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Filmkritik: „The Greasy Strangler“ (2016)

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THE GREASY STRANGLER

Story

 
 
 
Die Beziehung von Vater Big Ronnie (MICHAEL ST. MICHAELS) und seinem Sohn Big Brayden (SKY ELOBAR) gerät aus den Fugen, nachdem eine Frau in die Leben der beiden einfällt und ein Killer im Viertel die Runde macht.

 
 
 


 
 
 

THE GREASY STRANGLER – Kritik

 
 
 
In Zeiten, in denen im Horror-Genre offenbar nur noch recycelt wird, dem großen Hollywood sowieso die Ideen ausgehen und man im Privatfernsehen ausschließlich gescripteten Reality-Kram vorgesetzt bekommt, tun Filme wie THE GREASY STRANGLER Not. Filme, die alles bisher Dagewesene in den Schatten stellen. Irgendwo zwischen Arthouse, Trash und Groteske wird dem Zuschauer hier filmischer Irrsinn geboten, für den man unbedingt gewappnet sein sollte. Wer hier einen Film nach klassischem Aufbau erwartet, wird zügig eines Besseren belehrt. Der Streifen besitzt weder Spannungsbogen, noch glaubhafte Interaktionen oder gar Sympathieträger in der Besetzung. Stattdessen werden Geschmacklosigkeiten am laufenden Band serviert und die stets gleichen Szenenverläufe abgespult. Rein gar nichts macht hier Sinn. Das dürfte bei den meisten Zuschauern auf Unverständnis stoßen – ist aber so gewollt, denn in diesem schwer kategorisierbaren Film soll cineastische Anarchie regieren. Wer sich demzufolge auf dieses Sammelsurium der Skurrilitäten einlässt und für knappe 90 Minuten den Verstand ausschaltet, könnte einen der abgefahrensten Filme des Jahres 2016 zu sehen bekommen. Letzterer, der Verstand, ist hier ohnehin überflüssig, denn THE GREASY STRANGLER furzt sprichwörtlich auf Konventionen und sorgt mit seinem schwarzen Humor und Bekenntnis zum Bad Taste für allerhand Schmunzler. Das haben auch die Zuschauer des FANTASY FILMFEST 2016 erkannt, wo der Streifen seine Deutschlandpremiere feierte und dort gerade wegen seiner schräg-sonderbaren Machart von der Mehrheit des Publikums wohlwollend angenommen wurde. Offenbar haben die Macher mit ihrem sonderbaren Filmexperiment genau den Nerv gelangweilter Filmnerds getroffen. Anders lassen sich wohl die vielen Lobeshymnen im Netz nicht erklären, die THE GREASY STRANGLER (zu Deutsch: DER SCHMIERIGE WÜRGER) sogar von alteingesessenen Cineasten erhalten hat.
 
 
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Von ranzigem Frittenfett und übergroßen Monster-Penissen. In THE GREASY STRANGLER leben Vater und Sohn so in den Tag hinein. Sie verdienen sich den Lebensunterhalt damit, Touristen durch Los Angeles zu lotsen und an den meistberüchtigten Discotheken Halt zu machen. Doch die tägliche Routine wird von einer Begegnung mit Folgen gestört. Bei einer dieser Führungen ist nämlich die wissbegierige Janet (ELIZABETH DE RAZZO) am Start. Die interessiert sich nicht nur für die Clubs und Diskos erwähnter Großstadt, sondern hat auch bald ein Auge auf den Guildo-Horn-gleichen Reiseführer Big Brayden geworfen. Das will dem eifersüchtigen Vater so gar nicht gefallen. Der sieht seine tägliche Ration Frittiertes in Gefahr, die vom Sohnemann höchstpersönlich allabendlich auf den Tisch gebracht wird. So versucht Vater Big Ronnie dem Sohn das Mädchen auszureden. Als das nicht funktioniert, müssen schärfere Geschütze ausfahren werden. Der knöchrige Eigenbrötler dreht den Spieß einfach um und versucht die Aufmerksamkeit der attraktiven Schönheit für sich zu gewinnen. Doch der groteske Konkurrenzkampf zwischen Vater und Sohn ist bald das kleinere Übel. In der Gegend treibt derweil ein mit Fett besudelter Killer sein Unwesen. Der erwürgt seine Opfer mit kräftiger Hand und versetzt das Viertel in Angst und Schrecken. Die Polizei steht vor einem Rätsel. Bis Einzelgänger Big Brayden eine waghalsige Vermutung aufstellt und sein bis dato geregeltes Leben auf den Kopf stellt.
 
 
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Was es nicht alles gibt. Schaut man sich nämlich die Produzentenliste genauer an, fällt ein bekannter Name ins Auge. Kein geringerer als Herr-der-Ringe-Frodo ELIJAH WOOD hat als Geldgeber fungiert. Das ist etwas ungewöhnlich, vor allem auch deshalb, weil der bekannte Schauspieler selbst durch millionenschwere Blockbuster bekannt wurde und nun einen der wohl ungewöhnlichsten Filme der letzten Jahre mitproduziert hat. Absurder Humor wird geboten, der nicht jedermanns Sache sein wird und in seiner teils sinnbefreiten Machart an die vielen Filme des französischen Regisseurs QUENTIN DUPIEUX erinnert. Letztgenannter überraschte zuletzt mit Anti-Filmen wie REALITY, RUBBER oder WRONG COPS (übrigens ebenso gelobte FANTASY FILMFEST-Beiträge) und scharte damit sogar eine kleine Fangemeinde zusammen, die in seinen sonderbaren Werken große Filmkunst sahen. Gleiches trifft irgendwie auch auf THE GREASY STRANGLER zu, der eine faszinierende Aura des Blödsinns entfacht, der man sich leider nicht entziehen kann. Was hier über die Leinwand flimmert ist so unterirdisch, dass man meinen könnte, Gedrehtes käme von einem anderen Planeten. Helge Schneider goes international. Zu sehen gibt es ekelerregende Protagonisten, die entweder nackt frittiertes Essen futtern oder mit einem rosa T-Shirt bekleidet durch die Straßen von Los Angeles watscheln. Dazwischen lauscht man simplen Dialogen und sieht dabei zu wie sich schmierige Typen gegenseitig ins Gesicht furzen. Als wäre das nicht alles bereits grenzwertig genug, baumeln auch noch übergroße Geschlechtsteile vor der Kamera oder reiben sich unästhetische Körper im Liebesakt aneinander. Nein, die gezeigten Bilder in THE GREASY STRANGLER bekommt man so schnell nicht wieder aus dem Kopf und das ist auch gut so. Regisseur JIM HOSKING traut sich zu zeigen, was sonst niemand wagt auf die Leinwand zu bringen. Der Mut das Publikum gegen sich aufzubringen macht THE GREASY STRANGLER besonders und rechtfertigt allein schon die Sichtung dieses ominösen Kinospektakels, das sich keinen Deut darum schert, was der Zuschauer davon hält. Demzufolge sollte man diese Obskurität moderner Filmkunst auch mit einer gehörigen Portion Ironie genießen, denn ein tieferer Sinn erschließt sich zu keinem Zeitpunkt. Wer sich dessen bewusst ist und zelebrierten Irrsinn mit (Bier und) einem Augenzwinkern sieht, wird gut unterhalten werden. Alles andere wäre vertane Zeit.
 
 
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THE GREASY STRANGLER – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Ein absurd-komisches Ekel-Fest für Fans von Kultregisseur QUENTIN DUPIEUX. Dieses skurrile Kinospektakel ist kein Film für Feingeister, Anstandsprediger oder Spaßbremsen. THE GREASY STRANGLER hat all das, was man eigentlich nicht in Kinofilmen sehen will: Hässliche Menschen, geschmacklose Outfits, stumpfsinnige Dialoge und eine sinnbefreite Handlung – Ekelmomente inklusive. Was nach Trash klingt, ist definitiv Trash – hat aber auch etwas von anarchistischer Kunst. Geboten wird eine gerne surreale Bilderflut an Geschmacklosigkeiten, die durchaus eine gewisse Faszination versprüht. Mut zeichnet THE GREASY STRANGER aus. Der Film folgt weder Konventionen, noch ist er an der Meinung des Publikums interessiert. Dieser Streifen folgt eigenen Regeln und das macht ihn interessant. Nichts macht hier Sinn oder entspricht gängigen Sehgewohnheiten. Ein gewisser Experimentiergeist ist da nicht von der Hand zu weisen. Regisseur JIM HOSKING (Segment „G“ in THE ABC’S OF DEATH 2) hat hier einen Antifilm inszeniert, der aber nur aufgeschlossenen Kinogängern zu empfehlen ist. Deshalb sollte man THE GREASY STRANGLER nicht mit der Hoffnung sehen, unterhalten zu werden. Wer das hier erwartet, wird enttäuscht werden. Sehen und wirken lassen, lautet die Devise. Dabei sollte der Kopf aus- und das Spaßzentrum eingeschaltet werden. Nur so wird man an THE GREASY STRANGLER Gefallen finden.
 
 
 


 
 
 

THE GREASY STRANGLER – Zensur

 
 
 
THE GREASY STRANGLER hat kaum blutige Schauwerte zu bieten. Ein paar kuriose Kills gibt es zu sehen, die aber derart grotesk zelebriert werden, dass Schmunzler nicht ausbleiben werden. Dieser Film dürfte mit viel Glück ab 12 Jahre freigegeben werden. Wir rechnen aber eher mit einer FSK16. THE GREASY STRANGLER soll im Sommer 2017 über TIBERIUS FILM im Handel stehen. Kann man sich schon mal vormerken.
 
 
 


 
 
 

THE GREASY STRANGLER – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Tiberius Film)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Wrong (2012)
 
Wrong Cops (2013)
 
Rubber (2010)
 


Filmkritik: „Reality“ (2014)

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REALITY

(RÉALITÉ)

Story

 
 
 
Eine blaue Videokassette im Magen eines Ebers. Ein kostümierter Kochshow-Moderator, der einen unsichtbaren Ausschlag hat. Ein launischer Filmproduzent, der von seinem Balkon aus Surfer erschießt. Wer mit dem Opus des französischen Knallkopfs Quentin Dupieux vertraut ist, weiß, dass er nicht mehr braucht, um eine schräge, absurde aber irgendwie doch faszinierende Geschichte heraufzubeschwören. In seinem neuesten Spielfilm geht es eigentlich um den ambitionierten Regisseur Jason Tantra (Alain Chabat), der in 48 Stunden den perfekten, Oscar-würdigen Schmerzensschrei finden muss, um die Finanzierung seines Films zu sichern. In Nebenplots geht es unter anderem um die Träume von Henri (Eric Wareheim), der gern in Frauenklamotten schlüpft und um den Moderator Dennis (Jon Heder), der ein unerklärliches dermatologisches Problem hat.
 
 
 


 
 
 

REALITY – Kritik

 
 
 
Wer die vorherigen Filme von Quentin Dupieux gesehen hat, kann beruhigt (oder entsprechend besorgt) sein. Mit „Reality“ liefert er einen Film ab, der voll von seinem abseitigen und einzigartigen Humor ist. Die Komplexität seiner Handlungen hat sich über die letzten Jahre stetig gesteigert. Zunächst ging es in „Rubber“ um den psychopathischen Reifen Robert, dann in „Wrong“ um den liebenswürdigen Dolph Springer, der sich auf die Suche nach seinem verschwundenen Hund macht. In „Wrong Cops“ widmete Dupieux sich einer Gruppe Polizisten, die sich nicht immer gemäß ihren Dienstvorschriften verhalten. Hier nahm neben den Schauspielern auch die Musik des französischen Künstlers, der auch als „Mr. Oizo“ (frei übersetzt „Herr Vogel“) bekannt ist, einen wichtigen Platz ein. In „Reality“ begibt er sich erneut auf neues Terrain, ohne seinen Signatur-Stil aus den Augen zu verlieren.
 
 
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Vordergründig ist sein neuer Film genau wie die Vorgänger eine Collage aus bizarren, surrealistischen Geschichten, denen allesamt ein sehr spezieller Humor innewohnt. Allerdings bekommt man hier erstmals das Gefühl, dass Dupieux sich ein etwas höheres Ziel gesetzt hat, als die Hirne seines Publikums zu verkrampfen. „Reality“ setzt sich aus einer Vielzahl von Realitätsebenen zusammen, bestehend aus einem Film, einem Traum und einer scheinbaren Realität. Während man die verschiedenen Universen anfangs noch halbwegs gut auseinanderhalten kann, bricht Dupieux im späteren Verlauf vollends die Regeln sämtlicher Logik und entfaltet so sein verwirrendes Kaleidoskop. Wenn der Hauptcharakter plötzlich doppelt in einer Szene auftaucht oder Figuren aus Traum- und Filmebene den selben Platz einnehmen ist es endgültig aussichtslos, die Vorgänge der Story zu verfolgen.
 
 
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Der Versuch einer Entschlüsselung bleibt hierbei selbstverständlich sinnlos und genau wie in „Wrong Cops“ oder „Rubber“ ist der Film erst richtig genießbar, wenn man Dupieux’ eigene Regeln akzeptiert und sich von seiner absurden Filmwelt mitnehmen lässt. Trotzdem hat man nach der Sichtung das vage Gefühl, gerade Zeuge eines überaus kreativen Konfliktes zwischen Realität, Fiktion und Fantasie geworden zu sein.
 
 
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REALITY – Fazit

 
 
 
9 Punkte Final
 
 
 
Schräg, witzig und komplett gaga. „Reality“ ist ein kurioses Filmspektakel aus absurden Ideen in bester Dupieux-Manier. Die Arbeit des französischen Künstlers Quentin Dupieux erschließt sich ohne Zweifel nicht jedem. Das hat er bereits mit seinem ersten Spielfilm „Rubber“ deutlich gemacht. In „Reality“ führt er die Reihe absurder, seltsam komischer Märchen fort und arbeitet seinen einzigartigen Stil weiter heraus. Die Auseinandersetzung mit dem grundlegenden Thema von Fantasie und Fiktion lässt seinen jüngsten Spielfilm sogar über allen anderen thronen. Schräg, absurd, witzig und irgendwie auch nachdenklich ist „Reality“ ein bemerkenswertes Stück des französischen Surrealisten.
 
 


 
 
 

REALITY – Zensur

 
 
 
Quentin Dupieux’ Filme mögen zwar größtenteils schräg und abseitig sein, allerdings haben sie auch durchweg einen friedlichen, komischen Vibe. Eine kleine Ausnahme bildet der großzügige Einsatz von Kunstblut in einer Film-im-Film-Szene, ansonsten ist auch „Reality“ ein harmloser Film. Der Film hat eine FSK12 erhalten. Wegen einiger Filmtrailer wurde die erhältliche Heimkinofassung heraufgestuft auf FSK16.
 
 
 


 
 
 

REALITY – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) PIERROT LE FOU (Blu-ray KeepCase-Version)

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(c) PIERROT LE FOU (Mediabook mit Blu-ray & DVD auf 5000 Stück limitiert)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Réalité; Belgien | Frankreich | USA 2014

Genre: Komödie

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Französisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 1,85:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 88 Min.

FSK: Film: FSK12 (ungeschnittene Fassung) | Heimkinofassung wegen Bonusmaterial: FSK16

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover | Mediabook auf 5000 Stück limitiert

Extras: Trailer, Interviews mit Alain Chaba und Élodie Bouchez, Dupieux – Eine andere Realität | zusätzlich im Mediabook: Poster und umfangreiches Booklet

Release-Termin: 20.11.2015

 

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Reality – Limited Mediabook Edition (DVD & Blu-ray) ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

REALITY – Mediabook

 
 
 
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Anbieter PIERROT LE FOU veröffentlicht REALITY zeitgleich zu herkömmlichen Veröffentlichung im KeepCase auch in einem limitierten Mediabook. Dieses ist auf 5000 Stück limitiert und beinhaltet zusätzlich einen Buchteil sowie ein Poster zum Film. Ebenso ist REALITY im Buch als DVD und Blu-ray enthalten. Der Inhalt der beiden Scheiben ist identisch mit dem Inhalt der Einzelveröffentlichungen.
 
 
 


 
 
 

REALITY – Trailer

 
 

 
 

Timo Löhndorf

Mehr Kritiken von Timo gibt es auf dasnapalmduo.de zu lesen

Die Rechte aller Grafiken in dieser Review liegen bei PIERROT LE FOU

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Wrong Cops (2013)
 
Rubber (2010)
 
Wrong (2012)
 


Filmkritik: „Forbidden Zone“ (1980)

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FORBIDDEN ZONE

(TOTALER SPERRBEZIRK)

Story

 
 
 
Ein Abbruchhaus in Venice Beach: Der stilecht in rassistisches Blackface-Make-Up gepackte Zuhälter Huckleberry P. Jones muss ein Paket mit Heroin verstecken und öffnet aus Versehen eine geheime Tür im Keller. Dahinter liegt die FORBIDDEN ZONE. Die sechste Dimension ist das. Vier und fünf werden einfach übersprungen. Huckleberry sieht zu, dass er Land gewinnt. Verständlich. Der recht depressive, schwedischstämmige Teerfabrikarbeiter Mister Hercules kauft das Haus. Mit ihm ziehen seine ebenso dauergeschlauchte Frau, der meistens stumme, ab und an jiddisch murmelnde Großvater, die nach einem Schüleraustausch zur Französin gewordene Tochter Susan (jetzt Frenchy) und ihr Bruder Flash in das sehr spezielle Haus ein. Frenchy hat auf dem Schulhof – da redet man über so was – von der sechsten Dimension gehört. Das erzählt sie am Frühstückstisch, nachdem erst mal ein völlig durchgedrehtes Jazzstück aufgeführt worden ist und sich die Familienmitglieder in ausreichendem Maß gegenseitig auf die Köpfe geschlagen haben. In ihrer Schilderung des Schulalltags liefert die Französin eine Playback-Performance von Josephine Bakers hübschem Comedy-Liedchen „La Tonkinoise“ ab. Vor einer Schulklasse, die komplett aus Freaks besteht. Unter anderem Blaxploitation-Zuhälter, glatzköpfige Mutanten, und der Führer. Wieder daheim geht sie in den Keller und stürzt sich in jugendlichem Leichtsinn und dem Morgenmantel, den sie grundsätzlich trägt, mitten hinein ins Dimensionsportal. Dieses Portal ist ein riesiger gemalter Verdauungstrakt, der die Reisenden an ihrem Ziel auch dementsprechend ausscheidet. Als Kackawürste mit braunen Kissen. Drüben angekommen wandert Frenchy planlos umher und betrachtet sich die Musiknummern, die von den zahlreichen Bewohnern des Schattenreichs aufgeführt werden. Sowohl die Nummern, als auch ihre „Stars“, sind alle jenseits von Gut und Böse. Flash und der Großvater begeben sich auf Rettungsmission. Chef in der Zone ist König Fausto, gespielt von Hervé Villechaize, dem Zwerg aus „Fantasy Island“ und dem James-Bond-Film „Der Mann mit dem goldenen Colt“. Er sitzt an einer Banketttafel, über der nackte Menschen als Kronleuchter angebracht sind. Fausto ist immer scharf und freut sich über Frischfleisch aus der Welt oberhalb des Kellers. Seine Frau Doris (Susan Tyrell, Warhol-Schauspielerin und Exfreundin des kleinwüchsigen Potenzgenerals) ist die klassische böse Märchenkönigin und seine Tochter ein über-kalifornisches Surfergirl, das grundsätzlich mit nackten Möpsen rumrennt und kreischt. Hier sind ohne Zweifel Tabletten im Spiel. Sofort macht sich Eifersucht auf Frenchy breit, die allein schon aufgrund des verwandten Akzents des Königs Aufmerksamkeit sicher hat. Die schäumende Queen Doris lässt sie einkerkern. Dort verwest auch die rechtmäßige Königin der sechsten Dimension – Fausto und Doris sind nur Emporkömmlinge. Ihr Töchterchen soll Frenchy angemessen foltern und dann auf dem elektrischen Stuhl oder dem Richtblock des Henkers enden lassen. Das Rettungskommando für das Rettungskommando lässt nicht lange auf sich warten. Pa Hercules selbst und Frenchys pickliger Schulkumpel Squeezit transportieren sich in die sechste Dimension. Sie besuchen den Teufel, der gerade mit seiner Jazz Big Band Probe hat und bitten ihn um Hilfe. Der sitzt da einfach in einer der vielen Höhlen an seiner Heimorgel. Natürlich.

 
 
 


 
 
 

FORBIDDEN ZONE – Kritik

 
 
 
Kennen sie die schwarzweißen Zeichentrickfilme der Fleischer Studios? „Betty Boop“, die bekannteste Schöpfung der nach New York ausgewanderten Österreicher, doch bestimmt? Diese recht krude animierten und nach viel Substanzenmissbrauch ihrer Zeichner hergestellten Cartoons sind schwindelerregend verrückt. Viele der Filmchen wurden über die Jahre wegen zu offener Rauschgiftreferenzen, Sex- und Gewaltszenen oder rassistischer Figuren Opfer von Verbotskampagnen. FORBIDDEN ZONE ist die 1980 entstandene Realfilmversion dieser Cartoons aus den Zwanziger bis Vierziger Jahren. Bloß noch brutaler, noch sexbesessener, noch bedrogter und noch überzogener. Oh, und als Halbplayback-Musical. Während der Realfilmszenen werden immer wieder animierte Hintergründe verwendet. Die Schauspieler hat man hierfür fotografiert und von Hand eingefügt.
 
 
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Was für Gastauftritte! In einem Flashback auf Squeezits unglückliche Kindheit taucht kein geringerer als Joe Spinell aus Ekel-Kult-Horrorfilm „Maniac“ natürlich, auf, der sich über den schmächtigen Sohn seiner Affäre lustig macht. Der Teufel ist Danny Elfman, Bruder des Regisseurs und Begründer der „Mystic Knights Of The Oingo Boingo“, jener durchgedrehten Theatergruppe hinter THE FORBIDDEN ZONE. Satan ist hier ein fracktragender Bandleader, der mit seinem Orchester eine ordentliche Version von Cab Calloways Hot-Jazz-Standard „Minnie The Moocher“ zum Besten gibt und gleichzeitig Squeezit den Kopf abschlägt. Der wird dann in ein Hühnchen verwandelt, sein Kopf schwebt frei durch den Rest des Films. Zu dem Zeitpunkt ist das Hirn von sechzig Minuten Laufzeit bereits so weichgekocht, dass man diese Szene als völlig normal empfindet. Der Mensch ist an sich einfach nicht gebaut für eine spirituelle Kleinhirn-Grillparty wie THE FORBIDDEN ZONE, sollte sich aber weiterentwickeln. Später wurde Elfman natürlich zu einem der erfolgreichsten Komponisten für Film- und Fernsehsoundtracks, Standardkomponist für die Filme Tim Burtons und Schreiber der „Simpsons“-Titelmelodie. Die Musik, zum Teil Playback, zum Teil eigene, sehr geile Songs, variiert zwischen altem Jazz für große Orchester und dem hektischen, perkussiven New Wave, den Danny Elfman bis in seine Soundtracks immer wieder aufgreifen sollte. Oingo Boingo, seine Band in den Achtzigern, war aus den Mystic Knights hervorgegangen.
 
 
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Richard Elfman, Dannys Bruder, ist seit Jahren schon ein mittelhohes Tier bei den Geldverdienern von Scientology. Interessante Gedankengänge bei dem Mann. Von Gehirnzellen zu Marmelade verarbeitendem Filmgut zur Vereinigung fürs Abkochen selbstoptimierungsgeiler Finanzjongleure. Ganz groß. Mit Punkten nicht zu bewertendes Kino, weil nicht mit anderen Filmen zu vergleichen..
 
 
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FORBIDDEN ZONE – Fazit

 
 
 
10 Punkte Final
 
 
 
FORBIDDEN ZONE sollten Personen meiden, die von sich behaupten, geistig voll bei der Sache zu sein. Allen anderen eröffnet sich eine phantasievoll gedrechselte Klapsenwelt, die in der Filmgeschichte keine Parallelen hat und sogar musikalisch richtig knallt. „The Rocky Horror Picture Show“ nachdem man an einer psychedelischen röte geleckt hat. Gerüchten zufolge gibt es Menschen, die FORBIDDEN ZONE nicht gut finden. Sollte das stimmen, sind das zweifelsohne kranke Perverse, die eingeschläfert werden müssten. Dieser Film sollte in Schulen zum Pflichtprogramm gehören.
 
 
 


 
 
 

FORBIDDEN ZONE – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung von FORBIDDEN ZONE ist für Jugendliche geeignet. Auf der erhältlichen DVD befindet sich die ungeschnittene Fassung: FSK16.
 
 
 


 
 
 

FORBIDDEN ZONE – Deutsche DVD

 
 
 
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(c) CMV (Kleine Hardbox Cover A)

 
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(c) CMV CMV (Kleine Hardbox Cover B)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Forbidden Zone; USA 1980

Genre: Komödie

Ton: Deutsch DD 2.0, Englisch DD 2.0

Untertitel: Keine

Bild: 1,78:1 (anamorph / 16:9)

Laufzeit: ca. 70 Min.

FSK: FSK 16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Kleine Hardbox – in 2 verschiedenen Covermotiven erhältlich

Extras: Entfernte Szenen ( 5:44 ), Original Trailer ( 0:45 ), Japanische Promotion ( 3:51 ), Dokumentation „A Look into Forbidden Zone“ ( 35:46 ), Outtakes ( 10:49 ), Musikvideo „Private Life“ von Oingo Boingo ( 3:40 ), Zwei Szenen aus „The Hercules Family“ ( 5:25 ), Audiokommentar eines nicht näher vorgestellten Sprechers, kolorierte Version

Release-Termin: 24.01.2014

 

Forbidden Zone – Total Sperrbezirk (DVD – Hardbox Cover A) ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

FORBIDDEN ZONE – Trailer

 
 

 
 
 

Christian Ladewig

Die Rechte aller für die Review verwendeten Bilder liegen bei CMV

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Rocky Horror Picture Show (1975)
 
Eraserhead (1977)
 
Fantasia (1940)
 
Charlie und die Schokoladenfabrik (2005)
 


Filmkritik: „Wrong Cops“ (2013)

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WRONG COPS

Story

 
 
 
Officer Duke (Mark Burnham) hat keinen besonders guten Tag. Seine nebenberuflichen Geschäfte laufen schleppend, er trifft auf einen Teenager mit einem ganz grausamen Musikgeschmack und zu allem Überfluss platziert er eine der Kugeln seiner Dienstwaffe versehentlich in einem Nachbarn. Die überschüssige Leiche muss natürlich diskret beseitigt werden, also fordert Duke die Hilfe seiner Kollegen, darunter Officer Rough (Eric Judor) und Officer Sunshine (Steve Little) ein. Die wirklichen Probleme beginnen erst, als sich die vermeintliche Leiche als halbwegs lebendig herausstellt …
 
 
 


 
 
 

WRONG COPS – Kritik

 
 
 
Ein Junge radelt über eine Straße und hält vor einem Polizisten an, der auf ihn wartet. Der Junge entschuldigt seine Verspätung dadurch, dass er noch Kampfsportunterricht hatte und nicht früher da sein konnte. Die Entschuldigung des Jungen ist dem Cop scheißegal, um das feinzüngige Drehbuch zu zitieren. Er greift in eine Tüte, holt eine tote Ratte heraus, die am Bauch mehrmals mit Klebeband umwickelt wurde, und drückt sie dem Jungen in die Hand. Natürlich befindet sich in der Ratte ein Bündel feinstes Gras. In der ersten Szene von WRONG COPS ist die Tatsache, dass ein Beamter und ein Minderjähriger eine dubiose Transaktion über die Bühne bringen, noch das Normalste. Willkommen im Kopf von Quentin Dupieux.
 
Wer bereits einen Film des französischen Kino-Terroristen überstanden hat, dürfte eine ungefähre Vorstellung haben, was ihn in WRONG COPS erwartet. Seine Filme sind genau so schräg und wirr wie die Musik, die er seit einigen Jahren unter dem Alias „Mr. Oizo“ veröffentlicht. Die ersten größeren Wellen in der Filmwelt schlug er mit RUBBER, der selbstverständlich um einen Reifen geht, der ein Bewusstsein entwickelt und auf eine mörderische Hetzjagd geht. In seinem darauf folgenden Stück stellte Dupieux zumindest einen Menschen in den Mittelpunkt und zeigte in WRONG die haarsträubende und rätselhafte Suche eines Mannes nach seinem entlaufenen Hund.
Alle, die mit dem Stil von Dupieux noch nicht vertraut sind, kann man nur schwer auf das vorbereiten, was auf sie zukommt. Ein schmutziger, ausgewaschener und absichtlich schlechter optischer Stil, Bilder die offensichtlich von sturzbetrunken Kameramännern eingefangen wurden, ein mit Zufallsgenerator erzeugter Schnitt und natürlich ein Drehbuch, das dem Ganzen die Krone aufsetzt. Trotzdem ergibt sich aus diesen chaotischen Zutaten ein stimmiger Film, der von einer dichten akustischen Decke aus Mr. Oizos Meisterwerken zugedeckt wird. Die fast immer präsente, pulsierende und eingängige Musik passt unglaublich gut zu Dupieux’ exzentrischem Stil. Und wenn man die Liste der Songs durchgeht und dabei auf Titel wie „Polocaust“, „Camel Fuck“, „Cut Dick“ oder Peehurts“ stößt, weiß man sowieso, wo der Hammer hängt.
 
Der größte Vorzug von WRONG COPS im Vergleich zu seinen Vorgängern ist seine Zugänglichkeit. Während das Gehirn sich bei RUBBER oder WRONG im ständigen Krampf befindet und nicht entscheiden kann, ob es in dem Dschungel aus Worten und Bildern nach einer Bedeutung suchen oder sich der Flut aus Absurdität ergeben soll, macht Dupieux es in WRONG COPS etwas einfacher. Sein neuer Film ist vor allem eins, urkomisch. Die Geschichten der verschiedenen Cops, zwischen denen Dupieux mit einer rastlosen Willkürlichkeit hin- und her springt, machen ihn um einiges dynamischer und unterhaltsamer als beispielsweise WRONG. Unterstrichen wird dies erwartungsgemäß von einem tiefschwarzen und skurrilen Humor.
 
 
 


 
 
 

WRONG COPS – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
 
WRONG COPS ist die wohl schrägste und schwärzeste Komödie des Jahres. Natürlich ist WRONG COPS nichts für Jedermann. Quentin Dupieux sträubt sich erneut konsequent gegen alles Herkömmliche und dreht seinen Film genau so wie er es in seinem offensichtlich ungesunden Kopf für richtig hält. Das Ergebnis ist ein Werk, das sich genau wie seine Vorgänger fast an der Grenze zum Experimentalfilm befindet und bei vielen Zuschauern auf blankes Entsetzen und vehemente Ablehnung stoßen dürfte. Für alle, die der etwas „mutigeren“ Unterhaltung nicht abgeneigt sind, alle Geisteskranken und natürlich alle, die mit Mr. Oizos Wahnsinn etwas anfangen können, ist WRONG COPS ein unbedingt empfehlenswerter Film. Extrem schräg, extrem witzig, extrem Dupieux.
 
 
 


 
 
 

WRONG COPS – Zensur

 
 
 
Der Film hat zwar den gelegentlichen (und vor allem überraschenden) Exzess, aber der komplett außerirdische und lustige Stil des Films entschärft seine blutigeren Szenen deutlich. WRONG COPS wurde mit einer 16er-Freigabe durch die FSK gewunken.
 
 
 


 
 
 

WRONG COPS – Trailer

 
 

 
 

Timo Löhndorf

Mehr Kritiken von Timo gibt es auf dasnapalmduo.com zu lesen

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Rubber (2010)
 
Napoleon Dynamite (2004)
 
Wrong (2012)


Filmreview: „Perfect Sisters“ (2014)

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PERFECT SISTERS

Story

 
 
 
Ein Film der auf wahren Begebenheiten beruht: Die beiden Schwestern Beth und Sandra planen den Mord an ihrer Mutter, weil sie die ständigen Alkoholexzesse der Mutter nicht mehr ertragen können …
 
 
 


 
 
 

PERFECT SISTERS – Kritik

 
 
 
Die kleine Miss Sunshine ABIGAIL BRESLIN (SIGNS, HAUNTER) hat es wieder getan und in einem Film mitgespielt, der bei Freunden düsterer Filmkunst auf Interesse stoßen dürfte. Der einst gefeierte Kinderstar scheint das Saubermannimage ablegen zu wollen und ist in letzter Zeit ziemlich oft in glatt polierten Actionfilmen (ENDER’S GAME) und hektischen Hochspannungs-Thrillern (THE CALL-THE LEG NICHT AUF) zu sehen. Auch BRESLINS neuster Streich hat mit sonntäglicher Familienunterhaltung nur wenig am Hut. Regisseur STANLEY M. BROOKS hat sich hier das Buch THE CLASS PROJECT: HOW TO KILL A MOTHER von BOB MITCHELL vorgenommen und daraus den Film PERFECT SISTERS gemacht. Der kontroverse Roman wurde bereits 2008 veröffentlicht, beruht auf wahren Begebenheiten und schildert den gerissenen Mord an LINDA ANDERSEN, die im Jahr 2003 von ihren pubertierenden Töchtern Sandra and Beth im kanadischen Bramton ermordet wurde. Die Töchter waren es leid, dass die alleinerziehende Mutter das hart verdiente Geld für Alkohol verschwendete anstatt dem Nachwuchs einen adäquaten Lebensstandart zu bereiten. Nötigen Input für das Verbrechen holten sich die Kinder aus dem Internet und ertränkten wenig später die zuvor mit Alkohol abgefüllte Mutter in der Badewanne. Leider verhielten sich die Kids nach der Tat arg leichtfertig. Ein Jahr nach dem Vorfall erzählte die alkoholisierte Sandra einem Freund vom Mord. Der rief umgehend die Polizei und die Geschwister wurden zu hohen Freiheitsstrafen verurteilt.
 
Anders als die damals 15-jährigen Gören des tatsächlichen Mordfalls, verhalten sich die Mädchen Sandra (ABIGAIL BRESLIN) und Beth (GEORGIE HENLEY) in BROOKS Verfilmung deutlich bedachter und reifer. Die sind aus dem Gröbsten heraus und erziehen sich und den kleinen Bruder selbst, weil Mutter Linda (MIRA SORVINO) dazu nicht mehr in der Lage ist. Die jämmerliche Kreatur ertränkt Depressionen im Suff, scheint kaum noch Herr ihrer selbst zu sein und hat die Hoffnung von einem besseren Leben ohnehin schon längst begraben. Umso vertrauter sind sich die Mädchen, die seit der Alkoholsucht der Mutter auf sich allein gestellt sind. Sie verfügen über eine Geheimsprache, können die Gedanken des jeweils anderen lesen und stehen sich näher, als die Mutter es je sein wird. Damit die Tat für den Zuschauer zugänglicher erscheint und die Figuren nicht zu kaltblütige Muttermörderinnen deklariert werden, haben BROOKS Mädchen ein einglaubhaftes Motiv für ihr Handeln. JAMES ROSSO tritt in PERFECT SISTERS als gewissenloser Psychopath in Erscheinung, der sich als neuer Freund der Mutter nicht nur an selbiger vergeht, sondern auch die jüngere der beiden Schwestern sexuell belästigt. Als die Mädchen sehen, wie sehr die Mutter unter den Gewaltausbrüchen des Partners zu leiden hat und sie sich in ihrem Freiheitsgefühl eingeschränkt sehen, weil sie in das Haus des aggressiven Freundes einziehen sollen, planen sie den Mord um alle Beteiligten von der qualvollen Last zu erlösen.
 
PERFECT SISTERS ist ein weiterer Beitrag aus der Reihe: Kriminalfälle, die Geschichte schrieben. Seit jeher lassen sich nämlich solche Leinwand-Tatsachenberichte richtig gut verkaufen, schließlich sind viele Filmfans geradezu fasziniert vom Bösen, dem man nachts lieber nicht allein im Dunkeln begegnen möchte. Macher STANLEY M.BROOKS hat aus der Grundlage einen recht spezielles Filmexperiment geschaffen, das sich in keine Schublade stecken lässt. Der Film ist ein Mix diverser Genres, der aufgrund der ernsten Thematik nicht jedermanns Sache sein dürfte. Während PERFECT SISTERS zu Beginn eine freche Coming-of-Age-Komödie vermuten lässt, kippt die Stimmung spätestens ab Filmmitte. Dann nämlich wird der Streifen zu einem schwer verdaulichen Drama, das mit erschreckender Intensität die unkontrollierten Gewalteskapaden des Freundes der Mutter bebildert. Damit sich der Zuschauer von der teils unangenehmen aber intensiv gespielten Wütausbrüchen ROSSOS erholen kann, zeigt Regisseur STANLEY M.BROOKS seinen Sinn fürs Makabere. Die Mädchen debattieren auf gar schwarzhumorige Weise, wie sie dem Leben der Mutter möglichst spektakulär ein Ende bereiten können. Wenig später wird die Tat fast schon suspenselastig auf der Mattscheibe zelebriert, damit der Film anschließend in einer Art Gerichtsdrama enden kann. PERFECT SISTERS versucht nicht zu moralisieren oder jemandem die Schuld für das Verbrechen zuzuweisen. Dem Zuschauer bleibt eine endgültige Aussage verwehrt, wobei die Entscheidung der Schwestern im Gegensatz zum tatsächlichen Mordfall durchaus schlüssig bleibt. Vor der Tat wenden sich die Geschwister mit ihrem Hilferuf an die örtlichen Behörden, werden aber mangels Beweise nicht ernst genommen. Ebenfalls verweigert auch der getrennt lebende Vater jeglicher Unterstützung, der mittlerweile eine eigene Familie besitzt und mit dem alten Leben nichts mehr zu tun haben möchte.
 
Dank lobenswerter Leistungen von ABIGAIL BRESLIN und GEORGIE HENLEY, die die Schwestern zugänglich, natürlich und sympathisch verkörpern muss sich der Zuschauer am Ende selbst mit der Frage nach Recht und Unrecht auseinandersetzen. PERFECT SISTERS übernimmt keinerlei Stellung, ob es sich bei den Mädchen nun um Opfer oder Täter handelt. Ein kluger Schachzug, der PERFECT SISTERS von den bisher verfilmten Kriminalgeschichten positiv abhebt. Trotz bekannter Kinogesichter ist dieser außergewöhnliche Film nicht für den Massenmarkt gestrickt. Der bisher serienerprobte STANLEY M. BROOKS hat hier seinen ersten Langfilm gedreht, der eigentlich als TV-Film konzipiert war. BROOKS wollte aber die Geschichte unkonventionell und düster umsetzen, was dazu führte, dass das Drehbuch umgeschrieben werden musste und letztendlich ein richtiger Film draus wurde. Auch wenn der teils etwas unbeholfene TV-Look auf kleines Budget zurückzuführen ist, gehört PERFECT SISTERS zu einem der bisher besten Indies im Filmjahr 2014.
 
 
 


 
 
 

PERFECT SISTERS – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Kontrovers, dramatisch und dennoch nie geizig mit frechenen Sprüchen: PERFECT SISTERS ist ein zwar sonderbares aber dennoch durchaus sehenswertes Filmexperiment mit hervorragenden Schauspielern und durchdachter Inszenierung. Auch wenn sich Regisseur STANLEY M. BROOKS nie so recht entscheiden kann in welche Genre-Schublade er seinen Debütfilm stecken will, funktioniert die Mischung aus schwarzhumoriger Komödie, düsterem Thriller und ergreifendem Coming-of-Age-Drama nahezu perfekt. Wer sehenswerte Filme fernab des Massenmarktes bevorzugt sollte PERFECT SISTERS unbedingt auf seine Filmliste setzen, denn dieser Indie zeigt konventionell gestrickten Machwerken ganz souverän den Mittelfinger.
 
 
 


 
 
 

PERFECT SISTERS – Zensur

 
 
 
PERFECT SISTERS ist keiner dieser schaufreudigen Horrorstreifen, die tatsächlich vorgefallene Kriminalfälle auf möglichst ekelhafte und reißerische Weise darstellen müssen. Das Werk ist mehr Drama als Horror. Gewalt wird eher angedeutet und spielt sich im Kopf des Zuschauers ab. Der Muttermord selbst wird zudem kurz und schmerzlos abgehandelt. Dennoch meinen wird, dass PERFECT SISTERS aufgrund des etwas fragwürdigen Inhalts erst für 16-jährige freigegeben wird.
 
 
 


 
 
 

PERFECT SISTERS – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Lizzie Borden Took an Ax (2014)
 
Dahmer (2002)
 
Ed Gein – The Wisconsin Serial Killer (2000)
 
Gacy (2003)
 


Filmreview: „Stalled“ (2013)

Stalled-2013
 
 
 

STALLED

Story

 
 
 
Hausmeister W.C. (Dan Palmer) sitzt in einer Damentoilette fest und wird unfreiwilliger Zeuge, wie sich eine vermeintlich harmlose Betriebsfeier zur blutigen Zombieapokalypse entwickelt …
 
 
 


 
 
 

STALLED – Kritik

 
 
 
Ein lautes Schnaufen macht in der Horrorszene die Runde, wenn die frohe Botschaft verkündet wird, dass es wieder ein Zombiefilm auf Blaustrahl geschafft hat. In letzter Zeit sind es vor allem die kleinen Indie-Label in Deutschland, die es sich scheinbar zur Aufgabe gemacht haben, jeden erdenklich miesen Zombieheuler auf Heimkinomedium pressen zu müssen. Unbeantwortet bleibt da oft die Frage nach dem „Warum“, gleichen sich die Streifen meist in Handlung und Blutgehalt und bieten in den wenigsten Fällen wirklich Neues. Anbieter MAD DIMENSION geht da andere Wege. Der wühlt sich nämlich durch das riesige Horrorangebot und schnappt sich nur die Perlen unter den Indie-Genreschockern. So überrascht es nicht, dass das Label sich langsam zum kleinen Geheimtipp unter Anhänger des Phantastischen Films mausert und wirklich sehenswerte Filme veröffentlicht, die da international für Aufsehen erregen. So auch im Fall von STALLED, bei dem es sich zwar ebenso um Zombiehorror handelt, der aber endlich mal wieder wirklich unterhaltsam ist und sich zur Abwechslung von üblichen Filmen dieser Art abzuheben versteht. Da wird auf dem Cover frech und werbewirksam mit SHAUN OF THE DEAD (2004) geworben, einer britischen Zombiekomödie, die unter Fans des düsteren Genres Kultstatus genießt. Oft versucht ein derartiges Marketing von den unzulänglichen Qualitäten des Hauptfilms abzulenken. Wir geben aber Entwarnung, denn im Falle von STALLED darf sich der Horrorfan endlich mal wieder auf einen kleinen Zombiekracher freuen, dem es gegönnt sei sich mit den ganz Großen des Zombiefilms zu vergleichen.
 
Im Film geht es um Hausmeister W.C. (nette Wortkreation), der die Spendengelder einer Betriebsfeier stibitzt und sich in eine Kabine der Damentoilette verzogen hat, um dort seine Beute zählen zu können. Leider wird der Kleinkriminelle bei seinem Vorhaben gestört, denn zwei heiße Damen betreten das Klo und verwandeln sich nach innigen Küssen in blutdürstige Zombies. Hausmeister W.C. gerät in Panik, erfährt aber sogleich, dass er nicht allein in Gefahr schwebt. Eine Kabine weiter fürchtet auch Heather (ANTONIA BERNATH) um ihr Leben. Die hatte Stress mit ihren Kollegen und wollte sich eigentlich auf der Damentoilette ausweinen. Nach kurzem „Beschnuppern“ plant man die Flucht. Leider taumeln jedoch immer mehr Zombies Richtung Damenklo, was ein Entkommen schier unmöglich macht.
 
STALLED bringt all das mit, was man in letzter Zeit im Horrorfilm vermisst. Wir erleben ein zaghaftes Kennenlernen zweier Außenseiter, die so rein gar nicht dem bekannten Heldenideal entsprechen wollen und die in ein Abenteuer geraten, das nicht mit blutigen Raffinessen und jeder Menge Situationskomik geizt. Hier werden Büstenhalter zweckentfremdet und zusammen mit menschlichen Fingern als Schleuder umfunktioniert. Der Zuschauer wird unfreiwilliger Gast einer abgefahrene Toilettenparty zu der jede Menge treudoof glotzender Zombies in total bescheuerten Kostümen geladen sind. Die grummeln sich herrlich schwarzhumorig durch die kleine Geschichte, in der es sich Hauptprotagonist W.C. (DAN PALMER) nicht nehmen lässt, bei wohlklingender Popmusik über blutbesudelte Gestalten zu crowdsurfen. Bei so viel dummen aber durchweg sympathischen Schabernack bleibt kein Auge trocken, schafft es doch Regisseur CHRISTIAN JAMES stets den Spagat zwischen platten Albernheiten und doch überraschend witzigen Situationen zu finden. STALLED scheut nicht davor, die ganz Großen des Actionfilms durch den Kakao zu ziehen. In einer haarsträubenden Toilettenkletterei wird gleich einmal die berüchtigte Laserszene (natürlich in abgeänderter Form) aus MISSION IMPOSSIBLE (1996) auf die Schippe genommen und selbst klaustrophobische Kino-Flicks, wie der Schumacher-Thriller NICHT AUFLEGEN (2002) bekommen auf ganz charmant ironische Weise ihr Fett ab. STALLED ist typisch britischer Humor, so wie man ihn in der Blood-and-Ice-Cream-Trilogie (SHAUN OF THE DEAD, HOT FUZZ, THE WORLD’S END) lieben gelernt hat. Die Wortspiele sind bissig, trocken und nicht selten unverblümt direkt, so dass STALLED einen wohltuenden und fast schon intellektuellen Kontrast zu den sonst so peinlich beschämenden Komödie aus Amerika darstellt, die eigentlich stets nur vom Feiern, Saufen und Sex haben handeln.
 
 
 


 
 
 

STALLED – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
STALLED hat all das, was einen guten Film ausmachen sollte: Eine Menge Lacher, dezentes Gekröse, eine schmalzige Lovestory, geile Party-Mukke und schweißtreibende Action wie in MISSION IMPOSSIBLE. Natürlich ist das alles rein gar nicht ernst zu nehmen und auch noch vollkommen bescheuert. Aber gerade der Hang zur Absurdität und das Persiflieren schrottiger Zombiegurken ist in STALLED Programm. Insofern man zuvor mit Freunden ein Sixpack Bier hinter die Binde gekippt und es sich vor der Glotze gemütlich gemacht hat, dürfte dieser Horrorspaß doppelt Freude bereiten. Das FILMCHECKER-Team wünscht sich zumindest mehr von diesen kleinen Indie-Filmen mutiger Horrormacher, die wissen wie man ewig gleichen Brei anders würzt, damit er wieder allen mundet.
 
 
 


 
 
 

STALLED – Zensur

 
 
 
In STALLED gibt es schon die ein oder ander blutige Szene zu bewundern. Hierzulande hat es der Zombiefilm ungeschnitten durch die FSK geschafft. Der Streifen ist frei ab 18 Jahren (KEINE JUGENDFREIGABE) und ab sofort im Handel erhältlich.
 
 
 


 
 
 

STALLED – Deutsche Blu-ray

 
 
 
stalled-blu-ray

(c) Mad Dimension

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Stalled; Großbritannien 2013

Genre: Horror, Thriller, Komödie

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Keine

Bild: 1.78:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 85 Min.

FSK: FSK18 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Schwarze Amaray mit Wendecover

Extras: Trailershow

Release-Termin: 07.02.2014

 
 
 

Stalled [Blu-ray] ungeschnitten bei AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

STALLED – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
A Little Bit Zombie (2012)
 
Ghost Team One (2013)
 
Shaun of the Dead (2004)
 
Zombieland (2009)
 
Fido (2006)
 


Filmreview: „Scorned“ (2013)

Scorned-2013-Mark Jones
 
 
 

SCORNED

Story

 
 
 
Die Rache einer Frau kann so grausam sein. Genau jene Erfahrung muss Kevin (Billy Zane) machen, dessen Freundin Sadie (AnnaLynne McCord) erfährt, dass er es ab und an mal mit deren bester Freundin Jennifer (Viva Bianca) treibt. Die Betrogene findet das alles aber gar nicht witzig und plant grausige Rache …
 
 
 


 
 
 

SCORNED – Kritik

 
 
 
Unterschätze nie die Rache einer Frau, denn sie wird mit Sicherheit grausam sein. Im Rape’n Revenge-Genre gehört diese Erkenntnis mittlerweile zum obligatorischen Standard, denn seit Regisseur INGMAR BERGMAN mit seiner JUNGFRAUENQUELLE (1960) die Jagd auf skrupellose Frauenschänder vor bereits mehr als 50 Jahren eingeläutet hat, mussten mittlerweile viele jener Sadisten in dutzenden Streifen dieser Art auf oftmals nicht gerade zimperliche Weise ihr Leben lassen. Ob LAST HOUSE ON THE LEFT (1972), EXTREMITIES (1986) oder dem umstrittenen I SPIT ON YOUR GRAVE 2 (2013); der Rape’n Revenge-Film bietet trotz seiner zweifelhaften Darstellung von Gewalt und der nicht minder kontroversen Ausübung von Selbstjustiz Jahrzehnte nach Entstehung immer noch genügend Zündstoff, damit besorgte Sittenwächtern und eifrige Zensurbehörden auf die Barrikaden klettern können. Dem Horrorfan kann’s egal sein, denn auch wenn es derart Werke in Deutschland nicht gerade einfach haben, gibt’s die meisten dieser Gewaltpornos ohnehin im Ausland ungeschnitten zu kaufen. Die Bezeichnung Rape’n Revenge ist für den vorliegenden Rachefilm mit ANNALYNNE MCCORD etwas unglimpflich gewählt, bekommen wir hier zwar kein Rape dafür aber umso mehr Revenge vor die Linse. Die MCCORD spielt hier mal wieder eine ziemlich abgefahrene Hauptrolle und dürfte dem Zuschauer mit ihrer außergewöhnlichen Performance als abnormale Tagträumerin Pauline im Horrordrama EXCISION (2012) in Erinnerung geblieben sein. Dort hat sie sich eine reichlich verhaltensauffällige Rolle ergattern können, mit der sie auf einschlägigen Festivals viel Lob ernten konnte. Die Schauspielerin scheint eine Leidenschaft für verwirrte Filmhelden zu hegen, denn in ihrem neuen Schaffen gibt sie sich nicht minder sonderbar. Für ihren aktuellen Streifen mit dem Titel SCORNED (übersetzt: verachtet) legt sie kurzerhand die schmuddelige College-Kluft ab und wirft sich in sexy Dessous, um ihrem Kevin (BILLY ZANE) zu gefallen.
 
Mit ihm will sie ein romantisches Wochenende verbringen, damit sie dem Liebsten mit der freudigen Kunde über kommenden Nachwuchs überraschen kann. Doch ganz so erfreut ist Kevin über die Botschaft seiner Freundin Sadie (ANNALYNNE MCCORD) nicht gerade, findet er sich doch wenig später festgekettet auf dem eigenen Bett wieder und muss allerhand boshafter Folterspielchen über sich ergehen lassen. Das Warum ist schnell erklärt, denn Freund Kevin ist ein ganz schön triebgesteuerter Lüstling, der es hinterrücks auch gerne mal mit Sadies bester Freundin (VIVA BIANCA) im gemeinsamen Schlafgemach treibt. Die wird natürlich unwissenderweise auch zur erheiternden Foltersause eingeladen, um wenig später ebenso gefesselt die Wut der Betrogenen zu spüren. Da werden Erinnerungen an Stephen Kings MISERY (1990) wach, jenem Lieblingsfilm den Sadie zuvor dutzende Male gesehen hat. Sie schnappt sich ein Stück Holz, legt es zwischen die Füße des Geliebten und trommelt mit einem Ambosshammer dagegen. Dem Kevin tut’s weh, Freundin Jennifer flennt und Folterexpertin Sadie bereitet die neue Freizeitgestaltung sichtlich Vergnügen.
 
Foltern einmal anders und zwar herrlich schräg und wunderbar zynisch. ANNALYNNE MCCORD weiß mal wieder, wie man eigentlich trivialen Video-Stuff raffiniert abnormal aufzuwerten versteht. Die zeigt in SCORNED einmal mehr, dass sie eine richtig gute Schauspielerin ist und ihr vor allem die etwas kranken Rollen liegen. Sie spielt die verschrobene Sadie mit derart souveräner Glaubwürdigkeit, dass man meinen könnte, die MCCORDS sei auch im wahren Leben nicht ganz richtig im Kopf. Hinter dem erheiternden Rache-Thriller steckt MARK JONES, der im Horror-Genre kein Unbekannter ist. Vor Ewigkeiten hat der nämlich für den legendäre LEPRECHAUN auf dem Regiestuhl gesessen und den nicht minder unterhaltsamen RUMPELSTILTSKIN (1995) in die Videotheken gebracht. Nach kleinen Erfolgen in den 90ern ist es danach erstaunlich ruhig um den Filmemacher geworden, was sich aber im Falle von SCORNED auch nicht ändern dürfte. In SCORNED steckt der Wurm. Zwar ist MCCORDS Darbietung der psychopathischen Sadie ein großer Pluspunkt; das eher mittelmäßige Drehbuch lässt aber kaum Spannung aufkommen. Sadie findet eine ganz eigenwillige Methode der Genugtuung und beginnt Partner und Freundin für deren Vergehen zu bestrafen. Anfangs sind es subtile Demütigungen; später kommen Schraubstock und Strömschläge zum Einsatz. Leider hört sich die grobe Zurschaustellung gemeiner Abartigkeiten deftiger an, als sie es eigentlich sind, denn ein neuer ultra-derber Tortur-Reißer ist SCORNED nämlich nicht.
 
Wir sehen einen ziemlich desinteressierten BILLY ZANE, der vermutlich einzig der Kohle wegen, die Rolle des potenten Kevin angenommen hat, um seine Vita um ein weiteres B-Movie zu ergänzen. Immerhin winselt sich VIVA BIANCA als gerissene Freundin Jennifer durchaus glaubhaft durch den Film und fordert immer mal wieder zum Duell zwischen den beiden Frauen, damit die kleine Geschichte auch etwas Dynamik erhält. Übrigens hat hier SADIE KATZ (was für ein Zufall, dass die Heldin des Films gleichen Namen trägt) mit am Drehbuch gepinselt. Die blonde Schönheit war zuletzt im ziemlich schläfrigen Zickenkrieg HOUSE OF BAD zu sehen und meistert ihre erste Arbeit als Co-Autorin ganz solide. So gibt es am Ende sogar einige haarsträubende Wendungen zu sehen, die dem Rache-Streifen einen fast schon komödiantischen Einschlag verleihen. Für knapp zwei Millionen Dollar kann man nicht meckern. SCORNED ist wahrlich kein Meisterwerk und der furchtbare Amateur-Soundtrack lässt nicht gerade Filmkunst erwarten. Dank ANNALYNNE MCCORD mausert sich der eigentlich austauschbare und vollkommen unbedeutende SCORNED zum schwarzhumorigen Rachespaß, der dem Horrorfan ab und an sogar ein Schmunzeln ins Gesicht zaubern dürfte.
 
 
 


 
 
 

SCORNED – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Achtung, eine Frau sieht rot! SCORNED ist ein erheiterndes und rabenschwarzes Rachefilmchen mit reichlich gemeinen Wendungen und der vermutlich durchgeknalltesten Psychopathin der Filmgeschichte. Wir haben reichlich geschmunzelt, obwohl SCORNED im eigentlichen Sinne gar keine Horrorkomödie ist und vermutlich auch gar nicht zum Lachen animieren möchte. Schuld an allem ist mal wieder ANNALYNNE MCCORD, die nach ihrer Glanzleistung in EXCISION erneut eine äußerst spezielle Rolle gefunden hat, in der sich so richtig aufblühen kann. Die foltert sich erfrischend zynisch durch den Film und hat während der Ausführung ihrer eigenwilligen Erziehungsmethoden stets einen trockenen Spruch auf den Lippen. So gilt hier: Wer die Folterkomödie JULIA X mochte, wird SCORNED lieben.
 
 
 


 
 
 

SCORNED – Zensur

 
 
 
Einige Foltersachen in SCORNED haben es in sich. Da werden Zähne gezogen, mit Strom gefoltert und Füße mit einem Hammer gebrochen. Ganz so rabiat geht es aber nicht zur Sache, so dass SCORNED in Deutschland die KJ-Einstufung in ungeschnittener Form erhalten wird.
 
 
 


 
 
 

SCORNED – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Eine Frau sieht rot (1976)
 
Die Frau mit der 45er Magnum (1981)
 


Filmreview: „Ghost Team One“ (2013)

ghost-team-one-2013
 
 
 

GHOST TEAM ONE

Story

 
 
 
Einige Hobbygeisterjäger sind vom PARANORMAL ACTIVITY-Virus infiziert. In deren Haus spukt es, so dass man Kameras hervorkramt, um eine Doku zu drehen. Was die Freunde aber noch nicht wissen ist, dass sie es hier mit einem äußerst nymphomanisch veranlagten Geist zu tun haben, der es ab und an auch mal bevorzugt, die Lebenden zu vernaschen …
 
 
 


 
 
 

GHOST TEAM ONE – Kritik

 
 
 
Was nur stimmt mit den Regisseuren BEN PEYSER und SCOTT RUTHERFORD nicht? Die beiden haben vermutlich unter permanenten Samenstau zu leiden, denn anders lässt sich der Schwachsinn nicht erklären, den sie hier mit GHOST TEAM ONE mehr schlecht als recht verzapft haben. Herr lass Hirn vom Himmel regnen, denn das Niveau in ihrem Comedy-Fehlzünder ist derart tief im Keller, dass dagegen selbst Randgruppen-TV im Privatfernsehen eines Qualitätspreises würdig ist. So was kann eindeutig nur aus dem sonst so prüden Amerika kommen, dort wo in der Vergangenheit schamlos-platte Spoof-Filmchen wie GHOST MOVIE oder die SCARY MOVIE-Reihe das Licht des Zelluloid-Himmels erblickt haben und wo man sich selbst des dümmsten Sexwitzchens wegen lauthals lachend auf dem Boden rollt. GHOST TEAM ONE ist das, was man wohl in Filmkreisen eine beschämende Jugendsünde nennt, denn die teils unwissenden Jungdarsteller dürften sich für diesen peinlichen Fehltritt ein Leben lang schämen. Hier gibt es nahezu keinen Dialog, der nicht irgendeine schlüpfrige Anzüglichkeit beinhaltet und über welche sich vermutlich nur pubertäre Heranwachsende auf dem Schulhof erheitern können.
 
Alles beginnt auf einer ausufernden Party im Haus der dauergeilen Freunde Brad (JR VILLARREAL), Sergio ( CARLOS SANTOS) und Chuck (TONY CAVALERO) bei der man auf die Witterung eines Geistes aufnimmt, der sich später als vietnamesische Bordellbetreiberin entpuppt, die viele Jahre zuvor an gleicher Stelle einige Männer um die Ecke gebracht hat. Gut, dass sich unter den trinkfreudigen Partygästen auch eine Geisterexpertin (FERNANDA ROMERO) gemischt hat, die die Idee einfach großartig findet, aus den mysteriösen Vorfällen einen Dokumentarfilm zu drehen. So werden überall im Haus Kameras montiert, damit das Treiben des Geistes auf Film gebannt werden kann. Doch der macht sich rar und scheint nur dann aktiv zu werden, wenn sich im Haus sexuelle Energien sammeln.
 
Wie lang nur funktioniert das Found Footage-Prinzip denn noch? Kaum ein Filmthema existiert, dass nicht bereits in den Genuss einer Wackelcam-Vergewaltigung gekommen ist. So langsam scheint sich aber ein Verschleiß zu verzeichnen, denn selbst eingefleischte Allesseher erkennen allmählich, dass sich hinter dieser Art von Filmen meist nur laue Lüftchen verbergen und hier oft Filmschaffende am Werkeln sind, die mit wenig Aufwand viel Asche machen wollen. Ganz zum Leidwesen des Filmfans, der sich nicht selten seiner kostbaren Lebenszeit beraubt sieht, weil ihm erneut sich ständig wiederholender und ideenloser Filmabfall untergejubelt wird. GHOST TEAM ONE macht da sicherlich keine Ausnahme. Die Macher haben sich der PARANORMAL ACTIVITY-Erfolgsplage angenommen und versucht, die seichte Kindergeisterbahn mit Hilfe von unreifer Aufklärungsarbeit leidlich unterhaltsam zu parodieren. Hier wird auf Papptellern gekackt, beim Stuhlgang beigewohnt, reichlich masturbiert und sich ausgiebig über möglichen Beischlaf unterhalten, so dass einer der Anwesenden gleich mal vor Erregung versehentlich in seinen Slip ejakuliert. Niveau erhält in GHOST TEAM ONE eine gänzlich neue Bedeutung, denn wer meint Horror-Parodien wie SCARY MOVIE hätten schon längst die Grenzen des guten Geschmacks erreicht, dürfte mit diesem unterirdischen Sexklamöttchen eines Besseren belehrt werden. Leider ist jene Parodie nicht einmal ansatzweise lustig, insofern man sich darüber ergötzen kann, wenn ein Besessener in Frauenmode gekleidet breitbeinig auf einem Bett liegt und verlangt, dass er „geleckt“ wird. Hier wird alles fast schon alibimäßig als Selbstironie getarnt durch den Kakao gezogen, was im Geistergenre zuletzt Kasse gemacht hat. Da gibts was aus PARANORMAL ACTIVITY und THE RING zu sehen, aber auch FRIEDKINS Kultfilm DER EXORZIST und Regans legendäre Kopfdrehszene kommen auf recht unterirdische Weise in die Gunst einer Hommage. Immerhin agieren die wenigen Knallscharchen halbwegs vernünftig vor der Kamera. Allen voran TONY CAVALERO, der als stets aggressiver Mitbewohner Chuck stets „fucking“ genervt (hier kann man sich den Spaß machen und das von ihm geäußerte „Fuck“ im Film zählen) durch die Kulisse rennt und am Ende in einer äußerst grenzwertigen Dämonenaustreibungs-Farce lächerlich und demütigend bloßgestellt wird. Bei soviel unreifer Sauerei will mit Sicherheit keiner der Schauspieler in zwei Jahrzehnten überhaupt noch mit GHOST TEAM ONE irgendwie in Verbindung gebracht werden. Wer dieses schwachsinnige Machwerk gesehen hat, weiß vermutlich aber dann auch warum.
 
 
 


 
 
 

GHOST TEAM ONE – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
 
PARANORMAL ACTIVITY trifft auf AMERICAN PIE. Übersinnlicher Klamauk in der Tradition der SCARY MOVIE-Reihe, der aber das Niveau noch einmal zusätzlich mit den Füßen tritt, damit es auch ja im Keller bleibt. Man kann gar nicht soviel Alkohol kaufen, um sich GHOST TEAM ONE gut oder gar lustig zu trinken. Hier werden dumme Sexwitze am laufenden Band geboten, so dass man spätestens nach 30 Minuten vollkommen genervt ist, die ständig wiederholenden Anzüglichkeiten nur in abgeänderter Variation ertragen zu müssen. Liebe GHOST TEAM ONE-Macher: Niveau ist keine Creme und Sexwitzchen sind nur dann lustig, wenn man sie so ähnlich nicht schon in hundert anderen Spoof-Komödien bis zum Abwinken erdulden musste.
 
 
 


 
 
 

GHOST TEAM ONE – Zensur

 
 
 
Gewalt gibt es in GHOST TEAM ONE bis auf einen abgerissenen Kopf nicht zu sehen. Demnach ist eine FSK 16 drin.
 
 
 


 
 
 

GHOST TEAM ONE – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Hell Baby (2013)
 
Paranornmal Activity 3 (2011)
 
Tucker and Dale vs. Evil (2010)
 
Scary Movie (2000)
 
Scary Movie (2001)
 


Filmreview: „Machete Kills“ (2013)

Machete-Kills-2013
 
 
 

MACHETE KILLS

Story

 
 
 
Machete (Danny Trejo) wird auf Bitten des US-Präsidenten (Charlie Sheen, bzw. Carlos Estevez) nach Mexiko gebracht, wo er einen psychopathischen Gangsterboss darin hindern soll, eine Atomrakete auf die amerikanische Hauptstadt abzufeuern …
 
 
 


 
 
 

MACHETE KILLS – Kritik

 
 
 
Als die Regisseure ROBERT RODRIGUEZ und QUENTIN TARANTINO die liebenswerte Hommage an die schäbigen US-Erwachsenenkinos der 70er und 80er Jahre unter dem Titel GRINDHOUSE (2007) in die Lichtspielhäuser brachten, dürfte vermutlich keiner der beiden geahnt haben, welchen neuen Kult sie damit auslösen würden. Während sich das Double-Feature bestehend aus DEATH PROOF und PLANET TERROR nur schleppend in den Kinos behaupten konnte und nicht den Erfolg an den Kassen generierte, den man sich gewünscht hätte, kamen die Streifen wenig später in Europa getrennt voneinander auf die Leinwände und alles wurde gut. Besonderes Augenmerk galt jedoch einigen stilecht umgesetzten Trailern nicht existierender Horrorstreifen, die ebenfalls in den Vorstellungen gezeigt und von bekannten Genregrößen wie ELI ROTH oder ROB ZOMBIE umgesetzt wurden. Die schmuddeligen Werbefilmchen gefielen vielen Zuschauern so gut, dass ein Aufschrei durch die Filmgemeinde ging, mit der Bitte doch diesen Clips richtige Leinwandauftritte folgen zu lassen. Gesagt getan – drei Jahre später erschienen die Spielfilmumsetzungen des ersten beiden Fake-Trailers: HOBO WITH A SHOTGUN und MACHETE. Für letzteren nahm RODRIGUEZ erneut auf dem Regiestuhl Platz und erntete mit der vollkommen überzogenen Actionhatz ausreichend Lob unter Liebhabern deftiger Kinounterhaltung. Finanziell war MACHETE ein Erfolg, so dass es nur eine Frage der Zeit war, bis eine Fortsetzung nachgeschoben werden musste. MACHETE KILLS heißt der neue Filmspaß und schließt direkt an die Geschehnisse des Vorgängers an. RODRIGUEZ ist auch diesmal wieder als Filmemacher am Start und hat eine beachtlich prominente Cast um sich scharen können. DANNY TREJO, der mit Filmcharakter MACHETE CORTEZ die Rolle seines Lebens erhalten haben dürfte, wird mit ausreichend Starpower unterstützt. An seiner Seite waten erneut bekannte Größen der amerikanischen Traumwerkstatt durch Liter von tiefrotem Filmblut. Wie bereits im Teil zuvor bekommt der Zuschauer ein Who-is-Who Hollywoods vor die Linse. So gibt’s Starauftritte von ANTONIO BANDERAS, MEL GIBSON, CHARLIE SHEEN und sogar LADY GAGA zu sehen, wobei die Sängerin offenbar nur in den Film „gelockt“ wurde, um MACHETE KILLS auch einem jüngeren Publikum schmackhaft zu machen, lässt sich doch mit einer derartigen Popikone zusätzlicher Umsatz generieren. Der extrovertierte Popstar hat, trotz pompösem Auftritt, gerade einmal rund drei Minuten Screentime, was bei Fans der Künstlerin für Enttäuschung sorgen wird, wurde doch mit der GAGA im Vorfeld ausgiebig auf Filmplakaten geworben.
 
Der Anfang der Fortsetzung wird mit dem Mord an Machetes Geliebten Sartana Rivera (JESSICA ALBA) eingeläutet. Die wird während der Festnahme einiger korrupter Waffenhändler von einem maskierten Unbekannten durch einen heimtückischen Kopfschuss in die ewigen Jagdgründe beförderte. Damit Machete (DANNY TREJO) nicht allzu lang zu trauern hat, wird er kurzerhand in das Weiße Haus geladen, wo er vom US-Präsidenten (CHARLIE SHEEN) höchstpersönlich zum amerikanischen Staatsbürger deklariert wird, insofern er nach San Antonio reist und dort Marcos Mendez (DEMIAN BICHIR) ausradiert. Der mexikanische Gangsterboss und durchgeknallte Psychopath will Washington, D.C. mittels Interkontinentalrakete in die Luft sprengen, was Machete natürlich verhindern soll. Der stille Rächer reist nach Mexiko und bemerkt schnell, dass dort einige skurrile Zeitgenossen hausen, mit denen nicht gut Kirschen essen ist und die auf Machete sowieso nicht gut zu sprechen sind.
 
Alles beim Alten und doch irgendwie nicht. MACHETE KILLS ist ein zweischneidiges Schwert. Die herrlich überzogene Parodie auf Actionfilme und die darin immer wieder auftretenden Klischees und Stereotypen sind auch in diesem Sequel permanent präsent. Der zweite Teil ist ebenso abgefahren, in Bezug auf die mexikanische Immigrationspolitik der Amerikaner absolut giftig und geizt nicht mit extravaganten Splatter-Exzessen. Leider erreicht das Gezeigte bei Weitem nicht mehr die geniale Frische des Vorgängers. Vielmehr mag man in MACHETE KILLS das Gefühl nicht loswerden, man hätte unter dem Druck gestanden, eine Fortsetzung erzwingen zu müssen. Das Geschehen ist zwar erneut vollgestopft mit geschmacklosen Gags und abstrusesten Wendungen; wirklich Neues wird jedoch kaum hinzugefügt und der Unterhaltungswert hält sich zumindest im ersten Teil der Handlung eindeutig in Grenzen. Der stoische und eher wortkarge Einzelkämpfer MACHETE darf auch in seinem neusten Leinwandauftritt zum Schlitzwerkzeug greifen und findet sogar erheblich Gefallen an der überarbeiteten Version seines beliebten Meuchelutensils, das sich nun sogar auf Knopfdruck durchs Fleisch seiner Gegner schneidet. Weil sich MACHETE KILLS jedoch eindeutig mehr auf das Abhandeln diverser Cameos konzentriert und diese bei Weitem mehr Aufmerksamkeit erhalten, als der Titelheld selbst, bleibt der eher talentlose TREJO zwischen all den aufgedrehten Starauftritten seiner Gegenspieler vollkommen blass und unauffällig. Im direkten Vergleich zum Auftritt des (erschreckend gealterten) GIBSON oder BANDERAS agiert TREJO absolut unbeholfen, so dass man ernüchtert feststellen muss, dass TREJO in der Hauptrolle schnell an seine Grenze stößt und der Bezeichnung Schauspieler nicht im Entferntesten gerecht werden kann. Da fragt man sich doch glatt, wie er sich mit nur stupid in die Kamera glotzen durch den ersten Teil mogeln konnte. Immerhin legt RODRIGUEZ ein rasantes Tempo vor, so dass kaum Zeit bleibt, sich über die diversen Mankos den Kopf zu zerbrechen. Es wird sich mit allerhand grotesken Waffen durch den Film geballert, wobei die Albernheiten gegen Ende schon in fast abstruse Sphären driften: MACHETE rettet die Welt, springt auf eine Rakete und düst in den Weltraum, um seinen Kampf gegen das Böse fortzusetzen. Bösewicht VOZ (MEL GIBSON) hat sich kurzerhand ins All abgesetzt und wartet nur darauf von dort aus seine finsteren Machenschaften fortführen zu können. Als ob das nicht alles schon vollkommen bescheuert wäre, bringt RODRIGUEZ mit einem neuen Fake-Trailer das Fass zum Kochen: MACHETE KILLS AGAIN … IN SPACE. Da werden Erinnerungen an den zehnten Teil der berüchtigten FREITAG DER 13.-Reihe und natürlich an die STAR WARS-Trilogie aus der Feder von GEORGE LUCAS wach. Ob der Film jedoch je gedreht werden wird, dürfte fraglich bleiben. Denn bisher brachte das aktuelle Sequel nicht den erhofften Erfolg, denn man sich gewünscht hatte.
 
 
 


 
 
 

MACHETE KILLS – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Absurd-blutiger Actionspaß für (fast) die ganze Familie. Leider bleibt MACHETE KILLS hinter den Erwartungen zurück und ist mit seinen knapp 100 Minuten an konstruiert wirkenden Wendungen einfach zu lang geraten. DANNY TREJO entpuppt sich als katastrophaler Schauspieler und die vielen splattrigen Ideen kaschieren gekonnt, dass das Potenzial von MACHETE eigentlich schon nach Teil eins verbraten wurde. Unterm Strich bleibt MACHETE KILLS ist ein mittelmäßiger Film, der eigentlich nicht hätte sein müssen und bei dem bereits im Teil zuvor alles gesagt wurde, was von Interesse gewesen wäre.
 
 
 


 
 
 

MACHETE KILLS – Zensur

 
 
 
Kennste MACHETE, dann kennste auch MACHETE KILLS. Der Gewaltpegel ist dem ersten Teil ebenbürtig. Aufgrund der selbstironischen und vollkommen überzogenen Umsetzung sind die Kills nicht sonderlich hart anzuschauen. Daher wurde MACHETE KILLS ab 16 Jahren ungeschnitten in die Kinos gebracht. Eine FSK16-Veröffentlichung für den Heimkinomarkt war demnach logisch. Die Heimkinofassung ist mit FSK16 vollkommen komplett.
 
 
 


 
 
 

MACHETE KILLS – Deutsche Blu-ray

 
 
 
Machete-Kills-Blu-ray

(c) Universum Film

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Machete Kills; Russland, USA 2013

Genre: Thriller, Horror, Splatter

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.85:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 108 Min. (uncut)

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Behind the Scenes, Deleted Scenes, Trailer und TV-Spots (Bonus zusammen: ca. 42 Minuten)

Release-Termin: 23.05.2014

 
 
 

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MACHETE KILLS – Trailer

 
 
 

 
 

Hellraiser80

 
 
 
Ähnliche Filme:
 
Hobo with a Shotgun (2011)
 
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Machete (2010)


Filmreview: „You Can’t Kill Stephen King“ (2012)

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YOU CAN´T KILL STEPHEN KING

Story

 
 
 
Sechs Freunde begeben sich in die Heimatstadt des berühmten Schriftstellers STEPHEN KING, in der Hoffnung, ihn ein einziges Mal zu Gesicht zu bekommen. Natürlich lässt er sich nicht blicken – stattdessen bekommen es die neugierigen Großstädter mit einem schlitzfreudigen Killer zu tun, der über die Schnüffelei der Fremden so gar nicht erfreut ist …
 
 
 


 
 
 

YOU CAN´T KILL STEPHEN KING – Kritik

 
 
 
Ist das jetzt genial oder einfach nur grottig daneben? Diese Frage dürften sich Interessierte vermutlich stellen, die sich den Trailer zu YOU CAN´T KILL STEPHEN KING zu Gemüte geführt haben. Es soll ja immer noch Menschen da draußen geben, die nichts mit dem berühmtesten aller Horrorautoren anfangen können. Der hat mit Romanen wie SHINING, ES oder FRIEDHOF DER KUSCHELTIERE nicht nur Literaturgeschichte geschrieben, sondern mit seinen Werken auch Millionen begeisterter Leser viele schlaflose Nächte bereitet. Auch die drei Regisseure RONNIE KHALIL, MONROE MANN und JORGE VALIÉS-IGA müssen große Fans der Bücher und Filme des Schriftstellers sein, denn anders lässt sich nicht erklären, wie sie auf die bedepperte Idee gekommen sind, eine Ikone der neuzeitlichen Bellestrik zum Thema einer Slasher-Parodie zu machen. STEPHEN KING selbst soll sich angeblich während der 19 Tage Drehzeit im westlichen Maine zwei Mal blicken lassen haben, hat aber einen Cameo-Auftritt im fertigen Werk rigoros abgelehnt. So ganz unverständlich ist seine Entscheidung nicht, denn YOU CAN´T KILL STEPHEN KING ist weder Fisch noch Fleisch. Während der Trailer vielversprechend vor Augen führt, in welche Richtung der Film hätte gehen sollen, ist das fertige Werk von der im Trailer charmant überzogenen Inszenierung meilenweit entfernt. Wortwitzelei mag zwar in den ersten Filmminuten vorhanden sein, wird aber im weiteren Verlauf der Geschichte mehr oder weniger aus den Augen verloren und verpufft als dummer Slasher-Schnellschuss ohne nennenswerte Höhepunkte.
 
In YOU CAN´T KILL STEPHEN KING folgen sechs Mittzwanziger den Spuren des berühmten Schreibers STEPHEN KING. Einer der Freunde ist in Besitz einer Hütte, die angeblich nicht weit von der von KINGS stehen soll. Auf ihrem Erkundungstrip stoßen die Ortsfremden immer wieder auf die Bewohner des Städtchens, die gar nicht gern über den erfolgreichen Schriftsteller plaudern möchten, was der Suche natürlich nicht förderlich ist. So kommt es, dass die Schnitzeljagd kurzerhand auf Eis gelegt wird und man sich den schöneren Dingen des Lebens widmet. Als dann einer der Freunde auf unerklärliche Weise verschwindet und wenig später in Stücken an einer Tankstelle wiedergefunden wird, bricht Entsetzen aus. Alles deutet darauf hin, dass ein irrer Killer die Morde aus den KING-Romanen nachstellen möchte (SCREAM lässt grüßen) und die Fremden für sein Vorhaben auserkoren hat. Die lassen sich natürlich von einem perfiden Killer nicht den Urlaub vermiesen und machen es sich in ihrer vermeintlich sicheren Behausung hübsch gemütlich.
 
Dass jegliches Agieren mit einem Augenzwinkern genossen werden sollte, liegt auf der Hand. In YOU CAN´T KILL STEPHEN KING wird natürlich vollkommen bewusst dumm gehandelt, die stereotypen Rollen anfänglich ideenreich durch die Kakao gezogen. So bekommt der Zuschauer neben dem farbigen Sprücheklopfer auch drei hohlbirnrigen Tusneldas (eine derer ist Partygirl PARIS HILTON nicht unähnlich) vor die Linse, die im Verlauf der belanglosen Handlung zur Freude der männlichen Zuschauer reichlich textilfrei durch die Szenerie hopsen dürfen. Während die unverbrauchten Schauspieler mit ihrem überzogenem Overacting gar keine so miese Figur machen, erfreut, dass das Regie-Trio vor allzu derben Blödelklamauk und plumpen Gags jenseits der Gürtellinie zurückgeschreckt hat. So sind einige schräge Lacher garantiert – zumindest in der ersten halben Stunde. Dann leider gehen dem Film die guten Ideen aus und die selbstironische Slasher-Verarsche tritt unlustig auf der Stelle. Die rar gesäten Gags wollen kaum noch zünden und machen YOU CAN´T KILL STEPHEN KING zu einer arg einschläfernden und vor allem unlustigen Angelegenheit. Immerhin schreitet der Killer häufig zur Tat und beginnt, die Freunde halbwegs innovativ in den Filmhimmel zu befördern. Seine Taten werden dabei ansprechend akustisch untermalt, wobei das Thema an die beliebte FREITAG DER 13.-Reihe erinnert. Außerdem findet der Filmfreund mehr oder weniger subtile Verweise zu KINGS Werken im Film, die zwar recht gekonnt in Szene gesetzt werden, aber den Film nicht wirklich besser machen. Ohnehin wird es in der zweiten Hälfte erstaunlich ernst, wobei irgendwie nicht mehr wirklich schlüssig sein möchte, ob es sich hier denn nun um eine Parodie oder einen ernstzunehmenden Horrorfilm handeln soll. Was bleibt ist ein etwas zwiespältiger Genrefilm, der das anfänglich erfrischende Niveau der recht gelungenen Gags nicht einmal bis zur Hälfte halten kann und der irgendwie gar nicht so witzig ist, wie es eigentlich der selbstironische Trailer versprach.
 
 
 


 
 
 

YOU CAN´T KILL STEPHEN KING – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
 
Gagreicher Horrorspaß in der Tradition der SCARY MOVIE-Reihe. Leider werden die guten Ideen bereits in den ersten Filmminuten verbraten, so dass YOU CAN´T KILL STEPHEN KING in der zweiten Filmhälfte kaum noch der Rede Wert ist. Immerhin gibt es eine ganz nette Auflösung, die STEPHEN KING-Fans ganz schön griesgrämig aus der Wäsche schauen lassen dürfte. Für all die: IT´S ONLY A MOVIE!
 
 
 


 
 
 

YOU CAN´T KILL STEPHEN KING – Zensur

 
 
 
Es gibt einen deftigen Kehlenschnitt zu sehen, einige abgetrennte Körperteile aber sonst nichts wirklich Nennenswertes, was den Gorehound vor Freude jauzen lassen dürfte. Daher ist die deutsche Fassung problemlos mit blauen FSK16-Flatschen im Handel zu finden – ungeschnitten versteht sich!
 
 
 


 
 
 

YOU CAN´T KILL STEPHEN KING – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: You Can’t Kill Stephen King; USA 2012

Genre: Horror, Komödie

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.77:1 (1920x1080p)

Laufzeit: ca. 86 Min.

FSK: FSK 16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray Wendecover

Extras: Deutscher Trailer zum Film (ca. 2 Minuten), Bildergalerie (ca. 2 Minuten), Trailershow mit fünf weiteren Titeln aus dem Programm des Anbieters

 
 
 
Nach dem Einlegen gibt es erst einmal zwei weitere Trailer kommender Komödien aus dem Fundus des Anbieters NEW KSM. Danach geht’s in ein animiertes Menü, das aus Szenen des Filmes besteht. Schön gestaltet ist es zwar nicht, erfüllt aber seinen Zweck. Das Bild ist erstaunlich gut; der HD-Effekt ist vor allem in den hellen Szenen erstaunlich positiv ausgefallen und offenbart viele kleine Details und eine angenehme Schärfe. Ansonsten ist die Synchronisation für einen unbedeutenden Low-Budget-Film ziemlich gut geworden. Die Dialoge sind gut verständlich, wobei sich das Geschehen vorwiegend im Frontbereich abspielt und man keine Soundkulisse der Extraklasse erwarten sollte. Hinter dem Menüpunkt „Extras“ versteckt sich eine ca. zweiminütige Slideshow, wobei irgendwie nicht wirklich schlüssig ist, ob es sich hier um Setimpressionen handelt oder um Screenshots aus dem Film. Wirklich brauchbar ist diese Bildergalerie nicht wirklich, wobei das Gimmick vermutlich einzig deshalb auf der Scheibe vorzufinden ist, um den Bonusbereich als solchen überhaupt rechtfertigen zu können. Neben der Bildergalerie gibt es noch den Originaltrailer (Deutsch, ca. zwei Minuten) auf der Blu-ray zu YOU CAN´T KILL STEPHEN KING und fünf Trailer weiterer Veröffentlichungen aus dem Hause NEW KSM. Wer mehr Infos zum Film sucht, schaut leider doof aus der Wäsche. Immerhin spendiert NEW KSM das obligatorische Wechselcover ohne FSK-Flatschen. Zudem ist die Veröffentlichung für erstaunlich kleines Geld zu haben. Wer leichte Horrorkomödien mag, macht mit diesem Film auf jeden Fall nichts falsch!
 
 
 

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YOU CAN´T KILL STEPHEN KING – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnche Filme:
 
100 Bloody Acres (2012)

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