Filmkritik: „Children of the Corn: Runaway“ (2018)

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CHILDREN OF THE CORN: RUNAWAY

Story

 
 
 

Eine junge Mutter wird in einem kleinen amerikanischen Städtchen von der schrecklichen Vergangenheit als Mitglied einer Kindersekte eingeholt.

 
 
 


 
 
 

CHILDREN OF THE CORN: RUNAWAY – Kritik

 
 
 
Nichts wie weg von hier. Vor vielen Jahren passierte im verschlafenen Gatlin das Unfassbare. Kinder schlossen sich einem mysteriösen Kult an und töteten alle Erwachsene. Der schrecklichen Vergangenheit des Ortes will auch die schwangere Ruth (MARCI MILLER aus MOST LIKELY TO DIE) entkommen. Die war selbst Teil der Sekte, will ein neues Leben beginnen und haust unter neuen Namen unentdeckt über Jahre an verschiedenen Orten. Als sie in einer kleinen Stadt in Oklahoma eine Stelle als Automechanikerin annimmt und auf einen Neustart mit Sohn Aaron hofft, holt sie die Vergangenheit trotzdem wieder ein. Offenbar ist ihr das Böse aus Gatlin auf den Fersen, vor dem sie jahrelang geflüchtet ist. Was folgt, sind schreckliche Visionen, die der Traumatisierten den Schlaf rauben. Ob das neue Leben der taffen Alleinerziehenden in Gefahr ist? Erste Vermutungen bewahrheiten sich schon sehr bald.
 
 
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Aber nun muss langsam mal Schluss sein. Film Nummer 10 rund um die zornigen Kinder ist – wie zu erwarten war – kein guter Horrorstreifen. Der Grund hierfür liegt auf der Hand. Die Geschichte rund um eine mysteriöse Kindersekte wurde mittlerweile so oft verfilmt, dass sich Abnutzungserscheinungen bemerkbar machen. Hinzukommt, dass keine der vielen Filme einen roten Faden erkennen lässt. Stattdessen orientieren die sich mehr oder weniger lose an der Kingschen Kurzgeschichte, ohne dass man sich die Mühe macht, die vom Horrormeister geschriebene Erzählung endlich mal konsequent fortzusetzen. Eine richtige Fortsetzung ist der hier besprochene CHILDREN OF THE CORN – RUNAWAY demnach auch nicht. Auch dieses Sequel spielt irgendwo im Universum der wütenden Kinder, besitzt aber – bis auf die Kindersekte – keine direkten Zusammenhänge zu den bisherigen Verfilmungen. Das erleichtert Unwissenden den Einstieg, weil keine Vorkenntnisse vorausgesetzt werden, um CHILDREN OF THE CORN – RUNAWAY verstehen zu können. Doch die fehlenden Verbindungen zu den anderen Fortsetzungen sind Fluch und Segen zugleich. Mal wieder wird nämlich ignoriert und bei null begonnen. Wer die übrigen Filme gesehen hat, dürfte da langsam die Übersicht verlieren. Doch die fehlende Orientierung ist schon lange nicht mehr das einzige Problem der Kinder-des-Zorns-Reihe. Es ist die Grundidee selbst, die kaum noch Spannung entstehen lässt, weil jeder Zuschauer doch weiß, dass in diesem Filmfranchise doch ohnehin nur minderjährige Sektenmitglieder einen Maisgott huldigen, der es gar nicht gut mit Erwachsenen meint. Die Folge: Kinder töten Volljährige und Volljährige weisen fanatische Sektenanhänger in ihre Schranken. Originell ist was anderes.
 
 
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Auch CHILDREN OF THE CORN – RUNAWAY macht keinen Hehl daraus, dass das Konzept der Filmreihe schon längst zu Grabe getragen wurde. Die Geschichte des nunmehr zehnten Films ist wohl die dünnste der gesamten Serie. Drehbuchautor JOEL SOISSON (schrieb auch schon den Bodensatz KINDER DES ZORNS – GENESIS) musste wohl hier schnell was zu Papier bringen, weil DIMENSION FILMS dringend ein weitere Sequel benötigte. Für Ideen war da keine Zeit. Die Eile hatte seinen Grund. Das Filmstudio hatte zuvor die Rechte am HALLOWEEN-Franchise verloren, weil es nicht gelang eine weitere Produktion auf die Beine zu stellen, um eine neue Fortsetzung drehen zu können. Um nicht auch noch die Rechte an den zornigen Kindern abtreten zu müssen, musste schnell gehandelt werden. So entstand quasi heimlich CHILDREN OF THE CORN – RUNAWAY, dessen Dreharbeiten fast unbemerkt von der Öffentlichkeit stattfanden. Erst zwei Wochen vor Drehschluss veröffentlichte man erste Informationen und Bilder. Ein Schelm wer da einen qualitativen Schnellschuss vermutet.
 
 
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In der Tat reiht sich CHILDREN OF THE CORN – RUNAWAY in die schier endlose Reihe überflüssiger Fortsetzungen ein, auf die man getrost verzichten kann. Mal wieder werden Erwachsene von Kindern getötet, die offenbar durch das ultimativ Böse angetrieben ein grausames Spiel mit Erwachsenen spielen. Neu ist jedoch, dass sich Drehbuchautor JOEL SOISSON einen Twist ausgedacht hat, um – zumindest unerfahrene Zuschauer – in die Enge zu treiben. Kalter Kaffee, weil sich quasi jeder Horror- und Gruselstreifen neueren Datums mit einer unerwarteten Wendung abheben will. Immerhin ein Lichtblick in einer Filmreihe, die keine Neuerungen kennt. So ist CHILDREN OF THE CORN – RUNAWAY zwar immer noch Durchschnitt, aber schon mal besser als die letzten sechs Fortsetzungen. Trotzdem hat auch der zehnte Film wegen bekannter Verläufe ein Problem mit der Spannungskurve, besitzt aber mit MARCI MILLER eine talentierte Schauspielerin, der es zumindest halbwegs gelingt, den Zuschauer mit Sympathie durch einen belanglosen Film zu führen. Ob das allein lohnt sich dieses schnell abgedrehte Sequel anzuschauen, muss jeder Zuschauer selbst entscheiden. Mittlerweile ist jedoch einfach die Luft raus, denn die Reihe entwickelt sich einfach nicht weiter.
 
 
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CHILDREN OF THE CORN: RUNAWAY – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
CHILDREN OF THE CORN – RUNAWAY besitzt eine gute Hauptdarstellerin und überrascht mit gut getricksten Zeitlupen-Sequenzen, in denen Menschen das Zeitliche segnen. Zudem sind die Morde diesmal sehr sadistisch ausgefallen und werden erstaunlich lang zelebriert. Dennoch ist auch diese Fortsetzung überflüssig und auch nicht sonderlich spannend. Das Problem: es fehlen Ideen und Neuerungen. Die Geschichte ist quasi die gleiche wie vor über 30 Jahren. Seither hat sich nicht viel Neues im Kinder-des-Zorns-Universum getan. Offenbar musste im Falle von CHILDREN OF THE CORN – RUNAWAY schnell gedreht werden. Wie bereits zuvor bei HELLRAISER: JUDGMENT musste man zügig eine Pflichtfortsetzung inszenieren, um Filmrechte behalten zu können. Dass da für Ideen, Qualität und Fanwünsche kaum Zeit vorhanden war, merkt man auch dem mittlerweile zehnten Film rund um die zornigen Maiskinder an. Das Sequel entpuppt sich als liebloses Video-Futter, das vermutlich niemanden interessieren würde, wenn da nicht ein Zusammenhang mit Horror-Autor STEPHEN KING bestehen würde. Der dürfte vermutlich beim Schreiben seiner Kurzgeschichte über einen mysteriösen Maiskult nicht einmal ansatzweise geahnte haben, welche Wellen seine Ideen noch Jahrzehnte später schlagen würden. Übrigens zeichnet als Regisseur jemand verantwortlich, der sich mit Horror auskennt. JOHN GULAGER hat zuvor Horrorfilme wie die FEAST-Trilogie, PIRANHA 2 oder ZOMBIE NIGHT gedreht. Alles Trash-Horror, für den man das Hirn ausschalten muss. Das wird bei CHILDREN OF THE CORN – RUNAWAY auch nicht sonderlich beansprucht. Dafür ist die Handlung zu rudimentär – trotz Twist am Ende.
 
 
 


 
 
 

CHILDREN OF THE CORN: RUNAWAY – Zensur

 
 
 
Es gibt einige wenige Morde in CHILDREN OF THE CORN: RUNAWAY zu sehen. Diese haben es aber in sich. Nicht nur, dass diese sehr zeigefreudig sind. Sie werden zudem in mehreren Stufen zelebriert, was die Kills lang, sehr hart und vor allem sadistisch erscheinen lässt. Weil hier auch noch ein kleines Mädchen gehörig daran Spaß besitzt Erwachsene zu ermorden, dürfte diese Fortsetzung wohl erst für Erwachsene geeignet sein. Die FSK versteht nämlich mit mordenden Kindern so gar keinen Spaß.
 
 
 


 
 
 

CHILDREN OF THE CORN: RUNAWAY – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Lionsgate Home Entertainment | Dimension Films)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Speek no Evil (2013)
 
Come Out and Play – Kinder des Todes (2012)
 
Kinder des Zorns (1984)
 
Tödliche Ernte – Kinder des Zorns II (1992)
 
Kinder des Zorns III – Das Chicago-Massaker (1995)
 
Kinder des Zorns 4 – Mörderischer Kult (1996)
 
Kinder des Zorns 5 – Feld des Terrors (1998)
 
Kinder des Zorns 6 – Isaacs Rückkehr (1999)
 
Kinder des Zorns 7 – Revelation (2001)
 
Kinder des Zorns: Genesis – Der Anfang (2011)
 
Stephen Kings Kinder des Zorns (2009)
 

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Filmreview: „Come Out and Play“ (2013)

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COME OUT AND PLAY – Kinder des Todes

Story

 
 
 
Beth (Vinessa Shaw) und Francis (Ebon Moss-Bachrach) erwarten ein Kind und reisen nach Mexiko, um ein wenig Ruhe zu finden und den Kopf frei machen zu können. Leider entpuppt sich der eigentliche Ferienort schnell als Karneval-Feiermeile, sodass die beiden rasch ein Boot mieten und zu einer idyllischen Insel übersetzen, auf welcher die Zeit stehen geblieben zu sein scheint. Doch kaum im vermeintlichen Paradies angekommen, wundert sich das Paar darüber, dass hier schlichtweg kein Erwachsener anzutreffen ist. Der Ort scheint wie ausgestorben und ein Gefühl des Unbehagens kommt unweigerlich auf, als die beiden beobachten, wie die Kinder der Insel sich zusammenrotten und einen Erwachsenen nach dem Nächsten auf arg grausame Weise in die ewigen Jagdgründe befördern …
 
 
 


 
 
 

COME OUT AND PLAY – Kritik

 
 
 
Um Zuge der ökologischen Aufklärung des letztens Jahrhunderts entwickelte sich in den 1970er Jahren eine zunehmend bewusstere globale Auseinandersetzung mit der Problematik der Umweltverschmutzung, die nicht nur ein radikales Umdenken unter den Menschen zur Folge hatte, sondern auch viele Regisseure dazu bewegte, ihre gesellschaftskritischen Botschaften zugleich auch auf Zelluloid bannen zu müssen. Filme, wie FROGS (1972), LONG WEEKEND (1978) und PIRANHAS (1978) schossen wie Pilze aus dem Boden und begründeten wenig später ein neues Sub-Genre, in welchem die Natur unweigerlich zum Angriff bläst, um die unbelehrbare Menschheit für das Vergehen an ihrem kostbaren Lebensraum zu bestrafen. Im Zuge der überaus kassenträchtigen aber dennoch stets gesellschaftskritischen Öko-Horrorfilmwelle der 70er erblickte auch der spanische Thriller WHO CAN KILL A CHILD das Licht der Filmwelt, der sich nicht nur auf das damals so brisante Umweltproblem konzentrierte, sondern ebenso begann, diverse Verbrechen gegen die Menschheit offenkundig anzuprangern. Hierbei bot der Film vor allem dadurch kontroversen Zündstoff, indem er zu Beginn auf erschreckende und dokumentarische Weise bebilderte, welch schwerwiegenden Folgen vor allem kriegerische Auseinandersetzungen nach sich ziehen können und wer letztendlich darunter am meisten zu leiden hat: die Kinder.
 
Als Grundlage für den spanischen Films WHO CAN KILL A CHILD diente der Roman EL JUEGO DE LOS NINOS von JUAN JOSÉ PLANS, der ein wahrlich apokalyptisches Schreckens-Szenario schildert und sich die Frage stellt, was letztendlich wäre, wenn sich die Schwächsten in der Gesellschaft zusammenraffen und in den Krieg gegen die Erwachsenen ziehen würden, um für all die Schandtaten an ihren kleinen Seelen Vergeltung einzufordern. Immerhin scheint die Botschaft des Film aktueller denn je, so dass sich Remake-Regisseur MAKINOV darin verpflichtet sah, die durchaus zeitlose Erkenntnis des Buchvorlage in die Gegenwart transferieren zu müssen, um die kontroverse Thematik mittels glattgebügelten Remakes auch einer neuen Generation zugänglich machen zu können. Dass MAKINOV sich hier natürlich eine große Bürde aufgezwungen hat, dürfte auf der Hand liegen, besticht bereits das Original mit einer durchaus beklemmenden und besonderen Atmosphäre, die man bis dato in nur wenigen Genre-Filmen bewundern durfte. Das bemerkenswerte jedoch ist, und das macht den Film durchaus zu einem waschechten Klassiker des Genres, dass WHO CAN KILL A CHILD selbst 35 Jahre nach seiner Entstehung immer noch zu fesseln weiß und rückblickend betrachtet, seiner Zeit weit voraus war. Umso erfreulicher also, dass sich MAKINOV der wertvollen Qualität diese kleinen Genre-Perle durchaus bewusst war und diesen wichtigen Klassiker nun mit dem nötigen Respekt neuinterpretiert hat. Seine Neuauflage mit dem etwas sehr reißerischen Titel COME OUT AND PLAY orientiert sich hierbei jedoch sehr an das Erfolgskonzept des Originals. Der Schauplatz besitzt eine erschreckend präzise Ähnlichkeit mit dem aus der Vorlage, die menschenleeren Gassen verursachen ein ebenso bedrohliches Unbehagen und die unerträgliche Hitze der spanischen Mittagssonne birgt ein sonderbares Gruselfeeling, das bereits Regisseur SERRADOR im Original kongenial einzufangen wusste. Überhaupt klammert sich COME OUT AND PLAY krampfhaft an die atmosphärisch dichte Grundlage, ganz so als hätte MAKINOV davor Angst der Geschichte eine nötige Eigenständigkeit einzuverleiben. Im Grunde genommen keine dumme Idee, denn aufgrund der haargenauen Umsetzung lässt sich letztendlich schwer deuten, welcher der beiden Filmen denn nun eigentlich der Bessere ist. MAKINOVS behutsames Vorgehen ist zwar löblich, dennoch zwängt sich einem als Zuschauer hierbei natürlich unweigerlich die Frage auf, welchen Sinn denn letztendlich eine filmische Neuinterpretation besitzt, wenn diese im Grunde genommen den Mut davor scheut, dem gesamten Treiben eine eigenständige Note zu verleihen. Vermutlich mag der Grund hier natürlich in der lukrativen Neu-Aufbereitung altbekannter Filmstoffe liegen, die in Hollywood aktuell eine Hochkonjunktur erleben und seit nun schon über 10 Jahren maximale Gewinne in die ohnehin leeren Kinokassen spülen. Da bereits unlängst alles recycelt wurde, was in der Horrorfilmszene Rang und Namen besitzt, scheint es nun an der Zeit, selbst den unbekannten Klassikern eine Frischzellenkur zu spendieren – ganz der Devise: minimaler Aufwand führt hoffentlich zu maximalen Gewinn. Schenkt man den Informationen Glauben, die man im Internet zu COME OUT AND PLAY findet, so soll das Remake rund sechs Millionen EURO gekostet haben. Für einen kleinen Film wie diesen ein enorm umfangreiches Budget, das man dem Film leider nur selten ansieht.
 
Auch wenn MAKINOV sich etwas zu versteift an der Vorlage orientiert so erstaunt dennoch, mit welch spielerischer Leichtigkeit es ihm gelingt einen durchaus spannenden Film zu konstruieren, der sogar den Kennern des Originals den Atem stocken dürfte. Hierbei ist natürlich das dreckig-verschwitztes Gruselflair zu nennen, das unweigerlich an das Terror-Kino der 70er erinnert und dem Film mit einer ganz speziellen Atmosphäre beschenkt. Die Hitze ist stets präsent und scheint den beiden Hauptcharakteren gänzlich den Verstand rauben zu wollen. Und gerade in derart belastenden Wetterlage sieht sich das Paar mit einer Horde rebellischer Kids konfrontiert, die wie durch Hypnose verzaubert durch die Gassen des Küstenstädtchens wandeln. Immerhin versucht MAKINOV sich mit seiner Neuauflage an die zeitgemäßen Regeln des aktuellen Horrorfilms zu orientieren. Denn während das Grauen im Original eher subtiler Natur war, hält MAKINOV natürlich mit der Kamera zeigegeil drauf, so dass hier auch Horrorfilmfreunde auf ihre Kosten kommen dürften, die es hin und wieder etwas ruppiger mögen. Ob das dem Film letztendlich wirklich förderlich ist, sollte jeder für sich selbst entscheiden. Da werden Ketten aus Ohren und Fingern gefertigt und Erwachsene auf arg bestialische Weise ausgeweidet. Für unseren Geschmack etwas zu viel des Ganzen, da hierbei der Grundtenor der eigentlichen Botschaft des Films in gänzlich andere Sphären driftet. Überhaupt bleibt die Botschaft für Nichtkenner der Buchvorlage und des Originals vollkommen im Dunkeln verborgen. Wurde der Epilog zu WHO CAN KILL A CHILD noch mittels verstörenden Filmaufnahmen des Zweiten Weltkriegs bebildert, um die Film-Interpretation für den Zuschauer zugänglicher zu gestalten, so fehlen derart Hinweise im Remake gänzlich.
 
Nichtsdestotrotz, auch wenn COME OUT AND PLAY eigentlich im Grunde genommen haargenau die gleiche Geschichte nur mit anderen Schauspielern erzählt, so kann man dennoch nicht behaupten, dass MAKINOV mit seinem Remake gescheitert ist. Der Film ist gnadenlos spannend und dürfte selbst den Kennern der Vorlage hin und wieder gehörige Schauer bescheren. Auch wenn die eigentliche Grundaussage des Film gänzlich im Verborgenen bleibt und COME OUT AND PLAY einige sehr fragliche Gewaltspitzen zelebriert, sollte diese Neuinterpretation nicht unbeachtet bleiben. Zwar wirkt die gesamte Inszenierung, gerade aufgrund der etwas expliziten Zeigefreudigkeit einiger „böser“ Szenen, durchaus so als bekäme der Zuschauer hier einen weiteren Teil des beliebten KINDER DES ZORNS-Franchise serviert; trotz kleiner Schnitzer hat Regisseur MAKINOV es dennoch geschafft einen Film zu drehen, dem es wahrhaftig gelingt über weite Strecken die Qualität des Originals zu erreichen und welcher nur minimal schlechter ist als seine Vorlage.
 
 
 


 
 
 

COME OUT AND PLAY – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Unglaublich spannender Survial-Schocker unter der bedrückenden Sonne Mexikos. Der Filmfreund sollte auf jeden Fall einen Blick riskieren.
 
 
 


 
 
 

COME OUT AND PLAY – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung hat in der ungeschnitten Form eine KEINE JUGENDFREIGABE-Einstufung erhalten. Trotz kontroverser Thematik kann der Filmfreund bedenkenlos zuschlagen, denn COME OUT AND PLAY musste keine Federn lassen.
 
 
 


 
 
 

COME OUT AND PLAY – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Come Out and Play; Mexiko 2012

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Deutsch DD 2.0, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: keine

Bild: 2.35:1 (1920x1080p)

Laufzeit: ca. 105 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Behind the Scenes, Deleted Scenes, Originaltrailer

 
 
 
Nach fast einem Jahr Wartezeit erscheint auch hierzulande COME OUT AND PLAY endlich auf DVD und Blu-ray Disc. Anbieter MARITIM PICTURES hat den Film ungeschoren durch die FSK geschmuggelt und sogar eine durchweg angenehme Synchronisation spendiert, die gerade bei kleineren Labels nicht immer gegeben ist. Nach dem Einlegen der Scheibe geht’s auch gleich in ein eher lieblos erstelltes DVD-Menü, das sich kaum von denen aus dem Hause MIG oder INTERGROOVE unterscheidet. Demzufolge kann der Zuschauer aus einem schlichten Standbild heraus zwischen dem Film, der Sprachauswahl und einer kleinen Auswahl an Extras wählen. Letztere bestehen gerade einmal aus einem fünfminütigen „Behind the Scenes“-Feature, einigen gelöschten Szenen (rund drei Minuten) und dem Trailer im Original (etwa zwei Minuten). Das kurze Bonusmaterial liegt komplett in hoher Auflösung vor, wurde aber nicht untertitelt. Gleiches gilt übrigens auch für den Hauptfilm, bei dem ebenfalls deutsche Untertitel schmerzlicht vermisst werden. In Anbetracht der Tatsache, dass Untertitel für den Hauptfilm heutzutage zum üblichen Standard bei Blu-rays gehören, ist das Fehlen selbiger eigentlich unduldbar. Immerhin wird der Film in einem durchweg guten Bild und sattem Ton geboten, was einige Mankos in der Veröffentlichungspolitik des Labels schnell vergessen lassen. Zudem gibt es für Flatschengegner ein Wendecover ohne FSK-Stempel. Unterm Strich wird dem Horrorfilmfan mit der Blu-ray zu COME OUT AND PLAY eine solide Veröffentlichung geboten, die den Film in guter Technik zeigt und sogar einige Extras zu bieten hat. Der günstige Anschaffungspreis dürfte Sammler „böser“ Filme nicht lange zögern lassen zuzugreifen.
 
 

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COME OUT AND PLAY – Trailer

 
 
 


 
 

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Kinder des Zorns (1984)

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Filmreview: „Rites of Spring“ (2011)

"Rites of Spring" (2011) - Filmplakat, Filmcover
 
 
 

Rites of Spring

Story

 
 
 
Auf dem Weg nach Hause werden Rachel und ihre beste Freundin von einem unbekannten älteren Mann überwältigt und in eine abgelegene Scheune irgendwo am Rande der Stadt verschleppt, wo sie unfreiwilliger Weise Opfer eines seltsamen Rituals werden. Zeitgleich am anderen Ende der Stadt: Ben und seine Freunde planen den ganz großen Coup. Sie wollen die Tochter eines wohlhabenden Industrie-Hais entführen und für selbige ein ordentliches Lösegeld kassieren. Doch das Vorhaben misslingt und die 5 Freunde stoßen bei der erhofften Lösegeld-Übergabe auf die verstörte Rachel, die sich zwar aus den Fängen ihres Peinigers befreien konnte, dafür aber von einer beängstigenden Wesen verfolgt wird, das nur ein Ziel kennt: töten!
 
 
 


 
 
 

Rites of Spring – Kritik

 
 
 
Schon einmal Raufbold „Jason“ aus dem Kult-Klassiker „Freitag der 13.“ im Filmuniversum eines „Texas Chainsaw Massacre“ gesichtet, der aufgrund von „Kinder des Zorns“-ähnlichen Beweihräucherungen zurück ins Lebens gerufen wird und so sein Töten im Stil eines „Jeepers Creepers“ fortführt ? Wenn nicht, dann sollten sich findige Filmfreunde einmal den Horrorthriller „Rites of Spring“ zu Gemüte führen, denn dieser Schocker schaut wahrlich so aus, als hätte man zig bekannte Horrorfilme in einen Topf geworfen, aufgekocht und als köstlich aufgewärmtes Mahl noch einmal neu aufgetischt. Was sich eigentlich vollkommen bescheuert und überaus grotesk liest, wirkt dennoch in der Umsetzung erstaunlich homogen und überraschenderweise wie aus einem Guss. „Rites of Spring“ beginnt wie jeder typische 08/15 Backwood-Horrorfilm, der den Zuschauer versucht mit ekligen Folterquark bei Laune zu halten, doch schnell wird klar, dass Regie-Neuling Padraig Reynolds weit mehr auf den Kasten zu haben scheint, als NUR altbekannte Genre-Regeln und Horror-Klischees uninspiriert und gedankenlos neu zu recyclen.
 
„Rites of Spring“ entpuppt sich als traditionelles Monsterkino wie es im Buche steht. Schnörkellos, konsequent und erfreulicherweise richtig spannend. Das Tempo ist straff, die Kills deftig und das düster-dreckige Setting überzeugend. Trotzdem, hier ist nicht die Art und Weise Programm, mit der das mysteriöse Wesen zur Tat schreitet, sondern die Vorgehensweise mit welcher Regisseur Padraig Reynolds sein Geschichte schildert. Die Erzählweise seines „Rites of Spring“ lässt sich schon als arg seltsam betiteln, denn Reynolds lässt quasi zwei scheinbar vollkommen unterschiedliche Story-Zweige unabhängig voneinander parallel Revue passieren und knüpft diese gegen Ende hin virtuos zusammen. Während zu Beginn altbekannter Backwood-Horror die Geschehnisse prägen, mutiert „Rites of Spring“ gegen Filmmitte zu einen schweißtreibenden Entführungsthriller, der sich am Ende als knüppelharter Slasher-Flick-Flack entlädt. Unterhaltsam ist das allemal, gerade weil Reynolds es immer wieder schafft, gänzlich entgegen der Erwartungen des Zuschauers vollkommen falsche Fährten zu legen, die den Film immer wieder in eine ganz andere Richtung drängen. Auch fügen sich die Übergänge so unverhofft stimmig ineinander, dass man als Horrorfilmfreund wohlwollend die Arme ineinander verschränken und genüsslich dem munteren Treiben auf der Mattscheibe beiwohnen darf. Auch wenn Reynolds Film für ein Debüt-Werk beachtlich sehenswert ausgefallen ist, so kann er dennoch nicht vertuschen, dass der Zuschauer im Verlauf der Gegebenheiten mit einer Menge mysteriöser Zufälle konfrontiert und am Ende mit einer Menge Fragen allein zurückgelassen wird. Der Film bricht nach dem letzten Fight mit dem geheimnisvollen Wesen abrupt ab und liebäugelt als offenes Ende getarnt, vermutlich mit einer anschließenden Fortsetzung, die aufgrund der hervorragenden Machart von „Rites of Spring“ auf jeden Fall wünschenswert wäre!
 
Was will der Horrorfilmfreund denn mehr? „Rites of Spring“ ist spannend, blutig und gut durchdacht. Auch wenn einige Umstände schon etwas arg aufgezwungen-konstruiert wirken, kann man Nachwuchregisseur „Padraig Reynolds“ nicht vorhalten, einen x-beliebigen Horrorfilm gedreht zu haben, der sich wie so oft zu uninspiriert diverser Klassikern seines Genres bedient und den Zuschauer damit zu Tode langweilt. Sicher erkennen Filmfreunde sofort diversen Parallelen und Gegebenheiten aus bekannten anderen Filmen seiner Art. Dennoch, anstatt Filmfans erneut wieder nur mit belanglosen und klischeebeladenen Folter-, Backwood- oder Slasherfilm zu quälen, stibitzt Reynolds einfach die besten Zutaten aus besagten Subgenres und kreiert sie zu etwas ganz eigenem. Selten hat ein derart haarsträubender Cocktail aus diversen Subgenres und Horrorelementen zu gut harmoniert wie in „Rites of Spring“. Kein Wunder, munkelt man in der Filmszene, dass „Jeepers Creepers“-Erfinder „Victor Salva“ an dieser kleinen souveränen Indie-Produktion mit beteiligt gewesen sein soll. Und so verwundert es letztendlich auch kaum einen Horrorfilmfan, dass das seltsame Wesen in „Rites of Spring“ mit all seinen grotesken Abartigkeiten sehr an das Wesen aus Salvas „Jeepers Creepers“ erinnert.
 
 
 


 
 
 

Rites of Spring – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
Man nehme etwas „Freitag der 13.“ kombiniere es mit „Jeepers Creepers“, würze es mit „Children of the Corn“ und garniere es zu „Texas Chainsaw Massacre“ – Klingt zwar geschmacklos, ist aber wirklich sehr sehr lecker!
 
 
 


 
 
 

Rites of Spring – Zensur

 
 
 
Sicherlich werden in „Rites of Spring“ Köpfe gespalten und Gliedmaßen abgetrennt, dennoch die optischen Grausamkeiten halten sich ersichtlich in Grenzen und der Film zelebriert auch kein Gorefest der Sonderklasse. Die optischen Leckereien sind rar gesät und haben dafür gesorgt, dass dieses Filmchen unbeschadet die FSK mit einer ungeschnittenen „Keine Jugendfreigabe“ passieren durfte.
 
 
 


 
 
 

Rites of Spring – Trailer

 
 
 


 
 
 

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Ähnliche Filme:
 
 
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Filmreview: „Children of the Corn: Genesis“ (2011)

Nachdem das Auto von Tim und Allie aufgrund einer Autopanne mitten in der Wüste zum Erliegen kommt und die Nacht einbricht, suchen die beiden im naheliegenden Ort nach Hilfe.

Ein seltsamer und schrulliger Prediger lädt sie nach anfänglicher Skepsis in sein Haus ein und bietet dem Pärchen an, bis zum nächsten Morgen bei ihm zu warten.

Nachdem die beiden erleichtert einwilligen, sind sich Tim und Allie schnell einig, dass irgendetwas mit der Gegend, dem Prediger und seinem Haus nicht zu stimmen scheint.

Wir erinnern uns.

26 Jahren ist es nun bereits her, dass der erste „Kinder des Zorns“–Teil das Licht der Zelluloid-Welt erblickte.

Von Stephen King selbst nicht wirklich gemocht, mauserte sich der kleine Low-Budget-Reisser schnell zum Genreliebling und entwickelte sich zu einem kleinen Kultfilm unter Horrorfilmliebhabern. Es folgten ein TV Remake und diverse Sequels, die von Fortsetzung zu Fortsetzung nur noch den Titel der eigentlichen King-Kurzgeschichte gemein hatten und die mit allerlei dummen Ideen, schlechten Schauspielern, schlimmen Effekten, miserablen Drehbüchern und struntzdummen Charakteren zu kämpfen hatten..

Einzig, die herrlich überzogene und groteske Trash-Fortsetzung des 3. Teils vermag auch heute noch halbwegs zu überzeugen und scheint mit seinen hübschen Stop-Motion-Effekten einen gewissen charmanten Schauwert zu haben.

Nachdem DIMENSION im Jahr 2011 um die Lizenzrechte des Franchise bangen musste, entschied man sich, schnell eine weitere völlig diffuse Fortsetzung zu drehen, damit man auch weiterhin die Rechte für sich beanspruchen und den Filmfan mit dummen Fortsetzungen quälen darf. Dabei gab man sich nicht einmal ansatzweise Mühe, aus dem bereits tot-gekauten Stoff einen ansatzweise frischen, gruseligen und unterhaltsamen Film zu basteln.

Nach den ersten 10 Minuten, dachte ich erst, der neuste „Children of the Corn“-Teil entwickelt sich zu einem „Texas Chainsaw Massacre“ für Arme und schraubte meine Erwartungen, nach all den „Corn“-Fehlschlägen der letzten Jahre, genüsslich positiv nach oben.

Aber weit gefehlt, das Grauen kam schlimmer, unverhoffter und langweiliger, wie in keinem anderen Teil zuvor.

Um was es eigentlich in „Genesis“ wirklich geht, kann ich nur in Fragmenten beschreiben, ich bin während der Sichtung mehrere Male eingeschlafen, scheinbar weil der Film „zu“ mitreißend war. Aber eins sei gesagt, im aktuellen Teil gibt es weder Gore, noch Spannung, noch irgendwelche Kinder, die sich irgendwelchen religiösen „Gelüsten“ im Maisfeld hingeben.

Children of the Corn- Genesis“ ist zu einer Art Kammerspiel „mutiert“ und besitzt total unlogische Elemente aus Genrefilmen wie „Paranormal Activity“ und „Motel“, sowie etwas „Final Destination“ zum Ende hin. Das ist zwar alle ganz hübsch kreativ erdacht und stibitzt, aber grottenschlecht unkreativ umgesetzt. Nicht mal einen einzigen Funkten Trash-Qualität bietet dieser Schund.

Im übrigen habe ich in „Genesis“ den dümmsten Effekt in der Geschichte des Horrorfilms erleben dürfen – vielen Dank schon einmal vorab dafür: ein Polizist nähert sich dem Haus des schrulligen Gastgebers und wird wie von Zauberhand gen Weltall geschleudert. Schon allein nur dieses miesen und total hohlen Effektes wegen sollte man sich das aktuelle Sequel zu Gemüte führen.

Kurzum, „Children of the Corn – Genesis“ ist eine einzige Katastrophe. Selten so einem Mist gesehen. Eine Schande kostbare Lebenszeit vergeudet zu haben.

Ich hoffe, dass man mit dem zigsten „Kinder des Zorns“- Fehlschläger, das Franchise nun endlich ruhen lässt uns sich frischen und eigenen Filmideen widmet.

Fazit 2,5/10 Punkte

FSK Prognose: vermutlich FSK16

Unglaublicher Mist, mehr gibt’s dazu nicht zu sagen.

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Hilfe, schon wieder ein „Kinder des Zorns“ – Sequel

1984 erschien zum ersten Mal mit „Children of the Corn“ eine filmische Umsetzung einer, nur wenige Seiten umfassenden, Stephen King Kurzgeschichte.

Daraufhin folgten 6 überaus schlechte Sequels (mal abgesehen vom passablen 3.Teil) inklusive 2009 einem TV-Remake, das meiner Meinung nach schlimmer hätte nicht ausfallen können (peinlich: die Rolle des wahnsinnigen Kinderpredigers – absolut fehlbesetzt).

Nun, kurz vor einem offiziellem Remake fürs Kino entschied sich DIMENSION einen weiteren Direct-to-Bluray/DVD Streifen in die Heimkinos zu bringen.

Den Trailer zu „Children of the Corn – Genesis“ (was für ein reisserischer Titel!) könnt ihr im Anhang begutachten.

Wann die nunmehr 9. Verfilmung in Deutschland starten soll ist bisher unbekannt.

 

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