Filmreview: „Die Mächte des Wahnsinns“ (1994)

die_maechte_des_wahnsinns
 
 
 

DIE MÄCHTE DES WAHNSINNS

Story

 
 
 
Horrorautor Sutter Cane (Jürgen Prochnow) ist der weltweit beliebteste und erfolgreichste Schriftsteller. Jedes seiner Bücher wird über Nacht zum Bestseller. Doch was seine unheimlichen Romane mit seinen Lesern anrichten, will keiner so recht für möglich halten. Als Sutter Cane eines Tages spurlos verschwindet, wird der zynische Versicherungsdetektiv John Trent (Sam Neill) von Canes Verlag damit beauftragt, den Autor und damit sein neuestes Werk, „Die Mächte des Wahnsinns“ wiederzufinden. Begleitet von Canes Lektorin Linda Styles (Julie Carmen), macht sich Trent auf die Suche nach dem verschollenen Schriftsteller, und gerät auf seiner Reise immer tiefer in einen Strudel aus Unwahrheiten und Dingen die sich logisch nicht erklären lassen. Schon bald lassen sich Wirklichkeit und Fiktion nicht mehr voneinander trennen…
 
 
 


 
 
 

DIE MÄCHTE DES WAHNSINNS – Kritik

 
 
 
Die 90er Jahre – das Jahrzehnt, das den Auftakt zum digitalen Zeitalter darstellt und in dem sich so manch aufsehenerregendes Ereignis zutrug. Der Sturm auf die Davidianer in Waco (1993), das Bombenattentat in Oklahoma City (1995), der Giftgasanschlag in einer tokioter U-Bahn (1995), der Massensuizid der Heaven’s Gate Sekte (1997), der Komet Hale-Bopp (1995-1997), der Amoklauf von Jonesboro (1998), Woodstock (1999), der Amoklauf an der Columbine Highschool (1999), die Sonnenfinsternis (1999) und natürlich die Angst vor dem Y2K-Milleniumbug…
Es war ein verrücktes, buntes und streckenweise düsteres Jahrzehnt, voller Gräueltaten, spektakulärer Naturphänomene und einer unterschwelligen Unsicherheit aus Angst vor der Jahrtausendwende. Diese zeigte sich nicht nur in abstrusen Weltuntergangsverkündungen, sondern auch in Form einer leichten Technophobie. Was erwartet uns im digitalen Zeitalter und wie werden wir uns dort zurechtfinden? Eine vermeintliche Antwort hier drauf hatte der Medienkritiker Jean Baudrillard, der im Jahre 1984 seine Schrift „Das Jahr 2000 findet nicht statt“ veröffentlichte. Die Kernaussage dieses Werkes ist, dass im neuen Jahrtausend Fiktion und Simulation so weit in die Realität vorgedrungen sein werden, dass diese nicht mehr stattfindet. Und wo stehen wir heute? Unser Verhältnis und das blinde Vertrauen zum Fernsehen, unseren Smartphones und dem Internet. Inwiefern kann man noch behaupten, in einer vollkommen realen Welt zu leben, oder inwiefern kann man sagen, dass unser Leben nur noch online via Facebook, Twitter oder What’s App stattfindet? Mit teils apokalyptischen Konzepten versuchte das Hollywood der 90er Jahre diese Frage auf verschiedenste Arten zu beantworten. Ob in Form eines Dramas wie DIE TRUMAN SHOW (1998) mit Jim Carrey, in Form von Action- und Sci-Fi-Filmen wie VERNETZT – JOHNNY MNEMONIC (1995) mit Keanu Reeves, James Camerons TERMINATOR 2 – TAG DER ABRECHNUNG (1991), der ordentlich aufgepeppten Stephen King-Verfilmung DER RASENMÄHERMANN (1992), samt der Fortsetzung DER RASENMÄHERMANN 2 – BEYOND CYBERSPACE (1996) oder dem Klassiker MATRIX (1999), alle Filme machten sich die Themen Technik, Simulation, „Was ist Realität?“ und der damit verbundenen Gefahr zum Mittelpunkt der Geschichte. Doch auch das Horror-Genre schreckte in den 90er Jahren nicht davor zurück diese Entwicklung möglichst fantasiereich auszuschlachten und Realität und Fiktion verschwimmen zu lassen. So sind wohl die bekanntesten Vertreter dieser Art Filme Wes Cravens SCREAM (1996), samt SCREAM 2 (1998) und eine weitere Geschichte des Regisseurs, WES CRAVEN’S NEW NIGHTMARE (1994), welcher sogar noch zwei Jahre vor SCREAM in die Kinos kam. Zwar haben die 90er das Genre des Meta-Horrors nicht neu erfunden, aber ganz entscheidend begründet. Es gibt jedoch einen weiteren Film, der über die Jahre hinweg bei den Meisten in Vergessenheit geraten ist, und erst jetzt eine Art Renaissance durchlebt, so, wie es beinahe jeder Film des Regisseurs tat. Die Rede ist von John Carpenter und seinem letzten Meisterwerk DIE MÄCHTE DES WAHNSINNS (1994).
 
John Carpenter in den 90er Jahren. Gerade als er sich mit DIE FÜRSTEN DER DUNKELHEIT (1987) und SIE LEBEN (1988) wieder ein festes Standbein im Bereich des Independentfilms geschaffen hatte, übernahm er den Posten des Regisseurs bei der großen Studioproduktion JAGD AUF EINEN UNSICHTBAREN (1992), mit Chevy Chase, Daryl Hannah und Sam Neill. Doch auch im neuen Jahrzehnt meinte es Hollywood nicht gut mit Carpenter. Der Film floppte gnadenlos an den Kinokassen und ließ den Regisseur erneut gekränkt zurück. Allen Bemühungen zum Trotze kam der Film nicht beim Kinopublikum an. Heute sieht das, wie bei vielen von Carpenters Filmen, anders aus. Doch schaut man sich JAGD AUF EINEN UNSICHTBAREN etwas genauer an, erkennt man, dass John Carpenter hiermit eine breitere Masse ansprechen wollte. Abgesehen davon, dass der Film eine für Carpenter recht untypische Geschichte erzählt, lässt sich nur schwer die Handschrift des Regisseurs erkennen, was Bild und Musik (welche diesesmal nicht von John Carpenter, sondern von Shirley Walker komponiert wurde) angeht.
 
Während John Carpenter damit beschäftigt war JAGD AUF EINEN UNSICHTBAREN auf die Beine zu stellen, wurde der Regisseurin Mary Lambert ein Drehbuch von Michael De Luca angeboten, welches den Titel IN THE MOUTH OF MADNESS (der amerikanische Originaltitel von DIE MÄCHTE DES WAHNSINNS) trug. Doch diese lehnte ab, da sie sich zuerst mit FRIEDHOF DER KUSCHELTIERE 2 (1992) beschäftigen wollte. Schließlich landete das Skript wieder in den Händen von John Carpenter, der es bereits 1988 gelesen hatte, sich aber nicht ganz sicher war, ob er diesen Film bewerkstelligen könne. Letztendlich sagte Carpenter, zu großen Freude von Drehbuchautor Michael De Luca, zu. Bei DIE MÄCHTE DES WAHNSINNS handelte sich um eine Hommage an die unheimlichen Geschichten des amerikanischen Schriftstellers und Meister des Horrors H.P. Lovecraft, den Carpenter so sehr verehrte. Eine Geschichte in der Realität und Fiktion immer stärker verwischen, bis man nicht mehr darüber urteilen kann, was Wirklichkeit ist und was nicht.
 
Die Hauptrolle wollte Carpenter unbedingt mit Sam Neill besetzten, womit das produzierende Studio New Line Cinema jedoch nicht einverstanden war. Letztendlich überzeugte John Carpenter die Verantwortliche aber mit dem Argument, dass Sam Neill gerade einen großen Erfolg mit JURASSIC PARK (1993) feierte und er einige Zuschauer mehr ins Kino locken würde. Carpenter selbst hielt dieses Argument für totalen Unsinn, doch bekam er damit New Line rum, die sich plötzlich doch mit Sam Neill in der Hauptrolle anfreunden konnten. Die Dreharbeiten zu DIE MÄCHTE DES WAHNSINNS verliefen laut Carpenter ohne größere Schwierigkeiten. Doch der Schnitt des Filmes, stellte sich als große Herausforderung heraus. Zusammen mit seinem Editor Edward A. Warschilka, mit dem Carpenter seit BIG TROUBLE IN LITTLE CHINA (1986) sechs Mal zusammenarbeitete, machten sich die beiden ans Werk um eine Struktur ins Chaos zu bringen, was angesichts der recht komplexen Geschichte gar nicht so einfach war. Besonders hervorzuheben ist hier die Szene, in welcher die Hauptfigur John Trent (Sam Neill), auf der Couch sitzt, Bücher liest und sich in einem Traum-im-Traum-Durcheinander verstrickt. Diese Szene zu schneiden, sagte Carpenter, war für ihn und seinen Editor der reinste Horror.
 
DIE MÄCHTE DES WAHNSINNS startete am 3. Februar 1995 in den amerikanischen Kinos, und ging sofort am Boxoffice unter. Auch hierzulande (der Film startete bei uns am 23. Februar 1995), sah sich kaum einer Carpenters neuesten Streifen an. Filmkritiker Roger Ebert schrieb damals: „One wonders how „In the Mouth of Madness“ might have turned out if the script had contained even a little more wit and ambition“, und zeigte sich ebenfalls wenig beeindruckt. Man muss allerdings dazu sagen, dass Ebert allgemein kein gutes Haar an Carpenters Filmen ließ und Werke wie DAS DING AUS EINER ANDEREN WELT (1982) oder BIG TROUBLE IN LITTLE CHINA (1986) verschmähte.
 
Doch wie ist es fast 20 Jahre später um John Carpenters vielschichtigen Horrorfilm bestellt? Auch hier trifft der Satz „Das Blatt hat sich gewendet“ den Nagel auf den Kopf. Früher als Flop vom Publikum abgelehnt, wird DIE MÄCHTE DES WAHNSINNS heutzutage u.a. als einer der cleversten und intelligentesten Horrorfilme aller Zeiten bezeichnet und von Fans und Kritikern gleichermaßen gelobt. Zurecht! Schafft es John Carpenter hier erneut eine starke mysteriöse Atmosphäre aufzubauen und den Zuschauer auf eine sehr erfrischende und clevere Art und Weise das Fürchten zu lehren. Anders als seine vorherigen Filme, arbeitet DIE MÄCHTE DES WAHNSINNS mit verschiedenen Erzählstrukturen (Prolepse und Analepse), und stellt sich zum Ende hin selbst in Frage. Was haben wir uns da eigentlich gerade angesehen? Nur auf sein altes Motiv, das Monster niemals ganz zu zeigen, greift Carpenter wieder zurück, was dem Film jedoch nur zu Gute kommt, handelt es sich bei der Bedrohung um etwas fast schon Ungreifbares. Auch wenn Carpenter sagte, er wollte mit seinen Filmen niemals bewusst einen politischen Standpunkt vertreten, oder sich kritisch der Gesellschaft gegenüber äußern (mit großer Ausnahme von SIE LEBEN), so finden sich auch in DIE MÄCHTE DES WAHNSINNS zahlreiche gesellschafts- und medienkritische Motive wieder. Der Horrorautor dem blind vertraut, und der wie eine Art Gott behandelt wird. Die ahnungslosen Leser, welche hysterisch von den Läden Schlange stehen um die neueste Ausgabe der beliebten Horror-Romane zu ergattern. Der Verlag, den es reichlich wenig interessiert welchen Effekt die Bücher auf die Leute haben, solange die Verkaufszahlen stimmen. Auch stellt uns der Film die Frage, welche Macht eigentlich Kunst bzw. Fiktion haben, und ob man Allem was neu und beliebt ist wirklich blind vertrauen darf. Es wäre schön gewesen, hätte der Film ein größeres Budget gehabt. Denn von der Massenhysterie der Leser die sich über die Lande erstreckt, sieht man nur sehr wenig. Verbildlicht wird dies immer nur in kurzen Fernseh- oder Radioberichten. Schauspielerisch bekommt man einen gewohnt guten Sam Neill zu Gesicht, sowie Julie Carmen, Jürgen Prochnow und Charlton Heston in etwas kleineren Rollen.
 
 
 


 
 
 

DIE MÄCHTE DES WAHNSINNS – Fazit

 
 
 
9 Punkte Final
 
 
 
Mit DIE MÄCHTE DES WAHNSINNS hat John Carpenter seinen letzten großartigen Film abgeliefert. Waren einige der folgenden Werke ebenfalls noch ziemlich unterhaltsam, kam keiner von Carpenters Spätwerken an die Klasse seiner 1994er H.P. Lovecraft-Hommage heran.
 
 
 


 
 
 

DIE MÄCHTE DES WAHNSINNS – Zensur

 
 
 
Alle in Deutschland existierenden Fassungen von DIE MÄCHTE DES WAHNSINNS sind komplett ungeschnitten und tragen seit seinem Kinostart das FSK16-Siegel. Im Jahr 2000 erschien von BMG Video eine Pressung auf DVD, welche fälschlicherweise das FSK 18-Siegel auf dem Cover trug. Weder diese Fassung, noch die 1998 erschienene Videokassette von X-Vision, deren Cover mit der Beischrift „Director’s Cut“ versehen war, enthalten längere Fassungen des Filmes. Seit dem 25. Oktober 2013 ist DIE MÄCHTE DES WAHNSINNS hierzulande auf Blu-ray Disc von Warner erhältlich. Bild und Ton liegen in guter Qualität vor und heben sich deutlich von der DVD ab.
Einziger Wehmutstropfen ist das fehlende Bonusmaterial. Sowohl die zwei kleinen Making of Feauturettes der BMG Video DVD fehlen, sowie die Interviews mit den Schauspielern. Auch das Interview mit Greg Nicotero, welcher für die Special Makeup Effects zuständig war, ist weiterhin nur auf der französischen DVD von Metropolitan vorzufinden.
 
 
 


 
 
 

DIE MÄCHTE DES WAHNSINNS – Deutsche Blu-ray

 
 
 
Die-Maechte-des-Wahnsinns_Blu-ray
 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: In the Mouth of Madness; USA/Kanada 1994

Genre: Horror, Mystery, Thriller

Ton: Deutsch DD 2.0, Englisch DTS-HD MA 5.1, Englisch (Hörfilmfassung) DD 2.0, Französisch DD 2.0, Italienisch DD 2.0, Japanisch DD 2.0, Spanisch DD 2.0, Lateinamerikanisches Spanisch DD 1.0

Untertitel: Deutsch, Englisch für Hörgeschädigte, Spanisch, Französisch, Italienisch

Bild: 2.40:1 (1080p), 24Hz

Laufzeit: ca. 95 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray ohne Wechselcover

Extras: Audiokommentar von John Carpenter und Gary B. Kibbe, US-Kinotrailer (ca. 1:47)

 
 
 

Die Mächte des Wahnsinns [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

DIE MÄCHTE DES WAHNSINNS – Trailer

 
 
 


 
 

Sam Freissler

 
 
 
Ähnliche Filme:
 
Die Fürsten der Dunkelheit (1988)

The Shining (1980)

Hellraiser V – Inferno (2000)

Silent Hill: Revelation (2012)

Review: „Bekenntnisse eines Opiumsüchtigen“ (1962)

confessions_of_opium_eater
 
 
 

BEKENNTNISSE EINES OPIUMSÜCHTIGEN

Story

 
 
 
San Francisco, Anfang des 19. Jahrhunderts. Der in geheimnisvolles Schwarz gekleidete Glücksritter DeQuincey (gegeben von Sir Lord Vincent Price) treibt sich maßgeblich auf Sklavenauktionen herum, wenn er sich nicht gerade in Opiumhöhlen den Schirm zuzieht oder als Erzähler und im Zwiegespräch mit einem nicht weniger eloquenten Zwerg lakonische Weisheiten vom Stapel lässt. Wer sich aber in Gefahr begibt, kommt laut schlauem Spruch darin um und so gerät DeQuincey zwischen die Fronten eines Bandenkriegs chinesischer Gangsterbanden, der sogenannten Tongs.
 
 
 


 
 
 

BEKENNTNISSE EINES OPIUMSÜCHTIGEN – Kritik

 
 
 
Die Horrorphase mit der beeindruckenden Reihe von E.A. Poe-Verfilmungen für die AIP Studios war gerade erst angelaufen und Price konnte schon ein paar der Kniffe vorführen, die ihm ROGER CORMAN in den Gemäuern des Hauses Usher abverlangt hatte. Im Pantheon der großen Horrorstars hat der Gute seinen Platz sicher. Wer Gegenteiliges behauptet, denkt im Zweifelsfalle auch, Rob Zombie habe den Gruselfilm erfunden. Aber Hader beiseite, wird Master Price auch die Ehre zu Teil, als einer der ersten Schauspieler in manchen Szenen wilden Drogenkonsums vor der Kamera gestanden zu haben. So schüttelte er sich bereits 1959 in WILLIAM CASTLES legendärer Gruselgurke SCHREI, WENN DER TINGLER KOMMT durch den ersten LSD-Trip der Kino-Historie und verkörperte hier, drei Jahre später den Ich-Erzähler in Thomas DeQuinceys interessant zu lesender Drogen-Autobiographie BEKENNTNISSE EINES OPIUMSÜCHTIGEN von 1822. Wie immer tut er das mit der ihm eigenen Mischung aus völligem Overacting und dem Bewusstsein, ohne hin nichts für voll zu nehmen. Hauptsache, die Kohle fließt aufs Konto und kann in interessantere Projekte wie Kochbücher oder das eigene Kunstmuseum investiert werden. Nicht umsonst war das Motto des Schauspielers: „The man who limits his interests limits his life.“ Regisseur ALBERT ZUGSMITH entstammt der Welt früher Hollywood Exploitationpioniere und produzierte unter anderem Schmonzes wie SEX KITTENS GO TO COLLEGE oder bekannte Sci-Fi-Heuler des Atomzeitalters á la THE INCREDIBLE SHRINKING MAN. Mit dem Opiumesser hier ließ sich historischer Abenteuerstoff mit bisschen Nackigkeit, VINCENT PRICE als Genre-Adel und, dank der Vorlage, fast so etwas wie literarisches Niveau verbinden. Letzteres allerdings bloß als Alibi. BEKENNTNISSE EINES OPIUMSÜCHTIGEN ist eher Abenteuerfilm als ein Beitrag zum Kanon des Phantastischen Films, zählt jedoch zu den jahrelang nicht wirklich einfach zu bekommenen Arbeiten des vielverehrten Gruselstars, was ihn wieder reizvoller macht.
 
 
 


 
 
 

BEKENNTNISSE EINES OPIUMSÜCHTIGEN – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Abenteuerfilm mit ein bisschen nackter Haut. Für Fans von Früh-Sechziger-Exploitation ebenso ein Pflichtkauf wie für Vincent-Price-Komplettisten. Die Seltenheit des Films lässt den Zuschauer die Bildqualität, die sich nicht wirklich in DVD- oder gar BluRay-Nähe einpendelt, auch mit einer gewissen Milde betrachten.
 
 
 


 
 
 

BEKENNTNISSE EINES OPIUMSÜCHTIGEN – Zensur

 
 
 
BEKENNTNISSE EINES OPIUMSÜCHTIGEN wurde nun von MARITIM PICTURES das erste Mal auf DVD in Deutschland veröffentlicht und kommt ungeschnitten mit FSK16-Flatschen in den Handel.
 
 
 


 
 
 

BEKENNTNISSE EINES OPIUMSÜCHTIGEN – Deutsche DVD

 
 
 
bekenntnisse-eines-opiumsuechtigen_dvd
 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Confessions of an Opium Eater; USA 1962

Genre: Drama, Thriller

Ton: Deutsch (Dolby Digital 1.0 Mono), Deutsch (Dolby Digital 2.0 Surround), Englisch (Dolby Digital 1.0 Mono)

Untertitel: keine

Bild: 1,66:1 (anamorph / 16:9)

Laufzeit: ca. 82 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wechselcover

Extras: Trailershow: 1984 (2:47 Min.), Sam Hell ist der Jäger (1:40 Min.), Labor des Grauens (1:45 Min.), Bildergalerie (1:38 Min.)

 
 
 
Die DVD aus der Klassiker-Sammelreihe des Anbieter MARITIM PICTURES kommt mit solidem Bild (in Anbetracht der Seltenheit dieses Werks) daher, wobei der Ton mal wieder unter aller Kanone ist. Die angeblich „restaurierte“ Tonspur ist schon eine regelrechte Zumutung – der „unbearbeitete“ Originalton in Deutsch und Englisch weitaus angenehmer, wobei die Synchronisation jenseits von Gut und Böse ist. Hier mag man als Zuschauer das Gefühl nicht loswerden wollen, als hätte man für die Übersetzung Passanten von der Straße ins Mikrofon plabbern lassen. Geboten wird bis auf den Hauptfilm wieder einmal nichts Nennenswertes, was überhaupt von Interesse wäre. Neben einer kleinen Bildergalerie aus Postern und raren Kinoaushängen haben es gerade einmal drei Trailer zu weiteren Filmen des Anbieters auf die Scheibe geschafft. Immerhin wird dem Sammler ein Wendecover geboten, dass ohne FSK-Flatschen daherkommt. Viel ist das nicht. Wer den S/W-Klassiker dennoch mag und eine Vorliebe für Filme mit Ikone VINCENT PRICE besitzt kann dennoch zuschlagen, denn viel kostet die DVD nun wahrlich nicht. Eine adäquate HD-Umsetzung wird vermutlich in absehbarer Zeit ohnehin nicht in den deutschen Handel kommen.
 
 

Bekenntnisse eines Opiumsüchtigen [DVD] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 


 
 
 

BEKENNTNISSE EINES OPIUMSÜCHTIGEN – Trailer

 
 


 
 

Christian Ladewig

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Schrei wenn der Tingler kommt (1959)

Das Schreckenskabinett des Dr. Phibes (1971)

Tagebuch eines Mörders (1963)

Filmreview: „Die Fürsten der Dunkelheit“ (1987)

fuersten_der_dunkelheit
 
 
 

DIE FÜRSTEN DER DUNKELHEIT

Story

 
 
 
Etwas uraltes Böses ist aus seinem Jahrhunderte andauernden Schlaf erwacht. Zunehmende Veränderungen sind auf der Erde und am Himmel zu sehen. Der Ursprung des Grauens findet sich unter einer uralten verschlossenen Kirche mitten in Los Angeles. Dort liegt ein Geheimnis begraben, welches die Kirche lange versuchte zu vertuschen. Doch als klar wird, dass dies nicht mehr möglich ist, bittet ein Priester (Donald Pleasence) Prof. Howard Birack (Victor Wong) um Hilfe. Dieser soll zusammen mit seinen Studenten und einem Team von Wissenschaftlern dem schrecklichen Geheimnis unter der Kirche auf den Grund gehen. Doch je näher man der Lösung des Rätsels auf die Spur kommt, desto stärker werden die Kräfte der mysteriösen düsteren Gestalt, welche langsam und bedrohlich in unsere Welt vordringt.
 
 
 


 
 
 

DIE FÜRSTEN DER DUNKELHEIT – Kritik

 
 
 
Die 80er Jahre waren keine Glanzzeit für John Carpenter. Auch wenn seine Filme aus dieser Zeit von Fans und Filmfreunden vergöttert werden, lieferte der Kultfilm-Regisseur in dieser Dekade gleich zwei große finanzielle Flops ab, welche erst nach 20 Jahren als glorreiche Klassiker wiederentdeckt wurden. Weder seine düstere Adaption von DAS DING AUS EINER ANDEREN WELT (1982), noch sein knallbuntes Fantasy-/Actionspektakel BIG TROUBLE IN LITTLE CHINA (1986) fanden sonderlich großen Anklang bei den damaligen Kinozuschauern und ließen Carpenter derart gefrustet zurück, dass er sich nach dem Debakel um BIG TROUBLE IN LITTLE CHINA, vorerst aus dem großen Filmgeschäft zurückzog, um kleinere Independent Filme zu drehen. Hierfür war schnell ein Vier-Filme-Deal mit Alive Films abgeschlossen, bei dem Carpenter pro Film ein Budget von 3 Millionen US-Dollar zur Verfügung stand und er völlige kreative Freiheit hatte. Aus diesem Vertrag gingen jedoch nur zwei Filme hervor, da die Filmschmiede Ende der 80er Jahre Pleite ging. Einer dieser Filme war DIE FÜRSTEN DER DUNKELHEIT (1987).
 
 
die-fuersten-der-dunkelheit-1987-bild-3
 
 
Wenn es Filme von John Carpenter gibt, die viel zu oft neben Klassikern wie HALLOWEEN – DIE NACHT DES GRAUENS (1978), DAS DING AUS EINER ANDEREN WELT oder DIE KLAPPERSCHLANGE (1981) übersehen werden, dann zählt DIE FÜRSTEN DER DUNKELHEIT auf jeden Fall dazu, wenngleich er heutzutage als Kult-Horrorfilm gilt. Doch wie es bei Carpenters Filmen sehr oft der Fall war, verkannten Kritiker zur aktuellen Stunde die Werke des Regisseurs. Dabei ist die Geschichte, die uns der im Original betitelte „Prince of Darkness“ erzählt, ziemlich originell.
 
 
 
 
„Es war nicht der Teufel. Der Teufel ist ein Engel der aus dem Himmel verbannt wurde. Der Bösewicht in meinem Film ist das Spiegelbild Gottes, nicht der Teufel. Es hat nichts mit Satan zutun.“
 

(John Carpenter im Interview mit der L.A.Times)


 
 
 
Zur damaligen Zeit beschäftigte sich Carpenter viel mit theoretischer Physik, insbesondere mit der Atomtheorie und der Quantenmechanik. Fasziniert von dem Gedanken, dass es laut der Wissenschaft als theoretisch möglich gilt, dass subatomare Partikel, genannt Tachyonen, rückwärts durch die Zeit reisen, also quasi aus der Zukunft zu uns kommen könnten, veranlasste Carpenter, sich wieder höchstpersönlich an ein Drehbuch zu setzten. Sein kreativer Geist war geweckt, denn seinem Erachten nach, ließ sich aus dieser Idee ein großartiger Horrorfilm machen. Das Script zum Film schrieb Carpenter unter dem Pseudonym Martin Quatermass. Damit verbeugte er sich vor Science-Fiction-Drehbuchautor Nigel Kneale, der besonders für die Erschaffung des Filmcharakters Professor Bernard Quatermass bekannt geworden ist. Dieser ist die Hauptfigur der britischen Sci-Fi-Filme SCHOCK (1955), FEINDE AUS DEM NICHTS (1957) und DAS GRÜNE BLUT DER DÄMONEN (1967) die Carpenter allesamt verehrte. Auch im Drehbuch zu DIE FÜRSTEN DER DUNKELHEIT finden sich einige thematische und atmosphärische Eckpunkte der „Quatermass-Filme“ wieder.
 
Die Besetzung von DIE FÜRSTEN DER DUNKELHEIT bestand wieder größtenteils aus Leuten, mit denen John Carpenter schon zuvor gearbeitet hatte. Allen voran fällt Fans des Genres hier natürlich Donald Pleasence ins Auge. Pleasence, der zuvor in Carpenters HALLOWEEN – DIE NACHT DES GRAUENS die Figur Dr. Sam Loomis spielte und in DIE KLAPPERSCHLANGE den Präsidenten, mimt in DIE FÜRSTEN DER DUNKELHEIT einen Priester, der als einer der ersten die bedrohlichen Veränderungen in unserer Welt wahrnimmt. Und wie immer spielt Donald Pleasence seine Rolle mit Bravour. Des Weiteren finden sich im Cast Victor Wong und Dennis Dunn wieder, die bereits in BIG TROUBLE IN LITTLE CHINA zu sehen waren, sowie Peter Jason, der hier zum ersten mal mit Carpenter zusammenarbeitete und in sechs weiteren seiner Filme mitwirkte. Ein weiterer Name, der aus der Menge hervorsticht, dürfte wohl Schock-Rocker Legende Alice Cooper sein. Shep Gorden, ausführender Produzent von DIE FÜRSTEN DER DUNKELHEIT, war zum damaligen Zeitpunkt Alice Coopers Manager. So kam es, dass Cooper letztendlich nicht nur eine kleine Rolle im Film bekam, sondern dass er auch einen Titelsong zum Streifen aufnahm, der im fertigen Film jedoch nur kurz zu hören ist. Dieser Song mit dem Titel „Prince of Darkness“ erschien im selben Jahr auf Alice Coopers Album „Raise Your Fist And Yell“. Auch wenn Cooper nur eine kleinere Rolle im Film spielte, zum damaligen Zeitpunkt war er eine solche Größe im Musikgeschäft, dass selbst in der Teenie-Zeitschrift Bravo über den Streifen berichtet wurde. Der restliche Cast besteht aus eher unbekannten Schauspielern die ihre Rollen ausreichend gut verkörpern. Leider bleiben einige Charaktere auch recht blass, da sie zu wenig Screentime bekommen und man nichts Genaues über sie erfährt. Dies stört aber nicht zu sehr, da der Film durch viele andere Aspekte zu überzeugen weiß.
 
 
die-fuersten-der-dunkelheit-1987-bild-2
 
 
Was aus DIE FÜRSTEN DER DUNKELHEIT geworden ist, ist ein Horror-Kammerspiel, welches deutlich die Handschrift Carpenters trägt. Dem Film wurde zur damaligen Zeit nicht sonderlich viel Beachtung geschenkt, doch einige Kritiker, die sich tatsächlich mit dem Werk beschäftigten, sahen in ihm eine Rückbesinnung Carpenters an seine alten Erfolge. So finden sich zahlreiche Motive, die Filme wie ASSAULT – ANSCHLAG BEI NACHT (1976) oder THE FOG – NEBEL DES GRAUENS (1980) zu so großartigen Streifen machten, auch in DIE FÜRSTEN DER DUNKELHEIT wieder. Beispielsweise ähneln sich die Vorspänne von DIE FÜRSTEN DER DUNKELHEIT und THE FOG sehr. In beiden werden Minuten lang fragmentarisch verschiedene und scheinbar unabhängig voneinander stattfindende Ereignisse, Situationen und Personen gezeigt, welche als erste Zeichen einer nahenden Bedrohung zu deuten sind, bzw. im weiteren Verlauf des Film zueinander finden. Eine weitere Parallele findet sich in Bezug auf Carpenters Frühwerk ASSAULT – ANSCHLAG BEI NACHT wieder. Beide Filme handeln von Personen, die an einem bestimmten Ort eingeschlossen sind und sich gegen eine von außen kommende Bedrohung zur Wehr setzten müssen. Ein Konzept, bei dem sich Carpenter von Howard Hawks RIO BRAVO (1959) inspirieren ließ, und das er teilweise auch bei GHOSTS OF MARS (2001) anwendete.
 
John Carpenter ist oft dann am besten, wenn die Budgets klein sind, und er selbst Hand anlegen, also in seine eigene Trickkiste greifen muss. Eine bedächtige Erzählweise, ruhige Kamera und das typische Feeling eines handgemachten Filmes von Carpenter, dass macht auch DIE FÜRSTEN DER DUNKELHEIT aus. Im Gegensatz zu seinen vorherigen Filmen BIG TROUBLE IN LITTLE CHINA und der Sci-Fi Lovestory STARMAN (1984), ist DIE FÜRSTEN DER DUNKELHEIT wieder ein kleinerer, düsterer und ernster Film, der trotz seines übernatürlichen Aspektes ein Film über rationale Angst und dem rationalen Bösen ist. Carpenters legt in seinem Film viel Wert darauf, dass alle übernatürlichen/religiösen Aspekte sehr sachlich dargelegt werden. So auch sein böser Anti-Gott und die Bösartigkeit im Menschen. DIE FÜRSTEN DER DUNKELHEIT stellt auf gekonnte Art und Weise Religion, Aberglaube und Wissenschaft auf den Kopf und hat visuell einige unheimliche Bilder parat, wie die mysteriöse Mondsichel genau über der Sonne oder jede Menge krabbelnde und schleimige Insekten. All dies ist unterlegt von einem typischen John Carpenter Soundtrack, bestehend aus düsteren, monotonen Synthesizer Klängen, welche besonders dann sehr eindrucksvoll sind, wenn sie mehrere Minuten am Stück unter längeren Sequenzen und Szenenabfolgen spielen. Carpenter schafft es dadurch eine tolle Atmosphäre aufzubauen, ein Talent des Regisseurs.
 
 
die-fuersten-der-dunkelheit-1987-bild-1
 
 
Nach über 20 Jahren hat DIE FÜRSTEN DER DUNKELHEIT nun die Anerkennung gefunden die er verdient hat. Schnaubten damals noch die Kritiker und verteufelten John Carpenter. Einige warfen ihm sogar die „Ausbeutung von Ängsten“ vor. Zum 25-jährigen Jubiläum wurden der Film und sein Regisseur dann letztendlich im Jahr 2012 auf dem Los Angeles Screamfest Horrorfilm Festival geehrt. Ein Anlass, der auch John Carpenter noch einmal einen Blick in die Vergangenheit werfen ließ.
 
 
 
“I know I’m old. I understand that part, it’s not a mystery to me. What can I do about it? I’m an old guy now, I’ve embraced it. It makes me look back. I’ve had a long career in this business and it’s been just forever, it seems like.”
 

(John Carpenter im Interview mit der L.A. Times)


 
 
 


 
 
 

DIE FÜRSTEN DER DUNKELHEIT – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
 
Mit DIE FÜRSTEN DER DUNKELHEIT lieferte John Carpenter einen interessanten Horrorfilm ab, der trotz kleinerer Schwächen was seine Charaktere angeht genug Spannung und Atmosphäre aufbauen kann, um den Zuschauer durchgehend zu fesseln. Besonders Fans von Carpenter und 80er-Jahre-Horrorfilmen werden von „Prince of Darkness“ nicht enttäuscht sein.
 
 
 


 
 
 

DIE FÜRSTEN DER DUNKELHEIT – Zensur

 
 
 
Aufgrund einiger härterer Einlagen war der Film bei seiner Erstveröffentlichung in den deutschen Kinos 1988 ungeschnitten ab 18 Jahren freigegeben. So gut wie alle folgenden Veröffentlichungen auf VHS enthielten jedoch eine geschnittene Fassung des Filmes. Auch im Fernsehen lief DIE FÜRSTEN DER DUNKELHEIT stets nur in einer zensierten FSK16-Fassung. Erst Anfang der 2000er veröffentlichte Kinowelt den Streifen in seiner ungeschnittenen Fassung auf DVD, jedoch war diese nicht FSK geprüft und somit nicht im freien Handel erhältlich. Im Jahr 2013 wurde DIE FÜRSTEN DER DUNKELHEIT vom Index gestrichen und neu geprüft. Der Film ist nun ungeschnitten frei ab 16 Jahren. Die erhältliche Blu-ray hat den blauen FSK16 Sticker erhalten.
 
 
 


 
 
 

DIE FÜRSTEN DER DUNKELHEIT – Deutsche Blu-ray

 
 
 
die fürsten der dunkelheit blu-ray
 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Prince of Darkness; USA 1987

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch und Englisch (DTS-HD Master Audio 2.0 Stereo)

Untertitel: Deutsch, Englisch

Bild: 2,35:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 101 Min.

FSK: FSK16 – nicht mehr indiziert (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Erstauflage: Amaray im Schuber (limitierte O-Card), Zweitauflage: Amaray mit Wendecover

Extras: Audiokommentar von Regisseur John Carpenter, Trailer

 
 
 

Die Fürsten der Dunkelheit – Uncut [Blu-ray] Limitierte Erstauflage ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
Die Fürsten der Dunkelheit – Uncut [Blu-ray] Zweitauflage ohne Schuber bei AMAZON kaufen
 
 


 
 
 

DIE FÜRSTEN DER DUNKELHEIT – Deutsche Blu-ray Neuauflage (2018)

 
 
 
die-fuersten-der-dunkelheit-bluray-2018

(c) StudioCanal – KeepCase Blu-ray

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Prince of Darkness; USA 1987

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch Stereo DTS-HD Master Audio, Englisch 5.1 DTS-HD (Master Audio), Englisch Stereo PCM, Französisch 5.1 DTS-HD (Master Audio)

Untertitel: Deutsch, Englisch, Französisch

Bild: 2,35:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 102 Min.

Medium KeepCase

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Making of „Das Böse: John Carpenters Fürsten der Dunkelheit“; Interview „Sympathie für den Teufel“; „Horror’s Hallowed Grounds“ mit Sean Clark; Audiokommentar; Einführung und Szenenanalyse von Carpenter; Kinotrailer; Bildergalerie; Radiospots

Release 08.11.2018

 

Die Fürsten der Dunkelheit (Blu-ray + Bonus-Blu-ray) ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

DIE FÜRSTEN DER DUNKELHEIT – Deutsche 4K UHD Blu-ray

 
 
 
die-fuersten-der-dunkelheit-bluray-uhd-cd-2018-steelbook

(c) StudioCanal – Limitiertes Steelbook (mit 4K UHD Blu-ray, 2x Blu-ray)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Prince of Darkness; USA 1987

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch Stereo DTS-HD Master Audio, Englisch 5.1 DTS-HD (Master Audio), Englisch Stereo PCM, Französisch 5.1 DTS-HD (Master Audio)

Untertitel: Deutsch, Englisch, Französisch

Bild: 2,35:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 102 Min.

Medium Steelbook

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Making of „Das Böse: John Carpenters Fürsten der Dunkelheit“; Interview „Sympathie für den Teufel“; „Horror’s Hallowed Grounds“ mit Sean Clark; Audiokommentar; Einführung und Szenenanalyse von Carpenter; Kinotrailer; Bildergalerie; Radiospots

Release 08.11.2018

 

Die Fürsten der Dunkelheit (4K Ultra HD + Blu-ray + Bonus-Blu-ray) ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

DIE FÜRSTEN DER DUNKELHEIT – Trailer

 
 


 
 

Sam Freissler

(Rechte für Grafiken, Packshots + Abbildungen liegen bei STUDIOCANAL)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Das Grüne Blut der Dämonen (1967)

Die Mächte des Wahnsinns (1984)

Filmreview: „Spookies – Die Killermonster“ (1986)

spookies
 
 
 

SPOOKIES – DIE KILLERMONSTER

Story

 
 
 
Zum Plot: Die prinzipiell immer wieder eingesetzte Gang junger 80er-Klischeemenschen trifft in einer lupenreinen Gothic-Villa in der Nachbarschaft des Friedhofs auf einen fiesen Zauberer, der in der Welt der Hexenbretter und ähnlicher Okkultschweinereien lebt und mit einem solchen Ouija-Board seine abgetretene Flamme ins Reich der Lebenden zurückverpflanzen möchte. In bester Tradition des guten Neonjahrzehnts, kommt so eine ganze Bande ekliger Latexmonster zum Auftritt, die natürlich nichts besseres zu tun haben als den hochhaarigen Jungmenschen nach dem Leben zu trachten.
 
 
 


 
 
 

SPOOKIES – Kritik

 
 
 
Es gibt, meiner bescheidenen Sichtweise nach, Filme, die im übertragenen Sinne funktionieren wie die liebste Kuscheldecke. Man schmeißt sich rein, wünscht sich schlechtes Süßigkeitenfutter zur Unterstützung und weiß, alles ist in Ordnung. Die Achtziger und alles, was mit gummigen Monstern zu tun hat, sollte im Herzen des geschulten Horrorglotzers jenseits der Torturescheiße des dritten Jahrtausends immer einen soft spot treffen. Ob GREMLINS, GHOULIES, die NEON MANIACS oder eben hier die SPOOKIES. Das sind Filme einer anderen und ja, besseren Ära für den Genrefilm. SPOOKIES, der bei uns auch unter dem verschärfenden Titel EVIL SPOOKIES erhältlich ist, zieht seine Inspirationen aus diversen Vorbildern. Der Professor schuldet seine Idee, das Übersinnliche zu nutzen um die Herzdame zu reanimieren unter anderem Dr. Phibes aus dem populären Seventies Vincent-Price-Film von Robert Fuest. Die heraufbeschworenen Unholde sehen zwar feierwürdig verlatext aus und könnten auch aus den geteilten Creature Design Phantasien der Herren Barker, Dante oder Band kommen. Trotzdem schielte ein Äuglein der Filmemacher sicherlich nach Italien oder gar das ländliche Michigan Sam Raimis. Amüsant sind zwei Geschichten. Zum ersten gab es el gran Finanzierungsterror und die Produktion kam zum Erliegen, fast wäre gar nicht fertig gedreht worden. Zweitens hat der Film auch heute noch Fans wegen der – heute würde man sagen Videocliphaftigkeit – des Soundtracks. Die Auftritte der Viecher sind segmentiert und mit eigenen musikalischen Themen unterlegt. Die Bildqualität ist leider nix zum Loblieder anstimmen. Wie lange nicht erlebt, hat man für die bösen Spukies offenbar bloß eine alte VHS als Vorlage gehabt, die auch gleich mit allen Feinheiten dieses Mediums zu kämpfen hatte. Störstreifen inklusive. Ist das jetzt Retro oder einfach der Wunsch nach dem Geld nicht?
 
 
 


 
 
 

SPOOKIES – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Endlich. Die SPOOKIES auf DVD und das auch noch in Evil. 80er-Stimmung, passende Musik, Schauspieler wie aus dem Abziehbilderbuch und Effekte wie aus der Zeitkapsel. Die technische Qualität ist eher unter unverschämt zu verbuchen, tut dem Film aber keinen Abbruch. Fans wissen, was sie erwartet.
 
 
 


 
 
 

SPOOKIES – Zensur

 
 
 
In Deutschland gibt es SPOOKIES nur auf DVD, eine Blu-ray ist noch nicht erhältlich. Die deutsche Fassung ist ab 18 Jahren freigegeben und kann ohne Probleme im Handel erworben werden. Die Indizierung wurde aufgehoben.
 
 
 


 
 
 

SPOOKIES – Deutsche DVD

 
 
 
evil spookies
 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Spookies; Niederlande, USA 1986

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch (Dolby Digital 2.0 Mono), Englisch (Dolby Digital 2.0 Stereo)

Untertitel: keine

Bild: 1,33:1

Laufzeit: ca. 82 Min.

FSK: FSK18 – nicht mehr indiziert (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wechselcover und anderem Motiv

Extras: Trailershow: Killer Spookies (3:04 Min.), Messias des Bösen (0:44 Min.), 1984 (2:47 Min.), Sam Hell ist der Jäger (1:40 Min.), Under the Blade (1:28 Min.), Labor des Grauens (1:45 Min.)

 
 
 
Nach diversen Bootlegs erscheint SPOOKIES – DIE KILLERMONSTER unter dem neuen Titel EVIL SPOOKIES endlich auch legal auf Heimkinomedium. Das Bild der DVD von MARITIM PICTURES/SAVOY FILM ist hierbei als schlechter Scherz zu betiteln, denn als Grundlage muss wohl eine VHS gedient haben. Das aufgeblähte Vollbild weist Flimmern und Banddefekte auf, so dass Fans, die bereits die Videokassette besitzen getrost auf die DVD verzichten können. Auch der Ton erlaubt keine Freudensprünge, geht aber aufgrund des Alters des Films vollkommen in Ordnung. Extras gibt es, wen wundert es auch, natürlich keine. Im unglaublich miesen und vollkommen lieblos gestalteten Hauptmenü lässt sich gerade einmal der Trailer zu SPOOKIES finden. Der besitzt im Übrigen eine vollkommen andere Synchronisation als der Hauptfilm. Ergänzt werden die mageren Extras mit Werbung andere Filme des Publishers. Immerhin gibt es für den Filmfreund die Wahl zwischen zwei verschiedenen DVD-Einlegern. Dreht man nämlich das DVD-Cover um, bekommt man das alte VHS-Artwork geboten. Eine ganz nette Idee, lässt aber nicht hinwegtäuschen, dass die EVIL SPOOKIES DVD ganz schön überflüssig ist. Wer den Film mag und über das miese Bild hinwegsehen kann, darf gern in Erinnerungen schwelgen und die aktuelle Veröffentlichung kaufen. Filmfreunde, denen auch technische Aspekte wichtig sind, sollten einen großen Bogen um EVIL SPOOKIES aus dem Hause MARITIM PICTURES/SAVOY FILM schlagen, denn das hier gebotene Bild ist in Zeiten gestochen scharfer HD-Master schon eine Frechheit.
 
 

Evil Spookies – Die Killerdämonen [DVD] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

SPOOKIES – Trailer

 
 


 
 

Christian Ladewig

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Gremlins (1984)

Ghoulies (1985)

Maniacs – Die Horrorbande (1986)

Filmreview: „Messias des Bösen“ (1973)

messias des bösen 1973
 
 
 

MESSIAS DES BÖSEN

Story

 
 
 
Arlett (Marianna Hill) reist an den Wohnort ihres leicht verwirrten Vaters, das gar nicht gesund wirkende Küstenkaff Point Dune und selbst einem zeitgemäß unbedarften Hippiemädchen wie ihr wird klar, dass hier einiges im Argen liegt. Fieserweise ist der alte Herr nicht aufzutreiben und bis auf ein paar vereinzelte Gestalten, besonders Thom (Michael Greer) und seine Freunde, ist die Einwohnerschaft des doch sehr H.P. Lovecraft-artigen Nests alles andere als hilfsbereit. Im Gegenteil. Nach einer Nacht im verlassenen und psychedelisch-vergruselten Malatelier des Vaters muss Arletty feststellen, dass die Dorfbevölkerung einer kannibalistischen Satanssekte angehört. Und Essenszeit ist immer.
 
 
 


 
 
 

MESSIAS DES BÖSEN – Kritik

 
 
 
Amerika, 1973. Es ist noch nicht lange her, dass die LSD-fritierte Manson Family in den Hügeln von Los Angeles den Mumpitz vom Summer Of Love auf den Kopf gestellt und die Wände von Roman Polanskis Haus mit dem Blut seiner Gattin, Model Sharon Tate, gestrichen haben. Die Filmwelt, selbst nicht arm an über Nacht erwachsen gewordenen Blumenkindern, reagiert und schafft ein kleines Subgenre von Horrorfilmen mit gewaltgeilen Sektenführern. I DRINK YOUR BLOOD von DAVID DURSTON 1970 geschossen, könnte der erste seiner Art sein und zeigt TROMAesken Supersplatter anderthalb Jahrzehnte vor TROMA. MESSIAS DES BÖSEN kam drei Jahre später und wuchs auf dem Mist von WILLARD HUYCK und GLORIA KATZ. Mag ja sein, denkt sich die geschätzte Leserschaft jetzt, nur warum erzählt der das jetzt hier. Nuja, beide sind alte Uni-Weggefährten vom Großen kinnlosen Rechteverwalter GEORGE LUCAS und sorgten später für wichtige Drehbuchmitarbeit an INDIANA JONES und, verschweigen wir es nicht, dem mächtigen und oft missverstandenen Meisterfilm HOWARD THE DUCK. Lachen Sie nicht, der Erpel bekommt demnächst ein Remake!
 
Aus der Cast herauszudeuten sind die legendären Charakterdarsteller-Asse ELISHA COOK, Jr. – bekannt aus diversen Film Noirs der 50er, unter anderem STANLEY KUBRICKS großem THE KILLERS und das Abraham Lincoln Double ROYAL DANO, die dem Drive-In Sektenheuler hier eine gewissen Aura alten Hollywoods verleihen. Die Hauptriege ist da, stört nicht, brilliert aber auch nicht auf dem Weg zum Oscar.
 
Donnerkeil, was für eine Perle des Irrsinns. Zu seligen Videozeiten erst unter diesem Titel, später unter dem Beklopptheitsnamen BLOOD BUSTERS veröffentlicht, beschert uns MARITIM mit MESSIAS DES BÖSEN einen US-Indiehorror-Schlocker der späten Autokinozeit. Und das in beachtlicher Qualität. Der Film hat den Ferkelcharme von Titeln, die man sich am besten im Double Feature mit ähnlichem Stoff und ähnlich gesinnten Freunden reinzieht. Finster, trashig und trotzdem nicht arm an Atmosphäre – was natürlich an den in nicht geringem Maße am Set gereichten Marihuana liegen könnte. Junge und schlecht frisierte Menschen bezeichnen solcherlei Programm heute einmal frech als Bahnhofskino, nicht einmal wissend, dass es, 20 Jahre vor der eigenen lumpigen Geburt Kinos in Bahnhöfen gegeben hat. MESSIAS DES BÖSEN dürfte keine Top 20 der Genrefilme des Jahrhunderts entern, macht aber doch Spaß. Selbstverständlich nur denjenigen unter uns Menschen mit viereckigen Augen, die sich an teilnahmslosen Hippieschauspielern, wirrer Handlung und der puren Zeitkapselhaftigkeit eines Filmes seiner Zeit nicht stören.
 
 
 


 
 
 

MESSIAS DES BÖSEN – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
B-Movie-Amerika verarbeitet Charles Manson. Und das auch noch aus dem Stall von GEORGE LUCAS. Seventies-Horror vom Erlesensten. Nix für Anfänger.
 
 
 


 
 
 

MESSIAS DES BÖSEN – Zensur

 
 
 
Die deutsche Filmfassung ist uncut frei ab 18 Jahren. Filmliebhaber können daher bedenkenlos zur aktuellen Veröffentlichung aus dem Hause MARITIM PICTURES/ AL!VE AG greifen – hier wurde nix geschnitten.
 
 
 


 
 
 

MESSIAS DES BÖSEN – Deutsche DVD

 
 
 
Messias-des-Bösen-1973-dvd
 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Messiah of Evil; USA 1973

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch+Englisch Dolby Digital 2.0 (Stereo)

Untertitel: keine

Bild: 2,35:1 (anamorph / 16:9)

Laufzeit: ca. 86 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Audiokommentar mit Regisseur/Autor William Huyck und Co-Autorin Gloria Katz, Dokumentation „Remembering Messiah of Evil“ über die Entstehung des Films [englisch, keine Untertitel] (20:38 Min.)

 
 
 

Messias des Bösen [DVD] jetzt ungeschnitten bei AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

MESSIAS DES BÖSEN – Trailer

 
 


 
 

Christian Ladewig

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Die Tollwütigen (1970)

Nachts, wenn die Leichen schreien (1975)

Filmreview: „Come Out and Play“ (2013)

come-out-and-play-poster
 
 
 

COME OUT AND PLAY – Kinder des Todes

Story

 
 
 
Beth (Vinessa Shaw) und Francis (Ebon Moss-Bachrach) erwarten ein Kind und reisen nach Mexiko, um ein wenig Ruhe zu finden und den Kopf frei machen zu können. Leider entpuppt sich der eigentliche Ferienort schnell als Karneval-Feiermeile, sodass die beiden rasch ein Boot mieten und zu einer idyllischen Insel übersetzen, auf welcher die Zeit stehen geblieben zu sein scheint. Doch kaum im vermeintlichen Paradies angekommen, wundert sich das Paar darüber, dass hier schlichtweg kein Erwachsener anzutreffen ist. Der Ort scheint wie ausgestorben und ein Gefühl des Unbehagens kommt unweigerlich auf, als die beiden beobachten, wie die Kinder der Insel sich zusammenrotten und einen Erwachsenen nach dem Nächsten auf arg grausame Weise in die ewigen Jagdgründe befördern …
 
 
 


 
 
 

COME OUT AND PLAY – Kritik

 
 
 
Um Zuge der ökologischen Aufklärung des letztens Jahrhunderts entwickelte sich in den 1970er Jahren eine zunehmend bewusstere globale Auseinandersetzung mit der Problematik der Umweltverschmutzung, die nicht nur ein radikales Umdenken unter den Menschen zur Folge hatte, sondern auch viele Regisseure dazu bewegte, ihre gesellschaftskritischen Botschaften zugleich auch auf Zelluloid bannen zu müssen. Filme, wie FROGS (1972), LONG WEEKEND (1978) und PIRANHAS (1978) schossen wie Pilze aus dem Boden und begründeten wenig später ein neues Sub-Genre, in welchem die Natur unweigerlich zum Angriff bläst, um die unbelehrbare Menschheit für das Vergehen an ihrem kostbaren Lebensraum zu bestrafen. Im Zuge der überaus kassenträchtigen aber dennoch stets gesellschaftskritischen Öko-Horrorfilmwelle der 70er erblickte auch der spanische Thriller WHO CAN KILL A CHILD das Licht der Filmwelt, der sich nicht nur auf das damals so brisante Umweltproblem konzentrierte, sondern ebenso begann, diverse Verbrechen gegen die Menschheit offenkundig anzuprangern. Hierbei bot der Film vor allem dadurch kontroversen Zündstoff, indem er zu Beginn auf erschreckende und dokumentarische Weise bebilderte, welch schwerwiegenden Folgen vor allem kriegerische Auseinandersetzungen nach sich ziehen können und wer letztendlich darunter am meisten zu leiden hat: die Kinder.
 
Als Grundlage für den spanischen Films WHO CAN KILL A CHILD diente der Roman EL JUEGO DE LOS NINOS von JUAN JOSÉ PLANS, der ein wahrlich apokalyptisches Schreckens-Szenario schildert und sich die Frage stellt, was letztendlich wäre, wenn sich die Schwächsten in der Gesellschaft zusammenraffen und in den Krieg gegen die Erwachsenen ziehen würden, um für all die Schandtaten an ihren kleinen Seelen Vergeltung einzufordern. Immerhin scheint die Botschaft des Film aktueller denn je, so dass sich Remake-Regisseur MAKINOV darin verpflichtet sah, die durchaus zeitlose Erkenntnis des Buchvorlage in die Gegenwart transferieren zu müssen, um die kontroverse Thematik mittels glattgebügelten Remakes auch einer neuen Generation zugänglich machen zu können. Dass MAKINOV sich hier natürlich eine große Bürde aufgezwungen hat, dürfte auf der Hand liegen, besticht bereits das Original mit einer durchaus beklemmenden und besonderen Atmosphäre, die man bis dato in nur wenigen Genre-Filmen bewundern durfte. Das bemerkenswerte jedoch ist, und das macht den Film durchaus zu einem waschechten Klassiker des Genres, dass WHO CAN KILL A CHILD selbst 35 Jahre nach seiner Entstehung immer noch zu fesseln weiß und rückblickend betrachtet, seiner Zeit weit voraus war. Umso erfreulicher also, dass sich MAKINOV der wertvollen Qualität diese kleinen Genre-Perle durchaus bewusst war und diesen wichtigen Klassiker nun mit dem nötigen Respekt neuinterpretiert hat. Seine Neuauflage mit dem etwas sehr reißerischen Titel COME OUT AND PLAY orientiert sich hierbei jedoch sehr an das Erfolgskonzept des Originals. Der Schauplatz besitzt eine erschreckend präzise Ähnlichkeit mit dem aus der Vorlage, die menschenleeren Gassen verursachen ein ebenso bedrohliches Unbehagen und die unerträgliche Hitze der spanischen Mittagssonne birgt ein sonderbares Gruselfeeling, das bereits Regisseur SERRADOR im Original kongenial einzufangen wusste. Überhaupt klammert sich COME OUT AND PLAY krampfhaft an die atmosphärisch dichte Grundlage, ganz so als hätte MAKINOV davor Angst der Geschichte eine nötige Eigenständigkeit einzuverleiben. Im Grunde genommen keine dumme Idee, denn aufgrund der haargenauen Umsetzung lässt sich letztendlich schwer deuten, welcher der beiden Filmen denn nun eigentlich der Bessere ist. MAKINOVS behutsames Vorgehen ist zwar löblich, dennoch zwängt sich einem als Zuschauer hierbei natürlich unweigerlich die Frage auf, welchen Sinn denn letztendlich eine filmische Neuinterpretation besitzt, wenn diese im Grunde genommen den Mut davor scheut, dem gesamten Treiben eine eigenständige Note zu verleihen. Vermutlich mag der Grund hier natürlich in der lukrativen Neu-Aufbereitung altbekannter Filmstoffe liegen, die in Hollywood aktuell eine Hochkonjunktur erleben und seit nun schon über 10 Jahren maximale Gewinne in die ohnehin leeren Kinokassen spülen. Da bereits unlängst alles recycelt wurde, was in der Horrorfilmszene Rang und Namen besitzt, scheint es nun an der Zeit, selbst den unbekannten Klassikern eine Frischzellenkur zu spendieren – ganz der Devise: minimaler Aufwand führt hoffentlich zu maximalen Gewinn. Schenkt man den Informationen Glauben, die man im Internet zu COME OUT AND PLAY findet, so soll das Remake rund sechs Millionen EURO gekostet haben. Für einen kleinen Film wie diesen ein enorm umfangreiches Budget, das man dem Film leider nur selten ansieht.
 
Auch wenn MAKINOV sich etwas zu versteift an der Vorlage orientiert so erstaunt dennoch, mit welch spielerischer Leichtigkeit es ihm gelingt einen durchaus spannenden Film zu konstruieren, der sogar den Kennern des Originals den Atem stocken dürfte. Hierbei ist natürlich das dreckig-verschwitztes Gruselflair zu nennen, das unweigerlich an das Terror-Kino der 70er erinnert und dem Film mit einer ganz speziellen Atmosphäre beschenkt. Die Hitze ist stets präsent und scheint den beiden Hauptcharakteren gänzlich den Verstand rauben zu wollen. Und gerade in derart belastenden Wetterlage sieht sich das Paar mit einer Horde rebellischer Kids konfrontiert, die wie durch Hypnose verzaubert durch die Gassen des Küstenstädtchens wandeln. Immerhin versucht MAKINOV sich mit seiner Neuauflage an die zeitgemäßen Regeln des aktuellen Horrorfilms zu orientieren. Denn während das Grauen im Original eher subtiler Natur war, hält MAKINOV natürlich mit der Kamera zeigegeil drauf, so dass hier auch Horrorfilmfreunde auf ihre Kosten kommen dürften, die es hin und wieder etwas ruppiger mögen. Ob das dem Film letztendlich wirklich förderlich ist, sollte jeder für sich selbst entscheiden. Da werden Ketten aus Ohren und Fingern gefertigt und Erwachsene auf arg bestialische Weise ausgeweidet. Für unseren Geschmack etwas zu viel des Ganzen, da hierbei der Grundtenor der eigentlichen Botschaft des Films in gänzlich andere Sphären driftet. Überhaupt bleibt die Botschaft für Nichtkenner der Buchvorlage und des Originals vollkommen im Dunkeln verborgen. Wurde der Epilog zu WHO CAN KILL A CHILD noch mittels verstörenden Filmaufnahmen des Zweiten Weltkriegs bebildert, um die Film-Interpretation für den Zuschauer zugänglicher zu gestalten, so fehlen derart Hinweise im Remake gänzlich.
 
Nichtsdestotrotz, auch wenn COME OUT AND PLAY eigentlich im Grunde genommen haargenau die gleiche Geschichte nur mit anderen Schauspielern erzählt, so kann man dennoch nicht behaupten, dass MAKINOV mit seinem Remake gescheitert ist. Der Film ist gnadenlos spannend und dürfte selbst den Kennern der Vorlage hin und wieder gehörige Schauer bescheren. Auch wenn die eigentliche Grundaussage des Film gänzlich im Verborgenen bleibt und COME OUT AND PLAY einige sehr fragliche Gewaltspitzen zelebriert, sollte diese Neuinterpretation nicht unbeachtet bleiben. Zwar wirkt die gesamte Inszenierung, gerade aufgrund der etwas expliziten Zeigefreudigkeit einiger „böser“ Szenen, durchaus so als bekäme der Zuschauer hier einen weiteren Teil des beliebten KINDER DES ZORNS-Franchise serviert; trotz kleiner Schnitzer hat Regisseur MAKINOV es dennoch geschafft einen Film zu drehen, dem es wahrhaftig gelingt über weite Strecken die Qualität des Originals zu erreichen und welcher nur minimal schlechter ist als seine Vorlage.
 
 
 


 
 
 

COME OUT AND PLAY – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Unglaublich spannender Survial-Schocker unter der bedrückenden Sonne Mexikos. Der Filmfreund sollte auf jeden Fall einen Blick riskieren.
 
 
 


 
 
 

COME OUT AND PLAY – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung hat in der ungeschnitten Form eine KEINE JUGENDFREIGABE-Einstufung erhalten. Trotz kontroverser Thematik kann der Filmfreund bedenkenlos zuschlagen, denn COME OUT AND PLAY musste keine Federn lassen.
 
 
 


 
 
 

COME OUT AND PLAY – Deutsche Blu-ray

 
 
 
come out and play blu-ray
 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Come Out and Play; Mexiko 2012

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Deutsch DD 2.0, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: keine

Bild: 2.35:1 (1920x1080p)

Laufzeit: ca. 105 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Behind the Scenes, Deleted Scenes, Originaltrailer

 
 
 
Nach fast einem Jahr Wartezeit erscheint auch hierzulande COME OUT AND PLAY endlich auf DVD und Blu-ray Disc. Anbieter MARITIM PICTURES hat den Film ungeschoren durch die FSK geschmuggelt und sogar eine durchweg angenehme Synchronisation spendiert, die gerade bei kleineren Labels nicht immer gegeben ist. Nach dem Einlegen der Scheibe geht’s auch gleich in ein eher lieblos erstelltes DVD-Menü, das sich kaum von denen aus dem Hause MIG oder INTERGROOVE unterscheidet. Demzufolge kann der Zuschauer aus einem schlichten Standbild heraus zwischen dem Film, der Sprachauswahl und einer kleinen Auswahl an Extras wählen. Letztere bestehen gerade einmal aus einem fünfminütigen „Behind the Scenes“-Feature, einigen gelöschten Szenen (rund drei Minuten) und dem Trailer im Original (etwa zwei Minuten). Das kurze Bonusmaterial liegt komplett in hoher Auflösung vor, wurde aber nicht untertitelt. Gleiches gilt übrigens auch für den Hauptfilm, bei dem ebenfalls deutsche Untertitel schmerzlicht vermisst werden. In Anbetracht der Tatsache, dass Untertitel für den Hauptfilm heutzutage zum üblichen Standard bei Blu-rays gehören, ist das Fehlen selbiger eigentlich unduldbar. Immerhin wird der Film in einem durchweg guten Bild und sattem Ton geboten, was einige Mankos in der Veröffentlichungspolitik des Labels schnell vergessen lassen. Zudem gibt es für Flatschengegner ein Wendecover ohne FSK-Stempel. Unterm Strich wird dem Horrorfilmfan mit der Blu-ray zu COME OUT AND PLAY eine solide Veröffentlichung geboten, die den Film in guter Technik zeigt und sogar einige Extras zu bieten hat. Der günstige Anschaffungspreis dürfte Sammler „böser“ Filme nicht lange zögern lassen zuzugreifen.
 
 

Come Out and Play – Kinder des Todes [Blu-ray] ungeschnitten bei AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

COME OUT AND PLAY – Trailer

 
 
 


 
 

Hellraiser80

 
 
 
Ähnliche Filme:
 
Children of the Corn: Genesis (2011)

Kinder des Zorns (1984)

The Children (2009)

Filmreview: „Amphibious 3D“ (2011)

amphibious-3d-poster
 
 
 

AMPHIBIOUS 3D

Story

 
 
 
Die Meeresbiologin Shane Skylar (JANNA FASSAERT) hat sich auf die Erforschung vorgeschichtlicher Lebensformen spezialisiert. Zusammen mit Freund Jack (MICHAEL PARÉ aus BONE TOMAHAWK) macht sie sich auf die Suche nach Proben prähistorischen Lebens im nördlichen Bereich des Meeres vor der Sumatrainsel. Kaum die Reise gestartet, entdecken die Forscher mitten auf dem Meer eine schwimmende Fischerei-Plattform, auf der Waisenkinder von skrupellosen Schmugglern und Kleinkriminellen zur Kinderarbeit gezwungen werden. Die Biologin hat Mitleid mit einem der Jungen und will ihn wieder nach Hause bringen. Doch mit dem kleinen Tamal scheint etwas nicht zu stimmen. Seit das Kind an Bord gekommen ist dürstet es einer prähistorischer Kreatur nach Menschenfleisch. Offensichtlich steht das Waisenkind irgendwie mit dem Monster in Verbindung. Nur wo ist des Pudels Kern zu suchen?
 
 
 


 
 
 

AMPHIBIOUS 3D – Kritik

 
 
 
Unter Horrorfans dürfte der Name BRIAN YUZNA ein Begriff sein und für Jubel oder feuchte Hände sorgen, wenn im Internet Gerüchte die Runde machen, dass der beliebte Regisseur, Produzent und Drehbuchautor an einem weiteren Werk tüftelt. Dabei liegen die erfolgreichen Jahre des Kultregisseurs schon lange zurück. Vor allem in den 1980ern hinterließ er mit so Filmen wie FROM BEYOND, RE-ANIMATOR und dessen Fortsetzung mächtig Eindruck, machte aber zuletzt leider nur noch durch lieblose Horror-B-Ware auf sich aufmerksam. Offenbar ist der Regisseur so langsam in die Jahre gekommen, wie Yuznas Filmografie der letzten Jahre verdeutlicht. Darunter Video-Trash wie BENEATH STILL WATERS oder ROTTWEILER, die mit stimmiger Genre-Unterhaltung leider kaum noch etwas gemeinsam haben. Immerhin wollte es der Filmemacher 2010 noch einmal wissen. Für den Film AMPHIBIOUS 3D nahm er fünf Jahre nach dem letzten Regie-Desaster ein weiteres Mal auf dem Chefsessel Platz und versuchte mit dem Creature-Feature an die Erfolge in den 1980ern und 90ern anzuknüpfen. Weil sich 3D-Filme damals großer Beliebtheit erfreuten, lies Yuzna auch dreidimensional drehen und erhoffte sich dadurch mehr Zuschauer und den Sprung zurück in die Liga der angesagten Horror-Regisseure. Geglückt ist ihm das nicht wie gewünscht. Der Film wurde in den meisten Ländern direkt fürs Heimkino veröffentlicht und erhielt mehrheitlich durchwachsene Kritiken. Hierzulande wurde der Streifen ohne großes Werbetamtam in den Handel gebracht, so dass die Yuzna-Produktion vollkommen unterging. Das hat sich der einst erfolgreiche Regisseur wohl anders vorgestellt.
 
 
amphibious-3d-bild-2
 
 
AMPHIBIOUS 3D verbeugt sich vor jenem Jahrzehnt, in dem BRAIN YUZNA bleibenden Eindruck hinterlassen hat. Es ist der naive und experimentierfreudige Charme der 1980er, die der Angstmacher in diesem Monsterspektakel Revue passieren lässt. Der Horrorspaß ist zwar neuerem Datum, schaut aber herrlich Old School aus. Generation Facebook dürfte das wohl eher mäßig beeindrucken, denn von ernster Horrorware, wie sie heutzutage immer öfters über die Mattscheibe flimmert, ist AMPHIBIOUS 3D mächtig weit entfernt. Der Film nimmt sich zu keiner Minute ernst. Das beweist bereits der kreative Prolog, der an einen zum Film gewordenen Comic erinnert und dem Zuschauer zu verstehen gibt, dass hier weniger ernstzunehmender Terror und ausgefeilte Spannung im Mittelpunkt steht, sondern Spaß am überzogen dargestellten Horror. Damit bleibt er jener Handschrift treu, die bereits Yuznas Filme RE-ANIMATOR oder RETURN OF THE LIVING DEAD 3 einzigartig gemacht hat.
 
 
amphibious-3d-bild-1
 
 
Apropos auszeichnen. AMPHIBIOUS 3D bereitet nicht nur eine Menge Spaß durch Creature-Trash und experimentiert mit dreidimensionaler Effekte-Flut; der Streifen überrascht mit ansprechender Akustik. Theatralische Klänge lassen aufhorchen. Immer dann, wenn das prähistorische Etwas auftaucht, wummern Trompeten und Trommeln aus allen Lautsprecherboxen. Sound-Fetischisten kommen auf ihre Kosten, denn die kraftvolle Sound-Abmischung sorgt für Begeisterung. Neben dem Score lässt vor allem das Erscheinen der Kreatur Heimkinoanlagen arbeiten. Erscheint endlich das Filmmonster auf dem Bildschirm knarrt, donnert und zischt es von allen Seiten. Das fordert heimische Surround-Systeme, denn Tontechniker haben ganze Arbeit geleistet. Zumindest diesbezüglich steht AMPHIBIOUS 3D aktueller Dutzendware aus Hollywood in nichts nach. Leider ist nicht alles Gold was glänzt. Beschränktes Budget weist nämlich in die Schranken. Bei den Spezialeffekten musste gespart werden. So sieht der Zuschauer in erster Linie, wie sich die Kreatur mit Gliedmaßen durch Bootswände stampft und bohrt. Der Einsatz von handgemachten Effekten lässt Nostalgiker schwärmen, macht aber ungeduldig, weil sich Yuzna bis zum Ende Zeit lässt, sein Monster zu zeigen. Warum das so ist, wird am Ende deutlich. Wegen kleinem Budget musste auf CGI zurückgegriffen werden. So bekommt der Zuschauer das Wesen erst im Finale in ganzer Pracht zu sehen. Dennoch enttäuscht Gezeigtes. Sonderlich schlau ist das Ding nämlich nicht. Im Schlusskampf beginnt es wirr und planlos zu Zappeln. Dementsprechend schnell wird es dann auch überwältig und in die Schranken gewiesen. Die Computereffekte sind zwar bei Weitem professioneller umgesetzt und heben sich vom meisten Computer-Schlamassel aus den ASYLUM-Studios ab; dennoch möchte man das Gefühl nicht loswerden wollen, dass man wegen fehlender finanzieller Mittel viele kreative Ideen nicht umsetzen konnte. Bedauerlich. Geld kann manchmal ein Arschloch sein.
 
 
amphibious-3d-bild-3
 
 
 


 
 
 

AMPHIBIOUS 3D – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Naiv, spaßig und kurzweilig. Mit AMPHIBIOUS 3D hat es Kult-Regisseur BRIAN YUZNA geschafft, endlich mal wieder einen Film ins Wohnzimmer zu bringen, der sich an die Erfolgswerke des Filmemachers in den 1980ern orientiert. Das bedeutet: netter Old School Horror mit soliden Spezialeffekten und jeder Menge Spaß. Vergleicht man die frühen Werke des Regisseurs mit AMPHIBIOUS 3D ist dieses Horror-Spektakel zwar weit von Genre-Meilensteinen wie RE-ANIMATOR entfernt; dennoch besitzt AMPHIBIOUS 3D hohen Unterhaltungswert – insofern man ein Herz für Monster-Trash besitzt. Yuzna erinnert mit seinem Monsterfilm an die Liga grotesker Monsterklassiker wie GODZILLA und verbeugt sich mit seiner liebevollen Hommage ehrfürchtig vor den ganz großen Kultfilmen innerhalb genannten Subgenres. Wer demzufolge mit den Filmen des BRAIN YUZNA aufgewachsen ist, sollte definitiv einen Blick riskieren.
 
 
 


 
 
 

AMPHIBIOUS 3D – Zensur

 
 
 
AMPHIBIOUS 3D ist keine Schlachtplatte. Hierbei handelt es sich um einen traditionellen Monsterfilm. Dabei steht die Kreatur selbst im Mittelpunkt. Ausufernde Splattermomente sind überschaubar. Der Stachel des Monsters durchbohrt Körper. Zudem wird eine Figur zerteilt. Hierzulande gab es für den Film eine FSK16 – ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

AMPHIBIOUS 3D – Deutsche Blu-ray

 
 
 
AMPHIBIOUS-3D

(c) MIG Filmgroup

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Amphibious; Indonesien | Niederlande 2010

Genre: Horror, Thriller, Komödie

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Keine

Bild: 1.85:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 87 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Trailershow, Trailer

Release-Termin: 22.02.2013

 
 
 

Amphibious 3D (inkl. 2D-Version) Blu-ray ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

AMPHIBIOUS 3D – weitere Veröffentlichungen

 
 
 
Neben der Einzelveröffentlichung findet man AMPHIBIOUS 3D auch noch in diversen Filmzusammenstellungen, wie der MEGA MONSTER COLLECTION oder der MONSTERS FROM HELL COLLECTION. Darin sind meist mehrere Monsterfilme enthalten. Für Fans dieser Streifen eine lohnende Investition – zumal diese Kolletionen für einen recht kleinen Preis zu haben sind.
 
 

monster-from-ehll-collection-bluray(1)

(c) Eurovideo Medien

Monsters From Hell Collection [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

mega-monster-collection-dvd

(c) KNM Home Entertainment GmbH

Mega Monster Collection [2 DVDs] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

AMPHIBIOUS 3D – Trailer

 
 
 


 
 

Hellraiser80/ Marcel Demuth

 
 
 
Ähnliche Filme:
 
Im Land der Raketenwürmer (1990)

Das Relikt (1997)

Godzilla (2014)

Filmreview: „Straw Dogs – Wer Gewalt sät“ (2011)

 

Und weiter geht die Remake-Maschinerie, auf das auch weiterhin altbekannte und beliebte Genrestoffe platt aufbereitet und auf Hochglanz poliert, den ein oder anderen Dollar oder Euro an den Kinokassen einspielen. Da im Grund genommen in letzter Zeit so fast jeder populäre Horrorfilmstoff für eine Neuinterpretation herhalten musste, scheinen den „Recycle-Studios“ so langsam die Vorlagen auszugehen, sodass man sich nun bereits schon weniger bekannter Thrillerperlen bemächtigen muss.

 

Vergangenheitsbewältigung:

Amy und ihr Mann, der Drehbuchautor David, kehren zurück in Amys Heimatort.

Dort möchten sie Amys altes Familienanwesen auf Fordermann bringen, um es nun nach dem Tod ihres Vater gewinnbringend zu verkaufen.

Doch die anfängliche Freude der Dorfbewohner über Amys Rückkehr schlägt alsbald in Hass um, als David den geistig behinderten Niles aufnimmt, der von den Dorfbewohnern des Mordes an einer Schülerin beschuldigt wird. 

 

Nach Getaway (1972) hat es nun ein weiteres Werk aus der Regiefeder Sam Packinpah´s, neu aufbereitet, zurück auf die Kinoleinwand geschafft.

Schon, als ich vor einigen Monaten in einschlägigen Filmforen lass, dass Packinpahs Klassiker „Straw Dogs – Wer Gewalt sät“(1971) einer Frischzellenkur unterzogen werden sollte, sträubten sich mir die Nackenhaare.

Aber, zu meiner Überraschung ist das Remake zu „Straw Dogs“ ganz passabel ausgefallen und lohnt durchaus (zumindest auf DVD/ Blu-ray) gesehen zu werden. Überraschenderweise setzt „Straw Dogs“ (2011) nicht auf selbstzweckhafte Darstellung von Grausamkeiten mit dem Holzhammer, wie man es vermutlich im Jahre 2011 erwartet hätte. Die Neuverfilmung hält sich, ebenso wie das Original aus dem Jahre 1971, mit der Zurschaustellung von roher und drastischer Gewalt deutlich zurück, und setzt vielmehr auf psychologisch Härte und unterbewusstest Unbehagen und stellt sich ebenso wie das 71er Original die Frage, inwieweit Menschen in Extremsituationen zu uneingeschränktem Gewaltpotenzial fähig sein können.

Sicherlich erreicht Rod Luries´s Neuinterpretation in keinster Weise die skandalträchtige, rohe und kontroverse Grundstimmung des Originals. Dafür ist das Remake einfach zu glattpoliert, zu durchgestylt und zu belanglos ausgefallen, die Charaktere aufgrund ihrer seelenlosen Darstellung beliebig austauschbar.

Trotzdem, wer das Original nicht kennt, dürfte dennoch 100 Minuten satt und spannend unterhalten werden. Wobei sich „Straw Dogs“ (2011) ebenfalls, wie das 71er Original, in seiner Erzählweise sehr viel Zeit nimmt, die diversen Konfliktpfade auf- und auszubauen, um den Zuschauer letztendlich auf das kontroverse Ende vorzubereiten.

Leider schafft es das Remake dennoch nicht vollends zu überzeugen. Zu unglaubhaft ist die Zuspitzung des Konfliktes dargestellt. Bis auf Filmlegende James Woods, spielen die übrigen Protagonisten solide, verblassen aber deutlich in ihrer unbedeutenden und gesichtlosen Darstellung. James Woods Rolle als betrunkener Coach, der fanatisch immerzu um das Wohlergehen seiner Tochter bangen muss, spielt herausragend und ist definitiv einer der wenigen Pluspunkte der Neuverfilmung.

Der wirklich größte Störfakor der Neuverfilmung findet sich jedoch in der Besetzung der Hauptrollen wieder.

Dort hat man vermutlich aus Marketinggründen auf allseits bekannte Gesichter erfolgreicher TV-Serien gesetzt, um ein vorwiegend jugendliches Publikum in die Kinos zu locken.

Die makellose Optik und die durchtrainierten Astralbodies dürften der MTV-Pop-Generation sicherlich gehörig munden, beeindruckt aber alte Filmhase nicht.

 

 

Fazit 7/10 Punkte

 

1:0 für das Original!

Das Remake ist sicherlich kein Meilenstein der Filmgeschichte und erfindet das Rad auch nicht neu, hat aber dennoch Potenzial, Nichtkenner der Packinpah Vorlage, zu fesseln.

Sieht man einmal von den oberflächlich skizzierten Charakteren ab und lässt die vollkommen (gerade gegen Ende hin) unglaubhaften Handlungsstrukturen außer Acht, dürften sich sogar alteingesessen Filmfans kurzweilig unterhalten fühlen.

 

Hellraiser80

Filmreview: „The Thing“ (2011)

 

Bei seinen Forschungen entdeckt ein norwegisches Forscherteam in der Antarktis eine, im Eis begrabene, seltsame Lebensform.

Erfreut über den Spektakulären Fund wird alsbald das Wesen untersucht.

Unglücklicherweise gelingt des dem, eigentlich für tot geglaubten „Ding“, zu fliehen und während seiner Flucht einige Forscher des Teams auf grausame Weise zu töten. Doch was will das Wesen und woher kommt es?

 

 

Vor fast 30 Jahren entstand unter der Regie von John Carpenter einer der ganz großen Science Fiction Klassiker unserer Zeit: „Das Ding aus einer anderen Zeit„.

Im Jahre 1982 als jämmerlicher Sommer-Kinoflop im Kino gestartet mauserte sich der unterschätzte Schocker im Laufe der Jahre zu einem wahren Geheimtipp unter Filmfans und erhielt erst Jahre später die Aufmerksamkeit und die Lobpreisungen, die er eigentlich bereits schon bei seinem Erscheinen verdient hätte.

Jetzt, fast 30 Jahre später, pünktlich zum 30.jährigen Jubiläum erscheint mit „The Thing“ die eigentliche Vorgeschichte des 80er Jahre Kultfilms.

Dabei lässt sich der aktuelle Reboot, weniger als Vorgeschichte betrachten, sondern schwimmt vielmehr auf der, aktuell so beliebten, „Remake“-Welle wohlvergnügt mit und bietet leider nur ungenügend eigene, neue Ideen.

Trotz aller Kritik kann man bei „The Thing“ dennoch sagen, dass es sich um einen sehr rasant und flott erzählten Sci-Fi-Horrorschocker handelt und das der Reboot definitiv (insofern man die eigenen Erwartung hinsichtlich der Vorlage zurück schraubt) sehenswert ist.

Das, was der Fan des Originals erwartet, bietet die Neuinterpretation in leicht abgeschwächter Form: ekelhafte Metamorphosen, klaustrophobische Grundstimmung und ausgewalztes „Wer hat das Ding in sich“-Raten.

Im Vergleich zum Original zieht das Prequel dennoch in allen belangen den Kürzeren. Waren Carpenters Spezialeffekte in der 1982er Version noch spektakulär, handgemacht und wegweisend, so sind die Monstereffekte zwar in der aktuellen Version immer noch schön widerlich anzuschauen. Die Tatsache jedoch, das der „The Thing“-Reboot vordergründig ausschliesslich von seinen ekelhaften Effekten lebt und das diese leider in einigen Sequenzen sehr künstlich nach aufdringlichen CGI-Effekten ausschauen, hinterlässt einen sehr faden Beigeschmack. Gerade in Zeiten ausgereifter Spezialeffekt-Technik dürften derartige Patzer nicht mehr passieren, bedenkt man was dem Reboot für ein ausgiebiges Budget zu Grunde lag und was eigentlich dabei herauszuholen gewesen wäre, dann ist das was man letztendlich aus dem Effekte-Sektor sieht mehr als ernüchternd.

Vergleicht man Carpenters Effektszenen im Original, die aufgrund des überschaubaren Budget rar, aber wenn dann beeindruckend in Szene gesetzt wurden, so ist das Effektszenario in der 30 Jahre späteren Version von „The Thing“ schon eine gehörig enttäuschende Lachnummer.

Auch in der Charakterzeichnung- und Entwicklung gibt’s es in aktueller Version richtig fiesen „Leerlauf“, denn der Großteil der Protagonisten sind einzig nur dafür in die Szenerie eingebaut worden, um schnellstmöglich auf unangenehme Weise über den Jordan gejagt zu werden. Und das ist leider das größte Ärgernis dieser Neuinterpretation.

Außer diversen Monsterekeleffekten, einem sehr an das Original angelehnten Soundtrack und recht flotten Actionsequenzen bietet der Film leider nix nennenswertes. Irgendwie haben es die Drehbuchschreiberlinge scheinbar verpasst, neben Action und Monster satt, wichtige Dialogsequenzen mit in das Geschehen einzubinden, um überhaupt irgendein Mitgefühl für die Leittragenden und vom „Ding“ befallenen Protagonisten zu entwickeln. Somit dürfe es dem Zuschauer letztendlich auch egal sein, wenn einer nach dem anderen, der gesichtlosen Charaktere das Zeitliche segnet.

Trotzdem, wer seine Erwartungen gänzlich zurückschraubt, Carpenters Version für satte 90 Minuten außer Acht lässt und sich auf sinnfreie und actionorientierte Monsterhatz einstellt, der dürfte dennoch sauber unterhalten werden. Die Verknüpfung des Prequels zum Original-„The Thing“ und die Erklärungsversuche um die Herkunft des „Dings“ geben zwar Logische Schlüsse, sind aber leider Gottes recht unkreativ und unspektakulär „ersponnen“ worden.

 

 

Fazit 7/10 Punkte

 

Action und Ekeleffekte satt. Popcorn-Kino in seiner Reinform.

Vergleiche zum Original sind hier überflüssig. Vergessen wir einfach mal für 90 Minuten, dass es eine deutliche „bessere“ Vorlage dieses Sci-Fi-Schockers gibt.

 

Hellraiser80

Weitere Auflage von „Night of the living Dead“ erscheint

Nach unzähligen mehr oder weniger brauchbaren und gefühlten 1000 DVD-Auflagen erscheint nun am 28.10.2011 eine weitere Version des Kultklassikers auf Blu-ray und DVD.

Da die bereits erhältliche Blu-ray eines Billiglabels für die Tonne gewesen ist, beschenkt uns SPLENDID nun mit eine hoffentliche bessere Auflage des Klassikers auf Blu-ray.

Demnach soll die Mutter aller Zombiefilme im hübschen Digipack, Postkarten und ordentlich Bonus erscheinen. Natürlich wurde auch das Bild restauriert, sowie der Ton in HD-würdiger Qualität aufgepimpt (dt./engl. HD 5.1).

Der Film selber wird ungeschnitten sein.

Lassen wir uns überraschen.

Hellraiser80