei eine formschöne Nagelpistole genannt, deren Einsatz sich womöglich aktuell in vielen Filmen der letzten Dekaden großer Beliebtheit erfreut hat. Dennoch machen ja bekanntlich viele bösartige Hinrichtungen, noch lange keinen wirklich sehenswerten Film aus. Auch wenn einige der Schock-Effekte im Film allzu zartbesaitete Filmzuschauer deftig zusammenzucken lassen dürften, lässt sich dennoch nicht leugnen, dass COMEDOWN ein Horrorfilm unter vielen ist, der mit seinen unsympathischen Figuren und der unüberschaubaren Fülle an Déjà-vu-Momenten es zu keinem Moment schafft, dem gebeutelten Slasher ansatzweise frischen Wind einzuverleiben. Somit ist COMEDOWN leider nur einer dieser vielen Filme, deren Sichtung einzig und allein Fans zu raten ist, die eine Vorliebe für kompromissloses 80er Jahre Slasher-Kino besitzen. Wer sich angenehm gruseln mag, ist hier leider an der falschen Adresse, denn hier gibt es vorwiegend grobe Hausmannskost von der Stange zu bewundern!
 
 
 


 
 
 

COMEDOWN – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
SAW & ATTACK THE BLOCK meet HALLOWEEN!
Düsteres Slasher-Kino mit arg sadistischem Metzel-Szenen, dennoch altbekannter Story und nur wenig erfrischenden Ideen. Leider nur Dutzendware!
 
 
 


 
 
 

COMEDOWN – Zensur

 
 
 
Der Film hat es im zweiten Anlauf durch die FSK geschafft. Während das hiesige Zensur-Kremium COMEDOWN bei der ersten Prüfung nicht ungekürzt freigeben wollte, ist dann doch noch alles gut geworden. CAPELIGHT legte den Film ein weiteres Mal vor und er COMEDOWN bekam in seiner ungeschnittenen Form von der FSK den KEINE JUGENDFREIGABE-Stempel!
 
 
 


 
 
 

COMEDOWN – Deutsche Blu-ray

 
 
 
Comedown-Blu-ray-Cover
 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Comedown; Großbritannien 2012

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 7.1 + Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Englisch

Bild: 1.85:1 (1920x1080p)

Laufzeit: ca. 94 Min.

FSK: KJ (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: – Trailer beim einlegen der Disc und im Menü: Chained (01:31 Min.), 22 Ways to Die (01:11 Min.), Making Of (22:55 Min.), Interviews: Manhaj Huda (Regie) (08:07 Min.), Jacob Anderson (Lloyd) (08:41 Min.), Adam Deacon (Jason) (05:41 Min.), Jessica Barden (Kelly) (04:59 Min.), Kinotrailer (01:35 Min.), Trailershow: The Woman (01:13 Min.), Der blutige Pfad Gottes (02:07 Min.)

 
 
 
Wenn man Blu-rays von CAPELIGHT erwirbt kann man eigentlich immer davon ausgehen, Qualität in den Händen zu halten. Auch wenn es sich bei COMEDOWN um einen beliebigen Slasher handelt und der Schocker dem Label nicht derart am Herzen gelegen haben muss, dass er im schicken Media- oder Steelbook veröffentlicht wurde, so will man nicht meckern was einem hier dennoch geboten wird. Den Anfangen machen zwei Trailer (CHAINED, THE ABC´S OF DEATH), die nach dem Einlegen automatisch starten. Dann geht’s geradezu in ein ganz hübsch animiertes Menü, das neben dem Hauptfilm auch einige Extras bereithält. Der Bonusbereich gestaltet sich zwar sehr übersichtlich; das Gebotene reicht aber für einen Film wie COMEDOWN vollkommen aus. Herzstück ist das 22-minütige Making of indem Schauspieler und Macher zu Wort kommen. Zudem wird das Feature mit diversen Interviews ergänzt, die einen interessanten Einblick in die Produktion bieten. Der Extra-Sektor wird mit dem Trailer zum Hauptfilm und vier Filmtipps abgerundet. Bild und Ton befinden sich auf einem sehr ansprechenden Niveau – wobei das Bild hin und wieder etwas arg dunkel scheint, so dass sich kaum etwas erkennen lässt. Das ist aber kein technisches Defizit der Blu-ray sondern vermutlich vom Regisseur so gewollt. Bleibt zu erwähnen, dass für Hauptfilm und Bonus an deutsche Untertitel gedacht wurde, die Scheibe in einer schwarzen Amaray daherkommt und sogar ein Wechselcover besitzt. So muss eine Blu-ray-Veröffentlichung aussehen.
 
 

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COMEDOWN – Trailer

 
 
 


 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnliche Filme:
 
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The Raid (2011)

Filmreview: „Slasher in the Woods“ (2013)

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SLASHER IN THE WOODS

Story

 
 
 
Um der etwas kränklichen Jen die Vorzüge des Lebens erneut schmackhaft zu machen, unternimmt sie auf den Rat ihrer Eltern hin, einen gemütlichen Campingausflug hinaus in die Wälder. Einige Freunde sind schnell zusammengetrommelt und so begibt sich die Bande in eine vermeintlich feier- und sauffreudige Zeit ohne Eltern, Stress und Hektik. Doch was die Freunde nicht wissen: unlängst verlor ein Familienvater in jener Gegend seine einzige Tochter, die von einer Gruppe betrunkener und unachtsamer Kids beim Spielen auf offener Straße überfahren wurde. Nun, so erzählt die Legende, sinnt der gebrochene Mann auf blutgierige Rache und meuchelt jeden Jugendlichen über den Jordan, der sich in dem naheliegenden Wald verirrt hat. Anfänglich für eine bedeutungslose Erzählung gehalten, verschwindet auch schon der erste Teen auf unerklärliche Weise.
 
 
 


 
 
 

SLASHER IN THE WOODS – Kritik

 
 
 
Wenn ein scheinbar unbekannter Film mit einem derb-reißerischen Plakat wirbt, rührt die Vermutung oftmals gar nicht so weit her, dass hinter derart vielversprechender Werbebotschaft auch ein derb-unterhaltsames Filmchen stecken muss. Hat man als Filmfreund jedoch ein geschultes Auge, so erkennt man schnell, dass es Unmengen an Filmen gibt, die ihre filmischen Defizite mittels ansprechender Filmcover versuchen zu vertuschen, um gierige Horrorfans dennoch zum Kauf ihrer hölzernen Filmkost zu bewegen. Auch der vorliegende SLASHER IN THE WOODS (der im Original NOBODY GETS OUT ALIVE heißt) ist einer jener Filme, der mit einem deftigen Cover wirbt, um von der vollkommen desaströsen Inszenierung der zu Grunde liegenden Geschichte gekonnt abzulenken. Kreative Eigenständigkeit sucht man hier vergebens. Stattdessen wird dem Filmfreund die gefühlt millionste Geschichte eines traumatisierten Irren geschildert, der einmal mehr die Jagdsaison auf eine handvoll ahnungsloser Teenager eröffnet hat. Auch wenn das formschöne Filmposter eine liebevolle Hommage an die diversen Slasher-Klassiker der schmuddeligen 70er und knall-poppigen 80er verspricht, so sind die diversen Zitate im Film eine wahrliche Beleidigung für all die Werke, die dieses Sub-Genre maßgeblich mitgeprägt haben. Kreative Eigenständigkeit wird in SLASHER IN THE WOODS konsequent klein geschrieben. Statt dem unlängst totgefilmten Teenager-in-Angst-Kino halbwegs neue Facetten einzuverleiben, verharrt der vorliegende Slasher-Aufgruss in einem zähen Gemisch aus zerfilmten Genre-Regeln und katastrophaler Einfallslosigkeit. Spannung kommt dabei selten auf und so darf sich der interessierte Horrorfilmfreund durch ein uninspiriertes und bedeutungsloses Filmchen quälen, das krampfhaft versucht in die Fußstapfen seiner großen Vorbilder zu schlüpfen.
 
Auch wenn Regie-Newcomers JASON CHRISTOPHER stets darum bestrebt ist, aus dem vermutlich kaum vorhandenen Budget das Maximum herauszuholen, so kann er dennoch nicht vertuschen, dass seinem Debüt der unweigerlich amateurhafte Grundton und die stümperhafte Ernsthaftigkeit mitnichten zugute kommt. Diverse Szenen bergen zwar eine gewisse, bedrohliche Stimmung, verlieren aber aufgrund der technischen Defizite und der laienhaften Darstellung einiger Protagonisten immens an Intensität. Einzig durch die erstaunlich rauen Gewaltspitzen dürfte der Film zumindest bei Gore-Liebhaber auf Zustimmung stoßen. Auch wenn einige Spezialeffekte (übrigens durchweg handmade) in ihrer Umsetzung als einfach durchschaubar zu betiteln sind, so verfehlen sie ihre widerwärtige Wirkung nur selten. SLASHER IN THE WOODS ist erstaunlich ruppig und ziemlich hart, so dass zartbesaitete Gemüter rasch die Nerven verlieren dürften. Zumindest in diesen Belangen ist JASON CHRISTOPHERS Erstlingswerk klassischen Vertretern seiner Gattung einiges voraus. Nur ob blut- und menschenverachtende Gewaltexzesse allein einen guten Film ausmachen, sollte jeder für sich selbst entscheiden.
 
 
 
Heute besorgen wir uns eine HD-Cam und drehen mit einigen Freunden geschwind einen überaus schlechten Horrorfilm. Dachte sich Newcomer JASON CHRISTOPHER und rief unweigerlich den unausgegorenen SLASHER IN THE WOODS ins Leben. Auch wenn einige befremdlich-kontrastreiche  Filterspielereien zu Gefallen wissen, so kann der erste Lang-Spielfilm des Nachwuchstalents kaum überzeugen. Die dilettantische Ernsthaftigkeit, welche die gesamte Inszenierung seines Slasher-Debakels durchzieht und die fast schon penetrant-peinliche Ideenlosigkeit seiner Geschichte brechen dem (ursprünglich betitelten) DOWN THE ROAD (so der eigentliche Arbeitstitel) gänzlich das Genick. Hinzukommt, dass die wenigen Schauspieler kaum Talent besitzen, halbwegs sympathisch und glaubhaft zu agieren. Immerhin sind ihre Weinkrämpfe und Winseleien durchaus zweckhaft, so dass die diversen wirklich deftigen Folterszenen hart anzuschauen sind. Da werden Beine abgesägt und Nägel in Schädeldecken geschlagen – der Gorehound unter den Horrorfilmfreunden dürfte sich hierbei gierig die Händen reiben. Trotzdem, die simplen, aber dennoch recht grafischen Gewaltspitzen machen noch lange keinen guten Horrorfilm aus. SLASHER IN THE WOODS ist abartiger Nonsens, der unter dem Deckmantel eines klassischen Slasher-Movies versucht, mit einer handvoll schlecht kopierter Szenen und stereotypen Figuren flink Kasse zu machen. Für Horrorfilmfans, die selbst bei Horrorfilmen einen gewissen Anspruch erwarten, ist dieser Genre-Beitrag eine absolute Zumutung.
 
 
 


 
 
 

SLASHER IN THE WOODS – Fazit

 
 
 
3 Punkte Final
 
 
 
Unterbelichtete Slasher-Gurke, die trotz Amateuroptik, mit arg derben Szenen aufwartet – Braucht keiner!
 
 
 


 
 
 

SLASHER IN THE WOODS – Zensur

 
 
 
Aufgrund arg derber Szenen, kam SLASHER IN THE WOODS (OT: NOBODY GET OUT ALIVE) nicht ungeschnitten nach Deutschland. Die deutsche Fassung musste Federn lassen um eine FSK-Freigabe zu erhalten. Die KJ-Fassung ist geschnitten.
 
 
 


 
 
 

SLASHER IN THE WOODS – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Down the Road / Nobody gets out alive; USA 2013

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 7.1, Englisch DTS-HD MA 7.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 1,78:1 (1920×1080)

Laufzeit: ca. 92 Min.

FSK: FSK 18 (geschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Trailer in Deutsch und Englisch, Trailershow bestehend aus sechs weiteren Filmen des Rechteinhabers

 
 
 
Leicht hatte es SLASHER IN THE WOODS nicht bei der FSK. Die verweigerte die Freigabe, so dass der Streifen durch den Rechteinhaber gestrafft werden musste. Uns lag zum Test die geschnittene Blu-ray-Fassung vor, bei der wenig Liebe zum Detail betrieben wurde. Der Hauptfilm startet direkt nach dem Einlegen der Scheibe, wobei die Bildqualität nicht immer den aktuellen HD-Standards entsprechen will. Das Bild ist teilweise extrem dunkel, so dass sich oftmals nicht alle Details erkennen lassen. Szenen bei Tageslicht wirken verwaschen und überstrahlt. Einige bewusst eingesetzte Unschärfen und schnelle Kameraschwenks sollen so etwas wie Authentizität bewirken, nerven aber. Zudem ist die Bildschärfe nicht immer optimal. Tonal sieht es da schon etwas besser aus. Nicht nur, dass die Synchronisation für einen derartigen Film überraschend annehmbar ausgefallen ist, auch die Boxen arbeiten hin und wieder sauber. So kommt der Subwoofer erstaunlich oft zum Einsatz, der Metal-Soundtrack bringt Dynamik ins Spiel. Die wenigen Schreckszenen sitzen gut. Flimmert dann nach rund 90 Minuten der Abspann über den Bildschirm, wird der Zuschauer direkt in ein Menü geleitet, dass aus einer Aneinanderreihung von Filmszenen besteht. Hier gibt es dann auch die Rubrik „Bonusmaterial“. Bei den Extras folgt SUNFILM/TIBERIUS FILM jedoch neuerdings einem strikten Sparkurs. Bis auf den Filmtrailer in Englisch und Deutsch findet der interessierte Filmfan gerade einmal sechs Trailer weitere Schocker aus dem Katalog des Publishers. Immerhin gibt es für den Hauptfilm deutsche Untertitel. Außerdem gibt es das obligatorische Wendecover ohne FSK-Flatschen. Das dürfte aber die wenigstens Filmfans interessieren, schließlich ist der Film ohnehin geschnitten.
 
 
 

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SLASHER IN THE WOODS – Trailer

 
 
 


 
 

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