Filmkritik: „Carnage Park“ (2016)

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CARNAGE PARK – WILLKOMMEN IN DER HÖLLE

Story

 
 
 

Ein schießwütiger Heckenschütze (PAT HEALY aus STARRY EYES, COMPLIANCE und THE INNKEEPERS) schießt im staubigen Kalifornien aus der Ferne auf Menschen. Beim neusten Opfer hat er sich ein besonders zähes Ziel ausgesucht. Das lässt sich nämlich nichts gefallen.

 
 
 


 
 
 

CARNAGE PARK – Kritik

 
 
 
Regisseur MICKEY KEATING goes Exploitation. Wer regelmäßig die Filmvorstellungen auf FILMCHECKER liest und sich auch mit den Filmen auseinandersetzt, die er sich angeschaut hat, wird mittlerweile erkannt haben, dass der noch nicht einmal dreißig Jahre alte Filmemacher und seine Werke zu den ganz großen Geheimtipps im Genre zählen. Sie fallen durch Experimentierfreudigkeit und Einfallsreichtum auf. Keating lässt sich nicht reinreden, bei dem was er tut. Er dreht, worauf er Lust hat und schreibt sogar seine Drehbücher selbst. Warum das so vonstatten geht, verriet er erst kürzlich in einem Interview. So erklärte er, dass er sich nicht vorstellen könne, ein fremdes Skript zu verfilmen, weil er seinem Schaffen gern eine individuelle Note verpassen möchte. Deshalb geht bei ihm – vom Schreiben des Drehbuchs bis hin zum Führen der Regie – stets alles Hand in Hand, um beim Filmemachern alle Zügel selbst halten zu können. Keating bleibt seiner Richtung treu und probiert sich weiter aus. Nach dem Okkultismus-Horror RITUAL, der Sci-Fi-Mystery POD und dem minimalistischen Psycho-Geister-Drama DARLING wird es mit CARNAGE PARK reißerischer. Das Grindhouse-Kino der späten 1970er und frühen 1980er lässt grüßen. CARNAGE PARK besucht eine Zeit, in der es im Kino nicht gerade zimperlich zu ging.
 
 
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CARNAGE PARK beruht angeblich auf wahren Begebenheiten – zumindest wird das im Vorspann zum Film erklärt. Im Film folgt der Zuschauer einem Diebes-Duo, das irgendwo im wüstenartigen Hinterland Kaliforniens vor der Polizei flüchtet, weil es zuvor eine Bank überfallen hat. Doch das letzte Stündlein hat geschlagen. Schüsse fallen und bringen die Kleinganoven zur Strecke. Zurück bleibt eine Geisel (ASHLEY BELL aus THE LAST EXORCISM 2), die bald selbst ums Überleben bangen muss. Ein Vietnamveteran scheint von Sinnen zu sein und schießt auf alles und jeden, der sich auf sein Privatgrundstück verirrt hat. Dumm nur, dass die gekidnappte Bankangestellte Vivian unfreiwillig zum nächsten Ziel wird, weil sie im Kofferraum des Fluchtfahrzeuges eingesperrt war. Leider kennt der durchgeknallte Scharfschütze kein Erbarmen – auch nicht mit Unschuldigen. Er beginnt eine gnadenlose Jagd auf sein verängstigtes Opfer, das dem schießwütigen Militär hilflos ausgeliefert ist. Zartbesaitete Zuschauer halten da lieber Abstand – dieser Überlebenskampf setzt starke Nerven voraus.
 
 
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Als Hommage an die Crime- und Survival-Filme der 1970er beschreibt Regisseur MICKEY KEATING selbst seinen unbequemen Terrorstreifen CARNAGE PARK für den er sich von Werken alteingesessener Filmemacher wie SAM PECKINPAH, PETER WATKINS und angeblich sogar ROBERT ALTMAN hat inspirieren lassen. So erklärte Keating, dass er schon immer mal einen Film im Stile eines GRAF ZAROFF – GENIE DES BÖSEN machen wollte und sich nun endlich mit CARANAGE PARK die Möglichkeit ergeben hat, diesen Wunsch in die Tat umzusetzen. Selbstverständlich ist sein Ausflug ins Terrorfach nichts im Vergleich zu wegweisenden Klassikern wie BEIM STERBEN IST JEDER DER ERSTE oder DIEBE WIE WIR, die den kanadischen Filmemacher beim Schreiben des Drehbuchs beeinflusst haben sollen. Statt Nervenkitzel zu zelebrieren, liegt der Fokus auf schnellen Schocks und ein paar unappetitlichen Szenen. So wird der Zuschauer in erster Linie durch ein absurdes Szenario gejagt, das dann doch mehr an so ruppige Horrorstreifen wie TEXAS CHAINSAW MASSACRE oder THE HILLS HAVE EYES erinnert, die ebenfalls in den 1970ern entstanden sind. Visuell zumindest sind Vergleiche zu genannten Low-Budget-Schockern nicht von der Hand zu weisen, denn auch in CARNAGE PARK dominiert die vor Hitze flirrende Einöde des ländlichen Amerikas, in der die Schreie der verzweifelten Protagonisten ungehört bleiben.
 
 
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Auch wenn das Resultat ambitionierten Vorhabens dann doch mehr plakatives Zur Schau Stellen von Gewalt ist, muss man Macher MICKEY KEATING zu Gute halten, dass er den Terror souverän einfängt. Die Filmheldin wird nahezu unentwegt durch die trostlose Landschaft getrieben und entdeckt auf ihrem Irrweg weitere Opfer, die ganz unerwartet im Kugelhagel ihr Leben lassen müssen. Auf dem mit Leichen gepflasterten Grundstück des Bösewichts wird am Ende in einer verlassenen Mine der Showdown aufgetragen, der das willenstarke Opfer über sich hinauswachsen lässt. Gegen diese rastlose Überlebenshatz voller adrenalinreicher Momente ist eine Geisterbahn ein Scheißdreck. Trotz Lobesgesang auf die harten Überlebensthriller der 1970er gab es in der Vergangenheit schon Besseres zu sehen. Die Idee, von einem scheinbar unsichtbaren menschlichen Gegner attackiert zu werden, haben schon andere Filmemacher effektiv auf Zelluloid gebannt. Einer dieser zu Unrecht kaum beachteten Streifen ist der spanische KING OF THE HILL. Darin wird ebenso auf Unschuldige gefeuert – dort jedoch in den spanischen Bergen und mit einer Prise Gesellschaftskritik. Letztere sucht man in CARNAGE PARK leider vergebens. Logik übrigens auch – manchmal.
 
 
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CARNAGE PARK – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Wenn aus einem Crime-Thriller ein adrenalinreicher Terrorstreifen wird. Ruppiger Terrorfilm, vor dem ungeübte Zuschauer besser einen Bogen machen sollten. CARNAGE PARK lebt von der ungemütlichen Idee, einem scheinbar unsichtbaren Gegner ausgeliefert zu sein und treibt eine ahnungslose Frau rastlos durch staubige Wildnis, die von einem psychopathischen Sniper beschossen wird. Der unfaire Überlebenskampf scheint das Opfer nicht nur an den Rand mentaler Kräfte zu treiben; auch psychisch meint es Regisseur MICKEY KEATING nicht sonderlich gut mit seiner Heldin, die aus Angst beinahe den Verstand verliert, sich aber immerhin stets zu wehren weiß. CARNAGE PARK ist psychologisch nicht sonderlich raffiniert und auch die Beweggründe des Täters, sowie dessen übermenschliche Cleverness haben kaum Hand und Fuß. Das scheint aber auch nicht die eigentliche Intension des kanadischen Filmemachers gewesen zu sein. Der probiert sich in Exploitation aus und versucht mit Terror zu schockieren. Gelungen ist Keating das allemal, denn CARNAGE PARK ist allein schon wegen der bizarren Thematik und dem teils unerwarteten Munitionshagel im Film nichts für Zartbesaitete.
 
 
 


 
 
 

CARNAGE PARK – Zensur

 
 
 
CARNAGE PARK ist nicht einfach zu verdauen. Der Fokus liegt auf Terror. Die Heldin wird ununterbrochen durch den Film gehetzt. Dabei sieht sie übel zugerichtete Leichen und wird selbst von einer Kugel gestreift. Bereits am Boden liegende Opfer werden – insofern sie noch leben – noch einmal mit einem Schuss aus der Ferne in die ewigen Jagdgründe befördert. Weiterhin gibt es eine unappetitliche Szene mit einer Bärenfalle zu sehen. Grafische Kopfschüsse sind hier Standard. Demzufolge wurde der Film hierzulande erst für Erwachsene freigegeben mit „keine Jugendfreigabe“.
 
 
 


 
 
 

CARNAGE PARK – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Tiberius Film (KeepCase Blu-ray)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Carnage Park; USA 2016

Genre: Thriller, Horror

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 (1080p) | @24 Hz

Laufzeit: ca. 81 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Trailer, Trailershow

Release-Termin: 02.01.2017 (BD KeepCase)

 
 
 


 
 
 

CARNAGE PARK – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken und Poster liegen bei TIBERIUS FILM)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
King of the Hill (2007)

Outback – Tödliche Jagd (2011)

Tower Block (2012)

Beim Sterben ist jeder der Erste (1972)

Filmreview: „Zombie Night“ (2013)

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ZOMBIE NIGHT

Story

 
 
 
Die Toten krabbeln aus unerklärlichen Gründen aus ihren Gräbern und suchen eine friedliche amerikanische Kleinstadt heim. Zwei Familien geraten in Gefahr und versuchen sich vor den gierigen Geschöpfen in Sicherheit zu bringen …
 
 
 


 
 
 

ZOMBIE NIGHT – Kritik

 
 
 
Man muss ZOMBIE NIGHT nicht zwingend gesehen haben, um feststellen zu müssen, dass dieser Heuler eigentlich vollkommen überflüssig ist. Grund hierfür ist nicht etwa die Tatsache, dass das Treiben mal wieder der ASYLUM Unreaktivschmiede entspringt. Diesmal ist es schlicht und einfach die tröge Zombieproblematik, die mittlerweile einfach Überhand genommen hat und wirklich so rein gar keinen Spaß mehr machen will. Dabei sind es die immer wieder gleichen Geschichten und die sich ständig wiederholenden Verhaltensmuster der Helden, die schlicht und einfach dafür sorgen, dass Zombiefilme kaum noch zu fesseln wissen. Für ASYLUM Verhältnisse geht der aktuelle Horrorausflug zumindest technisch vollkommen in Ordnung. Wir sehen wirklich hervorragende Make-up-Effekte, die ungewöhnlicherweise richtig gut gemacht wurden und sich selbstverständlich in ihrer Machart am Heiligen Horrorgral: THE WALKING DEAD orientieren. Die Kreaturen unterscheiden sich anhand ihres Verwesungsstatus voneinander und schlendern, wie einst im legendären DAWN OF THE DEAD gemütlich und hungrig durch die Kulisse, was in Anbetracht vieler hektisch geschnittener Zombiegurken von heute durchaus charmant gemeint ist, aber irgendwie nicht mehr so recht in unsere Zeit passen will. Da müssen sich schon mal Protagonisten offensichtlich konstruiert auf den Boden werfen oder Ewigkeiten an einem Grabstein verweilen, um von den Untoten gepackt zu werden. Die sind nämlich in ihrer Bewegung oft derart eingeschränkt, dass es nicht selten unfreiwillig komisch wirkt, wenn ihnen dann doch einmal ein Opfer zwischen die Finger gerät. Opfer gibt es in ZOMBIE NIGHT so einige, die statt von, lieber in die Arme der Fleischfresser flitzen. Hier verhält sich das Kanonenfutter mal wieder so unglaublich hirnverbrannt, dass man meinen könnte, keiner von denen hätte in seinem bisherigen Leben je einen Zombiefilm gesehen. Gebissene Angehörige werden lieber bis zur Verwandlung in den Armen gehalten; kehren sie dann als Zombies ins Leben zurück hapert es mal wieder mit treffsicheren Kopfschüssen. ZOMBIE NIGHT ist trotz gutem Splatterzeugs eine Schlafpille vor dem Herrn. Das Drehbuch ist von der Stange und so vorhersehbar, wie eine Portion Kartoffelpüree aus der Tüte. Spannung will da natürlich nicht entstehen, so dass der Zuschauer von einem Zombieüberfall zum nächsten getrieben wird, damit er auch etwas Mord und Totschlag für sein Geld zu sehen bekommt.
 
Es hat halt nicht sein sollen. Auch nach ihrem unerklärlichen Überraschungserfolg SHARKNADO hat die Müllerverwertungs-Werkstatt THE ASYLUM nichts (Neues) dazu gelernt. Hier wird Filmschrott am Fließband produziert, den irgendwie immer niemand gesehen haben will. Trotzdem scheint der Abfall genügend Käufer zu finden, so dass immer mehr davon produziert wird. Kopiert wird bei THE ASYLUM fleißig und das schon seit Anfang an. Hier hat man es sich nämlich zur Aufgabe gemacht, billige Duplikate kommender Kinohits in die Wohnzimmer zu bringen. Dabei werkelt ASYLUM derart hinterhältig, dass nicht selten Verwirrung entsteht und der Kunde gar nicht mehr weiß, was Original und Fälschung ist. Woher Inspiration für den minderwertigen ZOMBIE NIGHT gekommen ist, dürfte Horrorfans klar sein. Nachdem WORLD WAR Z im letzten Jahr Kinokassen klingeln lassen hat und THE WALKING DEAD immer noch Traumquoten im TV erzielt, verwundert es vermutlich niemanden, wenn THE ASYLUM auch kräftig mitmischt, um ein wenig Taschengeld zu verdienen. Leider ist ASYLUMS neuster Rohrkrepierer ein ebensolcher Unsinn, wie all die anderen Streifen des Trash-Studios. Denn sieht man von den ordentlichen Gewaltszenen ab (übrigens alles handmade), gehört ZOMBIE NIGHT zu den wohl erbärmlichsten Videoproduktionen, die man in letzter Zeit auf der Mattscheibe hatte. Das Drehbuch ist Murks, die rudimentäre Handlung zu keiner Zeit nachvollziehbar und trotz bierernster Inszenierung ist ZOMBIE NIGHT stets unfreiwillig komisch. Da weiß man irgendwie nie so richtig, ob dieser Quatsch denn nun ernster Horrorfilm oder selbstironische Parodie sein soll.
 
Immerhin wird auch dieser Film seine Fans finden, was vor allem daran liegen mag, dass ein kleiner Horrorstar auf dem Regiestuhl Platz genommen hat. Hier versagt nämlich JOHN GULAGER auf ganzer Linie. Der hat zuvor den Edel-Trash PIRANHA 3DD (2012) gedreht und schon Erfahrung in Sachen Splatter sammeln können, schließlich geht die FEAST Trilogie auf seine Kappe. Der TV-Film ZOMBIE NIGHT ist eine einzige Enttäuschung. Da kann man nur hoffen, dass GULAGER bald zu eigentlicher Größe zurückfinden wird.
 
 
 


 
 
 

ZOMBIE NIGHT – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
 
Nicht schon wieder ein Zombiefilm: ZOMBIE NIGHT ist eine Verbeugung vor den klassischen Zombiestreifen des GEORGE A. ROMERO. Leider erreicht dieser unausgegorene THE ASYLUM-Schnellschuss nicht einmal ansatzweise die Qualitäten der besagten Meisterwerke des Zombie-Urvaters. ZOMBIE NIGHT hat wirklich gute und erstaunlich blutige Effekte zu bieten. Aber was nützen die besten Splatter-Exzesse, wenn der eigentliche Film zu Tode langweilt. Wer eine unterhaltsame Freizeitbeschäftigung sucht, sollte lieber Gras beim Wachsen zusehen, denn das ist bei Weitem spannender als dieser Ladenhüter.
 
 
 


 
 
 

ZOMBIE NIGHT – Zensur

 
 
 
Wie es sich für einen ordentlichen Zombiefilm gehört, geht es auch in ZOMBIE NIGHT nicht handzahm zugange. Leider hat sich der hiesige Rechteinhaber dazu entschlossen, den Streifen nur geschnitten der FSK vorzulegen. Demnach wurde der Streifen an ein Label unterlizensiert, das ZOMBIE NIGHT in Österreich im Mediabook ungeschnitten veröffentlicht.
 
 
 


 
 
 

ZOMBIE NIGHT – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Dawn of the Dead (1978)
 
Night of the Living Dead (1968)
 
Day of the Dead (1985)
 
Dawn of the Dead – Reamake (2004)
 
Woodoo – Die Schreckensinsel der Zombies (1979)
 

Filmreview: „Trail of Blood“ (2011)

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TRAIL OF BLOOD

Story

 
 
 
Einige Kids wollen es sich im Wald so richtig schön gemütlich machen und schlagen ihre Zelte ahnungslos auf einer Waldlichtung auf. Als sie in der Nähe eine Blutspur finden und dieser folgen, geraten sie an ein psychopathisches Pärchen, das so richtig Lust darauf hat, den Freunden den Campingausflug zu vermasseln …
 
 
 


 
 
 

TRAIL OF BLOOD – Kritik

 
 
 
WES CRAVEN hat es getan und ELI ROTH war nicht abgeneigt. Nun tut es auch JOE DANTE und gibt seinen guten Namen für einen günstig heruntergeleierten Horrorfilm her, damit er sich besser vermarkten lässt. Auf dem Filmplakat des Wildnis-Slashers TRAIL OF BLOOD wird kräftig mit DANTE als Zugpferd geworben, schließlich macht ein bekannter Name auf dem Cover hellhörig und lässt ganz nebenbei zusätzliche Dollars in die leeren Kassen gewinnorientierter Produzenten fließen. In Zeiten offensichtlicher Kassenflops altbekannter Horrormaestros, ist es ratsam sich vorab über die Qualität jener Werke im Internet kundig machen, denn was einem da an Lobpreisungen von in-die-Jahre-gekommenen Kultregisseuren auf dem Einleger untergejubelt wird, hat mit dem Inhalt oft nur wenig gemein. Immerhin hat DANTE bei TRAIL OF BLOOD als Produzent fungiert, schließlich muss der Mann auch irgendwie seinen Lebensunterhalt bestreiten. Die Jahre erfolgreicher Kinohits sind schon längst vorbei und der Schöpfer der beliebten GREMLINS Reihe hat in der Vergangenheit eher durch Produzententätigkeit geglänzt und als Regisseur für seichte TV-Serien von sich hören lassen. Mit TRAIL OF BLOOD kehrt er mal wieder zum Genre zurück, auch wenn er hier einzig als Geldgeber in Erscheinung tritt und das Regiezepter den Brüdern JOSEPH GUERRIERI und JUSTIN GUERRIERI überlassen hat. Die beiden sind recht neu im Geschäft, haben zuvor nur kleine Kurzfilme gedreht und präsentieren mit TRAIL OF BLOOD ihr Spielfilmdebüt, bei dem sie sich auch direkt die Freiheit genommen, das Drehbuch zum Streifen niederzukritzeln. Viel Geschick steckt da leider nicht dahinter, denn die Geschichte von TRAIL OF BLOOD liest sich wie das Best-of aller halbwegs bekannten (Backwood)Slasher- und Torturwerke der letzten zehn Jahre.
 
Viel Neues hat der Horrorfan von TRAIL OF BLOOD nicht zu erwarten. Es ist es mal wieder die altbewährte Geschichte von einigen neunmalklugen Kids, die während einer entspannten Campingsause an ein dynamisches Duo geraten, das eine Vorliebe für makabre Spiele hegt. Der männliche Part entpuppt sich schnell als durchgeknallter Ex-Marine-Soldat, der sich selbst als „Angel of Death“ bezeichnet und sein Stirnband vermutlich etwas zu fest um den Kopf gebunden hat, so dass es ihm offensichtlich schwer fällt gescheit zu denken. Seine stumme, ebenso schein-intellektuelle Mitspielerin ist stattdessen einfach nur da und hat die Haare schön, frönt dem frivolen Treiben wortlos bei und freut sich einen Ast ab, wenn „Angel“ mal wieder ein wehrloses Menschlein erbarmungslos und heimtückisch um die Ecke gebracht hat. Natürlich lassen sich die Kids ihren friedlichen Camping-Trip nicht von zwei kranken Irren vermasseln und versuchen immer wieder dem fleischgewordenen Albtraum zu entkommen. Bis jedoch die erlösende Rettung eintrifft und die beiden Psychopathen in die Schranken gewiesen werden können, müssen vorab jedoch erst einmal einige der verschüchterten Jungspunde auf unschöne Weise das Zeitliche segnen, schließlich will manch Horrorfan auch etwas Gewalt im Heimkino zu sehen bekommen.
 
Es ist schon etwas verwunderlich, was DANTE dazu bewegt haben muss, für diesen Bullshit Geld locker zu machen. Nach einem zugegebenermaßen wirklich schönen Intro, das eigentlich eher einen unheimlichen Geisterfilm vermuten lässt, gibt es mal wieder Folter- und Überlebenskampf light für einfache Gemüter, die von einem Genrefilm partout keinen Anspruch erwarten, sondern einfach nur hohle Gewalt sehen wollen. Nach dem obligatorischen Tohuwabohu, in dem jedem der Protagonisten eine notdürftige Charakterisierung aufgezwungen wird, geht es auch schon geradezu in die Kampfarena, wo sich die Kids gegen ihre gemeingefährlichen Widersacher behaupten müssen. Zum Glück ist einer der Guten ebenso ein gestandener US-Marine-Soldat, der natürlich gelernt hat, wie man sich in einer derartigen Situation zu verhalten hat. Glaubhaft ist das natürlich nicht gerade, was vor allem daran liegen mag, dass für die Rolle des Helden ausgerechnet der Film-unerfahrene TIM BARRACE verpflichtet wurde, der seinem gefährlichen Widersacher (TREVOR TRSETH) nicht einmal ansatzweise das Wasser reichen kann. Die ihm zugeteilte Charakterentwicklung ist so das dümmste was die Filmgeschichte bisher hervorgebracht hat, denn Held Jim mausert sich in knapp 80 Minuten vom mutigen Helden zum eiskalten Psychopath, der bald nicht mehr zwischen Gut und Böse unterscheiden kann und alles niederballert, was seinen Weg kreuzt. Ansonsten wird dem Zuschauer hier mal wieder der ewig gleiche Standartbrei aufgetischt, der eigentlich in jedem zweiten Slasher zum Thema gemacht wird. Die Protagonisten sind mal wieder so flach, wie die Oberweite von Schauspielerin KEIRA KNIGHTLEY und ihr unüberlegtes Handeln, dürfte den Zuschauer mehr als einmal fassungslos fluchend vor der Glotze zurücklassen. Immerhin gibt es ab und an Terror zu sehen. Da werden die Kids auf eine Runde Russisches Roulett eingeladen und sogar auf falsche Fährten gelockt. Gut ist TRAIL OF BLOOD deshalb aber noch lange nicht, denn so hanebüchen wie er angefangen hat, endet der Streifen letztendlich auch. Am Ende bleibt ein bedeutungsloses Süppchen aus Slasher, Tortur- und Terrorelementen mit vielen Klischees und dummen Protagonisten, das Genre-Neulinge durchaus zu fesseln versteht. Wer aber das ABC des modernen Horrorfilms bereits in- und auswendig kennt, dem wird hier nur ein müdes Lächeln entlockt werden können.
 
 
 


 
 
 

TRAIL OF BLOOD – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Es geht abwärts mit JOE DANTE, dem aktuell vermutlich vollkommen egal ist, für welchen Stuss er seinen Namen hergibt, insofern die Kohle stimmt. TRAIL OF BLOOD ist belangloser Überlebens-Horror mit dummen Teens, trivialer Story und einigen gut platzierten Kopfschüssen. Immerhin gibt es für wenig bewanderte Horrorfans etwas Kurzweil auf der Mattscheibe zu sehen. Ansonsten ist TRAIL OF BLOOD kaum der Rede wert. Nichts, was man unbedingt in der Sammlung haben müsste: gesehen, abgehakt und wieder verkauft.
 
 
 


 
 
 

TRAIL OF BLOOD – Zensur

 
 
 
Im Überlebens-Thriller TRAIL OF BLOOD werden die Opfer hauptsächlich durch Kopfschüsse erledigt. Demnach sollte man hier kein Gewaltfeuerwerk der Extraklasse erwarten. Zwar sind die Gemeinheiten ziemlich fies in Szene gesetzt, was aber durchaus KJ-tauglich sein dürfte. Wir meinen TRAIL OF BLOOD wird ungeschnitten in Deutschland mit der KEINE JUGENDFREIGABE-Kennzeichnung erscheinen.
 
 
 


 
 
 

TRAIL OF BLOOD – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Mooring (2012)

If a Tree falls (2010)

Last House on the Left (2009)

Last House on the Left (1972)

Filmreview: „The Devil’s Dozen“ (2013)

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THE DEVIL’S DOZEN – DAS TEUFLISCHE DUTZEND

Story

 
 
 
Zwölf Auserwählte werden in einen Raum gesperrt und sollen sich gegenseitig töten. Der, der letztendlich am Leben bleibt erhält das Ticket in die Freiheit …
 
 
 


 
 
 

THE DEVIL’S DOZEN – Kritik

 
 
 
Dass unrechtmäßiges Handeln im Horrorfilm meist mit dem Tod bestraft wird, dürfte dem interessierten Filmgucker und Sammler hinreichend bekannt sein. Wer in derartigen Streifen Böses tut, dem widerfährt natürlich auch Schreckliches und wird nicht selten mit dem Filmtod bestraft. Im Titel THE DEVIL’S DOZEN ist das auch so. Schade nur, dass Regisseur JEREMY LONDON nicht auch gleich ebenso für seine Schandtat zur Rechenschaft gezogen wurde, denn der Kracher ist sein geistloses Machwerk leider nicht geworden. Wie der Titel bereits erahnen lässt geht es hier teuflisch zu Sache, was aber im Falle dieses Terrorflicks nicht positiv zu werten sei. Billig heißt hier einmal mehr die Devise, was ja auf dem amerikanischen Videomarkt mittlerweile Gang und Gebe geworden ist. Für THE DEVIL’S DOZEN wurden schnell zwölf leidlich talentierte Akteure engagiert, die mit unbeholfenem Schultheater-Charme knapp 90 Minuten Horrorfilm tragen sollen. Fertig ist mal wieder ein Schocker für Zwischendurch, auf den man aber auch gut und gerne verzichten kann und der vermutlich mal wieder nur Daseinsberechtigung besitzt, um möglichst viele Dollars aus den Brieftaschen gutgläubiger Horrorfans stehlen zu können.
 
Wir erleben, wie etwa zwei Dutzend nichts ahnende Menschen in einem Raum erwachen und feststellen müssen, dass sie irgendjemand an die Wand gekettet hat. Die Hälfte von Ihnen wird kurzerhand erschossen, die restlichen zwölf in einen weiteren Raum getrieben. Nun gilt es herauszufinden wer von den Anwesenden Dreck am Stecken hat. Im Zwölfminuten-Takt müssen die Überlebenden entscheiden, wer es verdient hat zu sterben und wer nicht. Kommt man nach der vorgegebenen Zeit zu keinem Entschluss, muss wahllos einer der Protagonisten das Zeitliche segnen. Nach anfänglicher Skepsis geht auch schon das Morden los und längst verdrängte Verbrechen kommen ans Tageslicht.
 
Wo sich LONDON für sein austauschbares Horrorstück bedient hat, liegt auf der Hand, denn hier wird mal wieder einer der ganz großen des Torturkinos zitiert: SAW (2001). So werden erneut makabre Spielchen unter Zeitdruck gespielt, damit der gewaltgeile Zuschauer viel Leid zu sehen bekommt. Bevor sich jedoch Splatterfans gierig die Hände reiben, sei erwähnt, dass in THE DEVIL’S DOZEN viel zu viel gequasselt, geflennt und diskutiert wird – unprofessionell schlecht versteht sich natürlich von selbst. Die „bösen“ Szenen kommen bei derart unfreiwilliger Komik etwas sehr kurz und werden reichlich unspektakulär abgehandelt. Den Leidtragenden steht der Tod durch Messer und Pistole zur Wahl, wobei sich der Gruppenstärkste (ein gemeingefährlicher Einbrecher) gleich zu Beginn die Waffe unter den Nagel reißt und erst einmal munter drauflos feuert. Immerhin werden seinen Entscheidungen relativ unerwartet getroffen, was zumindest halbwegs Unterhaltungswert besitzt. Dennoch, auch wenn die Teilnehmer dieses hinterhältigen Spiels überraschend in den Himmel getrieben werden, mag man das Gefühl nicht loswerden, als habe man die filmbezogene wir-bestrafen-uns-gegenseitig-Thematik in letzter Zeit zu oft im Heimkino ertragen müssen. Filme, wie WOULD YOU RATHER (2012), AMONG FRIENDS (2012) und VILE (hierzulande: PAIN) haben die Folterproblematik teilweise schmerzhafter und spannender bebildert, oftmals sogar mit weitaus besseren Schauspielern. Letztere scheinen in THE DEVIL’S DOZEN mal wieder von der Straße aufgelesen zu sein, denn ein Meister seines Faches ist definitiv keiner von denen. Zudem tun sich JUDY DINELLA und PATRICK DURHAM mit ihrem unlogischen Drehbuch keinen Gefallen. Das strotzt nur so vor Unlogik und Lächerlichkeit. Da feuert ein unberechenbarer Einbrecher wahllos auf die übrigen elf, doch keiner derer besitzt Courage genug, den strunzdummen Egomanen zur Strecke zu bringen. Selbst als die Waffe im weiteren Verlauf den Besitzer wechselt, lässt man sich lieber durch dessen Hand in den Filmtod treiben, als ihn durch einen gezielten Kopfschuss ins Jenseits zu befördern. Wer THE DEVIL’S DOZEN goutiert, sollte nicht zuviel nachdenken – das schlägt nur aufs Gemüt. Andererseits macht es schon wieder Spaß, die vielen Logiklöcher des Films zu zählen. Letztendlich überzeugt THE DEVIL’S DOZEN einzig durch die geglückte Auflösung, schließlich befinden sich die zwölf Auserwählten nicht von ungefähr in derart verzwickter Situation. In einer Gastrolle lässt sich übrigens ERIC ROBERTS (der ältere Bruder von JULIA ) blicken. Der huscht in den letzten Filmminuten durchs Bild und dürfte dafür vermutlich ausreichend entlohnt worden sein. Unterm Strich ist LONDONS Debütwerk nichts Großes. Hier wird der foltererprobte Zuschauer angesprochen, der aber aufgrund der eher zurückhaltenden Morde nicht viel Spaß mit THE DEVIL’S DOZEN haben dürfte. Vielleicht wäre es dann wohl doch besser, Regie-Newcomer JEREMY LONDON würde das machen, was er wohl eindeutig besser kann: in unbekannten Kino- und Videostreifen schauspielern!
 
 
 


 
 
 

THE DEVIL’S DOZEN – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
 
Boshafter Tortur-Thriller mit gemeinen Überraschungsmomenten und raffiniertem Ende. Leider ist es wie so oft, die Geizmentalität lässt jeglichen Charme missen. THE DEVIL’S DOZEN ist billig inszeniert und schaut stets nach bedeutungsloser 08/15-Videoware aus. Die Schauspieler sind ein Graus und die vielen Logiklücken eine regelrechte Herausforderung. Wer wirklich jeden Horrorfilm sehen muss, kommt auch an THE DEVIL’S DOZEN nicht vorbei. Alle anderen Zuschauer können diesen Streifen getrost von ihrer Must-See-Liste streichen.
 
 
 


 
 
 

THE DEVIL’S DOZEN – Zensur

 
 
 
THE DEVIL’S DOZEN ist zwar ein typischer Tortur-Thriller aber nicht sonderlich grausam. Die KJ-Einstufung ist für diesen Horrorfilm ausreichend.
 
 
 


 
 
 

THE DEVIL’S DOZEN – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Mig Filmgroup

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Devil’s Dozen; USA 2013

Genre: Horror, Mystery, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1, Deutsch Dolby Digital 2.0

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.77:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 86 Min.

FSK: FSK18 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: keine

Release-Termin: 17.04.2014

 
 
 

The Devil’s Dozen – Das teuflische Dutzend [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

THE DEVIL’S DOZEN – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Panic Button (2010)
 
Among Friends (2012)
 
Pain (2011)
 
Would You Rather (2012)
 
Battle Royale (2000)
 
Die Tribute von Panem – The Hunger Games (2012)

Filmreview: „Inbred“ (2011)

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Inbred

Story

 
 
 
Zusammen mit zwei Sozialarbeitern machen sich einige „Problem“-Kids auf den Weg in ein kleines britisches Dörflein, um dort allerlei nützliche Arbeiten zum Wohle der Allgemeinheit zu verrichten. Kaum dort angekommen, stoßen die Städter auf eine Schar schlechtgelaunter Hinterwäldler, die sich merklich in ihrer Ruhe gestört zu fühlen scheinen. Nach anfänglicher Skepsis auf beiden Seiten kommt es wenig später zur ersten Konfrontation zwischen den Parteien, mit unverhofftem Ausgang für alle Beteiligten.
 
 
 


 
 
 

Inbred – Kritik

 
 
 
Um die volle Aufmerksamkeit der weltweiten Horrorfilmfans zu ernten, bedarf es nicht immer kreativ-ersponnener und intellektuell-einzigartiger Filmkost. Oftmals reicht es einfach nur aus, einen werbewirksamen und vollkommen sinnfreien Trailer ins Internet zu stellen, der mit blutigen Detail-Aufnahmen nicht geizt. Der kommende Indie-Reißer „Inbred“ ist ein derartiger Vertreter. Noch bevor überhaupt ein Fan sich von den eigentlichen filmischen Qualitäten dieses Horror-Knallers überzeugen konnte, schwirten Monate vor der eigentlichen Veröffentlichungen zusammenhanglose Clips durch die einschlägigen Videoportale, die dem ausgehungerten Filmfreund Lust auf mehr machen sollten. Zu Recht, denn nach ansprechend zusammengewerkelten Clips und der Auswertung auf internationalen Filmfestivals erscheint „Inbred“ nun ohne Umwege direkt auf Blu-ray und DVD.
 
Alex Chandon„, Regisseur dieses teilweise arg grenzwertigen Horrorspaßes, scheint in der Filmszene kein Unbekannter zu sein und versteht sein blutig makaberes Handwerk so gut wie kein anderer Independent-Regisseur zuvor. Bereits in seinen Frühwerken „Bad Karma“ und „Cradle of Fear“ wußte er gekonnt, gewalttätige Filmstoffe optisch-kontrovers auf Zelluloid zu bannen. Auch sein aktueller Beitrag „Inbred“ macht da keine Ausnahme und steht in seiner blutigen Zeigefreudigkeit anderen aktuellen Genre-Filmen in nichts nach. Direkt nach Beginn fällt sofort ins Gewicht, dass sich „Alex Chandon“ technisch enorm weiterentwickelt hat. Vergleicht man die filmischen Stilmittel und die erzählerische Herangehensweisen eines „Inbred“ mit der etwas holprigen Naivität seiner Anfangswerke so erstaunt der Quantensprung zwischen den Werken enorm. Vom Charme eines Amateur-Films ist hier kaum noch etwas zu spüren. „Inbred“ schaut mit seinen opulent düsteren Bildern fast schon wie ein Mainstream-Werk aus und die arg konventionelle Erzählstruktur zieht sich wie ein homogener blutiger Pfaden durch die Szenarie.
 
Das schmuddelig-britische Dorf-Idylle wurde in teilweise unheimlich-düsteren Farben getaucht, sodass man als Zuschauer vorab bereits erahnen dürfte, was der Handvoll Stadt-Menschen vermutlich widerfahren könnte. Die unheimliche Bedrohung ist zu Beginn derart verstörend und offensichtlich, dass man als Filmfreund mit mulmigen Gefühl vor der heimischen Glotze sitzt und nägelkauend auf den ersten Kill wartet. Soweit, so gut. Bis knapp zur Film-Hälfte macht Regisseur „Alex Chandon“ wirklich alles richtig. Die unzureichend intelligente Hinterwäldler-Brut hält sich dezent im Hintergrund und erinnert in ihrer dreckig-kompromisslosen Morallosigkeit an Backwood-Slasher wie „Texas Chainsaw Massacre“ und „Wrong Turn„. Nach der ersten zugespitzten Konfrontation zwischen Stadt- und Landmensch und dem unweigerlich befremdlichen Ableben eines der Stadtmenschen mutiert „Inbred“ zu einer arg geschmacklosen Nummernrevue, die an perversen Ideen ihresgleichen suchen dürfte. Die Hinterwäldler verhalten sich klischeebeladen so, wie es sich für einen derartigen Film seines Kalibers gehört: primitiv und abartig. Garniert wird der perfide Einheitsbrei mit teilweise derart drastischen Spezialeffekten, dass empfindsameren Gemütern das Lachen vermutlich im Halse stecken bleiben dürfte. Die recht makaberen und schwarz-humorigen Passagen verfehlen aufgrund der schonungslosen Zeigefreudigkeit der Brutalitäten an Relevanz und wirken teilweise total fehl am Platz, zumal sie anstatt lustig zu wirken, eher widerwärtige Abscheu verursachen. Hauptaugenmerk für gierige Splatter-Freunde dürfte vermutlich die grafisch krude Enthauptungsszene des Sozialbetreuers darstellen, die in ihrem Realismus selten zuvor in einem Horrorfilm erlebt werden durfte. Schon allein dessen, dürfte eine ungeschnittene deutsche Filmfassung ausgeschlossen werden.
 
Freunde des derben Horrorfilm-Geschmacks dürften in „Inbred“ vermutlich einen neuen Kultfilm gefunden haben. Selten zuvor bot ein Genre-Film derart viele Geschmacklosigkeiten in gerade einmal 90 Minuten Filmlaufzeit.Die zurückgebliebenen Dörfler verhalten sich einmal mehr niveaulos und unzivilisiert und natürlich scheint auch den Stadtmenschen der Bezug zur Realität vollkommen fremd. Noch bevor der Film so richtig in die Gänge gerät, sind die bedrohlichen Elemente des Films offensichtlich. Für die handvoll Städter gestalten sich die mysteriösen Gegebenheiten scheinbar derart normal, dass diese die Arbeit an der frischen Landluft wohlgelaunt fortführen und letztendlich für ihre unvergleichbar penetrante Dummheit bestraft werden müssen. Das etwas hanebüchene Ende und die unlogischen Denkstrukturen der Überlebenden verursachen Ratlosigkeit beim Zuschauer, denn gerade das Filmende strotzt nur so vor unklaren Verhaltensmustern und nicht nachvollziehbarer Logik. Hauptaugenmerk von „Inbred“ ist jedoch nicht die klischeebeladene, löchrige Handlung, sondern vielmehr der zeigefreudige Realismus der arg kruden Splatter-Effekte, die vor allem Gorehounds entzücken lassen dürften. Die Bilderflut an optischen Grausamkeiten ist enorm und deuten in ihrer Professionalität kaum noch davon, dass es sich eigentlich bei „Inbred“ um ein kleines Indie-Filmchen handelt, dass gerade einmal eine Million Pfund gekostet haben soll. Ein Fortsetzung ist bereits jetzt offensichtlich und dürfte demnach nicht lange auf sich warten lassen.
 
 
 


 
 
 

Inbred – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Hostel“ und „Wrong Turn“ meet „“2001 Maniacs“ – Derber und geschmackloser Edel-Splatter-Streifen, der aufgrund der exzellent umgesetzten F/X´s vermutlich einzig ausgehungerten Gorehounds munden dürfte.
 
 
 


 
 
 

Inbred – Zensur

 
 
 
Aufgrund der arg zeigefreudigen F/X und der Tatsache, dass Konflikte einzig und allein nur durch Töten bewältigt werden, ist der Film hierzulanden ungeschnitten nicht durch die FSK gekommen. Der hiesige Vertrieb „Mad Dimension“ hat demnach Schnitte vornehmen müssen um eine „keine Jugendfreigabe„-Kennzeichnung erhalten zu können. Während ein Mediabook mit der ungeschnittenen Fassung über Österreich vertrieben wurde, hat es der Rechteinhaber noch einmal wissen wollen und den Streifen ein weiteres Mal ungeschnitten der FSK vorgelegt. Diesmal mit Erfolg – „Inbred“ wurde in der unzensierten Fassung mit dem roten 18er-Flatschen versehen und darf nun regulär und komplett in deutschen Super- und Fachmärkten ausliegen.
 
 
 


 
 
 

Inbred – Deutsche Blu-ray

(Deutsche Erstauflage – geschnitten)

 
 
 
inbred blu-ray

(c) Mad Dimension

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Inbred; Großbritannien 2011

Genre: Horror/Thriller

Ton: Deutsch + Engl. DTS-HD MA 5.1

Untertitel: keine

Bild: 1080p, 2,35:1 (16:9)

Laufzeit: 94 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe – geschnitten!

Verpackung: Edle, schwarze Amaray mit Wendecover

Extras: Making of ohne deutsche Untertitel (50 min)

Release: 12.04.2013

 
 
 
Die Blu-ray aus dem Hause „Mad Dimension“ ist technisch tadellos, wären da nicht die diversen Schnitte, die diese Veröffentlichung im Grunde genommen vollkommen nutzlos machen. Neben einem etwas sehr unkreativ gestalteten Hauptmenü, gibt es auf der vorliegenden Scheibe auch ein umfangreiches 50-minütiges Making of zu bewundern, dem aber leider keine Untertitel spendiert wurden. Außerdem kommt die geschnittene Heimkinofassung, wie aktuell üblich bei Produkten von „Mad Dimension„, mit einem flatschenfreien Wendecover und einer edlen, schwarzen Amaray-Hülle daher. Ob man sich jedoch diese Veröffentlichung unbedingt in das Regal stellen möchte, sollte jeder Filmfreund für sich selbst entscheiden. Bleibt zu erwähnen, dass neben der regulären DVD und Blu-ray, auch eine konvertierte 3D-Blu-ray des Films (ebenso cut) im Handel erhältlich ist. Im übrigen handelt es sich bei der vorliegenden Scheibe um eine vollkommen untertitelfreie Veröffentlichung. Nicht einmal dem Hauptfilm besitzt eine deutsche Untertitelspur – ein absolutes NoGo!
 
 
 

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Inbred – Deutsche Blu-ray

(Deutsche Zweitauflage – ungeschnitten)

 
 
 
Inbred-uncut-Blu-ray

(c) Mad Dimension

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Inbred; Großbritannien 2011

Genre: Horror/Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 1080p, 2,35:1 (16:9)

Laufzeit: 98 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe – ungeschnitten!

Verpackung: Edle, schwarze Amaray mit Wendecover

Extras: Originaltrailer, Trailershow

Release: 31.10.2014

 
 
 
Über ein Jahr nach der Veröffentlichung der Erstauflage hat sich der Rechteinhaber dazu entschlossen eine ungeschnittene Version des Streifens für den deutschen Handel zu veröffentlichen. Die FSK hatte dem Streifen in der ersten Instanz eine ungeschnittene Freigabe verweigert. Das Label legte den Film ein weiteres Mal der FSK zur Kontrolle vor und erhielt überraschenderweise das Go für eine ungeschnittene Veröffentlichung. Die Ausstattung ist bei der Zweitauflage im Grunde genommen identisch – nur die Extras fehlen. Wer das ganze Paket an Bonusmaterial sein Eigen nennen möchte, muss den Umweg über Österreich in Kauf nehmen. Dort wurde der Film ebenfalls ungeschnitten und in deutscher Sprache im Mediabook veröffentlicht. Massig Bonus inklusive.
 
 
 

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Inbred – Trailer

 
 
 


 
 

Hellraiser80

 
 
 

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