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Filmkritik: „Rave Party Massacre“ (2017)

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RAVE PARTY MASSACRE

(DEADTHIRSTY)

Story

 
 
 

Wenn die Beats enden, beginnt der Horror. Nach einer durchzechten Partynacht, geht es einigen Technojüngern an den Kragen. Ein Killer mit Tiermaske will sie töten – grausam und blutig.

 
 
 


 
 
 

RAVE PARTY MASSACRE – Kritik

 
 
 
Als Horrorfilmkritiker benötigt man ein dickes Fell. Nicht, dass es schwierig wäre über Filme zu schreiben. Weitaus bedenklicher ist das, was oft als Horrorfilm bezeichnet und zugemutet wird. Da flattern häufig Filme auf den Schreibtisch, die so undenkbar einfältig sind, dass nicht selten der Spaß am Schauen von Genre-Streifen vergeht. RAVE PARTY MASSACRE ist so ein Kandidat, der sich Slasher schimpft. Da mag sicher zutreffen, denn der Streifen hat das, was einen Meuchelstreifen ausmacht. Der fade Beigeschmack ist jedoch der Film selbst, der so dilettantisch zusammengekleistert wurde, dass man ein dickes Fell benötigt, um knapp 80 Minuten Horror-Leerlauf ertragen zu können. Es gibt nun mal nichts Schlimmeres als langweilige Horrorfilme.
 
 
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Wir gehen zurück in das Jahr 1992. Der Techno hält mittlerweile nicht mehr nur in deutschen Clubs Einzug. Auch in Übersee kleiden sich Raver in bunte Fummel, um sich unter Drogeneinfluss schnellen Beats hinzugeben. Unsere Heldin Rachel treibt es zu genau einer dieser angesagten Techno-Veranstaltungen, die bevorzugt in leerstehenden Gebäuden veranstaltet werden, um feierhungrigen Partygängern lange Nächte bescheren zu können. Doch diese Party endet für Rachel und einige Gästen nicht sonderlich rosig. Nach ein paar Pillen Ecstasy und reichlich Alkohol findet man sich in einem heruntergekommenen Krankenhaus wider. Die Eingänge sind verschlossen und ein Entkommen nicht möglich. Da kommt verständlicherweise Panik auf. Die ist auch berechtigt, denn durch die Flure irrt ein maskierter Killer, der offenbar bestrafen will. Warum und weshalb? Das erfährt der Zuschauer erst im Finale. Bis es jedoch zur Auflösung kommt, bedarf es viel Geduld. RAVE PARTY MASSACRE ist leider keine Sternstunde des Slasher-Kinos. So werden knapp 80 Minuten Film zu einer gefühlten Ewigkeit.
 
 
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Krasses Poster, geiler Titel – Vorfreude pur! Doch nicht immer da wo „Massacre“ draufsteht, wird zwangsläufig auch ein Blutfest der Extraklasse zelebriert. RAVE PARTY MASSACRE ist eine ziemliche Mogelpackung, weil der Streifen verspricht, was er gar nicht halten kann. Das im Titel versprochene Massaker muss man nämlich mit der Lupe suchen. Stattdessen wird der Zuschauer mit talentlosen Schauspielern gequält, die wohl auf der Straßen aufgelesen und in ein leerstehendes Krankenhaus gebracht wurden, um dort für kleines Geld durch Gänge und Treppenhäuser zu laufen. Nein, RAVE PARTY MASSACRE ist bei Gott kein guter Slasher. Das liegt einerseits daran, dass es dem Film zu keiner Minute gelingt Spannung aufzubauen. Andererseits mangelt es an Identifikationsfiguren, die den Zuschauer an die Hand nehmen und durch den Film führen. Da fragt man sich doch glatt, ob Regisseur JASON WINN verstanden hat, auf was es beim Drehen eines Horror-Slashers ankommt. Der Blutzoll ist gering, die Handlung passt auf einen Bierdeckel und auf sympathische Figuren hat man gleich ganz verzichtet. Angesichts der ohnehin schon vorhersehbaren Abläufe für Slasher ein Debakel, was RAVE PARTY MASSACRE zu einem ziemlichen Rohrkrepierer macht. Was bleibt sind immerhin ansprechende Bilder. Filmemacher JASON WINN experimentiert mit kreativen Kamerawinkeln, Fahrspielereien und atmosphärischer Ausleuchtung. Gute Ansätze, die aber nicht verbergen können, dass es sich bei genauerer Betrachtung nur um Amateurware auf gehobenem Niveau handelt. Demzufolge sollte man sich auf das Schlimmste gefasst machen. RAVE PARTY MASSACRE ist nur für Hardcore-Slasher-Fans geeignet. Wer gute und unterhaltsame Filme sucht, ist hier an der falschen Adresse.
 
 
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RAVE PARTY MASSACRE – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
 
Ein Slasher, der mit seinem reißerischen Titel in die Irre führt. Wer mit RAVE PARTY MASSACRE den Horrorklassiker TEXAS CHAINSAW MASSACRE und seine Fortsetzungen assoziiert, ist auf dem Holzweg und dürfte schnell enttäuscht werden. Statt ausufernde Gewalt- und Terrorexzesse gibt es Langeweile für Alle. Die Schauspieler agieren furchtbar und hölzern. Zudem ist der Blutzoll gering. Alles läuft nach klassischem Slasher-Muster ab. Das bedeutet, dass junge Menschen vor einem Killer mit Maske flüchten müssen und wenig überraschend nacheinander ausradiert werden. Nichts Neues also. Regisseur JASON WINN scheut beinahe zwanghaft Neuerungen. Das macht DEADTHIRSTY – so der anfängliche Titel – zu einer Schlafpille vor dem Herrn. Weil die Darsteller derart unbeholfen und unerfahren agieren, drückt sich RAVE PARTY MASSACRE beinahe freiwillig den Stempel Amateurfilm auf. Wer daher Qualität erwartet, sollte diesen Slasher meiden.
 
 
 


 
 
 

RAVE PARTY MASSACRE – Zensur

 
 
 
RAVE PARTY MASSACRE (oder DEADTHIRSTY) ist nicht sonderlich brutal. Ein Hals wird aufgeschlitzt, es gibt eine Blutpfütze zu sehen und eine Machete bohrt sich durch einen Körper. Im Gegensatz zu den meisten Slasher neueren Datums, kann dieser Film wegen seiner zurückhaltenden Zeigefreudigkeit beinahe im Kinderprogramm ausgestrahlt werden. Sollte sich ein Label trauen RAVE PARTY MASSACRE hierzulande veröffentlichen zu wollen, dürfte es ohne Probleme eine FSK16 geben.
 
 
 


 
 
 

RAVE PARTY MASSACRE – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Breaking Glass Pictures)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Bikini Girls on Ice (2009)
 
Pinup Dolls on Ice
 
Slasher House (2012)
 
All Through the House (2015)
 

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Filmkritik: „Cult of Chucky“ (2017)

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CULT OF CHUCKY

Story

 
 
 
Die Killerpuppe Chucky ist wieder da. Die treibt nun in einer psychiatrischen Anstalt ihr Unwesen und hat es auf Patientin Nica Pierce (FIONA DOURIF) abgesehen, die dem fiesen Bösewicht vor einiger Zeit schon einmal das Handwerk gelegt hat.

 
 
 


 
 
 

CULT OF CHUCKY – Kritik

 
 
 
Was waren die 1980er kreativ und abwechslungsreich. Da hat man sich was getraut und mit einfallsreichen Spezialeffekten Horrorfans Freudentränen beschert. Zu einer dieser Trick-Meisterleistungen gehört zweifelsohne die Auferstehung der Mörderpuppe Chucky, die sich vermutlich gerade wegen ausgeklügelter Tricktechnik über die Jahrzehnte zum Lieblingskiller unter Horrorfans gemausert hat. Knapp 30 Jahre nach dem ersten Leinwandauftritt ist der Plastikkiller immer noch in aller Munde und auch immer noch nicht totzukriegen. So wurde der Antiheld über die Jahre verbrannt, erschossen, in Stücke zerteilt und sogar eingeschmolzen. Dennoch kam der Mörderwicht immer wieder zurück, was vermutlich auch auf die Beliebtheit der Horror-Kreatur zurückzuführen sein dürfte. Mittlerweile gehen die Geschichten rund um Chucky und seine mehr oder weniger zähen Opfer bereits in die siebte Runde. Darin mutet man dem Zuschauer Neuerungen zu, die das langlebige Franchise dringend nötig hat.
 
 
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Um dem nunmehr siebten Abenteuer des Plastikkillers folgen zu können, sollte man den Vorgänger gesehen haben. CULT OF CHUCKY knüpft nämlich genau da an, wo CURSE OF CHUCKY geendet hat und zeigt, wie sich die im Rollstuhl sitzende Nica Pierce (FIONA DOURIF aus ARBOR DEMON) ihren Ängsten stellen muss. Die wurde in eine psychiatrische Anstalt für geisteskranke Straftäter eingeliefert, weil ihr niemand Glauben schenken möchte, dass eine Puppe viele Menschen im Teil zuvor getötet hat. Nach vier Jahren Aufenthalt ist die Patientin aber zum Entschluss gekommen, dass sie wohl selbst das Massaker an der eigenen Familien begangen hat und nicht die von einem Serienkiller besessene Puppe Chucky. Leider passieren – als habe man es geahnt – plötzlich wieder seltsame Dinge. Alles beginnt mit einer neuen Therapiemethode bei der die traumatisierte Nica mit der Vergangenheit konfrontiert werden soll. Doch der neue Heilungsansatz nimmt schnell blutige Ausmaße an. Die bösartige Horrorpuppe hat nämlich einen Weg gefunden, wie sie der ohnehin schon verstörten Heldin das Leben zur Hölle machen kann und hinterlässt dabei eine grausame Spur der Verwüstung. Gott sei Dank ist Andy Barclay (ALEX VINCENT) zur Stelle. Der bekam die finsteren Machenschaften des Mörderwichts bereits in Kindertagen zu spüren und will nun der inhaftierten Nica helfen. Hoffentlich kommt er da nicht zu spät, denn wer die Chucky-Filme gesehen hat weiß, dass die Killerpuppe zäh, hartnäckig und einfallsreich ist.
 
 
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Kleiner Mann ganz groß. Wer hätte gedacht, dass ausgerechnet mit CULT OF CHUCKY ein neues Kapitel in der langlebigen Chucky-Saga aufgeschlagen wird. Der mittlerweile siebte Teil geht andre Pfade und lenkt die Reihe damit in eine neue Richtung. Die Mörderpuppe hat endlich einen Weg gefunden in andere Körper zu schlüpfen und muss nun nicht mehr zwangsläufig im alten Puppenkadaver das Killer-Dasein fristen. Das öffnet dem beliebten Puppenfranchise neue Türen und bringt frischen Wind in die allmählich nicht mehr ganz so frische Horror-Serie, die im Jahr 1988 mit für damalige Verhältnisse ausgefeilter Puppenmechanik Millionen Kinofans das Fürchten lehrte. Doch damit nicht genug. CULT OF CHUCKY bleibt seiner Gruselrichtung treu. Die wurde bereits im Vorgänger CURSE OF CHUCKY eingeschlagen, weil es Horrorfans nach eher komödiantischen Ablegern der Horror-Serie so wollten. Zu sehen gibt es sterile Psychiatrie-Atmosphäre, gorige Splatter-Momente und jede Menge Schocks. Überhaupt nimmt Regisseur DON MANCINI die Meinungen und Wünsche seiner Fans ernst und hat abermals einen Fanfilm inszeniert. So scharrte er für CULT OF CHUCKY nicht nur bekannte Gesichter aus früheren Teilen vor die Kamera (unbedingt bis nach dem Abspann warten!). Auch Anspielungen und Querverweise zu den bisherigen Filmen werden endlich beantwortet und machen das Chucky-Universum zu einer runden Angelegenheit. Dennoch muss man wieder Abstriche machen. CULT OF CHUCKY ist nämlich eine Videofortsetzung, die es erst gar nichts ins Kino geschafft hat. Das sieht man der Produktion an, die trotz frostigem Klinik-Look dann doch ihre Video-Herkunft nicht verbergen kann. Dem Plastik-Killer fehlt der Detailreichtum aus den Anfangsjahren. Dort war man besonders darum bemüht Mimik und Gestik der Puppe so menschlich wie möglich zu gestalten. Wegen Budgetgründen musste darauf verzichtet werden. Chucky sieht daher nicht mehr wie ein Kino-Chucky aus, sondern eben wie eine Killerpuppe für den Videomarkt – günstig aber zweckerfüllend. Nichtsdestotrotz dürfte das eingefleischte Fans nicht weiter stören. Die bekommen das zu sehen, was man eben von einem Chucky-Film erwartet. Die Mörderpuppe tötet abwechslungsreich und hat wie eh und je einen zynischen Spruch auf den Lippen. Dass aufgrund der Beliebtheit des Killer-Spielzeugs ein offenes Ende obligatorisch ist, dürfte wohl niemanden wundern. Wegen der neuen Richtung darf man gespannt sein, was da noch kommen wird – vielleicht auch mal wieder was auf der großen Leinwand. Verdient hätte es der Freddy Krueger aus Plastik allemal.
 
 
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CULT OF CHUCKY – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Alles wie eh und je und doch irgendwie neu. Nach Schauer im Herrenhaus, einem Abstecher nach Las Vegas und blutigem Treiben beim Militär, verschlägt es die zynische Mörderpuppe nun in die Klapse. Chucky-Schöpfer und Regisseur DON MANCINI verlegt das Geschehen von CULT OF CHUCKY (vermutlich aus Budgetgründen) in eine Psychiatrie und profitiert von der Atmosphäre kühl-karger Klinikoptik. Somit werden gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe geschlagen. Weil man für triste Irrenhauskulisse nicht sonderlich viel Ausstattung benötigt, um Schauer einjagen zu können, war mehr Geld für Puppenmechanik und Splatter-Einlagen verfügbar. Leider kann CULT OF CHUCKY seine Videoherkunft nicht verleugnen und auch sonst vermisst man den abwechslungsreich gestalteten Kinolook vergangener Streifen der beliebten Puppen-Reihe. CULT OF CHUCKY benötigt ein wenig bis er an Fahrt gewinnt. Abermals wird zu Beginn verschleiert, wer hier Schabernack treibt. Weil jeder Zuschauer weiß, wer fürs Morden verantwortlich zeichnet, ist die künstlich aufgebaute Spannung fehl am Platz. Trotzdem ist der siebte Ableger besser, als er sich hier vermutlich liest. Ein Großteil dessen ist auf Neuerungen zurückzuführen, denn CULT OF CHUCKY geht überraschend innovative Wege und haucht so dem angestaubten Horror-Franchise frischen Wind ein. Den hat die Gruselserie auch dringend nötig, entwickelten sich die letzten Teile der Reihe nicht sonderlich weiter. Trotzdem gilt auch bei CULT OF CHUCKY bekannte Faustregel: Entweder man liebt die kultige Mörderpuppe oder man mag sie eben nicht. Da man für den siebten Aufguss die bisherigen Fortsetzungen der Horror-Serie gesehen haben muss, um auch alle Anspielungen auf die Vorgänger verstehen zu können, richtet sich CULT OF CHUCKY ohnehin an eingefleischte Fans des etwas anderen Serienkillers. Wir zumindest haben uns gut unterhalten gefühlt und sind froh Chucky wieder in blutiger Aktion gesehen zu haben. Das rabenschwarze Töten hat der Antiheld freilich nicht verlernt und ist auch im siebten Teil Programm. Der ist im Übrigen reichlich splattrig ausgefallen. CHUCKY 7 gehört demnach zum blutigsten Film der Reihe.
 
 
 


 
 
 

CULT OF CHUCKY – Zensur

 
 
 
CULT OF CHUCKY hat einige sehr blutige Szenen zu bieten. Die sind zwar überschaubar, aber dennoch sehr deftig. Dabei dürfte der blutigste Moment jener sein, in dem eine Protagonistin von herabfallenden Glasscherben zerstückelt wird. Hierzulande gab es für CHUCKY 7 eine Erwachsenenfreigabe – keine Jugendfreigabe. Geschnitten musste nichts werden.
 
 
 


 
 
 

CULT OF CHUCKY – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Universal Pictures Home Entertainment

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Cult of Chucky; USA 2017

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1, Französisch DTS 5.1, Italienisch DTS 5.1

Untertitel: Deutsch, Englisch, Niederländisch, Türkisch, Französisch, Italienisch, Spanisch, Portugiesisch, Dänisch, Finnisch, Norwegisch, Schwedisch, Isländisch, Arabisch, Hindi

Bild: 1.78:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 91 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wendecover

Extras: Unveröffentlichte Szenen (05:43), Im Wahnsinn von Cult of Chucky (06:42), Good Guy Gone Bad: Die Inkarnation Chuckys (05:01), Das Puppenhaus (07:36)

Release-Termin: 09.11.2017

 

Cult of Chucky [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 


 
 
 

CULT OF CHUCKY – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Universal Pictures Deutschland)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Robert the Doll (2015)
 
Annabelle 2 (2017)
 
Dolly Dearest (1991)
 
Chucky – Die Mörderpuppe (1988)
 


Filmkritik: „ExitUs – Play it Backwards“ (2015)

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EXITUS

(THE ASYLUM / BACKMASK / EXETER)

Story

 
 
 
Einige Kids werden in einer heruntergekommenen Psychiatrie – wie hätte es auch anders sein sollen – mit dem Bösen konfrontiert und müssen um ihr Leben bangen.
 
 
 


 
 
 

EXITUS – Kritik

 
 
 
Herr Nispel ist wieder am Start. Der deutsche Regisseur konnte sich in Hollywood mit Remakes bekannter Action- und Horrorfilme einen Namen machen. Leider blieb die letzte Regiearbeit weit hinter den Erwartungen zurück. Seine Neuinterpretation von CONAN DER BARBAR fand nach niederschmetternden Kritiken auch bei Zuschauern wenig Anklang. Der Film floppte und konnte seine Produktionskosten von 90 Millionen Dollar nicht wieder einspielen. Vermutlich einer der vielen Gründe, weshalb MARCUS NISPEL nun wieder kleine Brötchen bäckt und versucht mit günstigem Horrorquatsch an die einstigen Kassenerfolge anzuknüpfen. Weil ihm Horror bisher das meiste Lob eingebracht hat, ist die aktuelle Arbeit natürlich auch wieder im Genre angesiedelt und nennt sich vielversprechend EXITUS – PLAY IT BACKWARDS (in Amerika auch unter EXETER bekannt). Ein gute Entscheidung, konnte doch Nispel mit seiner gelungenen Neuauflage zu THE TEXAS CHAINSAW MASSACRE unter Beweis stellen, dass er weit mehr kann, als nur ansprechende Musikvideos für bekannte Künstler zu drehen.
 
 
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BACKMASK – so wie EXITUS – PLAY IT BACKWARDS anfangs noch heißen sollte – rückt mal wieder unartige Kids in den Mittelpunkt, die in einer leerstehenden Psychiatrie die Party ihres Lebens feiern wollen. In dem Gebäude fanden einst beunruhigende Dinge statt. Patienten wurden darin wie Gefangene behandelt und mussten fragwürdige Experimente über sich ergehen lassen. Ein großes Feuer machte dem unmenschlichen Treiben ein Ende und die Einrichtung zur Ruine. Jahre nach den Vorfällen will Gemeindepfarrer Conway (STEPHEN LANG aus A GOOD MARRIAGE) die Anstalt wiedereröffnen und sucht Hilfe für sein Vorhaben bei Investoren und Gemeindemitgliedern. Teenager Patrick (KELLY BLATZ) stellt sich für den Wiederaufbau zur Verfügung und nutzt die Gelegenheit, um die ehemalige Klinik zum Feiertempel umfunktionieren. Bei Drogen und Alkohol wird Musik rückwärts abgespielt, weil darin satanische Botschaften zu hören sein sollen. Letztendlich keine gute Idee, wird durch die Naivität der Halbstarken das Böse freigesetzt. Plötzlich sind Ausgänge verschlossen und Freunde verwandeln sich in aggressiven Furien, weil sie von einer fremden Macht kontrolliert werden, die kein Erbarmen mit neunmalklugen Kids besitzt.
 
 
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Da macht Herr Nispel nun schon etwas Eigenes und versemmelt es auch noch. Statt bereits Dagewesenes erneut aufzuwärmen, zeichnet er diesmal selbst fürs Drehbuch verantwortlich und kann das Kopieren trotzdem nicht lassen. Bei genauerem Hinsehen ist EXITUS – PLAY IT BACKWARDS nämlich nichts anderes, als eine hektisch geschnittene Aneinanderreihung bekannter Szenen aus beliebten Horrorklassikern, denen die unverkennbare Handschrift des Regisseurs aufgedrückt wurde. Schaut man sich die bisherigen Werke Nispels an bedeutet das mal wieder „Style over Substance“, denn statt sich mit Figuren und Geschichte zu beschäftigen, gibt es durchgestylte Bilder am Fließband zu sehen, die in ihrer Hochglanzästhetik dann doch mehr an aktuelle Musikclips erinnern. Bei einem so ausgeprägten Gespür fürs Visuelle kommen Story und Charaktere leider zu kurz. Letztere geben sich derart arrogant, nervtötend und unzugänglich, dass man ihnen ein schnelles Ablebend wünscht, damit die Nerven des Zuschauers geschont werden.
 
 
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Wenn aus besessenen Freunden lechzende Monster werden, die man sich nur durch möglichst kreatives Töten vom Hals halten kann, ist EVIL DEAD nicht weit. Raimis EVIL DEAD und Friedkins DER EXORZIST mussten wie so oft im Horrorfilm Pate stehen. MARCUS NISPEL vermischt Exorzismus- mit Besessenheitsthematik und bereichert EXITUS – PLAY IT BACKWARDS um Splatter-Exzesse, durch die bereits der erste EVIL DEAD Anfang der 1980er zu Bekanntheit gekommen ist. Vor allem für Gorefans eine gute Nachricht, bekommen die hier ein paar deftige Filmtode zu sehen, die makaber und unerwartet ihren Lauf nehmen. Leider ist das aber auch das Einzige, was zu erwähnen wäre, denn sonderlich gehaltreich ist Nispels neuer Streich leider nicht. Zwar gefallen einige Zitate aus genannten Filmen (es gibt den bekannten Spiderwalk aus dem EXORZIST zu sehen); dem Streifen mangelt es aber an Einzigartigkeit, um im Gedächtnis bleiben zu können. Bleibt zu erwähnen, dass die Pechsträhne Nispels auch mit EXITUS fortgeführt wird. Da kann man dem Regisseur nur nahelegen, dass er sich endlich mal dazu durchringen sollte, nicht immer Remakes und Plagiate bereits erfolgreicher Hits zu fabrizieren. In einer Zeit in der Horrorfans immer kritischer die filmischen Vergewaltigung liebgewonnener Klassiker beobachten, sollte man sich dreimal überlegen, ob man sich die Fanmeute zum Feind machen möchte – schließlich sind das die, die letztendlich die Filme kaufen sollen.
 
 
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EXITUS – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
EVIL DEAD meets THE EXORZIST – Eine visuell beeindruckende und rasant inszenierte Splatter-Geisterbahn mit deftigem Blutzoll. Dennoch gilt im Falle von EXITUS – PLAY IT BACKWARDS die Devise: außen hui, inner pfui. Statt wahllos alte Kultfilme neu aufzulegen, macht der Frankfurter Regisseur MARCUS NISPEL was Neues. Er nimmt sich einfach zwei bekannter Horrorklassiker, beraubt ihnen der besten Szenen und macht daraus ein Machwerk, in dem EVIL DEAD den EXORZISTEN trifft. Kopieren und nacheifern scheint Nispels Leidenschaft zu sein, was ihm so langsam leider nicht mehr so recht gelingen möchte. Nach dem CONAN-Remake-Flop ist THE ASYULM nämlich der nächste Streifen aus der Mache des für Musikvideos bekannten Regisseurs, an den sich in zehn Jahren keiner mehr erinnern wird. Nach einem starken Einstieg wird es eintönig und der Film konzentriert sich ausschließlich auf das Ausradieren seiner stereotypen und unsympathischen Figuren. Fans fürs grobe Handwerk dürfte das vermutlich kaum stören, dürften die mit den abwechslungsreichen Todesszenen ihre Freude haben. Klammert man jedoch die makabren Gewaltmomente aus, bleibt nur noch Hochglanzästhetik und sonderbarer Humor, der zu keiner Minute zünden möchte. Demzufolge sollte man nach der gelungenen Neuverfilmung des Terrorklassikers THE TEXAS CHAINSAW MASSACRE (2003) die Erwartungen herabschrauben. Auch wenn EXITUS visuell an den Terrorausflug erinnert; zwischen den beiden Filmen liegen Welten. Übrigens, die Titelschmiede verwirrt. EXITUS – PLAY IT BACKWARDS wird auch als BACKMASK und EXETER vermarktet. Wenn man da nicht durcheinander kommt.
 
 
 


 
 
 

EXITUS – Zensur

 
 
 
Ähnlich wie in EVIL DEAD werden hier aus Freunden besessene Furien, die nur eines im Sinn haben: töten. Die Kids wissen sich aber zur Wehr zu setzen und gehen nicht zimperlich gegen die besessenen Freunde vor. Es werden Zahnbürsten in Augen gerammt, ein Kronleuchter zerquetscht Körper und spitzes Mordwerkzeug kommt ebenfalls zum Einsatz. Schnell Schnitte sorgen dafür, dass sich die Effekte nicht so schnell entlarven lassen. Blutig geht es allemal zu, so dass EXITUS – PLAY IT BACKWARDS oder EXETER – so wie er in Amerika heißt – in Deutschland mit dem roten Freigabesticker in den Handel gekommen ist.
 
 
 


 
 
 

EXITUS – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) EuroVideo Medien GmbH

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Backmask; USA 2015

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.78:1 (@24 Hz)

Laufzeit: ca. 91 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Erstauflage im Steelbook

Extras: Trailer, Making-of „Behind the Blood“ (OmU)

Release-Termin: 27.08.2015

 

ExitUs – Play it Backwards – [Blu-ray Steelbook] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

EXITUS – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth

Die Rechte aller für die Review verwendeten Bilder liegen bei EuroVideo Medien GmbH

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Gallows Hills (2013)
 
Evil Dead (2013)
 
Besessen – Der Teufel in Mir (2012)
 
Speak No Evil (2013)
 
Beneath (2013)
 
The Quiet Ones (2014)
 
Here Comes the Devil (2012)
 
Evil Dead (1981)
 
Der Exorzist (1973)
 


Filmreview: „SX_CAM“ (2013)

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SX_CAM

(SXTAPE)

Story

 
 
 
Ein sexhungriges Paar dreht einen privaten Porno in einem verlassenen Krankenhaus und zieht die Missgunst eines zornigen Geistes auf sich, der zu Lebzeiten in der Klinik vergewaltigt wurde …
 
 
 


 
 
 

SX_CAM – Kritik

 
 
 
Der in London geborene und nun in LA lebende Regisseur BERNARD ROSE macht mal wieder einen Abstecher ins Horror-Genre und meldet sich mit einem Gruselfilm zurück, der sich einem aktuellen Horror-Trend unterwirft: Found-Footage. ROSE hat vor vielen Jahren mit CANDYMAN (1992) eine Kultfigur des modernen Schauerkino geschaffen, die neben Schlitzer-Kollegen wie CHUCKY, MICHAEL MEYERS und FREDDY KRUEGER aus der Horrorfilmwelt nicht mehr wegzudenken ist und die zu einer der wenigen Horror-Figuren gehört, die noch nicht durch die Recyclingpresse gejagt wurde, um ein Hochglanz-Remake in die Lichtspielhäuser bringen zu können. SX_CAM (im Original: SXTAPE) heißt das vorliegende Wackelkamera-Ding und wurde, was für ein Zufall, von STEVE SCHNEIDER produziert, der ja momentan Experte in Sachen Found-Footage zu sein scheint. Der finanziert ein verwackelte Filmchen nach dem nächsten und hat dafür gesorgt, dass Streifen wie der Werwolf-Schocker WER, die Öko-Katastrophe THE BAY, der Grusler HAUNT und sogar die PARANORMAL ACTIVITY-Reihe das Licht der Filmwelt erblicken durften. Leider macht sich mit der stetig steigenden Anzahl der von ihm produzierten Horrorfilme auch die Qualität in dessen Machwerken rar, denn einige der zuletzt von ihm finanzierten Streifen sind nun nicht gerade das Gelbe vom Ei. Umso verwunderlicher, dass sich Regisseur BERNARD ROSE für die Umsetzung von SX_CAM überreden lies, der hier vermutlich einen seiner bisher miesesten Film gedreht hat und eigentlich eher für grandios psychologische Thriller wie PAPERHOUSE – ALBTRÄUME WERDEN WAHR (1988) bekannt ist. Vielmehr erinnert SX_CAM an diese günstig erstellten Indie-Gurken, die von ambitionierten Neulingen gedreht werden, um erstmals Filmluft schnuppern zu dürfen.
 
 
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Es geht um die verwirrte Künstlerin Jill (CAITLYN FOLLEY), die gleich zu Beginn in einer Zelle verhört und mit dem Tod ihres Freundes Adam (IAN DUNCAN) konfrontiert wird. Sie scheint die einzige Überlebende eine mysteriösen Mordserie zu sein, die sich in einem leerstehenden Krankenhaus in Los Angeles ereignet haben soll. Leider kann sich die Gute an nichts erinnern, was der Polizei jedoch wenig förderlich ist. Was genau passiert ist, erlebt der Zuschauer in den folgenden 90 Minuten, denn Freund Adam hat die Geschehnisse mit dem Camcorder gefilmt und das Grauen auf Film festgehalten. Das gefunden Material dient Found-Footage typisch als Beweis für die Existenz paranormaler Aktivitäten und soll natürlich auch dem Zuschauer das Fürchten lehren, der jedoch nach der endlos langen Reihe an Filmen im Stile eines PARANORMAL ACTIVITY derart Schreckware so gar nicht mehr gruselig finden dürfte. Demnach ist das, was sich auf dem Speicher der Kamera befindet nach all den GRAVE ENCOUNTERS-Plagiaten wenig überraschend und allgemein bekannt. Jill und Adam sind ein junges Paar und immer auf der Suche nach dem besonderen Kick. Sex spielt in ihrem Leben eine wichtige Rolle, so dass die schnelle Nummer an möglichst reizvollen Plätzen mit Adams Kamera gefilmt werden muss. Ein verlassenes Krankenhaus soll der neue Schauplatz für das private Sexvideo werden, so dass man sich heimlich Zutritt zum Gebäude verschafft und erstmal ein kleines Schäferstündchen vor der Linse der Kamera hält. Was die beiden jedoch nicht wissen aber der Zuschauer ahnt: Hier spukt es. Eine rachsüchtige Geisterfrau wandelt durch die Flure und ergreift Besitz von der adretten Hauptdarstellerin. Die klagt plötzlich über Nasenbluten und Unwohlsein, erholt sich jedoch schnell wieder und fuchtelt wie wild mit einer Pistole vor den Gesichtern zweier Freunde umher, die wenig später auch noch in die Handlung stolpern, um die leerstehende Abtreibungs-Klinik zu erkunden. Am Ende werden alle Beteiligten durch die besessene Jill in den Filmhimmel transferiert und der Zuschauer erfährt, dass der wütende Geist auf sexhungrige Endzwanziger gar nicht gut zu sprechen ist, schließlich wurden die narkotisierten Patientinnen dieser Klinik vom Chefarzt persönlich auf dem Operationstisch vergewaltigt.
 
 
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Kennste einen, kennste alle. Wer schon einmal einen Geiserfilm in Wackelcam-Optik gesehen hat, dürfte so langsam die Fährte gewittert haben, an welchen Regeln sich die Macher solcher Werke orientieren. Man nehme einige kamerageile Protagonisten, verfrachte sie an einen düsteren Ort mit schlimmer Vergangenheit und schüttle die Kamera eifrig, damit der Zuschauer nicht erkennen kann, was da auf der Mattscheibe passiert. Zeigen sich dann nach Minuten der Langeweile endlich mal die zornigen Geister, wird deren Erscheinen von nervenaufreibenden Störeffekten begleitet, die selbstverständlich nur dann auftreten, wenn da mal ein schlecht geschminktes Gespenst durchs Bild saust. SX_CAM bedient sich den bekannten Klischees jener Filmgattung und versucht nicht einmal ansatzweise dem ausgelutschtem Found-Footage durch frische Ideen neue Impulse zu verleihen. Die Frage, die sich uns leider immer wieder stellt: Wer will die immer wieder gleichen, billig geschusterten Wackelcam-Filme sehen und wann endet endlich dieses förmliche Flut an immer wieder neuen Streifen dieser Art, die im Grunde genommen alle gleich sind und sich nur durch den Titel voneinander unterscheiden? Große Überraschungen darf der Zuschauer nicht erwarten, denn SX_CAM ist eines dieser halbherzigen Schreckensszenarien, die vermutlich nur allein des Geldes wegen gemacht wurden. Die Geschichte ist vorhersehbar und platt und die Handlung strotzt vor unzähligen Logiklücken. So bleibt unklar, warum in einer verlassenen Klinik noch gut funktionierende Überwachungsmonitore zu finden sind und weshalb das Gebäude 20 Jahre nach der Schließung noch immer mit Strom versorgt wird. Nach ersten Erkundungsstreifzügen klagt Jill (übrigens eine ganz nervtötende Kombo aus PARIS HILTON und BRITNEY SPEARS) über immenses Nasenbluten und eine bösartige Präsenz ist dem Paar dicht auf den Fersen. Mit Müh und Not findet die beiden den Ausgang und können sich in letzter Minute in Sicherheit bringen. In der nächsten Szene kehren Jill und Adam zurück in das verlassene Gebäude und erkunden es gemeinsam mit zwei Freunden – klingt logisch! Die Beweggründe ihres wirren Handelns scheint vermutlich nur Drehbuchschreiber ERIC REESE (sein Debüt) erklären zu können, der mit SX_CAM einen Film zu Papier gebracht hat, dessen Geschichte nicht im Geringsten interessant ist und von Regisseur BERNARD ROSE nur leidlich spannend in Szene gesetzt wurde.
 
 
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SX_CAM – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
SX_CAM (Originaltitel: SXTAPE) lässt Gruselfans die Nackenhaare zu Berge stehen, was jedoch hauptsächlich an der unheimlichen Sound-Kulisse liegen mag, als an der leidlich spannenden Geistergeschichte. CANDYMANN-Regisseur BERNARD ROSE konnte scheinbar mit dem Mikro-Budget von knapp einer halben Million Dollar nicht viel anfangen und hat mit SX_CAM nur einen typischen Vertreter des Found-Footage-Genres gedreht, der sich lieber bei anderen Werken bedient, statt eigene Idee zu liefern. Der Streifen ist eine überraschungsarme Kombination aus GRAVE ENCOUNTERS und PARANORMAL ACTIVITY, die dazu noch mit einer der nervigsten Hauptdarstellerin aufwartet, die man bis dato in einem solchen Machwerk zu Gesicht bekommen hat. Am Ende gibt’s immerhin einen gut getricksten Splatter-Effekt zu sehen. Ob der Zuschauer den überhaupt zu sehen bekommt bleibt fraglich, denn aufgrund der quälenden Vorhersehbarkeit, dürften die meisten Filmfans ohnehin vorzeitig abgeschalten haben.
 
 
 


 
 
 

SX_CAM – Zensur

 
 
 
SX_CAM hat nur einen wirklich deftigen, grafischen Effekt zu bieten und der wird ziemlich am Ende gezeigt. Da wird einem Protagonisten durch die Hand in den Kopf geschossen. Die Einschusswunde schaut ziemlich echt aus. In einer anderen Szene werden zwei weitere Charaktere ebenfalls mit einer Pistole erschossen. Hier sieht der Zuschauer die Morde aber nur aus der Sicht der Überwachungskamera. Das hat für eine FSK16 gereicht – ungeschnitten versteht sich.
 
 
 


 
 
 

SX_CAM – Deutsche Blu-ray

 
 
 
sx-cam-bluray

(c) 3L Vertriebs GmbH & Co. KG (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: SX_Tape; USA 2013

Genre: Horror, Thriller, Mystery

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.85:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 84 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Making of, Trailer

Release-Termin: 22.09.2017

 

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SX_CAM – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Grave Encounters 2 (2012)
 
House of Dust (2013)
 
Psych:9 (2010)
 


Filmreview: „House of Dust“ (2013)

house-of-dust-2013
 
 
 

HOUSE OF DUST

Story

 
 
 
Einige Teenager verschaffen sich unerlaubten Zutritt in eine verlassene Psychiatrie und ziehen die Aufmerksamkeit eines rachsüchtigen Geistes auf sich …
 
 
 


 
 
 

HOUSE OF DUST – Kritik

 
 
 
Die atmosphärischen Low-Budget-Grusler der 70er und 80er waren’s, die Regisseur A.D.CALVO nachhaltig geprägt haben. Insbesondere jene Filme in denen Zombies und Geister die Leinwand bevölkerten und die Toten in die Welt der Lebenden zurückkehren durften. Besonderen Eindruck hinterließen jedoch Streifen wie THE CHANGELING, THE SHINING und LET’S SCRAE JESSICA TO DEATH, die weniger durch Splatter glänzten, sondern das klassische Schauern zum Mittelpunkt machten. Nach einigen Kurzfilmen macht CALVO nun auch vermehrt Langfilme und hat sich, was für eine Überraschung, im Horror-Genre festgefahren. Nach ersten Gehversuchen mit THE MELANCHOLOY FANTASTIC und THE MIDGNIGHT GAME (beide warten immer noch auf eine deutsche Auswertung) verschlägt es den Filmemacher nun mit HOUSE OF DUST in die Welt der Geister und setzt auf Zutaten, die all den Lieblingsfilmen aus seiner Kindheit zum Erfolg verholfen haben. Mehr subtiler Grusel, weniger schaufreudiges Gemetzel – so die Devise, die CALVO mit seinem Irrenhaus-Horror verfolgt. Inspiration hat ihm ein Artikel aus der NEW YORK TIMES geliefert, wo von einem Abriss einer alten psychiatrischen Klinik in Oregon berichtet wurde in deren Keller man eine immense Sammlung Kupferblechbüchsen fand. Die provisorisch in Urnen umfunktionierten Dosen enthielten die Asche der verstorbenen Psychiatriepatienten, welche im hauseigenen Krematorium verbrannt wurden. Allein die Vorstellung einer der Behälter würde in Folge des Abrisses zu Schaden kommen und die Asche eingeatmet werden, verursachte in CALVO derart Gänsehaut, dass er sich an den Schreibtisch setzte, um am ersten Drehbuchentwurf zu HOUSE OF DUST zu kritzeln. Das Resultat wird aber leider nicht einmal ansatzweise dem gerecht, was CALVO in der Jugend schlaflose Nächte bereitet hat. HOUSE OF DUST ist so mit das Überflüssigste, was die Horrorwelt in der letzten Zeit erlebt hat, denn vom gewollt unheimlichen Gruselvergnügen ist weit und breit keine Spur.
 
Es geht um einige College-Kids, die mal wieder den Warnungen trotzen und auf Erkundungstour in eine verlassene Irrenanstalt gehen. Das Gebäude besitzt eine grauenvolle Vergangenheit und wurde selbstverständlich nicht grundlos geschlossen. Ein Arzt wurde dort auf gar grausige Weise aus dem Leben gerissen, der an seinen Patienten unethische Experimente durchgeführt hat. Bei ihren Schnüffeleien stoßen die neugierigen Teenager auf ein Regal mit geheimnisvollen Behältern in deren Inhalt sie die Asche verbrannter Patienten finden, die im klinikeigenem Krematorium eingeäschert wurden. In ihrer Unachtsamkeit stoßen die Studenten eine Urne aus dem Regal und reißen so die dunkle Seele des besonders wütenden Insassen Levius (JOHN LEE AMES) aus dem wohlverdienten Schlaf, der sich gleich den Körpern der ahnungslosen Eindringlinge bemächtigt und allerhand Unheil auf dem Campus anrichtet. Emma (INBAR LAVI) hat den sechsten Sinn und wittert das Unheil. Sie war selbst einmal Insassin einer psychiatrischen Anstalt und schluckt nun Medikamente, um nicht wieder seltsame Stimmen hören zu müssen. Die introvertierte Schülerin riecht schon bald die Lunte und merkt, dass mit ihren Mitschülern etwas nicht ganz richtig läuft. Als dann auch noch unbeliebte Studenten verschwinden, ergreift Emma Initiative und geht dem Spuk auf den Grund.
 
Geister, die durch verlassene Krankenhäuser und Psychiatrien spuken, scheinen mittlerweile in Mode zu sein. Der Überraschungserfolg GRAVE ENCOUNTERS und dessen Fortsetzung haben trotz Found-Footage-Zutat bewiesen, dass es nicht immer nur knarrende Türen und dunkle Flure alter Herrenhäuser sein müssen, die Unbehagen verursachen. Auch leerstehende Sanatorien mit finsterer Vergangenheit können mit ihren modrigen Operationssälen und vergilbten Gummizellen reichlich Gänsehaut entstehen lassen, vorausgesetzt ein Macher lehrt das Fürchten, der Meister seines Faches ist. So rein gar nicht meisterlich ist HOUSE OF DUST geworden, der nicht nur mit einer überraschungsarmen Handlung quält, sondern kaum Gruselfeeling zu bieten hat. Regisseur A.D.CALVO hat hier eine Schlafpille vor dem Herren gedreht, der es nicht ein einziges Mal gelingt dem Filmfan so etwas wie Schauer einzujagen. Stattdessen gibt es lapidaren Horror von der Stange, der eher rasches Einschlafen garantiert, als packend zu unterhalten. Ex-Psychiatriepatientin und Heldin Emma hört schon bald Stimmen und vermutet, dass die verschrieben Medikamente gegen Wahnvorstellungen nicht mehr wirken wollen. Da passieren komisch Dinge und die verunsicherte Protagonistin scheint den Verstand zu verlieren. Auch der Zuschauer wird reichlich verwirrt, kommt aber bald dahinter, dass hier ein Geist sein Unwesen treibt, der in die Körper aller Beteiligten schlüpft, um grausigen Schabernack zu veranstalten. Das liest sich zwar erfrischend kurzweilig, wurde aber in der Praxis quälend zäh umgesetzt. Um das behäbige Treiben aufzuwerten darf zumindest Emma-Darstellerin INBAR LAVI in sexy Outfits schlüpfen, so dass männliche Zuschauer immerhin einige hübsch verpackte Rundungen zu sehen bekommen. Für eine durchschnittliche Bewertung hat’s dennoch nicht gereicht, auch wenn HOUSE OF DUST in der letzten Szene Gas gibt und etwas Nervenkitzel zu bieten hat. Der dürfte vermutlich ohnehin zu spät über die Mattscheibe flimmern, denn bei so ereignislosem Grusel dürften die meisten Horrorfans schon nach nur wenigen Minuten abgeschalten haben.
 
 
 


 
 
 

HOUSE OF DUST – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
 
Solider Grusel-Nachschub für Fans unheimlicher Geisterfilme mit blutigem Auftakt und nettem Finale. Vier (!) Autoren (darunter der Regisseur selbst) haben am mageren Drehbuch zu HOUSE OF DUST geschrieben; dennoch scheint keinem von ihnen etwas Gescheites eingefallen zu sein. Der Film hat mit permanenter Ideenarmut zu kämpfen und hält sich mit dem Köcheln von Altbewährtem über Wasser. Es werden bekannte Geisterklischees abgeklappert und unsympathische Teenager verschwinden ganz unauffällig von der Bildfläche. Seltsamerweise hat Regisseur A.D.CALVO nicht nur gänzlich auf grafische Gewalt verzichtet, sondern auch den Gruselfaktor aus HOUSE OF DUST gestrichen. Für einen Spukfilm fatal, leben doch derart Filme von atmosphärisch ausgeleuchteten Kulissen, Gänsehautmomenten und deftigen Schockmomenten, die dem Zuschauer das Blut in den Adern gefrieren lassen. Jene Zutaten sucht man in HOUSE OF DUST vergebens, stößt dafür aber auf knapp 90 Minuten Langeweile, die zum vorzeitigen Abschalten animieren. Da fragt man sich doch glatt, was Anbieter ANCHOR BAY bewegt hat, diesen Quatsch zu vertreiben. Dessen Kutter segelt nämlich zu Beginn durchs Bild und wird eigentlich eher mit guten Filmen in Verbindung gebracht. Bei einem derart missglückten Gruselausflug kann man nur hoffen, dass Regisseur A.D.CALVO seine Pläne nicht in die Tat umsetzen wird. Denn glaubt man den Interviews, würde er gern ein Prequel zu HOUSE OF DUST drehen – um Gottes Willen!
 
 
 


 
 
 

HOUSE OF DUST – Zensur

 
 
 
HOUSE OF DUST ist nicht nur ein ziemlich lahmer Vertreter des Genres, sondern auch ein sehr blutarmer. Am Anfang bekommt ein Arzt einen Bohrer in den Kopf gerammt und einige Experimente an hilflosen Patienten gibt es ebenfall zu bestaunen. Danach ist Schluss mit lustig und der Film plätschert überraschungsarm daher. Gewalt gibt es leider kaum zu sehen, was HOUSE OF DUST eine ungeschnittene FSK16 bescheren dürfte.
 
 
 


 
 
 

HOUSE OF DUST – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Grave Encounters 2 (2013)
 
Sanitarium (2013)
 
Grave Encounters (2011)