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Filmkritik: „Blutnacht – Das Haus des Todes“ (1972)

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BLUTNACHT – DAS HAUS DES TODES

(SILENT NIGHT, BLOODY NIGHT | NIGHT OF THE DARK FULL MOON)

Story

 
 
 
Ein junger Kerl erbt das Haus seines Großvaters, das schon in dessen Jugend kein schöner Ort war. Noch früher war in dem Kasten gar eine Klapsmühle untergebracht, die maßgeblich forensisch Betroffenen bewachtes Obdach geboten hatte. Opa hat dort dann auch ein schreckliches Ende gefunden. Großbrand, Ursache unbekannt. Jedenfalls übernimmt der geschäftstüchtige Enkel eine ganze Zeit nach dem Unfall die unsympathische Immobilie und will sie zügig verkaufen. Gefällt den Anwohnern überhaupt nicht. Der angegriffene Kasten gilt als verflucht, soll laut deren Meinung aber bitte in Familienbesitz bleiben. Seltsam. Wie bestellt bricht aus der nächsten aktuell in Betrieb befindlichen Psychiatrie ein Schlitzer aus und macht Tabula Rasa in der Gemeinde. Offenbar kennt der wiederum die Hintergründe für die Katastrophen, die auch den Großvater röststeten.
 
 
 


 
 
 

BLUTNACHT – Kritik

 
 
 
BLUTNACHT – DAS HAUS DES TODES (Original: SILENT NIGHT, BLOODY NIGH) ist ein klassischer Fall eines unter dem Radar durchgeflogenen Films. Falsche Zeit, falscher Ort; und das gleich mehrfach. Seine Veröffentlichung auf VHS erlebte der Film mit dem so ungemein austauschbaren deutschen Titel weiland am abebbenden Ende der Slasher-Zeit. Hier liegt auch die Erklärung dafür, dass er maßgeblich von Horror-Fans gesichtet wurde, die sich jeden Film mit maskierten und messerschwingenden Bekloppten plus den Verstümmelungs-Exzessen á la TOM SAVINI im Kopf antun wollten. Da war THEODORE GERSCHUNYS kantiger Seventies-Reißer natürlich völlig vorbei an Trend und Stimmung. Zwar gibt´s hier auch einen übergeschnappten Mörderer und die Splattereffekte lagen deutlich über dem, was zeitgenössische Regisseure den Mägen ihrer Autokino-Zuschauer zumuteten (wenn sie nicht gerade Herschell Gordon Lewis hießen), man ließ der Handlung im Vergleich zu Jason siebenunddreißig aber viel Luft zum atmen. Atmosphärisch lässt sich auch nichts aussetzen – wenn man weiß, was man von einem Independent-Horrorfilm aus den frühen Siebzigern zu erwarten hat, dessen einziger Schauspieler mit gewissem Bekanntheitsfaktor das in seiner Rollenwahl über Jahrzehnte hinweg berüchtigt völlig schmerzfreie Schlachtross JOHN CARRADINE ist. Der Charme eines solchen Kleisterwerks ist krude, wie man so sagt. Poliert ist hier nichts und niemand, keine Kante all zu gerade. Aber stört das?
 
 
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Mitnichten! Verwirrende Entwicklungen auf jeden Fall, die BLUTNACHT – DAS HAUS DES TODES sowohl den Freunden des klassischen Horrors als auch den Videotheken-Splatter-Fetischisten durch die Lappen gehen ließ. Den einen was zu sudelig, den anderen nicht sudelig genug. Schade. Regisseur THEODORE GERSCHUNY (1933-2007), ansonsten einigen noch bekannt als Mann hinter dem für das frühe TROMA gedrehte gefertigte, an ein Bühnenstück erinnernde Erotik-Lustspiel SUGAR COOKIES, war ein mit Ex-Warhol-Girl und B-Film-Ikone Mary Woronov verheirateter Künstler, der sich nur nebenbei mit dem Medium Film beschäftigte. Seine Credits sind nicht sehr umfangreich. Vielleicht erklärt sich so die so untypische Gestalt seines Horrorfilms hier.
 
 
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BLUTNACHT – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Horrorfilm-historisch interessanter Grindhouse-Schocker, in dessen Verlauf sich altmodisch-atmosphärisch gelungener Spukhaus-Grusel und schweinischer Früh-Splatter immer wieder die Hand reichen. Jetzt findet eine schöne, limitierte Wiedergeburt des Films für den Heimkino-Markt, nachdem die Videokassette in wilden Slasher-Zeiten unverdient untergegangen war, statt. Hat er sich verdient, wie wir finden.
 
 


 
 
 

BLUTNACHT – Zensur

 
 
 
Auch BLUTNACHT – DAS HAUS DES TODES – der übrigens 2013 ein äußerst miserables Remake erhielt – hatte es in Deutschland nicht leicht. Er wurde hierzulande Anfang der 1980er erstmals auf VHS ungekürzt veröffentlicht. Doch wie die meisten Horrorfilme zu jener Zeit hatten Zensurwächter auch mit diesem Titel so ihre Probleme. 1983 indizierte die BPjS den seltenen Horrorklassiker. 25 Jahre später wurde er vom Index gestrichen. Das sah das Label SCHRÖDER MEDIA zum Anlass ihn hierzulande noch einmal unter die Leute zu bringen. Die Blu-ray zu BLUTNACHT – DAS HAUS DES TODES ist trotz Kaufhausfassung ungeschnitten. Sammler und Nostalgiker können bedenkenlos zugreifen.
 
 
 


 
 
 

BLUTNACHT – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) WGF | Schröder Media (auf 1000 Stück limitiertes BD KeepCase im Schuber)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Silent Night, Bloody Night; USA 1972

Genre: Horror, Klassiker

Ton:Deutsch (DTS-HD Master Audio 2.0 Stereo), Deutsch (DTS-HD Master Audio 2.0 Stereo), Englisch (DTS-HD Master Audio 2.0 Stereo)

Untertitel: Keine

Bild: 1,78:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 85 Min.

FSK: FSK18 – keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wendecover und Schuber

Extras: Originaltrailer (1:13 Min.)

Release-Termin: 11.08.2016

 

Blutnacht – Das Haus des Todes [Blu-ray im Schuber auf 1000 Stück limitiert] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 


 
 
 

BLUTNACHT – Trailer

 
 

 
 

Christian Ladewig

(Rechte für Packshot, Abbildungen und Szenenbilder liegen bei WGF | Schröder Media)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Silent Night, Bloody Night: The Homecoming (2013)
 
Vor Morgengrauen (1981)
 
Halloween (1978)
 
Black Christmas (1974)


Filmkritik: „Recovery“ (2016)

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RECOVERY

Story

 
 
 
Auf der Suche nach ihrem gestohlenen Telefon verschlägt es Teenager Jessie samt Freunden (darunter SAMUEL LARSEN aus THE REMAINS) in ein Anwesen, in dem der Horror regiert. Was folgt ist eine Nacht unbeschreiblichen Terrors, den die jungen Leute ein Lebtag nicht wieder vergessen werden.

 
 
 


 
 
 

RECOVERY – Kritik

 
 
 
Was sind die Vorteile eines Handyvertrags? Ohne Frage: Neues Telefon. Doch die Freude kann schnell in Panik umschlagen, wenn das neue Smartphone verloren geht oder gestohlen wird. Zehntausende Handys werden Jahr für Jahr in Deutschland geklaut. Das ist für Betroffene nicht nur ärgerlich, sondern auch beunruhigend, schließlich befinden sich auf den meisten Telefonen private Inhalte, die in den falschen Händen so richtig Schaden anrichten können. Mit dieser Angst spielt auch der Horrorfilm RECOVERY, der einmal mehr anprangert, wie leichtfertig wir mit unseren privaten Daten umgehen. Ob Bilder in sozialen Netzwerken, Bankdaten auf dem Telefon oder freizügige Inhalte im internen Speicher des Handys – ist das Smartphone erst einmal geklaut, liegt das eigene Leben in der Hand fremder Menschen. Eine mehr als brisante Thematik, über die es lohnt länger darüber nachzudenken, auch wenn der Horrorthriller RECOVERY dann doch eher damit beschäftigt ist, die Nerven des Zuschauers mit Schocks zu strapazieren. Das zumindest kann er gut.
 
 
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Wenn das Handy plötzlich abhanden kommt. Eine Katastrophe die auch Teenager Jessie (KIRBY BLISS BLANTON – die Blonde aus THE GREEN INFERNO) durchleben muss. Sie erfährt am letzten Schultag an der High School, dass sie der Liebste betrügt und will auf einer angesagten Party zusammen mit der neuen Freundin Kim (RACHEL DIPILLO) den Schmerz in Alkohol ertränken. Dort angekommen, läuft nichts nach Plan. Der erste Kokain-Konsum bekommt der High-School-Absolventin gar nicht gut und von der neuen Freundin ist plötzlich weit und breit nichts mehr zu sehen. Hat die etwa das neue Telefon gestohlen, das Jessie einigen Stunden zuvor von den Eltern geschenkt bekommen hat? Weil die Teenagerin nichts von der neuen Freundin weiß, hat Bruder Miles (ALEX SHAFFER) eine Idee. Er ortet das gestohlene Telefon der Schwester mittels GPS und folgt dem Signal. Das führt zu einem Haus, dessen Bewohner offenbar ausgeflogen sind. Schnell ist ein Weg nach drinnen gefunden, der zu Ernüchterung führt. Die gesuchte Kim ist nicht anzutreffen. Stattdessen stößt man auf Überwachungskameras, die jede Bewegung im Haus festhalten. Was Horrorfans vermuten, wird bald Realität. Mit diesem Haus und seinen Eigentümern stimmt etwas nicht. Eine schaurige Einsicht, die den ungewünschten Gästen bald zum Verhängnis wird.
 
 
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Den Namen DARRELL WHEAT sollte man sich merken. Das ist der Regisseur dieses durchaus spannenden Horrorthrillers, der hin und wieder an WES CRAVENS zu Unrecht verschmähten DAS HAUS DER VERGESSENEN erinnert. Dessen Erstling verläuft nämlich nach ähnlichem Muster wie das von Craven geschriebene Schauermärchen und führt junge Menschen unwissend in das Haus einer gestörten Familie, die hinter verschlossenen Türen unchristliche Dinge veranstaltet. Für einen ersten Spielfilm beweist Regisseur DARRELL WHEAT ein talentiertes Händchen für Schocks, Wendungen und Atmosphäre. Lang bleibt ungewiss, was den Jugendlichem blühen wird, Wheat lässt sich reichlich Zeit mit dem Horror. Erst in der letzten halben Stunde wird es ernst und die naiven Filmhelden werden Teil eines grimmigen Home-Invasion-Thrillers, in dessen Mittelpunkt sich ein Haus befindet, das für die jungen Eindringlinge zum Gefängnis wird. Natürlich wird hier reichlich überzogen. So wirken die Helden durchweg sympathisch. Dennoch wird von ihnen nicht viel abverlangt. Die verhalten sich horrorfilmtypisch und gehen wenig taktisch vor, um den (entstellten) Familienmitgliedern durch die Lappen zu gehen. Aber auch den Letztgenannten will man nichts Gutes. Deren Ambitionen sind dann doch weit hergeholt und haben mit der Realität nur wenig am Hut. RECOVERY ist eben auch nur ein weiterer Horrorfilm.
 
 
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Trotzdem will man mit diesem Horrorthriller nicht zu hart ins Gericht gehen. Was den Film nämlich aus der Masse an schlechten Horrorstreifen hervorstechen lässt, ist der durchdachte Spannungsbogen, der kurzweiliges Herzklopfen verursacht. Nach einem zähen Einstieg in dem Figuren eingeführt werden, zieht Filmemacher DARRELL WHEAT minütlich seine Daumenschrauben an und jagt Helden wie Zuschauer durch ein spartanisch eingerichtetes Haus, in dem es viel Boshaftes zu entdecken gibt. Erst nach und nach kommen die Eindringlinge drauf, was von hinter den dicken Mauern nicht nach außen dringen darf. Dabei geht es fürs Horrorgenre überraschend züchtig zugange. Horror muss sich eben nicht immer zwangläufig durch Gewalt und Blut definieren. Hier wird eher mit Spannung gearbeitet. Das steht dem Streifen gut und macht Lust auf weitere Arbeiten des Nachwuchsregisseurs.
 
 
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RECOVERY – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Spannender Home-Invasion-Schocker mit gesellschaftskritischer Note, die aber schnell verfliegt, weil sich RECOVERY dann doch eher mit Schocks und Horror beschäftigt. Für einen Debütfilm ist dieser Horrorthriller sauber – und vor allem spannend – inszeniert. Aufgrund der vielen schlechten Horrorfilme in jüngster Zeit, kann man das schon als regelrechte Wohltat bezeichnen. RECOVERY definiert den Begriff „Familie“ neu und sorgt so für 80 kurzweilige Minuten, die bis zum Abspann fesseln. Macher DARRELL WHEAT scheint genug Horrorfilme studiert zu haben. Er weiß, wie man erzählen muss, um fesseln können. RECOVERY ist ein kleiner Film, der hinsichtlich Spannungsaufbau vielen großen Produktionen überlegen ist. Das muss dem noch unerfahren Wheat erst mal jemand nachmachen!
 
 
 


 
 
 

RECOVERY – Zensur

 
 
 
Sonderlich viel Blut fließt in RECOVERY nicht. Zu Beginn setzt sich eine Protagonistin mit einem Gegenstand zur Wehr und zertrümmert den Unterkiefer eines Bösewichts. Weiterhin gibt es Messerstiche zu sehen und eine Hiebwaffe wird in einen Rücken geschlagen. RECOVERY dürfte problemlos eine FSK16 erhalten. Der Streifen wird im Februar 2017 von I-ON / SPLENDID FILM veröffentlicht.
 
 
 


 
 
 

RECOVERY – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken und Packshot liegen bei I-ON / SPLENDID FILM)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Den (2014)
 
GirlHouse (2014)
 
Don’t Breathe (2016)
 
Tigerhouse (2015)
 


Filmkritik: „Downhill“ (2016)

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DOWNHILL

Story

 
 
 
Wenn Hilfsbereitschaft mit grausamem Terror belohnt wird: Ein paar Radfahrer stoßen im Wald auf einen Fremden, der sich dem Anschein nach mit einer nicht näher zu identifizierenden Krankheit infiziert hat. Ohne Bedenken wird geholfen. Doch der gute Wille hat Konsequenzen: Die gute Tat führt auf direktem Wege ins Desaster.

 
 
 


 
 
 

DOWNHILL – Kritik

 
 
 
Will man mit einem PKW über Landstrassen fegen, benötigt man einen Führerschein. Möchte man mit dem Boot Gewässer erkunden, wird ein Bootsschein vorausgesetzt. Zum Führen einer Schusswaffe wird vom Gesetzgeber sowieso ein Nachweis gefordert, der dazu berechtigt ein solches Ding besitzen zu dürfen. Bei derartigem Sicherheitsdenken fragt man sich doch glatt, warum ein solches Dokument nicht langsam auch von Regisseuren, Drehbuchautoren und Produzenten gefordert wird, die immer noch straffrei das drehen, schreiben und produzieren können, wonach ihnen der Sinn steht. Eine erschreckende Entwicklung, denn in Zeiten eines kaum noch überschaubaren Videomarktes entstehen seit Jahren Filme, die man dem Zuschauer eigentlich nicht mehr zumuten kann. So werden sinnbefreite Horrorfilme gedreht, die ausschließlich dadurch hervorstechen, möglichst brutal und grausam zu sein. Grips und Logik ist da in der Regel Mangelware. Stattdessen wird Mord und Totschlag serviert, der sich in den meisten Fällen nicht einmal die Mühe macht, kreativ zu sein. Horrorbodensatz eben.
 
 
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Der chilenische Trivialgeschichtenerzähler und Filmgurkenzüchter PATRICIO VALLADARES gehört – wie auch schon „Mr. Exploitation“ ELI ROTH – zu jenen Herrschaften, denen man das Filmen langsam mal verbieten sollte. Scheinbar ist auch diesem Filmemacher gar nicht bewusst, dass hinter dem Inszenieren von Horrorfilmen weit mehr steckt, als das bloße Aneinanderreihen von Gewalt und ekligen Momenten. Zuletzt ist PATRICIO VALLADARES zu fragwürdiger Berühmtheit gekommen, nachdem er mit HIDDEN IN THE WOODS auf den ach so populären Rape’n Revenge-Zug aufgesprungen war. Dahinter verbarg sich frauenverachtender No-Budget-Schund, der mit schmuddeliger Rache- und Kannibalismusthematik die niederen Instinkte des Publikums befriedigen wollte. Leider kam der Streifen – vor allem der billigen Machart und den schlechten Schauspielern wegen – bei den meisten Zuschauern nicht sonderlich gut an, weshalb der Regisseur seinen pseudokontroversen Heuler noch einmal mit mehr Budget und der Unterstützung von MICHAEL BIEHN neu interpretierte. Hierbei wurde die Gewaltschraube noch etwas fester gedreht, um zu schocken. Leider ging der Schuss nach hinten los, denn das Remake litt unter den gleichen Schwächen wie die chilenische Vorlage und spulte zudem eine unglaubliche Geschichte ab, die kaum Identifikationsmöglichkeiten zuließ. Offenbar scheint Regisseur PATRICIO VALLADARES unbelehrbar und ebenso uneinsichtig zu sein. Der ließ sich nach den vernichtenden Kritiken nicht entmutigen und machte exakt dort weiter, wo er aufgehört hatte. Entstanden ist DOWNHILL – abermals cineastisches Chaos, das ausnahmsweise zumindest auf technischer Ebene überzeugen kann. Der Rest entpuppt sich als heilloses Durcheinander, bei dem der Frustfaktor hoch ist. Ärger ist da vorprogrammiert.
 
 
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In DOWNHILL geht es um das Paar Joe (BRYCE DRAPER aus ANOTHER DEADLY WEEKEND) und Stephanie (NATALIE BURN), die für den Radsport leben. Besonders das Fahren mit Downhill-Bikes durch unebenes Gelände hat sich für die beiden zur Leidenschaft entwickelt. Als einer der besten Freunde bei einem dieser Radrennen verunglückt, will Joe das Hobby für immer an den Nagel hängen. Doch die Sucht nach dem Nervenkitzel ist größer. So lädt der alte Freund Pablo (ARIEL LEVY) zu einem neuen Radrennen in Chile ein, was sich die Liebenden nicht entgehen lassen wollen. Doch die Freude schlägt bald in Terror um. Als man die Rennstrecke testen möchte, stößt man auf einen, scheinbar durch einen Autounfall, verletzten Mann. Schnell ist Hilfe vor Ort. Doch die wird allen Beteiligten zum Verhängnis. Eine ominöse Bande beginnt auf die Helfer zu schießen. Die flüchten in die Wälder und verstecken sich im Dickicht. Leider schreckt das die Fremden nicht ab, denn die machen Jagd auf Alles und Jeden. Was die Radfahrer nicht wissen: Der Verunglückte trägt einen geheimnisvollen Parasiten in sich und die Killer haben offensichtlich etwas damit zu tun. Kein gutes Omen für Joe und Stephanie, die jetzt in tiefer Wildnis ums Überleben kämpfen müssen.
 
 
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Weg vom Amateurstandard hin zu richtigem Kino-Feeling. Visuell und technisch macht DOWNHILL eine erstaunlich souveräne Figur, was wohl auf mehr Budget zurückzuführen ist. Zu sehen gibt es atmosphärische Kamerafahrten, Lichtspielereien und immerhin Schauspieler, die womöglich mal eine Schauspielschule von Innen gesehen haben. Minimalistisch ausgeleuchtete Kulissen und eklige Make-up-Effekte sorgen für so manch schaurigen Moment und die Skrupellosigkeit der Filmbösewichte geht richtig an die Nieren. Leider ist der Rest wie gehabt und PATRICIO VALLADARES verfällt zu schnell weder dem alten Schema. Das bedeutet: Viel Exploitation, wenig Hirn. So hat das arg verschobene Frauenbild des Regisseurs auch in DOWNHILL Bestand und die haarsträubende Handlung besitzt weder Hand noch Fuß. Der Filmemacher selbst beschreibt seinen Streifen als Mix aus PARANORMAL ACTIVITY und CLIFFHANGER, der an die alten Filme des legendären DAVID CRONENBERG erinnern will. Das ist natürlich vollkommener Unfug und beweist einmal mehr, dass Valladares nicht sonderlich viel Ahnung von Genrefilmen oder sonst etwas besitzt. DOWNHILL macht in ein paar Momenten vom Found-Footage-Stilmittel Gebrauch und protokolliert das Geschehen aus Sicht von Helmkamera, die die Fahrradfahrer auf dem Kopf tragen. Hier aber Vergleiche zu PARANORMAL ACTIVITY zu ziehen, wirkt reichlich übertrieben, denn die wenigen Found-Footage-Elemente lassen sich an einer Hand abzählen. Weitaus schlimmer als die irreführenden Vergleiche des chilenischen Regisseurs, ist die diffuse Handlung mit der DOWNHILL den Zuschauer quält. Valladares – der übrigens mal wieder das Drehbuch selbst geschrieben und vermasselt hat – vermischt verschiedene Subgenres. Leider wirkt der wirre Mix unbeholfen und unglaubwürdig, zumal der Initiator dieses Horror-Quatschs Antworten scheut. Je näher sich DOWNHILL der Zielgeraden nähert, umso länger wird die Liste an Fragen. So stellt sich im Verlauf der Handlung heraus, dass die Helden von einer Art Kult terrorisiert werden, der seltsame Parasiten in die Körper ahnungsloser Spaziergänger verpflanzt. Was damit bezweckt wird und in welchem Zusammenhang Tentakelparasiten mit dem Teufel stehen bleibt weitestgehend offen. Für den Zuschauer eine unbefriedigende Prämisse. Der wird DOWNHILL ziemlich schnell unter Humbug abstellen, weil die Geschehnisse im Film keinen Sinn ergeben wollen.
 
 
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DOWNHILL – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Außen Hui – inhaltlich pfui. Nach Rape’n Revenge versucht sich der chilenische Regisseur PATRICIO VALLADARES im Stilmix. DOWNHILL ist eine technisch souverän abgehandelte Mischung aus BEIM STERBEN IST JEDER DER ERSTE, Okkultismus-Horror und Quasi-Lovecraft-Kreaturen-Schauer. Was ansprechend klingt, ist in seiner Umsetzung ziemlich einfältig, weil DOWNHILL keinen Sinn ergeben möchte. Lang bleibt unklar, wohin die Reise gehen soll, denn die Helden werden grundlos von Einheimischen durch Wälder gejagt. Erst in den letzten Minuten versucht der Film aufzuklären. Leider werfen Erklärungsversuche nur Fragen auf, die Filmemacher PATRICIO VALLADARES unzureichend erklärt. Das erhöht den Frustfaktor beim Zuschauer, der sich schnell verschaukelt fühlen wird, will er doch wissen, was er da gerade gesehen hat. Vielleicht wäre es besser gewesen, wenn der Regisseur mehr Sorgfalt ins Drehbuch investiert hätte, statt von reißerischer Exploitation Gebrauch zu machen. Wie in den vorherigen Filmen des Regisseurs gibt es manche gewaltverherrlichende Szene zu sehen, die nicht unbedingt hätte sein müssen. Das mag zwar Gewaltfans freuen; die mangelhafte und löchrige Auflösung dürfte aber sogar jene reichlich verärgern.
 
 
 


 
 
 

DOWNHILL – Zensur

 
 
 
DOWNHILL zeigt einiges an blutigem Material. Neben ekligem Mutations-Make-up gehen vor allem einige Einschüsse in menschliche Köpfe und Körper an die Nieren. Weiterhin wird ein Gegenstand durch eine Hand gejagt und ein Kopf mit einem Stein eingeschlagen. Man darf von einer Freigabe mit rotem FSK-Flatschen ausgehen.
 
 
 


 
 
 

DOWNHILL – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

 
 
 
Ähnche Filme:
 
A Lonely Place to Die – Todesfalle Highlands (2011)

Beim Sterben ist jeder der Erste (1972)

Outback – Tödliche Jagd (2011)

Carnage Park (2016)


Filmkritik: „Fender Bender“ (2016)

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FENDER BENDER

Story

 
 
 
Ein perverser Stalker in S/M-Lederkluft (der obskure Reißer ZIPPERFACE von 1992 lässt grüßen) macht Jagd auf attraktive Frauen. Das neueste Objekt seiner Begierde ist Teenager Hilary.

 
 
 


 
 
 

FENDER BENDER – Kritik

 
 
 
Schon einige Jahren herrscht die Mode, Horrorfilme bewusst auf nostalgisch zu trimmen, um sich in Ehrfurcht vor bestimmten Filmepochen, Stilen oder Regisseuren zu verbeugen. Ganz vorn mit dabei: die 1980er – eine Zeit in der das Horror-Genre Dank des stürmisch tobenden Videotheken-Booms für viele Filmproduzenten zum hochlukrativen Geschäft wurde. Die Folge des Horrorfilm-Hypes waren vor allem Fortsetzungen erfolgreicher Horror-Streifen und schmuddeliger Videomurks, der es – hierzulande besonders – wegen der genüsslich zelebrierten Gewalt nicht immer leicht mit den Zensurbehörden hatte. Auch das gezeichnete Filmplakat von FENDER BENDER lässt die Vermutung aufkommen, dass es sich hier um einen Film aus erwähnter Ära handeln muss. Damals war es noch üblich, dass Videocover und Kinoplakate mit Pinsel und Farbe erstellt wurden. Doch auch FENDER BENDER ist eigentlich kein Film aus genannter Zeit. Vielmehr verbirgt sich hinter dem Horror-Thriller eine Kooperation zwischen dem Horror-TV-Sender CHILLER und dem Heimkino-Label SHOUT! FACTORY, die hier gemeinsame Sache gemacht haben. Entstanden ist ein Horrorfilm neueren Datums, der längst vergessene Zeiten aufleben lässt und sich vor den Horror-Slashern der goldenen 1980er verbeugt. Da wird der Fan neugierig.
 
 
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Nimm nichts von Fremden und sprich nicht mit Unbekannten. Das, was Müttern ihren Kindern aus Sorge immer predigen, wird in FENDER BENDER zu bitteren Realität für die 17-jährige Hilary (MAKENZIE VEGA). Die ist erst seit Kurzem in Besitz eines Führerscheins und wird in einen Autounfall verwickelt. Doch der Verfall wird schnell abgehandelt. Statt die Polizei zu rufen, tauscht man Adressen und Telefonnummern aus – den Rest soll die Versicherung richten. Leider hat der Zwischenfall weit größere Konsequenzen für die Teenagerin als erwartet. Der Unfallbeteiligte (BILL SAGE) tickt nämlich im Kopf nicht ganz richtig und stellt der Schülerin nach. Was folgt, ist kein Zuckerschlecken. Der Unbekannte entpuppt sich als kompromissloser Stalker, der eine todbringende Leidenschaft für hübsche Frauen besitzt. Dass Hilary auch noch allein zu Hause ist und die Eltern auf Reisen, kommt dem Psychopathen gerade recht. Er schmiedet einen perfiden Plan und macht seinem neuen Opfer die Nacht zum Wach-Albtraum.
 
 
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MARK PAVIA ist wieder da. Der war länger von der Bildfläche verschwunden und dürfte noch vielen Horror-Zuschauern als Regisseur der atmosphärischen King-Verflimung THE NIGHT FLIER von 1997 in Erinnerung geblieben sein. Seither ist es um den Filmemacher verdächtig ruhig geworden. Mit FENDER BENDER feiert er nun seine Rückkehr als Regisseur und liefert zwar solide Arbeit hat, die Anbetracht der namhaften Geldgeber dann doch etwas enttäuscht. FENDER BENDER ist kein Überflieger, aber auch nicht unbedingt schlecht. Was den Gesamteindruck madig macht, sind die Anlaufschwierigkeiten mit denen der Streifen zu kämpfen hat. Lang dauert es nämlich, bis der ohnehin kurze Film Fahrt aufnimmt. So plätschert das Treiben nach dem bitterbösem Auftakt gemächlich daher, zeigt viel nutzloses Zeug und langweilt mit unwichtigen Szenenverläufen. Erst in den letzten 30 Minuten wächst FENDER BENDER (was übrigens so viel heißt wie „leichter Blechschaden“) zur eigentlichen Größe heran und entschädigt mit rasanter Killerhatz und fiesen Morden. Hier geht es ohne Längen zum Ziel. Unter Einsatz aggressiver Retro-Sounds, die vermutlich nicht ohne Grund an die Werke des jungen JOHN CARPENTER erinnern, geht der Killer reichlich schonungslos mit seinen Opfern um und bringt sie kaltblütig um die Ecke. Spätestens hier muss man zugeben, dass Regisseur MARK PAVIA weiß, was Horror-Zuschauer wollen. Die werden mit atmosphärischen Bildern und unbequemen Kameraeinstellungen verwöhnt, die mancherorts dann tatsächlich kurz die rauen und sleazigen 1980er aufleben lassen. Das straffe Tempo und ein makabres Ende lassen den schwierigen Start rasch vergessen. So reicht’s immerhin für einen kurzen Filmabend mit Bier und Chips. Das Slasher-Genre revolutionieren wird FENDER BENDER definitiv nicht.
 
 
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FENDER BENDER – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Ein bitterböser Mix aus DEATH PROOF und THE HITCHER, der die rauen Slasher der 1980er aufleben lässt. FENDER BENDER ist solide und schwächelt hauptsächlich wegen seinem unoriginellen Drehbuch, das zu lange braucht, um aus seinem Dornröschenschlaf zu erwachen. Nicht nur einmal hat man hier das Gefühl, als habe man versucht einen Gedankenblitz auf Spielfilmlänge zu blasen. Die Geschichte hinter FENDER BENDER gibt eigentlich nicht genug Substanz her, um daraus einen Langfilm zu machen. Trotzdem hat Regisseur MARK PAVIA daraus Unterhaltung fürs amerikanische Fernsehen gemacht, die zumindest in den letzten 30 Minuten funktioniert. Vielleicht wäre es besser gewesen, wenn sich Pavia die Geschichte für eine Horror-Serie oder als Segment in einer Horror-Anthologie aufgehoben hätte. Spätestens dort wäre FENDER BENDER ein Highlight geworden.
 
 
 


 
 
 

FENDER BENDER – Zensur

 
 
 
Für einen Slasher neueren Datums hält sich FENDER BENDER recht zurück – was jetzt aber nicht heißen soll, dass der Horrorthriller nicht auch Schauwerte zu bieten hat. Die meisten Morde sind nicht sehr zeigefreudig. Meist sticht der Killer nur mehrere Male mit einem Teppichmesser in die Körper seiner Opfer. Weiterhin wird ein Opfer von einem Auto überfahren – die Kamera hält drauf. Zudem wird eine andere Filmfigur angezündet. Man kann mit einer FSK16 rechnen.
 
 
 


 
 
 

FENDER BENDER – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Hitcher – Der Highway Killer (1986)
 
The Hitcher – Remake (2007)
 
Death Proof (2007)
 
Zipperface (1992)
 
Ratter – Er weiß alles über dich (2015)
 
Captivity (2007)
 
Come Back to Me (2014)
 
Crush – Gefährliches Verlangen (2013)
 


Filmkritik: „All Through the House“ (2015)

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ALL THROUGH THE HOUSE

(A NIGHTMARE CHRISTMAS)

Story

 
 
 
Ein Mörder im Weihnachtsmannkostüm hält eine amerikanische Kleinstadt auf Trab. Der rüstet sich mit Heckenschere und Machete aus und hinterlässt eine blutige Spur der Verwüstung.

 
 
 


 
 
 

ALL THROUGH THE HOUSE – Kritik

 
 
 
Was zeichnet gute Slasher eigentlich aus? Brutale Effekte und kaltblütige Killer? Wenn es danach ginge, wäre wohl der folgende US-amerikanische-Horrorthriller ganz vorn mit dabei, denn gemeuchelt wird hier nicht selten blutig und kreativ. Dennoch erfindet der Film mit dem eigensinnigen Titel keineswegs das Slasher-Rad neu. Ganz im Gegenteil. ALL THROUGH THE HOUSE (der in England als A NIGHTMARE CHRISTMAS vermarktet wird) hakt all das ab, was seit den ersten Slasherfilmen in den 1970er bereits über Kinoleinwände geflimmert ist und bekleckert sich damit nicht gerade mit Ruhm. Newcomer TODD NUNES macht es Regisseur CHARLES E. SELLIER, JR. gleich und lässt Santa Claus schlitzen. Letztgenannter Filmemacher brachte während der Slasher-Welle in den 1980ern mit SILENT NIGHT, DEADLY NIGHT einen der wohl bekanntesten Weihnachtshorrorfilme in die Kinos, dem später vier (schlechtere) Fortsetzungen und ein Remake folgten. Von genau jenem Horrorhit lies sich ALL THROUGH THE HOUSE inspirieren. Auch hier läuft ein Fremder – diesmal mit einer Vorliebe für Kastrationen – im Weihnachtsmannkostüm durchs Drehbuch und schlachtet wahllos sexhungrige Teenager ab, die ihm vor Heckenschere oder Machete kommen. Im Unterschied zum genannten Horrorklassiker von 1984 geht das aber relativ lustlos und spannungsarm über die Bühne, was das Folgen dieser Metzelorgie nicht gerade einfach gestaltet. So wird der Zuschauer von einem Mord zum nächsten getrieben. Dazwischen wird irgendwie auf Biegen und Brechen eine Geschichte erzählt, die ziemlich früh erahnen lässt, wer hier nicht alle Latten am Zaun hat und deshalb Menschen tötet.
 
 
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Im Mittelpunkt des blutigen Treibens steht die attraktive Rachel (ASHLEY MARY NUNES aus HEADHUNT). Die besucht wegen dem Weihnachtsfest die Heimatstadt und wird dort gleich wieder mit schlechten Erinnerungen aus der Vergangenheit konfrontiert. Der Empfang ist nämlich alles andere als einladend. So nervt mal wider die spitzzüngige Großmutter mit ihren dreisten Sprüchen und die durchgeknallte Nachbarin sorgt einmal mehr mit eigensinniger Art für Gänsehaut. Doch die nicht sonderlich warmherzige Begrüßung ist das kleinere Übel. Mit Rachels Ankunft beginnt das Sterben. Ein kaltblütiger Killer (LITO VALASCO, der übrigens die Filmmusik zum Horrorthriller FOUND beigesteuert hat) im Weihnachtsmannkostüm geht auf Beutejagd und ermordet Menschen – bevorzugt die, die Sex haben. Der trifft bald auch auf die Heimkehrende und bittet zum blutigen Duell. Hat man so leider schon ganz oft gesehen und verursacht weitestgehend Langeweile. Warum denken sich die Macher solcher Filme nicht langsam mal etwas Neues aus?
 
 
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Bereits 2011 versuchte sich Nachwuchsregisseur TODD NUNES im Angstmachen vor weihnachtlicher Kulisse aus. Der Kurzfilm HERE COMES SANTA erzählt nämlich eine ähnliche Geschichte wie ALL THROUGH THE HOUSE und präsentierte bereits einen ersten Vorgeschmack auf das, was er dem Zuschauer nun mit ALL THROUGH THE HOUSE zumuten möchte. Der Weihnachts-Slasher entpuppt sich bei genauerer Betrachtung als typisches Videofutter mit schmalem Budget, das wohl in erster Linie in die Effekte geflossen ist. Der Rest ist unterirdisch. Schlechtes Schauspiel macht den Film unerträglich und abrupte Schnitte und Szenenübergänge mit plötzlich endender Musik erwecken den Anschein, als wenn hier Filmmaterial im Nachhinein beschnitten wurde. Ob die Schnitten aus Zensurgründen vorgenommen werden mussten, darf bezweifelt werden. Vielmehr dürfte sich hier ein Cutter mit wenig Berufserfahrung am Schnittpult ausgetobt haben, der seine Arbeit unprofessionell gemacht hat. Unprofessionalität ist demzufolge die passende Umschreibung für den gesamten Film, der nicht einmal annähernd versucht aus der grauen Masse an mittlerweile nicht mehr zählbaren Slasher-Werken hervorzustechen. Was hier gezeigt wird, hat man alles schon weitaus besser gesehen. Demzufolge kann man bei so liebloser Machart auch nicht mehr vom gut gemeinten Zitieren sprechen, wenn Regisseur TODD NUNES die Morde aus Slasher-Klassikern wie THE BURNING oder FREITAG DER 13. kopiert. Angesichts der unzureichenden Qualitäten von ALL THROUGH THE HOUSE ist das nicht mehr als Hommage zu bezeichnen, sondern als dreister Diebstahl. Dieser Film ist ein hinterlistiger Zeiträuber ohne Charme, Originalität und Spannung bei dem man sich fragt, wie er auf einigen Horrorfestivals Preise abstauben konnte. Vermutlich saßen wohl Bekannte und Freunde des Regisseurs in der Jury. Kann man daher getrost liegenlassen.
 
 
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ALL THROUGH THE HOUSE – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
 
Heißer Sex und harte Kills vor weihnachtlicher Kulisse. Dieser Film ist nicht für jedermann, sondern nur Hardcore-Slasherfans zu empfehlen. ALL THROUGH THE HOUSE ist kein guter Horrorthriller, weil ihm einfach jegliche Spannung fehlt. Die Schauspieler sind schlecht und das (vom Regisseur selbst geschriebene) Drehbuch überraschungsarm. Zudem schleppt sich der Film träge von Mord zu Mord, was ALL THROUGH THE HOUSE zum Geduldsspiel macht. Immerhin wurden die diversen Kills ordentlich umgesetzt. So darf man sich über handgemachte Manschereien freuen, für die sich Regisseur TODD NUNES offensichtlich von diversen Slasher-Klassikern hat inspirieren lassen. Leider machen blutige Morde allein noch keinen guten Horrorfilm. Im Vergleich zu vielen Klassikern, die Regisseur TODD NUNES zitiert, fehlen ALL THROUGH THE HOUSE nämlich nicht nur Spannung und Substanz – auch Alleinstellungsmerkmale und neue Ideen sucht man in diesem Schnarcher vergebens. Wer demzufolge schon einige Slasher gesehen hat, dürfte schnell das Gähnen bekommen und frustriert abschalten. Besser meiden und sich nicht vom Filmplakat blenden lassen.
 
 
 


 
 
 

ALL THROUGH THE HOUSE – Zensur

 
 
 
In ALL THROUGH THE HOUSE gibt es viele Morde zu sehen, die recht grafisch zelebriert werden. Da werden Heckenscheren und Macheten in vielen erdenklichen Varianten in Köpfe und Körper gerammt. Zudem werden relativ häufig Penisse abgetrennt. In den 1980ern wäre das definitiv aus dieser Art von Filmen entfernt worden. Heute ist die FSK da schon etwas offener. Dennoch dürfte bezweifelt werden, dass es ALL THROUGH THE HOUSE hierzulande ungeschnitten in den Handel schaffen wird. Man sollte mit Schnitten rechnen.
 
 
 


 
 
 

ALL THROUGH THE HOUSE – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Grafiken stammen von der Webseite zum Film: allthroughthehousemovie.com)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Silent Night, Deadly Night (1984)
 
Silent Night – Leise rieselt das Blut (2012)
 
Saint (2010)
 
Böse Weihnacht (1980)
 
Fröhliche Weihnacht (1984)
 


Filmkritik: „The Windmill Massacre“ (2016)

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THE WINDMILL MASSACRE

(THE WINDMILL)

Story

 
 
 
Tod allen Sündern. Einige Touristen bekommen es in THE WINDMILL MASSACRE mit einem übermenschlichen Killer zu tun. Der hat kein Erbarmen mit seinen selbstsüchtigen Opfern und bestraft sie für ihre Vergehen.

 
 
 


 
 
 

THE WINDMILL MASSACRE – Kritik

 
 
 
Komm, wie fahren nach Amsterdam: Aus dem Land der Tulpen, Coffeeshops und Windmühlen kommt mal wieder ein Horrorfilm, der wegen seines ansprechend zusammengeschnittenen Trailers zuletzt im Internet für Aufsehen gesorgt hat. Das ist dahingehen lobenswert, weil die Mehrheit aller Horrorproduktionen immer noch in den Vereinigten Staaten entstehen, wo man schon lange nicht mehr darüber nachdenkt, was Horrorfans eigentlich wollen. Dort werden nahezu im Akkord anspruchslose Horrorfilme gedreht, die die stets gleichen Geschichten nur mit ausgetauschter Besetzung erzählen – Hauptsache der Umsatz stimmt. Umso schöner zu sehen, dass sich auch andere Länder am Drehen von Horrorfilmen beteiligen. So hat vor allem Europa in den letzten Jahren mächtig Gas gegeben und einiges an Horrormaterial drehen lassen, das sich durchaus gegen die graue Masse aus Übersee behaupten konnte. Ob das auch für den niederländischen THE WINDMILL MASSCRE gilt, bei dem es sich nach DE POEL und SNEAKWEEK schon um den dritten Horrorfilm aus Holland handelt, den wir im Jahr 2016 auf FILMCHECKER vorstellen?
 
 
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Diese Windmühlen malen kein Korn, sondern die Knochen der Sünder. THE WINDMILL MASSACRE folgt der traumatisierten Jenny. Die ist wegen eines Schicksalsschlags von Amerika nach Amsterdam geflüchtet und schlägt sich nun als Au-pair und Kindermädchen bei einer gutbetuchten Familie durch. Leider ist bald Schluss mit lustig, denn der Vater ihrer Gastfamilie konfrontiert das Mädchen mit zwei Pässen und unterschiedlichen Identitäten. Aus Angst vor Konsequenzen und der Polizei sucht Jenny das Weite. In einem Reisebus mit Touristen wähnt sie sich in Sicherheit. Der klappert das niederländische Hinterland ab und fährt ländliche Sehenswürdigkeiten an, damit sich die Gäste von den Wahrzeichen des Landes ein Bild machen können. Was die Teilnehmer dieser Tourismusattraktion aber noch nicht wissen ist, dass bald ihr letztes Stündlein geschlagen hat. Weil der Bus eine Panne hat und nicht weiterfahren kann, sucht man Zuflucht in einer nahe gelegenen Windmühle. Leider bietet das morsche Gemäuer keinen Schutz, sondern bringt den Tod, denn hier treibt der geheimnisvolle Miller sein Unwesen – eine Kreatur, um die sich schaurigen Legenden ranken.
 
 
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Das ist nicht die Hölle, das ist Holland. Hinter dem holländischen Genrebeitrag steckt zumindest jemand, der schon Erfahrungen mit Horrorfilmen hat. Regisseur NICK JONGERIUS fungierte bereits als Produzent für den Found-Footage-Horror FRANKENSTEIN’S ARMY und den Gruselausflug HAUS DER TOTEN SEELEN. Nach Regiearbeiten fürs niederländische Fernsehen und einigen Kurzfilmen probiert der sich nun auch im Regieführen von Horrorfilmen aus. Entstanden ist durchaus atmsphärische Horrorware, die wegen der düsteren Kulisse ab und an Gänsehaut entstehen lässt. Trotz netter Optik, blutigen Spezialeffekten und ansprechend geschminktem Bösewicht verbirgt sich hinter THE WINDMILL MASSCRE aber nichts Großes. Der Film spult ab, was man in nahezu jedem Slasher-Film zu sehen bekommt. Ein (diesmal nichtmenschlicher) Killer macht Jagd auf Touristen und tötet sie nacheinander auf unterschiedliche Weise. Warum er das macht, wird vor jedem Mord erläutert. Die Opfer haben Dreck am Stecken und einige Leichen im Keller. Für ihre Sünden müssen sie daher bestraft werden – blutig und abwechslungsreich. Demzufolge steht das Ausradieren von Sündern im Fokus. Sonderlich geistreich ist das nicht – dafür aber immerhin kurzweilig.
 
 
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Nicht überall wo mit einem Massaker geworben wird, gibt’s auch wirklich ein Massaker zu sehen. THE WINDMILL MASSACRE tischt groß auf, wird aber den Versprechungen keinesfalls gerecht. So lassen im Film Protagonisten zwar ihr Leben; hierbei jedoch von einem Massaker zu sprechen, wirkt reichlich übertrieben. Vielmehr weckt der reißerisch gewählte Titel den Anschein, als ob man Verkäufe ankurbeln wollte. Mit THE WINDMILL (so wie der Streifen anfangs heißen sollte) hätte man da wohl kaum Interesse beim Horrorfan geweckt. Ein Massaker im Titel macht da schon neugieriger. Trotz irreführendem Filmtitel und fehlender Schlachtorgie ist THE WINDMILL MASSACRE nicht unbedingt schlecht. Der Film erinnert in seiner Machart und Ausstattung an diverse Eigenproduktionen des amerikanischen TV-Senders SYFY – freilich ohne die schlechte Effekte, welche man zwangsläufig mit den SYFY-Filmen in Verbindung bringt. Hier wäre unter anderem der SYFY-Horrorfilm SCARECROW zu nennen, der dieser holländischen Gruselproduktion nicht unähnlich ist und ebenso kurzweilige Schauer mit einem nett animierten Filmmonster bot. Wer sich dessen bewusst ist und Erwartungen herunterschraubt, könnte auch mit THE WINDMILL MASSACRE seinen Spaß haben. Demzufolge ist dieser Streifen für Slasher-Fans durchaus einen Blick wert. Wer jedoch seinen Kopf gebrauchen möchte, sollte besser nach anderen europäischen Horrorfilmen Ausschau halten. THE WINDMILL MASSACRE kopiert zu engstirnig diverse Slasher-Vorbilder, von denen viele leider dann doch aus den USA kommen. Intelligentes Horrorfutter sieht anders aus.
 
 
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THE WINDMILL MASSACRE – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Für Fans der HATCHET-Reihe durchaus einen Blick wert, auch wenn THE WINDMILL MASSACRE nicht das Massaker zelebriert, das im Titel versprochen wird. Der niederländische Horrorbeitrag gefällt durch düstere Kulisse und geheimnisvollen Filmbösewicht, der kaum Worte verschwendet und schnell zur Tat schreitet. Leider ist THE WINDMILL MASSACRE letztlich aber auch nur ein weiterer Slasher-Streifen von der Stange, in dem es eigentlich nur ums Ausradieren von Filmfiguren geht. Mehr Witz, Hirn und Abwechslung hätten THE WINDMILL MASSACRE sichtlich gut getan. Stattdessen wandelt der Horrorfilm mal wieder auf bekannten Slasher-Pfaden und quält mit Klischees, Vorahnungen und Stereotypen. Trotzdem will man mit THE WINDMILL MASSACRE nicht zu hart ins Gericht gehen. Der blutige Gruseltrip ist ins sich stimmig und hat durchaus seine Momente. Zudem unterhält der Streifen trotz der bekannten Slasher-Rezeptur kurzweilig. Das ist etwas, das vielen Meuchelschockern neueren Datums nicht unbedingt gelingen möchte. Fortsetzung wir hören dich tapsen.
 
 
 


 
 
 

THE WINDMILL MASSACRE – Zensur

 
 
 
Trotz angedeutetem Massaker im Titel ist THE WINDMILL MASSACRE keine Splatter-Orgie. Ein paar kurze Gewaltmomente gibt es dennoch zu sehen. So werden mit einer Sense Füße abgetrennt, Köpfe eingetreten und abgeschlagen. Außerdem wird ein Gesicht mit einem Messer verunstaltet und sogar in einen Brustkorb gerammt. Klingt hart, ist es aber nur bedingt. Eine FSK16 könnte möglich sein.
 
 
 


 
 
 

THE WINDMILL MASSACRE – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Hatchet (2006)
 
Scarecrow – Das Grauen stirbt nie (2013)
 
The Devil’s Nightmare (1971)
 


Filmkritik: „Tell Me How I Die“ (2016)

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TELL ME HOW I DIE

Story

 
 
 
Ein Medikamententest wird für die attraktive Anna (VIRGINIA GARDNER) zum Albtraum. Kaum ist der Wirkstoff im Blut sieht sie die übrigen Probanten sterben. Das ist kein gutes Omen.

 
 
 


 
 
 

TELL ME HOW I DIE – Kritik

 
 
 
Man stelle sich vor, man könne den nahenden Tod vorausahnen und dementsprechend eingreifen. Interessanter Filmstoff, der ziemlich oft von der beliebten FINAL DESTINATION-Reihe aufgegriffen und spannend ins Kino gebracht wurde. Fünf Filme entstanden aus der frischen Idee, in denen Protagonisten hellseherische Fähigkeiten entwickelten und dem Tod versuchten von der Schippe zu springen. Dass das gut ankam, haben in erster Linie die guten Einspielergebnisse bewiesen. Bis heute gehört die FINAL DESTINATION-Serie zu den finanziell erfolgreichsten Horrorfilm-Reihen, die man im Multiplex zu sehen bekommen hat. Da wundert es vermutlich niemanden, dass man nach dem eigentlich abschließenden Teil FINAL DESTINATION 5 schon wieder an einem weiteren Ableger tüftelt. Visionen über zu frühes Ableben sind auch in TELL ME HOW I DIE Programm. Hier lässt bereits der Titel erahnen, dass jemand einen guten Draht ins Reich der Toten besitzt. So sind Parallelen zum angesprochenen FINAL DESTINATION-Franchise nicht von der Hand zu weisen – auch wenn das Sterben hier nicht von Gevatter Tod inszeniert wird, sondern durch Menschenhand geschieht.
 
 
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Im Film von D.J. VIOLA nehmen einige Studenten an einem Medikamenten-Test teil. In einer Forschungsstation soll ein Mittel getestet werden, das angeblich die Alzheimer-Krankheit heilen soll. Auch die attraktive Anna wagt sich mit mulmigen Magen in die Höhle des Löwen, weil sie mit permanentem Geldmangel zu kämpfen hat. Doch ihr Bauchgefühl ist berechtigt, denn das gespritzte Medikament verfügt über mysteriöse Nebenwirkungen. So werden die Probanten von seltsamen Visionen gequält in denen die Testpatienten sehen, wie sie auf unbequeme Art das Zeitliche segnen. Leider ist die Freude über die neu erworbene Fähigkeit nicht sonderlich groß. Die Todesvisionen verunsichern und sorgen für Angst. Die sollten die Teilnehmer auch haben, denn bald schon beginnt das Sterben. Einer nach dem anderen lässt auf genau jene Weise sein Leben, wie man es vorausgesehen hat. Doch die Bedrohung ist greifbar. Ein Killer hat sich Zugang zur Forschungseinrichtung verschafft und richtet ein Blutbad an. Da stellt sich die Frage, wer von den verängstigten Studenten diesen kompromisslosen Amoklauf überstehen wird?
 
 
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FINAL DESTINATION trifft auf HALLOWEEN. So in etwa lässt sich TELL ME HOW I DIE in wenigen Worten beschreiben, der sich in erster Linie an die Generation Smartphone richtet, die sich gern mal im Kino erschrecken lassen möchte. Makellose Jungdarsteller aus der Modelkartei müssen mal wieder ums Überleben bangen und stellen sich dabei – wie hätte es auch anders sein sollen – nicht sonderlich clever an. Das ist dahingehend bedauerlich, weil der Plot zum Film nicht unbedingt schlecht ist. Regisseur D.J. VIOLA spielt hier mit der Erwartungshaltung der Zuschauer und führt das Publikum auf falsche Fährten. So sind es anfangs verstörende Zukunftsvisionen, die Fragen aufwerfen. Warum können Probanten plötzlich in die Zukunft schauen? Was bewirkt die gespritzte Flüssigkeit im Hirn? Handelt es sich hier wirklich um ein Mittel gegen Alzheimer? Der Macher hält sich dezent mit Antworten zurück und macht den Psychotrip so zur packenden Angelegenheit. Leider kann die aufgebaut Spannung nicht lang gehalten werden, denn die erfrischen Richtung und das Prinzip der vorhersehenden Tode muss zugunsten eines Richtungswechsels weichen. So wird aus dem gut gemeinten FINAL DESTINATION-Plagiat ein beliebiger Slasher in dem es nur um eines geht: dem Töten.
 
 
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Sobald der Killer die Bühne betritt, geht es mit TELL ME HOW I DIE bergab. Die verschreckten Studenten müssen ums Überleben bangen und handeln dabei fast ausschließlich nach den für Slasher-Filme vordiktierten Regeln. Demzufolge wird gerannt, versteckt und gewimmert bevor die jungen Stereotypen endlich dahinter kommen, mit wem sie es hier eigentlich zu tun haben. Sonderlich überraschend ist die Auflösung nicht – zumal Regisseur D.J. VIOLA die Identität der unberechenbaren Killermaschine ziemlich früh verrät. Die bringt die Teilnehmer auf gleiche Weise um, wie in ihren Visionen. Gott sei Dank steht er bald der tapferen Heldin gegenübersteht. Die versucht den Bösewicht zu überlisten und ist dabei selbstverständlich erfolgreich. Was anderes hätte man wohl auch nicht erwartet. Bleibt zu erwähnen, dass aus TELL ME HOW I DIE vermutlich ein ganz ordentlicher Horrorthriller geworden wäre, wenn man das mit dem Killer weggelassen hätte. Dessen Erscheinen wirkt konstruiert und die Erklärungsansätze haarsträubend. Zudem fehlt es im letzten Drittel an Tempo. Das ist angesichts der packenden ersten Filmhälfte äußerst bedauerlich.
 
 
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TELL ME HOW I DIE – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Ein ungewöhnlicher Mix aus FINAL DESTINATION und HALLOWEEN, der leider nur ein Problem hat: das mit dem HALLOWEEN. TELL ME HOW I DIE beginnt stark und spannend, baut aber nach der Halbzeit rapide ab. So verwandelt sich ein Psychothriller über die Nebenwirkungen eines mysteriösen Medikaments in 08/15-Slasher-Kino, das lustlos abklappert, wie sich Protagonisten in Todesvisionen haben zuvor sterben sehen. Dennoch will man mit diesem glattgebügelten Indie-Horror nicht zu stark ins Gericht gehen. Der Film wurde in erster Linie für ein junges Publikum gemacht, das nicht unbedingt ausgeklügeltes Horrorfutter erwartet. Schraubt man Erwartungen herab und klammert Logik aus, wird immerhin so viel Kurzweil geboten, dass man an einem verregneten Herbstsonntag unterhalten wird. Demzufolge Chipstüte zur Hand und Dosenbier geöffnet. Lasst das Schreien beginnen.
 
 
 


 
 
 

TELL ME HOW I DIE – Zensur

 
 
 
Brutal ist TELL ME HOW I DIE – trotz Slasher – keineswegs. Zu einem der deftigsten Morde gehört der Fall mit dem Gesicht in eine Bärenfalle. Wer aber jetzt glaubt, dass das reißerisch zelebriert wird, der irrt. Die Kamera blendet in den meisten Fällen schnell weg oder es wird nur angedeutet. Demzufolge ist eine FSK16 sicher.
 
 
 


 
 
 

TELL ME HOW I DIE – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Supercravity Pictures)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Final Destination (2000)
 
Final Destination 2 (2003)
 
Final Destination 3 (2006)
 
Final Destination 4 (2009)
 
Final Destination 5 (2011)
 
Déjà-vu (2006)
 
The Jacket (2005)
 
Wayward Pines (2015)


Filmkritik: „Another Deadly Weekend“ (2015)

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ANOTHER DEADLY WEEKEND

(MUCK)

Story

 
 
 
Die (im Grunde nicht vorhandene) Story: Eine Gruppe debil-nerviger, leicht bekleideter Spätjugendlicher verschlägt es ohne Erklärung vom Moor in ein einsam gelegenes Haus, in dem – warum auch immer – eine Horde Albinokiller auf sie wartet, die Lust zum Raufen hat.

 
 
 


 
 
 

ANOTHER DEADLY WEEKEND – Kritik

 
 
 
Horrorslasher dürfen sich einer eingeschworenen Fangemeinde erfreuen, die stetig nostalgisch danach giert, Zutaten zu entdecken, die das geliebte Genre ausmachen. ANOTHER DEADLY WEEKEND (Originaltitel: MUCK) enthält sie wohl alle. Angefangen bei blanken Brüsten über dumme Sprüche bis hin zur dumpfen Gewalt. Und trotzdem vermag hier – sollte man den Streifen tatsächlich ohne eine Form von Stimulanzien konsumieren – kein Detail wirklich zu zünden. Das ist irritierend, da der Look anfänglich stimmig scheint. Doch mit zunehmender Laufzeit wird an nahezu allen Fronten genervt.
 
 
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Ja, die Playmates haben eine Bekleidungsallergie und schöne Körper ( auch der sexy Hintern auf dem Cover ist keine Mogelpackung, da man ihn tatsächlich zu sehen bekommt), aber wenn der ohnehin zähe Handlungsfluss durch gefühlt 5-minütige Umziehszenen zusätzlich gedehnt wird, dürften wohl nur die Fans von Sexy Clips ihre Freude haben, die dann jedoch gleich den Sportkanal wählen könnten.
 
 
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Dialoge wie: Sie: „Fass mir nicht auf den Po, nur weil deine Freundin tot ist …“ Er: „Baby, ich darf das. Ich hab dir den Tag gerettet.“ Sie: Okay, jetzt hast Du gepunktet!“ durchbrechen spielend die Schmerzgrenze bis hin zur Penetranz. Dabei dürfen über Pensigrößen selbstverständlich ebenso „Späßchen“ gemacht werden, wie über bereits verstorbene Protagonisten, was zu 90 Prozent unlustig und unsympathisch wirkt. Den präsentierten Witz mit pubertär zu umschreiben, wäre eine Beleidigung aller tapfer Pubertierenden. Da einen sämtliche Beteiligten allerdings eh völlig kalt lassen, ist dies nicht weiter tragisch. Selten hat man den Opfern, die hier den Mund aufmachen, einen schnelleren Tod gewünscht. Aber auch das Metzeln der Dumpfbacken zieht sich, da hier die Palette von völliger Wehrlosigkeit bis hin zur unbegründeten Superkraftentwicklung reicht.
 
 
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Auch die Gewalt regiert wenig überzeugend, da das zigste stereotype Schlagen und Stechen mit Schaufel oder Spitzhacke eher ermüdet, als dass sie den Puls in die Höhe schnellen lässt. Manche Tode sieht man dagegen – wohl aus Budgetgründen – überhaupt nicht. Stattdessen fliegt den tapferen Damen und Herren der eine oder andere Liter Kunstblut ins Gesicht. Andere sind einfach nur bescheuert, wie ein sich im Off aufs Dach drehende Auto, welches laut Drehbuchtext ein Mädel unter sich begräbt.
 
 
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Mit ANOTHER DEADLY WEEKEND ist eine Chimäre entstanden, die das Kunststück fertig bringt, trotz einiger gelungener Bilder und typischer Genreanspielungen unsympathisch dröge zu wirken, obwohl man man sich tief im Inneren eigentlich wünscht, den Film trotzdem zu mögen. Wohl oft vergeblich, denn dafür ist die ganze Chose unterm Strich viel zu langweilig und frei von Charme. Ein offenes Ende ohne kleinste Cliffhangerqualitäten „krönt“ den Film, bei dem wohl nur die Mitwirkenden ihren Spaß gehabt haben dürften, als engagierte Zeitverschwendung. Ach ja, einer der weiß angemalten Albinos ist der horrorfortsetzungserprobte KANE HODDER (aus Filmen wie HATCHET, FREITAG DER 13. oder WISHMASTER), der in den Credits als „The world´s most prolific cinematic killer“ gewürdigt wird. Er ist dann auch tatsächlich der Einzige der oberkörperfreien Truppe, der auch überschminkt irgendwie bedrohlich wirkt. Mut zur Selbstironie beweist Regisseur Steve Walsh, der sich im Abspann mit den Worten: „Der Mann für den Hollywood nicht bereit ist“ beschreiben lässt. Eine Gemeinsamkeit, die der eine oder andere mit dem legendären Zentrum der Filmindustrie teilen dürfte.
 
 
 


 
 
 

ANOTHER DEADLY WEEKEND – Fazit

 
 
 
3 Punkte Final
 
 
 
Nach dem fragwürdigen Genuss der quälend langen 98 Minuten von MUCK, so der verdammt ehrliche Originaltitel der anstrengenden Horrorgroteske, fragt man sich dann doch, an welche Zielgruppe sich der obendrein gnadenlos auf zwei weitere Fortsetzungen ausgelegte Film gerichtet hat. Wer sich nach sinnfreier Berieselung und getunten Brüsten, hohlen Sprüchen und spannungsfrei abgefilmten Gewalteinlagen innerhalb eines nicht vorhandenen Spannungsbogens sehnt, dürfte dem durchaus bemühten Angebot etwas abgewinnen können. Alle Anderen sollten aber eher zu irgendeinem der im Vorfeld der Blu-ray beworbenen Horrorfilme aus der BLOODY MOVIE COLLECTION greifen.
 
 
 


 
 
 

ANOTHER DEADLY WEEKEND – Zensur

 
 
 
Wirklich tolle Effekte gibt es in ANOTHER DEADLY WEEKEND (der im Übrigen nichts mit dem Horrorfilm DEADLY WEEKEND am Hut hat) nicht zu bewundern. Das wüste Hauen und Stechen wird jedoch relativ roh und heftig ohne CGI-Schnickschnack optisch aufbereitet. Einsamer Höhepunkt dürfte wohl das die Treppe Hinaufziehen eines der Opfer sein, indem man praktischerweise die noch im Bauch befindliche Axt nutzt.
 
 
 


 
 
 

ANOTHER DEADLY WEEKEND – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Tiberius Film (KeepCase Blu-ray)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Muck; USA 2015

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.85:1 (1080p) | @24 Hz

Laufzeit: ca. 98 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Trailer, Trailershow

Release-Termin: 14.07.2016 (BD KeepCase)

 

Another Deadly Weekend [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

ANOTHER DEADLY WEEKEND – Trailer

 
 

 
 

Andy78

Die Rechte aller für die Review verwendeten Bilder liegen bei Tiberius Film

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Bikini Girls on Ice (2009)
 
Slasher in the Woods (2013)
 
Bikini Island (1991)
 


Filmkritik: „SneekWeek“ (2016)

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SCREAM WEEK

(SNEEKWEEK)

Story

 
 
 

Ein paar Studenten haben den Tod eines Kommilitonen mitzuverantworten und werden dafür zwei Jahre später von einem maskierten Killer gejagt.

 
 
 


 
 
 

SCREAM WEEK – Kritik

 
 
 
Im Original komischer Titel? Schnell erklärt. Hinter dem Wort SNEEKWEEK (so wie SCREAM WEEK im Entstehungsland heißt) verbirgt sich ein Event in Friesland, das alljährlich gefeiert wird und jedes Mal mehr Besucher anlockt. Seit 1934 organisieren hier der königliche Wassersportverein Sneek sowie die Gemeinde Zuidwest-Friesland ein Fest, bei dem Segelwettkämpfe unterschiedlicher Kategorien stattfinden. Begleitet wird das Ereignis von Begleit-Veranstaltungen und lauten Partys, die vor allem vom jüngeren Publikum besucht werden. Genau jene Feierlichkeiten werden den Protagonisten des folgenden Horrorfilms zum Verhängnis. Die verschlägt es genau zu jener Zeit in den Norden zum Feiern, als ein kaltblütiger Killer beim Sneekweek-Fest die Runde macht. Ganz unschuldig sind die neunmalklugen Freunde am Erscheinen des Schlitzers aber nicht, denn wie bereits im Horror-Slasher ICH WEISS, WAS DU LETZTEN SOMMER GETAN HAST haben auch die Figuren dieses holländischen Genre-Beitrags reichlich Dreck am Stecken.
 
 
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Horror aus dem Land der Tulpen. Klingt kitschig – ist aber mutig und lobenswert. Während man in Deutschland auf bekannten Pfaden wandelt und entweder schwermütige Geschichtsdramen, anspruchsvolles Arthouse oder leichte Komödien ins Kino bringt, schauen die Nachbarn über den Tellerrand. Auch in Holland gibt es Horrorfans, die erschreckt werden wollen. So dreht man dort gerne Gruselzeug, das sogar brauchbar ist. So entstanden inländische Produktionen wie THE POOL, SINT, SCHLACHTNACHT oder FRANKENSTEIN’S ARMY, die auch international gehandelt wurden. Anders sieht es da schon in Deutschland aus. Das behandelt das Horror-Genre nach wie vor stiefmütterlich, ließ es aber in den 2000ern kurzzeitig krachen. Während einer kurzen Renaissance der Teen-Slasher, die durch SCREAM entfacht um die ganze Welt ging, entstanden auch deutsche Meuchelkrimis wie ANATOMIE oder FLASHBACK – MÖRDERISCHE FERIEN, die zumindest in Sachen Blutgehalt den amerikanischen Vorbildern in nichts nachstanden. Jene US-Ideale zieht auch der niederländische SCREAM WEEK zum Vergleich heran, der sich auch nicht zu fein ist, dem wohl wichtigsten postmodernen Slasher aus der Hand WES CRAVENS zu huldigen: SCREAM. Der flimmert im Film kurz über einen Fernsehapparat und stellt klar, welcher Horrorklassiker dem Holländer MARTIJN HEIJNE nach wie vor am Herzen liegt.
 
 
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SCREAM WEEK wandelt auf bekannten Teen-Slasher-Pfaden. Also lässt er junge Darsteller über die Klinge springen. Ein maskierter Bösewicht hat Freude daran, elektronische Handwerkzeuge zu missbrauchen, um damit naiven Studienabgängern die Leben zu verkürzen. Doch seine Taten sind nicht unbegründet. Die Opfer haben Dreck am Stecken. So hat sich vor genau zwei Jahren Tragisches ereignet. Ein Kommilitone ist beim Feiern während der Sneekweek auf schreckliche Weise ums Leben gekommen. Weil man Konsequenzen fürchtete, hat man der Polizei nicht die ganze Wahrheit erzählt. Leider bleibt keine Tat im Horrorfilm ungesühnt. Pünktlich zum erfolgreichen Uni-Abschluss gerät das Ereignis wieder in Erinnerung. Jemand Unbekanntes hat die Freunde von damals in ein schickes Anwesen eingeladen und weiß offensichtlich, was die Bande vor zwei Jahren getan hat. Doch die hat nur Feiern im Kopf. Es ist wieder Sneekweek, der Alkohol kalt und die Nächte laut. Demzufolge bleiben die Schreie ungehört. Leider pflastern schon bald erste Leichen die Wege und Fragen kommen auf, wer hier mit geschärftem Mordwerkzeug einen Denkzettel verpasst bekommen soll. Wie es bei solchen Filmen meist der Fall ist, wird das am Ende nur das „Final Girl“ erfahren. Die schlägt sich wacker, wird den Bösewicht demaskieren, und ihm selbstverständlich das Handwerk legen. Das ist heute so.
 
 
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ICH WEISS WAS DU LETZTEN SOMMER GETAN HAST auf Niederländisch. SCREAM WEEK weicht erst gar nicht von den Mustern oder Pfaden ab, die das Slasher-Genre so ausgetrampelt hat. Hier wird wie seit jeher gemordet und gestorben – funktioniert bereits über 40 Jahre prima. Dabei sind die holländischen Schreihälse den amerikanischen intellektuell ebenbürtig. Auch denen ist vor allem dreierlei wichtig: Party, Sex und Alkohol. Dass das rigoros bestraft werden muss, weiß jeder Fan des Subgenres. Leider hat SCREAM WEEK ein Problem. Während sich seit Carpenter und HALLOWEEN hinsichtlich der gezeigten Gewalt einiges getan hat, geht diese niederländische Produktion einen Schritt zurück. Zwar zückt der Killer im Film Winkelschleifer, Handkreissäge, Nagelpistole und Bohrmaschine – die Kamera blendet aber in den meisten Fällen weg, sobald es für Horrorfans interessant wird. Angesichts der steigenden Gier nach harter Brutalität in Horrorfilmen, ist das was Regisseur MARTIJN HEIJNE hier an Kills zeigt schon als Enttäuschung zu bezeichnen. Nichtsdestotrotz ist SCREAM WEEK aber weitaus besser, als das Meiste, was man für den US-Videomarkt produziert. Trotz zurückhaltender Zeigefreudigkeit und knapp zwei Stunden Laufzeit wurde die Stundenten-Auslöschung sauber inszeniert. Klischees sind da – ohne Stereotypen geht mal wieder gar nichts; dennoch wurde SCREAM WEEK trotz vorhersehbarer Handlungsverläufe spannend verpackt. Nach so vielen Filmen dieser Art muss man MARTIJN HEIJNE ein Lob aussprechen. Altbewährtes so zu drehen, dass es nicht langweilt, ist eine Kunst für sich.
 
 
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SCREAM WEEK – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Die niederländische Version von ICH WEISS WAS DU LETZTEN SOMMER GETAN HAST macht gar keine so üble Figur! Da kann sich Deutschland gern mal eine Scheibe abschneiden. Denn während man in Holland Horrorfilme für den Weltmarkt produziert, tritt man hierzulande beim Drehen von Kinofilmen auf der Stelle. Hauptsache staatstragend und intellektuell. Der bis auf wenige Ausnahmen humorfreie SCREAM WEEK (Originaltitel: SNEEKWEEK) ist typischer Horrorthrill fürs jugendliche Publikum. Zu sehen gibt es schöne Menschen mit wenig Kleidung (vorrangig Soap-Stars aus holländischen Vorabendserien), denen jedoch schreckliches Schicksal vorbestimmt ist. Technisch und auch atmosphärisch kann der Teen-Slasher einiges. Regisseur MARTIJN HEIJNE legt die für Slasher-Filme typischen falschen Fährten, um die Identität des Filmkillers möglichst lange zu bewahren. Gelingt ganz gut – hinsichtlich Spannung bietet der Film einige Höhepunkte. Demzufolge überrascht die Auflösung am Ende doch ziemlich. In Anbetracht der vordiktierten Slasher-Regeln macht SCREAM WEEK fast alles richtig. Nur bei der Gewalt hält sich die NL-Horror-Produktion zurück. Das dürfte den meisten Fans dieser Gattung Film gar nicht schmecken. Ist aber auch nicht weiter schlimm, denn der Film richtet sich ohnehin an all jene, die noch nicht so mit Slasher-Filmen bewandert sind. Die werden gut unterhalten.
 
 
 


 
 
 

SCREAM WEEK – Zensur

 
 
 
SCREAM WEEK ist ein eher harmloser Vertreter der Gattung Slasher. Zwar geht der Killer mit Bohrmaschine, Nagelpistole und ähnlich kräftigem Werkzeug zu Werke, die Kamera schwenkt aber weg, sobald es blutig wird. Der Film hat eine FSK16 erhalten.
 
 
 


 
 
 

SCREAM WEEK – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Black Hill Pictures

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: SneekWeek; Niederlande 2016

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Englisch

Bild: 2.35:1 (1080p)

Laufzeit: 108 Minuten

FSK: FSK 16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Trailer

Release-Termin: 25.11.2016

 
 

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SCREAM WEEK – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Black Hill Pictures)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
 Bloody April Fools – Los inocentes (2013)
 
Bloody Bloody Bible Camp (2012)
 
The Girl in the Photographs (2015)
 
Lost After Dark (2015)
 


Filmkritik: „ClownTown“ (2016)

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CLOWNTOWN

Story

 
 
 

Einige wortlos agierende Psychopathen haben sich als Clowns verkleidet und terrorisieren Ortsfremde, die sich in einer anscheinend menschenleeren Geisterstadt verirrt haben.

 
 
 


 
 
 

CLOWNTOWN – Kritik

 
 
 
Nicht erst seit der Fernsehfilm-Adaption des Stephen-King-Romans ES scheinen Clowns in Horrorfilmen unweigerlich Albträume beim Publikum hervorzurufen. Die geschminkten Spaßmacher sind zwar bereits seit Jahrhunderten zum Wohle der Lachmuskeln im Einsatz, verursachen aber nicht bei Jedermann Freude. So hat eine Studie der englischen University of Sheffield offen gelegt, dass Kinder zwischen 4 und 16 Jahren über die Grimassen jener lustigen Gesellen überhaupt nicht lachen können. Denen bereiten die Kreaturen mit ihrer unwirklichen Gestik und übertriebenen Mimik in erster Linie Angst – etwas, was sich bis ins Erwachsenenalter fortsetzen kann und in Fachkreisen auch als Coulrophobie betitelt wird. Die Furcht vor dem Unbekannten hinter der Maskerade findet auch im folgenden Horrorfilm Verwendung. CLOWNTOWN nennt sich der günstig gedrehte Horrorfilm aus der Mache von TOM NAGEL, der bisher eher als Schauspieler in B-Movies zu sehen war und nun auch mal einen eigenen Low-Budget-Film machen wollte. Sein Debüt erinnert in seiner billigen Machart an die vielen günstig verbrochenen Streifen aus längst vergessenen Videothekenzeiten, wo nahezu regelmäßig mies synchronisierter und bis zum Erbrechen zensierter Horror-Trash ins Regal gestellt wurde, um möglichst viel Leihgebühren vom Filmfan einkassieren zu können. Eigentlich kaum der Rede wert, würde da im Vorspann nicht kurz der Name ROBERT KURTZMAN auftauchen und das Interesse alteingesessener Horrorfans wecken.
 
 
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Kurtzman fungierte in CLOWNTOWN als Co-Producer und dürfte Horror-Kennern noch als talentierter Make-up und Effekt-Künstler in Erinnerung geblieben sein. Auf die Kappe des Mitbegründers der KNB EFX GROUP gehen Splatter-Orgien in Filmen wie FROM DUSK TILL DAWN oder WISHMASTER, für die er Masken- und Ekeleffekte beigesteuert hat. Aber auch in Produktionen neueren Datums hatte Kurtzman oft die Hände im Spiel. So ließ es sich der Effekte-Macher nicht nehmen, seine Matschereien auch in aktuellen Genrestreifen wie TUSK, THE FUNHOUSE MASSACRE oder ALL CHEERLEADERS DIE für die Ewigkeit sichtbar zu machen. Gute Voraussetzungen für CLOWNTOWN also, der mit Kurtzman als beteiligtem Produzenten eigentlich nur gewinnen kann. Doch wie es meist immer ist, kommt die Ernüchterung früh, denn von ausgeklügelten Kills und kreativen Matschmomenten ist weit und breit kaum etwas zu verzeichnen. Dafür flimmert immerhin etwas Terror über die Mattscheibe – Hoopers TEXAS CHAINSAW MASSACRE lässt grüßen.
 
 
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CLOWNTOWN erzählt mal wieder die ewig gleiche Leier von jungen naiven Menschen, die sich mit menschlichen Abgründen konfrontiert sehen. Diesmal sind es psychisch gestörte Persönlichkeiten, die sich wie Clowns geschminkt haben und eine amerikanische Kleinstadt terrorisieren. Die Menschen haben Angst und trauen sich nicht mehr aus dem Haus. Demzufolge bekommen die Bewohner kaum noch davon mit, was vor der eigenen Haustüre passiert. Dumm gelaufen für einige Durchreisende, die auf ihrer Fahrt durchs amerikanische Hinterland eine Autopanne erleiden und auf Hilfe angewiesen sind. Weil die Telefone keinen Empfang haben, macht man sich zu Fuß auf in die nächste Stadt, wo man ein verlorenes Telefon abholen möchte. Doch der vermeintliche Finder lockt die Gruppe in eine Falle. Am verabredeten Ort ist keine Menschenseele anzutreffen. Stattdessen bekommen es die Freunde mit einer Horde Psychopathen zu tun, die ihnen ans Leder wollen. Ein Wettlauf um Leben und Tod beginnt, der natürlich einige Leichen zu verzeichnen hat.
 
 
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Viel Substanz besitzt das Drehbuch von CLOWNTOWN leider nicht. Das ist auch kein Wunder, denn Drehbuchautor JEFF MILLER war bereits vor CLOWNTOWN nicht sonderlich darum bemüht, den Zuschauer mit frischen Geschichten zu verwöhnen. So verraten die ebenfalls von ihm zu Papier gebrachten Filme AXE GIANT oder HELLBLOCK 13 ganz passend, was dem Horrorfan mit CLOWNTOWN blüht. Billiger Fast-Food-Horror wird geboten, der sich am gängigen Horrorstandard orientiert. Auf dass der Zuschauer nicht zu sehr überfordert wird! Das Morden und Überleben steht im Fokus. Opfer werden gejagt und nacheinander ausradiert. Den Innovationspreis gewinnt man damit freilich nicht – vor allem auch deshalb, weil sich die Figuren zu keiner Minute nachvollziehbar oder logisch verhalten. Weil nahezu jeder Terror- und Slasher-Film der letzten 20 Jahre nach gleichem Schema abgelaufen ist und sich Regisseur TOM NAGEL schwer mit dem Spannungsaufbau tut, wird CLOWNTOWN selbst für Liebhaber solcher Streifen zu Bewährungsprobe. Hinzu kommt, dass sich die Schauspieler teils äußerst hölzern und unerfahren vor der Kamera bewegen, was CLOWNTOWN mit Sicherheit einen baldigen Platz auf den Wühltischen hiesiger Fachhändler bescheren dürfte. Letztendlich verspricht das Plakat mal wieder mehr, als der Film bieten kann. CLOWNTOWN ist kein großer Wurf und dürfte bald wieder vergessen sein. Blutige Momente bilden die Ausnahme und die immerhin gelungenen Clownsmasken verlieren aufgrund der beliebigen Machart und der austauschbaren Handlung ziemlich rasch an Reiz. Horrorstimmung will da nur selten aufkommen. Schade ums Zelluloid – oder den digitalen Träger.
 
 
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CLOWNTOWN – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Pennywise‘ kleinen Geschwister. Diese Clowns sind gar nicht lustig, diese Clowns wollen töten – und langweilen. Nicht überall wo bekannte Namen draufstehen, wartet sehenswerte Horrorunterhaltung aufs hungrige Publikum. CLOWNTOWN ist schnell heruntergekurbeltes Videomaterial, dass zwar ab und an so etwas wie Light-Terror versprüht, aber die meiste Zeit langweilt, weil die Handlungsverläufe nicht neu sind. Demzufolge gibt es die ewig gleiche Leier von dummen Opfern und vermeintlich überschlauen Mördern zu sehen, die vom rechten Weg abgekommen sind und schlachten müssen. Auch wenn Effektmaestro ROBERT KURTZMAN als Produzent beteiligt gewesen ist, gehört CLOWNTOWN nicht in die Genre-Königsklasse. Überraschenderweise sind die Morde nämlich recht unblutig und unspektakulär ausgefallen – und das, obwohl mit Kurtzman ein Meister seines Fachs als Geldgeber fungierte. Unterm Strich ist CLOWNTOWN kein Horror-Hit. Der Film ist ein Mix aus Slasher und Terrorfilm, bei dem es an allem mangelt. Das Schauspiel ist mager, die Inszenierung klischeeüberladen und atmosphärische Momente bilden die Ausnahme. Da kann man nur hoffen, dass man nicht über eine Fortsetzung nachdenkt. Die braucht niemand. Besser andere Clown-Schocker in den Player legen, denn da gab es in der Vergangenheit besseres. Neben PLAY – TÖDLICHES SPIEL, STITCHES und CLOWN wäre da natürlich noch die Mutter aller Clown-Horrorstreifen: STEPHEN KINGS ES.
 
 
 


 
 
 

CLOWNTOWN – Zensur

 
 
 
Trotz Mitwirken von Effektmeister ROBERT KURTZMAN ist CLOWNTOWN hinsichtlich der gezeigten Grausamkeiten eine Enttäuschung. Die Morde sind sehr kurz und werden oftmals nur angedeutet. Zudem wurden die Kills auch nicht sonderlich raffiniert umgesetzt und schauen teils sehr billig aus. Im Vergleich zu anderen Slasher- und Terrorfilmen ist der Härtegrad sehr niedrig angesetzt, was CLOWNTOWN hierzulande „nur“ eine rote FSK-Plakette einbringen dürfte: keine Jugendfreigabe.
 
 
 


 
 
 

CLOWNTOWN – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Steel House Productions | ITN Distribution)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Clownhouse (1989)
 
Killjoy (2000)
 
Camp Blood (1999)