Filmreview: „Found“ (2012)

found 2012
 
 
 

FOUND

Story

 
 
 
Marty ist 12 Jahre alt, geht in die 5. Klasse und schnüffelt gern mal im Zimmer des großen Bruders herum. Der ist ein Serienkiller und bringt gern die Köpfe seine Opfer mit nach Hause, wo er sie im Wandschrank versteckt hält …
 
 
 


 
 
 

FOUND – Kritik

 
 
 
Kinder können so grausam sein, vor allem dann, wenn sie sich mitten in der Pubertät befinden. Da durchleben Heranwachsende nicht nur eine komplizierte Persönlichkeitsentwicklung; auch der Reiz des Verbotenen und die Neugier auf das “Nicht-Alltägliche” macht diese Phase für werdende Erwachsene zu einer aufregenden und besonderen Zeit. Leider bedeutet Erwachsenwerden auch, sich behaupten zu müssen. Rangeleien und Machtkämpfe unter Gleichaltrigen sind keine Seltenheit und die Schwelle zum Mobbing ist in vielen Fällen fließend. Wer sich nicht durchsetzen kann und schwach bleibt, gerät schnell ins Visier gehässiger Mitschüler, die den Schulalltag für Leidtragende zur Hölle machen. Auch der Fünftklässler Marty (authentisch gespielt von Newcomer GAVIN BROWN) in FOUND hat so seine Probleme mit den Klassenkameraden. Die haben ihren Spaß daran, gemeine Lügen über den Außenseiter zu verbreiten und ihm in der Schultoilette aufzulauern. Für Marty Grund genug, sich immer weiter in seine eigene Welt zurückzuziehen. Er malt Superhelden-Comics in denen er die Hauptrolle spielt und geht gern auch unerlaubt auf heimliche Entdeckungstour in das Zimmer seines älteren Bruders Steve (brillant aggressiv und beängstigend verkörpert von ETHAN PHILBECK). Der hat nämlich nicht nur eine umfangreiche VHS-Sammlung der besten Horrorstreifen aus den 80ern, sondern versteckt in seinem Wandschrank eine Tasche, in der er skalpierte Köpfe vorwiegend farbiger Frauen verstaut. Für den introvertierten Schüler keiner große Sache, hat er sich schon längst an den schockierenden Anblick der Häupter gewöhnt und findet die Mutprobe immer wieder spannend, den Köpfen der Opfer ins Gesicht zu schauen. Als Marty mal wieder in der Schule schikaniert wird und erneut keinen Rückhalt durch die Eltern erhält, weiht er seinen vermeintlich besten Freund David (ALEX KOGIN) in die geheimen Aktivitäten des größeren Bruders ein. Bruderherz bekommt jedoch schnell von den Schnüffeleien des Geschwisterchens Wind und nimmt sich Marty zur Brust – mit fatalen Folgen.
 
Was man nicht alles mit knappen 8000 US-Dollar auf die Beine stellen kann. Oft ist das wirklich nicht viel. Aber hin und wieder gelingt es Filmemachern trotz geringen Budgets gute Filme zu machen, die dann sogar noch teurer ausschauen, als es der Fall war. FOUND ist mal wieder so ein Beispiel. Der Streifen kann seine Herkunft (trotz hübsch-blutiger Titelsequenz im Comiclook von LOWELL ISAAK) nicht verleugnen und schaut unweigerlich nach Independent aus. Sieht man jedoch von der Prämisse ab, gehört der Horror-Thriller mit zu dem Besten, was das Indie-Horrorgenre hervorgebracht hat. Unkonventionell heißt hier das Zauberwort, das jedem verwöhnten Mainstream-Zuschauer das Blut in den Adern gefrieren lassen dürfte, denn FOUND pfeift darauf, sich den gängigen Mustern des austauschbaren Horrorfilms zu unterwerfen. Regisseur SCOTT SCHIRMER hat sich dem Roman von TODD RIGNEY angenommen und daraus einen ziemlich umfangreichen Spielfilm über die Suche nach sich selbst gedreht, der sowohl als Coming-of-Age-Drama als auch als Horrorfilm funktioniert. Die Kombination macht’s und hebt sich dabei sogar noch innovativ vom sonstigen Horrorquatsch ab, der dem Filmfan ja derzeit reichlich oft angedreht wird. Wir erleben zwei Brüder, die unterschiedlicher nicht sein könnten, sich aber untereinander aufrichtig verbunden fühlen. Beide hegen die Leidenschaft für den Horrorfilm und scheinen fast schon eine Obsession für diese Streifen entwickelt zu haben, was den Eltern seltsamerweise ziemlich egal ist. Bruder Steve hat sich vom trauten Familienfrieden schon längst verabschiedet und stellt das Treiben seines Lieblingsvideos “Headless” in der realen Welt nach. Sein Augenmerk liegt auf dem Ausradieren der Farbigen, die seiner Meinung nach schon alle Bereiche des täglichen Lebens in Beschlag genommen und verseucht haben. Für den jüngeren Marty gelten jene grausigen Streifen stattdessen als naive Mutprobe, ist er doch kindlich fasziniert von den gar grotesken Monstern in diesen Filmen und kann partout nicht genug von diesen Schauerwerken vor die Linse bekommen. Jedes Wochenende fährt er zusammen mit den Eltern in die örtliche Videothek, um sich dort neuen Gruselstoff besorgen zu können, wobei derartige Riten in manch Horrorfan längst vergessene Kindheitserinnerungen wach werden lassen dürften.
 
 

„…my life is a horror movie, but who is the monster? …“

(Marty)

 
 
An Gesellschaftskritik mangelt es in FOUND nicht. Themen wie Rassismus, Mobbing, Homosexualität oder Nachlässigkeit in der Erziehung von Kindern werden auf besonders unangenehme, sogar drastische Weise an den Pranger gestellt. Die schroffe Gesellschaftskritik ist aktueller denn je und Auslöser für die recht unerfreulichen Geschehnisse in FOUND. Auch wenn SCHIRMERS Debüt am Ende doch mehr Drama als Horror ist, sind die wenigen Gewalteskapaden nicht von schlechten Eltern. Hier hat man gänzlich aus dem Vollen geschöpft. Es werden Augen aus den Höhlen gerissen und genüsslich verspeist, Frauen enthauptet und in deren Köpfe penetriert. Schön anzuschauen ist das wahrlich nicht, dürfte aber immerhin den Gore- und Splatter-Nerd erheblich Freude bereiten. FOUND ist ein Nischenfilm und wird mit Sicherheit sein Publikum finden. Im Ausland hat der Schocker selbst abgebrühteste Genrefans in Entzückung versetzt und lief sogar auf dem beliebten AFTER DARK FILMFEST 2013 im kanadischen Toronto, wo er in den Kategorien Beste Titelsequenz und Bester Gore Auszeichnungen erhielt. Auch wenn natürlich nicht alles perfekt ist, waren wir dennoch von der unverbrauchten Idee überrascht, die trotz Low-Budget-Inszenierung nie billig, uninspiriert oder langweilig heruntergerasselt wird. Wer intelligentes Horrorfutter sucht, ist mit diesem Geheimtipp auf jeden Fall gut beraten. Da kann man nur hoffen, dass FOUND ein Indie bleibt und nicht das Interesse “gemeingefährlicher” Majors auf den Plan ruft. Denn uns würde es nicht wundern, würde der halbwegs unverbrauchten Vorlage bald ein glatt poliertes und konventionelles Remake folgen.
 
 
 


 
 
 

FOUND – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
FOUND ist einer der besten Independent-Horrorfilme der letzten Zeit – raffiniert, abartig, kontrovers und intelligent. Das hat auch die internationale Presse erkannt und FOUND mit dem Prädikat “Geheimtipp” ausgezeichnet. Wir können dem nichts entgegensetzen und waren erstaunt, wie “anders” FOUND doch ist. Wer unkommerzielles und unabhängiges Kino mag, sollte auf jeden Fall einen Blick wagen.
 
 
 


 
 
 

FOUND – Zensur

 
 
 
Es gibt einige Szenen in denen in Körperteile toter Frauen penetriert wird. Vermutlich hat das dazu beigetragen, dass FOUND hierzulande geschnitten werden musste. Die deutschen Filmfassung wurde dementsprechend um etwas Gewalt erleichtert. Eine Alternative wird im deutschsparachigen Ausland angeboten. Dort erschien der Film ungeschnitten und natürlich auf deutsch.
 
 
 


 
 
 

FOUND – Deutsche Blu-ray im Mediabook

 
 
 
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(c) ILLUSIONS UNLTD. films / Meteor Film

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Found; USA 2012

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch: DTS-HD Master Audio 5.1/2.0, Englisch: DTS-HD Master Audio 5.1/2.0

Untertitel: Deutsch

Bild: 2,35:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 103 (BD) / ca. 99 Min. (DVD)

FSK: ungeprüft und daher erst ab 18 Jahren (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Mediabook

Extras: diverse Trailer zum Film, Trailershow, 16-seitiges Booklet, 2 Audiokommentare (ohne dt. UT), Making-of (ohne dt. UT), Film-im-Film: Deep Dwellers und Headless (je mit optionalem Audiokommentar aber ohne dt. UT)

 
 
 
Anbieter METEOR FILM hat Erbarmen mit den Horrorfans. Statt nur eine geschnittene Fassung für den deutschen Markt zu veröffentlichen, geht der Rechteinhaber einen weiteren Weg, damit die Horrorgemeinde FOUND auch in kompletter Filmfassung ins Sammlerregal stellen darf. Hierbei nahm man den Umweg über Österreich in Kauf, weil der Film – ähnlich wie auch im Ausland – bei der deutschen Zensurbehörde auf wenig Gegenliebe stieß. ILLUSIONS UNLTD. übernahm den Vertrieb und überzeugt einmal mehr mit einer hochwertig verarbeiteten Sonderpackung im immer noch äußerst beliebten Mediabook. Das ist diesmal nicht matt gehalten, sondern kommt mit glänzender Lackoberfläche daher. Im Innenteil bietet ein 16-seitiges Booklet weitere Hintergrundinformationen, wobei das Interview mit FOUND-Regisseur SCOTT SCHIRMER besonderes Augenmerk erhalten sollte. Im Unterschied zur ebenfalls erhältlichen FSK-geprüften Veröffentlichung besitzt die limitierte Mediabook-Variante übrigens mehr Bonusmaterial. Neben zwei filmbezogenen Audiokommentaren hat es zusätzlich noch ein Film-im-Film-Feature zu HEADLESS auf die Scheibe geschafft. Leider werden deutsche Untertitelspuren schmerzlich vermisst, was die Veröffentlichung runder gemacht hätte. Nichtsdestotrotz darf man sich dennoch über eine schöne Ausführung zu einem besonderen Film freuen. Ganz nebenbei ist die hier besprochene Auswertung die bisher beste Veröffentlichung des Films weltweit. Dass das Mediabook unter dem üblichen Verkaufspreis von 30 Euronen angeboten wird, ist löblich. Bleibt zu erwähnen, dass schnell zugegriffen werden sollte. Jedes der beiden Mediabook-Cover ist auf 1333 Stück limitiert.

 
 
 


 
 
 

FOUND – Fassungen

 
 
 
FOUND ist in mehreren Fassung zu haben. Neben zwei schicken Sammlerverpackungen im Mediabook, die den Film ungeschnitten beinhalten, gibt es auch noch die reguläre deutsche Fassung für den Handel. Leider ist diese um wenigen Minuten geschnitten, da FOUND sonst keine Freigabe von der FSK erhalten hätte. Demzufolge sollten Liebhaber kompletter Filme möglichst Abstand vom KeepCase halten. Dieses ist am roten 18er-Flatschen auf der Front zu erkennen.
 
 
 
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(c) Meteor Film (geschnittene deutschen BD)

Found – Mein Bruder ist ein Serienkiller [Blu-ray] geschnittene Fassung auf AMAZON kaufen

 
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(c) ILLUSIONS UNLTD. films / Meteor Film (ungeschnittenes Mediabook – Cover A)

Found – Mein Bruder ist ein Serienkiller – Uncut [Blu-ray] [Limited Collector’s Edition] ungeschnitten bei AMAZON kaufen

 
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(c) ILLUSIONS UNLTD. films / Meteor Film (ungeschnittenes Mediabook – Cover B)

Found – Mein Bruder ist ein Serienkiller – Uncut [Blu-ray] [Limited Collector’s Edition] ungeschnittene bei AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

FOUND – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Mike Mendez‘ Killers (1996)
 
Behind the Mask: The Rise of Leslie Vernon (2006)
 
The Orphan Killer (2011)
 
ChromeSkull: Laid to Rest 2 (2011)

Filmreview: „Gallowwalkers“ (2012)

Gallowwalkers2012
 
 
 

GALLOWWALKERS

Story

 
 
 
Ein Cowboy auf Rachefeldzug: Amans (Wesley Snipes) große Liebe wurde von fünf Fremden vergewaltigt, geschwängert und stirbt bei der Geburt des Kindes. Grund genug, den Peinigern die Leviten zu lesen. Er macht sich auf, das Verbrecherpack zu lynchen, ahnt aber nicht, dass auf ihm ein Fluch lastet. Denn ein jeder, der durch die Kugel Amans ins Jenseits befördert wird, kehrt als Untoter, sogenannter Gallowwalker, zurück an die Erdoberfläche. So zieht der schwarze Rächer erneut in die Schlacht gegen die skrupellose Bande. Diesmal jedoch nützen ihm die Kugeln nichts, denn ein Gallowwalker kann nur durch Enthauptung seinen Frieden finden …
 
 
 


 
 
 

GALLOWWALKERS – Kritik

 
 
 
WESLEY SNIPES war Ende des 20. Jahrhunderts einmal einer der ganz großen Action-Stars. Bis er im Jahre 2006 wegen Steuerbetrugs angeklagt wurde und schließlich 2010 eine 2-jährige Haftstrafe absitzen musste. Auf sein Konto gehen einige bekannte und erfolgreiche Filmwerke (DEMOLITION MAN, MONEY TRAIN), wobei besonders die Rolle als Vampirjäger BLADE (1998-2004) mit Sicherheit jedem Horrorfilmfreund ein Begriff sein dürfte. Seit dem letzten Leinwandauftritt in BLADE-TRINITY (2004) ist es ruhiger um SNIPES geworden, der mittlerweile primär in günstig abgedrehten Direct-to-DVD-Produktionen zu sehen ist und daran Gefallen gefunden hat, auch als Produzent eigener Projekte zu fungieren. Bereits lange vor seiner Haftstrafe drehte er in Namibia den Trash-Western GALLOWWALKERS, der jetzt einige Jahre nach der Fertigstellung endlich in die heimischen Wohnzimmer kommt.
 
Mit dem Slogan “Blade is Back!“ wird vielversprechend auf dem Cover von Blu-ray und DVD geworben, wobei derart Werbesprech bei Fans der Reihe eine vollkommen falsche Erwartungshaltung schürt. Mit dem Vampirhorror BLADE hat GALLOWWALKERS rein gar nichts am Hut. Statt hinterhältiger Blutsauger treiben hier intelligente Untote ihr Unwesen, die, wie einst beim HIGHLANDER, nur mittels Enthauptung in die ewigen Jagdgründe befördert werden können. WESLEY SNIPES spielt Aman, einen farbigen Rächer, der so rein gar keinen Spaß versteht. Bandenanführer Kansa (KEVIN HOWARTH) hat seine große Liebe auf dem Gewissen, so dass sich Aman auf dem Weg macht, den Tod der Geliebten zu rächen. Doch so einfach scheint sich sein Rachetrip nicht bewerkstelligen zu lassen, da die vermeintlich erschossenen Bösewichte kurzum als wandelnde Tote zurück auf den Wüstenacker ziehen und zum Gegenangriff blasen. Um für die Schlacht gewappnet zu sein, holt sich GALLOWWALKER Aman den Sträfling Fabulous (RIPLEY SMITH) an Bord, der ihm hilfreich zur Seite stehen soll. Dumm nur, dass sich die Kreaturen nicht so einfach erledigen lassen.
 
Während der DAYWALKER BLADE bevorzugt im Dunkeln agierte, scheuen die GALLOWWALKERS (man beachte die verblüffende Ähnlichkeit in der Namensgebung) nicht davor, ihr Duell unter brennender Sonne auszutragen. Regisseur ANDREW GOTH (COLD AND DARK, EVERYBODY LOVES SUNSHINE) verlagert seinen dünnen Plot genreuntypisch in die Wüste, wo die spartanische Kulisse an alte Western erinnert. Dass der unerfahrene Filmemacher mit GALLOWWALKERS seinen gerade einmal dritten Langfilm inszeniert und die Drehbuchgrundlage zum Film geliefert hat, ist diesem Crossover aus Western, Zombie- und Rachefilm wenig förderlich. Denn in GALLOWWALKERS ist der Wurm drin. Man merkt dem Beitrag an, dass hier jemand dahinter gesteckt hat, der bisweilen zwar ambitionierte Ideen besaß, aber nicht wirklich wusste, wie er sie effektiv umsetzen sollte. Vor allem die etwas wirre Erzählweise wirkt in ihrer Zähigkeit wenig einladend. Nach 30 Minuten Laufzeit beginnt GOTH in kurzen Rückblenden Licht ins Dunkel der Story zu bringen. Bis dahin muss sich der Zuschauer durch abstruse Handlungsverläufe quälen, die anfänglich so gar keinen Sinn machen. Zudem will partout keine Spannung aufkommen und die dröge und bierernst erzählte Geschichte wirkt mit ihren auf cool getrimmten Phrasen nicht selten unfreiwillig albern und peinlich. Das muss auch WESLEY SNIPES kurz nach Drehbeginn erkannt haben, denn wirklich Lust scheint er nicht gehabt zu haben, bei GALLOWWALKERS mitzumachen. Sein Schauspiel wirkt nicht selten desinteressiert und lieblos. Wobei auch der klägliche Rest der Cast wohl viel lieber ein erfrischendes Bier getrunken hätte, anstatt in der prallen Hitze einen ziemlich miesen Film zu drehen. Immerhin bekommt der Horrorfilmfreund in puncto Gewalt einiges geboten. Hier werden Köpfe mitsamt Wirbelsäulen aus Körpern gerissen, wobei sich die Frage stellt, wie derartige Drastik problemlos durch die FSK gekommen ist. Zwar wurden einige der Enthauptungen am Computer getrickst; das meiste wurde jedoch handmade realisiert und kann sich durchaus sehen lassen.
 
BLADE-Fans sollten sich nicht verwirren lassen. GALLOWWALKERS hat nicht nur nichts mit dem Vampirjäger zu tun; der Film ist zudem meilenweit von den Qualitäten des Spitzzahns entfernt. Hier stimmt eigentlich rein gar nichts. Die Geschichte ist wirr, die Handlung dünn und die Lustlosigkeit der Agierenden überträgt sich rasch auf den Zuschauer. Was bleibt ist ein Horror-Western mit unpassend elektronischen Soundtrack, der eigentlich nur wegen der recht ansehnlichen Enthauptungsszenen Daseinsberechtigung besitzt.
 
 
 


 
 
 

GALLOWWALKERS – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
WESLEY SNIPES in seinem vermutlich miesesten Film und das soll was heißen! Ein vollkommen wirrer Mix aus Western, Rache- und Zombiefilm, der gut hätte werden können, aber am unausgegorenen Drehbuch scheitert.
 
 
 


 
 
 

GALLOWWALKERS – Zensur

 
 
 
Es gibt ein paar ziemlich deftige Enthauptungen zu sehen, wobei etwas unverständlich ist, wie die FSK den Film hierzulande ungeschnitten mit der KEINE JUGENDFREIGABE-Kennzeichnung absegnen konnte. Die Kaufversion ist demnach vollkommen ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

GALLOWWALKERS – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Gallowwalkers; USA 2012

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch und Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 (1920x1080p)

Laufzeit: ca. 93 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover und Schuber

Extras: Interviews mit dem Cast (ca. 20 Minuten, dt. UT), B-Roll (ca. 16 Minuten, keine UT), Originaltrailer in Deutsch und Englisch, Trailershow mit 7 Trailern aus dem Programm von ASCOT

 
 
 
Technisch kommt die Veröffentlichung aus dem Hause ASCOT solide daher. Da der Film vorwiegend am Tage spielt, kann sich das Bild durchaus sehen lassen und gefällt durch gute Schärfe. In den Nahaufnahmen wurde scheinbar mit Weichzeichner nachgeholfen. Leider werden hier Filmkorn-Gegner keinen Spaß verstehen, denn dieses ist den ganzen Film über dabei. Akustisch wurde GALLOWWALKERS brauchbar abgemischt, wenngleich die Originalfassung der deutschen Synchronisation vorzuziehen ist; die deutsche Übersetzung wirkt nicht selten arg lustlos. Im Bonussektor gibt es einige Interviews (rund 20 Minuten) und B-Roll-Aufnahmen (16 Minuten) zu bewundern. Ergänzt werden die Extras durch den Trailer in Deutsch und Englisch. Wirklich tiefgründige Extras, wie ein Making of sucht man auf der Blu-ray jedoch vergebens. Bleibt zu erwähnen, dass der deutschen Veröffentlichung ein Schuber spendiert wurde, der den Release durchaus aufzuwerten versteht. Ein Wendecover ist zudem auch mit an Bord und die Interviews wurden deutsch untertitelt. Im schick gestalteten Menü können sogar Untertitel zum Film ausgewählt werden.
 
 

Gallowwalkers [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

GALLOWWALKERS – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Blade (1998)

Blade (2002)

Blade-Trinity (2004)

Dust Devil (1992)

El Topo (1970)

John Carpenter’s Vampire (1998)

Filmreview: „Hobo with a Shotgun“ (2011)

hobo with a shotgun
 
 
 

HOBO WITH A SHOTGUN

Story

 
 
 
Nachdem ein Obdachloser (gespielt von RUDGER HAUER) mit einem Güterzug in die Stadt Hopetown einkehrt um dort als Landschaftsgestalter ein neues Leben zu beginnen, ahnt er noch nicht, welch menschlicher Abschaum hier die Gegend beherrscht. Der widerwärtige Gangsterboss Drake und dessen missratene Söhnen Ivan und Slick sind einzig damit beschäftigt, im Ort Angst und Schrecken zu verbreiten und die Kriminalität zu legalisieren. Grausame Gewalt, Korruption und das Gesetz der Straße gehören in Hopetown zur Tagesordnung und so wird der unbekannte Landstreicher Zeuge, wie die junge Prostituierte Abby von den beiden skrupellosen Brüdern bedrängt wird. Ohne über dessen Folgen bewusst, schreitet der namenlose Fremde dazwischen und rette die verängstigte Frau aus den Fängen ihrer Peiniger. Doch Drake und seine Bande lassen nicht locker und fordern blutige Rache an jenem Obdachlosen, der die Autorität des gemeinen Dreiergespanns missachtet. Für den Hobo (was übersetzt Obdachloser heißt) Grund genug sich eine Schrotflinte zu besorgen und dem kriminellen Pack die Leviten zu lesen …
 
 
 


 
 
 

HOBO WITH A SHOTGUN – Kritik

 
 
 
Als im Jahre 2007 das Horror-Thriller Double-Feature GRINDHOUSE in den amerikanischen Kino anlief, haben die beiden Kult-Regisseure ROBERT RODRIGUEZ und QUENTIN TARANTINO nicht einmal ansatzweise vermutet, welche weitgreifende Erfolge sie mit dem trashigen Movie-Flick-Flack verbuchen würden. Das ambitionierte und durchaus innovative Film-Projekt vereinte dabei die beiden Filme PLANET TERROR und DEATH PROOF zu einem einzigen Kino-Beitrag und bestückte die Übergänge zwischen den Filmen mit ansprechenden Fake-Werbetrailern, angeblich demnächst anlaufender Action- und Horrorwerke. Das experimentelle GRINDHOUSE-Projekt, welche als liebevolle Hommage an das schmuddelige US-Erwachsenenkino der 70er und 80er Jahre erinnern sollte, hinterließ bei Fans des Genres derart prägenden Eindruck, dass Filmfreunde weltweit eine Realisierung der Fake-Trailer forderten. Dem Ruf der Fanbase wurde Gehör geschenkt und so war es nur eine Frage der Zeit bis mit MACHETE die erste Umsetzung eines Fake-Spots aus dem Trash-Double-Feature GRINDHOUSE folgte. Der weitestgehend exploitationlastige Grundton von MACHETE stand dem der beiden Filme PLANET TERROR und DEATH PROOF in nichts nach und so wurde auch die erste Umsetzung eines GRINDHOUSE-Fake-Trailers zu einem regelrechten Kassenschlager. Aufgrund des überraschenden Erfolges und aufgrund der Unersättlichkeit findiger Horrorfilmfans erreichte 2011 auch der Trailer zu HOBO WITH A SHOTGUN (übrigens der einzige Fake-Werbeclip, der aus einem Trailer-Wettbewerb hervorging) Spielfilmlänge, wurde jedoch (zumindest hierzulande) ohne Kinoauswertung direkt auf Blu-ray und DVD veröffentlicht.
 
Im direkten Vergleich zum Beitrag MACHETE stellt sich nun Fans auf Anhieb die Frage, ob HOBO WITH A SHOTGUN auf gleichem Niveau schwebt, wie die bisherigen Beiträge des Tarantino/Rodriguez’schen GRINDHOUSE-Universums. Die Frage ist mit einem schlichten „auf-jeden-Fall“ zu beantworten, denn JASON EISENER kehrt die bewusst trashig inszenierten Elemente seiner Vorgänger kreativ zusammen und formt daraus einen ebenso bösen, wie vollkommen grotesk-übertrieben Horror-Spaß. Fast schon mögen einige enthusiastische Genre-Freunde meinen, dass HOBO weitaus stimmiger und besser sei, als der zuvor abgedrehte MACHETE. Ob dem wirklich so sei, sollte jeder Filmfreund selbst beurteilen.
 
Fakt ist dennoch, dass HOBO WITH A SHOTGUN ebenso kongenial unterhält wie seine Vorgänger, aber dennoch vollkommen anders ist. Das mag vordergründig auch daran liegen, dass es sich hierbei um die erste Umsetzung eines Fake-Trailers handelt, dem kein großes Produktions-Budget zugrunde lag. Geschadet hat es dem Film in keinster Weise, überzeugt gerade die chaotische und weniger glattpolierte Optik und erinnert der Film doch in seiner Naivität und Absurdität an längst vergessenes Troma-Trash-Kino der 80er Jahre. Dass HOBO WITH A SHOTGUNjeglichen Mainstream-Sehgewohnheiten strotzt wird bereits zu Beginn des Filmes deutlich. Denn nach verheißungsvoll-trällernden Einleitungs-Credits geht gehörig die Post ab.
 
Hier werden Menschen geköpft, Kinder verbrannt und Arme gebrochen – alles vollkommen politisch inkorrekt und dennoch wunderbar unterhaltsam. Die übertriebenen Gewaltexzesse sind derart befremdlich und überzogen, dass sich HOBO WITH A SHOTGUN teilweise anfühlt, als würde man der filmische Erwachsenen-Version eines Looney-Toons-Comics beiwohnen. Der groteske und Comic-ähnliche Unterton wird zudem mit verfremdeten und übertönten Farben erreicht, deren Intensität das längst vergessene Technicolor-Kino der 70er Jahre erneut aufleben lässt. Argento-Fans dürften vermutlich bei derart befremdlicher Farben-Flut direkt an Argentos SUSPIRIA (1977) erinnert werden, dessen Film im groben ebenso von derart innovativen und drastischen Farb-Nuancen zehrt.
 
 
Nach MACHETE (2010) folgt nun mit HOBO WITH A SHOTGUN, die bereits zweite Umsetzung eines Fake-Trailers des GRINDHOUSE-Projektes aus dem Jahre 2007. Auch der Beitrag des Newcomers JASON EISENER hält sich streng an die Regeln des gewalttätigen Bahnhof-Kinos der wilden 70er Jahre. Anstatt sich mit einer dramaturgisch plausiblen Geschichte zu beschäftigen, konzentriert sich das Rache-Drama auf reichlich Gore, Fäkalsprache und Gewalt. Hier wird Selbstjustiz der Gewalt wegen zelebriert und scheint einziges Mittel zum Zweck Konflikte lösen zu können. Schöngeistige Filmkritiker und Otto-Normal-Filmfreunde werden vermutlich kaum irgendeinen hochphilosophischen Sinn hinter alle dem Nonsens entdecken können. Trotzdem, dass Konzept ist zwar simpel, aber dennoch genial.
 
Der comiclastige Unterton überspielt die Geschehnisse des Films grandios und schafft es einmal mehr, dass sinnfreie Exploitation-Kino der 70er Jahre auf die heimische Mattscheibe zu transferieren. Selten war Filmvergnügen erfrischender und kreativer. Teilweise fühlt man sich als Zuschauer an die experimentelle Spaß- und Trash-Ära der TROMA-Studios zurückerinnert. Denn auch hier gilt es nachwievor, einfach den Kopf auszuschalten um dem superben Treiben genüsslich beiwohnen zu können. Dass dem bewusst schlecht-inszenierten und reanimierten Grindhouse-Kino noch lange nicht die Puste ausgegangen ist, beweist die demnächst anlaufende Fortsetzung von MACHETE. Auch Nachwuchsregisseur JASON EISENER und RUDHER HAUER haben beteuert, an eine Fortsetzung von HOBO WITH A SHOTGUN interessiert zu sein. Man darf gespannt sein!
 
 
 


 
 
 

HOBO WITH A SHOTGUN – Fazit

 
 
8 Punkte Final
 
 
 
Ein Grindhouse-Knaller wie er im Buche steht – derb, sinnfrei und absolut politisch inkorrekt.
Muss man gesehen haben!
 
 
 


 
 
 

HOBO WITH A SHOTGUN – Deutsche Veröffentlichung

 
 
 
hobo with a shotgun blu-ray universum
 

Deutsche Blu-ray und DVD ungeschnitten bei AMAZON kaufen

 
Wir bedanken uns bei dem Label UNIVERSUM FILM, das uns freundlicherweise für diese Film-Besprechung eine Ansichtsfassung zur Verfügung gestellt hat. Die Blu-ray besticht durch tadelloses, knackig-farbenfrohes Bild und punktet mit einer handvoll nennenswerter Extras. Die ungeschnittene Filmfassung ist aktuell beim Händler Eures Vertrauens (einschlägige Onlineshops, wie CYBER-PIRATES.ORG/ MEDIA-DEALER.DE) zu bekommen. Da der Film hierzulande mit einer SPIO-Kennzeichnung (keine schwere Jugendgefährdung) in den Handel kam, wurde er aufgrund des kontroversen und gewalttätigen Inhalts nachträglichen indiziert und darf somit nicht mehr in stationären Fachmärkten verkauft werden. Übrigens gibt es neben der regulären Blu-ray-Fassung auch eine limitierte Mediabook-Ausgabe, die neben einem ansprechenden Buchteil auch die DVD mit an Bord hat. Die schicke Aufmachung kann ebenfalls wie die normale Variante im Keep Case in den oben genannten Shops gekauft werden.

 
 
 


 
 
 

HOBO WITH A SHOTGUN – Zensur

 
 
 
Die deutsche Blu-ray mit SPIO/JK-Kennzeichnung ist ungeschnitten! Aufgrund der Indizierung bekommt man HOBO WITH A SHOTGUN nicht im regulären Handel. Hier sollte man Shops (bevorzugt im deutschsprachigen Ausland) aufsuchen, die derart Produkte im Sortiment führen.
 
 
 


 
 
 

HOBO WITH A SHOTGUN – Trailer

 
 


 
 
 

Hellraiser80

 
 
 
Ähnliche Filme:
 
If a Tree falls (2010)

Chillerama (2011)

Filmreview: „Inbred“ (2011)

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Inbred

Story

 
 
 
Zusammen mit zwei Sozialarbeitern machen sich einige „Problem“-Kids auf den Weg in ein kleines britisches Dörflein, um dort allerlei nützliche Arbeiten zum Wohle der Allgemeinheit zu verrichten. Kaum dort angekommen, stoßen die Städter auf eine Schar schlechtgelaunter Hinterwäldler, die sich merklich in ihrer Ruhe gestört zu fühlen scheinen. Nach anfänglicher Skepsis auf beiden Seiten kommt es wenig später zur ersten Konfrontation zwischen den Parteien, mit unverhofftem Ausgang für alle Beteiligten.
 
 
 


 
 
 

Inbred – Kritik

 
 
 
Um die volle Aufmerksamkeit der weltweiten Horrorfilmfans zu ernten, bedarf es nicht immer kreativ-ersponnener und intellektuell-einzigartiger Filmkost. Oftmals reicht es einfach nur aus, einen werbewirksamen und vollkommen sinnfreien Trailer ins Internet zu stellen, der mit blutigen Detail-Aufnahmen nicht geizt. Der kommende Indie-Reißer „Inbred“ ist ein derartiger Vertreter. Noch bevor überhaupt ein Fan sich von den eigentlichen filmischen Qualitäten dieses Horror-Knallers überzeugen konnte, schwirten Monate vor der eigentlichen Veröffentlichungen zusammenhanglose Clips durch die einschlägigen Videoportale, die dem ausgehungerten Filmfreund Lust auf mehr machen sollten. Zu Recht, denn nach ansprechend zusammengewerkelten Clips und der Auswertung auf internationalen Filmfestivals erscheint „Inbred“ nun ohne Umwege direkt auf Blu-ray und DVD.
 
Alex Chandon„, Regisseur dieses teilweise arg grenzwertigen Horrorspaßes, scheint in der Filmszene kein Unbekannter zu sein und versteht sein blutig makaberes Handwerk so gut wie kein anderer Independent-Regisseur zuvor. Bereits in seinen Frühwerken „Bad Karma“ und „Cradle of Fear“ wußte er gekonnt, gewalttätige Filmstoffe optisch-kontrovers auf Zelluloid zu bannen. Auch sein aktueller Beitrag „Inbred“ macht da keine Ausnahme und steht in seiner blutigen Zeigefreudigkeit anderen aktuellen Genre-Filmen in nichts nach. Direkt nach Beginn fällt sofort ins Gewicht, dass sich „Alex Chandon“ technisch enorm weiterentwickelt hat. Vergleicht man die filmischen Stilmittel und die erzählerische Herangehensweisen eines „Inbred“ mit der etwas holprigen Naivität seiner Anfangswerke so erstaunt der Quantensprung zwischen den Werken enorm. Vom Charme eines Amateur-Films ist hier kaum noch etwas zu spüren. „Inbred“ schaut mit seinen opulent düsteren Bildern fast schon wie ein Mainstream-Werk aus und die arg konventionelle Erzählstruktur zieht sich wie ein homogener blutiger Pfaden durch die Szenarie.
 
Das schmuddelig-britische Dorf-Idylle wurde in teilweise unheimlich-düsteren Farben getaucht, sodass man als Zuschauer vorab bereits erahnen dürfte, was der Handvoll Stadt-Menschen vermutlich widerfahren könnte. Die unheimliche Bedrohung ist zu Beginn derart verstörend und offensichtlich, dass man als Filmfreund mit mulmigen Gefühl vor der heimischen Glotze sitzt und nägelkauend auf den ersten Kill wartet. Soweit, so gut. Bis knapp zur Film-Hälfte macht Regisseur „Alex Chandon“ wirklich alles richtig. Die unzureichend intelligente Hinterwäldler-Brut hält sich dezent im Hintergrund und erinnert in ihrer dreckig-kompromisslosen Morallosigkeit an Backwood-Slasher wie „Texas Chainsaw Massacre“ und „Wrong Turn„. Nach der ersten zugespitzten Konfrontation zwischen Stadt- und Landmensch und dem unweigerlich befremdlichen Ableben eines der Stadtmenschen mutiert „Inbred“ zu einer arg geschmacklosen Nummernrevue, die an perversen Ideen ihresgleichen suchen dürfte. Die Hinterwäldler verhalten sich klischeebeladen so, wie es sich für einen derartigen Film seines Kalibers gehört: primitiv und abartig. Garniert wird der perfide Einheitsbrei mit teilweise derart drastischen Spezialeffekten, dass empfindsameren Gemütern das Lachen vermutlich im Halse stecken bleiben dürfte. Die recht makaberen und schwarz-humorigen Passagen verfehlen aufgrund der schonungslosen Zeigefreudigkeit der Brutalitäten an Relevanz und wirken teilweise total fehl am Platz, zumal sie anstatt lustig zu wirken, eher widerwärtige Abscheu verursachen. Hauptaugenmerk für gierige Splatter-Freunde dürfte vermutlich die grafisch krude Enthauptungsszene des Sozialbetreuers darstellen, die in ihrem Realismus selten zuvor in einem Horrorfilm erlebt werden durfte. Schon allein dessen, dürfte eine ungeschnittene deutsche Filmfassung ausgeschlossen werden.
 
Freunde des derben Horrorfilm-Geschmacks dürften in „Inbred“ vermutlich einen neuen Kultfilm gefunden haben. Selten zuvor bot ein Genre-Film derart viele Geschmacklosigkeiten in gerade einmal 90 Minuten Filmlaufzeit.Die zurückgebliebenen Dörfler verhalten sich einmal mehr niveaulos und unzivilisiert und natürlich scheint auch den Stadtmenschen der Bezug zur Realität vollkommen fremd. Noch bevor der Film so richtig in die Gänge gerät, sind die bedrohlichen Elemente des Films offensichtlich. Für die handvoll Städter gestalten sich die mysteriösen Gegebenheiten scheinbar derart normal, dass diese die Arbeit an der frischen Landluft wohlgelaunt fortführen und letztendlich für ihre unvergleichbar penetrante Dummheit bestraft werden müssen. Das etwas hanebüchene Ende und die unlogischen Denkstrukturen der Überlebenden verursachen Ratlosigkeit beim Zuschauer, denn gerade das Filmende strotzt nur so vor unklaren Verhaltensmustern und nicht nachvollziehbarer Logik. Hauptaugenmerk von „Inbred“ ist jedoch nicht die klischeebeladene, löchrige Handlung, sondern vielmehr der zeigefreudige Realismus der arg kruden Splatter-Effekte, die vor allem Gorehounds entzücken lassen dürften. Die Bilderflut an optischen Grausamkeiten ist enorm und deuten in ihrer Professionalität kaum noch davon, dass es sich eigentlich bei „Inbred“ um ein kleines Indie-Filmchen handelt, dass gerade einmal eine Million Pfund gekostet haben soll. Ein Fortsetzung ist bereits jetzt offensichtlich und dürfte demnach nicht lange auf sich warten lassen.
 
 
 


 
 
 

Inbred – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Hostel“ und „Wrong Turn“ meet „“2001 Maniacs“ – Derber und geschmackloser Edel-Splatter-Streifen, der aufgrund der exzellent umgesetzten F/X´s vermutlich einzig ausgehungerten Gorehounds munden dürfte.
 
 
 


 
 
 

Inbred – Zensur

 
 
 
Aufgrund der arg zeigefreudigen F/X und der Tatsache, dass Konflikte einzig und allein nur durch Töten bewältigt werden, ist der Film hierzulanden ungeschnitten nicht durch die FSK gekommen. Der hiesige Vertrieb „Mad Dimension“ hat demnach Schnitte vornehmen müssen um eine „keine Jugendfreigabe„-Kennzeichnung erhalten zu können. Während ein Mediabook mit der ungeschnittenen Fassung über Österreich vertrieben wurde, hat es der Rechteinhaber noch einmal wissen wollen und den Streifen ein weiteres Mal ungeschnitten der FSK vorgelegt. Diesmal mit Erfolg – „Inbred“ wurde in der unzensierten Fassung mit dem roten 18er-Flatschen versehen und darf nun regulär und komplett in deutschen Super- und Fachmärkten ausliegen.
 
 
 


 
 
 

Inbred – Deutsche Blu-ray

(Deutsche Erstauflage – geschnitten)

 
 
 
inbred blu-ray

(c) Mad Dimension

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Inbred; Großbritannien 2011

Genre: Horror/Thriller

Ton: Deutsch + Engl. DTS-HD MA 5.1

Untertitel: keine

Bild: 1080p, 2,35:1 (16:9)

Laufzeit: 94 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe – geschnitten!

Verpackung: Edle, schwarze Amaray mit Wendecover

Extras: Making of ohne deutsche Untertitel (50 min)

Release: 12.04.2013

 
 
 
Die Blu-ray aus dem Hause „Mad Dimension“ ist technisch tadellos, wären da nicht die diversen Schnitte, die diese Veröffentlichung im Grunde genommen vollkommen nutzlos machen. Neben einem etwas sehr unkreativ gestalteten Hauptmenü, gibt es auf der vorliegenden Scheibe auch ein umfangreiches 50-minütiges Making of zu bewundern, dem aber leider keine Untertitel spendiert wurden. Außerdem kommt die geschnittene Heimkinofassung, wie aktuell üblich bei Produkten von „Mad Dimension„, mit einem flatschenfreien Wendecover und einer edlen, schwarzen Amaray-Hülle daher. Ob man sich jedoch diese Veröffentlichung unbedingt in das Regal stellen möchte, sollte jeder Filmfreund für sich selbst entscheiden. Bleibt zu erwähnen, dass neben der regulären DVD und Blu-ray, auch eine konvertierte 3D-Blu-ray des Films (ebenso cut) im Handel erhältlich ist. Im übrigen handelt es sich bei der vorliegenden Scheibe um eine vollkommen untertitelfreie Veröffentlichung. Nicht einmal dem Hauptfilm besitzt eine deutsche Untertitelspur – ein absolutes NoGo!
 
 
 

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Inbred – Deutsche Blu-ray

(Deutsche Zweitauflage – ungeschnitten)

 
 
 
Inbred-uncut-Blu-ray

(c) Mad Dimension

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Inbred; Großbritannien 2011

Genre: Horror/Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 1080p, 2,35:1 (16:9)

Laufzeit: 98 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe – ungeschnitten!

Verpackung: Edle, schwarze Amaray mit Wendecover

Extras: Originaltrailer, Trailershow

Release: 31.10.2014

 
 
 
Über ein Jahr nach der Veröffentlichung der Erstauflage hat sich der Rechteinhaber dazu entschlossen eine ungeschnittene Version des Streifens für den deutschen Handel zu veröffentlichen. Die FSK hatte dem Streifen in der ersten Instanz eine ungeschnittene Freigabe verweigert. Das Label legte den Film ein weiteres Mal der FSK zur Kontrolle vor und erhielt überraschenderweise das Go für eine ungeschnittene Veröffentlichung. Die Ausstattung ist bei der Zweitauflage im Grunde genommen identisch – nur die Extras fehlen. Wer das ganze Paket an Bonusmaterial sein Eigen nennen möchte, muss den Umweg über Österreich in Kauf nehmen. Dort wurde der Film ebenfalls ungeschnitten und in deutscher Sprache im Mediabook veröffentlicht. Massig Bonus inklusive.
 
 
 

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Inbred – Trailer

 
 
 


 
 

Hellraiser80

 
 
 

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