Filmkritik: „Der Hexentöter von Blackmoor“ (1970)

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DER HEXENTÖTER VON BLACKMOOR

(IL TRONO DI FUOCO | THE BLOODY JUDGE)

Story

 
 
 
Der sadistische und machtgeile Richter George Jeffreys verteidigt mit erbarmungslosen Urteilen gegen die Bevölkerung seinen Stand sowie das Amt des neuen Königs, doch als der Sohn eines einflussreichen Earls eine Verurteilte Hexe befreit, verkomplizieren sich Dinge…

 
 
 


 
 
 

DER HEXENTÖTER VON BLACKMOOR – Kritik

 
 
Das Jahrzehnte überspannende, mehrere Genres und hunderte Produktionen abdeckende Schaffen des umtriebigen Regisseurs Jesus Franco in Genrekreisen vorzustellen wäre in etwa so nötig, wie in Hollywoodkreisen Größen wie Christopher Nolan neu zu etablieren. Franco hat sich mit erotischen wie atmosphärischen, europäischen und oftmals übernatürlich angehauchten Filmen einen Namen gemacht, bei über 200 Werken selber Regie geführt und war vom Ende der 50er Jahre bis hin zu seinem Tod 2013 für Klassiker wie „Vampyros Lesbos“, „Bloody Moon“, „Venus in Furs“, „Exorcism“ oder „Sie tötete in Ekstase“ verantwortlich, die spielfreudig zwischen Arthousefilm und Bahnhofskino Karrieren starten und beenden, Fanherzen beglücken und enttäuschen sollten. Der Beginn von Francos Schaffensphase in den Siebzigern ist dabei mit einem Historiendrama gekennzeichnet, das nicht zu Unrecht mit Christopher Lee auf dem Cover glänzt und deutlich seriöser vermarktet wird, als viele der allzu trashigen Auswürfe des Exploitationmeisters. Denn „Night of the Blood Monster“, bei uns ähnlich griffig und weniger übernatürlich in die Irre führend „Der Hexentöter von Blackmoor“ getauft, ist kein billiger Schnellschuss, der zwischen drei anderen Produktionen mit Restsets gedreht wurde, um sex- und blutgeilen Allesguckern das Gehalt aus den Taschen zu ziehen, oder fühlt sich zumindest nicht so an.
 
 
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Ein kurzes Intro informiert uns über das historische Setting, England anno 1685, sepiafarbene Schlachten verschneiden sich im Hintergrund zu Bruno Nicolais erhebender, schriller Score. Die folgenden 100 Minuten Kulturcrash dürfen sich dann zwei ganz und gar unterschiedliche Komponenten teilen, die für einen überraschend kurzweiligen und unterhaltsamen Film sorgen. Einerseits wäre da das überzeugende technische Niveau des Films, das mit farbenfrohen Sets und realistisch anmutenden Kostümen eben so punkten kann, wie mit malerisch eingefangenen Landschaftsaufnahmen, versierten Zooms und gialloesque verträumten Einzelsequenzen. Ein Film der Kutschen und Fahnen, der Waffen und Helme und Käfige, der durch seinen schieren Aufwand und sein gelungenes Design glänzen kann, fast schon unabhängig vom Plot. Kerzen und Fackeln werfen spannende natürliche Schatten im dreckigen Kerker, im Kontrast dazu stolziert Christopher Lee im feinsten Garn durch seine königlichen Gemäuer. Apropos, Christopher Lee: Was für eine Naturgewalt dieser Mann doch war! Die Rolle des sadistischen, machtgeilen Judge Jeffries steht seiner ausdrucksstarken Ausstrahlung in die Stimmbänder geschrieben und wann immer er hier Drohungen ausspricht oder Urteile verhängt, seine Mitmenschen mit Ignoranz straft oder gar an seinen Überzeugungen zweifelt, weiß Lee durch Details und Aussprache, Körperhaltung und Mimik eine Wucht in seine Performance zu bringen, die den Restcast mühelos an die Wand spielt. Auffallend trashig schlecht oder unpassend gespielt ist hier zwar niemand, einige Rollen jedoch bleiben blasser als es nötig gewesen wäre.
 
 
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Was die überraschenden Qualitäten des Films abrundet, ist neben der immer wieder mal positiv auffallenden Score und Ernsthaftigkeit des Geschehens zudem noch der Dialog selber, der gefühlt nie versucht, eine authentische und echte Repräsentation der englischen Sprache zur Zeit zu imitieren, aber doch durch bewusste Wortwahl und Intonationen voll und ganz in die Filmwelt zieht, statt durch Anachronismen oder fehlende Requisiten und Details die Immersion zu zerstören. Was dem Vorhaben, ein durchgängig seriöser und packender Film zu bleiben, nur leider im Weg steht, sind einzelne Szenen oder Charaktere, die ungewollt komisch wirken oder schlichtweg zu selbstzweckhaft das Pacing stören. So gibt es einen Henker mit einem allzu merkwürdigen Gang, Statisten, die in die Kamera blicken, Schauspielerinnen die offensichtlich mit Puppen ausgetauscht wurden und natürlich Zitate wie „Witches hate iron!“ oder „A witch can make a dead man bleed.“, die durch ihre Delivery und schlußendlich doch leicht dilletantische Darstellung innerhalb der Szene schwerlich für Gänsehaut sorgen.
 
 
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Meine größte Überraschung aber war die, dass die Folterszenen zwar allesamt erbarmungslos und blutig sind, aber nie explizit gesplattert oder mit fiesen Wunden etc. gearbeitet wird, auch hält die Nacktheit des Films sich gute 80 Minuten lang in einem recht realistischen und nicht allzu voyeuristischen Rahmen, bevor dann aber eine merkwürdig entspannende Erotikszene mit ruhiger Musik und massiver Überlänge folgt, bevor es nahezu nahtlos mit einer – wenn auch sehr harmlosen – Softsexszene weitergeht, die inhaltlich leider so gar keinen Sinn ergibt.Was mit einer Puppe voller Nadeln, Tänzen ums Feuer und Wickerman-Vibes begonnen hat, bleibt auch in diesen Szenen dabei ästhetisch ansprechend gefilmt und fernab billiger Fleischbeschau-Produktionen ohne eigenen Esprit, man wird weder die aufwendige und lange Sequenz mit gut 20 Stuntpferden in der Kavallerie gegen die Kanonen des Königs vergessen, noch den eigentlichen Entführungs- und Befreiungsplot, doch Franco gibt in diesen Momenten sein Bestes, dass der Zuschauer in erster Linie über die bezaubernde Maria Rohm sinniert. Das Happy End wirkt ein wenig aufgesetzt und scheint wenig realistisch oder auch nur „verdient“, dafür ist Christopher Lees letzte Szene sehr atmosphärisch geschrieben und beendet den Pfad seines Charakters auf unerwartete Weise.
 
 
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Der Hexentöter von Blackmoor lebt von seiner Zeit, seinen Kostümen und seinen Settings, ebenfalls aber von der durchaus reizvollen Mischung aus exploitativen Elementen blutüberströmter nackter Frauen und seriöser, spannender Dialogszenen im alten England, mit einer Meisterklasseperformance eines Meisterklasseschauspielers. Die Geschichte ist wendungsreicher und komplexer als gedacht und alles andere als ein Vorwand für sleazige Szenarien und auch wenn die Dramaturgie mal durchhängen sollte, kann man sich an den Bildern so schnell nicht satt sehen. Ein qualitativ hochwertige Produktion mit vereinzelt naiv-unbedarften Momenten, die aus einer konzeptuell wilden (italienische Exploitation – Christopher Lee – Historienfilm) Idee ein klappendes Ganzes macht, das mit etwas besserem Pacing und eindeutigerer Direktion sogar 8 Punkte abgesahnt hätte.
 
 


 
 
 

DER HEXENTÖTER VON BLACKMOOR – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
Punktuell exploitativ, größtenteils aber überraschend professionell und seriös erzähltes Stück Zeitgeschichte vor und hinter der Kamera – allein für Lee und die Ausstattung einen Blick wert, zudem eine gute Annäherung an die Riege weniger selbstzweckhafter Francofilme.
 
 


 
 
 

DER HEXENTÖTER VON BLACKMOOR – Zensur

 
 
 
„Der Hexentöter von Blackmoor“ lief im Kino nur gekürzt. Auch auf VHS erschien der Film nur gekürzt. Erst im DVD-Zeitalter wurde eine Langfassung veröffentlicht in der zusätzliches Filmmaterial aus verschiedenen internationalen Filmfassungen zusammengeschnitten wurde. Die nun auf Blu-ray veröffentlichte Fassung beinhaltet neben der kürzeren Kinofassung auch die ungeschnittene internationale Filmfassung des Streifens sowie die bereits auf DVD veröffentlichte Langfassung. Alle Fassungen wurden von der FSK im Jahr 2020 neu geprüft und erhielten eine Freigabe ab 16 Jahren. Übrigens war „Der Hexentöter von Blackmoor“ von 1982 (VHS-Fassung) bis 2007 indiziert. Erst 2007 wurde die Indizierung aufgehoben.
 
 
 


 
 
 

DER HEXENTÖTER VON BLACKMOOR – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Koch Films (Digipack mit 2 Blu-rays + 2 DVDs + 1 CD)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Il trono di fuoco; Deutschland | Italien | Liechtenstein | Spanien 1970

Genre: Horror, Historienfilm, Drama

Ton: Deutsch PCM 2.0 (Mono), Englisch PCM 2.0 (Mono)

Untertitel: Deutsch, Englisch

Bild: 2.35:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 79 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Digipack

Extras: 16-seitiges Booklet mit einem Text von Oliver Nöding, Neu abgetastet Deutsches Filmnegativ, Neu abgetastet Englisches Filmnegativ, Disc 1: Blu-ray Deutsche Kinofassung (HD, 79:04 Min.), Einleitung von Filmpapst Christian Kessler (4:37 Min., Deutsch, Ohne Untertitel), Geschnittene Szenen (6:17 Min., Italienisch, Optionale Deutsche Untertitel), Trailer, TV-Spot (0:32 Min.), Bildergalerie (HD, 71 Bilder), Disc 2: Blu-ray Internationale Fassung (HD, 102:40 Min.), Disc 3: Dokumentation „Franco-Phibes“ über Jess Franco (65:19 Min. mit deutschen UT), Deutsche Super-8-Fassung (31:40 Min., Deutsche, Ohne Untertitel), Disc 4: Integral Fassung mit zusätzlichen Szenen (Langfassung, Deutsch Dolby Digital 2.0 Mono, Englisch Dolby Digital 2.0 Mono, Deutsche Untertitel, Englische Untertitel – ca. 104:08 Min.), Geschnittene/ Alternative Szenen (2:14 Min., – Spanisch / italienisch, Optionale Deutsche Untertitel), Disc 5: Soundtrack-CD mit der Filmmuisk von Bruno Nicolai

Release-Termin: Digipack: 09.07.2020

 


 

Der Hexentöter von Blackmoor [Digipack mit 2 Blu-rays + 2 DVDs + 1 Soundtrack-CD] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

DER HEXENTÖTER VON BLACKMOOR – Trailer

 
 


 
 
 

Alexander Brunkhorst

(Rechte für Grafiken liegen bei Koch Films)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Hexen bis aufs Blut gequält (1970)
 
Castigata – Die Gezüchtigte (1974)
 
Der Hexenjäger (1968)
 
Das Pendel des Todes (1961)
 

Filmkritik: „Ip Man 4: The Finale“ (2019)

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IP MAN 4 – THE FINALE

(YIP MAN 4)

Story

 
 
 
Im vierten und letzten Teil der „Ip Man“-Reihe führt es den Großmeister nach Amerika, wo er mal wieder für Recht und Anstand sorgen muss.

 
 
 


 
 
 

IP MAN 4 – Kritik

 
 
„Ip Man“ ist zu einer echten Marke geworden. Die drei Teile, die zwischen 2008 und 2015 entstanden, erfreuten sich großer Beliebtheit, sogar ein Spin-off gab es bereits. Nun ist es soweit und mit „Ip Man 4 – The Finale“, der den Zusatztitel „The Finale“ trägt, wird nun wirklich das Finale erzählt. Zum Glück konnte man Donnie Yen abermals überreden, nochmals die Titelrolle zu verkörpern, denn nach dem leicht schwächeren, dritten Teil bekommt man hier nun ein wirklich würdiges Finale spendiert, welches wieder all die Stärken dieser Filmreihe miteinander kombiniert.
 
 
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Ip Man wird gleich zu Beginn Kehlkopfkrebs diagnostiziert. Er ist bemüht für seinen Sohn die beste Zukunft zu ebnen, doch der übt sich am ehesten im Rebellentum. Als sein ehemaliger Schüler Bruce Lee ihn nach Amerika einlädt, sieht Man darin die Chance, hier vielleicht eine geeignete Schule für seinen Sohn zu finden. Doch hier stößt er nur auf Gegenwehr, denn die chinesischen Lehrer finden es gar nicht gut, dass Bruce Lee auch den Amerikanern Kung Fu beibringen will. Das soll bei Weitem nicht das einzige Problem sein, denn der Sergeant der United States Marines, Geddes, hat ebenfalls ein Problem mit dem chinesischen Kung Fu und fordert so allesamt heraus. Die Story wirkt besonders in der ersten Hälfte leicht episodenhaft und lässt zunächst kaum einen roten Faden erkennen – Eine Eigenschaft, die fast alle Teile gewissermaßen hatten. Nur im Gegensatz zu „Ip Man 3“ findet man hinterher doch den besseren Weg für eine zusammenhängende Geschichte. Insgesamt kann man dem Drehbuch nichts vorwerfen. Da gibt es fast alle Zutaten, die es zuvor ebenfalls gab, aber sie werden anders zusammengefügt und zusätzlich bemerkt man die Kontinuität. Hier wurde wirklich eine lange Geschichte erzählt, die im Finale jetzt auch ihren Endpunkt findet.
 
 
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Das größte Lob muss dabei an die Darsteller gehen. Donnie Yen wirkt kein bisschen angestaubt und macht mit seiner friedvollen Art und Weise munter weiter. Es macht erneut viel Freude, ihm als Ip Man zuzuschauen, weil er das so schön zurückhaltend spielt und besonders in den Kampfszenen mal wieder völlig punkten kann. Wu Yue macht auch eine gute Figur und ein Wiedersehen mit Kent Cheng sorgt ebenfalls für Freude. Ein echter Geniestreich war es für diesen letzten Teil Scott Adkins mit an Bord zu holen. Er macht R. Lee Ermey alle Ehre und darf in seiner Rolle so fies sein, wie man ihn schon lange nicht mehr sehen durfte. Außerdem bekommt Adkins auch die Gelegenheit, im Finale seine Fähigkeiten zu zeigen. Danny Chan ist als Bruce Lee ebenfalls nicht schlecht und Chris Collins darf auch richtig schön hassenswert agieren. Die Darsteller sind auf jeden Fall alle top besetzt und die Figurenzeichnung gestaltet sich genau so, wie man sich das wünscht. Soll heißen: Die Guten sind ungemein sympathisch und die Bösen so richtig schön fies. Da man die Figur des Ip Man schon über drei Filme begleiten durfte, hat man sowieso einen Bezug zu ihm und er agiert hier so, wie man das gewohnt ist. Die kleineren Drama-Anteile funktionieren gerade wegen der Kontinuität so gut und eine tiefere Zeichnung für neue Charaktere ist hier gar nicht notwendig.
 
 
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Wie bei jedem offiziellen Teil der Reihe führte auch in „Ip Man 4 – The Finale“ wieder Wilson Yip die Regie und wie immer hat er das ordentlich gemacht. Die erste Hälfte hält sich dabei bemerkbar zurück. Bis auf ein, zwei kleine Fights ist hier actionmäßig nicht viel los, wobei bereits hier enorm viel Abwechslung mit im Spiel ist. Es gibt allgemein immer mal ein paar kleine Drama-Einschübe, aber auch viele lockere Szenen, die schon fast zum Lachen animieren. So richtig los geht es dann mit der Einführung vom Charakter Geddes. In der zweiten Hälfte dominiert die Action, die wie gewohnt stark choreografiert und einfallsreich inszeniert wurde. Im Gegensatz zum doch recht handzahmen dritten Teil legt „Ip Man 4“ auch in Sachen Härte wieder etwas zu. Das ist niemals zu brutal und erst recht nicht reißerisch, verdient sich jedoch die Freigabe ab 16 Jahren. Gekrönt wird das alles dann von einem leider ziemlich kurzen, aber dennoch schön emotionalen Ende. Allgemein hätte man die 105 Minuten Laufzeit ruhig noch etwas länger gestalten dürfen. Hier ist so viel Abwechslung vorhanden, dass manche Passagen gar nicht die Zeit spendiert bekommen, wie sie verdient hätten. So kann man sich über Längen allerdings überhaupt nicht beklagen. Begleitet wird das Treiben dann noch von einem sehr gelungenen Score, dem man gerne zuhört.
 
 
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IP MAN 4 – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
„Ip Man 4 – The Finale“ findet im Finale noch mal zur Höchstleistung zurück und bietet deshalb auch einen echt würdigen Abschluss. Kleinere Qualitätsschwankungen gab es in der Reihe schon, doch das Finale kann sich schon mit dem ersten Teil messen. Das liegt vor allen Dingen an den starken Darstellern und der toll gemachten Action, die nicht zu brachial, aber auch niemals zu harmlos erscheint. Außerdem besitzt der Film wieder seine ganz eigene Note und bietet so reichlich Abwechslung, sowohl innerhalb des Geschehens, wie auch in der gesamten Reihe. Die Atmosphäre besitzt eine sehr schöne Mischung aus ernst, locker, humorvoll und dramatisch und das Ende ist wirklich emotional geraten. Insgesamt besitzt das eine Warmherzigkeit, die man einfach mögen muss. Wer die Reihe bis hierhin mochte, wird damit absolut nichts verkehrt machen und wer sich einfach sympathische Actionunterhaltung anschauen möchte, sowieso nicht!
 
 


 
 
 

IP MAN 4 – Zensur

 
 
 
Die Veröffentlichung von „Ip Man 4: The Finale“ hat von der FSK in der ungeschnittenen Fassung die Einstufung „FSK16“ erhalten. Filmsammler können daher bedenkenlos zugreifen.
 
 
 


 
 
 

IP MAN 4 – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Koch Films | KSM Film (KeepCase Blu-ray)

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(c) Koch Films | KSM Film (Steelbook Blu-ray)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Yip Man 4; Hong Kong 2019

Genre: Action, Biografien, Drama

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Kantonesisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.40:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 106 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover | Steelbook

Extras: Deutscher Kinotrailer, Das Spercial zur „10-jährigen Legende“, Das Making Of, Die Geschichte, Die erste Einladung von Donnie Yen, Die zweite Einladung von Donnie Yen, Einladung von Scott Adkins, Trailer, Bildergalerie

Release-Termin: Steelbook: 17.09.2020 | KeepCase: 17.09.2020

 

Ip Man 4: The Finale [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

Ip Man 4: The Finale [Blu-ray im Steelbook] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

IP MAN 4 – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei Koch Films | KSM Film)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Ip Man (2008)
 
Ip Man 2 (2010)
 
Ip Man 3 (2015)
 

Filmkritik: „The Fanatic“ (2019)

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THE FANATIC

Story

 
 
 
„The Fanatic“ erzählt von einem Fan, der sich zum Stalker mausert und seinem Idol selbst zu Hause auflauert. Ein Szenario welches blutig enden soll.

 
 
 


 
 
 

THE FANATIC – Kritik

 
 
„The Fanatic“ war aus mehreren Gründen interessant. Limp Bizkit Frontmann Fred Durst führte hier Regie und John Travolta sollte man in einer solchen Rolle noch nie gesehen haben. Nun gilt der Film schon jetzt als riesiger Flop und die Bewertungen sind teilweise katastrophal. Nicht immer muss das etwas bedeuten, doch im Falle von „The Fanatic“ stimmt es leider: Dieser Film ist dermaßen schlecht, dass man seinen Augen teilweise nicht so ganz trauen möchte.
 
 
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Moose ist ein echter Filmfreak und sein größtes Idol ist der Darsteller Hunter Dunbar. Nachdem eine Autogrammstunde nicht ganz zur Zufriedenheit von Moose verläuft, lauert er seinem Helden zu Hause auf und wird natürlich sofort von diesem vertrieben. Doch Moose lässt sich nicht beirren und bleibt am Ball, bis es dann irgendwann zur Gewalt kommt. Fred Durst schrieb die Story selbst und sie soll wohl auf eigenen Erlebnissen von ihm basieren. Man wechselte von der Musik- einfach zur Filmbranche, was thematisch keinen großen Unterschied macht. Wer weiß, was Durst damals erlebt hat, aber wenn es sich so abgespielt hat, wie „The Fanatic“ dem Zuschauer das verkaufen will, dann mag man das eigentlich kaum glauben. Dieses Drehbuch ist nämlich an Unglaubwürdigkeit kaum zu überbieten. Einfach nichts will hier so richtig Sinn ergeben und das Ganze ist nahezu dilettantisch geschrieben. Wer aufgrund der Handlung auf eine Art „Misery“ hofft, wird sich schon bald sehr enttäuscht sehen, denn eigentlich nutzt man die Sache mit dem Fanatiker nur für ein ganz billiges Drama.
 
 
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Dass dieses so billig wirkt, liegt vor allen Dingen an der Figurenzeichnung, die schlechter kaum hätte ausfallen können. Dieser Moose ist eine reine Karikatur. Sicherlich sind Stalker irgendwo geistig krank, aber was uns „The Fanatic“ bietet, ist dermaßen plakativ, dass einem jegliche Freude vergeht. Hinzu kommt die kleine Tatsache, dass man null Hintergrund serviert bekommt. Eine Szene beleuchtet für eine Minute die Kindheit von Moose, ansonsten ist er eben so, wie er ist. Das ist nicht ansatzweise authentisch und diese Rolle zu spielen, ist für jeden Darsteller eine gänzlich undankbare Aufgabe. Nun hat leider gerade der schon seit längerem nicht mehr besonders vom Erfolg gekrönte John Travolta diese Rolle angenommen und das macht er schlichtweg schlecht. Travolta glaubt wohl, die nötige Komplexität, die seine Rolle eigentlich besitzen müsste, mit andauerndem Gewackel zu kreieren. Dazu fehlt einem abermals Thomas Danneberg als seine Synchro, denn Ronald Nitschke passt mit seiner weinerlichen Stimme überhaupt nicht. Allerdings klingt das im O-Ton keinen Deut besser. Nein, Travolta ist hier leider einfach nur schlecht. Devon Sawa spielt die einzige weitere, etwas größere Rolle und auch ihn trifft es dank einer miesen Figurenzeichnung nicht sonderlich besser. Klar, wer vom Stalker belästigt wird, ist eigentlich das Opfer, aber so wie sich seine Figur hier verhält, hat er fast nichts Besseres verdient. Schauspielerisch ist das von Sawa noch okay gemacht, aber gerne schaut man auch ihm nicht zu. Alle anderen Darsteller sind nicht weiter der Rede wert.
 
 
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Die Inszenierung sorgt noch am ehesten für Pluspunkte. Man könnte meinen Fred Durst hat sich ins Regiefach verirrt, aber in Wirklichkeit ist „The Fanatic“ bereits sein dritter Spielfilm und zahlreiche Musikvideos hat der Mann ebenfalls inszeniert. Aus rein handwerklicher Sicht ist dieser Streifen erstaunlich unspektakulär, aber sauber gemacht wurde er auf jeden Fall. Mehr lobende Worte kann man dann aber auch eigentlich nicht finden. Die paar Zeichnungen, die manchmal eingeblendet werden, ergeben genauso wenig Sinn, wie diese pseudointellektuellen Off-Kommentare von einer sowieso völlig unwichtigen Figur. Am schlimmsten jedoch ist, dass in „The Fanatic“ einfach fast gar nichts passiert. Glaubt man der Handlung, dann wird es nach einem Überfall im Haus bald blutig, aber bis es soweit ist, zieht sich das enorm in die Länge, ohne dass es dabei wirklich etwas zu erzählen gäbe. Eigentlich ist nur zehn Minuten etwas los – Die einzige Phase, in der es minimal spannend wird. Und auch nur hier fließt ein wenig Blut. Ansonsten dümpelt das Geschehen völlig lahm vor sich hin, ohne Action, ohne Spannung, ohne Humor. Da kann man nur froh sein, dass nach rund 80 Minuten Laufzeit schon der Abspann erscheint.
Nicht mal Score oder Soundtrack geben viel her. Von jemandem wie Fred Durst hätte man da sicherlich mehr erwarten können.
 
 
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THE FANATIC – Fazit

 
 
 
2 Punkte Final
 
 
„The Fanatic“ grenzt an einer Totalkatastrophe. Das einzige, was diesem Film noch minimal Punkte verleiht, ist die handwerklich saubere Arbeit und ein passabler Devon Sawa. Ansonsten ist das hier die reinste Grütze. Aus der simplen Story hätte man etwas machen können, aber das Drehbuch ist alleine psychologisch dermaßen unglaubwürdig geschrieben, dass man sich ärgern will. Moose wird durch die Figurenzeichnung und auch durch das völlig deplatzierte Spiel von Travolta bereits in den ersten Minuten zur reinsten Witzfigur und das raubt dem weiteren Geschehen vollends die Spannung. Doch auch so hat das einfach nichts zu bieten und man ist echt froh, wenn der Abspann erscheint. Der Versuch mag von Fred Durst ja ambitioniert gewesen sein, aber das Resultat ist eine plakative, unfreiwillig komische Lachnummer, die den Zuschauer ab der ersten Minute an langweilt und höchstens am Ende noch kurz vor dem Einschlafen bewahrt!
 
 


 
 
 

THE FANATIC – Zensur

 
 
 
Die Veröffentlichung von „The Fanatic“ hat von der FSK in der ungeschnittenen Fassung die Einstufung „FSK16“ erhalten. Filmsammler können daher bedenkenlos zugreifen.
 
 
 


 
 
 

THE FANATIC – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) KSM GmbH (KeepCase Blu-ray)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Fanatic; USA 2019

Genre: Thriller, Krimi

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.40:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 89 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: „Behind the Camera“- Making Of, Trailer, Bildergalerie

Release-Termin: KeepCase: 17.09.2020

 

The Fanatic [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

THE FANATIC – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei KSM GmbH)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Misery (1990)
 
The Fan (1996)
 
Like.Share.Follow. (2017)
 
One Hour Foto (2002)
 
The Boy Next Door (2015)
 
Fear – Wenn Liebe Angst macht (1996)
 
Come Back to Me (2014)
 
Crush – Gefährliches Verlangen (2013)
 

Filmkritik: „Blood Quantum“ (2019)

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BLOOD QUANTUM

Story

 
 
 
In „Blood Quantum“ gibt es eine weitere Zombie-Apokalypse zu sehen, nur mit dem Unterschied, dass dieses Mal Indianer immun gegen das Virus sind.

 
 
 


 
 
 

BLOOD QUANTUM – Kritik

 
 
Die Zombiefilm-Varianten hören wirklich nicht auf, aber es ist zur Abwechslung auch mal ganz schön, dass mit „Blood Quantum“ wieder ein ernster Vertreter mit an Bord ist, der teilweise sogar ein wenig auf Romero’s „Night of the living Dead“ Pfaden wandelt. Leider ist das Endresultat dann nur eindeutig zu wenig spannend geraten, um hier eine höhere Wertung zu zücken.
 
 
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In einem Indianer-Reservat in Kanada gehen merkwürdige Dinge vor sich. Tote Tiere fangen plötzlich wieder an zu leben und es dauert nicht lange, da verhalten sich auch die Menschen sehr aggressiv. Ein sechsmonatiger Sprung in die Zukunft zeigt: Die Zombie-Apokalypse ist über die Menschen eingebrochen. Allerdings sind die Indianer gegen diese Krankheit immun und konnten sich so erfolgreich verschanzen. Dort draußen gibt es jedoch weitere Überlebende und jeder Nicht-Indianer, den man hineinlässt, stellt eine potenzielle Gefahr dar. Genau dieses Spiel mit den Rassen erinnert dann auch einigermaßen an „Night of the living Dead“. Dass die Miꞌkmaq immun sind, ist eine interessante Idee, aus der man jedoch viel mehr herausholen hätte können. Die gesellschaftskritischen wie auch sozialkritischen Töne sind nämlich höchstens eine Randnotiz. Ein paar Male bekommt man mit, dass die Story an sich ihren Anspruch besitzt, ansonsten wird aber auch nur ein konventionelles Zombieszenario erzählt und gerade weil es davon schon tausende gab, wäre hier ein wenig mehr Mut zur Andersartigkeit echt nicht verkehrt gewesen.
 
 
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Immerhin ist mit Regisseur Jeff Barnaby ein echter Miꞌkmaq für den Film verantwortlich, was schon mal für Authentizität sorgt. Nebenbei hat er auch für eine indigene Besetzung gesorgt, was an den Darstellernamen wie Michael Greyeyes oder Elle-Maija Tailfeathers auch nicht schwer zu erkennen ist. Dies sorgt ebenfalls für Pluspunkte, denn so kommt das gesamte Szenario doch reichlich glaubwürdig daher. Über die handwerkliche Arbeit kann man sich kaum beklagen. Da gibt es besonders am Anfang und am Ende ein paar wunderschöne Kamerafahrten über die Landschaft, die Kulissen sind abwechslungsreich und der Horror wurde ebenfalls gut in Szene gesetzt. Die Atmosphäre gibt sich meistens ordentlich ernst und wirkt desöfteren auch recht dramatisch, was für eine dichte und bedrohliche Stimmung sorgt. Nur der gelegentliche Anflug von Humor in Form von amüsanten Sprüchen wirkt da etwas fehlplatziert. Über die Darsteller kann man sich ebenfalls nicht beklagen. Sie müssen keine Höchstleistungen präsentieren, wirken jedoch markant genug, um nicht sofort in Vergessenheit zu geraten, selbst wenn die Figurenzeichnung teilweise etwas zu dünn ist und es nicht verkehrt gewesen wäre die Hauptfiguren noch stärker in den Fokus zu rücken.
 
 
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Am schwächsten ist leider der Unterhaltungswert geraten und das ist für einen Horrorfilm niemals förderlich. Besonders der Anfang macht es dabei echt gut. Hier wird ganz langsam Spannung aufgebaut und wenn der elektronische Score das dezent begleitet, dann entsteht eine schön unheimliche Atmosphäre. Doch dann folgt der Bruch und hier hat man es sich zu leicht gemacht. Plötzlich sind Monate vergangen und die Zombies haben sich schon überall verbreitet. Nun muss man erneut in das Szenario hineinkommen, weshalb es streng genommen zwei Einleitungen gibt und das wäre hier nicht nötig gewesen. Obwohl es von da an immer mal Angriffe der Zombies gibt und die Mischung aus Horror und Drama relativ ausgewogen ist, kommt leider niemals so richtig viel Spannung auf. Dafür besitzt das Treiben dann im Endeffekt doch zu wenig Substanz. Der Gorehound kann sich immerhin noch über eine gute Menge an Splatter erfreuen, der überwiegend auch gut getrickst wurde. Wenigstens stammt hier nahezu alles von Hand und der Härtegrad ist für einen Zombiefilm definitiv ausreichend.
 
 
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BLOOD QUANTUM – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
„Blood Quantum“ schafft es auf jeden Fall dem Zombiefilm eine weitere Facette zu verleihen und mit seinen leicht sozialkritischen Tönen ist er sogar dem großen Romero auf den Fersen, aber im Endeffekt bekommt man dann doch nur wieder eine relativ konventionelle Variante geboten, die sich scheinbar nicht genügend traut völlig anders zu sein. An sich nicht weiter tragisch, da die handwerkliche Arbeit stimmt, die Darsteller etwas taugen und es auch genügend Splatter zu sehen gibt. Schade ist da eigentlich nur, dass der Film niemals so richtig an Tempo gewinnen will, deshalb nicht spannend ist und zu viele Längen besitzt. Für Freunde der ernsteren Zombieunterhaltung ist „Blood Quantum“ aber dennoch eine Sichtung wert, denn gut gemacht, ist er allemal!
 
 


 
 
 

BLOOD QUANTUM – Zensur

 
 
 
Die Veröffentlichung von „Blood Quantum“ hat von der FSK in der ungeschnittenen Fassung die Einstufung „keine Jugendfreigabe“ erhalten. Filmsammler können daher bedenkenlos zugreifen.
 
 
 


 
 
 

BLOOD QUANTUM – Deutsche Blu-ray

 
 
 
blood-quantum-2020-bluray-keepcase

(c) Koch Films (KeepCase Blu-ray)

blood-quantum-2020-mediabook

(c) Koch Films (DVD + Blu-ray im limitierten Mediabook)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Blood Quantum; Kanada 2019

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 96 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover | Mediabook

Extras: Trailer, Making Of, Interviews, Q&A | zusätzlich im Mediabook: Booklet, Film auf DVD

Release-Termin: Mediabook: 24.09.2020 | KeepCase: 24.09.2020

 

Blood Quantum [Blu-ray + DVD im Mediabook] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

Blood Quantum [Blu-ray im KeepCase] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

BLOOD QUANTUM – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei Koch Films)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
28 Days Later (2002)
 
The Cured – Infiziert. Geheilt. Verstoßen. (2017)
 
Anger of the Dead (2015)
 
The Rezort (2015)
 
Hostile (2017)
 
The Day – Fight. Or Die (2011)

Filmkritik: „The Witch Next Door“ (2019)

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THE WITCH NEXT DOOR

(THE WRETCHED)

Story

 
 
 

Ein Teenager findet heraus, dass seine Nachbarn in den Fokus eines kinderfressenden Waldwesens geraten sind.

 
 
 


 
 
 

THE WITCH NEXT DOOR – Kritik

 
 
 
Kleiner Indie-Grusler ganz groß – zumindest in Amerika. Dort hat es der folgende Horrorthriller geschafft, an die Spitze der Kinocharts zu klettern. Doch wie ist das in Zeiten von Corona, auferlegter Zwangspause und geschlossener Multiplexe überhaupt möglich? Ganz einfach. Indem man kreativ denkt und aktuelle Kinostreifen versucht, anderweitig ans interessierte Publikum zu bringen. So erleben Autokinos inmitten der Covid 19-Krise ein kleines Comeback. Weil die wichtiges Social Distancing ermöglichen, dürfen Drive-in-Kinos weiterhin öffnen und das hungrige Kinopublikum mit neuen Schockern versorgen. Genau diese Ausnahmeklausel machte sich das Label IFC FILMS in den Vereinigten Staaten zunutze. Das Filmunternehmen ließ THE WITCH NEXT DOOR über Autokinoleinwände flimmern und hatte damit finanziellen Erfolg. Die Folge: Die Symbiose aus Teen-Horror und Achtziger-Hommage war mehrere Wochen auf Platz eins der amerikanischen Kinocharts zu finden und konnte so zumindest einen Teil des Budgets wieder einspielen. Not macht eben erfinderisch.
 
 
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THE WITCH NEXT DOOR – der im Original eigentlich THE WRETCHED heißt – erzählt die Geschichte von Teenager Ben (JOHN-PAUL HOWARD). Der zieht zusammen mit dem Vater in ein nettes Häuschen irgendwo auf dem Land. Was man aber nicht weiß. In den 1980ern hat sich im Nachbarhaus Unheimliches abgespielt. Dort wurde die Babysitterin Zeuge schauriger Ereignisse. Das Mädchen musste mit ansehen, wie eine mysteriöse Waldkreatur vor ihren Augen ein kleines Kind verspeiste. Danach wurde das Kindermädchen nie wieder gesehen. Genau jene Ereignisse scheinen sich bald ein weiteres Mal abzuspielen. Im Haus gegenüber passieren plötzlich wieder seltsame Dinge. Erst verhalten sich die Eigentümer merkwürdig. Später flüchtet der Nachwuchs panisch in Bens Zimmer und bittet um Hilfe. Dass auch noch finstere Schatten in der Gegend ihr Unwesen treiben, macht die Sache nicht entspannter. Was hat das alles zu bedeuten? Wir verraten es an dieser Stelle nicht. Fakt ist jedoch: Der Mystery-Horror hält definitiv erschreckend gutes Gruselfutter für Angsthasen parat, die nach THE WITCH NEXT DOOR vermutlich Schlafprobleme bekommen könnten.
 
 
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Mit gutem PR zum Erfolg. So begründet man bei IFC FILMS den hervorragenden Zuspruch. Statt TV-Spots zu schalten, um möglichst viele Ticketkäufer erreichen zu können, setzte man eher auf eine ungewöhnliche Marketingkampagne. Die Werbung für THE WITCH NEXT DOOR bestand hauptsächlich aus Retro-Zeitungsanzeigen. Das sprach sich rum und machte neugierig. Aber auch fehlende Konkurrenz und mangelnde Neustarts dürften weitestgehend dazu beigetragen haben, dass der Mystery-Grusler zum finanziellen Hit avancieren konnte. Doch angesichts der besonderen Umstände stellt sich natürlich ebenso die Frage, ob der Trubel um THE WITCH NEXT DOOR überhaupt gerechtfertigt ist. Wir bestätigen das an dieser Stelle, denn dieses unheimliche Filmchen kann weitaus mehr, als es der plakative deutsche Titel vermuten lässt. Der verrät zu viel und verdirbt den Knobelspaß. Bis zur Halbzeit bleibt nämlich verborgen, was hier Böses über Leinwand und Mattscheibe huscht. Daher hätte der deutsche Anbieter KOCH FILMS manch Horrorfilmfan einen Gefallen getan, wenn man es beim Originaltitel belassen hätte.
 
 
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Was diesen Film hervorstechen lässt, sind nicht unbedingt nur Atmosphäre und Geschichte. Vielmehr sind es die Figuren, die das Schauermärchen über weite Strecken auf ihren Schultern tragen. Allen voran die charismatischen Identifikationsfiguren und natürlich das Böse selbst. Die Regisseure und Brüder BRETT und DREW T. PIERCE gehen den klassischen Weg und erzählen hier eine gradlinige Gruselgeschichte alter Schule, die mit Rätseln und natürlich reichlich Schreckmomenten verfeinert wurde. So muss langsam ergründet werden, was da im Haus gegenüber im Argen ist. Schnell kommt Filmheld Ben auf den Trichter, dass hier etwas aus dem Wald in die Welt der Menschen will und die Gabe der Manipulation beherrscht. Klingt nach vertrauten Abläufen, denn bei genauerer Betrachtung ruft das Gruselmärchen Filme wie DIE KÖRPERFRESSER KOMMEN, FRIGHT NIGHT, THE HOLE IN THE GROUND aber auch BABA YAGA in Erinnerung.
 
 
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Aber keine Angst hier wird nicht nur kopiert. THE WITCH NEXT DOOR ist trotz vieler Versatzstücke anderer Genre-Filme ganz kurzweilig und fesselnd geraten, was daran liegt, dass die Brüder BRETT und DREW T. PIERCE akribisch am Spannungsaufbau arbeiten. Hier seltsame Schatten, dort mysteriöse Ereignisse. Nie wird zu viel verraten. Der Zuschauer soll schließlich auf Trab gehalten werden. Erst nach und nach ergeben die Ereignisse Sinn, wobei sich aber die Macher bewusst dafür entscheiden nicht zu viel über ihr unheimliches Filmmonster zu verraten. Das nennt man Kopfkino und hält so immerhin noch etwas Stoff für die obligatorische Fortsetzung parat. Ob die kommt, wird die Zukunft zeigen. Zumindest wäre das nicht der erste Kassenhit, welcher in Serie geht.
 
 
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THE WITCH NEXT DOOR – Fazit

 
 
7 Punkte Final
 
 
Sehenswertes Gruselmärchen mit dem wohl schaurigsten Filmmonster des Kinojahres 2020. An dieser Stelle großes Lob an die Effekte-Macher. Das knochige Wesen in THE WITCH NEXT DOOR kann problemlos mit so Bösewichten aus Filmen wie DER FLUCH VON DARKNESS FALLS, LIGHT OUT oder THE HOLE IN THE GROUND mithalten. Hier wird ansprechend getrickst und spannend ist der konventionelle Grusler obendrein auch noch. Die Regisseure und Brüder BRETT und DREW T. PIERCE gehen diesmal andere Wege. Während man zuvor mit DEADHEADS flotten Zombie-Spaß auf Zelluloid bannen ließ, schlagen die Macher mit THE WITCH NEXT DOOR ernste Töne an. Für diesen Gruselfilm diente nicht nur die Geschichte aus dem Kinderbuch THE WITCHES von ROALD DAHL als Vorlage. Die Geschwister stellten für ihre Regiearbeit zudem umfangreiche Recherchen über Hexen und hexenähnliche Wesen in der Folklore verschiedener Länder an. Das Ergebnis ist ein Fest für Gruselfans. THE WITCH NEXT DOOR besitzt Schreckmomente, die aus dem Filmsessel springen lassen, gute Darsteller und einen bedachten Spannungsbogen. Das Filmmonster ist die sprichwortliche Kirsche auf der Sahnetorte. Demnach sind wir uns sicher, dass schlaflose Nächte bei zartbesaiteten Zuschauern vorprogrammiert sein werden. Wir wünschen dennoch angenehmes Bibbern!

THE WITCH NEXT DOOR startet am 12. August 2020 bundesweit in den deutschen Kinos.
 
 
 


 
 
 

THE WITCH NEXT DOOR – Zensur

 
 
 
THE WITCH NEXT DOOR ist eher ein Gruselfilm. Gewaltmomente sind sehr rar gesät. Deshalb hat der Film in Deutschland eine Freigabe ab 16 Jahren erhalten. Die deutsche Fassung ist ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

THE WITCH NEXT DOOR – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Koch Films)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Hole in the Ground (2019)
 
Lights Out (2016)
 
Baba Yaga (2020)
 
Mama (2013)
 

Filmkritik: „The Nightingale – Schrei nach Rache“ (2018)

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THE NIGHTINGALE – SCHREI NACH RACHE

(THE NIGHTINGALE)

Story

 
 
 
Jennifer Kent präsentiert eine verstörende Rachegeschichte im dunkelsten Kapitel der australischen Geschichte

 
 
 


 
 
 

THE NIGHTINGALE – Kritik

 
 
Da ist er also, so fühlt es sich also an, ich hatte es schon fast vergessen. Von den allzu abtrünnigen, widerwärtigen, Gewalt- und Erniedrigungspassagen durchexerzierenden Auswürfen transgressiver bis hin zu ziellos schockender, niederträchtiger Filmkunst habe ich bisher mein ganzes Leben lang wohlweislich Abstand gehalten. Denn so interessant und spannend Pseudosnuff und Torture Porn, Babygematsche im Amateursplatter und unerträglich explizite Demütigung halbnackter Opfer sein kann, so wenig Unterhaltungs- oder Mehrwert hab ich in solchen Filmen meistens gesehen, zumal ich – und das dürfte der eigentliche Grund sein – auch einfach keine Lust habe, völlig abzustumpfen, nicht mehr geschockt werden zu können, bis dahin aber umso traumatisierender verstört zu werden. Abstecher in den extremeren Horrorbereich sind dabei natürlich trotzdem dann und wann im Programm, teils absolut berechnet und erwartet wie bei Brian Paulins Undergroundsplatter „Fetus“, der aber eben so trashig und billig und schlecht gespielt und inszeniert ist, dass man vieles kaum noch ernst nehmen kann, oder auch unerwartet und nachhaltig packend wie bei dem spanischen Weihnachtskurzfilm „Merry Little Christmas“ geschehen, der häusliche Gewalt, Inzest und Traumata mit einer manifestierten Alptraumfigur gemixt hat, um in Rekordzeit das Nervenkostüm des Zuschauers zu zerfetzen. Auch der französische „Inside“ hat mich bei der ersten Sichtung, damals noch als Jugendlicher, böse erwischt und fast katatonisch werden lassen, doch hier waren es dann Unlogik und -realismus, die das Gezeigte im Nachinein rationalisieren konnten. Als jüngste Beispiele meiner drastischeren Seherfahrungen seien Douglas Buck‘ exzellentes Episodendrama „Family Portraits: A Trilogy of America“ sowie Satos legendärer „Splatter: Naked Blood“ genannt, beide zweifelsohne auch mit Verstörungspotential gesegnet, nicht nur selbstzweckhaft und trotzdem drastisch bis zum Anschlag.
 
 
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Doch was all diese Filme teilen, all diese Titel die mir nahe gegangen sind auf einer viszeralen, physisch spürbaren, unangenehmen Ebene mit ihren teils allzu realistischen Szenarien, das ist, dass wir es hier stets noch mit „fairen“ Umständen oder zumindest zahlenmäßig ausgewogenen Konfrontationen zu tun haben, eine einelne Person verletzt eine andere, oder sich jemand selber, oder es ist der Protagonist, der mehreren anderen, gar Unschuldigen, Leid widerfahren lässt. Doch es ist keine Gruppe, keine sadistische Mentalität organisierter Gewalt oder Folter, keine Ohnmacht gegenüber Zuständen, denen man kampflos ausgeliefert ist, weil ein einzelnes Messer oder eine glückliche Sekunde nicht reichen würde, um zu entkommen. Grenzt man die Auswahl effektiv verstörender Filme, die ich gesehen habe, auf diese Weise weiter ein, so gelangt man schnell zu einem sehr kleinen Pool: Den sehenswerten Indiehorror „REEL“ hab ich aufgrund genau der Thematik z.B. überlegt abzubrechen, „Eden Lake“ sitzt auch wie ein Stein im Magen, am Ärgsten hat mich aber tatsächlich der deutsche Film „Das Experiment“ erwischt, der auf allzu realistische und ungeschönte Weise von einer eskalierenden Spirale aus Gewalt, Erniedrigung und Sadismus erzählt.
 
 
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Was man bei keinem dieser Filme, die ich allesamt zu unterschiedlichen Graden empfehle, findet, das ist ein historisches Setting, das seltenst im Film behandelt oder erzählt wurde, und zwar das des „Black Wars“, dem erbarmungslosen Genozid an den australischen Ureinwohnern und das grausame Leben in den Strafkolonien der Briten im 19. Jahrhrundert, denn genau so eine war ganz Tasmanien, „Van Diemen’s Land“, damals noch. Eine Zeit, in der von den Briten gefangen genommene, weiße Männer bereits leiden mussten und unfair behandelt und ausgebeutet wurden, ja, aber erst recht eine, in der von Gleichberechtigung, Frauenrechten oder Black lives matter-Bewegungen noch dekadenlang nichts gehört wurde. Und mit diesem Setting, das auf dem Papier also schon eine absolut toxische und lebensfeindliche Umgebung ist, im Hinterkopf, erzählt Jennifer Kent eine tief mit seinem historischen Setting verwobene Geschichte, die von schreiender Ungerechtigkeit und dem Drang nach Rache, aber auch Humanismus in den schwersten Zeiten der Menschheit und kultureller Identität erzählt.
 
 
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137 Minuten lang eine solche erdrückend hoffnungslose Geschichte erzählt zu bekommen, das könnte wahlweise ermüdend oder einfach nur durchgängig unerträglich sein, doch die atemberaubende Cinematographie, die die makellosen und oscarwürdigen Kostüme der Generäle und Offiziere ebenso bildgewaltig einfängt wie die unbändige Natur Tasmaniens, die kerzenbeleuchteten, kargen Innenräume verarmter Sträflinge oder die gefährlichen Steilpässe und sich durch sie windenen Vollblüter ebenso wie sich einbrennende Nahaufnahmen in Angst erstarrter Gesichter, hat es mir keine Sekunde lang erlaubt, wegzuschauen. Und das darf man auch nicht und das sollte man auch nicht, denn alles was hier ungeschönt gezeigt wird, wurde präzise recherchiert, mit viel Aufwand übersetzt und so gottverdammt intensiv und perfekt gespielt, dass ich aus der Gänsehaut teils nicht mehr heraus kam, den Tränen nahe war. Eine gute halbe Stunde lang ist „The Nightingale“ zwar bereits hochästhetisch und erinnert an Eggers Werke, erzählt sich aber gleichzeitig so unfassbar grausam, unerbitterlich, bösartig und echt, dass einem wirklich schlecht werden kann.
 
 
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Doch genau wie die Cinematographie nun das volle Potential des Settingwechsels nutzt, Waldatem verbreitet und den Morgentau spürlich schmecken können lässt, speist die Narrative des Films auf vorallem emotionaler Ebene von dem schrecklichen Einstieg, den wir zusammen erleben mussten, und mahnt durch pointierte, kurz gehaltene Träume immer wieder die schiere Brutalität an, mit der alles begann. Und das soll keinesfalls heißen, dass der Film das Tempo nach dem Einstieg runter nehmen oder sich entspannen würde, ganz im Gegenteil – „The Nightingale“ bleibt durch das perfekte technische Niveau, die authentische Mehrsprachigkeit, die oscarreifen Performances, allen voran von Aisling Franciosi und Sam Claflin als gebrochen-nuancierte, kalte, zielstrebrige aber im Endeffekt völlig überforderte Protagonistin, bzw. extrem hassenswerten und wiederwärtigen Antagonisten und die ultimative Synchronisierung mit unserer Heldin zu jeder Sekunde sehenswert, spannend, atmosphärisch, ästhetisch und emotional packend wie selten ein Film.
 
 
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Lange Zeit war ich völlig hin und weg davon, wie dieses Meisterwerk die mit besten Einstellungen der letzten Jahre mit einer Welt paart, die nur auf Sadismus und Machtspielen, Befehlen und Erniedrigung, Folter und Vergewaltigung aufgebaut scheint, wie der Konflikt zwischen „Will ich unbedingt nochmal sehen!“ und „Will ich nie wieder sehen!“ sich immer wieder in den Vordergrund drängt und wie ich am laufenden Band an Filme erinnert werden, die ich alle für Meisterwerke halte – doch dann, leider kamen kleine Stolpersteine im Pacing des dritten Akts. Das Ende ist zwar beiweitem nicht beliebig, aber mir war es nicht pointiert oder perfekt genug gewählt, auch hätte „The Nightingale“ mit ziemlich genau 10 Minuten weniger zum Ende hin auskommen können, ohne etwas von seiner Wucht oder Brillianz zu verlieren. Aber das soll diese einmalige Seherfahrung trotzdem kein bisschen abwerten. Wer mitreißende Genrefilme schätzt, Thriller oder Rachefilme, historische Dramen oder feministisches Kino, wer Robert Eggers und A24-Fan ist, wer keine Angst vor erbarmungslosen Filmen hat, wer geschichtliches Interesse hat oder auch nur kulturelles, wer Kostüme designen oder Fotos machen und sich mit Framing auseinandersetzen will, wer filmische Überlebenskämpfe mag oder auch „nur“ elaborierte Rape & Revenge-Filme, dem sei dieser Film explizit ans Herz gelegt. Egal aus welchem Blickwinkel, kalt dürfte „The Nightingale“ niemanden lassen, der das Handy weglegt und sich 2 Stunden auf diese Reise einlässt. Ich habe nach langer Zeit nicht einmal pausiert, nicht einen Schluck getrunken, nicht einen Blick auf die Timeline geworfen und keinen hämischen Kommentar zu irgendwas gehabt – „The Nightingale“ war fast zu jeder Sekunde eine lohnenswerte Seherfahrung, und das erste Mal in einer langen Zeit, dass ich a) fast eine 10/10 vergeben hätte und b) von einem Film so derart verstört wurde, dass ich in dem Moment geschwitzt, mich elendig schlecht gefühlt habe und mein Herzschlag rapide hochgeschellt ist. Wichtiges, nahezu transgressives, fantastisch inszeniertes, makellos gespieltes, unbarmherziges, ehrliches Kino.
 
 


 
 
 

THE NIGHTINGALE – Fazit

 
 
 
9 Punkte Final
 
 
Wahnsinnsfilm. Schauspiel und Drehbuch auf höchstem Niveau, Kameraeinstellungen und Kulissen zum Verlieben, eine unbändige Wildnis mit perfekten Kostümen, ein period piece mit Bildern zum Niederknien, perfekt geframed im 1.37:1-Format. Und das alles dann effektivst kontrastiert mit einer erbarmungslosen, selten so intensiv inszenierten Vergewaltigung, mit konstanten Befehlen und Machtspielen, Erniedrigungen und sadistischem Rassismus, der ungeschönt gezeigt wird. Kein perfekter Film, mit dem dritten Akt und Ende hatte ich ein paar Probleme, aber wenn ich je große Werbephrasen dreschen konnte, dann hier: Eine Meisterwerk, das an „The Revenant“ erinnert, Rassismus und Sklaverei noch ungeschönter und ehrlicher angeht als „Django Unchained“, Trauma und Auswegslosigkeit so intensiv inszeniert wie „I Spit on Your Grave“ und ästhetisch an ein experimentelleres „The Witch“ erinnert. Ganz starke 9/10
 
 


 
 
 

THE NIGHTINGALE – Zensur

 
 
 
Die Veröffentlichung von „The Nightingale“ hat von der FSK in der ungeschnittenen Fassung die Einstufung „keine Jugendfreigabe“ erhalten. Die Freigabe ist berechtigt, denn neben einer Vergewaltigung gibt es auch diverse Morde zu sehen, die es in sich haben.
 
 
 


 
 
 

THE NIGHTINGALE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Koch Films (KeepCase Blu-ray)

 
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(c) Koch Films (Mediabook)

 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Nightingale; Australien | Kanada | USA 2018

Genre: Thriller, Abenteuer, Drama

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.37:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 136 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Mediabook | KeepCase mit Wechselcover

Extras: Trailer, Making of, The Nightingale in Context | zusätzlich im Mediabook: Film auf DVD + Booklet

Release-Termin: Mediabook + KeepCase: 25.06.2020

 

The Nightingale – Schrei nach Rache [Blu-ray im KeepCase] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

The Nightingale – Schrei nach Rache [Mediabook] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

THE NIGHTINGALE – Trailer

 
 


 
 
 

Alexander Brunkhorst

(Rechte für Grafiken liegen bei Koch Films)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Revenant – Der Rückkehrer (2015)
 
I Spit on Your Grave (2010)
 
The Witch (2015)
 
Van Diemen’s Land (2009)
 

Filmkritik: „The Russian Bride – Bis dass der Tod uns scheidet“ (2019)

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THE RUSSIAN BRIDE – BIS DASS DER TOD UNS SCHEIDET

(THE RUSSIAN BRIDE)

Story

 
 
 
Eine russische Frau trifft einen älteren Mann auf einer Dating-Site und reist prompt mit ihrer Tochter in die vereinigten Staaten, um ihn in seiner abgelegenen Villa zu treffen. Reiche Männer in Amerika sind stets sehr vertrauenswürdig, also was könnte schief gehen?

 
 
 


 
 
 

THE RUSSIAN BRIDE – Kritik

 
 
Als 2002 das gelobte Indiedrama „Lana’s Rain“ als Regiedebüt von Michael S. Ojeda releaste, hätte man vermutlich nicht erwartet, dass dieser Name anno 2020 ziemlich unzertrennlich mit dem modernen Rache bzw. gar Rape and Revenge-Genrekino verbunden sein würde. Besagtes Sozialdrama schlug dabei auch schon düstere Töne an und lebte von einer eindringlichen Performance seiner Protagonistin, doch Blut oder Konfrontationen, die in der physischen Zerstörung menschlicher Materie enden, suchte man damals noch vergeblich. 18 Jahre später sieht das anders aus, denn Ojeda hat inzwischen den in Genrekreisen mit offenen Armen empfangenen, harten Rachethriller/Horrorfilm namens „Savaged“ erschaffen, der natürlich nicht drum herum kam, in Deutschland indiziert und folgend in mehreren Mediabooks verkauft zu werden. Wenn als nächster Titel dann also ein Film namens „The Russian Bride“ folgt, der blutige Hammer auf dem Cover präsentiert und ab 18 freigegeben wurde, lechzt das Filmfanherz direkt nach mehr Genrekost – Marketingverarsche mit vorprogrammierter Enttäuschung, oder der nächste übersehene Tipp?
 
 
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Im Menü der Blu-ray fällt sofort die allzu arg am PC bearbeitete, wenn auch prachtvolle Villa auf, die im weiten Drohnenshot zu schwerer Musik ominöse Vorzeichen geben soll, der Film beginnt dann auch direkt mit einem älteren Herren (Corbin Bernsen, den man aus „Kiss Kiss, Bang Bang“, „The Dentist“ oder „Dead Air“ kennen kann z.B.) der in eben jener Villa am PC seine Möglichkeiten russischer Bräute abwägt, und daraufhin auf die hübsche Nina (Oksana Orlan) stößt, die samt Tochter Dasha verarmt in Russland lebt, wo ihr drogenabhängiger Freund nicht mit dem zigarrerauchenden, reichen „Karl“ mithalten kann, der sie online umwirbt. Unter dem Vorwand der Flugangst seitens Karl fliegen Nina und Dasha selber direkt nach Amerika, ohne ihre Bekanntschaft je in echt gesehen zu haben, und kurz nach den Opening Credits werden die beiden Damen auch schon vom leicht gruseligen Butler „Hagen“ begrüßt, der freiwillig nicht im prunkvollen Anwesen haust, sondern in der Scheune nächtigt…
 
 
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Die ruhige Kameraführung, die verhaltene Höflichkeit der Gastgeber, die Abgeschiedenheit des Anwesens und natürlich die ersten Anekdoten über tote Söhne oder Unfälle in der Klinik des Vaters sorgen nun sehr schnell für ein aufkommendes Gefühl des Unbehagens und so professionell, „edel“, reich und hübsch die Hochzeit selber dann auch inszeniert ist, so surreal, entrückt oder argwöhnisch unheimlich kommt sie einem schnell vor. Wenn sich dazu dann noch eine höchst artifizierende Lichtsetzung gesellt, die die nächtlichen Räume gerne in ansprechend verträumten Farben malt, ist man spätestens bei Lynch-Assoziationen, Noir-Ästhetik und gar einem kleinen Gialloeinfluss angekommen. Zwar beißen sich diese, sehr gelungenen, Ästhetikhappen dann mit zu modernen Drohnenaufnahmen mit Fisheyeobjektiv oder dem wiederholt künstlich aussehendem CGI in den Außenshots, doch regelmäßige Stromausfälle als Plotdevice, die nuancierte und spannende Performance von Bernsen und einige verstreute Andeutungen bezüglich einer mysteriösen Backstory oder gar übernatürlichen Komponente entschädigen dafür und bescheren zudem eine Seherfahrung, der über große Strecken wirklich nicht allzu langweilig wird.
 
 
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„Nicht allzu langweilig“ ist dann auch eine gute Beschreibung für das weitere Geschehen, denn auch wenn Ojedas Thriller (?) deutliche Genremerkmale in sich trägt und insbesondere mit einer Frankenstein/Addams-Family Nebenszene/Charakterkonstellation richtig unterhaltsam, sympathisch und verspielt daherkommt, so kann man leider nicht von einem konstant spannenden Werk sprechen, oder auch nur von einem Horrorfilm. Storyverweise und Atmosphäre muten teils schon eher gotisch-nächtlich und mysteriös an, intensivieren und verdichten sich Schrecken und Spannung dann im weiteren Verlauf, kriegt man leider zu viele Versatzstücke geliefert, die man so oder so ähnlich schon besser gesehen hat. Ein dürftig getrickster Unfall hier, das mittlerweile oft gehörte, standartisierte Dröhnen und Hallen im Soundtrack zu flackernden Lampen dort, an der Scheibe steht etwas geschrieben, hui buh und so weiter. Doch ehe „The Russian Bride“ mit seinen zu langen 104 Minuten endgültig in die Belanglosigkeit driftet oder sich verliert, wacht dann scheinbar die Blutgier im Regisseur wieder auf, die er verspürt, sobald sich eine einsame Frau gegen mehrere Menschen erwehren muss – und hier folgt dann auch die Rechtfertigung für das Coverdesign, denn so hässlich ich es finde, so ungelogen ist es: Blutige Hammer kommen tatsächlich zum Einsatz und so konstruiert und unwahrscheinlich es auch wirkt, sogar das Brautkleid kriegt Blut ab. Mehr noch, dass die Frisur und Attitüde unserer Hauptprotagonistin frappierend an Uma Thurman aus Kill Bill erinnern, dürfte auch kein Zufall sein, packt auch dieses Werk hier in den letzten 20 Minuten dann endlich den Rachepart aus und bietet schonungslose, schnelle, rabiate Kills mit schmerzendem Sounddesign und überraschend hohen Bodycount.
 
 
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Epische Musik emotionalisiert die Zuschauer dabei schon vor der eigentlichen Konfrontation, eine kurze Foltereinlage setzt ganz neue Stakes und Chancen, die Effekte sind dabei gut genug, damit das Schicksal der jungen Frau überraschend nah geht. Da sich die verspielten Genreelemente, die sich vorher bereits deutlich ankündigten, zum Ende hin noch deutlich verstärken, ohne vom Geschehen abzulenken oder den Film entgleisen zu lassen, dürfte man auch die Intention des Regisseurs bzw. Leseanleitung in etwa so verstehen: „Habt Spaß, fiebert mit, denkt nicht weiter nach!“, weshalb fehlender Realismus, improvisiertes medizinisches Equipment aus den 80ern sowie punktuell massives Overacting, so z.B. von Lisa Goodman, zu verkraften sind. Endgültig gialloesque wird es mit einem richtig künstlerischem Setpiece-Argentokill am Ende, nach einer Stunde und 45 Minuten entlässt Ojeda den Zuschauer aus diesem sehr hübschen Indiefilm dann und hat eine simple, oft gesehene Geschichte erzählt, die sich motivisch sowie inszenatorisch aber durch Noir-Filme und Gialli, durch Traumlogik, Gothikhorror und Retro-Gruselfilme assoziiert hat, inhaltlich hingegen Sozialdrama-Baustücke/Anklänge über Mysterypfade zum feministischen Rachefilm mit Splatterinlagen mutieren lässt. Ist alles nicht so unüblich oder wild, wie es sich jetzt anhört und schnell vergessen auch, dafür aber voll mit durchaus interessanten, offen auf der Zunge getragenen Inspirationen.
 
 


 
 
 

THE RUSSIAN BRIDE – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
Punktuell sehr ästhetischer sowie spannender Thriller mit einigen unerwarteten Szenen, der sich in einem zufrieden stellenden Finale angenehm blutig entlädt. Definitiv zu lang und trotz unüblicher Zusammenstellung diverser Genreverweise recht generisch als Gesamtwerk, für Genrefans aber einmalig sehenswert – halbe Punkte gibt es hier nicht, darum ganz knapp an der 6 vorbei – 5/10.
 
 


 
 
 

THE RUSSIAN BRIDE – Zensur

 
 
 
Die Veröffentlichung von „The Russian Bride“ hat von der FSK in der ungeschnittenen Fassung die Einstufung „keine Jugendfreigabe“ erhalten. Filmsammler können daher bedenkenlos zugreifen.
 
 
 


 
 
 

THE RUSSIAN BRIDE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Koch Films (KeepCase Blu-ray)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Russian Bride; USA 2019

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.40:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 101 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Trailer, Trailershow, Bildergalerie

Release-Termin: KeepCase: 18.06.2020

 

ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

THE RUSSIAN BRIDE – Trailer

 
 


 
 
 

Alexander Brunkhorst

(Rechte für Grafiken liegen bei Koch Films)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Stepfather (2009)
 
The Stepfather (1987)
 
Stepfather II (1989)
 

Filmkritik: „The Apartment – Willkommen im Alptraum“ (2019)

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THE APARTMENT

THE APARTMENT – WILLKOMMEN IM ALPTRAUM

(1BR)

Story

 
 
 

Dieser Film treibt den Puls in die Höhe. Studentin Sarah will in Los Angeles einen neuen Lebensabschnitt beginnen. Doch der Start ins neue Leben schlägt bald in blanken Horror um.

 
 
 


 
 
 

THE APARTMENT – Kritik

 
 
 
Wie wichtig ist Freiheit? Würdest Du auch weiter nach Selbstentfaltung, Selbstbestimmung und Selbstverwirklichung streben, wenn Du Dein Leben dadurch in Gefahr bringen würdest? Eine wichtige Frage, über die wir uns in deutschen Landen nicht unbedingt den Kopf zerbrechen müssen. Hier ist der Freiheitsgedanke selbstverständlich. Anders sieht es da schon im Ausland aus. In Überwachungsstaaten wie Nordkorea oder China genügt bereits Querdenken, um mit tödlichen Konsequenzen rechnen zu müssen. Da ordnet man sich als Teil der Gemeinschaft unter, um in Ruhe leben zu können und akzeptiert unter Zwang Regeln, die in demokratischen Ländern unvorstellbar sind. Frieden durch Angst – brisanter Stoff, der sich natürlich auch gut als Film verpacken lässt. Einer dieser nennt sich THE APARTMENT – WILLKOMMEN IM ALPTRAUM (im Original: 1BR), kommt aus Amiland und ist komplexer, als es der Trailer vermuten lässt. Dieser Horrorthriller ist beunruhigender Shit, der dort trifft, wo es am meisten wehtut und so ein mulmiges Gefühl beim Publikum hinterlässt, wie man es zuletzt bei Filmen wie MARTYRS oder EDEN LAKE erleben konnte. Da werden Horrorfilmfans nicht unbegründet neugierig. Ein Grund mehr die erste Horror-Überraschung des Filmjahres 2020 genauer unter die Lupe zu nehmen.
 
 
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Newcomer DAVID MARMOR zeichnet für Drehbuch und Regie verantwortlich. Der erzählt hier die Geschichte von Studentin Sarah (NOCOLE BRYDON BLOOM), welche sich nach dem Tod der Mutter von der Familie abkapselt, um auf eigenen Beinen zu stehen. Die plötzliche Flucht hat auch ihren Grund. Sarahs Vater hat die krebskranke Gattin am Totenbett mit der Krankenschwester betrogen. Deshalb will die labile Mittzwanzigerin nichts mehr vom Familienoberhaupt wissen. Doch das eigene Leben in Los Angeles ist nicht so einfach wie gedacht. Gute Jobs sind Mangelware und auch in Sachen Wohnungen ist die Auswahl nicht sonderlich gut. Umso erfreulicher für Sarah, als die ein Apartment findet und direkt einziehen kann. Die Nachbarn sind freundlich und nehmen die junge Frau herzlich auf. Doch die Sache hat einen Haken. THE APARTMENT ist nämlich ein Horrorfilm. Demzufolge wendet sich bald das Blatt und aus Freude über die neue Wohnung wird grenzenlose Angst. Etwas stimmt leider nicht mit der neuen Behausung. Erst wird Sarah durch laute Geräusche aus dem Schlaf gerissen, die aus den Rohren schallen. Später fühlt sich die Studentin von Tag zu Tag schlapper. Was mag das für Ursachen haben? Die Antwort darauf ist krank und pervers.
 
 
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Eingesperrt und unter Kontrolle – Big Brother is watching you. THE APARTMENT – WILLKOMMEN IM ALPTRAUM ist so ein Film, der nach dem Abspann schockiert vor dem Fernsehgerät zurücklässt. Regisseur DAVID MARMOR vermischt in seinem Erstling Horror mit Originalität, würzt mit gesellschaftskritischer Note und kombiniert auch noch diverse Subgenres des Horrorfilms. So muss die Heldin im Film bald feststellen, dass ihr neues Apartment weit mehr ist, als es auf den ersten Blick scheint. Schlafplatz allein wäre zu langweilig. Stattdessen wird um die kleine Wohnung ein komplexes Handlungsgestrüpp gewebt, das Heldin wie Zuschauer durch eine Achterbahn des Grauens jagt. Somit wären wir auch schon bei der geheimen Quintessenz von THE APARTMENT. Filmemacher DAVID MARMOR hat sich nämlich einen Twist ausgedacht, auf dem sich alles aufbaut. Der wird zwar früh gelüftet, bildet aber das Fundament für eine Handlung, welche in puncto Einfallsreichtum und Spannung die letztjährigen Eigenproduktionen des Streaming-Anbieter NETFLIX mit Leichtigkeit gegen die Wand spielt.
 
 
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Regisseur DAVID MARMOR kreiert in THE APARTMENT ein schockierendes Paralleluniversum, in dessen Mittelpunkt eine scheinfriedliche Gesellschaft ihr Dasein fristet, die nur durch Angst und Terror zusammengehalten wird. Dabei lassen sich Parallelen zum aktuellen politischen Weltgeschehen nicht von der Hand weisen. Dennoch hatte der Regie-Newcomer mit seinem Film in erster Linie anderes im Sinn. Wie die Hauptprotagonistin in THE APARTMENT kam Marmor mit jungen Jahren vom Land in die Stadt. Eine befremdliche Angelegenheit für den damals Anfang Zwanzigjährigen, der sich in der riesigen Großstadt alleingelassen fühlte. Die beinahe schon surreal anmutende Anonymität ängstigte und machte dem Neuhinzugezogenen zu schaffen. Just in diesem Moment entstand die Idee zu THE APARTMENT. Im ersten Entwurf stellte sich der Filmemacher die Frage, was die vielen freundlichen aber dennoch fremden Nachbarn seines Apartmentkomplexes hinter verschlossenen Türen veranstalten könnten. Gleichzeitig hörte Marmor von utopischen Gemeinschaften und Randreligionen, die sich seit Jahren in L.A. im Untergrund entwickeln. Ein Cocktail interessanter Ansatzpunkte, der letztendlich zu einem pulstreibenden Filmerlebnis führt.
 
 
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Mehr über THE APARTMENT zu verraten wäre unfair jedem Zuschauer zugegen. Dieser sollte am besten so wenig wie möglich über THE APARTMENT lesen, um maximale Schockintensität genießen zu können. THE APARTMENT ist Nervenkitzelfutter, das unaufgeregt beginnt und den Zuschauer ganz plötzlich in tiefe Abgründe zieht. Statt physischer Gewalt kriecht psychologischer Horror über die Mattscheibe. Weil sich die Handlung nicht leicht durchschauen lässt, gehört dieser Psychothriller zum wohl spannendsten, was das Horrorgenre derzeit zu bieten hat. Wer daher mit Kopf-Horror schlaflose Nächte durchlebt, sollte diese Wohnungsbesichtigung mit Vorsicht genießen. Was sich dort hinter verschlossenen Haustüren abspielt, lässt nicht nur fassungslos vor der Glotze zurück, sondern dürfte zartbesaiteten Zuschauern so einige Albträume bescheren.
 
 


 
 
 

THE APARTMENT – Fazit

 
 
8 Punkte Final
 
 
Sauspannend, schockierend und unangenehm. THE APARTMENT – WILLKOMMEN IM ALPTRAUM ist so ein Kandidat, der in der beliebten Film-Reihe KINO KONTROVERS gut aufgehoben wäre. Mit seiner gesellschaftskritischen Botschaft eckt der Film nämlich nicht nur an, sondern zeichnet sich auch gleichzeitig durch genug Originalität aus, um bis zum Ende vor der Glotze bibbern zu lassen. Die Hintergründe sind nicht so schnell zu entziffern. Regisseur DAVID MARMOR spickt seine Handlung mit vielen Wendungen, damit der Spannungsbogen gehalten werden kann. Der zieht sich wie ein roter Faden durch den Streifen und schockt am Ende mit einer unbequemen Auflösung. Da mag man es gar nicht glauben wollen, dass THE APARTMENT auf das Konto eines Newcomers geht. Grünschnabel DAVID MARMOR hat sich nicht nur den Plot ausgedacht, sondern auch gleich auf dem Regiestuhl platzgenommen. Dass der damit direkt ins Schwarze trifft, ist beachtlich. Das Drehbuch ist für doppeldeutigen Horror bemerkenswert und auch auf technischer Ebene kann sich mancher Filmemacher Hollywoods eine Scheibe abschneiden. Mit derart Voraussetzungen darf man gespannt auf das sein, was Marmor in Zukunft auf die Leinwand bringen wird. Talentfreiheit kann man diesem ambitionierten Neuling zweifelsohne nicht unterstellen. Klasse!
 
 
 


 
 
 

THE APARTMENT – Zensur

 
 
 
THE APARTMENT (Originaltitel: 1BR) setzt in erster Linie auf psychologischen Horror. Gewalt gibt es daher nur wenig zu sehen. Zwei Nägel werden in Hände geschlagen. Die übrige Gewalt reduziert sich auf das Finale in dem eine Schusswaffe zum Einsatz kommt. Hierzulande hat der Psychothriller eine FSK16 in ungeschnittener Form erhalten.
 
 
 


 
 
 

THE APARTMENT – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Koch Films (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: 1BR; USA 2019

Genre: Horror, Thriller, Drama

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.40:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 90 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Fantasia: The Talkshow, Premiere Q&A, Trailer, Bildergalerie

Release-Termin: KeepCase: 15.10.2020

 
 

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THE APARTMENT – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Abbildungen stammen von Dark Sky Films | Koch Films)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Community of Fear (2012)
 
Dark Society (1989)
 
The Sacrament (2013)
 

Filmkritik: „Die Farbe aus dem All“ (2019)

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DIE FARBE AUS DEM ALL

(THE COLOUR OUT OF SPACE)

Story

 
 
 

Für Familie Gardner wird das idyllische Landleben zum Albtraum, als ein Meteorit in ihrem Garten einschlägt, der sämtliches Leben in näherer Umgebung beeinflusst.

 
 
 


 
 
 

DIE FARBE AUS DEM ALL – Kritik

 
 
 
Stoffe von H. P. Lovecraft zu verfilmen, wird sicher nie aus der Mode kommen, denn dafür sind seine Geschichten einfach zu gut. „Die Farbe aus dem All“ ist eine seiner Kurzgeschichten, die mittlerweile schon desöfteren verfilmt wurde und mit dem gleichnamigen Film nun eine weitere Umsetzung erfahren darf. Mit Richard Stanley als Regisseur, Nicolas Cage als Hauptdarsteller und Elijah Wood als Produzenten schien dabei nicht viel schiefgehen zu können. Und in der Tat ist hier ein eindrucksvoller Horrorfilm entstanden, bei dem man lange Zeit nicht genau wissen kann, was man denn nun erwarten soll.
 
 
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Familie Gardner hat sich auf eine Farm zurückgezogen, um der Hektik des Lebens etwas zu entkommen. Scheinbar funktioniert das nicht für jedes Familienmitglied, aber alle Sorgen sind sowieso vergessen, als eines Nachts ein Meteorit im Garten der Familie einschlägt. Anfangs halten das alle nur für einen kuriosen Zufall, aber nach für nach ist es nicht mehr von der Hand zu weisen, dass sich in der Gegend etwas verändert. Eine seltsame Farbe dominiert die Landschaft und das Verhalten aller Lebewesen wird auch immer abstrakter. Kennt man die literarische Vorlage, wird man ungefähr wissen, wie die Story verlaufen wird, aber selbst wenn dem so ist, kann man nie genau wissen, in welcher Art und Weise das hier umgesetzt wird. Die Geschichte von Lovecraft ist herrlich simpel, aber gleichzeitig einfach faszinierend und der Film kann davon nur profitieren. Da braucht man keine großen Wendungen oder Innovationen im Drehbuch, sondern kann dem Chaos einfach freien Lauf lassen. Dass man den Aufbau dabei sehr langsam angeht und den Zuschauer nicht zu schnell mit Kuriositäten berieselt, ist dabei nur löblich, denn so baut sich nebenbei auch eine ungemein fesselnde Atmosphäre auf.
 
 
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Der Beginn ist noch locker, harmlos und macht am ehesten Spaß. Horror-Elemente gesellen sich zwar schon bald mit zum Geschehen hinzu, aber zu diesem Zeitpunkt gibt es immer noch genügend lockere Momente, wie z.B. den Einfall mit den Alpakas. Langsam aber sicher spitzt sich die Lage zu und macht die Protagonisten hier immer wahnsinniger, weshalb es auch gar nicht mehr so leicht fällt, den Bezug zu ihnen zu behalten. Mitleid kennt „Die Farbe aus dem All“ mit seinen Charakteren jedenfalls nicht. In der zweiten Hälfte schraubt man immer mehr am Faktor Wahnsinn, bis alles in einem psychedelisch-surrealen Finale gipfelt. Dabei ist der Horror-Anteil echt nicht gering. Manche Szenen wirken albtraumhaft. Und trotzdem gibt es da immer wieder Momente, die absurd wirken und einen fast zum Lachen animieren. Man ist sich am Ende selbst kaum noch sicher, ob das nun eine Komik besitzt oder eben purer Wahnsinn ist. Diese eigenartige Atmosphäre, die neben Science-Fiction-Elementen auch noch leichte Motive vom Body-Horror besitzt, zieht einen auf jeden Fall in ihren Bann und macht dann am Ende doch am ehesten sehr viel Spaß.
 
 
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Das liegt auch am ordentlichen Cast. Seitdem Nicolas Cage in „Mandy“ so überzeugen konnte, scheint seine Tendenz wieder mehr in Richtung „brauchbarer Film“ zu gehen. Er hält sich anfangs enorm zurück, darf in der zweiten Hälfte aber wieder genügend Overacting betreiben. Allerdings ist das hier absolut passend und Cage macht das einfach toll. Joely Richardson ist souverän und Brendan Meyer erfüllt seinen Zweck ebenfalls vollkommen. Elliot Knight besitzt Charisma und Madeleine Arthur hat auch das gewisse Etwas, um in Erinnerung bleiben zu können. Absolut klasse ist es, dass man Tommy Chong zu sehen bekommt und seine Rolle könnte wohl kaum passender sein. Reichlich schade ist nur, dass sich seine Auftritte auf wenige Minuten begrenzen. Insgesamt sind die Schauspieler aber auf jeden Fall gut bis sehr gut und die Figurenzeichnung erfüllt ihren Zweck. Sie ist später sowieso nicht mehr von Belang, weil dann ganz andere Dinge zählen.
 
 
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Dazu gehört natürlich die visuelle Umsetzung. Die Farbe, die an eine Mischung aus Pink, Violett und Purpur erinnert, ist stets präsent, meistens jedoch überraschend subtil. Wenn man auf Kleinigkeiten achtet, sieht man sie jedoch stetig. Geht es dann brachialer zur Sache erstrahlt nahezu der gesamte Bildschirm in dieser Farbe und da wurden schon ein paar Schauwerte erschaffen, die begeistern können. Regisseur Richard Stanley, der einst als Horror-Hoffnung galt, hat mit „Die Farbe aus dem All“ seit über 20 Jahren zum ersten Mal wieder einen Film inszeniert. Er zeigt hier aber eindrucksvoll, dass er seinen Beruf keineswegs verlernt hat. Lobenswert sind in diesem Punkt auch die Effekte, die überwiegend kaum künstlich aussehen. Bei einem Budget von angeblich 12 Millionen Dollar ist das keine Selbstverständlichkeit. Manches stammt aus dem Computer, aber vieles wurde auch von Hand gemacht. Dem Auge wird jedenfalls reichlich geboten und handwerklich ist das stark gemacht.
 
 


 
 
 

DIE FARBE AUS DEM ALL – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
 
„Die Farbe aus dem All“ ist ein eigenwilliger Horrorfilm, der zwar von der Story her äußerst simpel bleibt, aber nebenbei dermaßen viele verschiedene Elemente besitzt und so herrlich mysteriös bleibt, dass er mit seinem Szenario einfach fesseln kann. Die Darsteller sind ordentlich, Cage ist voll in seinem Element und an der handwerklichen Umsetzung gibt es ebenfalls nichts auszusetzen. Am besten gelungen ist jedoch der Aufbau, weil man den Wahnsinn hier kontinuierlich steigern kann. Da gibt es zwar immer wieder amüsante Momente, doch im Endeffekt ist der Horror nahezu albtraumhaft und phasenweise kommt das Geschehen auch einem Trip gleich. Die Effekte sehen faszinierend aus, nur auf Splatter sollte man sich nicht einstellen. Etwas mehr davon und noch etwas mehr Tommy Chong hätten sicher nicht geschadet, aber auch so bekommt man einen spannenden, sehr kurzweiligen Horrorfilm geboten, der Freude macht und nebenbei noch reichlich eigenwillig daherkommt!
 
 
 


 
 
 

DIE FARBE AUS DEM ALL – Zensur

 
 
 
„Die Farbe aus dem All“ hat einiges an Body-Horror zu bieten. Man bekommt miteinander verschmolzene Körper vor die Linse, wie man sie aus Carpenters „Thge Thing“ sowie dem Remake her kennt. Hierzulande hat es von der FSK eine Freigabe ab 16 Jahren gegeben. „Die Farbe aus dem All“ ist trotz niedriger Freigabe komplett ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

DIE FARBE AUS DEM ALL – Deutsche Blu-ray-Veröffentllichungen

 
 
 
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(c) Koch Films (Blu-ray im Keepcase)

Extras:
– Entfallene Szenen (ca. 13 Min.)
– Bildergalerie
– Original Kinotrailer

Die Farbe aus dem All [Blu-ray im KeepCase] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 


 

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(c) Koch Films (UHD + 2 Blu-ray im Mediabook – Cover A)

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(c) Koch Films (UHD + 2 Blu-ray im Mediabook – Cover B)

Extras:
12-seitiges Booklet mit Texten von Christoph Huber und Stefan Jung
Disc 1 Blu-ray Die Farbe aus dem All 4K UHD (HD, ca. 110 Min.):
Entfallene Szenen (ca. 13 Min.)
Bildergalerie
Original Kinotrailer
Disc 2 Die Farbe aus dem All Blu-ray (HD, ca. 110 Min.):
Entfallene Szenen (ca. 13 Min.)
Bildergalerie
Original Kinotrailer
Disc 3 Blu-ray Bonus Blu-ray:
Color out of Space Featurette (ca. 20 Min.)
Weltpremiere in Toronto (ca. 21 Min.)
Interviews mit Cast & Crew (ca. 13 Min.)
Richard Stanley – The Movies that Made me (Trailers from Hell Audiopodcast) (ca. 66 Min.)
„Lost in Landshut“ – Interview mit Richard Stanley (ca. 49 Min.)
„The Colour out of Space“ & „The Garden“ – Kurzfilme von Patrick Müller (ca. 11 Min.)
„Rites of passage“ – Kurzfilm von Richard Stanley (ca. 10 Min.)
„Incidents of an expanding universe“ – Kurzfilm von Richard Stanley (ca. 45 Min.)
„Voice of the moon“ – Dokumentation von Richard Stanley (ca. 33 Min.)
„The sea of perdition“ – Kurzfilm von Richard Stanley (ca. 9 Min.)
 

Die Farbe aus dem All [UHD + 2 Blu-ray im Mediabook – Cover A] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

Die Farbe aus dem All [UHD + 2 Blu-ray im Mediabook – Cover B] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 


 
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(c) Koch Films (UHD + 5 Blu-rays + CD im Digipack)

Extras:
104-seitiger Original Nachdruck des „Amazing Stories“-Magazins, welches die H.P. Lovecraft Geschichte erstmals veröffentlichte
12-seitiges Booklet mit Texten von Christoph Huber und Stefan Jung
Zwei DIN-A1-Kinoplakate
6 Retro-Aushangphotos
Disc 1 Blu-ray Die Farbe aus dem All – Color Out of Space 4K UHD (HD, ca. 110 Min.):
Entfallene Szenen (ca. 13 Min.)
Bildergalerie
Original Kinotrailer
Disc 2 Die Farbe aus dem All – Color Out of Space Blu-ray (HD, ca. 110 Min.):
Entfallene Szenen (ca. 13 Min.)
Bildergalerie
Original Kinotrailer
Disc 3 Blu-ray Bonus Blu-ray:
Color out of Space Featurette (ca. 20 Min.)
Weltpremiere in Toronto (ca. 21 Min.)
Interviews mit Cast & Crew (ca. 13 Min.)
Richard Stanley – The Movies that Made me (Trailers from Hell Audiopodcast) (ca. 66 Min.)
„Lost in Landshut“ – Interview mit Richard Stanley (ca. 49 Min.)
„The Colour out of Space“ & „The Garden“ – Kurzfilme von Patrick Müller (ca. 11 Min.)
„Rites of passage“ – Kurzfilm von Richard Stanley (ca. 10 Min.)
„Incidents of an expanding universe“ – Kurzfilm von Richard Stanley (ca. 45 Min.)
„Voice of the moon“ – Dokumentation von Richard Stanley (ca. 33 Min.)
„The sea of perdition“ – Kurzfilm von Richard Stanley (ca. 9 Min.)
Disc 4 Blu-ray Bonusfilm Das Grauen auf Schloss Witley (HD, ca. 80 Min.):
Audiokommentar von Dr. Rolf Giesen & Dr. Gerd Naumann
Deutsche Nostalgie-Fassung (4:3)
Deutsche Titelsequenz
Umfangreiche Bildergalerie
Trailer
Disc 5 Blu-ray Bonusfilm The Curse (1987) (HD, ca. 92 Min.):
Audiokommentar mit Dr. Gerd Naumann & Matthias Künnecke und Christopher Klaese
Originaltrailer
Bildergalerie
Disc 6 Blu-ray Bonusfilm Die Farbe (2010) (HD, ca. 86 Min.):
Teaser (0:41 Min.)
Trailer (1:49 Min.)
Verlorene Szene (3:10 Min.)
Making Of (22:22 Min.)
Effekte und Konzepte (6:36 Min.)
Disc 7 CD Soundtrack CD mit Musik von Colin Stetson (ca. 45 Min.):
Ohne Bonusmaterial
 

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DIE FARBE AUS DEM ALL – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei KOCH FILMS)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Das Ding aus einer anderen Welt (1982)
 
The Thing (2011)
 
Harbinger Down – Es gibt kein zurück (2015)
 

Filmkritik: „Rattennest – Kiss me Deadly“ (1955)

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RATTENNEST – KISS ME DEADLY

(KISS ME DEADLY)

Story

 
 
 
Privatdetektiv und generelles Wrack Mike Hammer verdient seine Brötchen mit Kleckerkram wie dem Ausspionieren untreuer Ehegatten. Eines Abends nimmt er die aus der Klapsmühle ausgebüxte Christina per Anhalter mit. Das Auto wird von Gangstern angehalten und Hammer muss mit ansehen, wie die junge Frau zu Tode gefoltert wird. Jetzt ist der Ehrgeiz des abgerissenen Schnüfflers getriggert und er mischt sich in Dinge ein, die alles übertreffen, was er oder die Zuschauer erwartet haben.

 
 
 


 
 
 

RATTENNEST – Kritik

 
 
 
Meine Damen und Herren, liebe Kinder und Tiere: Hiermit stellen wir, die Heinzelmännchen hinter dem Filmblog Eures Vertrauens, Euch ein veritables Heavyweight unter den Filmen vor. Nicht nur im Bereich Gangsterfilm, im Bereich Film Noir, nö, allgemein ist RATTENNEST, eine kalte Dusche unter den Kriminalfilmen, einer der besten Filme der Fünfziger und gleichzeitig ein Tritt in die Weichteile für den unvorbereiteten Zuseher. Das ultra-pessimistische Genre spielt ja immer mit der Umkehrung von Licht und Schatten, Gut und Böse. Charakterzeichnungen fallen selten eindeutig aus. Dieser Film aus der Meisterhand des großen Robert Aldrich dreht die Regler noch ein paar Grad in Richtung Weltuntergang.
 
 
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So ist Hammer auch nicht weniger skrupellos und mindestens genau so brutal wie die Lumpen, denen er hinterherjagt. Die Fairness des Western-Sheriffs mit weißem Hut geht dem Whiskeytrinker und Faustkämpfer eine Handbreit am Hinterteil vorbei. Er ist an einem Punkt angelangt, an dem ihm Sieg oder Niederlage egal ist, Hauptsache er nimmt ein paar der Anderen mit in die Hölle. Die Figur des „hard boiled“, also hartgesottenen Nihilisten-Detektivs Mike Hammer ist neben der des Philip Marlowe eine der wenigen wiederkehrenden im Kontext der „Schwarzen Serie“ Hollywoods. In den Achtzigern gibt es sogar eine oft gesendete Fernsehserie mit Stacy Keach. Im Original hier wird er von Ralph Meeker gespielt, einem vielbeschäftigten Film- und Fernsehschauspieler, der bereits in dieser frühen Rolle sein Ticket für die ewige Ruhmeshalle ikonengleicher Darstellerleistungen lösen kann.
 
 
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Der Plot, diese halluzinative Reise in die Gedärme der irrealen Stadt Los Angeles, wo Kleinkriminelle im Auftrag einer ganz großen Verschwörung handeln, spiegelt sich in Filmen wider, die noch Jahrzehnte später entstehen und ebenfalls zum anerkannten Kanon amerikanischer Kultfilme gerechnet werden. Da hätten wir zum Beispiel REPO MAN (1984), THE BIG LEBOWSKI (1998) und ganz besonders PULP FICTION von 1994, in dem der geheimnisvolle Koffer, hinter dem in RATTENNEST alle her sind, einen direkten Auftritt hat. RATTENNEST ist ein Film Noir allerhöchster Qualität, ein wahrer Top-Fünf-Film. Wer sich in diesem entdeckenswerten Genre noch nicht auskennt oder noch nicht weiß, wo er anfangen soll: Hier wäre ein guter Vorschlag.
 
 
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RATTENNEST – Fazit

 
 
 
10 Punkte Final
 
 
 
RATTENNEST ist zweifelsohne einer der bedeutendsten Film Noirs. Ein buchstäblich pechschwarzes Meisterwerk des Nihilismus, wie er Hollywood ein paar Jahre später in Zensur-Schwierigkeiten bringen soll. Ein Film für die einsame Insel. Wenn man dort Filme schauen sollte natürlich.
 
 
 


 
 
 

RATTENNEST – Zensur

 
 
 
Das Film-Noir-Thriller-Drama RATTENNEST – KISS ME DEADLY lief damals im Kino gekürzt. Auch die späteren TV-Ausstrahlungen waren nie komplett. Im DVD-Zeitalter änderte sich das aber. Bereits die erste DVD-Veröffentlichung war ungeschnitten und frei ab 18 Jahren. Das ist nun auch bei der erhältlichen Blu-ray der Fall. Die besitzt das rote FSK-Siegel und bietet den Film in der ungeschnittenen Originalfassung.
 
 
 


 
 
 

RATTENNEST – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Koch Films | Explosive Media (Blu-ray im Keepcase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Kiss me Deadly; USA 1955

Genre: Krimi

Ton: Deutsch DTS-HD MA 2.0 (Mono), Englisch DTS-HD MA 2.0 (Mono)

Untertitel: Deutsch, Englisch

Bild: 1.85:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 106 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Bildergalerie mit seltenem Werbematerial, Original Kinotrailer

Release-Termin: 13.02.2020

 

Rattennest – Kiss Me Deadly [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

RATTENNEST – Trailer

 
 


 
 
 

Christian Ladewig

(Rechte für Abbildungen in dieser Kritik liegen bei Koch Films | Explosive Media)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Asphalt-Dschungel (1950)
 
Die Narbenhand (1942)
 
Tote schlafen fest (1946)