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Filmreview: “The Prank – Der Streich” (2013)

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THE PRANK – DER STREICH

Story

 
 
 
Connor (Nick Renaud), Jordan (Henry Monfries) und Chunk (Gemmenne de la Pena ) sind drei Außenseiter, wie man sie an jeder Schule findet. Gerade Connor hat es im letzten Highschool-Jahr besonders schwer, muss er seit vielen Jahren die Demütigungen der Mädchenhelden Dax (Alastair Ferrie) und Omar (Rene Cadet) über sich ergehen lassen, die ihm zuletzt sogar ohne ersichtlichen Grund das Nasenbein gebrochen haben. Damit soll jetzt endgültig Schluss sein. Zusammen mit seinen besten Freund Jordan plant er, den beiden Proleten einen Streich zu spielen. Kaum ist eine Peinlichkeit auf Video gebannt, ist Dax darüber so rein gar nicht erfreut und und fordert Rache. Doch die Vergeltung findet einen unvorhersehbaren Ausgang …
 
 
 


 
 
 

THE PRANK – Kritik

 
 
 
Viele werden sich vermutlich gern an die herrlich unbeschwerte Jugendzeit zurückerinnern. Jene Zeit, in der die Welt scheinbar noch in Ordnung und weniger sorgenreich war und sich Jugendliche mit anderen Problemen konfrontiert sahen, als sie es als Erwachsene heute tun. Der Film THE PRANK – DER STREICH (Originaltitel: PRANK) dokumentiert in wackeligen und amateurhaften Bildern, mit welchen Konflikten sich Teenager auseinandersetzen müssen und zu welch schwerwiegenden Folgen die oftmals kränkenden Hänseleien führen können. Im Mittelpunkt der Geschehnisse stehen drei Außenseiter, die in ihrem bisherigen Leben nur wenig Freude gehabt haben. Sie werden nicht nur in der Schule gemieden, sondern auch von weniger intelligenten Altersgenossen zur Belustigung der Allgemeinheit gedemütigt und gemobbt. Grund genug, es den Übeltätern mit einem makabren Streich heimzuzahlen, der aber nicht die erhoffte Genugtuung bringt, die die drei Freunde vermutlich erwartet haben.
 
Nein, THE PRANK – DER STREICH ist keiner dieser üblichen Slasher, in denen sich unscheinbare Nerds zu wahrhaftigen Racheengeln aufspielen und ihren Kampf gegen die Ungerechtigkeit antreten. Vielmehr handelt es sich bei diesem Film um eine mehr oder weniger rabenschwarze Komödie, bei der dem Zuschauer wahrhaftig das Lachen im Halse stecken bleibt. Als Found-Footage-Movie getarnt, präsentiert uns Regisseur und Drehbuchautor YIUWING LAM einen ziemlich seltsamen Vertreter seiner Gattung, der sich bei allerlei Genres bedient und sich am Ende doch irgendwie nicht entscheiden kann, was er denn nun eigentlich sein möchte. Hier werden Elemente aus gängiger Terror- und Folterware ausgeliehen und mit kontroverser Alltagsproblematik und bitterbösen Humor zu einem schwerverdaulichen Drama vermischt. YIUWING LAM, der sich sein bisschen Filmerfahrung bisher nur durch Kurzfilme aneignen konnte, gibt mit THE PRANK sein Spielfilmdebüt und trifft damit sogar gleich ins Schwarze. Das mag vor allem daran liegen, dass seine Geschichte zwar konventionell klingt, aber bei weitem nicht das ist, was sie für den Zuschauer vorerst zu sein scheint: ein üblicher Revenge-Thriller. Hier erleben wir ein durchweg erfrischendes Szenario, dass mit unvorhersehbaren Wendungen gespickt wurde und den Zuschauer auf allerhand falsche Fährten lockt, nur um ihm am Ende rücksichtslos in die Magengegend zu boxen. Der Einsatz aktuell so beliebter und leider auch durchweg gehasster Wackelcam-Bilder ist in THE PRANK einmal mehr Thema, kommt dem Film aber recht gelegen, denn dadurch wirken die Geschehnisse authentischer. Auch wenn nicht immer nachvollziehbar scheint, warum in einigen unangenehmen Momenten die Kamera immer noch die Handlung filmen muss. Immerhin schafft es LAM, die gesamte Laufzeit über ein merklich konstant auftretendes, ungutes Magengefühl beim Zuschauer zu verursachen, der so rein gar nicht glauben möchte, was da im Verlauf der Handlung auf der Mattscheibe passiert. Die beiden Freunde überwältigen den aufgebrachten Muskelprotz und schleifen ihn in den Keller, wo er an einem Stuhl festgebunden fragwürdiges über sich ergehen lassen muss. Was anfänglich eigentlich nur Einschüchtern soll, gerät wenig später vollends aus den Fugen.
 
Natürlich wird hier nicht die Erwartungshaltung des blutgierigen Horrorfans befriedigt. THE PRANK – DER STREICH ist kein zeigegeiler Folteraufguss. Das intelligente Szenario kommt fast gänzlich ohne Ekeleffekte aus. Hier werden bevorzugt die Resultate der Demütigungen bebildert, die Opfer DAX an den Rand seiner Kräfte zwängen. Das wirkt zwar für den routinierten Allesseher wenig reißerisch und ist kein Vergleich zu Stoff wie ELI ROTH`s HOSTEL; dennoch dürften gerade zartbesaitete Filmfreunde mit den (im Vergleich zu ähnlichen Folterfilmen) zurückhaltenden Erniedrigungen am Unsympathen DAX so ihre Probleme besitzen. Auch wenn der Zuschauer am Ende mit einem ziemlich überraschenden Twist zu kämpfen hat, der die bisherigen Gegebenheiten aus einer ganz anderen Perspektive schildert, bleibt THE PRANK nicht frei von Ungereimtheiten. Zwar sind die schauspielerischen Leistungen für einen Low-Budget-Indie wie THE PRANK bemerkenswert, können aber nicht hinwegtäuschen, dass viele Interaktionen der wenigen Figuren ziemlich unglaubhaft wirken. Da wäre vor allem die Vorgehensweise der beiden Außenseiter CONNOR und JORDAN zu nennen, die zwar ziemlich nerdig wirken, aber im Verlauf der Handlung eine etwas seltsam anmutende Verwandlung durchleben. Anfänglich zurückhaltend und verängstigt, wächst gerade JORDAN im Verlauf der Handlung über sich hinaus und offenbart dem Zuschauer schnell, dass da mit dem vermeintlich geradlinigen Handlungsstrang irgendetwas nicht zu stimmen scheint. Auch wenn THE PRANK – DER STREICH zu keiner Zeit einen wirklichen Standpunkt einnehmen möchte und dem Filmfreund im Verborgenen bleibt, was Regisseur LAM denn nun eigentlich (wenn denn überhaupt) mit THE PRANK aussagen wollte, so bleibt ein ziemlich spannender Filmbeitrag, der sich wohlwollend vom üblichen Einheitsbrei abhebt.
 
 
 


 
 
 

THE PRANK – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Kontroverser Indie-Geheimtipp. THE PRANK – DER STREICH ist ein kleiner Beitrag mit allerhand überraschenden Wendungen, der sich in kein Genre zwängen lässt. Mit Handkamera gefilmt, wird hier die Geschichte über Mobbing, Rache und eine Freundschaft geschildert, deren Vertrauen rasch auf eine harte Probe gestellt wird. Wer außergewöhnliche Filme jenseits des Mainstreams sucht, ist hier genau richtig!
 
 
 


 
 
 

THE PRANK – Zensur

 
 
 
Zwar ist THE PRANK – DER STREICH nicht sehr brutal oder zeigefreudig, dennoch ist das hier bebilderte Geschehen ziemlich haarsträubend. Auch einige grafischen Szenen gibt es zu sehen (wenn diese auch nicht sonderlich hart auf den “geübten” Horrorfilmfan wirken). Trotzdem wurde THE PRANK in seiner ungeschnittenen Form in Deutschland bereits ab 16 Jahren freigegeben. Etwas verwunderlich, da die FSK mit ähnlichen Themen in der Vergangenheit immer ziemliche Probleme hatte. Den Horrorfan kann es egal sein und sich auf ungeschnittene Horrorware freuen. Wir wünschen schaurige Unterhaltung!
 
 
 


 
 
 

THE PRANK – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Sunfilm / Tiberius Film GmbH

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Prank; USA 2013

Genre: Horror, Thriller, Drama

Ton: Deutsch DTS-HD MA 7.1, Englisch DTS-HD MA 7.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.78:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 82 Min.

FSK: FSK 16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Trailershow, Trailer

Release-Termin: 04.12.2014

 

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THE PRANK – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Carrie – Des Satans jüngste Tochter (1976)

Carrie 2 – Die Rache (1999)

Patrick (1978)

Red Mist (2008)


Filmreview: “Compliance” (2012)

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Compliance

Story

 
 
 

Eine Geschichte, die auf wahren Begebenheiten beruht und die sich in den 90er Jahren in Amerika so ähnlich zugetragen haben soll:
 
 
In einem Fast Food Geflügelrestaurant geht das fettige Tagewerk seinen gewohnten Gang, als das Telefon klingelt. Ein Polizist beschuldigt eine junge Kassiererin des Diebstahls bei Kundinnen. Er stiftet die überforderte Filialchefin (ANN DOWD) an, dem Mädchen eine entwürdigende Persönlichkeitsverletzung nach der anderen anzutun, um ihr das Vergehen nachzuweisen. Leider gehorcht die Chefin der Stimme am Telefon und der Zuschauer will sich am liebsten abwenden, wird er Zeuge immer furchtbarerer Eingriffe in die Privatsphäre eines Menschen …

 
 
 


 
 
 

Compliance – Kritik

 
 
 
Wahre Geschichte. Auf Youtube via Überwachungskamera in ihrer ganzen Widerlichkeit zu bewundern. Die Obrigkeit darf nicht anzweifelt werden.
 
Ironie: Gerade die reale Herkunft der Story blockiert die berühmte suspension of disbelief (also das Ausblenden des Nichtglaubenwollens, bzw. den bedingten Willen, in der Handlung aufgehen zu wollen). Dabei ist diese dem Medium Film, dem Horror, dem Phantastischen, der Science-Fiction so wichtig. Der Zuschauer fragt sich, wieso nicht binnen dreier Minuten die Chefin auf einem zweiten Telefon die Bullen anruft und um das Zurückverfolgen der Nummer eines wahnsinnigen Anrufers bittet. Verwunderlich ist die schier aggressiv machende Passivität und die autoritätsversessene Schicksalsergebenheit, nicht bloß der komplett zum Opfer gemachten Angestellten, die nicht einfach mit einem beherzen “Fuck you” zum Anwalt geht, sondern auch die unter anderem titelgebende Komplizenschaft der Filialleiterin. Des weiteren fehlt der erlösende Moment, in dem dem Anrufer etwas widerfährt, was in Richtung Bolzenschussgerät in den Intimbereich gehen müsste. Drunter macht es der Autor dieser Zeilen heute leider nicht.
 
COMPLIANCE funktioniert minimalistisch. Die Handlung versetzt wuchtige Tiefschläge. Wir haben eine hervorragend agierende Darstellerriege. Allen voran die professionelle Nebenrolle ANN DOWD als vom kapitalistischen Druck (zu Beginn des Films, vielleicht erklärend für den folgenden Strudel des Terrors, die Szene mit einem Lieferanten) vollends gewissensbefreite Fililachefin. Auch Soapsternchen DREAMA WALKER folgt in ihrem Charakterstrip von Performance anderen Schauspielerinnen ihrer Generation an den Rand eines Abgrunds, den man von einer der durchschnittlichen Paco Rabanne-Kleidchen-Ausfüllerin am Oscargewinnerpult so einfach nicht erwarten könnte. Geschultere Kollegen schrieben früher gerne von einer kammerspielartigen Atmosphäre. Ist hier auch der Fall. Nur dass man hofft, jemand möge diese Kammer in die Luft sprengen.
 
Nochmal: Die Tatsache, dass diese Episode der menschlichen Komödie auf wahren Begebenheiten beruht, verleiht ihr das Prädikat Horrorfilm eher als manchem Folterporno, der so selbstverständlich ständig auf dem Markt landet.
 
 
 


 
 
 

Compliance – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
Erschreckend, ungemütliche Geschichte, die erschütternd bebildet, wie manipulierbar Menschen sein können! Für Fans der DVD-Reihe “Kino Kontrovers” uneingeschränkt zu empfehlen!
 
 
 


 
 
 

Compliance – Zensur

 
 
 
Die erhältliche, deutsche Heimkino-Fassung ist mit der “FSK16“-Kennzeichnung vollkommen ungeschnitten. Hierbei ist der Film jedoch selbst ab 12 Jahren freigegben. Aufgrund der, auf der Scheibe befindlichen Trailer anderer Filme aus dem Programm von “Mad Dimension” erhielt die vorliegende Blu-ray eine höhere Freigaben-Kategorisierung!
 
 
 


 
 
 

Compliance – Deutsche Blu-ray

 
 
 
Compliance-Blu-ray
 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Compliance; USA 2012

Genre: Thriller, Drama

Ton: Deutsch + Engl. DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 / 16:9 (1920x1080p)

Laufzeit: ca. 90 Min.

FSK: FSK 16

Verpackung: Edle, schwarze Amaray mit Wendecover

Extras: Trailer

 
 
 
Die Scheibe aus dem Hause “Mad Dimension” ist leider etwas arg dürftig ausgefallen. Die Soundkulisse reduziert sich vorwiegend auf Dialoge, sodass kaum der Subwoofer (mal abgesehen vom minimalistischen Einsatz weniger musikalischer Untermalungen) zum Einsatz kommt. Trotzdem lässt sich über die Abmischung nur wenig bemängeln. Auch das Bild ist durchaus anständig und lässt viele Details erkennen. Das größte Manko ist jedoch bei den Extras ersichtlich. Hier werdem dem Filmfreund keinerlei Boni präsentiert. Einzig einige mickrige Trailer haben es auf die Scheibe geschafft. Aufgrund des durchweg kontroversen Inhalts eine herbe Enttäuschung, hätte man doch gern mehr Fakten über die Hintergründe der wahren Geschichte erfahren. Somit bleibt der Film dennoch uneingeschränkt empfehlenswert. Wer jedoch zwischen DVD und Blu-ray entscheiden muss, sollte zur weitaus günstigeren DVD greifen. Denn soviel Mehrwehrt, bis auf das etwas bessere Bild vielleicht, besitzt die Blu-ray gegenüber der DVD nicht. Übrigens: “Mad Dimension” wertet auch diese Veröffentlichung mit einer edlen, schwarzen Amaray auf. Ein Wendecover gibt es natürlich, wie üblich, auch!
 
 

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Compliance – Trailer

 
 
 

 
 

Christian Ladewig

 
 
 
Ähnliche Filme:
 
Community (2012)

Undocumented (2010

Menschenfeind (1998)

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Michael (2011)


Filmreview: “Undocumented” (2010)

"Undocumented" (2010) Filmposter - Filmkritik auf Filmchecker
 
 
 

Undocumented

Story

 
 
 
Eine Gruppe ambitionierter, amerikanischer Dokumentarfilmer arbeitet an einem Film, der sich mit illegal eingewanderten mexikanischen Immigranten beschäftigen soll. Um der Doku den nötigen Diskussionsstoff bieten zu können, reisen die Freunde nach Mexiko und begleiten eine Gruppe Flüchtlinge bei ihrer strafbaren Reise in die USA. Mit dem Wunsch, endlich der Armut und der erschütternden Perspektivlosigkeit entfliehen zu können, begeben sich die Immigranten in einen Flüchtlingstransporter, der sie sicher in das Land ihrer Träume transportieren soll. Doch die Reise schlägt fehl, denn auf ihrem Weg in die Freiheit geraten die Einwanderer an eine Gruppe radikaler amerikanischer Rassisten, die das Gesetz schlichtweg selbst in die Hand nehmen und die Truppe in ein eigens zusammengezimmertes Konzentrationslager verschleppen. Das amerikanische Filmteam soll hierbei die nun folgenden Grausamkeiten dokumentieren, mit welchen die selbsternannten Ordnungshüter die verstörten Einwanderer bestrafen. Zudem soll das abartige Filmmaterial als Propagandafilm fungieren, der weitere illegale Immigranten davon abhalten soll, unrechtmäßig amerikanischen Boden zu betreten.
 
 
 


 
 
 

Undocumented – Kritik

 
 
 
Mit dem vorliegenden Genre-Beitrag „Undocumented“ hat es einmal mehr ein Nachwuchsregisseur geschafft, mit reichlich Zündstoff auf sich aufmerksam zu machen. „Chris Peckover“, der sich zuvor sein Lohn und Brot mit einigen Kurzfilmchen verdient hat, teilt in seinem vorliegenden abendfüllenden Erstlingswerk herbe Kritik an der Unfähigkeit der amerikanischen Regierung aus. Hier wird nichts verschönert, oder vereitelt, sondern sein Film kritisiert einmal mehr, zu welchen rassistischen Abartigkeiten vermeintlich friedliebende Bürger fähig sein können und mit welcher Blindheit die amerikanische Führungsriege dem grotesken Treiben beiwohnt. Grundlage für seine Geschichte dient die aktuelle Immigranten-Problematik der USA, die scheinbar kaum noch in der Lage zu sein scheint, perspektivlose und in Armut lebenden Mexikaner davon abhalten zu können, illegal in das Land einzureisen. Da werden Mauern um die Grenzen gezimmert und der vollkommen übertriebene Patriotismus vieler Amerikaner, sowie die Angst vor dem eigenen sozialen Abstieg (denn die Mexikaner haben natürlich nichts anderes im Sinn als den Amerikanern die Jobs zu „stehlen“) sorgen nicht selten für ein unverständlich rassistisches Gedankengut gegenüber der mexikanischen Bevölkerung. Forscht man im Internet nach, so scheint es sogar kriminelle (amerikanische) Banden vor amerikanischen Grenzpunkten zu geben, die einzig darauf spezialisiert sind, ahnungslosen mexikanischen Einwanderern aufzulauern, auszurauben und schließlich zu töten. Hinzukommt, dass es bisher noch kein modernes, amerikanisches Einwanderungs-Recht gibt, dass die legale Einwanderung für Immigranten erleichtert, sodass viele Einreisende den illegalen und gefährlichen Weg in Kauf nehmen müssen, um von einem sorgenfreien Leben träumen zu dürfen.
 
Peckerovers „Undocumented“ ist kein einfach zu verdauender Film. Das wahrlich perverse und menschenverachtende Treiben geht verdammt nah und sorgt nicht nur einmal dafür, dass der Zuschauer als Zeuge der Geschehnisse mit einer verständlichen Fassungslosigkeit und einen brodelnden Wut vor dem heimischen Fernsehapparat zurückbleibt. Parallelen zum kürzlich erschienen „Territories“ sind unverkennbar. Auch dort wurde der radikale Weg gewählt und ein äußerst politisch brisantes Thema zur Grundlage des Films gemacht. Angesichts der erschütternden realen Geschehnisse, auf welche beiden Filme fungieren, wirkt die herbe Kritik in Form einer nicht enden wollenden Schreckens-Achterbahn der Grausamkeiten auch für den Zuschauer wie eine Martyrium. Anders als der kanadische Beitrag „Territories“ geizt der vorliegende „Undocumented“ nämlich nicht mit blutigen Details. Ob derart sadistische Zeigefreudigkeit jedoch wirklich hätte sein müssen, scheint fraglich, denn der Film hätte auch ohne die diversen Abartigkeiten seine erschütternde Wirkung keinesfalls verfehlt. Trotzdem, die wenigen (verdammt realistischen) F/X gehen durch Mark und Bein und verstärken vermutlich allein nur die Erkenntnis, zu welch unmenschlichen Fähigkeiten die Bestie Mensch fähig sein kann und dass derart unannehmbaren Menschenrechtsverletzungen zu keiner Zeit toleriert werden dürfen.
 
 
 
Nach „Saw“, „Hostel“ und Co. beweist ein motivierter Nachwuchsregisseur, dass der Horror nicht immer nur rein fiktiv sein muss. Man braucht als Filmfreund einfach nur den Fernseher einschalten und die Berichterstattungen in den aktuellen Nachrichtensendungen verfolgen. Der tagtägliche erschreckende Wahnsinn, der uns dort präsentiert wird, bietet auch die Grundlage des vorliegenden Thrillers „Undocumented“. Ein, teilweise schonungsloses Dokument über grausame Menschenrechtsverletzungen, welche sich Tag für Tag tatsächlich an der amerikanischen Grenze ereignen. Auch wenn Peckovers Geschichte rein fiktiv aus der „Found Footage“-Sicht eines Kamerateams geschildert wird, so birgt am Ende die Erkenntnis, dass illegale Immigranten aus Mexiko, die von einem besseren Leben träumen und tagtäglich dennoch für ihren Traum mit dem Leben bezahlen müssen, ein merklich befremdliches Bauchgefühl. Peckovers Film ist bereits seit geraumer Zeit als hochwertige Heimkinofassung auf dem amerikanischen Markt erhältlich. Warum sich hierzulande noch niemand für die Auswertung des Films entschieden hat, stößt meinerseits auf vollkommenes Unverständnis. Ein Film, der sich vor allem in die Sammler-Reihe „Kino Kontrovers“ ideal einfügen würde.
 
 
Im übrigen: wen dieser Film kalt lässt und wer sich nach Sichtung in seinem rassistischen Gedankengut (in welcher Art auch immer) bestätigt fühlt, sollte dringend den Psychiater seines Vertrauens aufsuchen!
 
 
 


 
 
 

Undocumented – Fazit

 
 
 
9 Punkte Final
 
 
 
“Undocumented” ist ein erschreckend, kontroverses und wichtiges Dokument für mehr Menschlichkeit, Verständnis und Toleranz!
 
 
 


 
 
 

Undocumented – Zensur

 
 
 
Der Film selbst ist kein Splatter-Feuerwerk. Dennoch verfehlen die wenigen grafischen Gewaltdarstellungen nicht ihre Wirkung. Mit ganz viel Glück dürfte der Film ungeschnitten mit einer „Keine Jugendfreigabe“-Kennzeichnung erscheinen.
 
 
 


 
 
 

Undocumented – Trailer

 
 

 
 

Hellraiser80

 
 
 
Ähnliche Filme:
 
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The Road to Guantanamo (2006)

 

 

 


Kritik: “In Their Skin – Sie wollen dein Leben” (2012)

in their skin 2012 poster
 
 
 

IN THEIR SKIN – SIE WOLLEN DEIN LEBEN

(REPLICAS)

Story

 
 
 
Nach dem tragischen Unfalltod ihrer kleinen Tochter zieht es Familienvater Mark Huges zusammen mit Frau und dem achtjährigen Sohnemann in ein nobel eingerichtetes Anwesen weit draußen im Wald. Hier wollen sie sich von den schrecklichen Strapazen der letzten Zeit erholen und die Vergangenheit hinter sich lassen. Doch das Familienidyll wird getrübt, als plötzlich die neuen Nachbarn zu Besuch kommen. Anfänglich verunsichert über die ungewöhnliche Freundlichkeit geben die Huges klein bei und bitten zu Tisch. Doch der Familie wird bald klar, dass mit den neuen Nachbarn etwas nicht stimmt. So wird der erste Verdacht schnell zur Bedrohung. Als das Nachbarskind nach einer Meinungsverschiedenheit das Taschenmesser zückt, gerät das Kennenlernen außer Kontrolle.
 
 
 


 
 
 

IN THEIR SKIN – Kritik

 
 
 
Bereits im Jahre 1997 polarisierte der österreichische Filmemacher MICHAEL HANEKE mit seinem cleveren Thriller FUNNY GAMES europäische Kritiker und Filmfreunde gleichermaßen. Seine bitterböse Mediensatire entlarvte den verstörten Zuschauer als heimlichen Mittäter an jenen Grausamkeiten, mit welchen zwei zynische Soziopathen eine gutbürgerliche Familie in den Tod treiben. Der vorliegende Thriller IN THEIR SKIN (Alternativtitel: REPLICAS) entpuppt sich bei genauerer Sichtung als kanadische Antwort auf Hanekes FUNNY GAMES, kommt aber gänzlich ohne gesellschaftskritische Botschaft daher – was aber nicht heißen soll, dass IN THEIR SKIN nicht auch für kontroversen Gesprächsstoff sorgen wird. Filmneuling JEREMY POWER REGIMBAL beschäftigt sich in seinem Home-Invasion-Schocker mit ähnlich unbequemen Horrorstoff der seit einigen Jahren Kassen klingeln lässt. Ob YOU’RE NEXT, THE STRANGERS oder der ähnliche gestrickte KIDNAPPED; sie alle bebildern auf grausame Weise wie sich das personifizierte Bösen ungefragt Zutritt in die eigenen vier Wände verschafft.
 
Auch Familie Huges erfährt schnell, dass die eigene Wohnung keineswegs sicher ist und der angrenzende Wald mehr Schutz bietet, als das eigene Zuhause. JEREMY POWER REGIMBAL bedient sich für IN THEIR SKIN den obligatorischen Horror-Regeln. Doch obwohl die dünne Handlung von Unmengen Horror-Klischees getragen wird, gelingt es dem kanadischen Filmemacher mit den Erwartungen der Zuschauer zu spielen. Regimbal deutet Gräueltaten an, lebt sie aber nicht aus. So erwartet der Zuschauer, dass die Situation zu jeder Minute eskalieren wird. Doch Regimbal zerstört Hoffnungen und zögert hinaus. Das bedeutet demnach nicht nur nervliche Anspannung für die kleine Familie, sondern verlangt auch vom Zuschauer einiges ab. Spannung ist garantiert, denn trotz Wartezeit überzeugt der kanadische Thriller spätestens in der zweiten Filmhälfte mit deftigem Psychoterror und erschreckend realistischen Home-Invasion-Horror.
 
Derbes Horror-Gemetzel lässt Regisseur JEREMY POWER REGIMBAL außer Acht. Hier wird weder missbraucht noch gerächt, wie man es in vielen thematisch ähnlichen Vertretern dieses Subgenres zu sehen bekommen hat. IN THEIR SKIN bietet keine obligatorische Vergewaltigung (wie in I SPIT ON YOUR GRAVE 2), keinen überzogenen Rache-Akt (wie in BOUND TO VENGEANCE) und zeigt auch sonst keine reißerisch zelebrierten Gräueltaten, die den Voyeurismus des Publikums befriedigen sollen. Vielmehr konzentriert sich der Regieneuling auf seine Protagonisten. So sind die Ambitionen der Bösewichte krank genug, weshalb es nicht von Nöten ist die ohnehin fragwürdige Ausgangssituation zusätzlich im Blut ertränken zu müssen. Das eigentliche Herzstück des Filmes ist jedoch die beklemmende und beunruhigende Atmosphäre, die sich durch ein unangenehmes Bauchgefühl äußert. Letzteres manifestiert sich bereits beim ersten Erscheinen der drei seltsamen Gestalten und bleibt bis zum Abspann, wenn sich die Familie in Sicherheit wähnen kann. Trotz konventioneller Machart gehört IN THEIR SKIN zum Besten, was das Home-Invasion-Genre hervorgebracht hat. Umso mehr verwundert es, dass der Film mit dreijähriger Verspätung nach Deutschland gekommen ist. Wer eine Schwäche für Zuhause-Terror besitzt sollte sich diesen Horrorfilm daher nicht entgehen lassen, denn wir meinen: Sehenswert!
 
 
 


 
 
 

IN THEIR SKIN – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
IN THEIR SKIN oder REPLICAS (so wie er anfangs heißen sollte) ist ein ziemlich böser und unbequemer Home-Invasion-Schocker, der dem Zuschauer und den leidenden Protagonisten so einiges abverlangt. Mit IN THEIR SKIN hat es Newcomer JEREMY POWER REGIMBAL geschafft einen harten Psychoschocker zu drehen, der fast gänzlich auf grafische Gewalt verzichtet, von Dialogen lebt und gerade wegen seiner zurückhaltenden Zeigefreudigkeit härter wirkt als das, was man sonst so im Horrorbereich zu sehen bekommt. Das liegt daran, dass vermehrt von psychischer Quälerei Gebrauch gemacht wird. Anders als bei den bisherigen Vertretern dieses Subgenres endet der Film nicht in reißerischer Folterei und blutigen Rachegelüsten. Beide Familien kommen am Ende im Vergleich zu ähnlich gelagerten Streifen glimpflich davon, was den Psychotrip aufgrund der realistischen Darstellung (mal abgesehen von den Beweggründen der Bösewichte) glaubhafter erscheinen lässt, als die meisten Terrorfilme der letzten Jahre. Die Nachbarsfamilie entpuppt sich als gerissenes Psychopathen-Trio, deren Handlungsbeweggründe nicht immer Sinn ergeben. Der ist auch nicht zwingend nötig, denn IN THEIR SKIN lebt von seiner bedrohlichen Atmosphäre, die sich wie ein gieriger Parasit durch den Film frisst. Auch wenn der Zuschauer von den Opfern Bestrafungen erwartet, hält sich Regisseur JEREMY POWER REGIMBAL mit Rachephantasien zurück und lässt Familie Huges und den Zuschauer bis zum erlösenden Abspann leiden. Diese Vorgehensweise erweist sich als effektiv, weil sie beim Zuschauer ein unangenehmes Bauchgefühl verursacht. Für ein Erstlingswerk ist IN THEIR SKIN eine beachtliche Leistung und man darf gespannt darauf sein, was unter der Regie von Macher JEREMY POWER REGIMBAL noch entstehen wird. Sein Spielfilmdebüt macht nicht nur visuell alles richtig. Auch technisch überrascht der Film mit souveräner Machart, so dass Horrorfans bedenkenlos zugreifen können.
 
 
 


 
 
 

IN THEIR SKIN – Zensur

 
 
 
Da der Film fast ausschließlich auf Psycho-Terror setzt und Gewaltakte kaum gezeigt werden, hat IN THEIR SKIN hierzulande von der FSK eine 16er-Freigabe erhalten. Aufgrund des Bonusmaterials ist die erhältliche Heimkinofassung aber erst für Volljährige geeignet und lockt mit roten FSK-Sticker.
 
 


 
 
 

IN THEIR SKIN – Deutsche Blu-ray

 
 
 
in-their-skin-bluray

(c) Donau Film

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: In their Skin; Kanada 2012

Genre: Horror, Thriller

Ton:Deutsch DTS-HD MA 2.0, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 (1920x1080p)

Laufzeit: ca. 101 Min.

FSK: Blu-ray: Keine Jugendfreigabe | Film: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Trailer, Trailershow, Hinter den Kulissen-Feature

Release-Termin: KeepCase: 02.10.2015

 

In Their Skin – Sie wollen dein Leben [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

IN THEIR SKIN – Trailer

 

 
 
 

Hellraiser80

 
 
 
Ähnliche Filme:
 
 
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Rosewood Lane (2011)

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