Filmkritik: „The Devil’s Dolls“ (2016)

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THE DEVIL’S DOLLS

(WORRY DOLLS)

Story

 
 
 

Schwarze Magie und gruselige Talismane führen selten zu etwas Gutem. Auch hier nicht. Ihre Besitzer scheinen von Sinnen und töten alles und jeden. Ob es einen Weg geben wird, diese tickenden Zeitbomben zu vernichten?

 
 
 


 
 
 

THE DEVIL’S DOLLS – Kritik

 
 
 
2012 war ein großes Jahr für Regisseur PADRAIG REYNOLDS. Er erntete mit seinem Horror-Debüt RITES OF SPRING viel Aufmerksamkeit und konnte genug Interessenten für die internationale Vermarktung finden. Mittlerweile ist es etwas ruhiger um den auf Festivals gefeierten Filmemacher geworden. Offensichtlich hat er sich ausreichend Zeit genommen, den nächsten Streich vorzubereiten. Der ist nun fertig, heißt THE DEVIL’S DOLLS und kombiniert ebenso wie der Vorgängerstreifen diverse Subgenres miteinander – auch wenn diesmal das Resultat weit hinter den Erwartungen zurückbleibt. Da kann man nur hoffen, dass der Backwoods-Slasher RITES OF SPRING keine Eintagsfliege gewesen ist. THE DEVIL’S DOLLS hat weitaus mehr gekostet – inhaltlich herrscht jedoch das reinste Durcheinander. Hier mangelt es an allem – vor allem aber an Spannung. Demzufolge ist der neue Film nur was für Ausgeschlafene, denn der Regisseur macht es dem Horrorfan nicht leicht, seinem zähen Flickwerk zu folgen.
 
 
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Böse Puppen, gute Puppen. In THE DEVIL’S DOLLS (der im Ausland auch als WORRY DOLLS vertrieben wird) sind es die Erstgenannten, die zu Handlanger des Teufels umfunktioniert werden. Voodoo-Puppen sorgen in diesem Horrorfilm für Tod und Verderben, weil auf den geflochtenen Anhängern ein böser Fluch lastet. Eine Spur der Verwüstung ist die Folge. Im Mittelpunkt steht Polizist Matt (CHRISTOPHER WIEHL). Der bringt den kaltblütigen Serienkiller Henry Leonard Bale (MATTY FERRARO aus RED CLOVER) zur Strecke, der zuvor mit Voodoo-Puppen gespielt hat. Die hat er akkurat in eine Kiste verstaut und läuft anschließend dem Gesetzeshüter versehentlich vors Schießeisen. Leider scheint man es in THE DEVIL’S DOLLS nicht sonderlich ernst mit Beweismitteln zu nehmen. Die geheimnisvolle Kiste mit all den darin enthaltenen Puppen findet einen neuen Besitzer. Der, beziehungsweise die ist acht Jahre alt und die Tochter jenes Polizisten, der das Böse wenige Tage zuvor in die Schranken gewiesen hat. Leider geht es der neuen Eigentümerin bald gar nicht mehr gut. Sie verschönert die erhaltenen Anhänger mit Perlen und Strass, um sie anschließend an höchstbietende Interessenten zu verkaufen. Doch der Fluch der Puppen nimmt bald Besitz von jedem, der eine davon sein Eigen nennt. Die Besessenen verwandeln sich in unaufhaltsame Killermaschinen und ermorden kaltblütig Menschen, die ihnen nahe standen. Wird Cop Matt den Fluch stoppen und die kleine Tochter retten können?
 
 
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Manchmal kann es zum Nachteil sein, wenn man zu eifrig mit Genres experimentiert. Im Falle des Horrorthrillers THE DEVIL’S DOLLS sorgt die Flut an unterschiedlichen Filmrichtungen für Chaos. Der kunterbunte Schubladen-Mix möchte irgendwie nicht funktionieren. Regisseur PADRAIG REYNOLDS war wohl um Einzigartigkeit bemüht und warf Voodoo-Horror, Besessenheits-Grusel, Slasher-Film und Cop-Thriller in einen Topf. Entstanden ist trotz einer stattlichen Anzahl an Ideen eine regelrechte Schlaftablette, die ihre Potenziale nicht ausschöpft, weil der Macher nichts mit den Stilrichtungen anzufangen wusste. Dabei werden bereits im Prolog große Töne gespuckt. Hier erlebt der Streifen bereits seinen Höhepunkt, wenn der Serienkiller blutig zur Tat schreitet. Mit einem Abbruchhammer durchbohrt er den Schädel seines Opfers. Die Kamera hält drauf und ersäuft die Szene in Blut – Gorehounds wird’s freuen. Leider kann THE DEVIL’S DOLLS diese Schockwirkung nicht wiederholen. Nach dem zugegebenermaßen derben Beginn verliert der Film seinen roten Faden. Zu wenig Kills, dabei unwichtige Szenen und belanglose Dialoge, die den Zuseher quälen bis zum Abspann. Dazwischen konfuse Handlungsstränge, allerhand Unlogisches und einen der wohl lahmarschigsten Polizisten der Filmgeschichte. Der verpasst um Haaresbreite jeden Mord und hätte mit weitaus mehr Elan manches Verbrechen im Film verhindern können.
 
 
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Immerhin gibt sich Regisseur PADRAIG REYNOLDS als waschechter Slasher-Fan zu erkennen. In einer Filmszene wird eine Frau mit einer Heckenschere bearbeitet. Während dieser Szene gibt es eine Einstellung zu sehen, die dem Poster des 80er Kult-Slashers THE BURNING nachempfunden wurde. Die gut gemeinte Hommage freut zwar das Horrorfanherz, ändert aber nichts an der Tatsache, dass THE DEVIL’S DOLLS trotz Liebe zum Horrorfilm eine einzige Enttäuschung ist. Tempo wird schmerzlich vermisst und die Geschehnisse dümpeln zwischen den wenigen Morden vor sich hin. Demzufolge sollte man trotz des reißerisch zusammengeschnippelten Trailers nicht zu viel erwarten. Der ist bei weitem besser, als der eigentliche Film. Aus einer Mücke ’nen Elefanten machen – zumindest marketingtechnisch ist THE DEVIL’S DOLLS Königsklasse.
 
 
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THE DEVIL’S DOLLS – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Viel Theater um eigentlich nichts. THE DEVIL’S DOLLS (der im Original übrigens WORRY DOLLS heißt) ist ein blutiger Genre-Mix, der sein ganzes Pulver in den ersten zehn Minuten verschießt und danach eine katastrophale Talfahrt hinlegt. Hier herrscht größtenteils Langeweile, weil der Slasher-Fan PADRAIG REYNOLDS viel Neues erzählen wollte, aber mit dem Mix der Horror-Subgenres überfordert ist. Selbstverständlich klingt die Idee Voodoo-, Slasher- und Besessenheits-Thematik miteinander zu vereinen, interessant; die Umsetzung gestaltet sich unterm Strich jedoch alles andere als prächtig. Der Grund: spannende Momente bleiben aus und die blutige Richtung, die zu Beginn eingeschlagen wird, kann leider nicht die gesamte Filmlänge über gehalten werden. Das frustriert, weil der Filmtrailer mehr versprochen hat. Wer sich demzufolge viel Zeit sparen möchte und dennoch mitreden will, sollte es demnach bei diesem Trailer belassen. Der fasst die besten Szenen zusammen und ist gerade einmal zwei Minuten lang. Eine richtige Enttäuschung.
 
 
 


 
 
 

THE DEVIL’S DOLLS – Zensur

 
 
 
Hart beginnt THE DEVIL’S DOLLS (OT: WORRY DOLLS) tatsächlich, denn hier wird ein Bohrer in den Kopf einer Frau gerammt und die Kamera hält reißerisch drauf. Die (wenigen) übrigen Morde sind zwar nicht von schlechten Eltern, aber nur halb so hart anzuschauen, wie der Kill in den ersten 10 Minuten. Ungewöhnlicherweise hat die ungeschnittene Fassung des Streifens in Deutschland eine FSK16 erhalten. Das wäre vor einigen Jahren noch undenkbar gewesen. Wichtig zu wissen: Die nun erhältlichen Heimkinofassung besitzt einen roten FSK-Faltschen. Der Grund hierfür liegt im Bonusmaterial. Das besitzt eine höhere Freigabe wie der Film. Deshalb ist die erhältliche Blu-ray und DVD erst für Erwachsene geeignet.
 
 
 


 
 
 

THE DEVIL’S DOLLS – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) I-ON New Media | Splendid Film (KeepCase Blu-ray)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Worry Dolls; USA 2016

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 85 Min.

FSK: Film: FSK16 | Blu-ray wegen Bonusmaterial: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Trailer, Trailershow

Release-Termin: 28.04.2017

 

The Devil’s Dolls [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

THE DEVIL’S DOLLS – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken und Packshot liegen bei I-ON New Media | Splendid Film)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Venom – Biss der Teufelsschlangen (2005)

Possession – Das Dunkle in dir (2012)

Needle – Deinem Schicksal entkommst du nicht (2010)

Filmkritik: „Shark Lake“ (2015)

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SHARK LAKE

Story

 
 
 
Willkommen zum gefühlt tausendsten Horrorfilm über hungrige Killerfische: DOLPH LUNDGREN kämpft in einem Badesee gegen aggressive Riesenhaie und rettet am Ende die Menschheit. Gott habe ihn selig.

 
 
 


 
 
 

SHARK LAKE – Kritik

 
 
 
Manche Menschen sind einfach nicht zum Drehbuchschreiben geboren. Eine Weisheit, die für viele selbsternannte Drehbuchautoren von Horrorfilmen zutrifft. Von denen gibt es mittlerweile Unzählige und die meisten von ihnen wollen nur eins: dem Liebhaber von Horrorfilmen Lebenszeit rauben. Zwei dieser üblen Geschichtenerzähler sind GABE BURNSTEIN und DAVID ANDERSON. Die haben SHARK LAKE zu Papier gebracht und kommen hoffentlich dafür in die Hölle, schließlich verbirgt sich hinter dem faden Hai-Horror einer der wohl schlechtesten Tier-Horrorfilme der letzten Jahre. Zu sehen gibt es nicht viel. So vermiesen nicht nur eine hanebüchene Story und miserable Spezialeffekte aus dem Computer die gute Laune; auch Action-Legende DOLPH LUNDGREN stellt einmal mehr unter Beweis, dass er kein sonderlich begabter Schauspieler ist und statt Dialoge zu büffeln, lieber Fäuste im Film sprechen lässt.
 
 
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SHARK LAKE ist Horrorkino zum Abgewöhnen. Während die Schrottpresse THE ASYLUM regelmäßig bewusst schlechte Filme mit sogar fliegenden Haifischen (SHARKNADO) produzieren lässt, sind abgefahrene Ideen in dem von JERRY DUGAN inszenierte Tier-Schnarcher Mangelware. Der Regisseur stand bisher nur für einige Kurzfilme hinter der Kamera und feiert mit besagtem Hai-Thriller seinen Regieeinstand. Statt jedoch mit dem Debüt für Lacher zu sorgen, um so Defizite verschleiern zu können, nimmt sich sein Erstling bierernst. In Anbetracht der unsagbar schlechten Umsetzung keine gute Idee, denn SHARK LAKE gleicht einer filmischen Katastrophe. DER WEIßE HAI stand wie so oft Pate. Ein Klassiker, der vor 40 Jahren gezeigt hat, wie furchteinflößender Fisch-Horror aussehen muss. Leider schien wohl keiner der am Film Beteiligten Lust gehabt zu haben, den von Spielberg gedrehten Kult-Schocker etwas genauer unter die Lupe zu nehmen. So verläuft zwar SHARK LAKE nach ähnlichem Muster; die für diese Art von Filmen berüchtigten Adrenalin-Momente bleiben jedoch aus. Stattdessen quält sich der Streifen damit, eine mehr als ausgelutschte Geschichte zu beleuchten, die im Grunde das erzählt, was zuvor schon hundert ähnliche gestrickte Horrorfilme berichtet haben. Überraschungsmomente? Fehlanzeige!
 
 
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Im Mittelpunkt steht die junge Polizistin Meredith Hernandez (SARA MALAKUL LANE), die seltsamen Vorkommnissen auf den Grund gehen muss. In einer friedlichen Kleinstadt gehen seltsame Dinge vor sich. Eine Leiche mit abgerissenem Arm wird am Ufer eines Sees gefunden und Bären für die Attacke verantwortlich gemacht. Doch die wahren Übeltäter sind nicht an Land zu finden. In einem nahe liegenden See haben es sich zwei Haie gemütlich gemacht, denen die kleinen Heringshappen im Wasser nicht mehr ausreichen. Der Mensch steht nun auf dem Speiseplan und Badegäste werden von den gierigen Raubtieren in Stücke gerissen. Natürlich sind Presse, Polizei und DOLPH LUNDGREN vor Ort. Letztgenannter macht mit den Fischen kurzen Prozess, schließlich verirrt sich auch bald dessen Tochter versehentlich ins Gewässer und sieht sich mit den hungrigen Kreaturen konfrontiert. Da muss Papa natürlich einschreiten.
 
 
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Kennste einen, kennste alle. Es scheint oftmals schleierhaft, als welchen Gründen Horrorfilme gedreht werden, wenn man doch nichts Neues zu erzählen hat. Weitaus unverständlicher ist jedoch die Tatsache, warum Horrorabfall wie SHARK LAKE knapp zwei Millionen Dollar kosten konnte. Dem Film sieht man das üppige Kapital zu keiner Minute an. Das beschämt vor allem viele unabhängige Horrormacher, die den Dollar beim Drehen von Genre-Streifen zweimal umdrehen müssen und dennoch weitaus bessere Horrorfilme auf Zelluloid bannen. Demzufolge sollte man vorsichtig sein. Auch wenn mit DOLPH LUNDGREN auf dem Cover geworben wird (viel Screentime hat er im Film übrigens nicht) handelt es sich bei diesem Hai-Thriller um austauschbaren und vor allem ereignislosen Media-Markt-Wühltisch-Müll, dem man besser keine Beachtung schenken sollte.
 
 
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SHARK LAKE – Fazit

 
 
 
3 Punkte Final
 
 
 
DOLPH LUNDGREN tritt in die Fußstapfen von ROY SCHEIDER und – oh Wunder – scheitert. Der einstige Actionstar hält sich seit den großen Erfolgen in den 80er und 90ern mit hauptsächlich günstige produzierten Horror- und Actiontiteln über Wasser und lies es sich natürlich nicht nehmen in SHARK LAKE mit Haifischen zu ringen. Leider handelt es sich bei diesem Tier-Horror um überflüssigen Videoschund, der mit – für heutige Verhältnisse – fast schon beschämenden Effekten schnellen Herzschlag bescheren will. Die wurden mehr als bescheiden am Computer erstellt und lassen die animierten Kreaturen aus den meisten SYFY und ASYLUM-Werken dagegen Oscar-verdächtig erscheinen. Für knapp zwei Millionen Dollar wurden 90 Minuten Langeweile auf Zelluloid gebannt, die dem Zuschauer Lebenszeit rauben. Die Effekte sind schlecht, die Geschichte mies und schauspielerisch wird auf Sparflamme geköchelt. Wer den Nervenkitzel sucht ist hier falsch, denn in SHARK LAKE passiert nicht viel. So werden ein paar Menschen unter Wasser gezogen – dazwischen herrscht das ermüdende Grauen. Das ist beschämend – vor allem deswegen, weil vor 40 Jahren einer der besten Hai-Horrorfilme gedreht wurde und es Regisseur JERRY DUGAN nicht einmal ansatzweise geschafft hat, wenigstens eine Szene aus DER WEIßE HAI ansprechend zu kopieren. Wir meinen: Ein Armutszeugnis!
 
 
 


 
 
 

SHARK LAKE – Zensur

 
 
 
Zu sehen gibt es einen abgerissenen Arm, etwas Pixelblut aus dem Rechner und viel rot gefärbtes Wasser. Fans üppiger Gewaltorgien kommen zu kurz, denn in SHARK LAKE wird mit blutigen Gemeinheiten gegeizt. Hierzulande erscheint der Film ungeschnitten mit FSK16 im Handel. Die Freigabe ist angemessen.
 
 
 


 
 
 

SHARK LAKE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Tiberius Film GmbH

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Shark Lake; USA 2015

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.78:1 (1080p) | @24 Hz

Laufzeit: ca. 92 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wendecover

Extras: Originaltrailer, Trailershow

Release-Termin: 06.04.2017

 

Shark Lake [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 


 
 
 

SHARK LAKE – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Tiberius Film GmbH)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Bait (2012)
 
Shark Night 3D (2011)