Filmkritik: „Die Verfluchten“ (1960)

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DIE VERFLUCHTEN

(THE FALL OF THE HOUSE OF USHER)

Story

 
 
 
Der junge Philip (Mark Damon) bereist den Familiensitz der Ushers, wo seine Verlobte Madeline (Myrna Fahey) darauf wartet, endlich einen Heiratsantrag zu bekommen. Herr des sich im Zusammenbruch befindlichen Landgutes ist Myrnas Bruder Roderick (beängstigend ernsthaft und wie immer jede Minute Screentime an sich reißend: Sir Lord Vincent Price). Dieser zerfallende Quasi-Aristokrat und Blaupause für leidende Goth-Schnösel noch nachfolgender Jahrhunderte ist mit dem Bund der Ehe für Schwester und Schwager in spe überhaupt nicht einverstanden, ist er doch der Überzeugung, durch seine Familie läuft eine Historie von Wahn und Geisteskrankheit. Nach einem Zerwürfnis stirbt Madeline und Philip gerät nicht nur selbst an den Rand des verzweiflungsgetriebenen Irrsinns, nein, er muss die Wirrungen des Hauses Usher in ihrer ganzen Bandbreite erleben.

 
 
 


 
 
 

DIE VERFLUCHTEN – Kritik

 
 
 
Immer noch mit seinem knackigen Alt-Titel versehen ist Roger Cormans Literaturverfilmung einer der beiden Einträge in den Kanon der Poe-Reihe, welche die Anhängerschaft unter sich aufteilt. Die einen stellen DIE VERFLUCHTEN, mit seiner knochentrocken durchgespielten Werkstreue und Ernsthaftigkeit auf ein höheres Podest als die ebenfalls mit Recht zu Kultfilmen in Sechziger-Pathecolor avancierten aber deutlich alberneren Nachzügler á la DER RABE oder TALES OF TERROR, der hierzulande übergeschnappterweise DER GRAUENVOLLE MR.X heißt. Hier, genau wie im anderen verehrten Großfilm des Corman-Poe-Zyklus, nämlich SATANAS – DAS SCHLOSS DER BLUTIGEN BESTIE, finden wir den mächtigen Vincent Price auf der Höhe seines Schaffens und ausnahmsweise mal nicht davon überzeugt, minderwertige Drehbücher durch fast chargenhaft dick aufgetragenes Schauspiel in Grund und Boden stampfen und schnarren zu müssen. Sein Roderick Usher ist eine brillant auf die Leinwand gebrachte Interpretation der gelangweilten und in Degeneration verwelkenden Weltekel-Aristokraten im vergeblichen Kampf gegen vorbestimmte Schicksalsfallen, wie sie E.A. Poe, einer der Gründerväter des Gruselgenres wie besessen schuf. Dazu die altbekannten Kulissen, von Pfennigfuchser Roger Corman immer wieder recycled, die den Zyklus – trotz Planung und Durchführung als low budget Produktion – zu nicht weniger als dem Antlitz US-amerikanischen Upperclass-Horrorkinos machten. Neuen Masteringbemühungen sei Dank, wird uns dieses Antlitz auf der vorliegenden Scheibe kraftvoller, finsterer und gotischer denn je präsentiert.
 
 
 


 
 
 

DIE VERFLUCHTEN – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
 
Essentieller Gothic Horror des Traumgespanns Corman/Price. Ein Klassiker des Genres und Film für die Hitlisten, der in jede Sammlung abseits des Folterporno-Spektrums gehört.
 
 
 


 
 
 

DIE VERFLUCHTEN – Zensur

 
 
 
Die deutschen Heimkinofassung wurde ab 16 Jahren freigegeben, obwohl DIE VERFLUCHTEN nach heutigen Maßstäben sicherlich auch für bereits Zwölfjährige geeignet wäre.
 
 
 


 
 
 

DIE VERFLUCHTEN – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Explosive Media Gmbh

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Fall of the House of Usher; USA 1960

Genre: Horror, Klassiker

Ton: Deutsch PCM 2.0 (Mono), Englisch PCM 2.0 (Mono)

Untertitel: Deutsch, Englisch

Bild: 2.35:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 79 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover – Erstauflage im Schuber

Extras: 4-seitiges Booklet, Interview mit Mark Damon (2014), Bildergalerie seltener Artworks, Original Kino-Trailer, Explosive Trailer-Reel

Release-Termin: 05.09.2014

 

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DIE VERFLUCHTEN – Trailer

 
 


 
 

Christian Ladewig

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Fall of the House of Usher (1928)
 
Der Untergang des Hauses Usher (1928)
 
The Fall of the House of Usher (1949)
 
Die Verfluchten (1960)
 
The Fall of the House of Usher (1966)
 
The Fall of the House of Usher (1981)
 
Die Rache des Hauses Usher (1982)
 
The Fall of the House of Usher (1982)
 
The House of Usher (1989)
 

Filmkritik: „Der Rasenmähermann“ (1992)

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DER RASENMÄHERMANN

Story

 
 
 
Der Wissenschaftler Dr. Lawrence Angelo (Pierce Brosnan) möchte das Gehirn erforschen und nach dem nächsten Baustein der menschlichen Evolution suchen. Damit ihm das gelingt, lässt er Primaten in eine virtuelle Realität eintreten und beobachtet ihre Reaktionen. Nachdem ein Versuch mit einem seiner tierischen Probanden gehörig in die Hose geht, werden seine Experimente unterbrochen und der Doktor auf unbestimmte Zeit in den Urlaub geschickt. Zu allem Überfluss verlässt ihn auch noch seine Frau und der ambitionierte Wissenschaftler erreicht den Nullpunkt. Besessen von der Idee, seine Experimente fortzuführen, rekrutiert er den netten, aber etwas zurückgebliebenen Jobe (Jeff Fahey), der bei seinen Nachbarn den Rasen mäht. Zunächst reagiert das Gehirn des Versuchskaninchen positiv auf Angelos Maßnahmen, doch schon bald entwickelt er sich ein Stück zu weit und übernimmt kurzerhand die Kontrolle über den Verlauf des Experiments.

 
 
 


 
 
 

DER RASENMÄHERMANN – Kritik

 
 
 
Was sofort ins Auge sticht, sind natürlich die computergenerierten Sequenzen, die sich in Dr. Angelos virtueller Realität abspielen, extrem schlecht gealtert sind und heute schlichtweg lachhaft wirken. Auch sonst wirkt die visuelle und akustische Ästhetik des Films, der aus dem selben Jahrgang wie James Camerons zweiter „Terminator“ stammt, eher unbeholfen. Mit maßlos übertriebener Beleuchtung und ebenso unpassender musikalischer Untermalung wirkt „Der Rasenmähermann“ eher wie ein Kind der 80er als der 90er.
 
Betrachtet man den Film allerdings über zwei Jahrzehnte nach seiner Entstehung, kann man nicht abstreiten, dass der Science-Fiction-Aspekt nach wie vor interessant ist, und mit der Zeit sogar an Relevanz zugenommen hat. Damals, als die digitale Revolution zumindest für die meisten Menschen noch ein Glimmer am Horizont war, konnte man sich nur schwer vorstellen, wie das kommende Informations-Zeitalter die Menschheit beeinflussen würde. An genau diesem Punkt setzt „Der Rasenmähermann“ an und bietet eine Vision einer Zukunft, die heute zwar amüsant wirkt, aber gleichzeitig sehr interessant ist.
 
Kernthema des Films ist die zweifelhafte Symbiose zwischen Mensch und Maschine und die Gegenüberstellung einer menschlichen Intelligenz mit einer künstlichen, oder zumindest einer künstlich verstärkten. Untersucht wird das Thema anhand des Rasenmähermannes, einer (sehr) simplen Person, die sich innerhalb kürzester Zeit vom treudoofen Boxsack zum intelligentesten Wesen des Planeten entwickelt und dabei selbstverständlich Fähigkeiten wie Gedankenlesen oder Telekinese nicht auslässt. Tatsächlich muss man dem angestaubten Sci-Fi-Reißer aus den frühen 90ern bescheinigen, dass er diese Gedanken um Einiges konsequenter angeht als moderne Filme mit der selben Thematik à la „Lucy“ oder „Transcendence“. Ganz nebenbei versprüht er dabei trotz oder gerade wegen seiner holprigen Optik einen besonderen, nostalgischen Charme, der vielen Filmen seiner Ära innewohnt.
 
 
 


 
 
 

DER RASENMÄHERMANN – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
„Der Rasenmähermann“ mag auf den ersten Blick wie ein lachhafter und veralteter B-Film aus den frühen 90ern wirken, aber auf näheren Blick ist er noch immer ein absolut tauglicher, interessanter Science-Fiction-Film. Pierce Brosnan und Jeff Fahey verkörpern ihre Frankenstein-ähnliche Beziehung glaubhaft und effektiv und halten den Film trotz einigen Abzügen in der B-Note gut zusammen. Vor allem für Fans von kultigen Sci-Fi-Filmen und 90er-Jahre-Nostalgikern ist „Der Rasenmähermann“ ein wichtiger Eckstein in der Filmsammlung.
 
 
 


 
 
 

DER RASENMÄHERMANN – Zensur

 
 
 
Seit jeher ist der Film in Deutschland ungeschnitten mit einer FSK16-Freigabe erhältlich, die aus heutiger Sicht vielleicht etwas streng wirkt, aber fair ist. Die deutschen Blu-ray-Auswertung wurde ebenfalls ab 16 Jahren freigegeben. Auf der ist jedoch nur die Kinofassung enthalten. Der Director’S Cut ist auf der aktuellen Blu-ray nicht enthalten.
 
 
 


 
 
 

DER RASENMÄHERMANN – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Mad Dimension

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Lawnmower Man; USA 1992

Genre: Mystery, Science Fiction, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Keine

Bild: 1.85:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 108 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene dt. Kinofassung)

Verpackung: Schwarze Amaray mit Wendecover

Extras:Trailershow

Release-Termin: 25.07.2014

 

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DER RASENMÄHERMANN – Trailer

 
 


 
 

Timo Löhndorf

Mehr Kritiken von Timo gibt es auf dasnapalmduo.de zu lesen

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Lucy (2014)
 
Transcendence (2014)
 
Tron (1982)
 

Filmreview: „The Nesting“ (1981)

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THE NESTING – HAUS DES GRAUENS

Story

 
 
 
Schriftstellerin Lauren (Robin Groves) ist Agoraphobikerin, fürchtet sich also vor der Atmosphäre öffentlicher Plätze. Ihr Freund meint’s nur gut und entführt sie in den Urlaub aufs Land, raus aus dem Trubel der Metropole. Gut gemeint ist meistens das Gegenteil von gut gemacht und so hat das arme Mädchen bald mit den gruseligen Visionen zu tun, die medial begabte Horrorfilmprotagonisten im Kontakt mir ekelhaften, verlassenen Landhäusern immer frei Haus (schlechtes Wortspiel, weiß ich) geliefert bekommen. Ob gewollt oder nicht. Hier sind das nervösmachende Geräusche vom Dachboden oder eine Party mit Gästen, die Robin nicht wirklich zuordnen kann. Werfen wir noch unfreundliche Mitglieder der Umlandbevölkerung oder übergeschnappte Nachbarn in die Rezeptur und fertig ist der Horrorreißer, der seine Artgenossen auf die Plätze verweisen kann. Oder wenigstens will …
 
 
 


 
 
 

THE NESTING – Kritik

 
 
 
Wenn wir ehrlich sein wollen, ist THE NESTING mal wieder ein Genrefilm, dessen Begleitumstände im Hintergrund interessanter sind als die doch relativ altbackene Handlung per se, in diesem Fall ein spukiges Spukhaus und so weiter. Regisseur Armand Weston kam von der anderen Seite des Grindhouse-Zaunes, der Pronographie nämlich. Hier verdingte er sich als beliebter Lieferant eher ruppiger Knatterfilme, den so genannten Roughies. Zu seinen bekannteren Flutschwerken zählt etwa der überharte Schändungsschocker DEFIANCE, in dem Fred J. Lincoln (kürzlich verstorben und bekannt als David Hess’ nicht minder perverser Kompagnon Weasel Podowski in LAST HOUSE ON THE LEFT) einen sektenguruartigen Verführer junger und nackiger Dinger gibt. Hinter THE NESTING steht der Wunsch einer Produktionsgesellschaft, auf den Ende der Siebziger sehr populären Zug von Haunted-House-Filmen nach dem Muster von THE AMITYVILLE HORROR aufzuspringen. Ein Unterfangen, was hier aber leider mit mangelnden production values und genereller Uninspiriertheit zu kämpfen hat. Die Schauspieler geben ihr bestes, sollten aber nicht als Kinolegenden im Lichtspiel-Pantheon enden. Erfreulich wenig Berührungsängste mit Hollywoods schmierigerer Seite zeigen zwei Stars goldener Zeiten: Gloria Grahame, in ihrer letzten Rolle sogar, und der wie immer völlig schmerzfreie Rekordschauspieler John Carradine. Beide tun, wofür’s Gage gibt: Sie spielen die Rollen von Schauspielern in einem Film.
 
 
 


 
 
 

THE NESTING – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Bahnhofskinoschmutz aus dem ungut müffelnden Zelluloidzwielicht der 42. Straße New Yorks. Hätte auch in Double Features von Horrorschocker plus rauem Pornofilm eine gute Figur gemacht. Außerdem: Was zu VHS-Zeiten auf dem fies-üblen Label Mike Hunter erschienen ist, hat immer Schmuddelbonus.
 
 
 


 
 
 

THE NESTING – Zensur

 
 
 
Alle bisherigen deutschen Veröffentlichungen auf DVD, Laserdisc und VHS waren nicht komplett. Das Label MOTION PICTURE ändert das und wagt nun den ersten kompletten Release in Deutschland. Um einer kostenspieligen FSK-Prüfung aus dem Weg gehen zu können, wurde die erste deutsche HD-Veröffentlichung ungeprüft im schicken Mediabook auf den Markt geworfen. Das kann wie immer bei „heißer“ Ware nur bei einschlägigen Onlinehändlern, Privathändlern oder auf Filmbörsen gekauft werden.
 
 
 


 
 
 

THE NESTING – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Mediabook Motion Picture

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Nesting; USA 1981

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch (Dolby Digital 1.0 Mono), Deutsch – Kinomix (Dolby Digital 1.0 Mono), Englisch (Dolby Digital 1.0 Mono)

Untertitel: Deutsch (an einigen Stellen im Film Originalsprache mit Untertitel)

Bild: 1,85:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 103 Min.

FSK: nicht von der FSK geprüft (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Mediabook mit 16-teiligem Buchteil auf 1000 Stück limitiert – keine Limitierung auf dem Buchteil ersichtlich

Extras: entfernte & erweiterte Szenen (12:02), Fotogalerie (14:30), Englischer Trailer (1:55), Deutscher Trailer (2:02), Spanischer Trailer (1:55), 3 TV Spots am Stück (1:36), zusätzliche DVD mit dem Hauptfilm, Buchteil

Release-Termin: 16.05.2014

 
 
 
Rechteinhaber MOTION PICTURE veröffentlicht THE NESTING in einer dieser edlen Sammler-Veröffentlichungen, die unter Fans düsterer Horrorware immer mehr Liebhaber findet: Das Mediabook. Ob die Buch-Variante für diesen eher unbedeutenden Streifen hätte wirklich sein müssen, sei mal dahingestellt. Fakt ist jedoch, dass MOTION PICTURE dem Film eine optisch durchaus ansprechende Veröffentlichung spendiert hat, die Mediabooks aus dem Hause NSM, XT & Co. in nichts nachsteht. Die optische Präsentation macht im Gegensatz zu genannten Nischenlabels sogar einen weitaus professionelleren Eindruck, gefällt der Buchteil gerade aufgrund seiner Schlichtheit. Sieben Seiten Text wollen gelesen werden – der Rest dieser Veröffentlichung wurde mit Aushangbildern gefüllt. Natürlich darf in einem Mediabook neben der HD-Fassung des Streifens nicht die DVD fehlen, die hier als notdürftiges Übel mit beiliegt, so dass auch Filmsammler zugreifen können, die noch nicht im Full-HD-Zeitalter angekommen sind. Leider hat meist auch das schönste Release einen Haken. Im Falle der ersten HD-Veröffentlichung von THE NESTING in Deutschland fehlen Extras. Die waren jedoch auch auf den bisherigen deutschen Heimkino-Medien nicht enthalten. Trotzdem wären ein Audiokommentar und ein kleines Feature mit Interviews aller Beteiligten schön gewesen. So haben es gerade einmal Trailer und erweiterte/gelöschte Szenen auf den Silberling geschafft. Ärgerlich! Bleibt zu erwähnen, dass das schicke Mediabook nicht im regulären Handel erhältlich ist. Weil das Mediabook nicht FSK-geprüft veröffentlicht wurde, muss der Filmfan Umwege beim Besorgen des Sammlerstücks in kauf nehmen. Die bekannten Onlineshops aus dem deutschsprachigen Ausland vertreiben das auf 1000 Stück limitierte Mediabook. Aber auch die OFDB oder Privathändler bei AMAZON führen das gute Stück im Sortiment.
 
 

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THE NESTING – Trailer

 
 


 
 

Christian Ladewig / Marcel Demuth

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Das Grauen (1980)
 
Tanz der Totenköpfe (1973)
 

Filmreview: „Dark Age“ (1987)

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DARK AGE

Story

 
 
 
Als starker Regen mehrere Dschungelgebiete überflutet, gelingt es einem riesigen Krokodil den Fluss hinaufzuschwimmen, genau zu der Stelle, an der ein kleines Dorf liegt. Nachdem es bereits mehrere Todesfälle gab, muss Tierschützer Steve Harris (John Jarrat) zusammen mit seinen Kollegen ausrücken, um die von dem Dschungelvolk vergötterte Bestie zu töten….
 
 
 


 
 
 

DARK AGE – Kritik

 
 
 
PARAGON MOVIES / MIG haben mit DARK AGE einen ziemlich in Vergessenheit geratenen Film veröffentlicht. Die 1987 entstandene Romanverfilmung wurde von ARCH NICHOLSON inszeniert, welcher, was Tier-Horrorfilme angeht, schon bei Russell Mulcahys RAZORBACK – KAMPFKOLOSS DER HÖLLE (1984) als Regieassistent Erfahrungen sammeln konnte. Auch DARK AGE, welcher NICHOLSONS selbstständig gedrehtes Spielfilmdebüt darstellt, punktet mit recht schönen Aufnahmen des Dschungels. Es ist zu erkennen, dass für einige Szenen ein enorm großer Aufwand nötig war um sie ordentlich in den Kasten zu bekommen. Sogar QUENTIN TARANTINO ist ein Fan des Films und wohnte einer Aufführung von DARK AGE im Jahre 2009 in Sydney bei. Doch leider macht der Film dann doch nicht alles ganz so gut, wie man nun womöglich glauben mag.
 
ARCH NICHOLSON versucht in seinem Film über ein menschenfressendes Krokodil zu oft einen Spagat zwischen Tier-Horror und familienfreundlicher Abenteuerunterhaltung zu schlagen. So beginnt DARK AGE wie ein vielversprechender Tier-Horrorfilm mit flotten Erzähltempo und recht sympathischen Charakteren vor einer schönen Kulisse und endet damit, dass die Hauptcharaktere versuchen das Krokodil vor den bösen Wilderern zu retten. Die gesamte Aktion gegen Filmende erinnert in ihrer Art und Weise ziemlich an das Finale aus FREE WILLY (1993). Natürlich hat DARK AGE keinen dreisten Ideenraub betrieben, schließlich entstand FREE WILLY erst einige Jahre später; trotzdem ist die teils familienfreundliche Inszenierung für einen Tier-Horrorfilm viel zu fröhlich geraten. Derart heitere Elemente werden dann in Verbindung mit recht brutalen Szenen gesetzt, bei denen Protagonisten Körperteile abgetrennt oder Menschen erschossen werden. DARK AGE schreckt sogar nicht davor zurück, ein Kind „on screen“ vom Krokodil fressen zu lassen. Aber selbst in solchen Horror-Szenarien wird kaum Spannung aufgebaut, da die Musik eher suggeriert, dass es sich bei der gerade stattfindenden Szene um ein abenteuerliches Geschehen handelt, statt um spannend und ernst inszeniertes Horror-Kino. Im Mittelteil verschwendet der Film dann etwas zu viel Zeit mit einer Liebesgeschichte zwischen den von JOHN JARRATTS (WOLF CREEK 1+2) und NIKKI COGHILLS (WÄCHTER DER ZUKUNFT) verkörperten Charakteren. Besonders Coghills Figur hätte etwas geebneter angelegt werden können, hat ihre Rolle scheinbar unter ziemlichen Stimmungsschwankungen im Film zu leiden. Während sie ihrem Filmkollegen in einer Szene die Leviten liest und ein schlechtes Gewissen einzureden versucht, ist sie im darauffolgenden Moment schon wieder fröhlich und guter Dinge. Wirklich förderlich sind dem Kroko-Horror die Launen der Filmheldin leider nicht.
 
 
 


 
 
 

DARK AGE – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
DARK AGE ist im Endeffekt kein schlechter Film. Gerade wenn man auf Tier-Horrorfilme steht, ist der Streifen definitiv einer der besseren Vertreter des Genres. Aber es gibt leider einige Aspekte, welche die Geschichte um das Mörderkrokodil immer wieder stören.
 
 
 


 
 
 

DARK AGE – Zensur

 
 
 
Die erhältliche DVD zum Film DARK AGE ist hierzulande ungeschnitten ab 16 Jahren freigegeben.
 
 
 


 
 
 

DARK AGE – Deutsche DVD

 
 
 
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(c) Paragon Movies / MIG

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Dark Age; Australien 1987

Genre: Horror, Abenteuer, Thriller

Ton: Deutsch (Dolby Digital 2.0 Stereo), Englisch (Dolby Digital 2.0 Stereo)

Untertitel: Keine

Bild: 1,78:1

Laufzeit: ca. 87 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit alternativem Wendecover

Extras: Audiokommentar

Release-Termin: 09.05.2014

 
 
 
PARAGON MOVIES / MIG haben DARK AGE in seiner ungeschnittenen Fassung (FSK 16) hierzulande erstmalig auf DVD unter dem Titel CROCODILE – KILLER FROM THE DARK AGE veröffentlicht. Zuvor ist der Film in Deutschland nur ein Mal von EMBASSY 1987 auf VHS-Kassette erschienen. Die DVD selbst enthält keine Extras, dafür aber ein Wendecover ohne FSK-Logo. Dieses sieht so ähnlich (leider nicht genau) wie das alte Motiv der Kaufkassette aus.
 
 
 

Crocodile – Killer From The Dark Age – Ungeschnitten bei AMAZON auf DVD kaufen

 
 
 


 
 
 

DARK AGE – Trailer

 
 


 
 

Sam Freissler

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Der Horror-Alligator (1980)
 
Alligator 2 – Die Mutation (1991)
 
Der Mörder-Alligator (1989)
 
Killer Krokodil 2 – Die Mörderbestie (1990)
 
Lake Placid (1999)
 

Filmreview: „Das Grauen kommt um Zehn“ (1979)

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DAS GRAUEN KOMMT UM ZEHN

WHEN A STRANGER CALLS

Story

 
 
 
Jill (Karol Kane) verdingt sich, so ist das im amerikanischen Unterhaltungsprogramm ja öfter, während ihrer Highschool-Zeit als Babysitterin bei wohlhabenderen Paaren. Eines Abends ruft ein unheimlicher Fremder auf der Arbeit an und lässt sich auch partout nicht vom wiederholten Wählen der Nummer abhalten. Auch nicht von Jills raschem Einschalten der Staatsgewalt. Nein, er treibt es auf die Spitze und bittet das arglose Mädchen wiederholt, doch mal gerade nach den zu betreuenden Kindern zu sehen. Jill wird langsam nervös und geht dem doch einmal nach. Die kleinen Kinder sind tot. Ein weiteres, natürlich panischeres Gespräch mit der Polizei alarmiert sie, dass der Irre vom gleichen Haus aus anruft. Jill kann sich in Sicherheit bringen, der Verbrecher wandert ein. Ein paar Jahre später neue Anrufe bei der schwer Traumatisierten. Lange keine Babysitterin mehr, hat Jill inzwischen eigene Kinder und der Mörder von damals ist frei.
 
 
 


 
 
 

DAS GRAUEN KOMMT UM ZEHN – Kritik

 
 
 
DAS GRAUEN KOMMT UM ZEHN bewegt sich 1979 irgendwo im Spannungsfeld zwischen Thriller späterer Hitchcock’scher Prägung (etwa FRENZY fiele mir hier ein) und dem US-Slasher-Untergenre, dessen große Zeit ja auch unmittelbar bevorstehen sollte. Ungewöhnlich ist die Nutzung des perfekt zurechtgeschliffenen Prologes als bereits in sich geschlossenem, kleinem Film-vorm-Film. Horrorfans bekrittelten den mittleren, analytischer vorgehenden und portraitierenden Teil des Thrillers leider oft als langatmig oder zu ambitioniert, wie mir bei meinen Publikumsrecherchen auffallen leider musste. Hier muss natürlich eingeworfen werden, dass es sich eben nicht um Freitag der 13. Teil 29 handelt und man nur popcornfressend die Zehn-Kleine-Nackigcamper-Sause abhakt, während man beim Glotzen noch drei bis fünf weiteren Aktivitäten nachgehen könnte und ob der Langweiligkeit eigentlich ja sogar müsste. Nein, Fred Waltons (DIE HORROR PARTY von 1986 sei empfohlen, möchte man sich weiter mit den Horrorausflügen des Regisseurs beschäftigen) Film gibt sich in seiner Zeichnung des Psychogramms des Mörders eine einfallsreiche aber gleichzeitig nicht an den Haaren herbeigezogene Mühe, wie man sie so erst im von Serienkillern besessenen Spannungskino der Neunziger Jahre, genauer gesagt nach Hannibal Lecter im SCHWEIGEN DER LÄMMER regelmäßig vorgesetzt bekommen sollte. Kindsmörder Duncan ist kein maskierter und durch diese Maskierung zum abstrakten Monstrum erhöhter „Boogie Man“, keine Freddy Krueger-Sagen/Comicfigur. Er ist ein krimineller Geisteskranker mit eindrucksvoll dargestellten persönlichen Unzulänglichkeiten, die ihn immer wieder Ungeheuerliches begehen lassen. WHEN A STRANGER CALLS, s der Originaltitel, nimmt sich als packender Nagelknabberfilm ernst und das ist seine größte Stärke. Perverse Anekdote: Die Idee des „Haben Sie nach den Kindern gesehen“ ist in den USA durch diesen Film zu einer Urban Legend geworden und existiert dort in zahllosen Variationen, sei es als Zitat in ernsten oder komödiantischen Filmen und TV-Shows oder gar im Programm fieser Gruselgeschichtenerzähler, die es sich mit ihren minderjährigen Schutzbefohlenen verderben wollen. Das kann nicht jeder sparsam budgetierte Spät-Siebziger-Thriller von sich behaupten, oder?
 
 
 


 
 
 

DAS GRAUEN KOMMT UM ZEHN – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Nervenzerfetzer aus der Umbruchszeit zwischen ausgehendem Hitchcock und frühem amerikanischem Slasherfilm mit besonderem Augenmerk auf psychologischer Dichte. Leicht vergessener Klassiker.
 
 
 


 
 
 

DAS GRAUEN KOMMT UM ZEHN – Zensur

 
 
 
Die im Handel erhältliche deutsche Fassung ist ungeschnitten und frei ab 16 Jahren.
 
 
 


 
 
 

DAS GRAUEN KOMMT UM ZEHN – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Explosive Media GmbH

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: When a Stranger Calls; USA 1979

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch PCM 2.0, Englisch PCM 2.0

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.85:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 98 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover – Erstauflage zusätzlich im Schuber

Extras: Booklet, Trailer, Bildergalerie, Erstauflage im Schuber

Release-Termin: 20.06.2014

 
 
 

Das Grauen kommt um zehn (When a Stranger Calls) [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

DAS GRAUEN KOMMT UM ZEHN – Trailer

 
 
 


 
 

Christian Ladewig

 
 
 
Ähnliche Filme:
 
Halloween – Die Nacht des Grauens (1978)
 
Unbekannter Anrufer (2006)

Filmreview: „From Beyond“ (1986)

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FROM BEYOND

Story

 
 
 
Warum sollten wir uns mit der Handvoll Sinne zufrieden geben, die uns der liebe Herrgott ins Gehirn gepflanzt hat? Crawford Tillinghast (Jeffrey Combs, spätestens jetzt unwiderruflich auf dem Wege zur modernen B-Horror-Ikone), seines Zeichens Student der Physik und sein Partner in Crime Dr. Pretorius sehen das ähnlich. Jetzt basteln sie seit Geraumem an einem psychochirurgischen Konstrukt, das sie den Resonator nennen. Mit eben diesem durchleuchten sie das menschliche Hirn, genauer die Zirbeldrüse, in der sie den verborgenen Sinn vermuten. Die Chose würde nicht auf der Vorlage H.P. Lovecrafts basieren, entstünde nicht spätestens jetzt die Möglichkeit, dass „unbeschreibliche Schrecken nicht irdischer Gestalt“ den Fuß (oder die Tentakel) in der dimensionalen Türe hätten. Ja, der Resonator knallt einen Riss ins intergalaktische Kontinuum und die Fäkalien sind am Dampfen. Ein (zumindest für den Horrofan, für die Protagonisten weniger) in liebevoller, animatronischer Handarbeit erschaffenes Vieh erledigt dann auch den guten Pretorius, zumindest fast und Crawford muss sich den Ermittlungsbehörden (Ken Foree aus Dawn Of The Dead mit dem Landeinamen Bubba und Barbara Crampton, Stammspielerin bei Gordon/Yuzna) erklären. Dämlicherweise fänden diese es ganz töfte, wenn der überforderte Studenterich das Öffnen des Dimensionsportals doch noch mal schnell wiederholen könnte. Schlechte Idee, noch viel schlechtere Aussicht für den Fortbestand der menschlichen Spezies, das. Mehr interdimensionale Ungeheuerlichkeiten, Crawfords aufgeblasene Zirbeldrüse, welche die nette Frau Polizistin registriert und der merklich veränderte Doktor P., inzwischen nicht mehr wirklich am Dahinvegetieren als Homo Sapiens interessiert, spielen fürdere Rollen.
 
 
 


 
 
 

FROM BEYOND – Kritik

 
 
 
FROM BEYOND – ALIENS DES GRAUENS verkörperte seinerzeit, 1986 war das schon, die zart keimende Hoffnung belesenerer Horrorjünger, endlich einmal eine gelungene Adaption eines Werkes Lovecrafts sehen zu dürfen. Ob diese Marke erreicht werden konnte, darüber ließe sich trefflich streiten. Auf jeden Fall ist dieser Film, aus den fachkundigen Händen Stuart Gordons und Brian Yuznas (mindestens mit dem zu Kult-Ehren gekommenen Trash-Hobel Re-Animator schon, wenn auch verwässert, auf HPLs Spuren unterwegs gewesen) ein begeisterndes Latexfest einer liebenswerten Genre-Ära. Dazu – hach, der Hang der Filmschaffenden hier zum Humorsplatter jener Zeit – macht der Resonator die Betroffenen auch noch scharf wie die Rettiche. Der alte „Einsiedler von Providence“ hätte solche Pikanterien in seiner puritanischen Neu-England-Weltsicht nicht gutgeheißen. Produziert haben diesen fast vergessenen Beitrag der gnadenlose Charles Band, seines Zeichens Kopf des Schrottimperiums Full Moon und geistiger Vater von Nervenkrieg wie der Puppet Master Reihe oder den irren Dollman-Filmen. Begrüßenswert, gerade bei Effektschlachten wie FROM BEYOND ist das Verfügbarmachen eines längeren Director’s Cuts. Ein Bildträger, der in jedes gepflegte Regal von Klassikern der Achtziger Jahre gehört.
 
 
 


 
 
 

FROM BEYOND – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Lovecraft-Horror, verwirklicht von erfahrenen Band/Gordon/Yuzna Team der Achtziger. Ferkeliger Splatter, Atmosphäre und Humor. Ein Dokument kultiger Genrezeiten.
 
 
 


 
 
 

FROM BEYOND – Zensur

 
 
 
FROM BEYOND hatte es nicht leicht in Deutschland. Bis zum Dezember 2013 war der Streifen hierzulande indiziert. Nach Ablauf der 25-Jahresfrist wurde die Indizierung jedoch aufgehoben und der Film nach einer Neuprüfung von der FSK ungeschnitten ab 16 Jahren freigegeben. Bei der momentan im Handel frei erhältlichen DVD und Blu-ray handelt es sich um den ungeschnittenen Director’s Cut. Dieser ist bereits für 16-jährige geeignet und natürlich ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

FROM BEYOND – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) OFDB Filmworks – Abb.: Erstauflage – Limited 3-Disc-Digipack (uncut)

 
 
 
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(c) OFDB Filmworks – Abb.: Kaufhausfassung (uncut)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: From Beyond; USA 1986

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 2.0, Englisch DTS-HD MA 4.0

Untertitel: Deutsch, Englisch

Bild: 1.78:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 86 Min.

FSK: Kaufhausfassung: FSK16 (ungeschnittene Fassung) / Ungeprüfte Erstauflage: ungeprüft (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Kauffassung: Amaray mit Wendecover im Schuber / Ungeprüfte Erstauflage: Digipack

Extras: Audiokommentar mit Regisseur Stuart Gordon und dem Cast (englisch) , Audiokommentar mit Drehbuchautor Denis Paoli (englisch), Audiokommentar mit Kai Naumann & Marcus Stiglegger (deutsch), Multiple Dimensions – Featurette über die aufwendigen Make-Up & Creature Effects mit den Verantwortlichen (John Buechler, Anthony Doublin, John Naulin und Mark Shostrom) (20 Min.), Monsters & Slime – Die Effekte von From Beyond (20 Min.), Paging Dr. McMichaels – Ein Interview mit Hauptdarstellerin Barbara Crampton (15 Min.), The Doctor is in – Ein Interview mit Hauptdarstellerin Barbara Crampton (14 Min.), A Tortured Soul – Ein Interview mit Hauptdarsteller Jeffrey Combs (15 Min.), An Empire Production – Ein Interview mit dem ausführenden Produzenten Charles Band (5 Min.), Gothic Adaptation – Ein Interview mit Drehbuchautor Dennis Paoli (15 Min.), Stuart Gordon über From Beyond (20 Min.), The Director’s Perspective – Ein Interview mit Regisseur Stuart Gordon (9 Min.) [nur SD], Interview mit Komponist Richard Band (4 Min.) [nur SD], The Editing Room: Lost And Found – Ein Interview mit Stuart Gordon und Restaurations-Team (5 Min.) [nur SD], Foto-Montage (3 Min.) [nur SD], Storyboard/Film-Vergleiche (20 Min.) [nur SD]

Release-Termin: 13.05.2014 (Kaufhausfassung) / 13.09.2013 (Limited 3-Disc-Digipack)

 
 
 

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OFDB Filmworks hat den Director’s Cut von FROM BEYOND in mehreren Fassungen veröffentlicht. Bevor der Film von der FSK neu geprüft und ab 16 Jahren freigegeben wurde, veröffentlichte Rechteinhaber OFDB Filmworks ein schickes, nicht FSK-geprüftes Digipack des Streifens, das 2 DVDs und 1 Blu-ray Disc beinhaltete. Außerdem lagen der auf 3000 Stück limitierten Sonderverpackung ein Booklet mit einem Essay vom Lovecraft-Experte Kai Naumann bei. Zeitgleich wurde der Streifen in einer noch strenger limitierten Hardbox mit gleichem Inhalt veröffentlicht, von der aber nur 100 Stück produziert wurden. Diese OFDb-exklusive Sonderauflage ist jedoch leider vergriffen und nur noch zu Mondpreisen erhältlich.
 
Nachdem der Streifen vom Index gestrichen und neu von der FSK geprüft wurde, erschien jüngst eine ungeschnittene Fassung für die Kaufhäuser. Die erhältliche Blu-ray besitzt den gleichen Inhalt wie die bisherigen Fassungen, welche OFDB Filmworks bis dato veröffentlicht hat. Die Erstauflage der Kaufhausfassung kommt zudem im schicken Pappschuber daher. Alle bisher erhältlichen deutschen Blu-rays sind ungeschnitten und beinhalten den Director’s Cut des Klassikers.
 
 
 


 
 
 

FROM BEYOND – Trailer

 
 
 


 
 

Cristian Ladewig

 
 
 
Ähnliche Filme:
 
The Resurrected (1992)
 
Re-Animator (1985)
 
Bride of Re-Animator (1989)

Filmreview: „Montana Sacra – Der heilige Berg“ (1973)

montana-sacra-der-heilige-berg-1973
 
 
 

MONTANA SACRA – DER HEILIGE BERG

Story

 
 
 
Als ein Dieb einen hohen Turm erklimmt, trifft er dort in einem riesigen Regenbogenzimmer auf den Alchemisten. Dieser ist im Begriff eine Gruppe von Leuten um sich zu versammeln, um sich auf die Reise zum „heiligen Berg“ zu machen damit sie dort zu Göttern werden …
 
 
 


 
 
 

DER HEILIGE BERG – Kritik

 
 
 
Alejandro Jodorowsky ist einer der obskursten Filmemacher aller Zeiten. Sein Leben und sein künstlerisches Schaffen lassen sich nur schwer in Worte fassen, denn es gibt kaum etwas, das dieser Mann nicht gemacht hat, und es gibt kaum eine größere Persönlichkeit, die Jodorowsky nicht kennengelernt hat. Er ist Schriftsteller, Dichter, Musiker, arbeitete an mehreren Comics, inszenierte Theaterstücke und ist Regisseur von Filmen, bei denen man sich heute kaum vorstellen kann, dass es Leute gab, die diese Werke finanziell unterstützt haben. Es sind Filme, welche sich nicht nur abseits des Mainstreams bewegen oder als Sparten-Kino bezeichnet werden können, nein, Jodorowsky erschuf mit seinen Arbeiten eine ganz neue Spezies von Filmen. Im höchsten Maße surrealistisch, ist es nur schwer zu fassen, was Jodorowsky einem wirklich erzählen möchte. Seine Hauptcharaktere sind meist Außenseiter und die Welt, in der sie leben, ein verrücktes Labyrinth. Seine Filme gleichen traumartigen Reisen und die Geschichten sind geprägt durch Jodorowskys spirituelles Wesen und wohl nicht zuletzt durch seinen Konsum von Drogen. Seine absolutes Meistwerkwerk des Außergewöhnlichen stellt wohl DER HEILIGE BERG (The Holy Mountain, 1973) dar, welcher hier in Deutschland auch unter dem Titel MONTANA SACRA bekannt ist.
 
Nach dem Erfolg seines Vorgängerfilmes EL TOPO (1970) war Alejandro Jodorowsky ein Name des Underground-Kinos. Nach dem „Summer of Love“ erreichte die Hippie-Bewegung in den USA 1969 mit dem damaligen Woodstock Festival ihren Höhepunkt. Die Beatles trafen mit Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band den Zeitgeist, wie kaum eine andere Band. Pink Floyd feierten ihre ersten großen Erfolge und Filme wie Roger Cormans THE TRIP (1967), Stanley Kubricks 2001: ODYSSEE IM WELTRAUM (1968) oder Dennis Hoppers EASY RIDER (1969) waren Kino-Hits. Jodorowskys EL TOPO kam also zu einem Zeitpunkt in die Kinos, als die Hippie-Bewegung schon begann abzuklingen. Dennoch fand der Streifen großen Zuspruch, u.a. vom Beatles-Mitglied John Lennon. Dieser konnte seinen damaligen Manager Allen Klein davon überzeugen Jodorowskys nächsten Film, DER HEILIGE BERG, finanziell zu unterstützen. Dieser Deal sollte Alejandro Jodorowsky später zum Verhängnis werden, da er und Klein in einen Streit um zukünftige Projekte gerieten. Jodorowsky hatte fortan keine Kontrolle mehr über seine Filme EL TOPO und DER HEILIGE BERG. Letzterer sollte jedoch auch deswegen in die Filmgeschichte eingehen, da Jodorowsky von den 1,5 Millionen Dollar Produktionsbudget gerade einmal die Hälfte verbrauchte und die andere Hälfte zurückgab.
 
 

„Most directors make films with their eyes. I make films with my balls.“
ALEJANDRO JODOROWSKY

 
 
Nicht nur DER HEILIGE BERG selbst, auch dessen Entstehungsgeschichte ist spektakulär. So verbrachte Alejandro Jodorowsky mehrere Tage vor Drehstart ohne Schlaf unter der Aufsicht eines Zen Meisters, schrieb das Drehbuch unter Einfluss von LSD und lebte mehrere Wochen lang mit der Crew des Filmes in einer Art Kommune, wo die Schauspieler, ebenfalls unter Einfluss von Drogen, spirituelle Erfahrungen machen sollten. Und wie genau kann man DER HEILIGEN BERG nun in Worte fassen? Es ist sehr schwer. Wie schon der Trailer verkündet, steht der Film außerhalb jeglicher Kritik. Ihn als eine „traumartige Reise“ oder einen „Trip“ zu bezeichnen ist noch nett gemeint. DER HEILIGE BERG ist unkonventionell und mutig. Einige Dinge die dieser Film zeigt, könnte man heute nicht mehr drehen. Auch wie der Film mit einigen anderen Dingen umgeht, wäre heutzutage undenkbar.
 
Der Film beginnt in einem Raum, verziert mit einem weißem Mosaik mit schwarzem Muster. Zwei Frauen gekleidet wie Marilyn Monroe und Bette Davis knien auf dem Boden. Hinter ihnen steht ein Mann (Alejandro Jodorowsky als der Alchemist), der einen tiefschwarzen Mantel und einen schwarzen großen Hut trägt. Er beginnt den Frauen die Haare kurz zu schneiden, um ihnen schließlich die Köpfe kahl zu rasieren. Danach folgt der psychedelische Vorspann, geprägt von außerordentlich schönen, aber verwirrenden Bildern, die Muster und Schmuck in allerlei Formen und Farben zeigen. Anschließend sehen wir eine Horde nackter kleiner Jungen, deren Genitalien grün angemalt sind, wie sie einen Mann, der Jesus ähnlich an einem Pfahl festgebunden ist, mit Steinen bewerfen. Dieser weiß sich schließlich zu befreien und verjagt die Horde Kinder, nur um anschließend mit einem Kleinwüchsigen, dessen Arme und Beine amputiert sind, etwas zu rauchen. Wer sich hier denkt, dass die Spitze des Eisberges an Absurdität schon erklommen ist, der irrt. Der Film weiß sich kurz darauf noch einmal zu überbieten. Und dann noch mal, und dann noch mal, und dann noch mal. Es wird nie wirklich klar, was Alejandro Jodorowsky von einem will. Ob er nur ein Thema behandelt oder mehrere. Es gibt in DER HEILIGE BERG immer wieder Elemente die, man als Satire und Gesellschaftskritik auffassen kann. So arbeiten mehrere Begleiter des Diebes und des Alchemisten für die Regierung oder es sind Leute der Oberschicht, von denen die meisten in ihren großen Industrien allerlei absurdes Zeug herstellen, das Leute bei der Stangen halten und sie manipulieren soll.
 
Zugegeben, die erste Hälfte des Filmes fällt wesentlich spektakulärer aus als die zweite. Wie auch schon EL TOPO, so ist DER HEILIGE BERG in zwei zusammenhängende Teile gegliedert, welche sich vom Ton her jedoch stärker voneinander unterscheiden. So ist die erste Hälfte eher ein hochstilisierter Gang durch ein buntes und explosives Labyrinth, in welchem episodenhaft die verschiedenen Charaktere vorgestellt werden. Die zweite Hälfte ist immer noch voll von einigen sehr verrückten Dingen, aber im Vergleich zur ersten wirkt sie etwas gediegener und naturalistischer. Sie beschreibt die Reise zum heiligen Berg.
 
 

„One does not go to the theater to escape from himself, but to reestablish contact with the mystery that we all are.“
ALEJANDRO JODOROWSKY

 
 
Ein kleines Manko des Filmes ist jedoch sein Ende, wobei man hier anmerken sollte, dass diese Meinung rein subjektiv ist. Von einem künstlerischen Standpunkt aus betrachtet, hat der Schluss durchaus seine Berechtigung. Jodorowsky hatte damit etwas zu sagen und es hätte wahrscheinlich kaum eine andere Möglichkeit gegeben, sich adäquat aus diesem Meer des Wahnsinns zu retten. Jedoch ist das Ende in höchstem Maße desillusionierend und weckt den Zuschauer aus einem scheinbar nicht enden wollenden halluzinogenen Alptraum auf. Man hätte gerne noch 5 Minuten, vielleicht auch eine Stunde länger schlafen wollen…
 
 
 


 
 
 

DER HEILIGE BERG – Fazit

 
 
 
10 Punkte Final
 
 
 
Alejandro Jodorowskys DER HEILIGE BERG ist ein Meisterwerk des Wahnsinns. Ein bunte und surreale Explosion von Bildern, von denen man nicht eine Sekunde lang seine Augen lassen sollte. Doch wie ist dieser Film zu bewerten? Eigentlich gar nicht. Jodorowskys halluzinogenes Werk kann man nicht wie einen gewöhnlichen Film bewerten. Im Grunde müsste man die Wertung für diesen Film auf „nicht gesehen haben“ oder „gesehen haben“ beschränken statt in Zahlen. Hat man ihn nicht gesehen wird man niemals eine solche Filmerfahrung machen wie bei diesem Streifen. Hat man ihn gesehen, erlebt man etwas wirklich Besonderes und lässt sich von Alejandro Jodorowsky auf einen außerordentlichen Trip mitnehmen. Wenn man den Film aber in Zahlen für das bewerten soll was er ist, so gibt es eigentlich keinen Grund ihm nicht die volle Punktzahl zu geben.
 
 
 


 
 
 

DER HEILIGE BERG – Zensur

 
 
 
DER HEILIGE BERG startete unter dem Titel MONTANA SACRA am 21.08.1974 in einer wahrscheinlich ungeschnittenen Fassung in den deutschen Kinos. 2006 wurde der Film einmalig wiederaufgeführt und 2008 auf Arte gezeigt. Auch hier ist nicht zu hundert Prozent sicher, ob die gezeigten Fassungen unzensiert waren. Die aktuell erhältliche Filmfassung von BILDSTÖRUNG ist zumindest komplett. Der Film trägt das FSK 18-Siegel.
 
 
 


 
 
 

DER HEILIGE BERG – Deutsche Blu-ray

 
 
 
alejandro jodorowsky blu-ray collection bildstoerung

(c) Bildstörung

 
 
 
Am 28. Februar 2014 veröffentlichte das unter Sammlern hoch angesehen Label Bildstörung in Zusammenarbeit mit dem Filmverleih Drop-Out Cinema seine Box „Die Filme von Alejandro Jodorowsky“ als separate DVD- und als Blu-ray-Version. Diese Box ist fantastisch und jedem der das abseitige Kino liebt wärmstens zu empfehlen! Enthalten sind Jodorowskys erster Spielfilm FANDO UND LIS (1968), EL TOPO (1970) und natürlich DER HEILIGE BERG (1973). Die Box ist nicht nur äußerst schön gestaltet, sie enthält auch ca. 8 Stunden Bonusmaterial sowie die Soundtracks von EL TOPO und DER HEILIGE BERG. Die Bild- und Ton-Qualität sind bei allen drei Filmen absolut Spitze. So toll haben Jodorowskys erste drei Spielfilme noch nie ausgesehen.
 
 
 

TECHNISCHE DATEN

DIE FILME VON ALEJANDRO JODOROWSKY Blu-ray Box
 
Originaltitel: El Topo – Mexico (1970) / The Holy Mountain – Mexiko, USA (1973)

Genre: Der Heilige Berg: Drama, Fantasy, Science Fiction / El Topo: Western

Ton: El Topo: Deutsch – LPCM Mono, Spanisch – DTS-HD 5.1 & LPCM Stereo / Der heilige Berg: Deutsch – LPCM Mono, Englisch – DTS-HD 5.1 & LPCM Stereo

Untertitel: Deutsch

Bild: El Topo: 1,33:1 (1080/24p) / Der heilige Berg: 2,35:1 (1080/24p)

Laufzeit: El Topo: 125 Min., Der heilige Berg: 113 Min.

FSK: FSK18 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Schuber mit mehreren Digipacks

Extras: EXKLUSIVE BONUSFEATURES: Alejandro Jodorowskys Debütfilm FANDO UND LIS (1968, 93 Min.), 2 CDs mit den Originalsoundtracks zu EL TOPO und DER HEILIGE BERG, BONUSFEATURES: 3 Audiokommentare von Alejandro Jodorowsky zu seinen drei Spielfilmen, Jodorowskys wiederentdeckter Kurzfilm DIE KRAWATTE (1957, 21 Min.), Dokumentarfilm DIE KONSTELLATION JODOROWSKY (1994, 86 Min.), Entfallene Szenen zu DER HEILIGE BERG, Alejandro Jodorowsky über Tarot (7 Min.), Alejandro Jodorowsky über EL TOPO (5 Min.), Alejandro Jodorowsky trifft Nicolas Winding Refn [DRIVE, ONLY GOD FORGIVES] (20 Min.), Alejandro Jodorowsky auf dem Filmfest München 2013 (20 Min.), US-Trailer, Bildergalerien, 2 Booklets mit einem langen Interview mit Alejandro Jodorowsky von 1970, der Indizierungsbegründung zu EL TOPO und einem Essay von Claus Löser (alle Features mit deutschen UTs)

Release-Termin: 28.02.2014

 
 

JODOROWSKY Collection (2 Blu-rays, 2 DVDs, 2 CDs) ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 

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DER HEILIGE BERG – Trailer

 
 


 
 

Sam Freissler

 
 
 
Ähnche Filme:
 
El Topo (1973)
 
Santa Sangre (1989)
 

Filmreview: „Hotel zur Hölle“ (1980)

motel-hell-hotel-zur-hölle
 
 
 

MOTEL HELL – HOTEL ZUR HÖLLE

Story

 
 
 
Somewhere in the Hinterlands. Das ältliche Geschwisterpaar Vincent und Ida betreibt ein nicht wirklich lauschiges Motel an einem Freeway. Wenn zu wenig Gäste kommen, geht Vincent, ein Traum von lederhäutigem Naturburschen mitten aus dem American Gothic Bilderbuch, seinen zweitem Broterwerb nach. Er stellt landauf, landab beliebtes Räucherfleisch her. Dafür geht er allerdings nicht ins örtliche Gehölz und stellt Opossum-Fallen, nein, man lanciert gemeinschaftlich Autounfälle und macht den liegengebliebenen Ortsfremden den Garaus. Frei nach dem früh verstorbenen Christoph Schlingensief: Sie kamen als Fremde und blieben als Wurst …
 
 
 


 
 
 

HOTEL ZUR HÖLLE – Kritik

 
 
 
Ein Klassiker des Irrsinns! Das trostlose Motel hieß mal HELLO, dann sind die Birnen im O durchgeflackert. Das, meine Damen und Herren, ist Humor, das ist Ideenreichtum, das ist einer der fetzigsten B-Horror-Heuler der späteren Autokino-Jahre. Natürlich auf dem Trittbrett berühmter anderer Menschengriller aus Texas reitend, konnte sich Kevin Connors unterhaltsame Achterbahnfahrt des schlechten Geschmacks ihren Kultstatus über die letzten 30 Jahre bewahren. Farmer Vincent-Star Rory Calhoun war in den USA auch mal prominent. Bevor er mit Schweinemaske auf dem Wirsing die Kettensäge schwingen musste, schmachteten ihm als jungen Burschen die Damen landauf, landab zu, wenn er zähnefletschend abwechselnd den edlen Cowboy oder einen wilden Gladiator gab. Der Mann war aber Profi und so füllte er die Rolle des hinterwäldlerischen Menschenschlachters mit jeglicher Größe, die ihm die Gage erlaubte. Dazu meine ich immer, eine perverse Freude in seinen Augen zu sehen, wenn er die Beißer in Richtung Kamera bleckt. Ein Schauspieler nach alter Väter Sitte eben. Regisseur Kevin Connor hatte ebenfalls keine schlechte Kinderstube. Als Hausregisseur der letzten Jahre bei den legendären Amicus Studios in England konnte er deren quietschbunten und wilden Abenteuerfilmproduktionen wie CAPRONA – DAS VERGESSENE LAND seinen Stempel aufdrücken. Später verdiente der Brite sein Geld maßgeblich mit Auftragsarbeiten für den Televisor.
 
 
 


 
 
 

HOTEL ZUR HÖLLE – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
 
Alles in allem haben wir es bei HOTEL ZUR HÖLLE/MOTEL HELL mit einem Klassiker des Videozeitalters zu tun, der – besonders in seiner schönen, neuen Auflage – in keinem Regal fehlen sollte.
 
 
 


 
 
 

HOTEL ZUR HÖLLE – Zensur

 
 
 
HOTEL ZUR HÖLLE ist nicht mehr in Deutschland indiziert, wie es wahrscheinlich oft vermutet wird. Die, aktuell von CMV veröffentlichte Blu-ray-Fassung des Streifens ist komplett ungeschnitten und juristisch geprüft, dürfte aber trotzdem nur in einschlägigen Onlineshops und Filmbörsen zu finden sein.
 
 
 


 
 
 

HOTEL ZUR HÖLLE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
Hotel zur Hölle Mediabook 1
Hotel zur Hölle Mediabook 3
Hotel zur Hölle Mediabook 2
Hotel zur Hölle Mediabook 4
Hotel zur Hölle Mediabook 5
 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Motel Hell; USA 1980

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch Dolby Digital 2.0 Mono, Englisch Dolby Digital 2.0 Mono

Untertitel: Keine

Bild: 1,85:1 (1080p) – Die Angabe auf dem Cover ist mit 1.78:1 falsch

Laufzeit: ca. 102 Min.

FSK: FSK 18 – SPIO/JK (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Mediabook

Extras: Original Trailer (2:40 Min.) (eng.), Deutsche Trailer (2:36 Min.), Bildergalerie (4:51 Min.), Trailershow: Basket Case (2:55 Min.) (eng.), Castle Freak (2:14 Min.) (eng.), The Boogey Man (1:02 Min.) (eng.), Puppet Master (1:38 Min.) (eng.), Überraschungsfilm auf DVD anläßlich des 15-jährige Bestehen von CMV Laservision mit einem Film aus dem umfangreichen Katalog des Rechteinhabers

 
 
 
Und weiter geht es mit liebevoll produzierten Blu-rays aus dem Hause CMV LASERVISION. Nach wirklich schönen Veröffentlichungen wie einigen PUPPET MASTERS-Teilen, der BASKET CASE-Trilogie und BLOODNIGHT gibt es mit dem Old School Slasher HOTEL ZUR HÖLLE Nachschub für den heimischen Blaustrahl-Player. Auch HOTEL ZUR HÖLLE kommt wie all die anderen HD-Veröffentlichungen des Labels im Mediabook daher, wobei diesmal aber Extras schmerzlich vermisst werden. Bis auf einige Trailer sieht es nämlich im Bonusbereich eher mager aus. Schade, dass es nicht einige Extras der britischen ARROW-Scheibe auf die deutsche Disc geschafft haben. Dort konnte man nicht nur einem Audiokommentar lauschen und kleine, selbst produzierte Features sehen; sogar ein Comic wurde der vorbildlich ausgestatteten Blu-ray beigelegt. Immerhin darf man den Streifen nun in guter Qualität genießen. Die dürfte zwar HD-Puristen nicht genügen, ist aber angesichts des Alters von MOTEL HELL (so heißt der Streifen nämlich im Original) als vollkommen zufriedenstellend zu betiteln. Gleiches gilt übrigens für den Ton. Der liegt zwar in Dolby Digital 2.0 Mono vor, erfüllt aber seinen Zweck. Quantensprünge sind das sicher nicht; HOTEL ZUR HÖLLE hat aber nie besser ausgesehen. Wer sich übrigens mit Mediabooks rein gar nicht anfreunden kann, darf gern zur kultigen Retro-Edition greifen. Das kleine Berliner Label CMV würdigt die Blaustrahl-Umsetzung des Klassikers mit drei unterschiedlichen Ausführungen. Neben zwei Mediabooks mit verschiedenen Covern (je auf 500 Stück limitiert) ist auch eine Super-Jewel-Box erhältlich. Die ist auf 199 Stück limitiert und glänzt mit spartanischer Aufmachung, für die der Berliner Indie bekannt geworden ist.
 
Übrigens: Zum 15-jährigen CMV-Jubiläum liegt jeder Veröffentlichung eine separate DVD mit einem Titel aus dem Katalog des Rechteinhabers bei. Deshalb, greift zu. Denn das hübsche Mediabook dürfte schnell ausverkauft sein.
 
 
 

Hotel zur Hölle (Deutsche DVD von CMV) ungeschnitten auf AMAZON kaufen


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HOTEL ZUR HÖLLE – Trailer

 
 


 
 

Christian Ladewig (Filmkritik) / Marcel Demuth (BD-Vorstellung)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Texas Chainsaw 3D (2013)
 
Blutgericht in Texas (1974)
 
Michael Bay’s Texas Chainsaw Massacre (2003)
 
Texas Chainsaw Massacre: The Beginning (2006)
 

Review: „The Penny Dreadful Picture Show“ (2013)

THE PENNY DREADFUL PICTURE SHOW 2013
 
 
 

THE PENNY DREADFUL PICTURE SHOW

Story

 
 
 
Penny Dreadful (Eliza Swenson) sucht die große Liebe. Sie lädt sich einige Auserwählte in ihr Heim und zeigt ihnen gruselige Filme, in der Hoffnung deren Herz für sich gewinnen zu können …
 
 
 


 
 
 

THE PENNY DREADFUL PICTURE SHOW – Kritik

 
 
 
Wirft man den Namen ELVIRA in die Horror-Runde, dürfte vor allem das ältere Semester einiges zu erzählen haben. Schauspielerin CASSANDRA PETERSON hat nämlich Anfang der 80er eine beliebte Figur im amerikanischen TV verkörpert, die unter dem Namen ELVIRA zur Kultikone des modernen Horrorfilms avancierte. In schwarze Kleidung gehüllt und mit praller Oberweite, dunklem Make-up und schwarzer Perücke ausgestattet, präsentierte sie in der TV-Show MOVIE MACABRE (1981 – 1993) schmuddelig gedrehte B-Movies fernab vom glattgebügelten Mainstream. Auf ähnlicher Schiene fährt auch folgende Kurzgeschichtensammlung, die unter dem Titel THE PENNY DREADFUL PICTURE SHOW um die Gunst der Anthologie-Freunde buhlt. Filmmacher NICK EVERHART, LEIGH SCOTT und ELIZA SWENSON haben mit Titelheldin PENNY DREADFUL ihre ganz eigene Version der schwarzhumorigen Filmansagerin ELVIRA geschaffen, die mit fast schon kindlicher Naivität günstig gedrehte Horror-Shorts anmoderiert und auch mal zum Mordinstrument greift, wenn einer ihrer Verehrer sie beim Schauen jener Streifen stört, die da gerade über die Kinoleinwand flimmern. Leider wurmt es in PENNYS erstem Leinwandauftritt gewaltig, denn die drei kleinen von ihr ausgewählten Episoden sind von eher bescheidener Natur. Das dürfte vermutlich auch der Grund gewesen sein, warum der Film erst jetzt zu einer Veröffentlichung gekommen ist. THE PENNY DREADFUL PICTURE SHOW wurde nämlich bereits vor über einem Jahr fertiggestellt und wartete seither vergebens auf einen regulären Release. Im Zuge des US-Serienstarts der Horror-TV-Reihe PENNY DREADFUL (die natürlich nichts mit der vorliegenden Anthologie am Hut hat) war es nur taktisch klug den Release voranzutreiben, schließlich lässt sich bei fast identisch klingender Titelkreation so manch nicht bewanderter Horrorfan hinters Licht führen.
 
PENNY DREADFUL (halb Frankensteins Monster, halb Puppe) lebt in ihrer eigenen Welt. Zusammen mit ihren Freunden Ned und Wolfboy haust sie in einem heruntergekommenen Kino und schaut sie bevorzugt grausige Filme auf der großen Leinwand an. Auf der Suche nach der wahren Liebe erster Kuss lädt sich die kitsch-liebende Frankensteinbraut zwei nette Burschen ins Heim und führt ihnen ihre Lieblingsfilme vor:
 
 
SLASH IN THE BOX
 
Ein Pärchen macht in knappen drei Minuten recht unangenehme Erfahrungen mit einer scheinbar harmlosen Spieluhr. Wir sehen schlechte CGI-Effekte, etwas Blut und eine Geschichte, die im Grunde genommen gar keine ist. Welche Botschaft NICK EVERHART (Regie für eine der Segmente in CHILLING VISIONS: 5 SENSES OF FEAR) mit seiner dreiminütigen Episode an den Zuschauer bringen wollte, wird vermutlich nur er selbst wissen.
 
 
MORNING AFTER
 
Hier handelt es sich um eine Hommage an die berüchtigten Vampirfilme der 60er und 70er Jahre, die sich dank der legendären Hammer Studios auch heute noch großer Beliebtheit erfreuen. In dieser Geschichte verfällt eine junge Dame den Reizen eines lesbischen Vampirs und wird gebissen. Die Handlung des von ELIZA SWENSON (eigentlich Schauspielerin und jetzt Regieneuling) inszenierten Beitrags läuft nach Schema F ab und besitzt nicht einmal annähernd den „Biss“, den eigentlich jene Streifen besitzen sollten, die sich mit der Vampir-Problematik auseinandersetzen.
 
 
THE SLAUGHTER HOUSE
 
Wurde von LEIGH SCOTT (Macher von viel Trash-Mist) inszeniert und verbeugt sich vor einem der wichtigsten Horrorfilme der 70er: TEXAS CHAINSAW MASSACRE. In dieser Episode wird einfach mal der Spieß umgedreht und drogengeile Stadtkids terrorisieren eine zurückgebliebene Hinterwäldlerfamilie. Die Kurzgeschichte hat gute Ansätze, einen schaurig-dreckigen Look und leider unglaublich miserable Gewalteffekte, die aus dem Computer kommen. Zudem will man irgendwie nicht verstehen, was JEFFREY COMBS dazu geritten haben muss, sich knapp dreißig Minuten aufzuführen als habe er einen an der Klatsche.
 
 
THE SCOUT
 
Die Gechichte wurde von NICK EVERHART gedreht, hat es leider nicht in den fertigen Film geschafft. Dennoch schwirrt die Episode aber seit geraumer Zeit im Netz umher und wurde auch auf den bisherigen Heimkinoveröffentlichungen als Bonus beigefügt. Das vollständige Segment kann hier gesehen werden.
 
 
Episoden-Horror ist seit dem Erfolg von THE ABC’S OF DEATH (2013) und natürlich der V/H/S-Teile gern gedrehter Stoff, um die Aufmerksamkeit der Horrorfans gewinnen zu können. Leider gibt’s da immer wieder sehr durchwachsenes Zeug zu sehen, das eher langweilt als unterhält. THE PENNY DREADFUL PICTURE SHOW zählt hierbei leider zu den weniger gelungenen Streifen innerhalb des Horror-Genres, denn in diesem Fall lenkt die nette Verpackung mal wieder vom eher trögen Inhalt ab. Die titelgebende PENNY präsentiert hier in eigensinnig schwarzhumoriger Weise drei unwichtige Horrorepisoden, die sich in ihrer Machart an der berüchtigten GESCHICHTEN AUS DER GRUFT-Serie orientieren. Der Horrorfan darf sich auf durchaus makabre Pointen freuen, die aber aufgrund geistloser Höhepunkte irgendwie rein gar nicht zünden wollen. Hier haben die Macher an der falschen Stelle gespart, denn was nützt eine Horror-Anthologie, wenn es den knappen Geschichten an Kreativität, Raffinesse und Spannung mangelt. In THE PENNY DREADFUL PICTURE SHOW ist die Gastgeberin der heimliche Star des Films, denn die hätte Potenzial gehabt in Serie zu geben. Dort wäre das schrullige Filmmonster vermutlich auch besser aufgehoben gewesen, entpuppt sich doch PENNYS Horroreinstand als zwanghaft zusammengekleistertes Horrorwerk, dem es eindeutig an Herzblut fehlt. Die Idee der PENNY DREADFUL mag auf Papier gestanden haben, konnte aber vermutlich allein nicht einen kompletten Spielfilm tragen. Drum wurden hastig drei uninspirierte Kurzgeschichten dazugekritzelt, damit man das holprige Machwerk als abendfüllenden Horrorfilm in den Handel bringen konnte. Immerhin gibt’s trotz schlechtem „Füllstoff“ auch einige Lichtblicke zu verzeichnen. Bei der Ausstattung des Filmsets hat sich das Regie-Trio um ELIZA SWENSON (die übrigens die PENNY spielt) beim Regie-Maestro TIM BURTON bedient. Der ist ja bekannt dafür optisch opulente Meisterwerke zu kreieren, die sich durch einen unverkennbaren Look auszeichnen. Ein ähnlich eigensinniges Bühnenbild besitzt auch die Rahmenhandlung in der PENNY DREADFUL PICTURE SHOW, das mit dezentem Gothic-Look glänzt und an Streifen aus der BURTON-Kreativschmiede erinnert. Weiterhin erfreut ein Wiedersehen mit SID HEIGH (HAUS DER 1000 LEICHEN) und Horror-Ikone JEFFREY COMB (WOULD YOU RATHER). Letzterer spielt hier die Rolle seines Lebens: Einen behinderten und stark kurzsichtigen Rollstuhlfahrer, der während der gesamten letzten Episode damit beschäftigt ist auf Krampf unrechnungsfähig zu sein und eine Puppe zu schütteln. Trotz einiger Starauftritte ist THE PENNY DREADFUL PICTURE SHOW nicht der Kracher, den man bei derart Cameos vermutlich erwartet hätte. Es ist bedauerlich, dass man hier nicht mehr Liebe zum Detail betrieben und sich etwas mehr Zeit für das Schreiben der einzelnen Kurzgeschichten genommen hat. Die gehören zum einfallslosestem, was das Genre zuletzt hervorgebracht hat und hinterlassen im Falle von THE PENNY DREADFUL PICTURE SHOW einen mehr als enttäuschenden Nachgeschmack. Vielleicht wird ja bei einer möglichen Fortsetzung alles anders und es steht mehr Kapital zur Verfügung. Denn fehlende Kohle ist hier mal wieder der Grund für mangelnde Qualität.
 
 
 


 
 
 

THE PENNY DREADFUL PICTURE SHOW – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Und es hätte alles so schön werden können: THE PENNY DREADFUL PICTURE SHOW hat wirklich gute Ansätze und einen charmanten Titelcharakter. Leider sind die Episoden in dieser Anthologie trotz Staraufgebot sehr durchwachsen. Sieht man einmal von der sehr gelungenen Rahmenhandlung ab, zeichnen sich die einzelnen Geschichten durch Ideenlosigkeit und unverschämt miserable Gore-Effekte aus, die unverständlicherweise mal wieder aus dem Computer kommen müssen. Immerhin macht das Zählen der Zitate Laune. In letzter Zeit scheint es im Horrorfilm nämlich zum guten Ton zu gehören, sich vor den ganz Großen des Genres zu verbeugen. THE PENNY DREADFUL PICTURE SHOW macht da keine Ausnahme, auch wenn der Streifen qualitativ Welten von jenen Filmen entfernt ist, die er zaghaft und unbeholfen zitiert. Auch wenn die drei Macher der Sammlung ganz viel Potenzial verschenkt haben; hier kommen Fans der kultigen GESCHICHTEN AUS DER GRUFT-Reihe auf ihre Kosten. Episoden-Moderatorin PENNY DREADFUL ist zwar nicht einmal annähernd so bissig wie der zynische Cryptkeeper aus der TV-Serie, macht aber optisch einiges her und hat manch flotten Spruch auf den Lippen. So sollte man die Erwartungen vor Sichtung herunterschrauben. Denn wer hier einen Film in der Machart von V/H/S oder THE ABC’S OF DEATH erwartet wird ganz schnell enttäuscht werden.
 
 
 


 
 
 

THE PENNY DREADFUL PICTURE SHOW – Zensur

 
 
 
THE PENNY DREADFUL PICTURE SHOW ist nicht sonderlich hart. Die Effekte kommen aus dem Computer und wurden teilweise schon sehr schlecht und billig in Szene gesetzt. Es gibt einen Kopfschuss in Zeitlupe, Kehlenschnitte und Durchpfählungen zu sehen. Das wirkt aufgrund der miesen Umsetzung nicht sonderlich grausam, dürfte aber für eine ungeschnittene KJ-Freigabe reichen.
 
 
 


 
 
 

THE PENNY DREADFUL PICTURE SHOW – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The ABC’s of Death (2012)
 
Scary or Die (2012)
 
The Theatre Bizarre (2011)
 
Chillerama (2011)
 
V/H/S (2012)
 
V/H/S 2 (2013)
 
Geschichten aus der Gruft (Serie)
 
Creepshow (1982)

Filmreview: „Basket Case“ (1982)

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BASKET CASE – DER UNHEIMLICHE ZWILLING

Story

 
 
 
Duane (KEVIN VAN HENTENRYCK) mietet sich in einer der ekelhafteren Ecken New Yorks ein Hotelzimmer. Mit sich schleppt der junge Mann einen Korb, dessen scheinbar wenig menschlichen Bewohner er mit Hamburgern versorgt. Besagter Korbbewohner ist Duanes siamesischer Zwilling Belial, ein monströses Schrumpelwesen, zu dem der gesunde Bruder ein, nun ja, zwillingshaft enges Verhältnis pflegt. Die Brüder wurden im Kleinkindalter auf Geheiß des Vaters getrennt und Belial war eigentlich dem Tode geweiht. Jetzt sind sie gemeinsam in der Millionenstadt unterwegs und wollen die Ärzte, die dem Vater seinerzeit Folge leisteten, zur finalen Verantwortung ziehen.
 
 
 


 
 
 

BASKET CASE – Kritik

 
 
 
Ich möchte einmal mehr das Wort Zeitkapsel benutzen, was mein Seitenbetreiber hier so gerne hört, wenn’s um Filme aus einer Zeit geht, in der wir für abgenudelte VHS-Kassetten mittelgroße Anstrengungen unternehmen mussten. BASKET CASE ist ein Kultfilm dieser Generation Horrorvideo, nicht weniger. In dieser Zeitkapsel glänzt ein Film, in dem ein klauenbewehrter Kopffüßler wahlweise als Gummibiest oder als fanherzerweichend staubige Stop-Motion-Miniatur blutig für Ordnung sorgt sehr, sehr hell. Auch das New York, von einem Regisseur auf Material gebannt, der die schmierigen Zeiten der alten 42nd Street mit ihrem Dutzend gefährlich-versiffter Rotlicht-Kinos noch kannte und verehrte, ist heute nur noch Historie. Wo Belial Anfang der Achtziger noch wütete, begehen heute MICKEY MOUSE und seine höllischen Heerscharen größere Missetaten.
 
BASKET CASE deckt ein breites Spektrum Untergrund-Kino ab. Neben dem fiesen Unterhaltungswert eines Latexungetüms, das burgerfressend und Geister der Vergangenheit richtend in einem Weidenkorb transportiert wird wie ein pervertierter Moses durchs Babylon New York, bekommt man, wenn die Analyse denn derart ernst arbeiten möchte, sogar noch Sozialkritik: Der Vater der Zwillinge will keinen verkrüppelten Fortsatz an seinem gesunden Sohn und überlässt den Missgestalteten seinem Schicksal und dem Skalpell. Wie schon im Horrorklassiker FREAKS von TOD BROWNING, 1932 unter großen Skandalgejohle gedreht, wird der Zuschauer mühelos auf die Seite der äußerlich hässlichen, weil verunstaltet geborenen Protagonisten gezogen, da die gesunde, schöne und erfolgreiche Welt doch so viel kälter und in Endeffekt schlicht züchtigungswürdiger ist. Dazu funktioniert BASKET CASE tatsächlich auch noch als schwarze Komödie. Der Cocktail aus erwähnter Sozialkritik, rauem No-Budget-Splatter á la H.G. LEWIS goes Eighties und treffsicher geschmacklosem Humor war dem Kleinkinogänger vor dreißig Jahren aber nicht geheuer und die Beschaffer des Mörderetats von nicht ganz 40.000 Dolares mussten schließlich bis zur Explosion des Heimkinomarktes auf ihre Rendite warten. Die kam dann allerdings vielfach ins Haus zurück und verführte HENENLOTTER über die Jahre zum Auf-die-Beine-stellen zweier Fortsetzungen und mit ELMER einer leichten Variation des Themas.
 
Die Erkenntnis, dass der arbeitende Regisseur ein schlauerer Welcher ist, hätte auch dem deutschsprachigen Zuschauer spätestens mit dem Titelwortspiel kommen müssen. Aber Synchron-Germania lehrt leider traditionell nur unzureichendes Englisch und BASKET CASE wurde trotz seines kommerziellen Erfolges während der VHS-Ära nur zu einer – dazu auch noch oft zensiert erhältlichen – Videogewaltferkelei unter ferner liefen. Vor die amateurhafte Analyse amerikanischer Teekesselchen wollen wie heute aber einmal die filmischen und besonders filmhistorischen Leistungen des Mannes stellen. FRANK HENENLOTTER versteht sich selbst nicht als Horrorschaffender. Eher sieht er sich als Schüler der großen Exploitationregisseure der 60er und 70er Jahre. Windige Geschäftsmänner
 
wie HARRY NOVAK oder H.G. LEWIS’ Kollaborateur DAVID F. FRIEDMAN, die oftmals erst ein reißerisches Plakat mit ordentlich Möpsen und Metzel drauf anfertigten, um potentiellen Geldgebern den Finanzierungsplan aus den Rippen zu leiern. Selbstverständlich bevor denn ein Drehbuch bei der Hand war. Diesen Vätern des amerikanischen Grindhousefilms – deutsches Pendant wäre das Bahnhofskino – konnte HENENLOTTER im Dienste des VHS/DVD-Labels SOMETHING WEIRD VIDEO ab den frühen 1990ern sogar wieder Tantiemen zufließen lassen. Ja, durch die Homevideoveröffentlichungen dieser ruppigen Leinwandraketen begründete sich eine ganze Untergrundkultur um den Drive-In-Trash; inklusive aufwändiger Audiokommentare, teurer Memorabilia-Sammlungen, Festivals und Magazinen, die sich mit nichts anderem beschäftigen als etwa den Softsexabenteuern des nackichten Robin Hood.
 
Nach regelmäßigen Auftritten in Dokumentationen über die wilde Welt des Exploitationfilms, in denen er, jahrelang geschult, Rede und Antwort auch zu den abseitigeren Bereichen eines an sich schon schrägen Metiers stand, drehte HENENLOTTER mit HERSCHELL GORDON LEWIS – THE GODFATHER OF GORE (2010) und THAT’S SEXPLOITATION (2013) selbst zwei hervorragende Beiträge.
 
 
 


 
 
 

BASKET CASE – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
 
BASKET CASE ist ein Kultfilm des modernen Horrorkinos. Eine Zeit, in der wöchentlich Premiere feiernder ach-so-sexy Splatter im Multiplex undenkbar war, brachte dann konsequenterweise Filme hervor, die sich wagten, ihre Zuseher zu ekeln, zu unterhalten, zum Lachen und von mir aus sogar zum Nachdenken zu bringen.
 
 
 


 
 
 

BASKET CASE – Zensur

 
 
 
BASKET CASE ist nach wie vor in Deutschland indiziert. Daher sollte man beim Kauf darauf achten, dass sich auf der Front kein dicker 18er Stempel befindet, denn die erhältliche KJ-Variante ist geschnitten. Wer den Film ungeschnitten sein Eigen nennen möchte, sollte daher immer darauf achten, dass die Rückseite ein SPIO/JK-Symbol ziert. Denn nur juristisch geprüfte Scheiben des Films sind komplett.
 
 
 


 
 
 

BASKET CASE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Basket Case; USA 1982

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch Dolby Digital 2.0 Stereo, Englisch Dolby Digital 2.0 Stereo

Untertitel: Deutsch

Bild: 1,37:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 91 Min.

FSK: FSK 18 – SPIO/JK (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Mediabook

Extras: Einleitung von Frank Henenlotter (02:26 Min. – deutsche UT), Audiokommentar Regisseur Frank Henenlotter, Produzent Edgar Ievins, Trailer & TV-Spots (02:55 Min.), Spanischer Trailer (01:02 Min.), „In Search of the Hotel Broslin“ (15:30 Min.), „Beverly Bonner’s Laugh Track“ (07:20 Min.), Bildergalerie (12:31 Min.), Outtakes (06:13 Min.), Featurette: What’s in the Basket (78:35 Min. – deutsche UT, HD), Ein Blick hinter die SFX-Kulissen (06:34 Min. – deutsche UT, HD), Radio-Spots (01:49 Min.), Radiointerviews (08:55 Min.), Besonderheiten der deutschen Fassung (02:29 Min.), Weitere Trailer: Alien – Die Saat des Grauens kehrt zurück (03:20 Min.), Bloodnight (01:18 Min.), The Boogey Man (01:02 Min.), Puppet Master (01:38 Min.)

 
 
 
Es gibt immer wieder Indie-Labels, die mit ihren Veröffentlichungen aus der Masse herausstechen. Da werden kleine Nischenfilme oder beliebte Kultklassiker mit Liebe zum Detail neu veröffentlicht, erhalten eine Menge Bonusmaterial und sogar schicke Sammlerverpackungen. Anbieter CMV LASERVISION ist ein derartiger Fall. Hier ist nicht nur das Feedback der Kunden wichtig; mit der beliebten Retro- und Trashkollektion hat sich der Publisher unter Anhängern des Horrorgenres einen besonderen Ruf erkämpft. Seit geraumer Zeit hat CMV auch im HD-Bereich Fuß gefasst und bringt begehrte Kultklassiker auf Blaustrahl in den Handel. Das neuste Release ist die B-Movie-Perle BASKET CASE, der zum 15. Firmenjubiläum eine ganz besondere Veröffentlichung zuteil wurde. Die kommt, wie alle hauseigenen Blu-rays zuvor, im edlen Mediabook. Das besitzt zwar keinen Buchteil, macht aber im Sammlerregal eine wirklich gute Figur. Lobenswerterweise überlässt CMV LASERVISION dem Kunden die Qual der Wahl, denn die Jubiläumsedition des Kultklassikers erscheint in drei Ausführungen. So kann sich der Käufer zwischen einer Retro-Version im Super-Jewelcase (auf 199 Stück limitiert), sowie einer weißen und einer schwarzen Edition im Mediabook entscheiden, wobei die Bücher auf jeweils 500 Stück limitiert und durchnummeriert wurden. Natürlich sollte man bei der Technik keine Quantensprünge erwarten. Bereits im Vorwort wird von Autor und Regisseur FRANK HENENLOTTER erläutert, dass man für die HD-Fassung wieder zu den Ursprüngen zurückkehren wollte. BASKET CASE wurde auf 16mm gedreht und soll nun auch auf Blu-ray im ursprünglichen Glanz und Originalbildformat erstrahlen. Die für 16mm-Filmmaterial typisch grobe Körnung wurde belassen und auch sonst schaut BASKET CASE auf Blaustrahl so aus, wie er nun eben ausgesehen hatte, als er vor fast 30 Jahren veröffentlicht wurde. Auch wenn das Bild für heutige HD-Maßstäbe kaum der Rede wert ist, bietet der Transfer im direkten Vergleich zur hochwertigen LEGEND FILM DVD (im Digipak) aus dem Jahr 2002 eine erstaunliche Steigerung. Zwar füllt das Bild jetzt nicht mehr den ganzen Bildschirm aus, sondern besitzt links und rechts schwarze Balken; trotz miserablem Ausgangsmaterial lassen sich dennoch bedeutend mehr Details erkennen, als in allen bisher erhältlichen DVD-Auflagen, von denen es nicht wenige gab. Immerhin hat das körnige Bild auch seine Vorteile: es unterstreicht geradezu perfekt den schmuddeligen Charme des Films und lässt nostalgisches VHS-Feeling aufkommen. Kernstück der Veröffentlichungen ist aber das Bonusmaterial. Für einen derartigen Streifen ist das nahezu spektakulär umfangreich. Neben allen Extras der damaligen LEGEND-Auflage (in SD), hat CMV LASERVISION auch Bonus der erhältlichen SECOND SIGHT Blu-ray aus England lizensiert. So darf sich der Zuschauer auf die Dokumentation WHAT’S IN THE BASKET (in HD) freuen, die sogar Spielfilmlänge und selbstverständlich deutsche Untertitel besitzt. Zudem gefällt der Menüpunkt EIN BLICK HINTER DIE SFX-KULISSEN in dem der Zuschauer den Spezialeffekte-Künstler GABE BARTALOS beim Rundgang durch seine SFX-Firma ATLANTIC WEST EFFECTS (in HD) begleitet. Leider besitzt auch das durchweg gelungene Mediabook von CMV einen kleinen Wehmutstropfen. So hat nur das neue Zusatzmaterial eine Untertitelspur erhalten. Die bereits bekannten Extras der LEGEND-Scheibe sind auch auf dieser Veröffentlichung ohne Untertitel vorzufinden. Immerhin hat der Anbieter auch ein Feature selbst produziert. So wird in einem kleinen Bericht auf die Unterschiede in der deutschen VHS-Fassung eingegangen, die sich in der Titelsequenz vom Rest der Welt unterscheidet. Außerdem betreibt CMV mit vier weiteren HD-Klassikern etwas Eigenwerbung. Wer sich die Jubiläumsedition sichert, sahnt übrigens doppelt ab. Neben der tollen Blu-ray liegt jeder Veröffentlichung eine Extra-DVD mit einem Klassiker der beliebten CMV-Trashkollektion bei. In dem uns vorliegenden Produkt versteckte sich DIE LEICHENMÜHLE. Wer sich nur die HD-Perlen unter den Klassiker-Releases aussucht, kommt an BASKET CASE nicht vorbei. Die Veröffentlichung aus dem Hause CMV LASERVISION ist nicht nur optisch ein Hingucker; auch inhaltlich ist dieses Mediabook ein Traum und den Preis auf alle Fälle wert.
 
 
 

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BASKET CASE – Trailer

 
 


 
 

Christian Ladewig (Filmkritik) / Marcel Demuth (BD-Vorstellung)

 
 
 
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