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Filmkritik: „Hounds of Love“ (2016)

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HOUNDS OF LOVE

Story

 
 
 

Auch Serienkiller brauchen Liebe. In HOUNDS OF LOVE bringt Liebesentzug die Ehe eines Psychopathen-Duos ins Wanken.

 
 
 


 
 
 

HOUNDS OF LOVE – Kritik

 
 
 
Ein weiterer Film über die Bestie Mensch. Diesmal zeigt sie sich in Form eines Pärchens, das während der 1980ern in australischen Vororten ihr Unwesen treibt, um dort ahnungslosen Teenagerinnen aufzulauern. Die entführen minderjährige Mädchen und halten diese in ihrem Heim fest. Dort durchleben die Opfer die Hölle auf Erden. Sie werden vergewaltigt, missbraucht und letztendlich getötet. Doch auch Serienmörder geraten irgendwann einmal an ihre Meister. Der verbirgt sich in der rebellischen Vicki. Die Jugendliche hat zu Hause ihre Probleme und kommt mit der Mutter nicht klar. Weil die ihr verbietet eine Feier zu besuchen, geht die Heranwachsende einfach heimlich zur Sause und trifft unterwegs besagtes Mörderduos, das für die Teenagerin Taxi spielen will. Weil Vicki keine Gefahr ahnt, springt sie ins Auto und freut sich auf Freunde, Alkohol und Party. Doch alles kommt anders. Das Mädchen wird entführt und im Heim des Killerpaars auf eine Liege gekettet. Dort muss sie schreckliche Dinge über sich ergehen lassen. Trotz Martyrium ist Vicki wachsam. So erfährt das Opfer, dass in dieser Beziehung einiges falsch läuft. Während Psychopath John (unberechenbar und abgebrüht: STEPHEN CURRY) daheim perverse Neigungen auslebt, duldet Gattin Evelyn Abscheulichkeiten aus Liebe. Doch hinter der Fassade bröckelt es. Offenbar ist Evelyn in ihrer Ehe nicht mehr glücklich, denn emotionale Abweisungen stehen an der Tagesordnung. So nutzt die Jugendliche emotionale Diskrepanzen aus und bringt das Paar gegeneinander auf. Was folgt ist harter Tobak – exzellent gespielt und schockierend verfilmt.
 
 

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Was man nicht alles aus Liebe tut. HOUNDS OF LOVE ist schwer verdaulicher Stoff, den man nicht mal so nebenbei sieht. Der Film zeigt in deprimierenden und ungeschönten Bildern den emotionalen Abstieg einer Frau, die aus Liebe zur Mittäterin wird. Schauspielerisch befindet sich das von BEN YOUNG inszenierte Psychodrama auf hohem Niveau und hebt sich demnach lobenswert von den üblichen Indie-Konsorten ab, die man sonst so im Horror-Bereich vorgesetzt bekommt. Zu verdanken ist dies Darstellerin EMMA BOTH. Die liefert eine Glanzleistung ab und verkörpert im Film den weiblichen Part eines skrupellosen Psycho-Duos, das mit seinen Opfern keine Gnade kennt. Ihr wird besondere Aufmerksamkeit zuteil, denn während sich das neue Opfer Vicki und Täter-Gatte John in ihren Rollen kaum weiterentwickeln, erlebt die von Both gespielte Evelyn in HOUNDS OF LOVE eine qualvolle Lektion in Sachen Liebe. Dank der neuen Gefangenen komnt die emotional abhängige Kriminelle zur Erleuchtung. Die ringt vergebens nach Nähe, Liebe und Verständnis, wird aber vom Göttergatten abgewiesen. So hinterlassen emotionale Wunden tiefe Narben und führen in ein unbequemes Finale, das Erlösung und Qual zugleich ist.
 
 

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In HOUNDS OF LOVE weht ein rauer Wind. Hier zeichnet sich früh ab, dass das Streben nach unerwiderter Liebe mit Chaos enden muss. Das wird vor allem am ungemütlichen Ton des Streifens bemerkbar. HOUNDS OF LOVE wird mit laufender Spielzeit beklemmender und deutet früh an, dass der etwas andere Liebesfilm mit großem Knall enden muss. Filmemacher BEN YOUNG baut subtile Spannungen zwischen seinen Antihelden auf, die schlussendlich zur Katastrophe führen. Unerfahrene Zuschauer dürften damit Probleme haben, denn auch wenn nicht viel Gewalt gezeigt wird, sind die Geschehnisse im Film hart anzuschauen. Hier wird Kopfkino in Bestform zelebriert. Das dürfte wohl auch der Grund dafür sein, dass HOUNDS OF LOVE auf einschlägigen Festivals von Kritikern und Publikum mit Lob überhäuft wurde. BEN YOUNG beschwört mit wenig Mitteln maximales Unbehagen herauf und lässt Figuren wie Zuschauer an Grenzen gehen. Das muss ihm erst einmal jemand nachmachen. HOUNDS OF LOVE ist ein gutes Beispiel dafür, dass sehenswerte Genrefilme nicht zwangsläufig Effekthascherei, explizite Gewalt und Spezialeffekte benötigen. Erfahrenes Schauspiel und durchdachtes Drehbuch sind alles. Wir ziehen unseren Hut.
 
 

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HOUNDS OF LOVE – Fazit

 
 
 

8 Punkte Final

 
 
 
Ein Brett von Film – schockierend, ungemütlich und dennoch ergreifend. HOUNDS OF LOVE zeigt den erschütternden Weg in die Freiheit – doppelbödig und tiefgründig. Den suchen im Film zwei Frauen, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten. Während die eine hier das Opfer ist und versucht aus den Fängen eines Psychopathenpaars zu entkommen, entpuppt sich die andere als personifiziertes Böse und sucht ebenfalls einen Weg, um sich Fesseln entledigen zu können. Es ist mal wieder die Liebe, die an Grenzen gehen und über sich hinauswachsen lässt. Im Falle von HOUNDS OF LOVE leidet die Komplizin eines Mörders an Liebesentzug. Die tut alles daran, um den Liebsten glücklich zu machen, wird aber als Gegenleistung für Mühe mit Füßen getreten. Das sorgt für eine emotionale Talfahrt und der Suche nach Wegen raus aus dem Liebesgefängnis. HOUNDS OF LOVE braucht keine Hochglanzbilder und makellose Jungschauspieler. Der Streifen schockiert mit ungeschönter Bilderflut und depressiver Grundstimmung. Das lässt das Psychodrama irgendwie authentisch wirken und erinnert daran, zu was Menschen fähig sein können, wenn sie geliebt werden wollen. Hinter HOUNDES OF LOVE steckt das Psychogramm einer emotional abhängigen Frau, das definitiv nicht kalt lässt. Somit kein einfach verdaulicher Stoff, sondern harter Tobak mit Tiefgang, Hintergrund und Anspruch. Letzterer hat sich seit einiger Zeit im Genrefilm sehr rar gemacht. Gut, dass er wieder da ist. Der tut nämlich dringend Not.
 
 
 


 
 
 

HOUNDS OF LOVE – Zensur

 
 
 
In HOUNDS OF LOVE wird explizite Gewalt nur sehr selten eingesetzt. Die meisten Grausamkeiten werden nur angedeutet, passieren im Off oder bekommt man nur zu hören. So wird ein Teenager missbraucht, ein Hund zu Tote getreten, ein Mädchen abgeschlachtet und mit Messer in einen Körper gestochen. Wer glaubt, dass das alles harmlos ist, wird schnell eines Besseren belehrt. HOUNDS OF LOVE fühlt sich sehr hart an, weil hier Kopfkino aktiviert wird. Trotzdem dürfte es eine FSK16 geben. Indeed Film wird den Film nach Auswertung auf dem Fantasy Filmfest im Oktober 2017 auf DVD und BD veröffentlichen.
 
 
 


 
 
 

HOUNDS OF LOVE – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte führ Grafiken liegen bei Indeed Film)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Jack Ketchum’s Evil (2007)
 
An American Crime (2007)
 
Chained (2012)
 
3096 Tage (2013)
 


Filmkritik: „Paramedics“ (2016)

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PARAMEDICS

(BODIES)

Story

 
 
 

Zwei Sanitäter verdienen sich schmutziges Geld mit fragwürdigen Praktiken. Sie fangen Notrufe ab, um verletzten Menschen zur Hilfe zu eilen. Statt zu helfen, haben die aber andre Pläne mit den nach Hilfe suchenden Patienten.

 
 
 


 
 
 

PARAMEDICS – Kritik

 
 
 
Man stelle sich vor: Ein Rettungswagen trifft am Unfallort ein, Sanitäter verarzten Schwerverletzte, die später auf dem Operationstisch landen und ihrer Organe beraubt werden. Ein Albtraumszenario, das nicht weit hergeholt ist. Illegaler Organhandel boomt seit Jahren und scheint vor allem dort zu florieren, wo tagtäglich ums Überleben gekämpft werden muss und die Not sozial schwacher Menschen ausgenutzt wird. Angesichts dieser Umstände mutet es schon etwas makaber an, was uns da mit PARAMEDICS (Alternativtitel: BODIES) ins Haus geflattert ist. Filmemacher RODNEY WILSON hat nämlich aus der ohnehin brisanten Thematik vom Organlager Mensch einen Horrorfilm gedreht, der vermutlich Fans fürs grobe Handwerk hellhörig machen dürfte. Leider wird sich bei dieser Zielgruppe wohl schnell Ernüchterung breitmachen. PARAMEDICS ist nämlich – auch wenn es die Bilder in der Kritik vermuten lassen – kein Splatter- und Gorefest á la HOSTEL, das auf die niederen Instinkte des Zuschauers abzielt. Hier wird schwarzhumorigen Nachschub für all jene geliefert, die eine Leidenschaft für bitterböse Späße besitzen. Viel Splatter wird nicht gezeigt. Stattdessen quasseln Protagonisten erstaunlich viel, was aufgrund der reißerischen Ausgangssituation dann doch vielen Horrorfans vor den Kopf stoßen dürfte. Manchmal können Inhaltsangaben und Filmbilder auch dreiste Blender sein.
 
 
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Eine Geschichte über zwei Geschwister, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten. Corey (JOE BOCIAN) kommt bei Frauen gut an und weiß, was er will. Ganz anders hingegen: Jeffrey (BRIAN LANDIS FOLKINS). Der ist geistig zurückgeblieben, unsicher und steht unter der Fuchtel des dominanten Bruders. Dennoch verbindet die beiden ein gemeinsames Ziel. Sie besorgen kranken Menschen Organe, die sie dringend benötigen. Die Sache hat nur einen Haken. Wie Herzen, Nieren und Lebern beschafft werden, ist alles andere als ehrenhaft. Hierfür sind die Brüder als Sanitäter im Einsatz und schlachten ahnungslose Patienten in einem provisorisch eingerichteten Operationsraum aus, um deren Organe an jene weiterzuverkaufen, die darauf sehnsüchtig warten und gut dafür löhnen. Die Geschäfte laufen gut, bis man auf die kesse Cindy (JENICE MARSHALL) trifft. Die ist gerade mit den Freundinnen im Wald unterwegs und verletzt sich den Fuß. Schnell ist der Rettungswagen gerufen. Ein fataler Fehler, denn wenig später befindet auch die attraktive Blondine in den Fängen der skrupellosen Geschwister, die mit ihren Organen Geld verdienen wollen.
 
 
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Reduzierte Gore-Einlagen zugunsten hanebüchener Dreiecksbeziehung. Wer sich im Falle von PARAMEDICS ausgeschlachtete Menschen am Fließband erhofft, wird schnell eines Besseren belehrt. Der Film hat zwar einige schmerzhafte Momente zu bieten, fokussiert sich aber mehr auf das Zusammenspiel dreier Protagonisten, die sich in einer Art Kammerspiel gegenseitig an die Gurgel gehen. Schnell stellt sich nämlich heraus, dass sich das neue Opfer nicht so schnell unterkriegen lässt. Cindy beginnt mit den Brüdern ein perfides Spiel zu spielen und versucht die Geschwister gegeneinander aufzuhetzen. Das wirkt vielerorts unglaubwürdig und arg konstruiert, zumal Identifikationsfiguren fehlen. Die drei Figuren sind alles andere als sympathisch. Das erschwert das Mitfiebern und macht das Treiben gleichgültig. Bei den drei Schauspielern ist keine Schuld zu suchen. Die machen ihre Sache ganz gut und agieren für Low-Budget-Verhältnisse erstaunlich professionell. Der Übeltäter ist Regisseur RODNEY WILSON selbst, der nämlich auch gleich das Drehbuch zum Film geschrieben und darin noch etwas Übung nötig hat. Manchmal ist es eben besser, wenn man Drehbücher zu Filmen von Leuten verfassen lässt, die sich auch damit auskennen.
 
 
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PARAMEDICS – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Bitterböser Organhandel-Schocker mit Schwächen. Man sollte sich nicht vom Filmplakat blenden lassen, das ruppiges Exploitation-Kino vermuten lässt. Die wenigen Ausweidungsmomente sind zwar gut getrickst, aber rar gesät. PARAMEDICS ist eher Psychothriller mit schwarzhumoriger Note, in dem das Verhältnis zweier ungleicher Brüder auf die Probe gestellt wird. Deren Handlungen und Entscheidungen sind oft nicht nachvollziehbar, weshalb die meisten Horrorzuschauer PARAMEDICS vermutlich auch schnell als Blödsinn abstempeln dürften. Immerhin können Schauspieler und Kulisse überzeugen. Letztere beschränkt sich auf nur einen Raum und lässt schnell ein beklemmendes Gefühl der Hilflosigkeit aufkommen. Wenn da nur nicht das undurchdachte Drehbuch wäre, das teils absurde Wendungen einschlägt und am Ende mit grimmiger Pointe Haare zu Berge stehen lässt. Aufgrund der überschaubaren Handlung ist PARAMEDICS mit knapp 90 Minuten etwas zu lang geraten. Demzufolge sollte man unbedingt Erwartungen herunterschrauben, wenn man dennoch am vorgestellten Organraub-Horror interessiert ist. Ein origineller oder gar spannender Schocker ist dieser Film definitiv nicht.
 
 
 


 
 
 

PARAMEDICS – Zensur

 
 
 
Auch wenn sich die Geschichte von PARAMEDICS ziemlich reißerisch liest, sollte man keinen Film im Stile eines HOSTEL erwarten. Zu Beginn wird ein Mensch ausgeweitet – eine weitere Körperöffnung folgt im späteren Verlauf. Weiterhin bekommt man einen sehr schmerzhaften Beinbruch und eine Vergewaltigung zu sehen. Weil die Thematik über illegalem Organhandel dann doch schon sehr bitter aufstößt und die Spezialeffekte nicht ohne sind, könnte PARAMEDICS vermutlich einen roten FSK-Flatschen erhalten – sollte er überhaupt in Deutschland ausgewertet werden.
 
 
 


 
 
 

PARAMEDICS – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Pretty Monkeys Media)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Turistas (2006)
 
Train – Nächster Halt: Hölle (2008)
 
Caged (2010)
 


Filmreview: „Trail of Blood“ (2011)

trail of blood 2011
 
 
 

TRAIL OF BLOOD

Story

 
 
 
Einige Kids wollen es sich im Wald so richtig schön gemütlich machen und schlagen ihre Zelte ahnungslos auf einer Waldlichtung auf. Als sie in der Nähe eine Blutspur finden und dieser folgen, geraten sie an ein psychopathisches Pärchen, das so richtig Lust darauf hat, den Freunden den Campingausflug zu vermasseln …
 
 
 


 
 
 

TRAIL OF BLOOD – Kritik

 
 
 
WES CRAVEN hat es getan und ELI ROTH war nicht abgeneigt. Nun tut es auch JOE DANTE und gibt seinen guten Namen für einen günstig heruntergeleierten Horrorfilm her, damit er sich besser vermarkten lässt. Auf dem Filmplakat des Wildnis-Slashers TRAIL OF BLOOD wird kräftig mit DANTE als Zugpferd geworben, schließlich macht ein bekannter Name auf dem Cover hellhörig und lässt ganz nebenbei zusätzliche Dollars in die leeren Kassen gewinnorientierter Produzenten fließen. In Zeiten offensichtlicher Kassenflops altbekannter Horrormaestros, ist es ratsam sich vorab über die Qualität jener Werke im Internet kundig machen, denn was einem da an Lobpreisungen von in-die-Jahre-gekommenen Kultregisseuren auf dem Einleger untergejubelt wird, hat mit dem Inhalt oft nur wenig gemein. Immerhin hat DANTE bei TRAIL OF BLOOD als Produzent fungiert, schließlich muss der Mann auch irgendwie seinen Lebensunterhalt bestreiten. Die Jahre erfolgreicher Kinohits sind schon längst vorbei und der Schöpfer der beliebten GREMLINS Reihe hat in der Vergangenheit eher durch Produzententätigkeit geglänzt und als Regisseur für seichte TV-Serien von sich hören lassen. Mit TRAIL OF BLOOD kehrt er mal wieder zum Genre zurück, auch wenn er hier einzig als Geldgeber in Erscheinung tritt und das Regiezepter den Brüdern JOSEPH GUERRIERI und JUSTIN GUERRIERI überlassen hat. Die beiden sind recht neu im Geschäft, haben zuvor nur kleine Kurzfilme gedreht und präsentieren mit TRAIL OF BLOOD ihr Spielfilmdebüt, bei dem sie sich auch direkt die Freiheit genommen, das Drehbuch zum Streifen niederzukritzeln. Viel Geschick steckt da leider nicht dahinter, denn die Geschichte von TRAIL OF BLOOD liest sich wie das Best-of aller halbwegs bekannten (Backwood)Slasher- und Torturwerke der letzten zehn Jahre.
 
Viel Neues hat der Horrorfan von TRAIL OF BLOOD nicht zu erwarten. Es ist es mal wieder die altbewährte Geschichte von einigen neunmalklugen Kids, die während einer entspannten Campingsause an ein dynamisches Duo geraten, das eine Vorliebe für makabre Spiele hegt. Der männliche Part entpuppt sich schnell als durchgeknallter Ex-Marine-Soldat, der sich selbst als „Angel of Death“ bezeichnet und sein Stirnband vermutlich etwas zu fest um den Kopf gebunden hat, so dass es ihm offensichtlich schwer fällt gescheit zu denken. Seine stumme, ebenso schein-intellektuelle Mitspielerin ist stattdessen einfach nur da und hat die Haare schön, frönt dem frivolen Treiben wortlos bei und freut sich einen Ast ab, wenn „Angel“ mal wieder ein wehrloses Menschlein erbarmungslos und heimtückisch um die Ecke gebracht hat. Natürlich lassen sich die Kids ihren friedlichen Camping-Trip nicht von zwei kranken Irren vermasseln und versuchen immer wieder dem fleischgewordenen Albtraum zu entkommen. Bis jedoch die erlösende Rettung eintrifft und die beiden Psychopathen in die Schranken gewiesen werden können, müssen vorab jedoch erst einmal einige der verschüchterten Jungspunde auf unschöne Weise das Zeitliche segnen, schließlich will manch Horrorfan auch etwas Gewalt im Heimkino zu sehen bekommen.
 
Es ist schon etwas verwunderlich, was DANTE dazu bewegt haben muss, für diesen Bullshit Geld locker zu machen. Nach einem zugegebenermaßen wirklich schönen Intro, das eigentlich eher einen unheimlichen Geisterfilm vermuten lässt, gibt es mal wieder Folter- und Überlebenskampf light für einfache Gemüter, die von einem Genrefilm partout keinen Anspruch erwarten, sondern einfach nur hohle Gewalt sehen wollen. Nach dem obligatorischen Tohuwabohu, in dem jedem der Protagonisten eine notdürftige Charakterisierung aufgezwungen wird, geht es auch schon geradezu in die Kampfarena, wo sich die Kids gegen ihre gemeingefährlichen Widersacher behaupten müssen. Zum Glück ist einer der Guten ebenso ein gestandener US-Marine-Soldat, der natürlich gelernt hat, wie man sich in einer derartigen Situation zu verhalten hat. Glaubhaft ist das natürlich nicht gerade, was vor allem daran liegen mag, dass für die Rolle des Helden ausgerechnet der Film-unerfahrene TIM BARRACE verpflichtet wurde, der seinem gefährlichen Widersacher (TREVOR TRSETH) nicht einmal ansatzweise das Wasser reichen kann. Die ihm zugeteilte Charakterentwicklung ist so das dümmste was die Filmgeschichte bisher hervorgebracht hat, denn Held Jim mausert sich in knapp 80 Minuten vom mutigen Helden zum eiskalten Psychopath, der bald nicht mehr zwischen Gut und Böse unterscheiden kann und alles niederballert, was seinen Weg kreuzt. Ansonsten wird dem Zuschauer hier mal wieder der ewig gleiche Standartbrei aufgetischt, der eigentlich in jedem zweiten Slasher zum Thema gemacht wird. Die Protagonisten sind mal wieder so flach, wie die Oberweite von Schauspielerin KEIRA KNIGHTLEY und ihr unüberlegtes Handeln, dürfte den Zuschauer mehr als einmal fassungslos fluchend vor der Glotze zurücklassen. Immerhin gibt es ab und an Terror zu sehen. Da werden die Kids auf eine Runde Russisches Roulett eingeladen und sogar auf falsche Fährten gelockt. Gut ist TRAIL OF BLOOD deshalb aber noch lange nicht, denn so hanebüchen wie er angefangen hat, endet der Streifen letztendlich auch. Am Ende bleibt ein bedeutungsloses Süppchen aus Slasher, Tortur- und Terrorelementen mit vielen Klischees und dummen Protagonisten, das Genre-Neulinge durchaus zu fesseln versteht. Wer aber das ABC des modernen Horrorfilms bereits in- und auswendig kennt, dem wird hier nur ein müdes Lächeln entlockt werden können.
 
 
 


 
 
 

TRAIL OF BLOOD – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Es geht abwärts mit JOE DANTE, dem aktuell vermutlich vollkommen egal ist, für welchen Stuss er seinen Namen hergibt, insofern die Kohle stimmt. TRAIL OF BLOOD ist belangloser Überlebens-Horror mit dummen Teens, trivialer Story und einigen gut platzierten Kopfschüssen. Immerhin gibt es für wenig bewanderte Horrorfans etwas Kurzweil auf der Mattscheibe zu sehen. Ansonsten ist TRAIL OF BLOOD kaum der Rede wert. Nichts, was man unbedingt in der Sammlung haben müsste: gesehen, abgehakt und wieder verkauft.
 
 
 


 
 
 

TRAIL OF BLOOD – Zensur

 
 
 
Im Überlebens-Thriller TRAIL OF BLOOD werden die Opfer hauptsächlich durch Kopfschüsse erledigt. Demnach sollte man hier kein Gewaltfeuerwerk der Extraklasse erwarten. Zwar sind die Gemeinheiten ziemlich fies in Szene gesetzt, was aber durchaus KJ-tauglich sein dürfte. Wir meinen TRAIL OF BLOOD wird ungeschnitten in Deutschland mit der KEINE JUGENDFREIGABE-Kennzeichnung erscheinen.
 
 
 


 
 
 

TRAIL OF BLOOD – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Mooring (2012)

If a Tree falls (2010)

Last House on the Left (2009)

Last House on the Left (1972)


Filmreview: „The Anniversary at Shallow Creek“ (2011)

THE ANNIVERSARY AT SHALLOW CREEK
 
 
 

THE ANNIVERSARY AT SHALLOW CREEK

Story

 
 
 
Sam (Eric Fischer) und Paige (Brianna Lee Johnson) studieren gemeinsam Medizin. Um das Leben im Fleiß mit etwas Freizeit aufzulockern, begibt sich das Pärchen zusammen mit Freunden für ein Wochenende in die Einöde. Das schicke Landhaus des Onkels bietet die perfekte Gelegenheit, sich vom hektischen Uni- und Stadtleben zu erholen. Doch der Frieden währt nicht lang. Während die jungen Leute einen gemütlichen Abend bei Wein und Bier ausklingen lassen, wird einem der Freunde aus der Ferne eine Gewehrkugel in den Kopf gejagt. Doch das scheint nur der Auftakt einer ganzen Reihe brutaler Übergriffe zu sein, denn ein maskiertes Killer-Duo schleicht um das Anwesen und kennt nur ein Ziel: die Gruppe möglichst brutal auszulöschen …
 
 
 


 
 
 

THE ANNIVERSARY AT SHALLOW CREEK – Kritik

 
 
 
Vielen Filmemachern scheinen allmählich die Ideen für ihre Beiträge auszugehen. Das macht sich vor allem im Bereich Horrorfilm bemerkbar. Die produzierte Ware lässt schon seit mehreren Jahren arg zu wünschen übrig. Da werden aus erfolgreichen Horrorstoffen lieblose Remakes gezimmert und die immer wieder gleichen Geschichten uninspiriert wiederverwertet. Die Zeiten, in denen Drehbuchautoren und Regisseure in einer erstaunlichen Regelmäßigkeit zwar eigensinnige, aber stets erfrischende Filmstoffe auf Zelluloid bannten, scheinen längst vorbei zu sein. Und so sind wirklich sehenswerte und wegweisende neue Genreperlen leider ziemlich rar gesät.
 
Der Horror-Thriller THE ANNIVERSARY AT SHALLOW CREEK aus dem Jahre 2011 macht da leider keine Ausnahme. Mit minimalem finanziellem Aufwand und offensichtlich mangelnder Eigenständigkeit wird hier einmal mehr versucht, dem interessierten Fan das hart verdiente Geld zu entlocken. Dabei versucht Regisseur JOB D. WAGNER (übrigens u.a. auch in das Projekt STATIC involviert gewesen) nicht einmal ansatzweise, die austauschbare Handlung halbwegs spannend in Szene zu setzen oder sie gar mit interessante Aspekten zu bereichern. Stattdessen handelt die Geschichte einmal mehr von einer Gruppe ahnungsloser Erwachsener, die von zwei maskierten Fremden in einem Haus eingeschlossen und wenig später kaltherzig über den Jordan gebracht werden.
 
Wie aktuell üblich, werden die selbstzweckhaften Gewaltakte entsprechend voyeuristisch ausgeschlachtet und dem Zuschauer zeigegeil offenbart. Anders lassen sich die Bilder voll Ungereimtheiten und die unzählbaren inhaltlichen Schwächen kaum mehr vertuschen. Und so erlebt der erwartungsfreudige Filmfreund einmal mehr völlig hölzerne Protagonisten, die in manchem Momente der Dummheit die sinnbefreitesten Dinge veranstalten. Da schleichen sich die Opfer, in der Hoffnung dem Verbrecherpack unbemerkt entfliehen zu können, in das obere Stockwerk des Hauses. Natürlich scheint eines der weiblichen Opfer dem Druck nicht gewachsen zu sein, und beginnt ihre Verzweiflung etwas lautstark zum Ausdruck zu bringen, wobei sie natürlich die übrigen Protagonisten in Gefahr bringt. Zudem mag man als Zuschauer einmal mehr nicht begreifen, warum Frauen in Horrorfilmen partout lauthals kreischen müssen, wenn sie auf einen leblosen Körper stoßen.
 
Eine wirkliche Identifikationsfigur gibt es in THE ANNIVERSARY AT SHALLOW CREEK nicht. Stattdessen gibt es Terror von der Stange, der aber alles andere als bedrohlich und verängstigend in Erscheinung tritt. Trotz der wenigen Gewaltdarstellungen wirkt THE ANNIVERSARY AT SHALLOW CREEK nicht wirklich schockierend, da die uninteressanten, idiotisch handelnden Figuren kaum Potenzial zum Mitfiebern bieten. Da ist es dem Film letztlich auch nicht förderlich, dass sich aus dem anfänglich klischeebeladenen 08/15-Slasher schnell ein überraschungsarmer Home-Invasion-Flick entwickelt, der am Ende sogar ins torturlastige abdriftet. Auch wenn sich die Kombination aus diversen Subgenres durchaus ansprechend liest; sehenswert ist dieser wilde Cocktail dennoch zu keiner Minute. Das mag vor allem daran liegen, dass der Film nur selten konsequent ist. Da wird wild umhergeschossen, und mit einem Messer ins Fleisch geschnitten. Im Vergleich zu ähnlich gelagerten Schockern wirkt die unsichere Zurückhaltung der Schlachtszenen schon sehr mädchenhaft. Zudem gestaltet sich der gesamte Szenenverlauf derart durchschaubar, so dass dem Zuschauer schnell der Spaß an der Sichtung vergehen dürfte. Die vermeintlich überraschende Auflösung des Spuks wirkt unglaubhaft und erzwungen und der scheinbar bitterbös’ gemeinte Schlussgag will nicht so recht nachwirken. Was bleibt ist ein vollkommen überflüssiger, ja kaum daseinsberechtigter Thriller.
 
Fakt ist, dass THE ANNIVERSARY AT SHALLOW CREEK ein unbeholfener Versuch eines zwar motivierten Debütanten darstellt, aber aufgrund der Masse unzähliger ähnlicher Filme kaum Beachtung finden wird. Im übrigen fungiert hier Baseballspieler ERIC MARK FISCHER nicht nur als Produzent des Films. Zusammen mit seiner Ehefrau BRIANNA LEE JOHNSON zeichnet er ebenso als Co-Autor verantwortlich und agiert in THE ANNIVERSARY AT SHALLOW CREEK sogar noch als Schauspieler – wohl um Kosten zu sparen. Ob man jedoch stolz darauf sein kann, in einem ideenlosen Horrorfilm mitgewirkt zu haben, der sich sogar noch die Dreistigkeit erlaubt mit der Tatsache zu werben, dass er von wahren Begebenheiten inspiriert wurde, ist natürlich fraglich.
 
 
 


 
 
 

THE ANNIVERSARY AT SHALLOW CREEK – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
 
FUNNY GAMES meets THE COLLECTOR. Ein etwas arg unausgegorener Terrorfilm, mit beliebiger, austauschbarer Handlung, dummen Helden und laschen Morden!
 
 
 


 
 
 

THE ANNIVERSARY AT SHALLOW CREEK – Zensur

 
 
 
Da die Gewalteinlagen zwar vorhanden sind, aber im Vergleich zu ähnlichen Filmen sehr zaghaft in Erscheinung treten, dürfte THE ANNIVERSARY AT SHALLOW CREEK hierzulande ungeschnitten ab 18 Jahren erhältlich sein. Demnach ist eine „Keine Jugendfreigabe“-Einstufung denkbar.
 
 
 


 
 
 

THE ANNIVERSARY AT SHALLOW CREEK – Trailer

 
 

 
 

Hellraiser80/ Marcel Demuth

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Home Sweet Home (2012)

In their Skin (2012)

The Aggression Scale (2012)

Kidnapped (2010)

The Strangers (2008)

Funny Games (1997)

Funny Games – Remake (2007)

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