Filmkritik: „Dead Within – Kein Entkommen“ (2014)

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DEAD WITHIN – KEIN ENTKOMMEN

(DEAD WITHIN | WHAT REMAINS)

Story

 
 
 
Inmitten einer post-apokalyptischen Welt haben sich Kim und Mike in einer kleinen Hütte verschanzt und versuchen nun zu überleben. Doch leider gehen sechs lange Monate des Versteckens aus Schutz vor virusinfizierten Kreaturen nicht spurlos an Kim vorüber. Die leidet unter der momentanen Situation und verliert allmählich den Bezug zur Realität …
 
 
 


 
 
 

DEAD WITHIN – Kritik

 
 
 
Ein Zombiefilm ohne blutgeile Zombies – das geht? Mit DEAD WITHIN zumindest dürfte sich Regisseur BEN WAGNER unter den Fans solcher Filme keine Freunde machen, was angesichts der etwas anderen Herangehensweise an die totgefilmte Zombie-Thematik etwas bedauerlich ist, hat er doch mit seinem Horror-Drama einen gar nicht mal so üblen Vertreter jener Gattung Streifen gemacht. In diesem Film hat das wahllose Erschießen Infizierter und die fürs Genre typischen Fressattacken Selbiger Sendepause. Stattdessen rückt der Macher zwei Menschen in den Mittelpunkt seiner Geschichte, die sich in einer Hütte vor infizierten Menschen und diesmal auch Tieren in Sicherheit gebracht haben und allmählich den Verstand verlieren, weil ein gefahrloses Leben in Freiheit ohne Weiteres nicht möglich scheint. Interessanterweise geht es WAGNER anders an als sonst. Diesmal passiert alles auf kleinstem Raum. Sein klaustrophobische Kammerspiel spielt sich in nur zwei Zimmern ab und rückt ausschließlich die Differenzen zwischen den beiden Protagonisten innerhalb der eigenen vier Wände in den Fokus. Was sich letztendlich auf der anderen Seite der Haustür abspielt wird nie gezeigt. Ein intelligenter Schachzug, wird die Bedrohung hinter der Tür ausschließlich in Form von Geräuschen beschrieben, so dass der Schrecken im Kopf des Zuschauers entstehen kann. Mal ist es der infizierte Hund des Paares, der vor dem Haus knurrend seine Kreise zieht. Ein anderes Mal ist es das Lechzen wilder Zombies, die hungrig an der Tür kratzen und dem Paar nichts Gutes wollen. Der Minimalismus zahlt sich aus, denn WAGNER schafft es mit Leichtigkeit dem Zombiefilm neue Impulse zu verleihen, weil er sich schlicht und einfach den Konventionen jenes Sub-Genres widersetzt.
 
 
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Über sechs Monate fristen Mike (DEAN CHEKVALA) und Kim (AMY CALE PETERSON) in einer provisorischen Behausung ihr Dasein, denn vor der Tür hat sich Tragisches ereignet. Ein globaler Virusausbruch hat dazu geführt, dass sich Menschen und Tiere zu wilden Bestien verwandelt haben, die den Nichtinfizierten nach dem Leben trachten. Während Kim die Hausarbeit übernimmt und versucht, den plötzlichen Tod ihres infizierten Babys zu verarbeiten, erkundet Mike tagtäglich die Umgebung nach Essbarem. Doch die Situation zerrt an den Nerven, was sich vor allem bei Kim bemerkbar macht für die das sichere Heim allmählich zum Gefängnis wird. Bald schon hört sie seltsame Funksprüche und hat grausige Visionen, die die Grenzen zwischen Einbildung und Realität verwischen lassen. Als dann auch noch die Wasserversorgung erlischt, scheint sie den Verstand zu verlieren.
 
 
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Es ist schön, wenn Filmemacher an neuen Ideen tüfteln, damit der Zuschauer auch einmal etwas anderes zu sehen bekommt, als immer nur die gleichen Filmstoffe. DEAD WITHIN ist trotz irreführendem Filmplakat und einem etwas unglücklich gewähltem Filmnamen mit dem kaufwirksamen „Dead“ im Titel ein erschütterndes Zeugnis dafür, welch psychischen Verfall Menschen durchleben, wenn Sie in Extremsituationen ihrer Freiheit beraubt werden. Mit nahezu durchdachter Präzision beleuchtet WAGNER hier die Etappen des Wahnsinns seiner Filmheldin Kim, die in ihrer Paranoia schon bald am Vertrauen des Partners zweifelt, weil der das Haus verlassen darf – sie jedoch nicht. Der erlegt auf seinen Streifzügen durch die Stadt nicht nur Horden von Zombies, sondern bringt der Frau auch Unterwäsche von seinen Reisen mit nach Hause, damit das Liebesleben wieder aufgefrischt werden kann. Dass Kim jedoch andere Sorgen plagen, als sich mit dem Gatten im Bett zu vergnügen, dürfte mehr als verständlich sein. Die fühlt sich bald eingeengt und missverstanden, weil der Geliebte partout nicht auf ihre Bedürfnisse eingehen will. In ihrer kleinen Welt und inmitten des ewig gleichen, geregelten Tagesablaufs flüchtet sie sich in Tagträume, die jedoch bald schon einen ungemütlicheren Ton einschlagen.
 
 
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DEAD WITHIN benötigt etwas um in die Gänge zu kommen, wobei WAGNER bewusst auf eine eher langsame Erzählmethode zurückgreift, damit der psychische Zerfall seiner Protagonistin umso schmerzlicher protokolliert werden kann. Dabei verwendet der Regisseur verschiedene Stilmittel, um die seelische Wandlung seiner Heldin besser zum Ausdruck bringen zu können. Mit fortlaufendem Abstieg verändert sich auch die Bildsprache, die in düstere und ungeschönten Farben getaucht wird. Zudem gelingt es WAGNER immer wieder neue Kameraeinstellungen zu finden, um das bedrückende und beschränkte Setting nie langweilig aussehen zu lassen. Die Quintessenz des Streifens sind jedoch die hervorragenden Darsteller, die DEAD WITHIN um eine glaubhafte Charakterisierung bereichern – etwas, was im vor Klischees und Stereotypen strotzenden Horrorfilm mittlerweile ziemlich selten geworden ist. AMY CALE PETERSON verkörpert die Verstand verlierende Kim mit beeindruckender Glaubwürdigkeit und schafft es selbst ihren männlichen Schauspielkollegen im direkten Vergleich blass erscheinen zu lassen. Auch wenn das weniger erfreuliche Happy End wie ein Faustschlag ins Gesicht wirkt und Fans blutiger Zombie-Massaker mit diesem eher anspruchsvoll inszenierten Ausnahme-Horrorfilm nur wenig anfangen dürften, ist DEAD WITHIN eine positive Randerscheinung im stumpfsinnigen und meist wenig originellen Untoten-Genre.

 
 
 


 
 
 

DEAD WITHIN – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Der etwas andere Zombiefilm, der eigentlich gar kein Zombiefilm sein will. Regisseur BEN WAGNER geht die Untoten-Problematik anders an und verzichtet auf die üblichen Splatter- und Gewalteskapaden, die man ja sonst in dieser Art von Filmen zu sehen bekommt. Er reduziert seinen Film auf zwei Figuren, die anfänglich einander nahe stehen und sich im Verlauf des Filmes emotional voneinander distanzieren. Statt hohler Zombie-Action hat WAGNER ein minimalistisches und psychologisch feinfühliges Horror-Kammerspiel gemacht, das den Konventionen gängiger Zombie-Streifen trotzt und die bekannte Zombie-Thematik aus einer ganz anderen Perspektive betrachtet. Demnach rückt DEAD WITHIN nicht den Überlebenskampf seiner Protagonisten gegen Horden Infizierter in den Mittelpunkt, sondern beleuchtet das Seelenheil seiner Helden während eines post-apokalyptischen Weltuntergangsszenarios. Wer Anspruch in Horrorfilmen voraussetzt und Horror nicht ausschließlich mit Gewalt in Verbindung setzt, sollte unbedingt einen Blick riskieren. Gorebauern werden jedoch mit DEAD WITHIN rein gar nicht warm werden – versprochen!
 
 
 


 
 
 

DEAD WITHIN – Zensur

 
 
 
Einiges an Gewalt gibt es natürlich auch in DEAD WITHIN (der eigentlich mal WHAT REMAINS heißen sollte) zu sehen. So rammt sich die Heldin eine Stricknadel in die Hand und klemmt ihrem Gatten mit einer Zange ein paar Finger ab. Zudem wird eine Machete durch einen Körper gejagt. In Deutschland hat es der Streifen dennoch bedenkenlos mit einer 16er-Freigabe durch die FSK geschafft. Weil sich auf der erhältlichen Blu-ray und DVD aber höher eingestuftes Bonusmaterial befindet, ziert ein roter FSK-Sticker das Cover der Veröffentlichung.
 
 
 


 
 
 

DEAD WITHIN – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Lighthouse Home Entertainment (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Dead Within; USA 2014

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Keine

Bild: 1.85:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 83 Min.

FSK: Film: FSK16 (ungeschnittene Fassung) | Wegen Bonusmaterial besitzt Blu-ray Vermerk: Keine Jugendfreigabe

Verpackung: KeepCase mit Wendecover

Extras: Trailer, Trailershow

Release-Termin: 21.06.2019

 

Dead Within – Kein Entkommen! [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

DEAD WITHIN – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

(Rechte für Grafiken + Packshot liegen bei Lighthouse Home Entertainment)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Chrysalis (2014)
 
Attack of the Undead (2010)
 
The Last Days (2013)
 
28 Days Later (2002)
 
28 Weeks Later (2007)
 

Filmkritik: „Septic Man“ (2013)

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SEPTIC MAN

Story

 
 
 
Abwasserarbeiter Jack soll nach einer verheerenden Wasserverschmutzung in seiner Heimatstadt nach dem Rechten sehen. Leider fällt er bei seinen Arbeiten in einen Abwassertank und kommt nicht mehr heraus – nun ist guter Rat teuer …
 
 
 


 
 
 

SEPTIC MAN – Kritik

 
 
 
Lang ist es her, seit LLOYD KAUFMAN und MICHAEL HERZ eine der bedeutendsten Independent-Filmproduktionsfirmen ins Leben gerufen haben, die in Zeiten des Videokassetten-Booms ordentlich Asche machen konnte, weil sie billige Trash-Perlen voller Gewalt und derben Humor in die Videotheken brachte und damit genau den Nerv der Filmfans traf. Zwar ist es seit den großen Erfolgen in den 80ern erstaunlich ruhig um TROMA geworden, trotzdem genießen hervorgebrachte Werke wie THE TOXIC AVENGER, CLASS OF NUKE’EM HIGH oder COMBAT SHOCK selbst 30 Jahre nach Entstehung Kultstatus unter Liebhabern der blutigen Filmkunst. Leider ist es in Zeiten permanenter Einfallslosigkeit im (Heim)Kino mittlerweile zum unvermeidbaren Übel geworden, dass man sich kreativen Input bei jenen Filmen holt, die schon einmal Erfolge verbuchen konnten.
 
Auch wenn Regisseur JESSE THOMAS COOK (MONSTER BRAWL) in Interviews immer wieder beteuert, dass er anfänglich eigentlich ein klaustrophobisches Kammerspiel drehen wollte, das von einem Mann erzählen sollte, der von zwei Serienmördern in einem Brunnen gefangen gehalten wird, so bleibt unübersehbar wo man sich für SEPTIC MAN Inspiration geholt hat. Es ist der wichtigste Film TROMAS und gleichzeitig Aushängeschild der weltbekannten B-Movie-Schmiede, der hier Pate stehen musste, um 90 haarsträubende Filmminuten füllen zu können, für die man jedoch jeglichen Hang zur Logik ausklammern sollte. Wie in TROMAS bitterbösen Satire vom THE TOXIC AVANGER wird auch in SEPTIC MAN ein Protagonist mit kontaminierten Abfällen überschüttet und beginnt allmählich zu mutieren. Wo jedoch Superheld Toxi in TOXIC AVENGER neben skurrilen Fäkalhumor und viel Gematsche noch Mordsgaudi verbreiten konnte, zieht COOK die Spaßbremse und protokolliert alles todernst.
 
In SEPTIC MAN wird dem Abwasserarbeiter Jack (JASON DAVID BROWN) von einem mysteriösen Mann namens Phil Prosser viel Geld angeboten, damit er nach Gründen für die Wasserverschmutzung seiner Heimatstadt sucht, die das Trinkwasser ungenießbar und die Einwohner krank gemacht hat. Der Bürgermeister von Collingwood hat eine Zwangsevakuierung verordnet, weil bereits 16 Menschen an den Folgen von kontaminiertem Wasser ihr Leben lassen mussten. Für Jack Grund genug die schwangere Frau zurückzulassen und in der stadteigenen Kläranlage nach Ursachen zu suchen. In einem unterirdischen Abwassertank meint er den Ursprung der Verunreinigung zu finden. Er klettert hinein und verliert die Luke des Tanks aus den Augen. Die schließt sich versehentlich hinter Jack und der „SEPTIC MAN“ sitzt in der Falle. Leider entpuppt sich das stinkende Gefängnis als kleineres Übel. Zwei mordgeile Brüder hausen in den Gängen der Kläranlage und haben einen Spaß daran ungebetene Gäste um die Ecke zu bringen und sie anschließend im Tank zu beseitigen. Für Jack kein guter Arbeitstag, denn verseuchtes Wasser lässt die Haut des Gefangenen mutieren.
 
Die Idee zu SEPTIC MAN kamen Regisseur JESSE THOMAS COOK und Drehbuchautor TONY BURGESS als eine verstopfte Toilette unüberwindbare Herausforderungen nach sich zog. Prompt kamen den beiden Machern Flausen von einem eingesperrten Kerl in den Kopf, der in einer Klärgrube ums Überleben kämpfen sollte. In Anbetracht dessen, was Drehbuchautor TONY BURGESS vor SEPTIC MAN an gutem Horrorstoff ablieferte, kann man es schon als kleine Enttäuschung bezeichnen, was er mit diesem klaustrophobischen Mutanten-Nonsens verbrochen hat. Zwischen seinem grandios geschriebenen Horror-Szenario PONTYPOOL (2008) und dem vorliegenden Trivial-Quatsch SEPTIC MAN liegen nämlich Welten, was nicht ausschließlich daran liegt, dass hier beherzt gefurzt, gekackt und erbrochen wird. SEPTIC MAN hat mit storybedingten Schwächen zu kämpfen, denn nicht nur einmal will man während der Sichtung das Gefühl nicht loswerden wollen, dass ganze Handlungsstränge am Schnittpult abhanden gekommen sein müssen. Viele Szenen machen keinen Sinn, wirken unlogisch und erzwungen. Manchmal scheint es sogar so, als ob Autor TONY BURGESS selbst nicht wusste, wohin die Reise gehen sollte, denn die meisten Szenenverläufe hinterlassen einen arg konstruierten Eindruck. Viel passiert demnach in SEPTIC MAN nicht, bis auf dass sich in diesem Horror-Trash ein Mann knapp anderthalb Stunden in kontaminiertem Gewässer suhlt und regelmäßig Besuch von zwei sich entfremdeten Brüdern erhält, die ab und an durch die Öffnung des Abwassertank lugen, um tote Körper hineinwerfen zu können. Immerhin wird in puncto Spezialeffekte einiges geboten. Die wurden für Indie-Verhältnisse beachtlich souverän in Szene gesetzt. Da werden Rattenkörper ausgesaugt, Körper mit einer Kettensäge halbiert und verweste Leichen aus verstopften Abwasserrohren gezerrt. Das FX-Team hat ganze Arbeit geleistet, damit zumindest Horrorfans auf Ihre Kosten kommen und Defizite im Drehbuch wettgemacht werden können. Überhaupt legt der Streifen in technischer Hinsicht ein beachtliches Niveau an den Tag, das meist nur wenige, unabhängig produzierte Horrorfilme erreichen, weil nicht selten viel zu wenig Budget zur Verfügung steht, um auch alle kreativen Ideen in die Tat umsetzen zu können.
 
Leider sind die überschaubaren Effekte auch das einzige, was SEPTIC MAN erträglich gestaltet. Schreiber BURGESS konzentriert sich zu versteift über weite Strecken auf eine kaum vorhandene Geschichte, die fast nichts zu erzählen hat. Das schien er vermutlich schnell selbst bemerkt zu haben, so dass er seinen SEPTIC MAN um einen überflüssigen und vollkommen unglaubwürdigen Nebenplot ergänzte, der von zwei geistig umnebelten Brüdern handelt, die in den entscheidenden Momenten irrationale Dinge veranstalten. Mit SEPTIC MAN ist BURGESS und COOK kein großer Wurf gelungen. Statt dem Zuschauer ekelhafte Transformationseffekte zu präsentieren, die er bei einem Film wie SEPTIC MAN vermutlich erwartet hätte, verlaufen sich die beiden Macher in Nebensächlichkeiten, die eigentlich niemanden interessieren. Bei so einfältiger Filmware packt den Filmfreund am Ende das Grausen: Jack kriecht am Ende wutentbrannt aus den Rohren der Abwasserschächte, um unter monströsem Gebrüll die Fortsetzung einläuten zu können. Die kann gut und gerne noch 30 Jahre warten. Denn: Keiner macht so atomarisch gute Filme, wie TROMA. Alles andere ist Kindergarten.
 
 
 


 
 
 

SEPTIC MAN – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
 
Ekelhaft, widerlich und Brechreiz erregend – TROMA bekommt mit diesem deftigen Ekel-Exzess Konkurrenz. Regisseur JESSE THOMAS COOK und Drehbuchautor TONY BURGESS lassen erneut die guten, alten TROMAVILLE-Zeiten aufleben und hantieren mit kontaminiertem Wasser, um ein paar widerliche Mutationsmomente zurück auf die Mattscheibe bringen zu können. Was während der TROMA-Ära in den 80ern in ATOMIC HERO noch mit viel bitterbösem Humor garniert wurde, erhält im Falle von SEPTIC MAN einen ernsten Unterton und verbreitet keine Laune. Die erhofften Transformationsmomente machen sich rar, stattdessen flimmert ein ereignisloses Kammerspiel über den TV-Apparat, das um konstruiert wirkende Handlungsstränge bereichert wurde, damit der Streifen mit seinen hart erkämpften 90 Minuten als Spielfilm bezeichnet werden konnte. Trotz grafischem Ausscheiden von Körperflüssigkeiten und gewöhnungsbnedürftigem Körper-Horror ist der Fun-Faktor gering. Stattdessen gibt es einen Film zu sehen, der trotz Umweltproblematik keinen tieferen Sinn vermitteln will und sich zieht wie Kaugummi. So etwas braucht die Filmwelt nicht. Nur schade um die guten Spezialeffekte.
 
 
 


 
 
 

SEPTIC MAN – Zensur

 
 
 
Die wohl grafischste Szene ist die, in der einer der Brüder mit einer Kettensäge zerteilt wird. Ansonsten gibt es einige Mutationseffekte sowie eine Ratten-Fressszene zu begutachten. Ein ultra-brutales Splatterfest ist SEPTIC MAN erstaunlicherweise nicht geworden. Der rote KJ-Flatschen auf dem Cover dürfte deshalb ausreichen.
 
 


 
 
 

SEPTIC MAN – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnche Filme:

 
The Toxic Avenger (1984)
 
Body Melt (1993)
 
Street Trash (1987)