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Filmkritik: „Kochendes Blut“ (1970)

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KOCHENDES BLUT

(EL COLECCIONISTA DE CADÁVERES | CAULDRON OF BLOOD)

Story

 
 
 

Ganz in der Tradition bekloppter Künstler im Gruselkino steht Franz Badulesco (Boris Karloff), der, lahm und blind, aus Skeletten wahrlich horrible Installationen baut. Was der kreative Wirre nicht weiß: Derzeit verarbeitet er die Überreste der Opfer seiner mörderischen Frau, die aus dem Jenseits schon wieder wenig Gutes plant. Ein junger Schreiberling kommt der Sache auf die Spur…

 
 
 


 
 
 

KOCHENDES BLUT – Kritik

 
 
 
Aus der Zeit, in der die Ur-Horror-Ikone Boris Karloff, inzwischen vom Alter sichtlich gebrechlich geworden und später bemitleidenswert auf einen Rollstuhl angewiesen, das Gnadenbrot in Filmen der AIP Studios oder mexikanischen Z-Film-Klitschen erwirtschaftete, stammt auch KOCHENDES BLUT. In der Alten Welt, Spanien genauer gesagt, entstanden und erst drei Jahre nach Drehschluss als Cash-In auf den Tod des Stars aus FRANKENSTEIN und zufällig auch des Regisseurs für den internationalen Markt veröffentlicht, ist dieser Euro-Horror-Ausflug durchaus ein paar Blicke wert. Erwähntes Produktionshaus AIP und die dort gefertigten Poe-Adaptionen aus der Hand Roger Cormans sollten vom unter spanischem Pseudonym werkelnden Regisseur Edward Mann wohl auch als Inspiration dienen. Die tatsächlich recht Poe-artige Story vom durchgedrehten Kunstschaffenden und dessen Verwendung einst lebenden Rohmaterials gibt es schon immer im Genrefilm. Ob bei Cormans DAS VERMÄCHTNIS DES PROFESSOR BONDI (1959), anschließend HG Lewis‘ COLOR ME BLOOD RED und THE GRUESOME TWOSOME, bis hin zum realen Horror aus den Hirnwindungen des mittlerweile offenbar geistesabwesenden Kadaver-Präparators Gunter von Hagens und seinen doch arg unethischen KÖRPERWELTEN-Reiseausstellungen. Das Faszinosum der Störung der Totenruhe im Namen der bildenden Kunst ist in der westlichen Welt ungebrochen. Unser hier vorliegender Reißer KOCHENDES BLUT atmet den eigentümlichen und unverwechselbaren Geist spanischen Horrorkinos, wie er später immer wieder bei den REITENDEN LEICHEN oder den zahllosen Zelluloid-Knallbonbons des legendären Paul Naschy gesucht und gefunden werden würde. Der hierbei nicht bestreitbare Mangel an stringentem Erzähltempo und -fluss und das permanente lustvolle Opfern inhaltlicher Logik auf dem Altar der Filmatmosphäre verzeiht der gewogene Fan des iberischen Schauerfilms seinen Idolen nur zu gerne, gehört dieses ungewohnte Stilmittel doch zum Gesamtbild wie die bebenden Dekolletés der vom Hammer-Kino beeinflussten Damen in Not. Auch Spaniens berühmt-berüchtigster Inszenator, Jess Franco, kann hier genannt werden. Lustigerweise steht hinter dem Vertrieb des Films das legendäre CANNON-Studio, später prägend für schweinische Actionware der Achtziger.
 
 
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KOCHENDES BLUT – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
William „Boris Karloff“ Pratt. Einer der ersten großen Horror-Stars in den letzten Zügen seiner jahrzehntelangen Karriere. KOCHENDES BLUT ist B-Grusel eindeutig europäischen Charmes und macht sich zweifellos schmuck in den überquellenden DVD-Gewölben des Sammlers von Welt.
 
 
 


 
 
 

KOCHENDES BLUT – Zensur

 
 
 
Während die bisherigen VHS-Fassungen von KOCHENDES BLUT (englischer Titel: CAULDRON OF BLOOD) noch geschnitten waren, sieht das bei der nun erhältliche DVD schon wieder ganz anders aus. Diese besitzt war auch noch das alte FSK-Zeichen, ist aber 100& ungeschnitten. Sammler gruseliger Kuriositäten können demnach bedenkenlos zugreifen und die Lücken in der Horror-Sammlung schließen.
 
 
 


 
 
 

KOCHENDES BLUT – Deutsche DVD

 
 
 
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(c) Castle View Film (DVD KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: El Coleccionista de cadáveres; Großbritanien | Spanien 1970

Genre: Horror, Klassiker, Thriller

Ton: Deutsch (Dolby Digital 1.0 Mono), Englisch (Dolby Digital 1.0 Mono)

Untertitel: Deutsch

Bild: 1,78:1 (anamorph / 16:9)

Laufzeit: ca. 95 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe | FSK18 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wechselcover

Extras: Deutsche Kinoversion (87:49 Min.)

Veröffentlichung: 27.01.2017

 
 

Kochendes Blut [DVD] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 

Christian Ladewig

(Die Rechte aller verwendeten Bilder und fürs Packshot liegen bei Castle View Film)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Color Me Blood Red (1965)
 
Das Vermächtnis des Prof. Bondi (1959)
 
Die Verfluchten – Der Untergang des Hauses Usher (1960)
 
Satanas – Das Schloß der blutigen Bestie (1964)
 

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Filmkritik: „Thief – Der Einzelgänger“ (1981)

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THIEF – DER EINZELGÄNGER

Story

 
 
 

Frank (James Caan) kommt aus der Hölle der amerikanischen Unterklasse. Als Waise aufgewachsen in brutalen Kinderheimen und als junger Kerl von älteren Gangstern wie dem Meisterdieb Okla (Country-Sänger Willie Nelson) beeinflusst und geformt, ist Frank inzwischen professioneller Diamantenräuber mit großem Namen in der Unterwelt. Sein gemachtes Geld wäscht er mit seinem eigenen Autohaus und einer kleinen Bar in Chicago. Im Portemonnaie trägt er eine Postkarte, auf der er all das geklebt hat, was er sich für sein Leben, abseits der aufgeschweißten Tresorräume und geknackten Alarmanlagen wünscht: Eine Frau plus Familie, Frieden, genug Kohle und die Nähe des Ersatzvaters Okla. Der sitzt im Gefängnis und hat nicht mehr lange zu leben. Frank sieht die Zeit an sich vorüberziehen und setzt sich unter Druck. Wie besessen forciert er eine Beziehung mit einer hübschen Diner-Bedienung. Währenddessen gerät er in den Dunstkreis einer lokalen Gangsterbande, die seine Dienste für einen Raub von noch nicht da gewesener Präzision, am anderen Ende der USA, in Kalifornien, gewinnen möchte. Im Spagat zwischen Mafia, der Polizei und dem erträumten Familienleben droht Frank zu zerreißen.

 
 
 


 
 
 

THIEF – Kritik

 
 
 
THIEF – DER EINZELGÄNGER war 1981 Michael Manns (ROTER DRACHE, HEAT) erste Regiearbeit im Kino. Seinen Stil bringt der Regisseur bereits in seinem Debütfilm beeindruckend souverän auf den Punkt.
 
 
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Was Kritiker des Filmemachers gerne gegen diesen US-Ästheten ins Feld führen ist die irrwitzig doofe Behauptung, in seinen Filmen ginge Form über Inhalt, Style over Substance. Sogar der Vorwurf. MMs Filme sähen aus wie TV-Serien aus den achtziger Jahren. Au contraire. Die Fernseh-Eighties sahen aus wie Michael Manns Filme! Schließlich ist der Gute ganz nebenbei der Erfinder des modewilden Krimi-Schlachtrosses MIAMI VICE mit all seinen in New-Age-Synthesizer-Scores getunkten Breitwand-Panoramen Floridas, vor denen sich die windigen Schönlings-Bullen in grässlichen, hochgekrempelten Designer-Sakkos fläzen durften. Lustig, dass Manns eigenes Remake zu MIAMI VICE, mit Colin Farrell und Jamie Foxx vor ein paar Jahren im Kino gelaufen, so gar nicht recht zünden will.
 
 
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In THIEF – DER EINZELGÄNGER finden wir diese essentiellen Bausteine Manns auch schon. Angenehmerweise exerziert er seine optischen Trademarks noch nicht so selbstbewusst, vielleicht sogar selbstverliebt durch wie in späteren Jahren. Nein, Manns Stil ist zwar gewichtend, was seine Wiedererkennungsmerkmale angeht, aber doch reduziert aufs Wesentliche. Hier sind die glasklaren und doch wie gemalt komponierten und auf der vorliegenden DVD/BD in Referenzqualität leuchtenden Bilder des Films noch Mittel zum Zweck. Die Fahrten durch die nächtliche Großstadt fangen zwar die Neon-Traurigkeit eines ausgehenden Jahrzehnts phantastisch ein, wirken aber noch nicht wie jene erstickend ausgedehnten Bildaufbau-Tableaus, die man später so eindeutig mit Michael Mann verbinden sollte. Fast wie in den Argento-meets-Hitchcock-Meisterwerken Brian De Palmas wirken hingegen Einstellungen wie das starre Herauffilmen aus einem Aufzugsschacht, in den die herausgebrochenen Stücke der Decke bröckeln. Diese Referenz kann man auch bezüglich der Shootouts nennen. Da wird geblutet wie bei Peckinpah und man wähnt Michael Mann kurz als einen Geistesverwandten des ebenfalls schändlich unterschätzten Herrenregisseurs Walter Hill. Der super-dichte, stets dräuende Soundtrack von THIEF – DER EINZELGÄNGER stammt von den Berliner Tasten-Pionieren TANGERINE DREAM. Drunter gab sich der Filmemacher nicht zufrieden. Wenn schon schwelende Moog-Plucker-Orgien, dann bitte von den verrückten Deutschen, die das mit erfunden haben.
 
 
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Dazu gelingt es dem talentierten Regisseur auch noch ganz vorzüglich, den imaginären Hut vor ein paar seiner offensichtlichen Thriller-Vorbilder zu ziehen. Die Gruppe der Mafiosi, die sich Franks Freiheit zu eigen machen wollen, findet man so ähnlich in manchem Film Noir der späten Vierziger mit ihren Ehrencodes von guten Gangstern gegen böse. Frank selbst, mit seiner fatalistischen Reaktion auf das „alles, was Du bist und was Du hast, gehört mir!“ seines Auftraggebers erinnert an die müden Unterweltler, wie sie Jean-Pierre Melville für das französische Kriminalkino der Fünfziger und Sechziger in Szene setzte. Nur dass Frank am Ende doch deutlich amerikanischer zupackt als Alain Delon in Melvilles beispielhaftem DER EISKALTE ENGEL etwa. Auch in Frankreich: RIFIFI, ein stilbildender Euro-Noir des Exil-Amerikaners Jules Dassin, schaffte 1955 nicht nur, die Spielregeln für das Gangsterfilm-Untergenre des „Heist“-Movies deutlicher zu definieren, zu dem streckenweise auch unser gerade behandelter Film gezählt werden darf. Der erste Diamantenraub in THIEF zitiert sogar RIFIFIS bekannteste Szene: Den Einbruch, während dessen Durchführung die Räuber kein Wort wechseln. Bloß dass aus den 32 Minuten des Originals bei Michael Mann knackig heruntergeköchelte zehn werden.
 
 
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Michael Manns Vorliebe für ein festes Ensemble von Schauspielern oder zumindest wiederkehrende Mimen beginnt schon 1981. In einer Minirolle bekommt William Peterson eins auf die Nase. Der heute in Krimiserien etablierte Theaterschauspieler sollte in ROTER DRACHE, Manns den Anfang der Hannibal-Lecter-Filme markierendem Horror-Flick, die Hauptrolle spielen. Man erkennt ich aber nur, wenn man genau darauf achtet. Faszinierend als Franks Sidekick Barry: James Belushi, damals noch mit mehr Haupthaar und speckiger als heute – das genaue Ebenbild seines kurz darauf den Drogentod sterbenden Bruders John.
 
 
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So liegt also mit THIEF – DER EINZELGÄNGER die makellose Veröffentlichung eines essentiellen Stücks amerikanischen Genrekinos vor. Ein Film für unterschiedliche Grüppchen. Erstens die Freunde kerniger Männerfilme, gedreht während einer der spannendsten Epochen überhaupt – den Jahren, in denen sich das „New Hollywood“ gerade etabliert hatte und in denen jemand wie der verbissene James Caan Publikumsmagnet war. Heute undenkbar. Leider. Frank stellt übrigens Caans liebste Rollenleistung dar, genau wie THIEF der favorisierteste Film des tougen Method Actors ist. Auch den zahlreichen Liebhabern Nicholas Winding Refns legen wir Michael Manns Debüt ans Herz. Nach DRIVE und ONLY GOD FORGIVES konnte man gar nicht schnell genug flüchten vor den verrückten Lobeshymnen auf den Dänen, der mit seiner farblosen Muse Ryan Gosling gerade angeblich das Kino neu erfunden haben sollte. Die fetischisierten Autofahrten, die Gewaltausbrüche und nicht zuletzt die Stimmungsmanipulation durch den Score (Synthesizer-Wände hier wie dort) finden wir in THIEF – DER EINZELGÄNGER bereits in großzügigem Maß.
 
 
 


 
 
 

THIEF – Fazit

 
 
 
9 Punkte Final
 
 
 
Ein Seventies-Crime-Thriller wie in Marmor geschlagen. Schauspiel-Kettensäge James Caan frisst sich ins Fleisch einer Handlung, die sich keine Schnörkel leistet und das Publikum konsequent und im Stil traditioneller Vorgänger an der Hand zum Abgrund führt. Ganz nebenbei gibt Regisseur Michael Mann den Look des Genres für Film und TV des folgenden Jahrzehnts vor.
 
 
 


 
 
 

THIEF – Zensur

 
 
 
THIEF war in Deutschland zu VHS-Zeiten nur geschnitten erhältlich. Das änderte sich erst mit Erscheinen der DVD-Ausgabe. Auch die nun erhältlich Blu-ray Disc des Films ist angeschnitten – aber erst für Erwachsene freigegeben (keine Jugendfreigabe). Filmfans und Sammler können demnach bedenkenlos zugreifen.
 
 
 


 
 
 

THIEF – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) OFDB Filmworks

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Thief; USA 1981

Genre: Thriller

Ton: Blu-ray: Deutsch (DTS-HD Master Audio 2.0), Englisch (DTS-HD Master Audio 5.1) | DVD: Deutsch (Dolby Digital 2.0), Englisch (Dolby Digital 5.1)

Untertitel: Deutsch, Englisch

Bild: Blu-ray: 1,85:1 (1080p) | DVD: 1,85:1 (16:9)

Laufzeit: Blu-ray: 125 Min | DVD: 120 Min

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Limitiertes Digipack im Schuber

Extras: Hauptfilm in 3 verschiedenen Versionen: Überarbeitete Director’s Cut-Fassung von einem brandneuen 4K-Transfer, erstellt in Zusammenarbeit mit Regisseur Michael Mann [Blu-ray und DVD], Original-Kinofassung [Blu-ray und DVD], „Special Director’s Edition“ aus dem Jahre 1995 [nur DVD], Bonusmaterial: Audiokommentar von Regisseur und Drehbuchautor Michael Mann und Hauptdarsteller James Caan, Audiokommentar von Prof. Dr. Marcus Stiglegger, Isolierte Musik- und Effektspur bei der Kinofassung, The Directors: Michael Mann – Dokumentation über den Filmemacher, Stolen Dreams – Neues Interview mit James Caan, Hollywood USA: James Caan – Episode der französischen TV-Serie „Ciné regards“ über den Schauspieler James Caan, The Art of the Heist – Ausführliche Analyse des Films mit Schriftsteller und Kritiker F.X. Feeney, Kinotrailer, Booklet mit einem Essay von Prof. Dr. Marcus Stiglegger, gefaltetes Filmposter

Veröffentlichung:11.03.2016

 
 
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(c) OFDB Filmworks

Rechteinhaber OFDB Filmworks hat am 11. März 2016 eine Sonderveröffentlichung von THIEF veröffentlicht. In einer prall gefüllten Ultimate Edition stecken 5 Discs, die in einem stabilen Digipack untergebracht wurden. Auf diesen Scheiben befinden sich:

  • Director‘ Cut auf DVD und Blu-ray
  • Kinofassung auf DVD und Blu-ray
  • Special Director’s Edition auf DVD

Zudem glänzen die Scheiben durch umfangreiches Bonusmaterial. Hier hat sich der Rechteinhaber nicht lumpen lassen. Wer alles sehen möchten, dürfte vermutlich einige Tage einplanen. Großartig!
 
 

Thief – Der Einzelgänger – Ultimate Edition (5-Disc Set) [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

THIEF – Trailer

 
 

 
 
 

Christian Ladewig

(Die Rechte aller verwendeten Bilder und fürs Packshot liegen bei OFDB Filmworks)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Heat (1995)
 
Hundstage (1975)
 
The Italian Job – Charlie staubt Millionen ab (1969)
 


Filmkritik: „Dämonen aus dem All“ (1967)

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DÄMONEN AUS DEM ALL

(LA MORTE VIENE DAL PIANETA AYTIN)

Story

 
 
 
Die Erde: Angriffe auf technische Einrichtungen der längst im Frieden vereinigten Menschheit häufen sich. An Nord- und Südpol bringt eine ungekannt starke Hitzequelle das ewige Eis zum Schmelzen. Der Top-Militär Jackson will mit seinem Team hinter die Gründe der Attacken kommen und stößt in Nepal auf eine entsandte Abordnung aggressiver Weltraum-Yetis, die auf der guten alten Erde Tabula Rasa machen wollen. Ausweitung des Lebensraumes, wie ein ganz und gar irdischer Tyrann mal gesagt hat. Wenn alle Menschen weggekocht sind, können die Space-Zausel den Planeten erwärmen und besiedeln. Falls Jackson und seine Mannschaft nicht vorher im Weltall klare Verhältnisse schaffen können natürlich.

 
 
 


 
 
 

DÄMONEN AUS DEM ALL – Kritik

 
 
 
Mit DÄMONEN AUS DEM ALL bringt das italienische Genrefilm-Tausendsassa Antonio Margheriti 1967 sein Four-Piece in fantasievoller Science-Fiction, GAMMA I, zum Abschluss. Den direkten Vorgänger haben wir an dieser Stelle vor ein paar Wochen wohlwollend besprochen und DÄMONEN AUS DEM ALL ist keinesfalls von Qualitätseinbußen betroffen. Im Falle dieses letzten Film der Reihe hier, verhält es sich auch nicht anders: Knalliger und technoider Euro-Trash mit großartig nostalgischer Atmosphäre und getaucht in genug swinging Zeitkolorit, dass es für drei Filme reichen würde. Wie auch immer hart im Horror-Kontext ist das nicht, auch gestopfte Logiklöcher und millionentiefe Produzenten-Geldbeutel sollte sich der geneigte Zuschauer lieber bei einer anderen Heimkino-Veröffentlichung suchen. Allerdings denken wir, dass diesbezüglich die Fronten glasklar und die Vorlieben ebenso deutlich verteilt sind.
 
 
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Der erste Teil des Films spielt mal nicht in den schwarzen, auch im Hyperwarp nicht enden wollenden Weiten des Weltalls. Stattdessen marschiert der aus dem Vorgängerfilm ORION 3000 – RAUMFAHRT DES GRAUENS bekannte Commander Jackson (Giacomo Rossi-Stuart) durch die Hügel von Katmandu. Die Waffe im Anschlag. Dort, auf dem Dach der Erde, versucht er, Licht in die Ereignisse zu bringen, die erneut zu üblen Naturkatastrophen geführt haben.
 
 
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Wie in echt: Der Planet hat’s nicht leicht in diesen Filmen. Die verlässliche Inszenierung von Naturkatastrophen war in amerikanischer Weltuntergangs-Sci-Fi der goldenen Fünfziger – mit der Allgegenwart des Wunders der Atomkraft – eine Grundzutat von Drehbuchautoren. In solcher Sixties-Poppigkeit kam dieses Stilmittel nach Anbruch der Sechziger Jahre aber nur noch in zwei Filmwirtschaften zum Einsatz. Die lagen so weit auseinander wie nur möglich: Japan und, wie hier eben, Italien. In Nippon waren da natürlich die alle Kinos dominierenden Nature-schlägt-zurück-Reißer mit Wüterich Godzilla und seiner schuppigen oder pelzigen Kollegenschaft. Man hatte den perversen Schlussakkord des Krieges, Hiroshima und Nagasaki ist selbstverständlich gemeint, noch lange nicht verarbeitet. Die B-Filmindustrie der römischen Cinecittà hingegen ließ sich da schon lieber inspirieren von den damals sehr beliebten, bonbonbunten Weltraumcomics aus europäischer Herstellung und den günstig gedrehten Science-Fiction-Fernsehserien, die in den USA inzwischen den Platz der Kinoschinken eingenommen hatten. Interessanterweise griff im Folgejahr Kinji Fukasaku, dessen Filmographie ihn deutlich zum japanischen Bruder im Geiste Antonio Margheritis machte, die Abenteuer um die GAMMA-Raumstationen auf. Sein MONSTER AUS DEM ALL ist unter dem bekannteren Titel THE GREEN SLIME ein bei Genrefreunden auf allen Kontinenten beliebter Space-Trasher.
 
 
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DÄMONEN AUS DEM ALL – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Popart-Science Fiction aus unschuldigeren Jugendjahren des Genres. Nachdenken muss hier niemand und auch Antonio Margheriti kann den Swinging Sixties nicht entkommen. Warum auch? Dem Space Age Fan gefällt’s.
 
 
 


 
 
 

DÄMONEN AUS DEM ALL – Zensur

 
 
 
Für heutige Verhältnisse wirkt Gebotenes reichlich trashig und bietet keine brutalen Schauwerte. Der Film ist frei ab 12 Jahren und ungeschnitten. Klassiker-Fans können bedenkenlos zugreifen.
 
 
 


 
 
 

DÄMONEN AUS DEM ALL – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) CMV LASERVISION – Erstauflage

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(c) NEW VISION FILMS – Zweitauflage

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: La morte viene dal pianeta Aytin; Italien 1967

Genre: Science Fiction, Klassiker

Ton: Deutsch DD 2.0 (Mono), Italienisch DD 2.0 (Mono)

Untertitel: Keine

Bild: 1.78:1 (1920 x 1080p)

Laufzeit: ca. 90 Min.

FSK: FSK12 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Italienischer Trailer, Bildergalerie, Trailershow

Release-Termin: Erstauflage CMV: 13.02.2015 | Zweitauflage NEW VISION FILM: 05.02.2016

 

Dämonen aus dem All [Blu-ray] – Erstauflage von CMV LASERVISION

Dämonen aus dem All – Uncut [Blu-ray] – Zweitauflage von NEW VISION FILMS

 
 
 


 
 
 

DÄMONEN AUS DEM ALL – Trailer

 
 

 
 
 

Christian Ladewig

Die Rechte aller verwendeten Bilder liegen bei CMV LASERVISION | NEW VISION FILM

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Orion 3000 – Raumfahrt des Grauens (1966)
 
Die Zeitmaschine (1960)
 
Befehl aus dem Dunkel (1965)
 
Planet der Vampire (1965)
 


Filmkritik: „Stanley“ (1972)

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STANLEY

Story

 
 
 
Tim hat es wahrhaftig nicht einfach. Am amerikanischen Arsch der Welt, den gruseligen Sümpfen Floridas, lebt der Halbindianer sein einfaches Leben und will eigentlich nur seine kleine Schlangenfarm pflegen. Menschen kann er nicht leiden – beruht auf Gegenseitigkeit – und sein bester Freund ist daher die Klapperschlange Stanley. Eines Tages dringt eine Rotte Wilderer in das Areal des Knaben ein. Das gefällt ihm gar nicht, haben die degenerierten Backwoods-Lumpen doch schon seinen Vater auf dem Gewissen. Das Fass wird zum Überlaufen gebracht und Tim und seine Schlangengang machen sich auf, all denen den Zahn zu ziehen, die ihnen gegenüber sich nicht PETA-kompatibel verhalten haben.
 
 
 


 
 
 

STANLEY – Kritik

 
 
 
Wenn wir den einzelnen Jahrzehnten der Horrorfilm-Geschichte charakteristische Trends zuordnen möchten, müssten wir den Fünfzigern Science-Fiction-nahe Monsterfilme zuweisen oder den Achtzigern die Slasher-Welle im Fahrwasser charmanter Herren wie Freddy Krueger, Jason Vorhees und Michael Myers (aus Halloween, nicht der aus Austin Powers). Die Siebziger, mit denen wir uns durch STANLEY heute beschäftigen wollen, standen eine ganze Zeitlang unter dem Kommando des Tierhorrorfilms. Die Natur schlägt zurück. Immer wieder. Unaufmerksame Fans und Beobachter verleihen die Medaille für den Trendstarter der animalischen Randale gegen den bösen Menschen leichtfertig einem der ersten großen Blockbuster der Kinogeschichte. Steven Spielbergs DER WEISSE HAI (Jaws, 1975) war, neben seinem jegliche Konkurrenz zwischen den Kiefern zermalmenden Erfolg am Box Office, schließlich, zieht man die Inszenierung von Meisterhand einmal ab, ein Tierhorror-Reißer wie aus dem Lehrbuch. Aber: Er erschien eben erst 1975. Vereinzelte Beispiele für Kino mit sich rächenden Kreaturen nicht menschlicher Spezies gab es immer mal. Im Prinzip fällt schon der alte Affe KING KONG ins Raster – und der war immerhin schon 1931 zu Gange. 1971 sollte es aber Regisseur DANIEL MANN sein, der mit der Romanverfilmung WILLARD eine der noch heute gern verwursteten Plot-Blaupausen für das Subgenre Tierhorror schaffen würde. Die Story: Ein gesellschaftlicher Misfit, also ein Außenseiter sondersgleichen, muss allerlei Hänseleien über sich ergehen lassen. Graduell steigt die Wut. Zum Glück verfügt der Antiheld über eine psychische Verbindung zu einem oder mehreren Tieren, Diese Tiere können sich den Frust des menschlichen Dampfkessels irgendwann nicht mehr mit ansehen und reißen den zuständigen Übeltätern hernach die Hintern auf. Bei WILLARD ist´s eine ganze Armee von gemeinen Wanderratten die effektiv des Zuschauers Knopf der Angst vor dieser Art Vierbeiner drückt. Bei STANLEY bekommt es das schmierige Wilderergesindel mit der titelgebenden Klapperschlange und ihren bei der Menschenheit nicht minder gefürchteten schuppigen Kumpels zu tun.
 
 
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Diese WILLARD-Grundidee würde auch STANLEY-Regisseur WILLIAM GREFÉ noch mehrfach aufgreifen. Unter anderem anno 1976 in MAKO, DIE BESTIE (Mako, The Jaws Of Death) mit einem trainierten Hai. Die Flossenträger mochte der Amerikaner ohnehin gern: Sein mainstreamigster Credit ist die Regie der Haifischszenen im achten James-Bond-Film LEBEN UND STERBEN LASSEN (Live And Let Die, 1973) – passenderweise einem der sicherlich exploitationhaftesten Beiträge zur 007-Reihe. Da wuchs zusammen, was zusammengehört. Ansonsten verdingte sich der Filmemacher in unterschiedlichen Sparten des Nackedei-und/oder- Blut-Films. Meistens in den Sumpflandschaften der Everglades im Staate Florida. Dieser Südostzipfel der Vereinigten Staaten, hier wurde er vor fünfundachtzig Jahren auch geboren, hat es GREFÉ bis heute angetan. Verständlich. Besonders empfohlen seien an dieser Stelle der debile Medizinmannzombie-Horror DEATH CURSE OF TARTU und der Strandparty mit Quallenmutanten-Heuler STING OF DEATH. Hier wird getanzt, die Quallen sind Gefrierbeutel und verfügbar ist das ganze als DVD-Double-Feature auf dem essentiellen US-Label Something Weird Video. Da gab es auch STANLEY – in deutlich ruppigerer Qualität als die jetzt vorliegende Version aus deutschen Landen. Für den Ton in unserer schönen Sprache musste der geneigte Filmliebhaber bis dato auf eine der beiden unbotmäßig seltenen VHS-Auflagen zurückgreifen (wie etwa der Autor dieser Zeilen) und dafür tief in den Säckel langen. STANLEY ist – entgegen des Marketings auf dem Backcover – kein harter Horrorfilm. Er vereint die eben beschriebene Prämisse mit der Hauptfigur des von Rassisten geprügelten Indianers – ein Thema, das in den Siebzigern in der amerikanischen Drive-In-Welt ebenfalls nicht unbeliebt war. Trotzdem oder gerade deswegen ist der Film eine saftige Scheibe regionalen Exploitationkinos made in USA, dessen Präsentation auf respektablem einheimischen Datenträger man sich nicht entgehen lassen möge.
 
 
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STANLEY – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
Alles dabei im Tierhorror-Goldstück STANLEY: Nature strikes back. Die Viecher sind Schlangen, seit biblischen Zeiten schon eher unbeliebt, der Held ein Indianer und die Böslinge Redneck-Wilderer. Flott gibt es in Seventies-Optik auf die Ohren und im Sumpf zirpen die Grillen. That´s Exploitation.
 
 


 
 
 

STANLEY – Zensur

 
 
 
Die endlich auf DVD erhältliche Fassung ist ungeschnitten und bereits frei ab 16 Jahren. Sammler und Liebhaber des Tier-Horrorfilms können demzufolge bedenkenlos zugreifen. Aber: viele Schauwerte bietet STANLEY für Fans derber Unterhaltung jedoch nicht.
 
 
 


 
 
 

STANLEY – Deutsche DVD

 
 
 
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(c) Edel Germany

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Stanley; USA 1972

Genre: Klassiker, Horror, Thriller

Ton: Deutsch (Dolby Digital 2.0 Stereo), Englisch (Dolby Digital 2.0 Stereo)

Untertitel: Keine

Bild: 1,78:1 (anamorph / 16:9)

Laufzeit: ca. 100 Min.

FSK: FSK 16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Keine

Release-Termin: 05.06.2015

 

Stanley (DVD) ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

STANLEY – Trailer

 
 

 
 
 

Christian Ladewig

Die Rechte aller Grafiken in dieser Review liegen bei Edel Germany.

 
 
 
Ähnliche Filme:
 
Willard (1971)
 
Willard (2003)
 
Ben (1972)
 
Phenomena (1985)
 
Der Kuss der Tarantel (1972)
 


Filmkritik: „Der scharlachrote Henker “ (1965)

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DER SCHARLACHROTE HENKER

(SCARLETTO – SCHLOSS DES BLUTES)

Story

 
 
 
Ein lustig’ Grüppchen wuchtiger Sixties-Mannequins hat ein schaurig-schönes Spukschloß zur Location für ihr nächstes halberotisches Fotoshooting auserkoren und schleicht, gemeinsam mit dem zuständigen Magazinherausgeber, in das Gemäuer. Legenden ranken sich um das Schloß. Im Mittelalter soll hier der weiland wohnhafte Edelmann übergeschnappt sein und reihenweise Jungfrauen auf fiesen Foltergeräten zu Tode gequält haben. Der jetzt im Schlösschen lebende Nachkomme des Schänders von einst, ein Schauspieler (Mickey Hargitay) lässt die ungebetenen Gäste von seinen Bodyguards rauswerfen, entscheidet sich aber dann plötzlich um und markiert den charmanten Gastgeber. Was die betonfrisierten Wuchtbrummen nicht ahnen können: Der Nachkomme ist Ziel eines Fluchs, der ihn glauben lösst, sein eigener Urahn zu sein. Flugs setzt sich der gestählte Edelmann die scharlachrote Kapuze auf den kantigen Schädel und schnappt sich ein Mädel nach dem nächsten. Opis Ferkelkeller steht noch in voller Pracht.
 
 
 


 
 
 

DER SCHARLACHROTE HENKER – Kritik

 
 
 
Was für ein Film! Bei seiner Veröffentlichung zu VHS-Zeiten noch unter SCARLETTO – SCHLOSS DES BLUTES firmierend, lenkt der neue Titel unsere Aufmerksamkeit völlig zurecht auf die Hauptfigur. Was als lockere comedia all’italiana beginnt und sich zur gotischen Schlossbesichtigung wandelt, endet in einer übergeschnappten Revue trashigen Grand Guignol Theaters, für das selbstverständlich mal wieder der alte Marquis De Sade als Inspirationsquelle herhalten muss. Mit großem Spaß triezt der rote Henkersknecht die Fotomodelle in seinem Perverso-Keller und lässt kein Auge trocken. Durch die ungebremste Schwachsinnigkeit dieser Szenen scheppern die Sadismen des Folteronkels derart krachend ins Unernste, dass DER SCHARLACHROTE HENKER beim besten Willen nicht mehr mit dem Prädikat „beängstigender Horrorfilm“ versehen werden kann. Tut dem Filmspaß aber trotzdem keinen Abbruch.
 
 
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Mickey Hargitay, echter Vorname Miklos, war Bodybuilder professionellen Formats. Mit seiner Einwanderung in die USA bereits wenige Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg war der Ungar so etwas wie der Vorreiter europäischer Kraftsportler, die in den Jahrzehnten danach versuchten, im Land der ungbrenzten Möglichkeiten Fuß zu fassen und ihr Geld in der Unterhaltungsbranche zu machen. Bekanntester Name hier natürlich Arnold Schwarzenegger, der den 2006 im zufriedenstellenden Alter von achtzig Jahren verstorbenen Hargitay in Interviews als eines seiner Vorbilder bezeichnete. In einem Biopic über La Mansfield anno 1980 spielte Ahnuld gar den Mickey.Vor den Dreharbeiten zu DER SCHARLACHROTE HENKER musste der Muskelmann gerade die Scheidung von Jayne Mansfield über sich ergehen lassen. Mit der kurvenreichen Marilyn Monroe-Epigonin hatte Hargitay in einem pinkfarbenen Barbie-Alptraum von Palast, samt herzförmigem Swimming Pool, gelebt und gerne mal vor laufender Kamera wahnsinnig lachend seine Gattin über den Kopf gestemmt wie eine Hantel aus Chiffon und Möpsen. Persönliche Differenzen gabs auch in den Sechzigern schon in Hollywood und so war Jayne auch schon nur noch des Pumpers Exfrau, als sie sich bei einem Autounfall die Rübe abriss. Die Trauer beutelte den osteuropäischen Kraftprotz trotzdem ganz gehörig. Ich schweife ab. Zur Drehzeit des HENKERS blutete Maitre Hargitay der Geldbeutel und der Hass auf das Weibsvolk brodelte tüchtig. Nur so ist zu erklären, was der Mann über die Laufzeit für ein Feuerwerlk des Overactings abliefert. Grimassieren, Brüllen und nicht nur an der Streckbank generelles tierisch auf die Kacke hauen. Beim abendlichen Drehschluss dürfte der Mann jedes Mal mit Elefantenbetäubungspfeilen niedergestreckt worden sein. Herrlich!
 
 
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Hinter dem pornotauglichen Regisseurs-Kriegsnamen MAX HUNTER steckt der Italiener MASSIMO PUPILLO (DAS FOLTERHAUS DER LADY MORGAN; DJANGO TÖTET LEISE), der mit DER SCHARLACHROTE HENKER einen Spaghetti-Gothic-Knaller der Kategorie G wie Gnadenlos abgeliefert hat. Hier passt alles. Die erotisch gemeinten und doch züchtigen Modelle (damals sah man generell zwei Jahrzehnte älter aus), die wunderbare Gruselatmosphäre des alten Schlags auf Schloß Sudelstein, die genretypische Kameraarbeit, die herrliche Primitivität der Effekte (diese monströse Spinne allein!) und natürlich das unbarmherzige Chargieren des Hauptdarstellers Sir Lord Mickey Hargitay, Esquire. MASSIMO PUPILLO genießt zur Belohnung noch immer sein Leben. Er ist sechsundachtzig.
 
 
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DER SCHARLACHROTE HENKER – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
Sleaziger Hundert-Prozent-Trash aus der Pastaküche der lange Jahre verrücktesten Filmwirtschaft Europas. DER SCHARLACHROTE HENKER kommt ein bisschen daher wie die eindeutig italienische Variante der Filme von HERSCHELL GORDON LEWIS – mit deutlich weniger Kunstblut. Ein Vergnügen für Liebhaber und Kenner von B-Film-Italien und bekloppt-schmieriger Sexploitation.
 
 
 


 
 
 

DER SCHARLACHROTE HENKER – Zensur

 
 
 
Von DER SCHARLACHROTE HENKER existieren zwei verschiedene Schnittfassungen: eine für den US-Markt und einmal eine für Europa. Der Anbieter OSTALGICA hat sich getraut erstmals eine restaurierte Komplettversion des Streifens zu veröffentlichen. Diese wurde ungeschnitten auf DVD gepresst und ist frei ab 16 Jahren.
 
 
 


 
 
 

DER SCHARLACHROTE HENKER – Deutsche DVD

 
 
 
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(c) Ostalgica

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Il Boia scarlatto; Italien / USA 1965

Genre: Klassiker, Horror, Thriller

Ton: Deutsch (Dolby Digital 2.0 Mono), Englisch (Dolby Digital 2.0 Mono), Italienisch (Dolby Digital 2.0 Mono)

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.85:1 (anamorph / 16:9)

Laufzeit: ca. 83 Min.

FSK: FSK 16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover und Schuber

Extras: Deutscher Originaltrailer, US Trailer, 2 Bildergalerien, Programmtipps, geschnittene Szenen, VHS Szenen, Super-8 Fassung, deutscher und englischer Vorspann, französischer Trailer, gekürzte frühere DVD Fassung, Booklet

Release-Termin: 26.06.2015

 

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DER SCHARLACHROTE HENKER – Trailer

 
 

 
 
 

Christian Ladewig

Die Rechte aller Grafiken in dieser Review liegen bei Ostalgica.

 
 
 
Ähnliche Filme:
 
Die Schlangengrube und das Pendel (1967)

Baron Blood (1972)

Das Ungeheuer auf Schloss Bantry (1960)


Kritik: „Revolver – Die perfekte Erpressung“ (1973)

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REVOLVER – DIE PERFEKTE ERPRESSUNG

(BLOOD IN THE STREETS)

Story

 
 
 
Die Frau von Vito Cipriani (Oliver Reed) geht fiesen Kidnappern ins Netz. Als zweiter Direktor der Zuchthauses von Milano hat Vito die Möglichkeit, den Forderungen der Entführerbande Folge zu leisten: Er soll den Gangster Milo Ruiz (Fabio Testi) entkommen lassen. Im Tausch kommt seine Gattin wieder frei. Zutiefst unsicher über den Plan hält der bullige Schließer den Knacki nun selbst als Geisel und versucht mittels Folter herauszufinden, wer hinter dem Kidnapping steckt. Zu blöd nur, dass Milo so gar nicht weiß, wie die Karten liegen. Der Verdacht drängt sich auf, dass sowohl der Gesetzeshüter, als auch sein krimineller Gegenpol nur Teil einer perversen Verbrechensinszenierung sind, die sich bis in die erlauchten Kreise europäischer Polit- und Finanzprominenz erstreckt.

 
 
 


 
 
 

REVOLVER – Kritik

 
 
 
Sergio Sollima lieferte anno 1973 mit „Revolver – Die perfekte Erpressung“ ein zeitnahes Remake seines zurecht im höchsten Maße beliebten Italo-Westerns „Der Gehetzte der Sierra Madre“ (1966) ab. Zusammen mit Damiano Damiani galt dieser Sollima als drastisch gesellschaftskritischster und politischster Regisseur des italienischen Genrekinos seit den Sechziger Jahren und in Original wie Neuverfilmung kommt die stramm linke politische Einstellung ihres Regisseurs ganz vorbildlich zur Geltung. So werden uns die oberen Zehntausend konsequent als moralisch verrottet und verkommen vorgestellt, die Helden – die das gar nicht sein wollen – hingegen sind am Ende doch nur lebloses Treibholz oder Rädchen in einer Maschinerie, deren tieferer Sinn sich ihnen mit ihren stramm nach vorn gerichteten Sichtweisen auf die Welt nicht erschließen kann. Dabei ist es egal, ob der gesellschaftlich achtbare Status des Justizvollzugsbeamten bekleidet wird oder man sich als straßenschlaue Kleingangster-Ratte durchs Leben boxt. Wie bei Bertolt Brecht. Die Kleinen kommen unters Rad, die im Dunkeln sieht man nicht. Finstere Weltsicht – aber ganz bestimmt nicht von der Hand zu weisen. Hier zeigt sich auch der Unterschied zum Gros der „Poliziotteschi“-Filme, in deren Reihen „Revolver – Die perfekte Erpressung“ öfter mal gesteckt wird. Bei diesen (zynischen aber zugegebenermaßen immer unterhaltsamen) Brutalo-Bullenfilmen aus Italien würden konservative Ordnungshüter, stellvertretend für eine von Korruptionserfahrungen, Angst und Terror gelähmte Bevölkerung, am liebsten jedem läppischen Handtaschendieb den Schädel einschlagen. Bei „Revolver – Die perfekte Erpressung“ sind der Beamte und sein Gegenspieler jedoch bloß Schachfiguren, Bauern genaugesagt, im Spiel der Großen, wie es Bob Dylan einst formulierte. Das Publikum möge sich, wenn es nach jemanden wie Sergio Sollima ginge, Gedanken machen, ob es wild um sich ballernden Wüterichen mit Polizeisirene zujubeln will oder doch lieber überlegen, ob es nicht viel näher bei den Figuren seines Films hier lebt. Sollimas Sohn Stefano übertrug mit seinem kühlen Polizei- und Selbstjustiz-Drama „ACAB – All Cops Are Bastards“ 2012 die autoritätskritischen Ideen seines Vaters erfolgreich in die halbdokumentarische Filmsprache der Gegenwart.
 
 
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Fabio Testi spielt seinen Kleinganoven nuancierter als sonst aber trotzdem gewohnt selbstsicher, mit Hang zum Posterboy, wie man es als Freund italienischen Kinos kaum anders gewohnt ist. Nach Oliver Reed kommt hier allerdings erst einmal länger gar nichts. Die Kunst des Engländers, in den kargen anderthalb Stündchen des Drehtags, die er nicht komatös gesoffen in seinem Trailer verbrachte, mehr Intensität in seine Darstellung zu packen als eine Rakete mit Wärmesensor, ist hier auf ihrem Höhepunkt. Die Karriere des professionellen Alkoholikers war beileibe nicht arm an großen Rollen und die des Vito Cipriani könnte schauspielerisch unter den ersten dreien liegen. Wie bei gefühlten sechsundachtzig Prozent aller Filme aus Italien stammt auch die Musik zu „Revolver – Die perfekte Erpressung“ vom unmenschlich fleißigen und bis heute, im hohen Alter, unverwüstlichen Ennio Morricone. Der römische Meister konzentrierte sich diesmal auf eine getragene Klaviermelodie, die in verschiedenen Gestalten, von instrumental bis schnulzig, aus den Boxen fließt. Gute Sache und selbst als Nachpressung teuer, die Platte. Nur mal so nebenbei.
 
 
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REVOLVER – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Mächtig spannendes Thrillerkino auf ganz hohem Niveau, wie man es in den Siebzigern in Europa meisterlich auf die Leinwand zu bringen verstand. Dazu noch mit ansprechendem politischen Unterbau. Wer seinen Horizont des cinematischen Nägelbeißens in die Richtung von „vintage“ Krimireißern aus der Alten Welt erweitern möchte, bekommt mit der vorliegenden DVD einen ausgezeichneten Anfangsfilm geboten.
 
 
 


 
 
 

REVOLVER – Zensur

 
 
 
Die nun erhältliche DVD-Fassung von REVOLVER – DIE PERFEKTE ERPRESSUNG ist erstmals ungeschnitten. Demzufolge können Sergio Sollima-Fans bedenkenlos zugreifen und sich dieses rare Filmwerk ins Sammlerregal stellen.
 
 
 


 
 
 

REVOLVER – Deutsche DVD

 
 
 
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(c) Colosseum Film

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Revolver; Deutschland | Italien 1973

Genre: Krimi, Action, Thriller

Ton: Deutsch (Dolby Digital 2.0 Stereo), Englisch (Dolby Digital 2.0 Stereo), Italienisch (Dolby Digital 2.0 Stereo)

Untertitel: Deutsch

Bild: 1,85:1 (anamorph / 16:9)

Laufzeit: ca. 105 Min.

FSK: FSK 16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover im Schuber

Extras: Interview: Fabio Testi (16:17 Min.), Internationaler Kino-Trailer (3:36 Min.), US amerikanischer Kino-Trailer (1:55 Min.), Bildergalerie (1:54 Min.)

Release-Termin: 24.04.2015

 

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REVOLVER – Trailer

 
 

 
 
 

Christian Ladewig

Die Rechte aller für die Review verwendeten Bilder liegen bei COLOSSEUM FILM

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Milano Kaliber 9 (1972)
 
Die Kröte (1978)
 
Der Denunziant (1985)
 
Die Gewalt bin ich (1977)
 


Filmkritik: „Daughter of Darkness“ (1990)

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DAUGHTER OF DARKNESS

Story

 
 
 
Cathy wird in ihrer amerikanischen Normalo-Heimat von fiesen Albträumen gepiesackt. Immer wieder deutet man ihr im Schlaf an, sich nach Rumänien abzusetzen, von wo ihr Vater, der allerdings schon vor Jahren verschütt’ gegangen ist, stammt. Im gerade nicht mehr kommunistischen Ostblock gelandet, macht die Touristin Bekanntschaft mit de Handwerksmeister Anton, einem alten Freund ihres Vaters. Dieser Anton kann ihr auch von den mysteriösen Umständen um das Verschwinden ihres alten Herrn erzählen. Es macht den Eindruck, dass ihre Familie sehr eng und sehr übernatürlich mit dem transsylvanischen Landstrich verbunden ist…
 
 
 


 
 
 

DAUGHTER OF DARKNESS – Kritik

 
 
 
Nachdem auch in Rumänien die Sache mit dem Sozialismus an der Idiotie ihrer Vorbeter ein Ende gefunden hatte, zog es immer wieder Filmteams in die immerhin historisch relevanten Höhen Transsylvaniens, wo man in heruntergewirtschafteten Studios oder authentischen Außenlocations für fast nüscht drehen konnte. Das ist bis heute so, auch wenn inzwischen eher ehemalige Action-Stars wie Wesley Snipes oder Steven Seagal im alten Ostblock herumpurzeln. Anfang der Neunziger waren es aber die Horror-Filmer, jemand wie Charles Band etwa hatte eine gute Chemie mit der Gegend und konnte für seine Full Moon Studios manchen annehmbaren Kleinfilm verwirklichen. DAUGHTER OF DARKNESS allerdings ist mit Stuart Gordon von jemandem gedreht, der eigentlich mehr kann. Oder können sollte. Es sei denn, man gibt sich dem ernüchternden Gedanken hin, dass die großen und stilbildenden Arbeiten Gordons eher Glückstreffer gewesen sein könnten. Filme wie dieser lassen einen die Qualitäten eines RE-ANIMATOR fast als nie gesehen erscheinen. Schade,gibt aber mehr große Regisseursnamen, die unter diesem Syndrom leiden. Tobe Hooper, anyone?
 
 
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Schön reißerisch nach altem Schlag kommt die Tagline auf dem DVD-Cover der MARITIM PICTURES-Scheibe daher: „Unheimlich…mysteriös…lebensgefährlich“ Um den großen amerikanischen Z-Film-Produzenten David F. Friedman zu zitieren, wird hier definitiv einmal mehr das Brutzeln verkauft und nicht das Steak. Die mehrfache Bezugnahme auf Hitchcocks PSYCHO, vermutlich aufgrund der Anwesenheit des armen Anthony Perkins kurz vorm Elendstod durch AIDS, ist allerdings fast strafenswert. In der Hauptrolle aber Mia Sara. Die richtig hübsche Eighties-Braut aus FERRIS MACHT BLAU und diversen weniger erfolgreichen Filmen im Anschluss, huscht durch so etwas wie eine verlängerte GESCHICHTE AUS DER GRUFT und findet genauso wenig Spannung oder Horrorwert wie der geneigte Zuschauer im Besitz der Scheibe hier. Wirklich schöner Bonus der erhältlichen DVD von MARITIM PICTURES, wenn auch mehr für die Mühe als für den Inhalt, ist die draufgepackte deutsche Videofassung, die ein paar andere Schnitte bringt und zwei Minütchen länger läuft.
 
 
 


 
 
 

DAUGHTER OF DARKNESS – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
 
DAUGHTER OF DARKNESS ist ein Vorreiter der vielen in Rumänien gedrehten Billig-Horrorreißer der Neunziger. Für sehr wenig Geld in den Nachwehen eines zusammenklappenden Systems gedreht, was man einem eigentlich auf Stimmungen und Atmosphäre bauenden Grusler leider zu jedem Zeitpunkt ansieht. Hier gilt trotz der Regie Stuart Gordons das Prädikat „für Wahllose oder Komplettisten“.
 
 
 


 
 
 

DAUGHTER OF DARKNESS – Zensur

 
 
 
Bereits bei seiner Ersterscheinung auf Videoband war DAUGHTER OF DARKNESS ungeschnitten und frei ab 16 Jahren. Auch die nun erhältliche DVD ist komplett – kein Wunder, viel Gewalt gibt es nicht zu sehen.
 
 
 


 
 
 

DAUGHTER OF DARKNESS – Deutsche DVD

 
 
 
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(c) Maritim Pictures

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Daughter of Darkness; USA 1990

Genre: Horror, Klassiker, Thriller

Ton: Deutsch (Dolby Digital 2.0 Stereo), Englisch (Dolby Digital 2.0 Stereo)

Untertitel: Keine

Bild: 1,33:1

Laufzeit: ca. 87 Min.

FSK: FSK 16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray, FSK-freies Wendecover mit alternativem Design

Extras: Deutsche Videofassung (89 Minuten)

Release-Termin: 24.11.2014

 
 
Die erhältliche DVD besitzt zwei Filmfassung. Der Hauptfilm entspricht der amerikanischen TV-Version, welche um ein paar Blut- und Nacktszenen erleichtert wurde. Als Bonusmaterial ist die ungeschnittene deutsche Videoversion auf der Scheibe enthalten, die aber bildtechnische etwas schlechter ist. Hierbei handelt es sich wohl um einen VHS-Rip. Zwar bedauerlich aber dennoch eine nette Dreingabe des Rechteinhabers.
 
 

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DAUGHTER OF DARKNESS – Trailer

 
 

 
 

Christian Ladewig

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Bloody Marie – Eine Frau mit Biß (1992)
 
The Lost Boys (1987)
 
Near Dark – Die Nacht hat ihren Preis (1987)
 


Filmreview: „Cabaret der Zombies“ (1964)

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CABARET DER ZOMBIES

Story

 
 
 
Eine Gruppe Teenager gerät auf einem Jahrmarkt in die Fänge einer bösartigen Wahrsagerin die eine Horde zombieartiger Wesen hütet. So, oder so ähnlich …
 
 
 


 
 
 

CABARET DER ZOMBIES – Kritik

 
 
 
CABARET DER ZOMBIES (1964) ist ein von Ray Dennis Steckler (1938-2009) gedrehter Horrorfilm der oft als ein „Monster Musical“ bezeichnet wird, was nicht ganz der Wahrheit entspricht. Zwar gibt es ein paar musikalische Einlagen, doch tragen diese im Großen und Ganzen nicht viel zum Film bei. Viel mehr passt die Bezeichnung B-Movie oder Trashfilm, denn CABARET DER ZOMBIES ist ein Paradebeispiel für die äußerst günstig produzierten Streifen, die in den 1960er- und 1970er-Jahen in amerikanischen Drive-in Kinos liefen. Steckler drehte sein Werk für gerade einmal 38.000 US-Dollar und spielte selbst die Hauptrolle (unter dem Pseudonym Cash Flagg). Eine Besonderheit dürfte wohl der Originaltitel des Filmes darstellen. Ist der Streifen hierzulande noch recht unspektakulär CABARET DER ZOMBIES betitelt, so lautet der Originaltitel THE INCREDIBLE STRANGE CREATURES WHO STOPPED LIVING AND BECAME MIXED-UP ZOMBIES!!?. Ein Titel, welcher den Machern damals einige Schwierigkeiten bereitete, da er angeblich zu sehr an DR. STRANGELOVE OR: HOW I LEARNED TO STOP WORRYING AND LOVE THE BOMB (1964) von Stanley Kubrick erinnerte, welcher zur gleichen Zeit in Produktion war. Derart verrückte Titel finden sich zuhauf in Stecklers Filmografie als Regisseur. RAT PFINK A BOO BOO (1966), THE MAD LOVE LIFE OF A HOT VAMPIRE (1971), THE SEXORCIST (1974), TEENAGE MASSAGE PARLOR (1976) oder THE HOLLYWOOD STRANGLER MEETS THE SKID ROW SLASHER (1979) sind allesamt B-Movies oder Erwachsenenfilme, die Stecker unter verschiedenen Pseudonymen drehte.
 
Zugutehalten muss man CABARET DER ZOMBIES, dass er optisch ganz nett aussieht. Mit seiner grobkörnigen und sleazigen Optik, hat er den typischen Look eines alten 70er-Jahre Drive-in Klassikers. Wer auf derart Filme steht und diesen Retrolook zu schätzen weiß, sollte bei diesem Streifen gut bedient werden, wenngleich es auch hier bessere Vertreter gab. Allerdings ist es über die Laufzeit von 78 Minuten schwer sich zu konzentrieren, da der Film so gut wie keine Handlung hat, bzw. sich auf das bisschen was an kruder Story vorhanden ist, nur hier und da mal fokussiert. Die schauspielerischen Leistungen zu bewerten macht an dieser Stelle auch keinen Sinn.
 
 
 


 
 
 

CABARET DER ZOMBIES – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
 
CABARET DER ZOMBIES muss niemand gesehen haben. Es ist 70er-jahre Spartenkino an dem nur Freunde alter B-Movies eventuell ihre Freude haben werden.
 
 
 


 
 
 

CABARET DER ZOMBIES – Zensur

 
 
 
CABARET DER ZOMBIES erschien hierzulande in den 1980er-Jahren durch VMP ungekürzt auf Videokassette. Im Februar 2014 wurde in Deutschland eine DVD des Films veröffentlicht, die ebenfalls unzensiert ist. Die FSK-18-Freigabe ist aus heutiger, und Hand aufs Herz, auch schon damaliger Sicht völlig aus der Luft gegriffen. Bei einer Neuprüfung dürfte locker eine Freigabe ab 12 Jahren drin sein.
 
 
 


 
 
 

CABARET DER ZOMBIES – Deutsche DVD

 
 
 
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(c) Maritim Pictures

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Incredibly Strange Creatures Who Stopped Living and Became Mixed-Up Zombies; USA 1964

Genre: Horror, Klassiker

Ton: Deutsch (Dolby Digital 1.0 Mono), Englisch (Dolby Digital 1.0 Mono)

Untertitel: keine

Bild: 1,66:1 (anamorph / 16:9)

Laufzeit: ca. 78 Min.

FSK: FSK18 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit alternativem Wendecover der dt. VHS (ohne FSK-Flatschen)

Extras: Trailershow

Release-Termin: 21.02.2014

 
 
 
Am 21. Februar 2014 werteten Maritim Pictures und Alive den Film in Deutschland unzensiert auf DVD aus. Die DVD bietet außer einer Trailershow keine Extras. Dafür gibt es ein Wendecover ohne FSK-Logo, welches das Motiv der alten deutschen VHS zeigt.
 
 
 

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CABARET DER ZOMBIES – Trailer

 
 

 
 

Sam Freissler

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Frankensteins Tocher (1958)
 
Dracula, The Diry Old Men (1969)
 
Das Kabinett des Schreckens (1981)