Filmreview: „The Underneath“ (2013)

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THE UNDERNEATH

Story

 
 
 
Wayne (Holt Boggs) und Jessi (Natalie Wilemon) sind frisch verheiratet und wollen ihre Flitterwochen mit einer Wanderung durch die unberührte Natur ausklingen lassen. Leider findet der erholsame Trip ein frühes Ende, denn das Paar landet auf der Speisekarte grotesker Höhlenwesen, die in Tunneln unter einem idyllischen See hausen …
 
 
 


 
 
 

THE UNDERNEATH – Kritik

 
 
 
Hurra, die Kreaturen aus THE DESCENT sind zurück. Okay, so in ähnlich, denn THE UNDERNEATH ist quasi die Billigversion des britischen Gruselhits aus dem Jahre 2005. Regisseur BRIAN T. JAYNES muss wohl ein großer Fan jener Höhlenkletterei gewesen sein, denn sein Schnellschuss gleicht in allen Belangen der durchaus sehenswerten Vorlage aus Großbritannien. Hier haben wir es mit Gestalten zu tun, die unter der Erde in Gängen hausen und ab und an mal Hunde und Menschen von der Erdoberfläche krallen, um sie dann genüsslich zu verspeisen. Taktisch klug scheint das traute Heim auch gewählt zu sein, denn das befindet sich nahe eines idyllischen Badesees, zu dem sich nicht selten ahnungslose Touristen verirren. Was würde die Welt nicht ohne jene Filmschaffende tun, die sich mit einer unbändigen Leidenschaft der Herstellung von Trash widmen. BRAIN T. JAYNES hat nämlich ein goldenes Händchen für Filme, die eigentlich keiner freiwillig sehen möchte. Er dreht, schreibt, schneidet und produziert fleißig eine Gurke nach der nächsten und scheint darin auch noch erfolgreich zu sein. Angefangen hat es anno 2010 mit einem Glanzstück sinnbefreiter Videounterhaltung. Der Monsterschund BOOGEY CREEK lies sich scheinbar gut ins Ausland verkaufen (sogar nach Deutschland), so dass der amerikanische Filmemacher gleich an zig weiteren Katastrophen werkeln und darunter auch mit dem erschreckend unterirdischen Zombieabfall HUMANS VERSUS ZOMBIES (2011) quälen konnte. Ganz so unterirdisch wie seine letzten Werke ist THE UNDERNEATH seltsamerweise nicht geworden, denn auch wenn hier mal wieder rigoros kopiert wurde und sogar die Story von Unterirdischen handelt, überzeugt das Creature-Feature mit solider Spannung.
 
Im Mittelpunkt steht ein verheiratetes, sympathisches Pärchen, das die Flitterwochen via Camping unvergesslich machen möchte. Natürlich treibt es die Verliebten an genau jenen Baggersee, unter dem hungrige Kreaturen hausen, die sich noch vom letzten Opfer die gefüllten Mägen streicheln. Fluchs rutschen die beiden in ein Erdloch und landen in einem riesigen Höhlenkomplex unter dem Gewässer. Gatte Wayne (HOLT BOGGS) prellt sich gleich mal die Haxen, so dass die Erkundungstour erschwert wird. Gut, dass Frau (NATALIE WILEMON) immer ihr Handy dabei hat. Das hat selbstverständlich drei Meter unter der Erdoberfläche keinen Empfang, lässt sich aber hervorragend als Taschenlampe verwenden. Es wird durch unterirdische Gewässer getaucht und sich durch enge Gänge gezwängt, bis man auf eine Scharr seltsam deformierte Menschen trifft, die scheinbar seit Ewigkeiten in den unterirdischen Höhlen leben.
 
Was man aus Pappe nicht alle machen kann. JAYNES hat aus dem Wunderstoff nicht nur die ganze Kulisse zaubern lassen; auch die Masken sehen verdammt nach Bastelbedarf aus. Zwar lässt sich eine gewisse Ähnlichkeit zu den Wesen aus NEIL MARSHALLS Höhlenschocker erkennen; viel Liebe zum Detail wurde hier aber nicht betrieben. Nichtsdestotrotz passt die Stimmung. Die ist trotz Gips und Styropor reichlich klaustrophobisch und sorgt vereinzelt sogar für ganz dezentes Herzklopfen. Wie es in THE DESCENT der Fall ist, krabbeln auch die Monster in THE UNDERNEATH kopfüber an der Höhlendecke entlang. Wie das mit bloßen Händen logisch zu bewerkstelligen ist, bleibt unbeantwortet, schließlich handelt es sich hier ja auch um einen Horrorfilm. Ebenso unklar bleibt, wie die Kreaturen unter die Erde gekommen sind und warum sie bisher unentdeckt blieben. Immerhin gibt es auch Monstersex zu sehen. Das lockert die bierernste Handlung auf und scheint den Wesen auch sichtlich Vergnügen zu bereiten, denn so ein Leben in permanenter Blind- und Dunkelheit dürfte auf Dauer arg aufs Gemüt schlagen. THE UNDERNEATH ist Low Budget Standard, so wie man ihn kennt. Die rudimentäre Handlung wird geradlinig nach Schema F abgedaddelt und ab und an gibt es Found Footage in Form eines Handytagebuchs zu sehen, denn Wackelcam liegt Jahre nach PARANORMAL ACTIVITY unverständlicherweise immer noch im Trend. Ansonsten bröselt es mal kurz von der Decke, damit das Tempo der überraschungsarmen Geschichte vorangetrieben wird. Light-Splatter gibt es in Form von Fressszenen und Kadavern übrigens auch zu sehen. Das erfreut das Splatterherz und hält natürlich bei Laune.
 
THE UNDERNEATH ist nix Großes. JAYNES hat hier einen kleinen, soliden Horrorausflug gedreht, den man sich gut und gerne als Appetizer gönnen kann. Sättigend ist das magere Horrorhäppchen natürlich nicht im Geringsten, bereitet aber für knapp eine Stunde unterhaltsame Kurzweil. Mit gerade einmal 65 Minuten Nettolaufzeit, ist THE UNDERNEATH jedoch ganz schön kurz geraten, was zwar angesichts der nahezu nicht vorhandenen Geschichte optimal gelöst wurde, aber für einen abendfüllenden Spielfilm eindeutig zu wenig ist. Hier hätte man sich mehr Konfrontationen mit den Höhlenbewohnern gewünscht, denn die treten recht überschaubar und fast schon zurückhaltend in Aktion.
 
 
 


 
 
 

THE UNDERNEATH – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Klein, fein und praktisch: THE UNDERNEATH kann quasi als weitere, natürlich inoffizielle Fortsetzung zu THE DESCENT bezeichnet werden. Der Low Budget Grusler ist knackig, spannend und bietet Splatter light für all jene, die von einem Horrorfilm auch eine Prise Gewalt erwarten. Die bleibt aber im Rahmen und orientiert sich dabei selbstverständlich an das klaustrophobische Original aus dem Jahre 2005. Ansonst hat Regisseur BRIAN T. JAYNES erstaunlich gut kopiert, denn ein Rohrkrepierer ist THE UNDERNEATH trotz kaum vorhandenem Budget löblicherweise nicht geworden. Anschauen, unterhalten lassen, abhaken.
 
 
 


 
 
 

THE UNDERNEATH – Zensur

 
 
 
THE UNDERNEATH ist nicht sonderlich brutal. Wer THE DESCENT gesehen hat, dürfte demnach auch wissen in welchem Gewaltpegel sich THE UNDERNEATH einpendelnd wird. Wir gehen von einer ungeschnittenen FSK16 aus.
 
 
 


 
 
 

THE UNDERNEATH – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Descent (2005)
 
The Descent 2 – Die Jagd geht weiter (2009)
 
The Cave (2005)
 
The Hills Have Eyes 2 (2007)

Filmkritik: „The Mine – Halloween in der Hölle“ (2013)

AbandonedMine
 
 
 

THE MINE – HALLOWEEN IN DER HÖLLE

(ABANDONED MINE)

Story

 
 
 
Einige Freunde treffen sich an Halloween, für eine Minenexpedition. Im Stollen soll es angeblich spuken. Nach einem unachtsam verursachten Zwischenfall sitzen die Kids in der Falle und können den Ausgang nicht mehr erreichen. Während man nach einem anderen Exit sucht, scheint es in dem verlassenen Bergwerk wirklich nicht mit rechten Dingen zuzugehen …
 
 
 


 
 
 

THE MINE – Kritik

 
 
 
Wenn ein Horrorfilm mit einem PG-13 Rating in die amerikanischen Kinos kommt, bedeutet das zwar durchaus, dass das gewaltfreie Filmchen ordentlich Kohle in die Kassen gewinnorientierter Studios schwemmt. Das erwachsene Publikum dürfte jedoch bei dieser Prämisse schnell mit der Nase rümpfen, gewinnt doch ein Horrorfilm gerade mit den nicht kindgerechten Szenen seinen eigentlichen Reiz. Es gibt jedoch auch einige Ausnahmen, die es trotz niedriger Altersfreigabe geschafft haben, ohne großartiges Blutvergießen selbst dem volljährigen Zuschauer gehörige Schauer einzujagen. Neben s/w-Klassikern wie BIS DAS BLUT GEFRIERT (1963) und DAS SCHLOSS DES SCHRECKENS (1961) lassen sich auch in der Gegenwart hin und wieder vergleichsweise harmlose Filme entdecken, die es verstehen, selbst dem abgebrühtesten Horrorfilmfan das Fürchten zu lehren. So schaffte es Regisseur ALEJANDRO AMENÁBAR mit seinem THE OTHERS (übrigens frei ab 12) im Jahre 2001 auch ohne blutrünstige Gewalt und Litern von Kunstblut einen der wohl grusligsten Filme der letzten Jahre zu produzieren. Es braucht nicht viel, heute einen unheimlichen Schocker zu zaubern. Liegt ein gutes Drehbuch vor, bedarf es nur talentierter Schauspieler und eines erfahrenen Kameramanns, der es versteht unheilvolle Bilder auf Film zu bannen. Zutaten, die THE MINE leider nicht besitzt. Dieser familienfreundliche und absolut blutleere Gruseltrip ist einer der vielen Fälle, der Jung wie Alt nicht erschrecken, sondern eher in süßen Tiefschlaf versetzt. Schauspieler JEFF CHAMBERLAIN hat sich in den 1970er und 80er durch diverse Auftritte in hier unbekannten Serien einen Namen gemacht und mag wohl den Traum vom eigenen Film nie ganz aus den Augen verloren zu haben. Rasch schrieb er das Drehbuch zu THE MINE (der im Original eigentlich ABANDONED MINE heißt) und übernahm auch gleich die Regie. Aufgrund der ersten, durchweg positiven Kritiken wurde der direkte Weg auf den Videomarkt gestrichen und CHAMBERLAINS Debüt in den amerikanischen Kinos ausgewertet. Was die ersten Kritiker gesehen haben müssen, scheint wohl eine gänzlich andere Version dieser unbrauchbaren Schlafpille gewesen zu sein, denn der fertige THE MINE ist weit entfernt von sehenswert.
 
In diesem unspektakulären Schaffen der Marke Schon-Unzählige-Male-Gesehen erleben wir, wie fünf Kids das alljährliche Halloweenfest auf ganz besondere Weise feiern möchten. Um den Tag unvergesslich zu machen, wollen die Freunde Ethan (CHARAN PRABHAKAR), Laurie (SAIGE THOMPSON), Brad (REILEY MCCLENDON), Jim (ADAM HENDERSHOTT) und Sharon (ALEXA VEGA) eine unheimliche Mine erkunden, von der man sagt, dass es darin spukt. Dass derartige Erzählungen nichts gutes verheißen, interessiert die naiven Jugendlichen natürlich herzlich wenig. Glaubt man den Legenden, soll sich in der verlassenen Mine tragisches ereignet haben: Der ehemalige Minenarbeiter William Jarvis wurde zusammen mit seinen beiden Töchtern in einen Hinterhalt gelockt und lebendig begraben. Nun geistern ihre rastlose Seelen durch die Schächte, immer auf der Suche nach einem geeigneten Wirtskörper, das ungemütliche Grab verlassen zu können. Während die Kids guter Dinge den stillgelegten Komplex betreten, passiert wenig später das erste Unglück und man sitzt in der Falle. Der Ausgang ist nicht mehr zu erreichen und Panik bricht aus. So zwängt sich die Bande durch die engen Schächte, in der Hoffnung einen alternativen Ausgang zu finden. Während sich die Freunde in einer verzwickten Situation befinden und nicht wissen, was sie im Inneren des Bergwerks erwartet, verwandelt sich der behäbige Spuktrip schnell zum klaustrophobischen Höhlenexpeditions-Survival-Thriller. Einer der Anwesenden hat plötzlich mit den viel zu engen Minengängen zu kämpfen, eine andere Protagonistin ist dem Wahnsinn nahe, weil sich riesige Vogelspinnen von der Decke abseilen. Fledermäuse erschrecken die Kids zu Tote und können dem Zuschauer nur ein lautes Gähnen entlocken. Immerhin haben die Charaktere in ihrer Panik noch ausreichend Zeit, um bitterböse Scherze zu veranstalten. So findet man eine gruselige Maske, mit der sich herzlich Erschrecken lässt und erste unheimliche Vorfälle deuten darauf hin, dass die Freunde in diesem Stollen doch nicht ganz so allein sind, wie anfänglich gedacht.
 
CHAMBERLAINS Drehbuch besitzt kaum Anzeichen von Originalität. Die formelhafte Geschichte spielt sich nach „Schema F“ ab und erinnert in seinen besten Momenten an den britischen Horrorschocker THE DESCENT (2005), ohne dabei nicht einmal annähernd dessen bedrückende und Adrenalin fördernde Atmosphäre zu erreichen. Der klaustrophobische Grundton verliert im unüberlegten Eifer der wenigen Protagonisten schnell an Intensität und THE MINE lässt bis kurz vor Ende nicht wirklich durchblicken, was er denn nun eigentlich sein will. Handelt es sich hier wirklich um einen übernatürlichen Geisterfilm, der dem Zuschauer das Blut in den Adern gefrieren lassen möge oder haben wir es hier nur mit dem langweiligen Überlebenskampf einiger dümmlicher Grünschnäbel zu tun, die eigentlich nichts anderes verdienen als den Tod? Die Antwort bleibt bis kurz vor Ende unschlüssig. Denn erst dann liefert JEFF CHAMBERLAIN mit seinem etwas zähen Erstling die wichtigen Erklärungen. Zugegeben, der unvorhersehbare Plottwist ist zwar ganz interessant, kommt aber leider zu spät, um den drögen Schnellschuss vor dem Untergang zu bewahren. Was bleibt ist ein ermüdender Film, ohne jeglichen Anspruch oder gute Ideen. Die Effekte bleiben auf PG-13-Niveau und Gewalt sucht der erwachsene Fan des Genres vergebens. Von daher: Finger weg, denn nicht einmal neugierige Kids werden an diesem langweiligen Käse Gefallen finden.
 
 
 


 
 
 

THE MINE – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
 
THE DESCENT trifft PARANORMAL ACTIVITY – Klaustrophobischer Gruseltrip mit zugegeben raffiniertem Finale. Leider ist THE MINE – HALLOWEEN IN DER HÖLLE sowas von unspektakulär, geistlos und langweilig, dass selbst dem Allesseher schnell die Äuglein zufallen dürften. Zudem gibt es hier weder Gewalt noch Gemetzel zu sehen, weshalb der Film für die meisten Horrorfilmfans bereits vor der Sichtung vollkommen uninteressant sein dürfte.
 
 
 


 
 
 

THE MINE – Zensur

 
 
In Amerika darf THE MINE (OT: ABANDONED MINE) bereits von Kindern gesehen werden. Hierzulande beurteilt die FSK Filme üblicherweise etwas strenger. Gewalt gibts in THE MINE nicht zu sehen. Demnach wurde der Film hierzulande auch schon ab 16 Jahren feigegeben.
 
 
 


 
 
 

THE MINE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Rough Trade Distribution GmbH / Justbridge Movies

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Abandoned Mine; USA 2013

Genre: Mystery, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.85:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 95 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray

Extras:

Release-Termin: 14.11.2014

 

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THE MINE – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Descent – Abgrund des Grauens (2005)

The Descent 2 – Die Jagd geht weiter (2009)

The Goonies (1985)

Dead Mine (2012)

My Bloody Valentine 3D (2009)

Basket Case – Der unheimliche Zwilling (1982)

Filmreview: „Modus Anomali“ (2012)

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Modus Anomali – Gefangen im Wahnsinn

Story

 
 
 
Ohne jegliche Erinnerung, ohne zu wissen wer er überhaupt ist, kriecht John Evans aus einem schmuddeligen Erdloch und beginnt die Suche nach der eigenen Identität. Wer bin ich und was mache ich hier? Mit dem Ziel vor Augen, Antworten auf seine Fragen zu finden, irrt er durch das Dickicht eines ihm vollkommen fremden Waldes und stößt wenig später auf eine kleine Hütte, in welcher er eine Videokamera vorfindet, auf deren Band der grausame Mord an einer Frau protokolliert wird. Nachdem John in der verwinkelten Behausung seinen Ausweis und ein Foto seiner Familie vorfindet, wird ihm schnell klar, dass es sich bei dem Opfer auf dem Videoband, um seine geliebte Frau handelt. Getrieben von der Angst auch noch die beiden Söhne zu verlieren, macht er sich auf die Suche nach den Kindern. Doch wer steckt hinter all dem perfiden Grauen? Und welche Rolle wurde ihm in diesem perversen Spiel zuteil? …
 
 
 


 
 
 

Modus Anomali – Kritik

 
 
 
Der indonesische Thriller „Modus Anomali“ hätte genug Potenzial gehabt, etwas ganz Großes zu werden. Doch wie zu oft in ambitionierten Genre-Werken scheitert eine glanzvolle Umsetzung einmal mehr am viel zu geringen Produktionsbudget und mangelnder Regie-Erfahrung. Gerade einmal 200 000 Dollar soll dieser Gruseltrip gekostet haben, was man dem Film leider permanent ansieht. Ein leider unweigerlich störendes Manko, um einen spannenden und vor allem guten Horrorfilm zu drehen. Das spiegelt sich leider nicht nur in der Inszenierung wider, sondern auch im schauspielerischen Können der leidlich talentierten Darsteller. Mit seinem aktuellen Beitrag „Modus Anomali“ hat Regisseur „Joko Anwar“ einen Film geschaffen, der versucht, die Psyche eines Menschen in den Mittelpunkt der Geschehnisse zu rücken, was ihm leider nur bedingt gelingt. Zwar werden hier die menschlichen Urängste grob angerissen, wirklich spannend und effektiv will die Geschichte jedoch zu keiner Minute werden. Neben der etwas arg unbeholfen wirkenden, psychologischen Komponente braucht der Film eindeutig zu lang, um überhaupt an Fahrt zu gewinnen. Der Zuschauer darf Hauptprotagonist „John Evans“ (gespielt von „Rio Dewanto„) im ersten Drittel der Handlung beiwohnen, wie er mal mehr, mal weniger sinnfrei durch das austauschbare Setting wandelt und dabei versucht Antworten über die zugrundeliegende Situation in Erfahrung zu bringen. Zwar wirken sein Interaktionen durchaus ambitioniert; eine wirkliche, emotionale Bindung zum Zuschauer zu knüpfen, scheitert dennoch aufgrund des arg unausgegorenen Drehbuchs. „Rio Dewanto“ spielt den tragischen und orientierungslosen Helden, der nach Antworten strebt und dabei seine Kinder in Sicherheit wiegen möchte. Dennoch gelingt es ihm zu keinem Zeitpunkt seiner Rolle eine gewisse Nähe einzuverleiben, sodass sein Schicksal dem Zuschauer vollends unwichtig und unnahbar erscheint. Stattdessen stellt der Filmfreund viele seiner Entscheidungen in Frage, die an logischer Glaubwürdigkeit oft missen lassen.
 
Viel gesprochen wird in „Modus Anomali“ nicht wirklich. Protagonist „John Evans“ trägt fast die gesamte Geschichte auf seinen Schultern, interagiert stattdessen, als das Problem taktisch zu lösen. Die Nebenfiguren, die im Verlauf der Geschichte in die Szenarie purzeln, bleiben blass und unwichtig. Gerade aufgrund der wortkargen und bedeutungslosen Inszenierung macht sich schnell Langeweile breit. Eigentlich schade, wenn man bedenkt, dass sich durchaus spannende „One Man“-Filmchen im Horrorbereich finden lassen, die den Genre-Fan trotz dialogarmen Drehbuch zu fesseln wissen. Hierbei wäre als Beispiel der klaustrophobische und suspense-lastige Thriller „Buried“ genannt, in dem Darsteller „Ryan Reynolds“ verzweifelt versucht, aus seinem dunklen Grab zu entkommen. Immerhin, so durchwachsen das Drehbuch scheint, umso effektiver gestaltet sich die technische Komponente des düsteren Thrillers. Der Score sitzt stimmig und schafft es zumindest hin und wieder so etwas wie eine bedrohliche Atmosphäre zu entwickeln und die Angst des Hauptdarstellers zu unterstreichen. Auch die Kameraführung und die vielen effektiven Schnitte lassen den trüben Beigeschmack einer günstig produzierten Low-Budget-Produktion schnell vergessen. Erschreckt wird hier zwar durchaus hin und wieder arg rabiat, was dennoch aufgrund der etwas faden und zähen Gesamtinszenierung leider keinen wirklich gelungen Beitrag aus „Modus Anomali“ zaubert. Da hilft es dem Film letztendlich auch nicht, wenn er mit einem, aktuell scheinbar im Genre üblichen, Twist aufwartet, um die Gegebenheiten logisch aufzuwerten.
 
 
 
Modus Anomali – Gefangen im Wahnsinn“ treibt nicht nur den Hauptdarsteller des Films in den Wahnsinn, sondern auch den Zuschauer mit seiner etwas unbeholfenen Inszenierung und der permanent andauernden Langeweile, mit welcher Autor und Regisseur „Joko Anwar“ versucht den Zuschauer zu „quälen“. Hier wird viel angerissen, aber nur selten richtig zu Ende gebracht. Auch wenn die wendereiche Geschichte hin und wieder versucht eine albtraumhafte und psychologisch sehr bedrohliche Stimmung aufzubauen, wirkt der sehr östlich orientierte, zähe Erzählstil mit all seinen wirren Wendungen für Zuschauer in unseren Breitengraden etwas sehr befremd- und langweilig. Auch wenn am Filmende ausreichend Blut fließt und der Film versucht, die Geschichte mittels überraschenden Plot interessanter erscheinen zu lassen, so muss man dennoch rasch feststellen, dass „Modus Anomali“ einer der Filme ist, die man sich zwar mal zu Gemüte führen kann, aber nicht unbedingt gesehen haben muss.
 
 
 


 
 
 

Modus Anomali – Fazit

 
 
 
3 Punkte Final
 
 
 
Arg durchwachsener Horror-Trip aus Fern-Ost mit einer guten Idee, aber etwas unausgegorener Umsetzung.
 
 
 


 
 
 

Modus Anomali – Zensur

 
 
 
Die deutsche Heimkinofassung aus dem Hause „Mad Dimension“ ist mit dem „Keine Jugendfreigabe„-Flatschen vollkommen ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

Modus Anomali – Deutsche Blu-ray

 
 
 
Modus-Anomali-Blu-ray
 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: MODUS ANOMALI; Indonesien 2012

Genre: Horror/Thriller

Ton: Deutsch + Engl. DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 1920x1080p, 2.35:1

Laufzeit: 87 Min.

FSK: keine Jugendfreigabe – FSK18

Verpackung: Edle, schwarze Amaray mit Wendecover

Extras: Trailer zum Film, Exklusives Interview mit Regisseur Joko Anwar

 
 
 
Wie so oft wurde die Blu-ray zum Film aus dem Hause „Mad Dimension“ solide umgesetzt. Legt der Filmfreund die Scheibe in den Player kann er sich durch ein geschmacklich etwas „spezielles“ Menü klicken, in dem er sich neben dem Hauptfilms in Deutsch und Englisch auch für ein ca. 17-minütiges Interview mit dem Regisseur des Films (in HD) entscheiden kann. Hierfür werden sogar Untertitel geboten, was bei unbekannten Filmen innerhalb des Genres oftmals nur selten der Fall ist – lobenswert! Leider haben es neben dem Trailer in deutscher Sprache keine weiteren filmbezogenen Extras auf die Scheibe geschafft. Technisch kann die Scheibe natürlich nicht mit aktuellen Hochglanzblockbustern mithalten; aufgrund des B-Movie-Status erstaunt das Bild dennoch durch viele ersichtliche Details und einer soliden Schärfe. Bleibt zu erwähnen, dass der ungeschnittene Blu-ray-Release, wie bisher alle Veröffentlichung des Labels, in einer edlen, schwarzen Amaray daherkommt und dadurch optisch aufgewertet wird. Ein flatschenfreies Wendecover gibt es zusätzlich ebenso. Zwar nicht der große Wurf, aber eine durchaus charmante Veröffentlichung. Wer ein Faible für Asia-Schocker besitzt, darf gern zugreifen, denn technisch ist die Blu-ray brauchbar!
 
 

Modus Anomali – Gefangen im Wahnsinn [Blu-ray] ungeschnitten bei AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

Modus Anomali – Trailer

 
 
 


 
 

Danny Büttner

 
 
 
Ähnliche Filme:
 
Buried – Lebend begraben (2010)

Filmreview: „Elevator“ (2011)

Elevator (2011) - Filmplakat - Filmreview Filmkritik auf Filmcheck
 
 
 

Elevator

Story

 
 
 
Neun unterschiedliche Charaktere – ein Fahrstuhl.
 
Auf dem Weg zu einer feuchtfröhlichen Party im obersten Stockwerk eines Penthouses erleben die 9 Passagiere eines Fahrstuhls eine böse Überraschung. Denn auf dem Weg ins oberste Stockwerk, hat die kleine, vorlaute 10jährige Madeline nichts anderes im Sinn, als die erwachsenen Anwesenden zu necken und den Notschalter des Aufzuges zu betätigen. Prompt bleibt der Gefährt stehen und fährt jedoch leider nach mehrmaliger Kontaktaufnahme mit dem Sicherheitsdienst auch nicht weiter. Allgemeines Unbehagen kommt auf und erste Konflikte werden geschnürt. Da offenbart einer der Anwesenden, eine Bombe bei sich zu tragen und stirbt kurzerhand später an einem Herzinfarkt…
 
 
 


 
 
 

Elevator – Kritik

 
 
 
Klaustrophobie – Die panische Angst vor geschlossenen Räumen. Auf dem gesamten Erdball leiden Millionen Menschen unter dieser tückischen Krankheit, die den Leidtragenden das Leben zur Hölle macht. Sollte jemand von Euch unter dieser Krankheit leiden, so sei ihm vor der Sichtung von „Elevator“ dringend abgeraten, denn der Film könnte Euren Puls gänzlich ebenso gen Herzinfarkt treiben. Nach der katastrophal-grotesken M. Night Shyamalan-Produktion „Devil“, die sich vordergründig mit gleicher Thematik beschäftigte, sich aber in endlos unklaren Logiklücken und unglaublich haarsträubenden Story-Wendungen verlief erschien jüngst mit „Elevator“ ein weiter Vertreter aus der Abteilung „Fahrstuhl-Horror“, der zudem jedoch vollends zu überzeugen weiß. Hauptsächlich mag das auch daran liegen, dass „Elevator“ anders wie zuletzt in „Devil“ nicht auf phantastischen Pfaden wandelt und hier keine unsichtbaren dämonischen Kräfte für die Geschehnisse verantwortlich gemacht werden. Das Unglück ist vollends menschlicher Natur verursacht und macht den Film demzufolge zu einer recht heftigen, und vor allem beängstigend- glaubhaften Suspense-Achterbahn der Spitzenklasse. Das Verhalten der 9 Protagonisten ist immer realitätsnah und nachvollziehbar, der Kampf um das eigene Überleben wichtig, wobei in „Elevator“ nicht der Egoismus und das Wohl des Einzelnen thematisiert wird, sondern das Zusammenarbeiten in der Gemeinschaft. Alle Anwesenden ziehen an einem Strang und unterstützen sich, trotz anfänglicher Distanz, untereinander so gut es geht, um letztendlich heil aus der unangenehmen Misere zu entkommen. Ein Gut und Böse spielt hier keine Rolle, betrachtet man die Schicksale aller Charaktere, so stellt man schnell fest, dass irgendwo jeder von Ihnen Dreck am Stecken hat.
 
Dass gerade durch dieses emotionale Miteinander ein gewisser Realismus zu Tage tritt, stößt im übrigen auf allgemeines Wohlwollen und kommt „Elevator“ definitiv zu Gute, zumal die Geschehnisse in ähnlicher Form tagtäglich jeden von uns passieren könnten. Dennoch gibt es trotz allen Lobes, auch den ein oder anderen recht konstruiert-wirkenden Konflikt, der vermutlich dramaturgische Hintergründe besitzt, dennoch aber nicht penetrant ins Gewicht fällt. Da sich der gesamte Film (mal abgesehen vom erlösenden Ende) in einem räumlich begrenzten Fahrstuhl-Abteil abspielt und die 9 Protagonisten einzig mit ihrem Schauspiel überzeugen und den Film tragen müssen, sieht man gern über einige „nerviger Füllszenen“ (ich denke da an das kleine 10jährige Mädchen) hinweg, wird aber wiederum mit einigen recht schwarz-humorigen Spitzen entschädigt. Erstaunlich effizient gestaltet sich in „Elevator“ der konsequente Spannungsaufbau der vordergründig, neben dem wirklich sehenswerten Schauspiel der wenigen Anwesenden punktet und durch die sehr gelungene Kameraführung verstärkt wird. Denn diese drängt sich immer nah an das Geschehen und dokumentiert die Gegebenheiten aus den groteskesten Sichtwinkeln. Mal ist der Zuschauer von oben dabei, ein anderes Mal sieht er die Sicht der Dinge aus der Horizontalen, an wenigen Stellen im Film sogar von unten. Das gestaltet sich als überaus ergiebig, zumal die Kamera ständig in Bewegung ist und in Kombination mit den schnellen Schnitten kaum Langeweile aufkommen lässt. Dass natürlich auch einige Schock- und Blut-Effekte in derart Produktion ihren Einsatz finden, dürfte vor allen den Krösel-Freunden unter den Horrorfans munden, wobei sich Regisseur Stig Svendsen jedoch in der Darstellung expliziter Grausamkeiten stark zurückhält. Hier wird nicht gemordet oder geschlitzt, sondern hier wird gehandelt und verunglückt. Gerade einmal zwei kleine blutige Schock-Szenen darf der interessierte Filmfreund sichten, die aber nicht minder schweißtreibend und schockierend in Szene gesetzt wurden und für einige Sekunden herrlich-bösartigen Gänsehaut-Schauer sorgen dürften.
 
Der Norweger Stig Svendsen läutet mit dem Thriller „Elevator“ sein amerikanisches Spielfilm-Debüt ein. Anders wie zuletzt John Erick Dowle, der mit seiner Leistung als Regisseur in „Devil“ gänzlich verunglückt ist, beweist Svendsen, dass es auch anders geht. „Elevator“ schockiert und unterhält auf gänzlich anderen Wegen. In seinem Film gibt es weder bösartig dämonische Kräfte, noch ein blut-freudiges Edel-Massaker, dass von dramaturgischen Schwächen ablenken könnte. Sein Film ist „real“ und glaubhaft – neun unterschiedliche Menschen, mit neun unterschiedlichen Schicksalen. In „Elevator“ wird weder geschrieben, noch gehetzt oder gefoltert und das kommt dem Film erheblich zugute. Mit einfachen stilistischen Mitteln wird eine erschreckend klaustrophobische Atmosphäre erzeugt, die erstaunlich kurzweilig und spannend unterhält und die man vermutlich zuletzt nur in „Burried“ (Regie: Rodrigo Cortés ) ebenso effektiv erleben durfte. Dass es sich bei „Elevator“ um ein kleines Indipendent-Filmchen handelt will man nach Sichtung gar nicht so recht glauben, denn „Elevator“ schaut alles andere als billig und mies aus. Ein kleines beängstigendes Vergnügen, dass sich deutsche Filmfreunde auf jeden Fall vormerken sollten!
 
 
 


 
 
 

Elevator – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
„Elevator“ ist mit Abstand der bessere „Devil“ – Ein klaustrophobischer Fahrstuhltrip, der erschreckend schweißtreibend unterhält
 
 
 


 
 
 

Elevator – Zensur

 
 
 
Da der Film in seiner ungeschnittenen Filmversion kaum Kröselszenen zu bieten hat und der Zuschauer die meisten „Unfälle“ und Interaktionen im Off oder als Resultat sieht, erhielt „Elevator“ problemfrei eine ungeschnittene 16er-Freigabe von der FSK!
 
 
 


 
 
 

Elevator – Deutsche Blu-ray

 
 
 
elevator blu-ray
 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Elevator; USA 2011

Genre: Horror/Thriller

Ton: Deutsch + Engl. DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 1080/24p, 2.35:1 / 16:9

Laufzeit: 84 Min.

FSK: FSK 16

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Behind the Scenes-Feature (ohne dt. Untertitel), Trailer zum Film in Englisch, Biografieen in Textafelform der Schauspieler des Films

 
 
 
So gut der Film, umso ernüchternd die Ausstattung der vorliegenden Blu-ray. Das Bild und der Ton des Hauptfilms bewegen sich auf einem ansprechenden Niveau, doch Filmfreunde, die sich nach dem Filmgenuß gern über die Produktion informieren möchten, werden flink dumm aus der Wäsche schauen. Denn in dem schlichten, aber stimmig gestalteten Menü lassen sich kaum nennenswerte Extras finden. Bis auf ein 15-minütiges Making of hat es nichts Nennenswertes auf die Scheibe geschafft. Zwar wurde der Hauptfilm mit deutschen Untertiteln versehen. Für das kurze Bonus-Feature stand vermutlich kein Budget mehr zur Verfügung, um es hilfreich deutsch zu untertiteln. Auch wenn der Bonussektor hier enttäuschend gering ausgefallen ist, so hat sich „Ascot Elite“ dennoch nicht gescheut, der Blu-ray zumindest ein Wechselcover zu spendieren. Immerhin! Trotzdem, für einen gelungenen Film, wie „Elevator“ leider viel zu wenig!
 
 
 

Elevator [Blu-ray] bei AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

Elevator – Trailer

 
 
 


 
 
 

Hellraiser80

 
 
 
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ATM (2011)

Panic Button (2011)
 
Devil (2010)

Filmreview: „ATM“ (2011)

 

 

Der letzte Arbeitstag vor den Weihnachtsfeiertagen: die beiden besten Freunde und Arbeitskollegen Corey und David beschließen den Feierabend bei der betriebseigenen Weihnachtsfeier ausklingen zu lassen.

Kaum dort angekommen trifft der schüchterne David auf die hübsche Emily, die zwar in der gleichen Abteilung arbeitet wie er, aber bisher kaum ein Wort mit dem zurückhaltenden Chaoten gewechselt hat. Die anfänglichen Gesprächsblockaden sind schnell überwunden und die beiden erkennen schnell, dass sie sich einander hingezogen fühlen.

Nachdem die Feierlichkeit ein frühes Ende findet und sich die drei zusammen mit dem Auto auf dem Heimweg machen, ahnen sie noch nicht, dass ihr Zwischenstop an einem Bankautomaten, einen schicksalhaften Ausgang finden wird.

 

 

Mit „ATM“ hat erneut ein unbekannter Nachwuchsregisseur voll ins Schwarze getroffen.

Regisseur David Brooks, der sein Können zuvor mit kleinen Kurzfilmen unter Beweis stellen durfte, hat mit „ATM“ einen wahrlich kleinen fiesen und recht spannenden Thriller geschaffen, der relativ geradlinig und schnell zum Punkt kommt und auch ohne kassenträchtiges Blutvergießen für schweißtreibende Unterhaltung sorgen dürfte.

Im Mittelpunkt des Geschehens steht ein ATM-Container, sprich einer der Geldausgabeautomaten, der unabhängig der Öffnungszeit einer Bankfiliale, 24 Stunden am Tag das Geldabheben ermöglicht, wobei das Kunststück des Films darin liegt, das knapp 80minütige Filmgeschehen allein auf den räumlich begrenzten Container und die drei Hauptfiguren zu konzentrieren.

Nachdem die drei Kollegen, die Geldausgabefiliale erreicht haben und das Gebäude betreten, werden sie von einer unbekannten Gestalt in einem dunklen Parka terrorisiert.

Jeder Versuch aus dem Container zu flüchten wird von dem unbekannten Fremden unterbunden und scheitert, jeder Hilfeversuch von Außen wird für den „Helfenden“ mit dem Tode bestraft. Wer der dunkle Kerl im schwarzen Wintermantel ist, sei an dieser Stelle nicht verraten, Fakt jedoch ist, dass sich vor allem die arg kurze Laufzeit und die straffe Inszenierung des Films positiv auf den Erzählfluss auswirken.

Der Film wirkt trotz beschränktem Handlungsspielraum (das gesamte Geschehen konzentriert sich auf das Innere des kleinen Bankcontainers) nie konstruiert, zäh und langweilig, dass Verhalten der drei Protagonisten ist kaum klischeebeladen, stehts nachvollziehbar und logisch.

Ein Kunststück, bedenkt man, dass die drei Schauspieler allein mit ihren Interaktionen und Emotionsausbrüchen versuchen müssen, den Film zu tragen. Regisseur David Brooks weiß zumindest wie er das Horrorpublikum zufrieden stellen muss. Das arg düstere und auswegslose Geschehen wird von einem überaus schroffen und markerschütternden Soundtrack unterstrichen, der in dieser Form seines Gleichen suchen dürfte. Immer dann, wenn die drei Freunde versuchen dem Unbekannten zu entkommen, ertönt ein lauter und hektischer Elektronsound, der vor allem Besitzern von Heimkinoanlagen die Nackenhaare zu Berge stehen lassen dürfte.

Lobenswert, denn diese akustische Spielerei ist bei weitem effektiver und gruseliger als so mancher Schreck- oder Ekeleffekt und dürfte interessierten Filmfans gehörig den Puls in die Höhe schießen lassen..

Soviel Lob, soviel Tadel – denn gerade zum Ende hin, wenn sich die Ereignisse überschlagen und „ATM“ zum lautstarken Finale aufbläst, kann der Thriller mit seiner etwas hanebüchenen Auflösung nicht überzeugen. Die Erklärungs-Ansätze scheinen logisch, die Handlungsbeweggründe des scheinbar unbekannten Psychopathen wirken aber auf den Zuschauer überaus unbefriedigend und vor allem deplaziert.

Das ist recht schade und enttäuschend, da der Film durch die Bank zu fesseln und zu überzeugen weiß, dass Ende jedoch ein enttäuschenden und faden Nachgeschmack hinterlässt, da man als Filmfan dann doch irgendwie eine doch etwas aussagekräftigere und vor allem kreativere Erklärung der Geschehnisse erwartet hätte.

Nichtsdestotrotz, mit „ATM“ hat der Nachwuchsregisseur David Brooks einen packenden, kleinen und fiesen Thriller geschaffen, der durch seine klaustrophobische und auswegslose Grundstimmung zu überzeugen weiß.

Statt blutrünstiges Gemetzel, versucht der Film mit Suspense und Hochspannung zu überzeugen, scheitert aber leider an der etwas zu unbefriedigend erklärten Auflösung.

Sei es drum, für ein Debütwerk außerordentlich sehenswert, da sieht man gern über ein paar klischeelastige Schnitzer in der Handlung und das etwas unfertige Ende ab. Man darf gespannt sein, was Regieneuling David Brooks als nächstes hervorzaubern wird, den Namen zumindest sollte man sich schon einmal gut einprägen!

 

 

 

Fazit 6,5/10 Punkte

 

Kleiner fieser Schocker, denen sich thrill-hungrige Filmfans unbedingt vormerken sollten

FSK-Prognose: ungeschnitten mit FSK16

 

 

Hellraiser80

Filmreview: „Panic Button“ (2011)

Panic Button 2011
 
 
 

PANIC BUTTON

Story

 
 
 
Vier Social-Network-User sind die auserwählten Kandidaten einer Reality-Quizshow, die saftige Gewinne verspricht. Nichtsahnend steigen die vier in einen Privatjet, wo sie in einem interaktiven Online-Quiz allerlei indiskreten Fragen über die eigene Person beantworten müssen. Anfänglich noch als witziger interaktiver Zeitvertreib vermutet, stellen die vier rasch erschreckend fest, dass die interaktive Computerstimme es nicht so lustig meint, wie anfänglich gedacht. Denn wer sich nicht an die Regeln und Anweisungen der geheimnisvollen Moderatorenstimme hält muss damit rechnen, dass das Leben eines, ihm nahestehenden Menschen vor laufender Kamera ausgelöscht wird. Als die Teilnehmer erfahren, dass das Flugzeug bewusst abstürzen und mit gesamter Besatzung den Tod finden wird, beginnt ein unerbittlicher Kampf um das Leben geliebter Menschen aus der eigenen „Freundesliste“ ihrer Social-Network-Profile….
 
 
 


 
 
 

PANIC BUTTON – Kritik

 
 
 
Nach dem weltweiten Erfolg der SAW-Reihe und dem krönenden Abschluss mit dem nunmehr bereits siebten Teil der Serie, war es nur eine Frage der Zeit, bis andere kreative Filmemacher immer noch Potenzial in der Grundidee des SAW-Franchise sahen und eine eigene Interpretation der immer noch sehr beliebten SAW-Idee auf Film bannen mussten. PANIC BUTTON hätte im Idealfall auch als „SAW 8“ betitelt werden können, denn makabere Spielchen mit sarkastischen Bestrafungen gibt es hier in Hülle und Fülle zu sehen, wobei PANIC BUTTON sogar noch frischer und besser ist als die letzten Teile der SAW-Serie. Dabei setzt PANIC BUTTON weniger auf effekthascherische und ausgewalzte Tötungsarten, sondern vielmehr auf das intensive und glaubhafte Zusammenspiel seiner Protagonisten, die auf engstem Raum an die Grenzen des psychisch Belastbaren getrieben werden. Was würde man selbst in einer sollchen Situation anstellen, wenn bewußt wird, dass man selbst nur noch wenige Minuten zu leben hat und das Schicksal geliebter Menschen beeinflussen kann?
 
Regisseur CHRIS CROW weiß durchweg zu fesseln, überzeugt und zeigt kurzweiligen Suspense mit konstant steigendem Spannungslevel. Eine beachtliche Leistung, da der gesamte Film aufgrund seines beschränkten Settings kaum Interaktionsmöglichkeiten bietet und den vier Protagonisten gerade mal zwei Räumlichkeiten (Bordtoilette und Aufenthaltsraum) zu Verfügung stellt, um darin agieren und reagieren zu können. Aufgrund raffiniert eingesetzter Kameraspielereien, hervorragend platzierter Kamerawinkel und guten schauspielerischen Leistungen (es gibt es keine zwanghaft aufgehübschten Teenies, die die Nerven der Zuschauer strapazieren ) schaut PANIC BUTTON hochwertiger aus, als manch anderer Low-Budget-Reißer ähnlicher Machart. Von stereotypen Charakteren und deren hölzerner Charakterentwicklung, haben die Drehbuchautoren FRAZER LEE und JOHN SHACKLETON die Finger gelassen. Die vier Quizshow-Kandidaten verhalten sich völlig glaubhaft und agieren nachvollziehbar. Trotzdem drängen sich während der Geschehnisse im Flugzeug doch immer wieder diverse Horrorfilm-Klischees auf. So darf natürlich die obligatorische Sexszene zweier, sich im Streßzustand befindlichen Protagonisten ebenso wenig fehlen, wie das (zugegeben recht makabre) offene Ende. PANIC BUTTON ist dennoch astreine Thriller-Unterhaltung, wie man sie sich halt nun mal wünscht: packend, spannend und kurzweilig.
 
 
 


 
 
 

PANIC BUTTON – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
SAW war gestern, jetzt kommt PANIC BUTTON. Rasant, kurzweilig und spannend, gewürzt mit bitterbösen Zynismus. Eine kleine Genreüberraschung!
 
 
 


 
 
 

PANIC BUTTON – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung ist ungeschnitten und wurde freigegeben ab 16 Jahren. Wegen dem auf der Heimkinoveröffentlichung enthaltenen Bonusmaterials ist auf der Blu-ray/DVD jedoch der rote FSK-Flatschen zu finden.
 
 
 


 
 
 

PANIC BUTTON – Deutsche Blu-ray

 
 
 
panic-button-bluray

(c) Edel Germany

 
 
 

TECHNISCHE DATEN

 

Originaltitel: Panic Button; Großbritannien 2011

Genre: Horror, Thriller

Ton:Deutsch DTS-HD MA 5.1, Deutsch DD 2.0, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 96 Min

FSK: Film: FSK16 (ungeschnittene Fassung) | Aufgrund der Extras auf der BD: Keine Jugendfreigabe

Verpackung: KeepCase im Schuber

Extras: Trailer, Deleted Scenes, Making of, Flight School, Bildergalerie, Gag Reel, Trailershow für weitere Titel

Release-Termin: 27.11.2015

 

Panic Button [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

PANIC BUTTON – Weitere Veröffentlichungen

 
 
Neben der herkömmlichen Blu-ray erschien der Film auch als Teil eines umfangreichen Horrorfilm-Pakets mit sechs Filmen auf 2 DVDs. Auf diesem Heimkinomedium, das als PAIN & TORTURE 6 MOVIE PACK in den Handel gebracht wurde, ist der Streifen ebenso ungeschnitten enthalten, wie auf der bereits erhältlichen Einzel-Blu-ray.
 
 
 
Pain & Torture Collection

(c) SchröderMedia HandelsGmbH

 
 
 

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PANIC BUTTON – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Truth or Dare (2011)
 
Saw (2004)
 
Saw 2 (2005)
 
Saw 3 (2006)