Filmkritik: „Lamb“ (2021)

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LAMB

Story

 
 
 
Nachdem eins ihrer Schafe ein Wesen zwischen Mensch und Lamm gebärt, entscheiden Ingvar und María sich, es als Teil der Familie aufzuziehen.
 
 
 


 
 
 

LAMB – Kritik

 
 
Ein Sturm wütet auf der verschneiten, isländischen Weide und eine Pferdeherde flüchtet vor einer schwer atmenden Gestalt, die wir jedoch nicht zu sehen bekommen. Mit diesem stimmungsvollen Opener begrüßt uns das außergewöhnliche Drama „Lamb“, dessen wortkarge und auf beeindruckende Landschaftspanoramen setzende Inszenierung sich auch in den folgenden 100 Minuten fortsetzen wird. Im ersten der drei grob gleichlangen Kapitel, in die der Film eingeteilt ist, „passiert“ demnach auch nicht viel, bis auf der Alltag unserer Protagonisten María (Noomi Rapace) und Ingvar (Hilmir Snær Guðnason), einem Paar das auf ihrer recht isoliert wirkenden Schaafsfarm lebt.
 
 
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Das Aushelfen beim Gebären der Lämmer gehört ebenso zur Routine wie lange Fahrten mit dem langsam den Geist aufgebenden Traktor, Gespräche sind selten, Emotionen werden für sich ausgehandelt. Inmitten dieser leicht distanziert oder kühl wirkenden Umgebung und Beziehung wird nun plötzlich ein Lamm geboren, zu dem María von Anfang an eine mütterliche und fürsorgliche Beziehung aufbaut, zumal es sich – woraus in dem Werbematerial ja auch nie ein Hehl gemacht wurde – um ein Lamm/Mensch-Hybridwesen handelt, dessen Verhalten größtenteils dem eines Babys entspricht.
 
 
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Wenn Ada, so der Name des stummen Lammkindes, nun angezogen mit María im Blumenfeld sitzt oder mit Ingvar durch die malerische Umgebung fährt, sorgt das für einzigartig absurde, wunderbar surreale Bilder und zudem eine erfülltere Beziehung samt Familienglück, was mit anderen Motivationen also leicht in eine leichtfüßige, romantische Komödie abrutschen könnte. Süße Tiere, gefühlvolle und sanfte Musik, traumhafte Felder und warm beleuchtete Sets – es könnte so harmlos und kitschig sein. Doch nicht nur klopft Ingvars kleinkrimineller Bruder an die Pforte und bittet um Einlass, auch hat Adas eigentliche Mutter, das Schaf nämlich, ein großes Problem mit dem Kindesraub und stellt sich in Protest blökend vor das Fenster.
 
 
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Stimmungsvoll sepiafarbende Alpträume von Schafen, vernebelte Felder mit beängstigend schnaufenden Wolltieren, ein A24-Film mit bedrohlichem Trailer, der direkt an Black Philip aus „The Witch“ denken lässt – wer die Prämisse einmal geschluckt und ernst genommen hat, der könnte auch auf ganz andere Weise auf dem Holzweg sein. Denn trotz verunsichernder Momente und einer unterschwelligen Anspannung sowie Bedrohung ist „Lamb“ keinesfalls ein Horrorfilm. Nach dem behutsamen und langsamen Aufbau der Geschichte im ersten Akt herrschen nun erst einmal Dialoge, Konflikte und äußerst witzige Situationskomik vor, zwischen dramatischen Träumen und Trieben bleibt eine äußerst lebendige und authentische, betrunkene 80s-Synthiepop-Tanzszene im Gedächtnis, die wenig erzählt, aber die Charaktere noch menschlicher werden lässt.
 
 
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Die grobe Thematik rund um Verlust & Akzeptanz, Liebe & Missgunst wurde ähnlich, wenn auch deutlich zäher und weniger künstlerisch in z.B. „Vivarium“ verfilmt, während dieser aber ein farbenfrohes, unerwartetes und recht starkes Finale und Ende hat, ist mir bei „Lamb“ hingegen fast schon die Kinnlade auf den Boden gefallen – vorherigen Theorien, Metaphern oder angedachten Symboliken bewusst boykottierend und fast schon den Stinkefinger zeigend, endet es konsequent und irgendwie genau so dämlich wie amüsant, da der Kontrast zwischen todernstem Drama und fast schon memewürdig-merkwürdigem Genrefilm besonders deutlich und bewusst hervorgehoben wird. Gleichsam sind es die süßesten und niedlichsten Einstellungen des Films, die auf die tragische Hintergrundgeschichte unserer Charaktere hindeuten.
 
 
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Wer sich hier also spoilt hat schon verloren, denn „Lamb“ hatte für mich keine besondere Sogwirkung oder versteckte Genialität, sondern ist „einfach nur“ der sehr gut gemachte, höchst atmosphärische, minimalistisch aber überzeugend gespielte und großartig fotografierte, äußerst ungewöhnliche und simple, geradlinige Dramenfilm den man nach dem Lesen einiger Reaktionen erwartet hat – nur dass man das Ende, sowie einige Einstellungen oder Momente davor definitiv selber gesehen haben sollte, einfach um verwundert, aber interessiert zu grinsen.
 
 


 
 
 

LAMB – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
Weder Horrorfilm noch absurde Comedy, weder ein Meisterwerk noch ein Totalausfall – „Lamb“ ist ein hochwertig produziertes, eigensinniges Drama mit Mut zur Absurdität, das seine wilde Prämisse ernst nimmt und zum Interpretieren einlädt, nur um alle Konzepte dann wieder zu sabotieren. Etwas schleppend und wenig für 100 Minuten ist das zwar schon, aber eine einmalige Sichtung dürften genreoffene Filmfans, Bildästheten, A24-Fans und Freunde überraschender Enden wohl kaum bereuen.
 
 


 
 
 

LAMB – Zensur

 
 
 
„Lamb“ ist in Deutschland ungeschnitten und frei ab 16 Jahren zu haben.
 
 
 


 
 
 

LAMB – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Koch Films (Blu-ray im KeepCase)

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(c) Koch Films (4K-UHD + Blu-ray im Mediabook – Cover A)

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(c) Koch Films (4K-UHD + Blu-ray im Mediabook – Cover B)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Lamb; Island | Polen | Schweden 2021

Genre: Horror, Drama, Fantasy

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Isländisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.39:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 106 Minuten

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Blu-ray im Keepcase | Mediabook

Extras: Behind-the-Scenes, Teaser und Trailer, Bildergalerie | zusätzlich im Mediabook: Film auf UHD-Disc, Exklusiver Lamb-Pin (Nur für die ersten 100 Vorsteller im Koch Films Shop), Booklet mit einem Text von Robyn Kerkhof

Release-Termin: KeepCase + Mediabook: 28.04.2022

 
 

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LAMB – Trailer

 
 


 
 
 

Alexander Brunkhorst

(Rechte für Grafiken liegen bei Koch Films)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Vivarium – Das Haus ihrer (Alp)Träume (2019)
 
Borgman (2013)
 
Possession (1981)
 

Filmkritik: „Hunter Hunter“ (2020)

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HUNTER HUNTER

Story

 
 
 
Nach einigen beunruhigenden Funden muss eine abgeschieden im Wald lebende Familie drastische Entscheidungen treffen.
 
 
 


 
 
 

HUNTER HUNTER – Kritik

 
 
Auf Deutsch übersetzt hört die dritte Regiearbeit des kanadischen Regisseurs Shawn Linden auf den Namen „Jäger Jäger“, also der Jäger des Jagenden, und damit werden die später folgenden, sich wechselnden Machtverhältnisse dieses herrlich abgefuckten Streifens auch schon effektiv angedeutet – doch alles der Reihe nach.
 
 
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In der Abgeschiedenheit der bergigen, dicht bewaldeten, idyllischen kanadischen Landschaft leben Anne, Joseph und Renee ein ruhiges und toughes Leben zwischen Bärenfallen und Fellhandel, doch da die Geschäfte nicht laufen und ein Wolf vor der Tür zu wildern scheint, möchte Anne dass ihre mittlerweile 13-jährige Tochter doch in der Stadt aufwächst und zur Schule geht. Familienoberhaupt Joseph hingegen scheint gelinde gesagt von der alten Schule und vom „harten Schlag“ zu sein, was sich in wortkarger, implizit definitiv sturrsinniger, wenn nicht toxischer Maskulinität ausdrückt.
 
 

„Nothing pushes us out of our home.“

 
 
Hauptdarsteller Devon Sawa kann man dabei z.B. aus der Final Destination-Reihe oder auch dem Halloween-Kulthit „Idle Hands“ kennen, seine Frau wird von Camille Sullivan (Butterfly Effect, Sea Beast, The Traveler) gespielt, die Tochter des Paares von Summe H. Howell, die Genrefans noch aus den jüngsten beiden Filmen der Chucky-Reihe im Kopf haben dürften. Alle drei spielen sie angespannt, menschlich und realistisch genug um das Szenario zum Leben zu erwecken, was dank weniger Locations außerhalb des Walds und der Hütte sowie eines sehr überschaubaren Casts auch bitter nötig ist. Doch nicht nur aufgrund des Schauspiels, sondern auch aufgrund des schnell etablierten und nachvollziehbaren Konflikts kommt hier keine Langweile auf – natürlich will Anne ihr Zuhause auch nicht aufgeben und hat sich auch bewusst für eine isolierte Existenz entschlossen, doch sind ihre Existenzängste, nicht zuletzt aufgrund des Wolfs vor der Tür, nicht berechtigt?
 
 

„Tell momma I’m home after dark.“

 
 
Statt sich lange mit der Alltagsroutine oder den Beweggründen der Familie aufzuhalten, bricht Joseph stattdessen nach kurzer Zeit auf, den Wolf zu finden – und findet ihn tatsächlich in Rekordzeit. Doch weitere Spuren führen zu einem Fund, der höchst unerwartet ist und auf etwas deutlich Sadistischeres hindeutet, als auf einen Wolf. Und so ist also keine halbe Stunde vergangen und das Interesse des Zuschauers dürfte geweckt sein, doch als wäre das nicht genug folgt unmittelbar danach auch noch eine höchst mitreißende und unerwartet emotionale kleine Szene, in der die Beschützerinstinkte einer Mutter höchst glaubhaft und fesselnd verkörpert werden,was Sullivan mit aller Intensität zu spielen weiß.
 
 
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Abseits davon stellt sich nun langsam aber sicher der Eindruck eines zwar unterhaltsamen und teils sogar witzigen, aber eben auch recht gemütlichen Films ein, der nicht gerade vor Spannung oder Action explodiert – was kein wirklicher Kritikpunkt ist, aber einige sicher anders erwarten könnten. Nachdem Joe nämlich eine weitere Nacht alleine im Wald verbringt um weiter zu jagen, macht auch Anne unweit vom Haus eine beunruhigende Entdeckung und kontaktiert die lokalen Behörden, die sich allerdings wenig beeindruckt zeigen. Was mir an diesen Szenen besonders gefallen hat ist, dass sie nicht nur der Haupthandlung dienen und demnach schnell abgehandelt werden, sondern dass diese eigentlich unwichtigen Nebencharakter auch ihre eigenen kleinen Bögen und Motivationen haben, was für einen charakterstarken Unterhaltungsfaktor sorgt.
 
 
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Nachdem die Fallen alle ausgelegt, die Fährten angedeutet, die Stärken gezeigt und die Leitthemen grob etabliert wurden, ist es kurz nach der Hälfte des Films dann ein letzter Fund, der die Handlung relativ zügig zur Eskalation und zum Höhepunkt treibt – und meine Güte, ich kann nicht genug betonen wie wunderbar gnadenlos, bösartig, abgefuckt und charmant dieses Finale doch ist. Es kommt nicht aus dem Nichts, es ergibt Sinn, wenn man drauf achtet kann man es auch durchaus weiter deuten, problematisch oder clever finden – aber ein wenig wirkt es trotzdem so, als hätte man den Film um diese herrliche Szene drumrum geschrieben. Ohne noch irgend ein weiteres Wort über diesen solide inszenierten, gut aussehenden aber nicht sonderlich hübschen, kurzweiligen aber nicht besonders schnellen, interessanten aber nicht immer spannenden, sowie mit Genre-Elementen versehenden, aber nicht eindeutig der Horror, Thriller oder Mystery-Schiene folgenden Film zu verlieren, hier eine kleine Empfehlung für schnörkellose, wenngleich auch etwas gemächliche 90 Minuten. Wer hier bei den Credits nicht breit grinst, der hat wohl schon vorher abgeschaltet – aber es lohnt sich, wirklich.
 
 


 
 
 

HUNTER HUNTER – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
Sympathischer, charmanter, technisch stimmiger Thriller/Horror/Mystery-Hybrid mit guten Performances, interessanter Thematik und ikonischem Ende.
 
 


 
 
 

HUNTER HUNTER – Zensur

 
 
 
„Hunter Hunter“ ist in Deutschland ungeschnitten und frei ab 18 Jahren zu haben.
 
 
 


 
 
 

HUNTER HUNTER – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Koch Films (Blu-ray im KeepCase)

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(c) Koch Films (4K-UHD + Blu-ray im Mediabook)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Hunter Hunter; Kanada | USA 2020

Genre: Thriller, Drama, Mystery

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.39:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 93 Minuten

FSK: FSK18 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Blu-ray im Keepcase | Mediabook

Extras: Interviews, Trailer | zusätzlich im Mediabook: Film auf UHD-Disc, Booklet

Release-Termin: KeepCase + Mediabook: 28.04.2022

 
 

Hunter Hunter [Blu-ray im KeepCase] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

Hunter Hunter [4K-UHD + Blu-ray im Mediabook] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

HUNTER HUNTER – Trailer

 
 


 
 
 

Alexander Brunkhorst

(Rechte für Grafiken liegen bei Koch Films)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Prey (2019)
 
Demigod – Der Herr des Waldes (2021)
 

Filmkritik: „Kosmetik des Bösen“ (2020)

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KOSMETIK DES BÖSEN

(A PERFECT ENEMY)

Story

 
 
 
Als der erfolgreiche Architekt Jeremy Angust am Flughafen von einer jungen Holländerin angesprochen wird, ahnt er noch nicht dass dies der Beginn des intensivsten Trips seines Lebens wird.
 
 
 


 
 
 

KOSMETIK DES BÖSEN – Kritik

 
 
Nachdem ich vor einigen Jahren bereits den 2016 erschienenen, immmerhin als „ganz nett“ vermerkten Gangsterthriller „Toro“ des spanischen Regisseurs Kike Maíllo Iznájar gesehen habe, kreuzen sich unsere Wege nun, mit seinem mittlerweile vierten längeren Projekt, erneut. Der Film beruht auf dem zehnten Roman der französischen Autorin mit dem Alias Amélie Nothomb und erzählt eine recht zeitlose Geschichte, in der ein Architekt im von ihm designten Flughafen von einer jungen Frau angesprochen wird, die sich mit laufender Spielzeit aufdringlicher und aufdringlicher verhält.
 
 
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So schnell wie hier die Prämisse genannt wurde kommt auch der Film selber zu potte, denn auch wenn es sich im Großen und Ganzen durchaus um einen behutsamen Slow-Burn handelt, der seine Informationen nach und nach offenbart, so spielt sich ein Großteil des Plots doch im Dialog innerhalb des Flughafens ab – und der beginnt nach wenigen Minuten. Eben weil wir das hübsch eingefangene Setting aber nicht mehr verlassen und sich auch keine weiteren Personen mehr in die Haupterzählung einmischen werden, dürfte der endgültige Sehgenuss wohl äußerst abhängig von der Genrevorerfahrung des Zuschauers sein.
 
 
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Guckt man nämlich nur dann und wann mal einen Mystery- oder Thrillervertreter, liest man nur dann und wann mal eine fiktive, spannende, moderne Geschichte in Romanform, so kann man sicher nicht nur bestens unterhalten, sondern eben auch wirklich angespannt und überrascht werden – Tomasz Kot und Athena Strates haben eine ganz wunderbare Chemie und verkörpern glaubhaft ihre jeweiligen Rollen, die Inszenierung ist unspektakulär aber stets kompetent und mit immerhin einer handvoll sehenswerter Einstellungen versehen, der Soundtrack ragt an Stellen gar über das generische Thriller-Mittelmaß hinaus und versteht es, ganz ohne Hektik oder Actionszenen für Aufregung zu sorgen.
 
 
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Doch wo es bei mir gehapert hat, das waren Rätsel- oder Verlaufsspannung im dritten Akt, denn gerade wenn sich die Ereignisse eigentlich dramatisch zuspitzen oder für hochschellenden Puls sorgen sollten, ist die Katze stattdessen schon lange aus dem Sack bzw. so offensichtlich, dass ich nicht glauben konnte hier schon wieder „so“ eine Story mit „der“ Auflösung serviert zu bekommen. Nachdem sich das Genrekino in den letzten zwei Jahrzehnten nämlich zahlreich neu erfunden, unterwandert und neue Standards gesetzt hat, fällt so eine 1:1 übernommene 2000er-MysteryVorlage dann leider doch allzu bitter auf, wenn es um die eigentliche Auflösung geht.
 
 
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Wer spitzen Dialogen und guten Performances also was abgewinnen kann, sich mit typischen, oftmals skandinavischen, modernen 2000er-Thrillern und -romanen gerne mal ein paar kurzweilige Stunden macht und beim eigenen Miträtseln meistens verliert, der kann diesen hochqualitativen, durchaus zeitweise recht cleveren, kurzweiligen 90-Minüter auf jeden Fall mal mitnehmen – alte Genrehasen hingegen kommen hier vermutlich allzu schnell selber auf die Pointe, was den Rest zum genießbaren, aber eben auch leeren Beiwerk verkommen lässt. Wer sehr ähnliche Erzählstrukturen und Ideen mit mehr und besseren Twists sowie Auflösungen sehen will, dem empfehle ich den ebenfalls spanischen „Contratiempo“, bei uns „Der unsichtbare Gast“ genannt.
 
 


 
 
 

KOSMETIK DES BÖSEN – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
Hochwertig inszenierte, gut gespielte, spitz geschriebene Thrillergeschichte mit Kurzweil und Thrill, aber auch Vorherhsehbarkeiten und wenig Originalität.
 
 


 
 
 

KOSMETIK DES BÖSEN – Zensur

 
 
 
„Kosmetik des Bösen“ ist in Deutschland ungeschnitten und frei ab 16 Jahren zu haben.
 
 
 


 
 
 

KOSMETIK DES BÖSEN – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Koch Films (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: A Perfect Enemy; Deutschland | Frankreich | Spanien 2020

Genre: Thriller, Krimi

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.39:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 90 Minuten

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Blu-ray im Keepcase

Extras: Bilder vom Set, Trailer

Release-Termin: KeepCase: 24.03.2022

 
 

Kosmetik des Bösen [Blu-ray im KeepCase] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

KOSMETIK DES BÖSEN – Trailer

 
 


 
 
 

Alexander Brunkhorst

(Rechte für Grafiken liegen bei Koch Films)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Der unsichtbare Gast (2016)
 
Julia’s Eyes (2010)
 
Der Sanitäter (2020)
 

Filmkritik: „Slaxx“ (2020)

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SLAXX

Story

 
 
 
Wem die Liste der mordenden Gegenstände noch nicht lang genug ist, für den wurde wohl „Slaxx“ gemacht, denn genmanipulierte Baumwolle sorgt plötzlich dafür, dass eine Jeans mächtig viel Lust verspürt zu morden.

 
 
 


 
 
 

SLAXX – Kritik

 
 
Nachdem nahezu alle Tiere bis hin zum Hamster sich mal durch die trashige Horrorlandschaft morden durften, bekamen auch die an sich leblosen Gegenstände vermehrt Aufmerksamkeit. Egal ob ein Rucksack, Donuts, Tomaten, Tische, Kondome oder auch Reifen – Die Liste an Killer-Gegenständen ist erstaunlich lang. Zu dieser gesellt sich nun „Slaxx“ hinzu, der sich zwar enorm trashig anhört, eigentlich aber ein sehr ernstes Anliegen besitzt. Dieser Ansatz ist löblich, nur leider wurde nebenbei vergessen, einen unterhaltsamen Film zu drehen.
 
 
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Um welche Kritik es „Slaxx“ geht, ist dabei nicht schwer herauszufinden. Man braucht eigentlich nur zu erwähnen, dass es um eine Modekette geht, die Nachhaltigkeit und Fair-Trade anpreist, ihre Ware aber aus genmanipulierter Baumwolle herstellt, die zusätzlich auch noch in Indien durch Kinderarbeit gewonnen wurde. Dabei kommt eine ganz tolle, neue Hose auf den Markt, die sich optimal an jede Figur anpassen soll. Ein paar Mitarbeiter des Geschäfts sollen für den kommenden Montag alles vorbereiten, wenn die Hose ihr Verkaufsdebüt feiert. Dafür werden sie extra eingeschlossen, um auch alles ganz geheim zu halten. Und schon geht es bereits einem nach dem anderen an den Kragen.
Die weitere Kritik richtet sich natürlich an den Verbraucher selbst, der oftmals möglichst billige Ware haben möchte und damit solch Dinge wie Kinderarbeit und schlechte Arbeitsbedingungen erst ermöglicht. Nebenbei bekommt noch die Generation „Influencer“ ihr Fett weg. Die Idee hinter „Slaxx“ ist wirklich nicht verkehrt und die Themen, welche man hier anspricht, verdienen es angesprochen zu werden. Auf offene Ohren stößt man bei der breiten Masse nicht ungern mal mit einem Film, der dann auch ruhig als Horrorkomödie durchgehen darf. Die problematische Thematik verliert dadurch ja nicht an Gewicht. Wenn das Resultat jedoch ziemlich langweilig ist, darf bezweifelt werden, ob sich jemand danach noch an den Film erinnert und somit auch an die Problematik, die er anspricht.
 
 
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Dabei lässt sich aus handwerklicher Sicht eigentlich gar nicht so viel bemängeln. Selbstverständlich hat „Slaxx“ nicht das große Geld gekostet, denn dafür ist sein Nischendasein einfach zu offensichtlich. So muss man sich mit doch recht einfallslosen Schauplätzen zufriedengeben, die optisch nicht gerade als Highlight zu verbuchen sind. Ansonsten ist die Inszenierung aber sauber und seine Qualitäten besitzt der Streifen durchaus. Für die Regisseurin Elza Kephart, die auch mit am Drehbuch schrieb, war „Slaxx“ wohl eine Herzensangelegenheit. Sie hat innerhalb der letzten 20 Jahre ein paar wenige Male Regie geführt, war ansonsten jedoch nicht sehr fleißig in diesem Bereich. Dafür kann sich die Inszenierung dann doch sehen lassen und vor allen Dingen die mordende Hose wurde gut umgesetzt. Es ist sicherlich nicht so leicht einer Hose einen Charakter zu verleihen und sie als Mörder dazustellen. Diesem Film ist dies überraschend gut gelungen und da viele Szenen per Greenscreen realisiert wurden, gibt es nicht mal so viele billige CGI-Effekte zu betrachten.
 
 
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Allerdings besitzt „Slaxx“ ein großes Problem. Er versteift sich so sehr darauf mit erhobenem Zeigefinger und der Moral daher zu kommen, dass der Spaß scheinbar komplett vergessen wurde. Als Komödie scheitert das Werk nämlich leider nahezu komplett. Rassen-Gags über Vorurteile etc. wurden jedenfalls vor 20 Jahren schon ansprechender und witziger präsentiert. Ob man eine Tanz-Einlage der Hose nun zwangsläufig gebraucht hätte, ist fragwürdig, aber immerhin ist dies eine der wenigen Szenen, die wohl länger in Erinnerung verweilen dürfte. Das Ableben der überwiegend unsympathischen Protagonisten ist nämlich nicht viel reizvoller ausgefallen. Hier hätte man es echt krachen lassen können. Wenn schon eine Hose für die Morde höchstpersönlich zuständig ist, hätte man abgefahrene Kills spendieren können. Es wird aber sicherlich auch dem geringen Budget zu verschulden sein, dass man meist nur rote Farbe an die Wand spritzen sieht und vieles im Off stattfindet. Es gibt zwei, drei Szenen, die schön splatterig sind und gute, von Hand gemachte Effekte besitzen. Nur ist das im Endeffekt zu wenig.
 
 
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Obwohl „Slaxx“ eine Laufzeit von gerade mal 76 Minuten (mit Abspann) besitzt, zieht er sich nämlich ganz schön in die Länge. Dabei ist die Einleitung schnell abgehandelt und bis die Hose zum Einsatz kommt, vergeht echt nicht viel Zeit, aber es mag einfach keinerlei Spannung aufkommen. Somit versagt das Werk auch als Horrorfilm. Dass die Figurenzeichnung nebenbei ziemlich unsympathisch geraten ist, war sicherlich beabsichtigt, ist aber nicht gerade förderlich für die Spannung. Romane Denis, Brett Donahue und Sehar Bhojani spielen die einzigen drei größeren Rollen zwar ganz passabel, können jedoch wenig reißen. Sowohl ihre Darstellung, wie auch ihre Charaktere hat man nach dem Film fast schon wieder vergessen. Das ist schade, weil es auch immer mal wieder ein paar gelungene Momente zu betrachten gibt. So ist gerade die Szene, in welcher man verblüffend glaubwürdig die Motive der Killer-Hose erfährt, in ihrer Schlichtheit erstaunlich gut geraten. Im Endeffekt reicht das allerdings nicht, wenn der Rest nach einem völlig bekannten Schema abläuft, welches definitiv eine Frischzellenkur vertragen hätte können.
 
 
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SLAXX – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
„Slaxx“ klingt auf dem Papier nach einem total abgefahrenen Trash-Fest, bietet dann im Endeffekt aber eher gepflegte Langeweile. Die Moral dahinter ist sehr ernst und es ist löblich, dass dieses Thema angesprochen wird, aber es bringt auch niemandem etwas, wenn eine Horrorkomödie einfach keinen Spaß machen will. Von daher war die Idee gut, aber die Umsetzung schlecht. Es wird leider wirklich nicht lustig und mit Horror hat das ebenfalls nichts zu tun. Lediglich die handwerklich simple, aber passende Arbeit, drei passable Hauptdarsteller, zwei, drei schöne Splatter-Effekte und ein paar gelungene Einfälle retten hier vor der Totalkatastrophe. Ansonsten wird man nämlich enttäuscht. Der Unterhaltungswert ist überwiegend schlecht. Da ist kein Witz, keine Spannung, zu wenig Action, zu wenig Gore. Außerdem ist die Figurenzeichnung doof und man hätte es hier einfach viel, viel mehr krachen lassen müssen, um dem Zuschauer ein unvergessliches Vergnügen zu bieten. Dann doch lieber noch mal die Killertomaten; der war zwar doof, dafür aber unterhaltsam!
 
 


 
 
 

SLAXX – Zensur

 
 
 
„Slaxx“ ist in Deutschland ungeschnitten und frei ab 16 Jahren zu haben.
 
 
 


 
 
 

SLAXX – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Koch Films (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Slaxx; Kanada 2020

Genre: Horror, Komödie, Trash

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.40:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 76 Minuten

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Blu-ray im Keepcase

Extras: Trailer, Trailershow

Release-Termin: KeepCase: 24.03.2022

 

Slaxx [Blu-ray im KeepCase] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

SLAXX – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei Koch Films)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Das blutrote Kleid (2018)
 
Rhea M – Es begann ohne Warnung (1986)
 
Bed of the Dead (2016)
 
Überfall der Mörderrucksäcke (2006)
 
Monsieur Killerstyle (2019)
 

Filmkritik: „La Abuela – Sie wartet auf dich“ (2021)

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LA ABUELA – SIE WARTET AUF DICH

(LA ABUELA)

Story

 
 
 
Als Susana sich um ihre Großmutter kümmert, die einen Schlaganfall erlitten hat, kann das junge Model noch nicht ahnen, dass nach ihrer Jugend getrachtet wird.

 
 
 


 
 
 

LA ABUELA – Kritik

 
 
Horrorfilme lassen sich ganz grob in zwei Kategorien unterteilen. Da gibt es die, welche den Zuschauer einfach nur unterhalten wollen und jene, die ein wichtiges Thema ansprechen. Der spanische Horrorfilm „La Abuela – Sie wartet auf dich“ versucht sich an einem ernsten, alltäglichen Thema und wirkt damit reichlich ambitioniert, erfindet das Rad jedoch keineswegs neu und kommt zuweilen etwas zu langatmig daher.
 
 
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Susana arbeitet in Paris als Model, pflegt aber dennoch ein gutes Verhältnis zu ihrer Großmutter Pilar, die in Madrid lebt. Als diese eines Tages einen Schlaganfall erleidet, ist für Susana klar, dass der Job warten muss. So reist sie nach Madrid, um sich um ihre Großmutter zu kümmern. Doch es dauert nicht lange, bis Susana bemerkt, dass mit Pilar etwas nicht stimmt. Abgesehen davon, dass sie durch den Schlaganfall nicht mehr spricht und geistesabwesend zu sein scheint, ist da noch etwas. Scheinbar hat es Pilar auf die Jugend ihrer Enkelin abgesehen. Sofern man durch irgendwelche Umstände nicht schon früher das Zeitliche segnet, ist das Thema Altern eines, was uns alle betrifft. Zusätzlich ist es ein Thema, mit dem sich die meisten eher ungern beschäftigen, weil es natürlich keine schöne Vorstellung ist, dass man vielleicht irgendwann selbst mal auf Hilfe angewiesen ist und alltägliche Dinge nicht mehr alleine bewerkstelligen kann. Ein Horrorfilm darüber zu drehen, ist keine schlechte Idee. Das Thema des Alterns zieht sich durch das gesamte Werk und zumindest ein bisschen Anspruch lässt sich hier erkennen. Darüber hinaus ist das Drehbuch von „La Abuela – Sie wartet auf dich“ allerdings auch recht simpel und bedient den Grusel-Standard. Viele neue Ideen sollte man nicht erwarten und dennoch funktioniert die Handlung ganz ordentlich.
 
 
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Um an dem Werk Gefallen zu finden, sollte man jedoch die ruhige Machart bevorzugen, denn „La Abuela – Sie wartet auf dich“ lässt sich ungemein viel Zeit. Die Einleitung ist langsam und bis es überhaupt mal zu gruseligen Aspekten kommt, vergeht schon gut und gerne über ein Drittel der Laufzeit. Selbst hinterher lebt das niemals vom großen Tempo. Alle Szenen werden langsam aufgebaut. Die subtile Herangehensweise steht dem Film gut und lässt teilweise eine starke Atmosphäre entstehen, es wäre aber dennoch nicht verkehrt gewesen, wenigstens ab und zu mal aus dem Schema auszubrechen. Das hätte das Treiben doch abwechslungsreicher gemacht. Die gut 90 Minuten Laufzeit können ein paar Längen deshalb nicht verstecken. Das ist manchmal doch etwas zu unspektakulär. Auch der Grusel hält sich dabei in Grenzen. Man arbeitet mit ganz simplen Tricks. So kommen wahrscheinlich Türen, die sich von alleine öffnen und schließen niemals so richtig aus der Mode in diesem Genre. Effekte spielen fast gar keine Rolle und selbst wenn man diese Art und Weise wertschätzt, so hätte „La Abuela – Sie wartet auf dich“ doch etwas mehr Horror und etwas mehr Nervenkitzel vertragen können. Lobenswert ist hingegen der Verzicht auf billige Jumpscares.
 
 
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Regisseur Paco Plaza konnte sich vor allen Dingen durch die Filmreihe „[Rec]“ einen Namen bei Horrorfans machen, hat darüber hinaus aber auch schon andere gute Genre-Filme gedreht. Die Inszenierung ist ihm durchaus gut gelungen. „La Abuela – Sie wartet auf dich“ bleibt seinem simplen Prinzip auch bei den Kulissen treu. Vieles spielt sich in der Wohnung ab, nur selten geht es mal nach draußen. Es gibt allgemein kaum Dialoge und so wirkt das Geschehen teilweise schon etwas zu monoton. Starke Kamerafahrten und geschickt in Szene gesetzte Grusel-Momente entschädigen dafür allerdings. Das Finale darf dann noch etwas lauter werden und dient zusätzlich mit einem kleinen Twist, der jedoch ziemlich vorhersehbar ist. Der versprochene Body-Horror bleibt übrigens größtenteils aus. Mehr oder weniger hat man es schon mit einem üblichen Gruselfilm zu tun, der aber immerhin ein schön böses Ende besitzt und von einem recht stimmungsvollen Score begleitet wird.
 
 
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Viele Darsteller braucht „La Abuela – Sie wartet auf dich“ nicht. Hauptrollen gibt es nur zwei zu sehen, diese liefern dafür jedoch ordentlich ab. Almudena Amor passt gut in ihre Rolle. Man nimmt ihr das herzensgute Mädchen, welches sich um die Großmutter kümmern möchte, ab. Ziemlich beeindruckend ist die Leistung von Vera Valdez, welche nicht nur im Film 85 Jahre, sondern auch im echten Leben so alt ist. Das verleiht dem Werk Authentizität. Valdez spricht quasi kein einziges Wort und vermag es dennoch den Zuschauer zu fesseln. Ihre Ausstrahlung ist schon stark. Deutlich weniger stark ist leider die Figurenzeichnung. Man erfährt so gut wie nichts über Susana und Pilar. Weder über die Personen einzeln, noch über ihre scheinbar enge Beziehung. Gewisse Dinge, wie eben die Tatsache, dass Pilar ihrer Enkelin so etwas Schlimmes antun will, wirken deshalb nicht gerade fein herausgearbeitet. Gerade weil sich der Film teilweise doch etwas wie ein Drama anfühlt, hätte man hier gerne mehr Tiefgrund in die Charakterisierung stecken dürfen.
 
 
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LA ABUELA – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
„La Abuela – Sie wartet auf dich“ nimmt sich ein ernstes, unangenehmes Thema und transportiert dieses in einen Horrorfilm, der am ehesten Fans vom subtilen Grusel ansprechen dürfte. Die Handlung ist zwar simpel und besitzt kaum neue Ideen, wirkt mit ihrer Prämisse aber durchdacht und ambitioniert. Leider verliert die Figurenzeichnung dagegen schon deutlich an Boden, denn hier hat man es sich etwas zu leicht gemacht. Optisch, sowie auch akustisch, ist das Ganze etwas zu monoton geraten und manche Szenen sorgen mit ihrer Langsamkeit für Längen, aber die Inszenierung kommt dennoch routiniert daher und weiß zu gefallen. Die enorm ruhige, aber irgendwie auch bedrohliche Atmosphäre lässt selten Nervenkitzel aufkommen und hätte noch mehr Grusel vertragen können, wirkt ansonsten jedoch dicht und rund. Die ordentlichen Leistungen der beiden Hauptdarstellerinnen runden den kleinen, unspektakulären Film solide ab. „La Abuela – Sie wartet auf dich“ ist nicht der große Wurf, macht es sich in seiner Ruhe teilweise zu gemütlich, weiß im Endeffekt aber dennoch souverän zu unterhalten!
 
 


 
 
 

LA ABUELA – Zensur

 
 
 
„La Abuela – Sie wartet auf dich“ ist in Deutschland ungeschnitten und frei ab 16 Jahren zu haben.
 
 
 


 
 
 

LA ABUELA – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Koch Films (Blu-ray + DVD im Mediabook)

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(c) Koch Films (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: La abuela; Frankreich | Spanien 2021

Genre: Horror, Drama

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Französisch DTS-HD MA 5.1, Spanisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.85:1 (1080p) | @24 Hz

Laufzeit: ca. 100 Minuten

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Blu-ray im Keepcase | Mediabook

Extras: Trailer, Trailershow, Bildergalerie { zusätzlich im Mediabook: Booklet, Film auf DVD

Release-Termin: Mediabook + KeepCase: 24.03.2022

 

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LA ABUELA – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei Koch Films)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Relic (2020)
 
The Taking of Deborah Logan (2014)
 

Filmkritik: „Titane“ (2021)

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TITANE

Story

 
 
 
Zwei tragische Schicksale prallen aufeinander, als die erotische Tänzerin Alexia auf den Feuerwehrkommandanten Vincent trifft und sich beider Narben der Vergangenheit schmerzhaft in die Gegenwart bohren.

 
 
 


 
 
 

TITANE – Kritik

 
 
Als Julia Ducournau vor mittlerweile sechs Jahren ihren zweiten abendfüllenden Spielfilm „Raw“ auf die Zuschauer und Festivals dieser Welt losließ, war zu Recht von einer wichtigen neuen Stimme im europäischen Genrekino die Rede. Radikal, erfrischend, kreativ, persönlich und trotzdem in jeder Einstellung künstlerisch wurden hier (unter anderem) die Ängste einer verunsicherten jungen Frau thematisiert, zwischen Coming-of-Age-Drama mit BodyhorrorMomenten, galligem Humor und philosophischen Fragestellungen.
 
 
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Der heißersehnte Nachfolger heißt nun „Titane“ und wer dachte dass „Raw“ bereits fordernd oder unangenehm war oder eine maximal selbstaufopfernde Hauptperformance lieferte, der wird hier tatsächlich noch eines Besseren belehrt – dafür gab es die goldene Palme in Cannes und viele enttäuschte bis empörte „Was soll das denn bitte?!“-Reaktionen in den Reviewsektionen der bekanntesten Onlineshopping-Vertreter. „Was man nicht verstehen kann, ist ja so abgefahren, das muss Kunst sein.“, schlußfolgert dort einer und auf Youtube hagelt es verzerrte Gesichter weil „WTF?! Sex with a car?!“ – denn ja, in diesem Film gibt es Geschlechtsverkehr zwischen Mensch und Maschine. Aber sehr viel reduktiver oder am Punkt vorbei können diese verstörenden, berührenden 108 Minuten Charakterdrama wirklich nicht zusammengefasst werden.
 
 
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Nach einem Unfall im Kindesalter hat unsere Protagonistin Alexia auf Lebenszeit eine Titanplatte im Schädel, kennen lernen tun wir sie nach vollnackten, realistisch statt voyeuristisch gefilmten Duschszenen dabei, wie sie einen aufdringlichen Fan umbringt. Eine phallusförmige Waffe wird in den Schädel gedrückt, weiße Flüssigkeit schäumt aus dem Mund des ehemals übergriffigen Begrabschers. Zusammen mit weiteren, schnell folgenden Nacktszenen beim Duschen, erotischen Tänzen und bildhübscher, kalter, nächtlicher Industriebilder könnte nun schnell der Eindruck eines weiteren, relativ durchschaubaren feministischen Horrorfilms aufkommen – doch so simpel bleibt es natürlich nicht.
 
 
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Ohne die Story nachzuerzählen oder spoilen zu wollen kann verraten werden, dass Geschlechterrollen und Schicksalsschläge jederzeit präsent und wichtig bleiben, doch die erste halbe Stunde nach den genannten Szenen jegliche Idee von Interpretationen in den Hintergrund rücken lässt, da sie so derart brutal, heftig, gnadenlos und verstörend daher kommt. Die unangenehmen Details und Nahaufnahmen eines „Raw“ konnte ich wahrlich besser verdauen, als diese grafischen und schonungslosen Einlagen schierer menschlicher Zerstörung, mit der der erste Akt dieser Unterkiefer herunterklappen lassender Geschichte beginnt. Jim Williams Score ist episch, aufbrausend, elegant und betörend aber auch dramatisch und so filmisch, wie es sich bei diesen durchgängig makellosen, wenn auch oft grausamen Bildern gehört.
 
 
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Dass Hauptdarstellerin Agathe Rousselle hier erst in ihrer dritten Rolle zu sehen ist, kann man wirklich kaum glauben. Egal wie nackt, dreckig, hässlich, blutverkrustet, hemmungslos heulend oder emotionslos Gräueltaten verübend, egal ob komplett unverständlich und antagonisisert oder menschlich und fast schon nachvollziehbar, in keiner Szene wird je vor irgendwas zurück geschreckt und weder für den Zuschauer noch Rousselle gibt es je Gnade zu erwarten. Das ist auf Spielfilmlänge vielleicht punktuell kräftezehrend, doch wie anstrengend und belastend die wochenlangen Dreharbeiten mit diesen Themen und Szenenanweisungen gewesen sein muss, kann man sich wirklich nicht ausmalen.
 
 
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Ein Stück weit weniger selbstzerstörerisch, dafür aber ebenso physisch präsent und gerade durch psychologische Facetten beeindruckend ist Vincent Lindons komplexe Rolle als Feuerwehrmann, der an seinem Alter, seiner Maskulinität und Vergangenheit zu kämpfen hat und für die einzig witzigen und hoffnungsvollen, mit emotionalsten Momente des Films sorgt. Würde die Jury jegliche Genre- und gerade Horrorfilme nicht so vernachlässigen, hier sollte es für beide Hauptperformances Oscars regnen.
 
 
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„Titane“ als Langext zu beschreiben oder kritisieren, ohne Storydetails zu spoilern oder den Mehrwert der blinden Erstsichtung zu nehmen, ist kein einfaches Unterfangen und selbst Vergleiche zum jüngeren, verspielteren, unfokussierterem „Raw“ werden diesem Biest kaum gerecht. Zu eigen, zu drastisch, zu eindringlich ist diese viszerale, technisch fantastische Tour-de-force, als dass ich weitere Worte über ihre Oberfläche verlieren sollte – angucken, sinnieren, genießen
 
 


 
 
 

TITANE – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
Kunstvoll sowie emotional aufgeladener, distanzierter und unterkühlter, dann wieder tiefmenschlich und empathischer, einzigartiger Film mit zwei oscarwürdigen Performances, Mut zur Hässlichkeit, druckvollem Soundtrack und mehreren Szenen, die sich einbrennen.
 
 


 
 
 

TITANE – Zensur

 
 
 
Das Drama „Titane“ ist in Deutschland ungeschnitten und frei ab 16 Jahren zu haben.
 
 
 


 
 
 

TITANE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Koch Films (Blu-ray im KeepCase)

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(c) Koch Films (Blu-ray + CD im Steelbook)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Titane; Belgien | Frankreich 2021

Genre: Thriller, Drama, Science Fiction

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Französisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.40:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 108 Minuten

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Blu-ray im Keepcase mit Schuber | Steelbook

Extras: Trailershow, Interview mit der Regisseurin & Interview mit Regisseurin und Hauptdarstellern, Trailer | zusätzlich im Steelbook: Soundtrack auf CD

Release-Termin: KeepCase + Steelbook: 03.02.2022

 

Titane [Blu-ray im KeepCase] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

Titane [Blu-ray + Scoundtrack-CD im Steelbook] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

TITANE – Trailer

 
 


 
 
 

Alexander Brunkhorst

(Rechte für Grafiken liegen bei Koch Films)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Raw (2016)
 
Possessor (2020)
 
Der Samurai (2014)
 

Filmkritik: „Masquerade – Try to survive the Night“ (2021)

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MASQUERADE – TRY TO SURVIVE THE NIGHT

(MASQUERADE)

Story

 
 
 
Für ein kleines Mädchen wird ein Abend zum Albtraum, weil zwei Diebe bei ihr und ihrer Babysitterin einbrechen. Werden die Eltern rechtzeitig zurück sein?

 
 
 


 
 
 

MASQUERADE – Kritik

 
 
Selbst der Home-Invasion-Thriller ist mittlerweile ziemlich totgenudelt, weil es in den letzten Jahren einfach zahlreiche solcher Prämissen gab. Die Grundzutaten sind dabei stets simpel und deshalb muss die Inszenierung schon sitzen, wenn der Zuschauer spannend unterhalten werden soll. „Masquerade“ stellt nun den gefühlt hunderttausendsten Film dieser Gattung dar und wirkt von Anfang an wenig originell. Doch das muss nicht heißen, dass das Werk nichts taugt. Ob sich eine Sichtung lohnt, erfahrt ihr nun Stück für Stück.
 
 
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Die elfjährige Casey ist alleine mit ihrer Babysitterin, denn ihre wohlhabenden Eltern befinden sich auf einer Wohltätigkeitsveranstaltung. Dummerweise brechen genau an diesem Abend zwei Gauner ein, die es auf wertvolle Gemälde der Familie abgesehen haben. Schnell ist Casey auf sich alleine gestellt und muss sich gegen die beiden Einbrecher verteidigen, aber zum Glück sind ihre Eltern schon auf dem Weg nach Hause. Eine nette Barkeeperin hat nämlich angeboten, sie nach Hause zu fahren, aber steckt hinter diesem Angebot vielleicht mehr dahinter? Etwas schade ist, dass das Drehbuch gar nicht erst versucht, den Zuschauer auf eine falsche Fährte zu locken. Von vornherein ist klar, was hier gespielt wird und deshalb bleiben Überraschungen auch komplett aus. Dabei hätte man die Sache mit Rose ruhig etwas undurchsichtiger gestalten können. Es wird zwar am Ende versucht noch eine Pointe zu servieren, aber diese ist dermaßen konstruiert und unwichtig für das vorherige Geschehen, dass sie eigentlich keine echte Rolle für die Wertung der Geschichte spielt. Ansonsten gibt die simple Home-Invasion-Prämisse natürlich sowieso eher weniger her. Die Geschichte ist in solchen Filmen meistens sehr simpel und das darf auch so sein, nur muss dann eben der Rest funktionieren und das tut er bei „Masquerade“ nur bedingt.
 
 
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Man kann dem Werk nicht wirklich vorwerfen, total billig zu wirken, wobei früh ersichtlich wird, dass nicht viel Budget zur Verfügung stand. Dieses braucht man für einen effektiven Film dieser Art aber eigentlich auch nicht, denn der Schauplatz sollte sowieso begrenzt sein. Genau hier will „Masquerade“ dann etwas zu viel, weil er einen ausufernden Nebenstrang präsentiert, der sich mit Rose und den Eltern beschäftigt. Ständig wechselt das Geschehen zwischen diesen Ereignissen und dem Einbruch bei Casey. Somit kann jedoch leider keinerlei klaustrophobische Stimmung aufkommen und der Fokus auf einen Strang wäre hier durchaus effektiver gewesen. Ansonsten kann man der Inszenierung allerdings nicht besonders viel vorwerfen. Regisseur Shane Dax Taylor, der bisher nicht sonderlich viel gedreht hat, versteht sein Handwerk einigermaßen und rein optisch geht der Film ebenfalls in Ordnung. Die überwiegend dunklen Bilder sind niemals zu dunkel, so dass man genügend erkennen kann, die Schnitte wirken sauber und allgemein ist die handwerkliche Arbeit für diese Preisklasse okay. Es mangelt zwar an echten Schauwerten, doch damit kann man leben.
 
 
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Deutlich schwerer wiegt da schon die Tatsache, dass es „Masquerade“ leider niemals so richtig gelingt, eine Spannung aufzubauen. Obwohl man keine Gefangenen macht und es früh eine Leiche gibt, sucht man nach der echten Bedrohung vergebens. Mit seinen gerade mal 80 Minuten Laufzeit ist der Film ganz schön kurz geraten und trotzdem lässt er sich kaum als kurzweilig bezeichnen. Bereits nach der ersten Hälfte führt man die zwei Handlungsstränge zusammen, aber die Splittung zuvor wirkt zu willkürlich und will keinen echten Sinn ergeben. Action ist Mangelware und einen Überlebenskampf im eigenen Haus durfte man schon deutlich aufregender beobachten. Mit viel Gewalt sollte man da nun auch nicht rechnen. Nicht, dass das Werk diese gebraucht hätte, aber so hätte das Szenario noch etwas roher wirken können. Allgemein ist die Atmosphäre nämlich eher seicht. „Masquerade“ ist sehr bemüht schön düster und böse zu wirken, aber es gelingt ihm einfach nicht so richtig. Nur der passable Score sorgt noch für etwas Stimmung.
 
 
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Wenigstens sind die Darsteller ganz okay. Mit Bella Thorne konnte man einen größeren Namen gewinnen und selbst wenn sie relativ gelangweilt agiert, ist ihr Schauspiel doch routiniert. Besonders die kleine Alyvia Alyn Lind überzeugt und ihr nimmt man die Emotionen sogar richtig ab. Bei ihr funktioniert auch die Figurenzeichnung einigermaßen, die insgesamt doch eher plump und sehr konstruiert wirkt. Es ist wirklich schade, dass es nicht packender ist, der kleinen Casey zuzuschauen, denn durch das Spiel von Lind wäre dies durchaus möglich gewesen, aber die restlichen Darsteller sind dann doch eher unwichtig, agieren nicht schlecht, aber auch niemals auffällig und ein Mitfiebern kommt kaum zustande.
 
 


 
 
 

MASQUERADE – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
Aus „Masquerade“ hätte mehr werden können, weil die Grundzutaten bewährt sind und an sich gar nicht so schlecht bedient werden. Die Story stellt sich allerdings selbst ein Bein, weil sie versucht das Geschehen komplexer zu gestalten, als es eigentlich ist und alleine mit dieser Erzählart wird das mit der Spannung nichts. Die handwerkliche Arbeit ist unspektakulär, aber sauber, die Darsteller sind okay, aber meistens belanglos. Nur die kleine Lind gibt sich mehr Mühe, als es der Film eigentlich verdient hätte. Trotz der kurzen Laufzeit ist diese filmische Angelegenheit ganz schön langatmig und Dinge wie Spannung oder Action kommen kaum auf. Die Atmosphäre versucht krampfhaft mächtig böse und düster zu sein, was ihr nur leider selten gelingt. Ein paar Momente sind ganz ordentlich und die Inszenierung erfüllt ihren Zweck, doch darüberhinaus hat „Masquerade“ leider relativ wenig zu bieten.
 
 


 
 
 

MASQUERADE – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung von „Masquerade – Try to survive the Night“ ist ungeschnitten und frei ab 16 Jahren.
 
 
 


 
 
 

MASQUERADE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Koch Films (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Masquerade; USA 2021

Genre: Thriller, Horror

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.00:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 80 Minuten

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Blu-ray im Keepcase

Extras: Trailer

Release-Termin: KeepCase: 09.12.2021

 

Masquerade [Blu-ray im KeepCase] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

MASQUERADE – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei Koch Films)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Mit der Nacht kommt der Tod (1998)
 
Kidnapped (2010)
 
Home Invasion (2016)
 

Filmkritik: „Demonic“ (2021)

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DEMONIC

Story

 
 
 
Per 3D-Simulation soll eine junge Frau den Kontakt mit ihrer im Koma liegenden Mutter aufnehmen. Dieses Experiment hat fatale Folgen.

 
 
 


 
 
 

DEMONIC – Kritik

 
 
Vor zehn Jahren hätte die Filmwelt wahrscheinlich noch begeistert aufgeschrien, wenn Neill Blomkamp einen neuen Film inszeniert. Mit seinem Debüt „District 9“ feierte der Südafrikaner 2009 nämlich einen großen Erfolg, der sowohl Filmfreunde, wie auch Kritiker begeistern konnte. Danach folgten zwei Filme, die an diese Qualitäten nicht anknüpfen konnten und auch der Posten als Regisseur für „Alien 5“ verpuffte im Nichts. Nun feiert Blomkamp mit „Demonic“ sein Comeback, doch bereits die ersten Kritiken ließen die Erwartungen sinken. Und leider kommt es so, wie man erwarten durfte: „Demonic“ will viel, bietet im Endeffekt aber so gut wie nichts und verkommt so zu einer lauen Luftnummer, die man echt nicht gesehen haben muss.
 
 
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Vor vielen Jahren hat Carly ihre Heimat verlassen, weil ihre Mutter des mehrfachen Mordes angeklagt wurde, worunter Carly sehr gelitten hat. Eines Tages meldet sich ein Pharma-Konzern bei Carly. Ihre Mutter liegt im Koma und die Wissenschaftler wollen unbedingt, dass Carly ihre neue Technologie ausprobiert. Mit Hilfe dieser kann sie per 3D-Simulation in die Gedanken ihrer Mutter schlüpfen und so Kontakt mit ihr aufnehmen. Carly ist von der Idee wenig begeistert, willigt jedoch ein, aber in dem Unterbewusstsein ihrer Mutter lauert Schreckliches. Neill Blomkamp kann Science-Fiction; das hat er besonders mit „District 9“ bewiesen und er schreibt an den Drehbüchern zumindest immer selbst mit. Im Falle von „Demonic“ stammt die Geschichte jedoch von ihm ganz alleine und storytechnisch versagt der Film leider nahezu vollkommen. Was auf dem Papier noch halbwegs interessant klingt, ist in der Umsetzung an Belanglosigkeit kaum zu überbieten. Man bekommt als Zuschauer nicht mal wirklich mit, weshalb sich die Geschehnisse ereignen, die man hier beobachtet. Auf eine clevere Pointe muss man ebenfalls verzichten und mit Dämonen hat das Ganze nun auch nicht gerade viel zu tun. Selbst als anspruchsloser Horrorfan wird man von dieser Story enttäuscht, obwohl verschiedene Einzel-Ideen ja an sich gar nicht mal schlecht wären.
 
 
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Nur leider kann Blomkamp diese einfach nicht zu einem stimmigen Gesamtbild formen. Das größte Problem wird wohl sein, dass der Science-Fiction-Experte nun gerne ins Horrorfach wandern wollte. Und Horror kann der Mann eben nicht, was man an „Demonic“ eindrucksvoll erkennen kann. Die Inszenierung wirkt insgesamt eher gelangweilt und die Horror-Szenen stammen dermaßen von der Stange, dass man auch gleich in billige C-Movie-Gefilde abdriften kann. Ein großes Budget stand Blomkamp nicht mehr zur Verfügung, doch es mangelt auch gar nicht mal so sehr am Geld. Eine schicke Optik ist nämlich dennoch gelungen und zu billig wirkt der Film optisch niemals. Dass die 3D-Simulationen nicht perfekt aussehen, ist sogar relativ authentisch. Hier hat man mit der Volumetric-Capture-Technik gearbeitet, welche echte Welten nachträglich virtuell darstellt. Das Ergebnis sieht durchaus interessant aus und bedient dann wieder die Science-Fiction-Elemente, die Blomkamp so gut beherrscht. Nur wie bereits erwähnt, funktioniert die Symbiose mit dem Horror so gar nicht, weil der Regisseur hier nur den billigsten Standard bedient.
 
 
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Man hätte über die ein oder andere Schwäche noch hinwegsehen können, doch das endgültige Aus beschert „Demonic“ die Figurenzeichnung. Gerade auch in diesem Punkt war Blomkamp zuvor viel besser. Was er hier jedoch geschrieben hat, lässt sich am treffendsten mit dem Adjektiv lieblos beschreiben. Von Anfang an erhält der Zuschauer überhaupt keinen Draht zu den Charakteren. Die Hintergrundgeschichte von Carlys Mutter wird fast gar nicht erwähnt und die Protagonistin selbst wird einem auch nicht näher gebracht. Alles daran ist künstlicher, als die Bilder der virtuellen Realität und so stellt sich ein Mitfiebern mit den Figuren bereits ab der ersten Filmminute ein. Die Darsteller haben da natürlich von vornherein einen ganz undankbaren Job. Carly Pope gibt sich alle Mühe und agiert durchaus brauchbar, kann aber eben auch nichts an der miesen Figurenzeichnung ändern. Alle anderen Schauspieler sind okay, doch niemand kann hier einen bleibenden Eindruck hinterlassen.
 
 
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Es sollte nun keine große Überraschung sein, dass der Unterhaltungswert nicht viel taugt. Den Anfang lässt man sich noch gerne gefallen und das Potenzial wirkt im ersten Drittel noch relativ vielversprechend, doch bereits hier kommt eigentlich gar keine Spannung auf. Im weiteren Verlauf verschlechtert sich dieser Zustand zusehends. Der mittlere Teil ist fad und will nicht so richtig auf den Punkt kommen, während das Finale dann versucht besonders aufregend auszufallen. Plötzlich gibt es irre Wendungen und viel mehr Action, aber profitieren kann „Demonic“ davon niemals, weil man als Zuschauer hier bereits lange das Interesse verloren hat. Es mangelt im Endeffekt einfach ganz erheblich an Atmosphäre. Der Film ist nämlich überhaupt nicht gruselig, nicht ansatzweise unheimlich oder beängstigend. Als Horror versagt das also auf ganzer Linie, aber selbst die Science-Fiction-Elemente wirken beliebig. Am Ende bleibt ein generischer Score und viel heiße Luft um nichts, wobei die Effekte noch ganz schick ausgefallen sind. Wirklich brutal wird es aber natürlich auch nicht.
 
 


 
 
 

DEMONIC – Fazit

 
 
 
3 Punkte Final
 
 
Selbst wenn Geschmäcker im Endeffekt natürlich sehr verschieden sind, fragt man sich bei „Demonic“ schon zurecht, was dieser Film eigentlich soll. Zur Unterhaltung dient er jedenfalls nicht. Die Grundprämisse hätte reizvoll sein können, ein paar Ideen sind solide und die optische Umsetzung ist nun auch nichts, was man alle Tage sieht. Außerdem agieren die Darsteller doch ganz passabel. Das bringt dem Streifen jedoch alles nichts, weil die Inszenierung völlig langweilig erscheint und die Atmosphäre nicht den Hauch von Horror besitzt. Die gesamte Geschichte könnte belangloser kaum sein, aber diese lieblose 08/15-Figurenzeichnung stellt „Demonic“ schlussendlich komplett das Bein. Von diesem Sturz kann sich der Film nicht erholen, selbst wenn das Finale viel Action bieten will. So ambitioniert die Idee von Blomkamp also vielleicht mal gewesen sein mag, so fad ist das Ergebnis und für eine Empfehlung reicht das leider nicht ansatzweise aus!
 
 


 
 
 

DEMONIC – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung von „Demonic“ ist ungeschnitten und frei ab 16 Jahren.
 
 
 


 
 
 

DEMONIC – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Koch Films (Blu-ray im KeepCase)

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(c) Koch Films (DVD + Blu-ray im Mediabook)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Demonic; Kanada 2021

Genre: Thriller, Horror

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch, Englisch

Bild: 2.00:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 104 Minuten

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Blu-ray im Keepcase | Mediabook

Extras: Trailer | zusätzlich im Mediabook: Film auf DVD, Booklet

Release-Termin: KeepCase: 31.12.2021 | Mediabook: 31.12.2021

 

Demonic [Blu-ray im KeepCase] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

Demonic [DVD und Blu-ray im Mediabook] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

DEMONIC – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei Koch Films)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Cell (2000)
 
eXistenZ (1999)
 
Virtuosity (1995)
 

Filmkritik: „Outback“ (2019)

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OUTBACK

Story

 
 
 
Für ein junges, verliebtes Paar wird ein Trip ins australische Outback zum wahren Horrortrip, als es sich verirrt und plötzlich ums Überleben kämpfen muss.

 
 
 


 
 
 

OUTBACK – Kritik

 
 
Der Survival-Thriller kommt nicht besonders oft mit Vertretern daher, aber diesem Szenario etwas abzugewinnen, stellt sich auch als gar nicht so leicht heraus. Wenn es keinerlei anderweitige Gefahr gibt und der Überlebenskampf in der Wildnis alleine im Fokus steht, braucht man schon ein sehr gutes Drehbuch, um den Zuschauer bei der Stange zu halten. „Outback“ gibt sich diesbezüglich wirklich die größte Mühe und ist handwerklich ordentlich gemacht, scheitert aber an dermaßen vielen Unglaubwürdigkeiten, dass das Zuschauen wahrlich keine Freude darstellt.
 
 
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Wade und Lisa, ein amerikanisches Paar, reisen nach Australien. Wade hat sich die Reise sicher etwas anders vorgestellt, denn er macht seiner Lisa einen Heiratsantrag, den diese ablehnt. Trotzdem muss man den Urlaub nun irgendwie verbringen und da verschlägt es das angeschlagene Paar ins australische Outback. Ohne überhaupt großartig vorbereitet zu sein, führt sie das GPS in die Irre und ehe sich die Beiden versehen, müssen sie auch schon ums nackte Überleben kämpfen. Menschen verhalten sich nicht selten doof, unterschätzen Gefahren und sind an ihrem Schicksal gerne mal selbst Schuld. „Outback“ soll auf einer wahren Begebenheit basieren und es ist nur zu hoffen, dass sich dies nicht so zugetragen hat, wie das Drehbuch es uns schildert, denn hier haben sich wirklich viele Fehler eingeschlichen, die jeder, der auch nur eine Folge von Bear Grylls und Konsorten gesehen hat (oder aber auch ein wenig gesunden Menschenverstand) besitzt, verhindern könnte. Natürlich gibt die Handlung nicht sonderlich viel her, aber das muss sie auch in dieser Form nicht tun. Hier wäre es nur sehr wichtig gewesen, das Geschehen authentischer zu gestalten und in diesem Punkt versagt vor allen Dingen eines: Die Figurenzeichnung!
 
 
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Wade und Lisa werden uns als sympathisches, junges Paar vorgestellt, welches wohl etwas unterschiedliche Ansichten über die Zukunft besitzt. Der Streit um den gescheiterten Heiratsantrag wäre nicht notwendig gewesen, denn er sorgt nicht gerade für Tiefe, aber er stört auch nicht wirklich. Am Anfang verhalten sich beide noch einigermaßen plausibel und man kauft ihnen ihre Figurenzeichnung durchaus ab. Doch sobald man sich dann im Outback befindet, sagt man dem Realismus auf Wiedersehen. Wade soll angeblich bei der Army sein und macht die simpelsten Fehler, die man in der Natur machen kann. Natürlich läuft man einfach mal los, um dann bei Sonnenuntergang den Rückweg anzutreten! Noch schlimmer ist allerdings der Überlebenskampf, denn dieser will null authentisch wirken. Wenn Lisa nach etlichen Tagen ohne einen einzigen Tropfen Flüssigkeit (was alleine schon sehr unrealistisch ist) sich immer noch so sehr davor scheut Urin zu trinken, dann wirkt das einfach unglaubwürdig. Selbst wenn man sich noch nie in einer solchen Situation befand, was jedem zu wünschen ist, kann man schnell erkennen, dass der Regisseur und Drehbuchautor es scheinbar ebenfalls noch nie hat.
 
 
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Dabei muss man Mike Green, der mit „Outback“ sein Spielfilmdebüt gab, immerhin zu gute heißen, dass er das Werk handwerklich wirklich gut hinbekommen hat. Die Schauplätze machen etwas her, sehen hübsch aus und werden von der Kamera toll eingefangen. Billig wirkt daran überhaupt nichts und die Inszenierung holt aus dem simplen Szenario genügend heraus. Gut gemacht, ist „Outback“ also auf jeden Fall und zusätzlich profitiert er von grundsoliden Darstellern. Die einzigen, beiden Hauptrollen werden von Taylor Wiese (sehr ordentlich) und Lauren Lofberg (immerhin passabel) gut verkörpert. Wäre ihre Figurenzeichnung nicht so an den Haaren herbeigezogen, dann hätte man mit diesen Charakteren durchaus mitfiebern können. Leider geht einem das dämliche Verhalten der beiden Figuren jedoch alsbald auf die Nerven, so dass es einem relativ egal ist, was mit ihnen geschieht. Auch hier sei noch mal erwähnt: Man muss sich selbst nicht unbedingt in einer solchen Situation befunden haben, um auf ein paar clevere Ideen zu kommen.
 
 
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Was bleibt, ist am Ende ein Unterhaltungswert, der kaum überzeugend ist. Dabei gefällt der Start sogar noch einigermaßen gut. Das erste Drittel ist unspektakulär, lädt jedoch zum Australien-Trip ein, bietet viele Kulissenwechsel und zwei Menschen, mit denen man noch etwas anfangen kann. Sobald dann der Survival-Thriller beginnen soll, verliert sich „Outback“ in seiner eigenen Belanglosigkeit. Da werden zwar alle typischen Zutaten aufgefahren, doch irgendwie verharmlost man sie auch alle. So steht die Suche nach Wasser nie im Fokus, selbst giftige Tierchen können einem nicht wirklich etwas anhaben. Stattdessen beschwert man sich weiter darüber, dass es ekelig ist, Urin zu trinken. Spannung will da keine aufkommen, weil man es den Charakteren bei diesem dümmlichen Verhalten ehrlich gesagt auch gar nicht gönnt zu überleben. Nur weil das Schauspiel doch ambitioniert wirkt und manchmal ein paar Qualen glaubhaft herüberbringt, versagt die an sich echt trostlose Atmosphäre an wenigen Stellen nicht. Für einen guten Unterhaltungswert reicht dies alleine jedoch nicht aus und weshalb der Film ab 16 Jahren freigegeben ist, bleibt ebenfalls ein Rätsel. Sogar „127 Hours“ war da viel drastischer in seiner Darstellung und wurde mit einer Freigabe ab 12 Jahren gesegnet. Effekte gibt es so gut wie keine zu sehen.
Der Score macht seine Sache ganz gut.
 
 


 
 
 

OUTBACK – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
„Outback“ macht aus handwerklicher Sicht nahezu alles richtig, sieht gut aus, bietet einige Schauwerte und macht optisch einfach etwas her. Zudem besitzt er zwei brauchbare Hauptdarsteller. Der Rest versagt leider, was vor allen Dingen an einer mageren Story liegt, die es überhaupt nicht hinbekommt, ein authentisches Szenario zu kreieren. Am schlimmsten trifft es jedoch die Figurenzeichnung, denn wie sich die beiden Charaktere verhalten, ist einfach sehr unrealistisch und unglaubwürdig. So entsteht leider gar keine Spannung und der Survival-Thriller verpufft zur Nullnummer. Das besitzt eine brauchbare Einleitung und vermag kurzzeitig auch mal zu unterhalten, doch anstatt mit den Figuren mitzufiebern, muss sich der Zuschauer eher über ihre Dämlichkeit aufregen. Von daher gut gemeint, aber schlecht geschrieben!
 
 


 
 
 

OUTBACK – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung von „Outback“ ist ungeschnitten und frei ab 16 Jahren.
 
 
 


 
 
 

OUTBACK – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) KOCH FILMS (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Outback; Australien 2019

Genre: Thriller, Drama

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.39:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 86 Minuten

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Blu-ray im Keepcase

Extras: Trailer, Trailershow

Release-Termin: KeepCase: 25.11.2021

 

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OUTBACK – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei KOCH FILMS)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
127 Hours (2010)
 
Cast Away – Verschollen (2000)
 
Backcountry – Gnadenlose Wildnis (2014)
 

Filmkritik: „Run Hide Fight“ (2020)

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RUN HIDE FIGHT

Story

 
 
 
Als vier Schüler an einer Schule zum Amoklauf einladen, gibt es nur eine 17-jährige, die sich dagegen zu wehren weiß.

 
 
 


 
 
 

RUN HIDE FIGHT – Kritik

 
 
Amokläufe an Schulen gibt es leider immer wieder. Besonders Amerika ist davon geplagt und da darf man sich durchaus fragen, ob man diese schlimme Prämisse für einen Actionthriller nutzen muss. „Run Hide Fight“ muss sich eine solche Kritik durchaus gefallen lassen, weil er im Endeffekt doch eher brachiale Unterhaltung bieten will. Zum Glück gibt es nebenbei aber auch ein bisschen Gesellschaftskritik und deshalb ist das Resultat nicht dermaßen fragwürdig, dass es zur Provokation einlädt. Leider hat man sich mit dem Thema gleichzeitig ziemlich plump auseinandergesetzt, weshalb das Ganze irgendwo im Mittelmaß verpufft.
 
 
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Die 17-jährige Zoe hat früh ihre Mutter verloren, von ihrem Vater jedoch umfangreiche Kenntnisse in der Jagd und im Überleben erworben. In der Schule ist Zoe eher eine Außenseiterin und als der Schulball ansteht, sehnt sie sich weit hinfort. Dieser Wunsch soll in Erfüllung gehen, denn am letzten Schultag stürmen plötzlich vier Jugendliche die Schule. Mit reichlich Waffengewalt im Gepäck planen sie einen lupenreinen Amoklauf, aber das Ganze soll auch live per Stream im Internet landen. Nur haben die Vier ihre Rechnung nicht mit Zoe gemacht, die gar nicht daran denkt sich selbst oder die anderen aufzugeben. Das Drehbuch, welches Regisseur Kyle Rankin selbst schrieb, ist komplett zerfahren, besitzt gute, wie auch schlechte Seiten und lässt sich deshalb kaum einheitlich bewerten. Es gibt schon ein paar Filme, die sich mit Amokläufen an Schulen befassen, doch „Run Hide Fight“ kommt wie ein normaler Actionthriller daher, der nicht selten an „Stirb langsam“ erinnert und das wirkt aufgrund der ernsten Thematik dann doch erst mal befremdlich. Dass Rankin ein Thema, welches immer mal wieder grausame Realität darstellt, ausnutzen würde, kann man allerdings auch nicht behaupten, denn er streut immer wieder kleine Seitenhiebe in Form von Gesellschaftskritik mit ein. Da werden Dinge wie die Handysucht der Jugend angesprochen etc. So wirklich treffsicher will das jedoch niemals wirken und insgesamt macht das alles einen etwas zu plumpen Eindruck, weshalb das Drehbuch echt durchwachsen wirkt.
 
 
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Ein Film wie „Run Hide Fight“ steht und fällt mit seiner Figurenzeichnung und in diesem Punkt geht es ähnlich zwiespältig zur Sache. Der Anführer der Täter besitzt seine Motivation und diese wird einigermaßen gut herüber gebracht, wirkt aber auch gleichzeitig nicht komplett ausgearbeitet. Eli Brown gibt sich zum Glück alle Mühe, um seinen Charakter möglichst durchgeknallt wirken zu lassen und spielt das ziemlich stark. Bei unserer Heldin sieht es ähnlich kompliziert aus. Zoe muss viel Trauer aufarbeiten und deshalb erscheint ihr immer wieder ihre Mutter als Art der Halluzination. Zur Geschichte trägt dies nicht viel bei. Zwar bekommt der Zuschauer so manchmal kurz Radha Mitchell zu sehen, aber auch hier wird man das Gefühl nicht los, dass die Ideen nicht zu Ende gedacht wurden. Isabel May macht ihre Sache als Heldin jedoch ordentlich und die Figurenzeichnung ist hier zweckdienlich konstruiert. Der Rest der Charaktere bleibt blass. Obwohl Thomas Jane, Barbara Crampton und Treat Williams zu sehen sind, bleibt auch das Schauspiel eher unauffällig. Leider verhalten sich die Personen auch nicht gerade schlau, so dass z.B. die Polizei dümmlich agiert, die Geiseln niemals einen Versuch der Flucht unternehmen etc. Für einen doofen Actionfilm wäre das nicht weiter tragisch, aber eben weil man doch versucht Anspruch mit einzubauen, fällt dieser Umstand doch arg auf.
 
 
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Die Inszenierung hat Kyle Rankin ganz gut hinbekommen; da kann man nichts sagen. Die Schauplätze sind zwar nicht spektakulär, aber sie sehen authentisch aus. Die Inszenierung wirkt an manchen Stellen etwas holprig und auf Feingefühl sollte man hier nicht setzen, aber insgesamt macht „Run Hide Fight“ handwerklich schon einen guten Eindruck. Ganz harmlos geht es dabei ebenfalls nicht zur Sache, weshalb die deutsche Freigabe ab 16 Jahren schon leicht verwundert. Da wird zwar selten explizit Blut vergossen, doch gerade in Kombination mit der Thematik ist das Szenario schon relativ derb. Der Score erledigt seine Sache passabel.
 
 
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Mit dem Unterhaltungswert kann man allerdings hadern. Die kleine Einleitung passt ziemlich gut und macht zunächst neugierig. Es dauert jedoch nicht lange, bis Themen wie Mobbing und doofe Schüler grobschlächtig behandelt werden und schon hier verliert „Run Hide Fight“ an Authentizität. Bis es dann zur ersten Action kommt, vergeht gar nicht mehr so viel Zeit, aber die größten Schauwerte sollte man hier nicht erwarten. Manche Szenen sind ganz gut gestaltet, viele allerdings auch sehr gewöhnlich. Es liegt auf der Hand, bei diesem Szenario den Namen „Stirb langsam“ öfter zu nennen, aber die Action wirkt dann doch eher bodenständig. Das muss nicht schlecht sein, kommt bei diesem Film jedoch eher langweilig daher. Richtige Spannung will leider nicht aufkommen, denn obwohl die Figurenzeichnung so bemüht ist, juckt einen das Schicksal der Charaktere kaum. So wirkt die, bei diesem Thema eigentlich angemessene, Laufzeit von 110 Minuten am Ende doch relativ zäh und man ist nicht böse drum, wenn das Treiben beendet ist.
 
 


 
 
 

RUN HIDE FIGHT – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
„Run Hide Fight“ ist ein sehr unentschlossener, zwiespältiger Film, der sich nicht entscheiden kann, ob er nun Gesellschaftskritik oder doch nur stumpfen Unterhaltungsfilm bieten will. Das Drehbuch mag auf den ersten Blick fragwürdig erscheinen, zaubert dann ein paar feine Pointen, ist im Endeffekt aber kaum schlüssig, weil viele Zutaten in einen Topf geschmissen wurden, die zusammen nicht wirklich sinnvoll erscheinen. Als reines Drama hätte das sicher besser funktioniert, aber als Actionthriller bietet der Film zu wenig packende Action und vor allen Dingen zu wenig Spannung. Zum Glück kann man sich auf die guten Darsteller verlassen und die handwerkliche Arbeit geht ebenfalls in Ordnung. In Anbetracht des ernsten Themas hätte man sich jedoch ein besser ausgearbeitetes Drehbuch gewünscht. Oder aber – wenn man dieses nicht bieten kann – gleich völlige Hau-Drauf-Action fernab jeglicher politischer Korrektheit. Beides kann „Run Hide Fight“ nicht bieten und deshalb wird er auch schnell vergessen sein, selbst wenn er an sich nicht schlecht gemacht ist!
 
 


 
 
 

RUN HIDE FIGHT – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung von „Run Hide Fight“ ist ungeschnitten und frei ab 16 Jahren.
 
 
 


 
 
 

RUN HIDE FIGHT – Deutsche Blu-ray

 
 
 

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(c) Koch Films (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Run Hide Fight; USA 2020

Genre: Thriller, Action

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.39:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 113 Minuten

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Blu-ray im Keepcase

Extras: Trailer, Bildergalerie

Release-Termin: KeepCase: 28.10.2021

 

Run Hide Fight [Blu-ray im KeepCase] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

RUN HIDE FIGHT – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei Koch Films)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Klass (2007)
 
Stirb langsam (1988)
 
Falling Down – Ein ganz normaler Tag (1993)