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Beiträge mit Schlagwort “klaustrophobische Thriller

Filmkritik: „[Cargo]“ (2018)

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[CARGO]

Story

 
 
 

Ein Geschäftsmann wurde in einen Container gesperrt und muss nun versuchen einen Weg aus dem Gefängnis zu finden.


 
 
 


 
 
 

[CARGO] – Kritik

 
 
 
Gute Menschen kommen in den Himmel, böse hingegen in einen Cargo-Container. In diesem Film bekommt es Mister Peterson mit der Angst zu tun. Der wacht eines Tages auf und findet sich im Inneren eines Frachtcontainers wieder. Die Türen sind verschlossen und der einzige Kontakt nach außen ist mittels Handy möglich. Das hat man dem älteren Herren mit ins ungemütliche Gefängnis gelegt, damit er eine Aufgabe erfüllen kann. So fordert ihn ein unbekannter Anrufer auf irgendwie zehn Millionen Dollar zu beschaffen. Schafft er es binnen 24 Stunden nicht das Geld aufzutreiben, stirbt erst die Ehefrau und anschließend er selbst. Eigentlich ein einfaches Unterfangen für den korrupten Geschäftsmann. Leider gestaltet sich die Beschaffung des Geldes schwieriger als erwartet. Da tickt die Zeit und das Leben von Herrn Peterson hängt am seidenen Faden.
 
 
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Von schlechten Menschen, die feststellen müssen, dass man Freundschaft nicht einfach mit Geld kaufen kann. Diese Erkenntnis muss auch unser garstiger Hauptdarsteller machen, der in [CARGO] eine Lektion lernen soll. Zwar ist Kontakt nach Außen möglich, doch irgendwie wollen vermeintliche Freunde nicht kooperativ sein. Das hat seinen Grund, wie sich im späteren Verlauf herausstellen wird. Unser Antiheld hat es sich nämlich durch seine selbstsüchtige Art mit den Leuten verscherzt, weshalb die nun einen Teufel daran tun, dem Herren zu helfen. [CARGO] ist ein ziemlich einfältiges Filmchen, bei dem das Setting eigentlich egal ist. Die Klaustrophobie und die Enge des Gefängnisses wird nicht für Panikmacherei ausgenutzt. Stattdessen bekommt der Zuschauer hier eine Art Hörspiel vor die Linse, in dem ein Mann knapp 80 Minuten mit einem Handy telefonierend durch einen Container läuft und irgendwie versuchen muss einen Weg aus dem dunklen Knast zu finden. Das ist ziemlich anstrengend – einerseits, weil man der gesamten Laufzeit über mehr oder weniger gehaltvollen Telefonaten lauschen muss. Andererseits ist das Schauspiel des Hauptdarstellers auch nicht unbedingt das Gelbe vom Ei. Der quält mit penetrantem Overaction durch die Handlung und erntet zu keinem Moment Sympathien.
 
 
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Fehlendes Mitgefühl für den Helden ist im Falle von [CARGO] das größte Problem. Regisseur JAMES DYLAN kümmert sich einen Deut um das Schicksal des eingesperrten Geschäftsmanns. Der wird gleich zu Beginn als Bösewicht entlarvt. Demzufolge stellt sich beim Zuschauer Gleichgültigkeit ein, was sich auch im Spannungsbogen bemerkbar macht. Der ist nahezu kaum vorhanden, weil weder Identifikationsmöglichkeiten vorhanden sind, noch Bindung zum Protagonisten aufgebaut werden kann. Das allein weckt Desinteresse am Fortgang der Geschichte, was die Sichtung von [CARGO] zum Geduldsspiel macht. Vielleicht wäre es hier besser gewesen, man hätte den Spielfilm in einem Kurzfilm verwandelt und das Ergebnis zum Segment einer Horror-Anthologie gemacht. Dort wäre die bitterböse Handlung von [CARGO] vermutlich besser untergekommen. In der vorliegenden Form ist dieser Thriller leider genauso raffgierig wie sein Hauptdarsteller, weil er nur ein Ziel verfolgt: irgendwie dem Zuschauer das Geld aus der Tasche ziehen, aber nichts sonderlich Brauchbares dafür zurückgeben.
 
 
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[CARGO] – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
 
Düsterer Überlebensthriller mit belehrender Pointe. Dieser günstig gedrehte Möchtegern-Thriller ist weit weg von den Qualitäten ähnlich gestrickter Filme, wie BURIED, DETOUR oder SUBMERGED. [CARGO] ist Indie-Horror, den man nicht unbedingt im Player haben will – aber leider zu oft ungefragt aufgetischt bekommt. Die musikalische Untermalung ist nervtötend, das Schauspiel zweckmäßig und die semiprofessionelle Inszenierung verursacht bei erfahrenen Zuschauern Gänsehaut. [CARGO] ist das Debütwerk eines Newcomers – und das merkt man auch. Offenbar erhofft sich Regisseur JAMES DYLAN damit den Sprung ins Filmgeschäft. Problem: der Erstling ist ein Rohrkrepierer und ein langweiliger dazu obendrein. Warum versuchen sich Nachwuchsregisseure nicht mal an Geschichten aus, die man so noch nicht auf der Mattscheibe hatte. Im Zuge der Horrorfilm-Übersättigung ist das wohl auch der einzige Weg, um irgendwie im Gedächtnis bleiben zu können. [CARGO] dagegen ist so einfältig, wie die Dreistigkeit mit der er dem Zuschauer kostbare Lebenszeit rauben möchte. Wem daher die wenige freie Zeit wichtig ist, die ihm nach einem langen Arbeitstag überbleibt, sollte diese Schlaftablette besser meiden. Lebenszeit ist einfach zu kostbar für schlechte Horrorfilme.
 
 
 


 
 
 

[CARGO] – Zensur

 
 
 
[CARGO] hat eigentliche keine schlimmen Szenen zu bieten. Der Protagonist muss sich kurz mit einer Zange Zähne ziehen, um den Lösegeldbetrag herunterhandeln zu können. Das wars. Hierzulande dürfte eine FSK16 drin sein – insofern [CARGO] hierzulande überhaupt einen interessierten Rechteinhaber finden sollte.
 
 
 


 
 
 

[CARGO] – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Wild Eye Releasing)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Buried – Lebend begraben (1990)
 
Buried (2010)
 
Wrecked – Ohne jede Erinnerung (2010)
 
Detour – Gefährliche Umleitung (2013)
 
Monolith (2016)
 

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Kritik: „Submerged – Gefangen in der Tiefe“ (2015)

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SUBMERGED

Story

 
 
 
Eine Limousine samt Fahrgästen landet nach einem Unfall im See und wird vom Wasser umschlossen. Für die Insassen ein Albtraum, beginnen die alles Mögliche zu unternehmen, um an die Oberfläche zu kommen.

 
 
 


 
 
 

SUBMERGED – Kritik

 
 
 
Ein weiterer Film aus der Mache von STEVEN C. MILLER. Der machte in den vergangenen Jahren mit viel Horror aufmerksam. Auf sein Konto gehen Genrestreifen, wie der psychologische UNDER THE BED und das Remake SILENT NIGHT. Aber auch mit Home-Invasion kannte sich der amerikanische Regisseur bestens aus und inszeniert souverän THE AGGRESSION SCALE – ein harter Thriller mit viel Mord und Totschlag. Am Thrillerfach schien der Regisseur wohl Gefallen gefunden zu haben, denn auch das aktuelle Schaffen hat mit Horror kaum noch etwas am Hut. SUBMERGED nennt sich Millers aktueller Adrenalinkick, der von seinen Figuren einiges abverlangt. Die müssen den gesamten Film über in einer Limousine ums Überleben bangen, die von Kriminellen in einen See gedrängt wurde und nun unter Wasser treibt. Was folgt sind falsche Verdächtigungen und viel Gejammer, denn in klaustrophobischer Enge verliert man schnell Respekt und gute Manieren.
 
 
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Keine rosigen Aussichten für Chauffeur Matt (JONATHAN BENNETT), der am Totenbett des Vaters noch versprach auf den jüngeren Bruder zu achten. Leider ist das Leben oft grausam, denn der kleine Bruder nimmt sich das Leben und lässt Matt mir Kummer und Fragen zurück. Viel Zeit für die Suche nach Antworten bleibt nicht, denn die besten Freunde entführen den geknickten Ex-Soldaten in einen Club, damit er wieder auf andere Gedanken kommen kann. Leider endet die feierfreudige Samstagabendsause im Desaster. Gerade als Matt die Kumpels mit der Limousine nach Hause fahren möchte, wollen dunkle Gestalten nichts Gutes. Sie drängen das Auto von der Fahrbahn in einen See. Schnell bricht Panik unter den Fahrgästen aus, doch der Tod meint es vorerst gut mit den Freunden. Das luxuriöse Fahrzeug verfügt nämlich über Plexiglas-Fenster und wasserundurchlässige Karosserie. Leider bereitet der Sauerstoffverbrauch Sorgen, denn Luft wird bald knapp.
 
 
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Konzentration ist gefragt, denn SUBMERGED besitzt keinen linearen Erzählfluss. Regisseur STEVEN C. MILLER wechselt unermüdlich zwischen den Zeitebenen. So wird dem Zuschauer in Rückblenden erklärt, wie es letztendlich zum Unfall gekommen ist und welch Familienträgöde Filmheld Matt durchleben musste. Erst in den letzten 20 Minuten setzt der Film da an, wo er begonnen hat. So beginnt man im Wettlauf gegen die Zeit nach einem Ausweg zu suchen, um in letzter Sekunde einem nassen Grab entkommen zu können. Leider war der pure Überlebenswille aller Protagonisten für Drehbuchschreiber SCOTT MILAM nicht spektakulär genug. Der ging einen Schritt weiter und ergänzte den klaustrophobischen Überlebenskampf um einen überflüssigen Rattenschwanz – Filmtwist inklusive.
 
 
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Natürlich können einige der Fährgäste entkommen. Was folgt ist Schwachsinn, denn das Spiel mit menschlichen Urängsten wird Dank Drehbuchautor SCOTT MILAM zur sinnbefreiten Geiselnahme umfunktioniert, während der sich Opfer wie Täter (u.a. ein Wiedersehen mit MARIO VAN PEEBLES) so dämlich verhalten, dass man SUBMERGED keinesfalls ernst nehmen kann. Deren Verhaltensmuster und Denkansätze wirken so unplausibel und dämlich, dass es Feingeistern viel Spaß bereiten dürfte, die vielen Logiklöcher im zu konstruiert geratenen Plot zu zählen. Doch damit nicht genug. Als ob man’s geahnt hätte, verwandelt sich Filmheld Matt am Ende zum Superhelden. Der wirbelt das Schießeisen kunstvoll durchs Bild und zeigt allen Fieslingen was eine Harke ist. Sonderlich originell ist das nicht, zumal die vielen hölzernen Klischees das Niveau des ohnehin hanebüchenen Streifens schneller sinken lassen, als die Limousine im Film gen Seeboden treibt. Das stößt vor allem jene vor den Kopf, die bisher viel von Regisseur STEVEN C. MILLER gehalten haben, schließlich hat der Filmemacher zuvor bewiesen, dass er eigentlich ein talentiertes Händchen für knallharte Thriller besitzt. Enttäuschend.
 
 
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SUBMERGED – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Ein Thriller-Desaster auf Hochglanz gebügelt. Horrormacher STEVEN C. MILLER wandelt auf ungewohnten Pfaden. Statt Horror steht nun Suspense auf der Umsetzungsagenda. Entstanden ist der erste Film des Regisseurs, der rein gar nichts mit Horror am Hut hat. Leider handelt es sich bei Millers ersten, waschechten Ausflug ins Thrillerfach um den schwächsten Beitrag des ambitionierten Filmemachers. SUBMERGED schimpft sich dessen Machwerk, das nach einem gelungenem Auftakt und vielen klaustrophobischen Momenten unbeholfen zwischen verschiedenen Genres umherirrt und am Ende irgendwie die Orientierung verliert. Oftmals kann man sich dem Gefühl nicht entziehen, als habe Drehbuchautor SCOTT MILAM (hat auch das Drehbuch zum Folter-Remake MUTTERTAG verbrochen) versucht zwei Filme in einem unterzubringen. So verwandelt sich die Flucht aus einem versunkenen Auto in halsbrecherisches Entführungskino, dessen Ernsthaftigkeit zu keiner Minute hinterfragt werden sollte, denn sonderlich viel Hirn steckt weder in Drehbuch noch in den Köpfen der Figuren. Unterm Strich ist SUBMERGED zwar ein ästhetisch gefilmter Thriller, der aber keinesfalls widerspiegelt, welch großes Potenzial eigentlich in Regisseur und Angstmacher STEVEN C. MILLER schlummert. Für Miller eine vergeudete Chance. Der hat mit SUBMERGED wohl versucht, dem ihm aufgezwungenen Ruf des Horrorfilmmachers abzuschütteln. Wir meinen: Schuster, bleib bei deinem Leisten.
 
 
 


 
 
 

SUBMERGED – Zensur

 
 
 
Es gibt einige kurze Gewaltmomente zu sehen. Eine Filmfigur wird mit einem Gegenstand erstochen. Zudem treiben einige Leichen im Wasser und im Finale wird Gewehrmunition in menschliche Körper gejagt. Für Gewaltfans bietet SUBMERGED leider nur wenige Schauwerte. Die FSK hat dafür eine Jugendfreigabe erteilt: FSK16.
 
 
 


 
 
 

SUBMERGED – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) PIERROT LE FOU

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Submerged; USA 2015

Genre: Thriller, Drama

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.78:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 101 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Trailer

Release-Termin: 07.10.2016

 

Submerged – Gefangen in der Tiefe [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

SUBMERGED – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Detour – Gefährliche Umleitung (2013)
 
Event 15 (2013)
 
Hot 247° F – Todesfalle Sauna (2011)
 
Elevator (2011)
 
Buried – Lebend begraben (2010)
 
Cube (1997)
 
Panic Room (2002)
 


Filmreview „Event 15“ (2013)

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EVENT 15

Story

 
 
 
Nach einem Kriegseinsatz im Nahen Osten befinden sich drei ehemalige Soldaten in psychologischer Behandlung, um Erlebtes besser verarbeiten zu können. Als sie in den Fahrstuhl eines medizinischen Zentrums der amerikanischen Armee einsteigen ahnen sie noch nicht, welch Unheil ihnen blühen wird. Der Lift bleibt stecken und die drei Ex-Soldaten geraten in Panik …
 
 
 


 
 
 

EVENT 15 – Kritik

 
 
 
ACHTUNG: Kritik beinhaltet einige SPOILER!
 
 
 
Wenn drei Menschen in einen Fahrstuhl einsteigen und überraschend stecken bleiben passiert eigentlich oft das, was der Filmfan bereits aus Streifen wie ELEVATOR oder DEVIL kennt. Meist geraten die Fahrgäste in Panik, die Situation spitzt sich zu und die Steckengebliebenen wollen nur noch eines: raus. Ganz neu ist die Geschichte von EVENT 15 demnach nicht, denn auch hier folgt das Geschehen der gleichen Panikmacherei, die man bereits in ähnlichen Filmen gesehen hat. Damit der Thriller aber länger in Erinnerung bleibt streut Regisseur MATTHEW THOMPSON Gesellschaftskritik in die Handlung. So hat der Zuschauer nach Sichtung noch etwas Zündstoff um über Gesehenes diskutieren zu können. Das Posttraumatische Stress-Syndrom von Soldaten wird in EVENT 15 zum Thema gemacht. Für viele von denen beginnt die eigentlich Aufarbeitung des Erlebten erst dann, wenn sie nach dem Krieg nach Hause zurückkehrt sind und versuchen müssen, das bisher gewohnte Leben fortzuführen. Schenkt man den Studien glauben sterben mehr ehemalige Kriegsteilnehmer durch Selbstmord, als im aktiven Kriegsgeschehen, weil psychologische Unterstützung allein nicht mehr ausreicht, um die schrecklichen Kriegserlebnisse verarbeiten zu können. Ein schwerwiegendes Problem, dem bisher nur wenig Beachtung geschenkt wurde, das aber zunehmend an Brisanz gewinnt. Umso lobenswerter, dass sich MATTHEW TOMPSON der Problematik angenommen und darüber einen Film gedreht hat. Ob die Umsetzung in Form eines Psycho-Thrillers jedoch gut überlegt gewesen ist bleibt fraglich, denn sein EVENT 15 benutzt die heikle Traumathematik nur als Alibi-Funktion, um daraus einen reißerischen und teils auch abstrusen Psychotrip zu zaubern.
 
Die Geschichte von EVENT 15 handelt von den Soldaten White (JENNIFER MORRISON), Diego (STEPHAN RIDER) und Oldsman (JOSH STEWART), die soeben von einem Einsatz im Nahen Osten zurückgekehrt sind und dort Schlimmes erlebt haben. In einem medizinischen Zentrum der amerikanischen Armee sollen nun deren psychische Belastungsstörungen mit Pharmazeutika und Therapiesitzungen behandelt werden. Als wäre das für die drei nicht alles schon belastend genug, bleibt der Lift des Gebäudes stecken und die ehemaligen Rekruten erfahren aus der Gegensprechanlage, dass sich die Stadt soeben im Ausnahmezustand befindet. Washington D.C. wurde Ziel eines nuklearen Terroranschlags und elektrische Gerätschaften funktionieren nicht mehr. Als den drei Soldaten auch noch von einer Wolke mit radioaktivem Gas berichtet wird, die sich in rasender Geschwindigkeit dem Gebäude nähert, bricht unter den Steckengebliebenen Panik aus. Vor allem Oldsman bereitet Probleme. Der Einzelgänger stößt schnell an seine psychischen Grenzen. Die traumatischen Erfahrungen im Krieg haben ihn zu einer unaufhaltsamen Killermaschine werden lassen, die für die beiden anderen Gefangenen zur tödlichen Gefahr wird.
 
Auch wenn die ernstzunehmende Problematik vom Kriegstrauma bei Ex-Soldaten im Falle von EVENT 15 etwas sehr geschmacklos anmuten will, wurde der Streifen zumindest handwerklich durchaus souverän umgesetzt. Die Handlungspalette ist aufgrund des beschränkten Settings enorm eingeschränkt. Dennoch schafft es Macher MATTHEW TOMPSON ein ziemlich bedrückendes Gefühl zu entwickeln, das zusätzlich durch die Enge des Liftes und die bewusst in grau-braun gehaltene, sterile Optik verstärkt wird. Die anfängliche Panik schaukelt sich in Rage, wobei mit Soldat Oldsman auch noch ein höchst aggressiver Zeitgenosse ins Drehbuch gekritzelt wurde, der mit JOSH STEWART erschreckend beängstigend besetzt ist. Der verhält sich alles andere als normal, sorgt für Konflikte innerhalb der ohnehin schon verängstigten Gruppe und offenbart mehr als deutlich, dass ihn das Krieggeschehen nachhaltig geprägt hat. Für ihn hat sich Gewalt als Mittel zum Zweck entwickelt, um selbst einfach Konflikte schnell lösen zu können. Das bekommen die Übrigen am eigenen Leib zu spüren, denn schnell kommt ein Messer zum Einsatz, das die angespannte Situation eskalieren lässt. Leider ist die Auflösung des gesamten Treibens schon mehr als makaber und angesichts aktueller Geschehnisse als äußerst fragwürdig zu betiteln. Hinter dem Ganzen steckt das amerikanische Militär, das die traumatisierten Kriegsheimkehrer für ein Experiment missbraucht. Natürlich gibt es keinen Terroranschlag und auch die radioaktive Gaswolke wird durch harmlosen Qualm simuliert. Als die Situation außer Kontrolle gerät sollen die unfreiwilligen Probanten getötet werden. Dass Sympathieträgerin White am Ende überlebt und die Machenschaften der Enrichtung an die Öffentlichkeit bringen will überrascht da wenig, schließlich sucht man in EVENT 15 ganz oft nach Glaubwürdigkeit, die STEWART in seinem klaustrophobischen Suspense-Ding etwas arg vernachlässigt hat.
 
 
 


 
 
 

EVENT 15 – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Beklemmend klaustrophobisches Kammerspiel in der Machweise von DEVIL, CUBE und ELEVATOR. Die kontroverse Ausgangssituation von Posttraumatischem Stress bei Kriegsheimkehrern wird in EVENT 15 (der in Frankreich als TRAUMA und in den USA als ALPHA vermarktet wird) nur als Alibi-Funktion genutzt, um einen reißerischen Psycho-Thriller an den Filmfan zu bringen. Technisch ist das Ding ganz ordentlich umgesetzt und trotz teilweise unglaubhaften Handlungssträngen relativ kurzweilig geraten. Wem was an klaustrophobischen Trillern liegt wird hier ganz solide unterhalten. Fans stumpfer Gewalt kommen dagegen nicht auf ihre Kosten, denn EVENT 15 beschäftigt sich eher mit der Psyche seiner Protagonisten.
 
 
 


 
 
 

EVENT 15 – Zensur

 
 
 
In EVENT 15 gibt es keine Gewalt zu sehen. Außer einen Messerangriff bekommt man hier nix brutales vor die Linse. Demnach kann mit großer Wahrscheinlichkeit gesagt werden, dass EVENT 15 hierzulande ungeschnitten mit FSK16 in den Handel kommen wird.
 
 
 


 
 
 

EVENT 15 – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Elevator (2011)

Panic Button (2011)

 
ATM (2011)
 
Devil (2010)
 
Cube (1997)
 
Cube 2 (2002)