Filmkritik: „African Kung-Fu Nazis“ (2020)

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AFRICAN KUNG-FU NAZIS

Story

 
 
 
Hitler hat den Zweiten Weltkrieg sehr wohl überlebt und sich nach Ghana abgesetzt, wo er mit einer Armee von Kung-Fu-Kämpfern erneut die Weltmacht anstrebt.

 
 
 


 
 
 

AFRICAN KUNG-FU NAZIS – Kritik

 
 
Wenn man billigen Trash an den Zuschauer bringen will, funktioniert das am ehesten mit einem guten Titel. „African Kung-Fu Nazis“ wird aber sicherlich nur die härtesten Trash-Fans ansprechen. Eigentlich weiß man bei dem Titel schon genau, was man zu erwarten hat. Das Resultat ist albern und doof, allerdings gar nicht mal so mies, wie zu erwarten war.
 
 
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Adolf Hitler hat den Zweiten Weltkrieg zwar verloren, aber Selbstmord, wie es uns die Geschichtsbücher erklären, kommt für ihn gar nicht in Frage. Zusammen mit Hideki Tojo und Göring setzt er sich in Ghana ab und erlernt Kung-Fu. Außerdem verhindert die Blutfahne den Alterungsprozess. Hitler formt sich eine Super-Armee aus Kung-Fu-Kämpfern, die alle im Bann der Blutfahne sind. Als er eines Tages ein Turnier plant, um Ghana völlig einzunehmen, stößt Hitler allerdings auf den jungen Kämpfer Horst, der die Hoffnung des Landes sein soll. Das klingt völlig bescheuert und das ist es auch. Allerdings bleibt die Story doch enorm harmlos und man darf diesen Schwachsinn überhaupt nicht ernst nehmen. Wenn einem das gelingt, wird man mit ein paar witzigen Ideen belohnt. So ist das Wortspiel „Ghan-Arier“ gar nicht mal schlecht und auch sonst hatte man ein paar Einfälle, wie z.B. ein Auto-Sarg. Insgesamt bietet das Drehbuch für volle Filmlänge trotzdem etwas zu wenig, denn der Handlungsstrang um das Turnier ist reichlich fad. Zwar verwurstet man da noch Dinge wie die Drunken-Master-Technik, aber hat man sich an den Wahnsinn erst mal gewöhnt, dann wird es zeitweise ziemlich lahm.
 
 
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Der deutsche Regisseur Sebastian Stein, von dem auch die Idee stammte, drehte „African Kung-Fu Nazis“ zusammen mit dem ghanaischen Regisseur Samuel K. Nkansah. Gedreht wurde in Ghana und das Budget betrug gerade mal 20.000 Dollar. Daraus hat man ingesamt schon etwas gemacht, wobei man natürlich sagen muss, dass man es mit einem sehr billigen Streifen zu tun hat. Die Kulissen sind um Abwechslung bemüht, machen aber meist nicht viel her und optisch hat der Film einfach nicht besonders viel zu bieten. Wer jetzt aufgrund des Kampfturniers mit toller Action rechnet, kann nur verlieren, wobei man sagen muss, dass man in diesem Bereich mit deutlich weniger rechnen hätte dürfen. Die meisten Kämpfe sind zwar relativ langweilig umgesetzt, besitzen aber wenigstens eine Choreographie und die Darsteller besitzen teilweise auch akrobatische Fähigkeiten, so dass man aus handwerklicher Sicht gar nicht mal so viel meckern kann – zumindest nicht bei dieser Preisklasse. Die Inszenierung ist soweit ebenfalls in Ordnung, nicht sehr hochwertig, aber auch nicht zu holprig und so sind tatsächlich ein paar Qualitäten vorhanden. In den Effekten stecken diese jedoch sicherlich nicht. Wer auf Splatter hofft, wird allgemein enttäuscht sein, denn davon gibt es nicht viel und wenn mal Blut spritzt, stammt dieses fast immer sehr sichtbar aus dem Computer.
 
 
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Was besonders für Trash-Fans reizvoll sein könnte, ist die deutsche Synchronisation, denn diese kommt im Schnodderdeutsch daher. Man hat den Protagonisten aus Ghana einfach jeden erdenklichen Dialekt aus Deutschland verpasst und das Ergebnis ist echt skurril. Tatsächlich sorgt das in Verbindung mit den doofen Sprüchen für ein paar Schmunzler, aber auch dieser Stil nutzt sich mit der Zeit ab. Allgemein ist auf Komödien-Ebene nicht viel zu holen, aber manche Dinge sind so behämmert, dass sie schon etwas Spaß machen. Eine kürzere Laufzeit hätte „African Kung-Fu Nazis“ allerdings gut getan. Das Szenario eignet sich besser für einen halbstündigen Kurzfilm und hätte als solcher vielleicht Kult-Status erreichen können. Besonders im mittleren Teil gibt es nämlich einige Längen und wenn im langen Finale ein Kampf an den anderen gereiht wird, ist das auch nicht besonders aufregend. Trotzdem muss man sagen, dass der Unterhaltungswert alles in einem in Ordnung ist und man sich nicht zu viel langweilen muss.
 
 
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Zu den Darstellern kann man nicht besonders viele lobende Worte verlieren, wobei vor allen Dingen die Besetzung aus Ghana zu den positiveren Momenten gehört. So funktioniert Elisha Okeyere als Hauptfigur Horst sogar noch ganz solide. Sebastian Stein, der sich selbst die Rolle des Adolf Hitlers gab, ist allerdings eine Zumutung. Er spielt das mit dermaßen viel Overacting, dass einem wirklich die Freude vergeht und auch manch anderer Darsteller übertreibt so hemmungslos, dass man selbst bei Troma-Produktionen von bodenständig sprechen kann. Score und Soundtrack hören sich etwas billiger an, funktionieren soweit aber ganz solide.
 
 

 
 


 
 
 

AFRICAN KUNG-FU NAZIS – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
„African Kung-Fu Nazis“ ist ein kindlich-naiver, sehr alberner, aber auch sehr harmloser Quatschfilm, der wohl lediglich Trash-Fans ansprechen wird. Doch auch diese müssen den richtigen Humor mit sich bringen, um daran Freude zu haben. Gerade die ulkige, deutsche Synchronisation und ein paar schön blöde Einfälle sorgen für ein bisschen Spaß, aber das reicht leider nicht aus, um über 84 Minuten Laufzeit gut unterhalten zu werden. Manche Darsteller gehen einen mächtig auf die Nerven und die billigen Effekte sehen absolut nicht gut aus. Dafür ist das aus handwerklicher Sicht erträglich gestaltet und ein Teil der Action sieht gar nicht mal so schlecht choreographiert aus. Für eine Empfehlung reicht das nicht aus, doch wer einen speziellen Geschmack besitzt, es gerne billiger hat und auf albernen Humor abfährt, kann „African Kung-Fu Nazis“ durchaus mal eine Chance geben. Es hätte schlimmer kommen können!
 
 


 
 
 

AFRICAN KUNG-FU NAZIS – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung von „African Kung Fu Nazis“ ist ungeschnitten und frei ab 18 Jahren. Sammler kurioser Filme können daher bedenkenlos zugreifen.
 
 
 


 
 
 

AFRICAN KUNG-FU NAZIS – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Busch Media Group (Blu-ray im KeepCase)

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(c) Busch Media Group (2 Blu-rays im Mediabook – auf 2000 Stück limitiert)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: African Kung Fu Nazis; Deutschland | Ghana | Japan 2000

Genre: Action, Trash, Komödie

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 2.0

Untertitel: Deutsch, Englisch, Japanisch

Bild: 2.35:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 84 Minuten

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Blu-ray im KeepCase | Mediabook

Extras: Blooper, Grußbotschaften von Cast & Crew, Deleted Screnes, Trailershow | zusätzlich im Mediabook: Booklet, 100 Minuten Making of Doku (Englisch, Optionale Deutsche Untertitel)

Release-Termin: KeepCase: 04.01.2021 | Mediabook: 06.11.2020

 

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AFRICAN KUNG-FU NAZIS – Trailer

 
 



 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei Busch Media Group)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Iron Sky (2012)
 
Mortal Kombat (1995)
 
Bloodfight (1989)
 

Filmkritik: „Dinner in America“ (2020)

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DINNER IN AMERICA

Story

 
 
 

Ein Punkrocker, der von der Polizei gesucht wird, findet Unterschlupf bei der sonderbaren Patty, die zufällig auch sein größter Fan ist, ohne jedoch zu wissen, mit wem sie es da eigentlich zu tun hat.

 
 
 


 
 
 

DINNER IN AMERICA – Kritik

 
 
 
Adam Rehmeier konnte sich wohl vor allen Dingen mit seinem Debütfilm „The Bunny Game“ einen Namen machen, der sehr kontrovers daherkam. Wie wandelbar der Regisseur ist, beweist er jetzt mit seinem vierten Langfilm „Dinner in America“, denn vom provokanten Stoff ist nichts mehr übrig geblieben, stattdessen serviert er dem Zuschauer eine schöne Coming-of-Age-Geschichte, die zwar immer noch derb bleibt, aber nebenbei überraschend freundlich geraten ist.
 
 
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Simon ist der Frontmann der Punkrock-Band Psyops, der jedoch immer nur mit Maske auftritt und seine wahre Identität so verhüllt. Allerdings hat Simon große Geldprobleme und handelt deshalb mit Drogen, zudem verdient er sich etwas dazu mit Medikamententests. Als die Polizei ihm immer mehr auf die Schliche kommt, lernt er Patty kennen, dessen Lieblingsband Psyops darstellt. Sie ist etwas sonderbar und muss viele Pillen schlucken, findet Simon jedoch sofort reizvoll. Dabei weiß sie gar nicht, dass sie es mit ihrem großen Idol zu tun hat. Langsam, aber sicher entsteht zwischen den Beiden eine romantische Beziehung. Die Story, die ebenfalls von Rehmeier geschrieben wurde, bietet eigentlich keinerlei Zutaten, die andere Geschichten dieser Art nicht auch besitzen und wirkt deshalb nicht unbedingt originell, aber trotzdem wurde das hier gut erzählt. Man kann als Zuschauer ordentlich abtauchen in eine anarchische Welt und das Drehbuch schafft es schon, ziemlich glaubwürdig zu wirken. Genügend Ideen waren jedenfalls vorhanden und so schaut man das interessiert bis zum Schluss, selbst wenn der Verlauf einigermaßen vorhersehbar erscheint.
 
 
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Dass man so gerne zuschaut, liegt vor allen Dingen an den starken Darstellern. Besonders Kyle Gallner ist als Punk ungemein charismatisch. Es macht Spaß sein Schauspiel zu beobachten. Allerdings sollte man auch Emily Skeggs als verschrobene Patty keineswegs unterschätzen. Sie macht das ziemlich authentisch und wirkt dabei recht niedlich. Auch die Vielzahl an kleinen Nebendarstellern ist ordentlich besetzt und wartet teilweise sogar mit einigermaßen bekannten Namen wie z.B. Mary Lynn Rajskub („24“) auf. Die Figurenzeichnung bedient am ehesten Klischees, was hier aber definitiv so gewollt war. Es ist einfach herrlich, wenn der Anarcho-Punk auf die spießigsten Eltern überhaupt trifft. Dabei vermitteln die Charaktere sogar ein paar Werte. Nicht an allem sollte man sich ein Vorbild nehmen, aber die Grundmesssage sich nichts gefallen zu lassen und zu dem zu stehen, was man ist, ist absolut positiv. Auch hier macht „Dinner in America“ es eigentlich kaum anders, als seine vielen Kollegen, doch trotzdem gelingt es ihm mit seinen Figuren ein wenig Eigenständigkeit zu entwickeln und die vielen, seltsamen Nebenfiguren wirken markant genug, um nicht zu schnell aus der Erinnerung zu verfliegen.
 
 
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Ansonsten ist es gerade die Atmosphäre, die zu gefallen weiß. Man bekommt es nämlich nicht einfach nur mit einem weiteren Coming-of-Age-Drama zu tun, sondern es steckt auch recht viel Komödie in „Dinner in America“. Das ist nun selten zum Brüllen komisch, besitzt aber immer mal seine kleinen, charmanten Lacher. Hier ist der Film dann teilweise sogar ziemlich derb, obwohl er gleichzeitig viel Herz besitzt. Angenehm ist dabei, dass die Liebesgeschichte überhaupt nicht schnulzig vorgetragen wird und man hier keinen Overkill an Kitsch serviert bekommt. Stattdessen sorgt die Romanze eher für eine weitere Facette und wirkt sogar ziemlich glaubwürdig. So kann man sich über 105 Minuten Laufzeit hinweg sympathisch unterhalten lassen, selbst wenn es am Anfang doch ein paar Längen gibt und es eigentlich kaum Highlights zu verbuchen gibt. Abgerundet wird das Ganze von einem soliden Soundtrack, der ruhig noch etwas mehr Punk beinhalten hätte dürfen, aber auch so recht authentisch wirkt.
 
 


 
 
 

DINNER IN AMERICA – Fazit

 
 
7 Punkte Final
 
 
„Dinner in America“ ist eine sympathische Mischung aus Coming-of-Age-Drama und Anarcho-Komödie, die besonders von einem tollen Kyle Gallner lebt und auch sonst ordentliche Darsteller besitzt. Der Verlauf der Handlung ist vorhersehbar, bietet jedoch genügend Abwechslung. Es gibt sowohl derben Humor, wie auch schöne Emotionen. Handwerklich stimmt ebenfalls alles und somit ist „Dinner in America“ vielleicht nicht der große Wurf, aber für Freunde solcher Filme durchaus empfehlenswert!
 
 
 


 
 
 

DINNER IN AMERICA – Zensur

 
 
 
„Dinner in America“ ist kein Horrorfilm – verfügt über derbe Sprache. Gewalt gibt es nicht zu sehen. Deshalb dürfte der Film auch eine Freigabe ab 12 Jahren erhalten.
 
 
 


 
 
 

DINNER IN AMERICA – Trailer

 
 

Leider existieren bisher weder Poster noch Trailer.

 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei Visit Films)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Juno (2007)
 
Ghost World (2001)
 
Superbad (2007)