Filmreview: „Die Schlümpfe“ (2011)

 

Auf der Flucht vor Gargamel springen Papa Schlumpf, Schlumpfine und einige andere Schlümpfe durch einen Zeitstrudel und landen im heutigen New York.

Dabei treffen sie auf ein junge Päärchen und bitten es ihnen bei ihrer Heimreise zurück ins geliebte Dorf zu helfen. Doch Gargamel ist den Schlümpfen auch in der Gegenwart dicht auf den Fersen.

 

 

Hurra, die „Schlümpfe“ sind da.

Wer kennt sie nicht, die kleinen frechen blauen Kobolde, die uns als Kind so manch abenteuerliche Flimmerstunde und so einige kreative Schulstunden-Kritzeleien beschert haben. Damit nun endlich auch Generation „Spangebob“, „Xbox“ und „Facebook“ in den Genuss der abenteuerlichen Geschichten rund um Papa Schlumpf, Schlumpfine und Gargamel kommen dürfen, wirft der Verleih Sony erneut die „Remake“- Maschinerie an und brezelt eine völlig unbrauchbare Real-Neuverfilmung in die hiesigen Kinoleinwände.

Eins vorweg, außer den Namen der Schlümpfe, deren Optik und den ständig ergebnisfreien Neckereien Gargamels hat diese extrem nervige Realverfilmung mit dem überaus charmanten Grundton der original Zeichentrickserie und den Comics nicht mehr viel gemein.

Schon allein der Gedanke die blauen Gnome aus ihrer Zeichentrick-Welt herauszureißen und in die reelle Gegenwart zu transferieren grenz schon an einer cineastischen Vergewaltigung.

Warum nur müssen eigentlich diverse Zeichentrickhelden unserer Kindheit derzeit ständig real animiert und Teil irgendwelcher gegenwärtigen Castings-Shows („HOP„), Plattenlabels („Alvin und die Chipmunks„), oder Werbeagenturen („Schlümpfe„) werden?

Man sollte sich auf der Zunge zergehen lassen, dass die Schlümpfe in aktueller Verfilmung Grund dafür sind, dass die Kampagne eines Modellabels ein voller Erfolg wird. Äh, hallo „Sony“? Schlümpfe und Modelabel? Wer ist denn auf derart bescheuerte Ideen gekommen?

Ich frag mich echt langsam, warum uns die Majors mit so einem cineastischen Dünnschiss umnebeln müssen.

Sicherlich dürfte die aktuelle Verfilmung der„Die Schlümpfe“ mit ihren schwindelerregenden und epilepsieverursachenden Schnitten und quitsch-bunten Bildern auf rege kindliche Zustimmung stoßen und derzeitig auf allen Schulhöfen für enorm Gesprächsthema sorgen, der erwachsene Kinobegleiter dürfte jedoch nach Sichtung geschockt in seinem Kinosessel sinken und fassungslos auf den Abspann starren.

Trotz harter Kritik:

Positiv nennenswert sind der Part der schwangeren Grace und „Schlumpfine“ . Beide bieten überhaupt annähernd Schauwert in diesem arg unsinnigen miserablen Werk und sind der einzige Lichtblick in diesem total überdrehten Kinderfilm.

Schlumpfine“ und „Grace“ harmonieren hervorragend und es gelingt ihnen sogar etwas Tiefgründigkeit, Wortwitz und emotionale Wärme in das so schon recht hektische und sterile Geschehen einzubinden.

Der Rest der Schlümpfe, allen voran „Papa Schlumpf“ , bleiben blass und lieblos.

Die Figur des „Gargamel“ wurde kurzum als strunz-dummer Kasper und Spast im total seltsamen Fummel, sein tierischer Begleiter „Azrael“ als Grimassen-Clown umfunktioniert.

Sicherlich gibt es bei weiten dümmere und schlechtere Filme und sicherlich bieten „Die Schlümpfe“ trotz aller Kritik noch genügend kurzweilige, einfache und sinnfreie Unterhaltung für das jüngere Publikum (die, ich gehe mit Sicherheit davon aus, leider Gottes in naher Zukunft mit einer Fortsetzung belohnt werden wird).

Dennoch, dass sich Drehbuchschreiber so unrespektabel an unser aller Kinderheitshelden vergehen und sie so seelen- und lieblos in total unklar-idiotische Handlungsstränge transferieren ist eine Zumutung.

Das haben die kleinen lustigen blauen Kobolde von damals wirklich nicht verdient.

 

 

Fazit 4,5/ 10

 

Seelen- und liebloses Comeback vertrauter  Kindheithelden. Auf eine glaubhafte und liebevolle Story wurde gänzlich versichtet, auf witzige Jokes natürlich auch. Warum es letztendlich überhaupt ein Realfilm-Comeback geben musste entzieht sich mir jeglicher Logik.

 

Hellraiser80

Filmreview: „Super 8“ (2011)

 

Die 80er, eine Filmepoche, die prägender war als jede andere.

Schaut man mal zurück, welche bedeutenden Filme in dieser Zeit entstanden sind und die selbst 30 Jahre später noch zig aktuelle Regisseure und Filme beeinflussen, so könnte man Bildbände mit Inhalt und Infos füllen.

Terminator“, „Tanz der Teufel“, „Mad Max“, „Aliens“, „Nightmare on Elm Street“, „E.T.“, „Poltergeist“, „Ghostbusters“, “Hellraiser”, “Gremlins”, „Indiana Jones“ um am Rande nur einige zu nennen.

Und genau in dieser Zeit spielt die aktuelle, von Spielberg produzierte, Produktion „Super 8“.

 

 

Joe und seine pubertären Freunde wollen einen Zombie – Amateurfilm für ein Filmfestival auf „Super 8“ Filmmaterial drehen, als sie plötzlich Zeuge eines schrecklichen Zugunglücks werden.

Als daraufhin die nah liegende Kleinstadt durch das US Militär evakuiert und abgeschirmt wird, ahnen die Kinder nichts Gutes und recherchieren auf eigene Faust weiter.

Nachdem die Kids das, während des Zugunglücks, von ihnen gefilmte Filmmaterial genauer begutachten, erkennen sie, dass sich etwas nicht-menschliches auf dem Zelluloid befindet.

 

 

 

Regisseur J.J. Abraham lobpreist, mit « Super 8 », seine eigene Kindheit und die Werke, die ihm während seine Jugend so stark fasziniert und beeindruckt haben. Dabei lässt Abrahams in seinem aktuellen Werk diverse Schlüsselmomente geliebter Filme einfliesen.

Spielbergs „E.T.“ (was für eine Ironie: Spielberg selbst hat den Film produziert) fehlt dabei ebenso wenig, wie der 80er Jahre Kinderpartyknaller „The Goonies“.

Aber auch Déjá Vu – Momente aus damaligen Produktionen, wie

Return of the living Dead 2“, „The Gate“ und „Die BMX Bande“ sind für geübte Filmkenner sofort ersichtlich.

Mit viel Liebe zum Detail, Gefühl und Herz füllt dabei Abrahams seine Hommage an das geliebte Kino der 80er. Gut auch, dass Abrahams den Spielberg-typischen Hollywood Kitsch wegstreicht und sich auf das Wesentliche konzentriert. Mir zumindest hat der Genre Crossover aus Komödie, Coming – of – Age – Drama und Science Fiction Movie sehr gut gefallen, obwohl der Film auch ohne dem „Sci-Fi-Part“ sicherlich hätte gut funktioniert.

Dennoch muss ich gestehen, dass der Trailer dem Zuschauer was völlig anderes vorgaukelt, als „Super 8“ letztendlich eigentlich sein will.

Kinogänger, die einen derben und actionreichen (laut Trailer!) Alien – Schocker erwarten sind bei „Super 8“ vollkommen falsch.

Das Werk lässt sich viel Zeit mit dem Charakterzeichnung und füllt nur bedingt die Handlung mit actionlastigen Szenen. (Anmerkung: die Zugunglückszene zu Beginn des Films war derartig heftig, dass ich direkt an die Kettenreaktion des Unfalls bei „Final Destionation 2“ denken musste). Das fremdartige Wesen wird erst kurz vor Ende in seiner vollkommenen CGI – Schönheit präsentiert und dürfte auch die Erwartungen der meisten Kinozuschauer NICHT erfüllen dürfen. Auch sollte man kein Gore- und Splattergemetzel erwarten. Immerhin handelt es sich bei „Super 8“ eher um einen Kinderfilm, wobei das Augenmerk deutlich auf Drama gerichtet ist.

Ungeduldige Kinozuschauer sollten sich dennoch auch nach Abspann gedulden.

Das fertige „Super 8“ – Filmfestival-Filmchen der Jugend-Clique wird demnach erst nach den ersten End-Credits in seiner vollkommenen Schönheit ausgestrahlt. Ein nettes Gimmick, wie ich finde. Schon lange nicht mehr so geschmunzelt. „Romero“ und seine Zombiereihe lassen grüßen. Kein Wunder grinsen dem Zuschauer in Joes Jugendzimmer bereits Filmplakate zu Carpenters „Halloween“ und Romero´s „Dawn of the Dead“ entgegen.

 

 

Fazit 8/10 Punkte

 

Super 8“ ist eine gelungene und liebeswerte Hommage an alle wichtigen Kinofilme der 80er.

Besser hätte man sich vor den Romeros, Spielbergs, Raimis und Carpenters der 80er nicht verbeugen können. Klasse – bisher Kino-Pflichtprogramm 2011!

 

Hellraiser80

Filmreview „HOP – Osterhase oder Superstar“

Keinen Bock mehr auf das trist-depressive Sommerwetter?

Dann ab zur nächstliegende Videothek, „HOP“ ausleihen und sich die volle Dröhnung Zuckerschock geben!

Nach der katastrophalen Real-Trick-Volksverdummung „Garfield – Der Film“ aus dem Jahre 2004, die dem original Zeichentrickhelden aus gleichnamiger Serie nicht mal ansatzweise gerecht werden konnte, folgte 2006 aus lauter Profitgier des Majorlabel eine vollkommen überflüssige, noch schlechtere und sinnfreiere Fortsetzung mit „Garfield 2“.

Und als ob dieser überaus schlechte Nonsens nicht schon die Spitze des Eisberges an Geschmacklosigkeiten gewesen wäre, durften ein Jahr später auch unsere Allerliebsten Kindheitshelden mit „Alvin und die Chipmunks“ und zwei derart miesen Abenteuern die hiesigen Kinos „heimsuchen“ und Kinderhirne „verballern“.

Nachdem nun „Yogi Bär“ zu Beginn des Jahres 2011 ebenfalls recht unbeeindruckt über die Deutschen Kinoleinwände und 3D Heim – Plasma – Bildschirme zabbeln durfte, wirft nun Universal Pictures den Film „HOP – Osterhase oder Superstar“ still und leise auf den Heimkinomarkt.

Ganz unvoreingenommen habe ich mir diesen überaus (zumindest laut Trailer) witzigen kleinen Familienfilm an einem verregneten Sonntag-Abend zu Gemüte geführt.

Doch gleich nach der ganz herz-allerliebsten Einleitung wurde ich eines besseren belehrt:

 

Der Hase E.B., der auf den Osterinseln (was für ein Klischee) zusammen mit seinem Vater DEM Osterhasen lebt, muss eines Tages erkennen, dass er einfach nicht in die Fußstapfen seines Vaters treten, sondern lieber ein Rockstar werden möchte. Von allen unverstanden, reist er fernab der geborgenen Heimat ins glamouröse Hollywood (logo, wohin auch sonst *gähn*) , wo er auch gleich den Menschen Fred kennenlernt, der auch auf der Suche nach seiner Selbst ist. (*hust*, was für ein Zufall). Natürlich wundert es, mal abgesehen von Fred niemanden, dass ein Hase sprechen und Schlagzeug spielen kann. So kommt es wie es kommen muss: E.B. wird in David Hasselhofs (Äh, Erde an Universal Pictures, hallo?!) hauseigener Talentshow als Rockstar entdeckt und Fred übernimmt das Erbe des Osterhasen (vollkommen logisch), und verteilt ab nun an einmal im Jahr Ostereier an die Kinder in aller Welt.

 

Und, bemerkt wo hier der Hund begraben liegt? Die Story, sowie das an Dummheit und Ideenlosigkeit kaum noch zu übertreffende Drehbuch, ist eine Beleidigung für alle Kinozuschauer und Filmfans.

Schon allein der völlig bescheuerte Titel des Markwerks „HOP – Osterhase oder Superstar“ sollten Warnung genug sein.

Witzig, so wie es der hübsch anzuschauende Trailer darstellen vermochte, ist dieses Animationsabenteuer in keinster Weise. Seltsam auch, welchen völlig unrealistischen Illusionen heute Kinder ausgesetzt werden. Ebenso wie bei Alvin, Garfield und nun „HOP“ wird dem Kind vor dem heimischen TV suggeriert, dass es erstrebenswert ist vollkommen irrationale Zielen hinterher zu laufen.

Es ist eine Schande mit welchen Mitteln die Major-Studios heutzutage versuchen, den Kindern und deren Eltern das Geld aus der Tasche zu ziehen und den Verstand zu vernebeln.

Ich war schier fassungslos, als dann in zuckersüßen Popmelodien der Abspann folgte.

Fazit: 4/10 Punkte

Selten so einen dummen und volksverblödenden Mist gesehen. Weder lustig, noch spannend, noch innovativ, noch glaubhaft. Am besten Kinder schnappen, rohe Eier kaufen und alle „HOP“ – Werbeplakatwände in der Innenstadt mit Eiern bewerfen.

 

Hellraiser80