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Beiträge mit Schlagwort “Körper-Horrorfilm

Filmkritik: „Wildling“ (2018)

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WILDLING

Story

 
 
 

Ein traumatisiertes Mädchen muss sich nach Jahren der Gefangenschaft in einer ihr fremden Welt zurechtfinden und stellt dabei fest, dass diese neue Welt weitaus gefährlicher ist, als sie es je geahnt hat.

 
 
 


 
 
 

WILDLING – Kritik

 
 
 
Dem Horror-Genre mangelt es nicht an Coming-of-Age-Geschichten, in denen die Pubertät als Fluch beschrieben wird. So passieren nicht selten mit Beginn der Geschlechtsreife Dinge, die für den Betroffenen den Horror bedeuten. Da wird gern mal von Körper-Horror Gebrauch gemacht, um Ängste zu thematisieren, die entstehen, wenn die Schwelle ins Erwachsenendasein überschritten wird. Für viele Filmemacher Grund genug, die Angst vor dem eigenen Körper zum Thema eines Filmes zu machen in dem pubertätsbedingte Veränderungen des Körpers für Chaos und Schrecken sorgen. Genau mit jener Angst beschäftigt sich auch der hier vorgestellte WILDLING, wo ein Mädchen plötzlich zur jungen Frau heranreift und damit für ziemlich viel Wirbel sorgt. Regisseur FRITZ BÖHM hat inszeniert und geschrieben – wohlgemerkt das erste Mal in Spielfilmlänge. Das Resultat kann sich sehen lassen, ist aber nicht tadellos. Etwas Feinschliff und Einfallsreichtum fehlt. Mainstreamzuschauer wird’s aber kaum kümmern. Trotz Indie-Status ist WILDLING eher was für die breite Masse. Ob das gut oder schlecht ist, sollte jeder Zuschauer selbst beurteilen.
 
 
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Was ist hier nur los? Die kleine Anna (BEL POWLEY) hat keine gute Kindheit. Der Vormund (BRAD DOURIF – die Stimme von Chucky, der Mörderpuppe) zieht das Kind fernab der Zivilisation in einer Hütte groß, wo ihr eingebläut wird, dass draußen boshafte Kreaturen leben, die gern Kinder fressen. Demzufolge darf das Mädchen niemals das Haus verlassen und wird vom Vater daheim unterrichtet. Doch alles verändert sich, als Anna die Pubertät erreicht. Um die Geschlechtsreife zu verzögern, spritzt der Vater der Heranwachsenden Mittel, die die Hormone in Schach halten sollen. Leider hat die Verabreichung Nebenwirkungen. Anna wird von Tag zu Tag schwächer und will nur noch sterben. Für den Vater zu viel. Der setzt eine Pistole an, steckt den Lauf in den Mund und drückt ab. Stunden später findet sich die traumatisierte Teenagerin im Krankenhaus wieder, wo sich ihr Polizistin Ellen Cooper (LIV TYLOR aus THE STRANGERS) annimmt, die solange auf das Mädchen aufpassen soll, bis man noch lebende Verwandte gefunden hat. Doch Anna hat viel nachzuholen. Die muss lernen, sich in einer ihr fremden Welt zurechtzufinden. Leider kommt es bald zu Komplikationen, denn die Jugendliche stellt plötzlich körperliche Veränderungen fest, die ihr Angst bereiten. Was ist da nur im Gange?
 
 
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Fragiles und unsicheres Menschenkind auf der Suche nach sich selbst. WILDLING ist ein gutes Beispiel dafür, wie man eine gute Idee in den Sand setzen kann. Während sich die erste, unkonventionelle Hälfte des Films viel Zeit für seine Figuren nimmt und langsam Unbehagen entstehen lässt, in dem man ein Geheimnis um die tatsächliche Herkunft seine Filmheldin webt, verirrt sich die zweite, doch sehr vorhersehbare Hälfte beinahe krampfhaft in ausgelutschten Genre-Bahnen. So wird aus einem feinfühligen Coming-of-Age-Grusler mit Body-Horror-Elemente plötzlich beliebige Kreaturenjagd, die nur ein Ziel kennt: seine Hauptdarstellerin so lange durch Wälder zu hetzen, bis sie nicht mehr laufen kann. Die ist fest der Überzeugung eine Kreatur der Wälder zu sein und beginnt animalischen Instinkten zu folgen, nachdem sie ihre Geschlechtsreife erreicht hat. Eingeschworene Landeier wissen Bescheid und wollen das ohnehin schon verunsicherte Ding ausradieren. So veranstalten bewaffnete Männer zum Schutze der Menschheit eine kompromisslose Jagd, mit dem Ziel die offenbar nichtmenschliche Beute zu töten. Ein unglücklicher Richtungswechsel, denn der zuvor behutsam aufgebaute Mystery-Plot verläuft dabei ins Leere und lässt den Zuschauer mit Fragen zurück. Woher, wieso und weshalb? So wirklich zufriedenstellen wollen die wenigen Anhaltspunkte nicht, die dem Publikum im Finale gegeben werden. Stattdessen werden Logiklöcher mit Leichenbergen gestopft, damit man der Bezeichnung „Horrorfilm“ gerecht werden kann. Somit bleibt WILDLING ein netter Film mit guten Darstellern, der aber weit hinter seinen Möglichkeiten bleibt. Vielleicht hätte man vor dem Dreh noch mal jemanden über das Drehbuch lesen lassen. Dann wäre dem Zuschauer wahrscheinlich der plumpe Ausgang der Geschichte erspart geblieben. Manchmal sind eben die konventionellen Wege nicht immer die besseren.
 
 
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WILDLING – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
GINGER SNAPS meets RAW. Das Horrordrama WILDLING ist ein zweischneidiges Schwert, denn die ersten 45 Minuten sind Top, der Rest eher Flop. Man kann allen Beteiligten nicht vorwerfen in den ihnen zugewiesenen Bereichen nichts zu können. WILDLING macht in technischer Hinsicht einiges her, die Spezialeffekte sind nicht schlecht und auch die Schauspieler wurden hervorragend gewählt. Was leider etwas unglücklich entschieden wurde, ist der Ausgang der Geschichte. Der geht dann doch etwas sehr konventionelle Wege und macht von Werwolf-Elementen Gebrauch. Das ist dahingehend ärgerlich, weil der Film ganz unverbraucht beginnt und es dem Streifen mit allerlei Geheimniskrämerei gelingt die Neugierde des Publikums zu wecken. Hinzukommt, dass man mit Darstellerin BEL POWLEY auch noch eine perfekte Besetzung gefunden hat, die in ihrer Rolle nahezu aufgeht. Die spielt hier eine verunsicherte Figur, die auf der Suche nach sich selbst und ihrer eigenen Bestimmung ist. An ihrer Seite stehen starke Schauspieler wie BRAD DOURIF und LIV TYLOR. Was die Letztgenannte aber dazu bewegt hat in diesem eher für den Independent-Markt gedrehten Film mitzuwirken, dürfte wohl auf immer ein Rätsel bleiben. Viel Gage wird es dafür wohl nicht gegeben haben und auch in Genre-Kreisen dürfte WILDLING eher ein unbeschriebenes Blatt bleiben. Dazu fehlen dem Streifen prägnante Alleinstellungsmerkmale und kluge Neuerungen, die ihn aus der Masse hervorstechen lassen. Vielleicht hätte man die Mystery- und Coming-of-Age-Schiene beibehalten sollen, die WILDLING zu Beginn einschlägt. Der reißerisch inszenierte Horror-Part in der letzten halben Stunde tut diesem Indie-Projekt hingegen leider gar nicht gut, auch wenn nett getrickste Verwandlungsszenen einen Hauch AMERICAN-WERWOLF-Feeling aufkommen lassen. Manchmal sind die leisen und bedachten Töne, die effektiveren.
 
 
 


 
 
 

WILDLING – Zensur

 
 
 
WILDLING ist nicht sehr brutal. Der Heldin fallen Zähne aus und sie knabbert an einigen Menschen. Das alles ist aber nicht sehr hart anzuschauen. Im Finale werden einige Menschen auf unterschiedliche Weise aufgespießt. Hierzulande dürfte WILDLING demnach bereits für Jugendliche ab 16 Jahren geeignet sein.
 
 
 


 
 
 

WILDLING – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei IFC FILMS | MAVEN PICTURES)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Ginger Snaps – Das Biest in Dir (2000)
 
Ginger Snaps II – Entfesselt (2004)
 
Carrie – Des Satans jüngste Tochter (1976)
 
RAW (2016)
 

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Filmkritik: „The Heretics“ (2017)

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THE HERETICS

Story

 
 
 

Eine gewissenlose Sekte erwartet die Niederkunft eines grausamen Dämons, der sich in den vergangenen Jahren an Gloria labte und nun seinen Wirt verlassen will.

 
 
 


 
 
 

THE HERETICS – Kritik

 
 
 
Einmal Horrorfan, immer Horrorfan. Wer fleißig die Indie-Filmszene verfolgt, dürfte bereits mitbekommen haben, dass hier gern mal Filmemacher auf dem Regiestuhl Platz nehmen, die eine ausgesprochene Leidenschaft für Angst und Schrecken besitzen. Nicht selten stecken dahinter Regisseure, die mit den Filmen namhafter Genre-Ikonen aufgewachsen sind und nun selbst versuchen in deren Fußstapfen zu treten. Auch CHAD ARCHIBALD gehört zur Gruppe derer, die sich als eingefleischte Horrorfilmfans bezeichnen und aus Liebe zum Genre Streifen für Liebhaber dieser Filmgattung drehen. So entstand unter seiner Fuchtel bisher ganz brauchbares Zeug, das wir hier schon des Öfteren auf FILMCHECKER besprochen haben. Darunter gehörten die Schocker BITE oder THE DROWNSMAN, welche auf einschlägigen Festivals sogar reichlich Lob erhielten und hierzulande bereits auf dem FANTASY FILMFEST oder im Zuge des HARD:LINE FESTIVALS gezeigt wurden. Aber der Kanadier ist nicht nur als Regisseur unterwegs. Filmemacher CHAD ARCHIBALD ist Multitalent, produziert auch fleißig und fungierte als Geldgeber für Streifen wie BED OF THE DEAD, SEPTIC MAN oder ANTISOCIAL. Wenn das mal kein Arbeitstier ist.
 
 
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Die Reihe kurzweiliger Horrorfilme aus der Mache des ambitionierten Kanadiers wird nun mit dem Okkultstreifen THE HERETICS fortgesetzt. Darin erlebt die attraktive Gloria (NINA KIRI) die Hölle auf Erden. Die wird von einer ominösen Sekte entführt und für ein geheimnisvolles Ritual missbraucht. Doch die junge Frau kann entkommen und versucht trotz Trauma ein normales Leben zu leben. Die Angst spricht sie sich in einer Selbsthilfegruppe von der Seele und findet so Schritt für Schritt den Weg in die Normalität zurück. Doch genau fünf Jahre nach den furchterregenden Vorkommnissen beginnt der Horror von Neuem. Gloria wird abermals von einer vermummten Gestalt entführt und in eine Waldhütte verschleppt. Hier wird sie an Ketten gebunden und durchlebt ein weiteres Martyrium. Offenbar reifte bisher in ihr das Böse heran. Nun will es den Körper verlassen und auf Erden weilen. Das lässt auf Body-Horror in Bestform hoffen. Nur, ob THE HERETICS auch das halten kann, was die ansprechende Inhaltsangabe verspricht? Zumindest Fans okkulten Gruselfutters dürfte gefallen, was hier fabriziert wurde.
 
 
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Die bereits siebte Regiearbeit von CHAD ARCHIBALD handelt souverän ab, was man von einem Horrorfilm neuerem Datum erwartet. Zu sehen gibt es einige gut platzierte Schreckmomente, etwas Gewalt, eine unvorhersehbare Wendung und stimmige Atmosphäre, die wohlige Schauer garantiert. Herzstück des Gruselstreifens sind aber Body-Horror-Elemente mit denen der Filmemacher bereits in BITE ausführlich experimentiert hat. Bei genauerer Betrachtung ist THE HERETICS dem genannten Ekel-Horror von 2015 nicht unähnlich. Auch dort sah sich eine attraktive Dame mit einer nicht greifbaren Bedrohung konfrontiert, die körperliche Veränderungen zur Folge hatte. Gleiches wird auch in THE HERETICS zelebriert, wo sich Filmheldin Gloria nach und nach in eine dämonische Kreatur verwandelt und am Ende nicht mehr ganz so frisch aussieht. Effekttechnisch braucht sich THE HERETICS vor Mainstream-Ware nicht verstecken und auch sonst schaut der Streifen nach deutlich mehr aus, als er wohl gekostet hat. Regisseur CHAD ARCHIBALD schafft mit der eigenen Produktionsfirma Black Fawn Films das, was man eigentlich von den meisten Horrorfilmen erwartet – aber nur den wenigsten gelingt. Er erzählt visuell ansprechend eine kleine Geschichte, die kurzweilig unterhält. Darauf kommt es doch eigentlich an, wenn man Horrorware in den Player schiebt, schließlich will sich niemand von langweiligen Horrorfilmen den Tag verderben lassen. Von langweilig ist THE HERETICS weit entfernt. Archibald beweist ausgeprägtes Gespür für unheilvolle Bilder und überzeugt mit schaurigem Klangteppich. Letzterer lässt hin und wieder zusammenzucken, wenn die Helden im Film von Visionen geplagt werden oder eine eklige Metamorphose ihren Lauf nimmt, während der sich Protagonistin Gloria in eine bemitleidenswerte Kreatur verwandelt. THE HERETICS ist ein Fanfilm und das merkt man auch. Dessen Macher variiert bekannte Horror-Muster und verbeugt sich dabei ehrwürdig vor den ganz großen Schauermaestros der Horrorfilmszene. So erinnert die Hütten-Szenarie nicht unwesentlich an den von SAM RAIMI inszenierten TANZ DER TEUFEL. Aber auch Body-Horror-Experte DAVID CRONENBERG dürfte Pate gestanden haben. Wenn Heldin Gloria im Film nicht definierbare Substanzen erbricht und ihr die Haare ausgehen, sind die kontroversen Ekelmomente aus Cronenbergs DIE FLIEGE nicht weit. Da haben die F/X-Künstler mal wieder ganze Arbeit geleistet. Für Indie-Verhältnisse beachtlich.
 
 


 
 
 

THE HERETICS – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
DIE FLIEGE meet TANZ DER TEUFEL und DER EXORZIST. THE HERETICS ist ein Mix aus den Ekel-Metamorphosen eines DAVID CRONENBERG und den Okkult-Albträumen des WILLIAM FRIEDKIN – visuell verfeinert mit Hütten-Grauen aus der Kreativschmiede des jungen SAM RAIMI. Regisseur CHAD ARCHIBALD dürfte als Heranwachsender viele bekannte Schocker verschlungen und ausreichend studiert haben. Der Filmemacher und Horrorfilmfan ist ein Kind der 80er und mit den meisten wegweisenden Horrorfilmen der VHS-Ära aufgewachsen. Demzufolge spürt man auch bei THE HERETICS die Liebe zum Genre, die den Kanadier seit der Kindheit verfolgt. THE HERETICS ist ein Grusler der alten Schule. Der Film besitzt handgemachte Spezialeffekte, die einfach getrickst wurden, aber keinesfalls ihre Wirkung verfehlen. Zudem überzeugt der Okkult-Streifen hinsichtlich Atmosphäre und Schocks. Die Handlung passt zwar auf einen Bierdeckel, besitzt aber dank Wendungen und ekligen Verwandlungsmomenten genug Höhepunkte, um knapp 90 Minuten bei Laune zu halten. Für Horror-Nerds genau das richtige für kühle Herbst- und Wintertage.
 
 
 


 
 
 

THE HERETICS – Zensur

 
 
 
THE HERETICS hat kaum Gewaltmomente zu bieten. Ein Hals wird durchgeschnitten und ein Messer in einen Körper gestoßen. Das Hauptaugenmerk liegt eher auf die Verwandlungseffekte, die dann teilweise doch schon etwas eklig anzuschauen sind. Zwar erreichen die nicht so eklige Ausmaße wie in BITE. Dennoch wurden sie professionell getrickst, so dass Zuschauer mit empfindlichen Magen besser in der zweiten Filmhälfte die Augen schließen, wenn es zu unappetitlich wird. THE HERETICS hat eine Freigabe für Erwachsene erhalten: keine Jugendfreigabe und ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

THE HERETICS – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) I-ON New Media GmbH (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Heretics; Kanada 2017

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Keine

Bild: 2.35:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 88 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wendecover

Extras: Trailer, Trailershow

Release-Termin: 25.05.2018

 

The Heretics [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

THE HERETICS – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Abbildungen liegen bei I-ON NEW MEDIA)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Bite (2015)
 
Die Fliege (1987)
 
Contracted (2013)
 
Contracted: Phase II (2015)
 
Starry Eyes (2014)
 
Chemical Peel (2014)
 
Thanatomorphose (2012)
 
Septic Man (2013)
 


Filmkritik: „UFO – Es ist hier“ (2016)

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UFO – ES IST HIER

Story

 
 
 
Fünf Filmstudenten machen in den Wäldern eine Begegnung mit der dritten und tödlichen Art.
 
 
 


 
 
 

UFO – Kritik

 
 
 
Hatte Regie-Legende RIDLEY SCOTT etwa noch Zeit, um während der Dreharbeiten zu PREMOTHEUS 2 heimlich an einem Alien-Sequel im Found-Footage-Format zu arbeiten? Zumindest liegt die Vermutung nahe, wenn man sich den Trailer zu UFO – ES IST HIER anschaut. Was hier gezeigt wird, erinnert schon irgendwie an die vielen Plagiate des Science-Fiction-Klassikers ALIEN – DAS UNHEIMLICHE WESEN AUS EINER ANDEREN WELT, der sich vor allem wegen dem von HR GIGER entworfenen Filmmonster einen Platz in den Herzen vieler Filmfans sichern konnte. Selbstverständlich hat RIDLEY SCOTT weder an UFO – ES IST HIER gearbeitet, noch dürfte er den Film überhaupt gesehen haben. Hinter dem Wackelkamera-Krimi steckt nämlich ein deutscher Filmemacher, der bereits mit DIE PRÄSENZ einen kleinen Erfolg feiern konnte. Der deutsche Geisterfilm schaffte es bis in die Kinos und erhielt reichlich Lob. Weil die Rezeptur aus Grusel in Kombination mit Found-Footage gut ankam, wird die Erfolgsformel auch gleich beim nächsten Streich angewandt. UFO – ES IST HIER besitzt all das, was man eben von Filmen dieser Art erwartet. Das bedeutet: schlechte Ausleuchtung, viel Geschrei und natürlich Gewackel, Gewackel und nochmals Gewackel. Doch hat der Film überhaupt etwas Neues zu erzählen?
 
 
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BLAIR WITCH PROJEKT lässt grüßen. Bei UFO handelt es sich um gefundenes – freilich fiktives – Videomaterial, das man 2015 in einer Scheune in den belgischen Ardennen gefunden hat. Darauf zu sehen: die fasziniere Entdeckung einer Gruppe Filmstudenten, die aber auch ihre Letzte sein wird. Eigentlich wollten die Kommilitonen eine Zoo-Dokumentation drehen. Bis sich die Tiere in ihren Käfigen merkwürdig verhalten. Der Grund ist schnell gefunden. Eine rätselhafte Himmelserscheinung macht den Tieren Angst, was aber das Interesse der Studenten weckt. Die vermuten einen herabfallenden Meteor und versuchen den Einschlagsort des Gesteins zu orten. Nach Stunden vergeblicher Suche, findet man den Krater. Doch die Nacht ist schneller da, als gedacht. Weil man die Hand nicht mehr vor Augen sieht, beschließt man das Nachtlager aufzuschlagen und die Untersuchungen am nächsten Tag vorzusetzen. Leider kommt natürlich alles anders, als gedacht. Etwas nicht Menschliches hat im Wald Zuflucht gesucht und ist nicht zu Scherzen aufgelegt. Kein gutes Omen für die fünf Freunde, die den Kampf gegen etwas aufnehmen müssen, das nicht von dieser Welt ist. Ob sie unbeschadet nach Hause finden werden?
 
 
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Besser gut geklaut, als schlecht neu erfunden. Wie bereits schon in THE BLAIR WITCH PROJECT werden Ereignisse pseudodokumentarisch aufbereitet. Der Zuschauer bekommt die Geschehnisse durch die Handkamera zu sehen, die einer der Protagonisten bei der Flucht vor Aliens mit sich führt. Das ist Found-Footage-typisch und nach wie vor eine gute Methode, um den Zuschauer in die Handlung einzubeziehen. Dem wird durch die permanente Egoansicht das Gefühl vermittelt, als wäre er selbst Teil der Gruppe. Leider hat die gewöhnungsbedürftige Ansicht auch so seine Tücken, denn stabile Bilder gibt es nur selten zu sehen. Hinzugesellen sich abrupte Schnitte und konfuses Geschüttel, das vor allem in hektischen Momenten aus dem Ruder läuft und das Folgen der Handlung erschwert. Doch nicht alles ist schlecht. Hervorzuheben wären die gut gewählten Darsteller, die zur Abwechslung auch mal was können. Die scheinen ab und an zu improvisieren, was UFO – ES IST HIER authentisch erscheinen lässt. Authentisch sind auch die simplen, aber immerhin handgemachten Spezialeffekte, die zu keiner Zeit ihre Wirkung verfehlen. Da kommen ominöse Alien-Eier vor die Linse und plötzliches Alien-Tohuwabohu, das wie aus dem Nichts vor die Kamera erscheint, lässt kurz in den Sessel rutschen. UFO erfindet definitiv nicht das Rad neu, macht aber seine Sache nicht unbedingt schlecht. Vergleicht man den Streifen mit den vielen überflüssigen Found-Footage-Filmen der letzten Jahre, kommt diese deutsche Produktion sogar noch besser weg, als so manch übler Wackel-Unsinn aus Übersee. Wer sich beim Vorgänger DIE PRÄSENZ aus der Mache von DANIELE GRIECO gut unterhalten gefühlt hat und immer noch nicht die Nase rümpft, wenn er allein nur das Wort „Found Footage“ liest, macht auch mit UFO – ES IST HIER definitiv nichts falsch. Na also, die Deutschen können auch anders, als immer nur Arthaus, Komödie und Anspruch.
 
 
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UFO – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Joar, ist halt ein Found-Footage-Film – nur eben ein deutscher. UFO – ES IST HIER ist ein Found-Footage-Mix aus THE THING, BLAIR WITCH PROJECT und ALIEN, der mit kleinem Budget große Wirkung erzielen will. Die für dieses Subgenre bekannten Regeln werden eingehalten, Protagonisten verhalten sich nicht immer nachvollziehbar und Handyempfang ist in entscheidenden Momenten nicht vorhanden, wenn Hilfe benötigt wird. Trotz Gewackel, schlechtem Bild und Klischees kann UFO etwas, was vor allem den guten Darstellern zu schulden ist, die so authentisch und sympathisch agieren, dass man meinen könnte, sie schon jahrelang zu kennen. Für knapp 100.000 Euro Budget gibt’s obendrauf seichte Gruselatmosphäre und einige geschickt getrickste Spezialeffekte. Schon beachtlich, wenn man bedenkt, dass man für gleiches Geld in Hollywood gerade mal eine vernünftige Putzfrau bekommt, die nach den Dreharbeiten das Filmset reinigt. Für Fans des mittlerweile zu oft genutzten Found-Footage-Stilmittels durchaus einen Blick wert, weil UFO innerhalb seiner Möglichkeiten einige ganz cleverer Schocks zu bieten hat. Wer ohnehin genervt von Filmen mit Wackel-Gimmick ist, dürfte auch mit UFO – ES IST HIER nichts anzufangen wissen, dafür sträubt sich der Alien-Grusler vor frischen und neuen Ideen. Da kann man nur hoffen, dass Regisseur DANIELE GRIECO als nächstes mal einen richtigen Horrorfilm ohne den unnötigen Found-Footage-Schnickschnack dreht. Könnte vermutlich ein deutsche Indie-Hit werden.
 
 
 


 
 
 

UFO – Zensur

 
 
 
In UFO – ES IST HIER gibt es nicht viel Grausames zu sehen. Der Film hat in seiner ungeschnittenen Dassung eine Freigabe ab 16 Jahren erhalten. Die ist auch berechtigt und angemessen.
 
 
 


 
 
 

UFO – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) M-Square Pictures | daredo (Soulfood)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Ufo – Es ist hier; Deutschland 2016

Genre: Horror, Science Fiction

Ton: Deutsch DD 5.1

Untertitel: Deutsch, Englisch

Bild: 1.78:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 87 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover | Erstauflage im Schuber

Extras: Behind the Scenes – Interviews mit dem Regisseur (deutsch), Behind the Scenes – Interviews mit dem Regisseur (englisch), Audiokommentar des Regisseurs, M-Square Trailershow

Release-Termin: 28.10.2016

 

UFO – ES ist hier [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

UFO – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth

(Die Rechte für alle Grafiken liegen bei M-Square Pictures | daredo (Soulfood))

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Alien Abduction (2014)
 
Absence (2013)
 
The Blair Witch Project (1999)
 


Filmkritik: „The Mind’s Eye“ (2015)

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THE MIND’S EYE

Story

 
 
 

Ein Arzt (JOHN SPEREDAOS aus THE INNKEEPERS und THE HOUSE OF THE DEVIL) ist besessen von Psychokinese. Er macht Jagd auf Menschen mit jener Fähigkeit und extrahiert aus ihren Körpern ein Sekret, das er sich selbst spritzt.

 
 
 


 
 
 

THE MIND’S EYE – Kritik

 
 
 
Wenn Köpfe nur mit Kraft der Gedanken zum Explodieren gebracht werden können, ist DAVID CRONENBERG nicht weit. Der Experte für Body-Horror experimentierte bereits in den frühen 1980ern mit Psychokinese und Telepathie und erschuf mit SCANNERS einen der wohl kontroversesten Genrefilme seiner Zeit, der dem Schöpfer des Körper-Horrors den kommerziellen Durchbruch brachte. Nach zwei Fortsetzungen sowie den Spin-Offs SCANNER COP 1 & 2 wurde es merklich still um das Franchise. Erst in den letzten Jahren kam der Stoff wieder ins Gespräch. SAW-Regisseur DARREN LYNN BOUSMAN hatte Pläne zu einem Remake, verwarf sie aber kurz Zeit später wieder, weil er den Film nicht ohne Cronenbergs Segen machen wollte. Dafür kann man dem lieben Gott nur danken, denn in einer Zeit in der Machern von Horrorfilmen nichts mehr einfällt, tun neue Filmideen Not. Kein weiterer SCANNERS, aber ein Streifen, der dem wegweisenden Sci-Fi-Horror nicht unähnlich ist: THE MIND’S EYE. Der könnte gut und gerne auch als weiteres Sequel der kultigen Filmreihe durchgehen, denn Regisseur JOE BEGOS zitiert hier Altmeister Cronenberg gut, häufig und unübersehbar. Wieder einmal werden Gedanken manipuliert, Köpfe per Gedankenkraft zermatscht oder von telekinetisch bewegten Gegenständen abgetrennt. Freunde nett getrickster Schweinereien wird’s freuen, denn in THE MIND’S EYE geht es alles andere als zimperlich zu.
 
 
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Psychokinetisch veranlagte Menschen haben es in diesem Film nicht leicht. So auch Zack Connors (GRAHAM SKIPPER aus DEMENTIA und WORRY DOLLS) und Rachel Meadows (LAUREN ASHLEY CARTER aus POD und DARLING), die sich auf der Flucht vor einem irren Arzt befinden. Doktor Michael Slovak hat einen Weg gefunden, die mysteriösen Kräfte psychokinetisch begabter Probanten zu extrahieren und Normalsterblichen zu spritzen, damit die über gleiche Fähigkeiten verfügen. Eine effektive Waffe, die man im Krieg einsetzen könnte. Leider fehlen potenzielle Opfer, die man melken kann. Nach langen Recherchen hat man einige ausfindig gemacht und beginnt sie zu jagen. Die werden verschleppt, tagtäglich ruhig gestellt und angezapft. Das gewonnene Sekret spritzt sich der Doktor selbst, der sich nicht nur körperlich verändert. Die Gier nach Einzigartigkeit und Forschung sorgt dafür, dass er allmählich den Verstand verliert. Doch die Opfer können fliehen. Kaum dem Gefängnis entkommen, haben auch schon Handlanger des Herrn Slovak die Witterung aufgenommen. Kein Versteck ist sich, weshalb Zack und Rachel beschließen sich dem Bösen zu stellen. Spätestens dann wird’s blutig.
 
 
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Low-Budget, aber wirklich gut. Man muss kein Genie sein, um zu erkennen, welche Dekade Regisseur JOE BEGOS am Herzen lag. Wie bereits im Vorgängerfilm ALMOST HUMAN sind es mal wieder die 1980er, die es dem Filmemacher angetan haben. THE MIND’S EYE verbeugt sich nicht nur vorm Cronbergschen SCANNERS, sondern schaut auch so aus wie ein Film, der in jener Zeit gedreht wurde. Zudem wird Retro-Feeling durch Stilmittel anderer Altmeister bewirkt. Akustische Anleihen an die Werke des legendären JOHN CARPENTER sind unüberhörbar. Aber auch die für frühere BRIAN DE PALMA-Streifen berüchtigten Kameraspielereien kommen nicht zu kurz. Das wirkt zwar oft etwas dick aufgetragen, hat aber Charme, zumal es Macher JOE BEGOS schafft wenig nach mehr aussehen zu lassen. Das macht sich vor allem bei den handgemachten Effekten bemerkbar. Die sind simpel gestickt, aber verfehlen ihre Wirkung nur selten. Da werden Schädel gespalten, Knochen gebrochen und Köpfe einmal um die eigene Achse gedreht. Der blutige Bilderrausch und die eher unkonventionelle Thematik bringen es auf den Punkt und zeigen mehr als deutlich, was Indie-Kino alles möglich macht. Hier dürfen sich Filmemacher austoben und zeigen was sie wirklich können. Das bedeutet mehr Eigenständigkeit und Erfindungsreichtum – etwas, das wegen diktierten Auflagen großer Studios in kommerziellen Filmen meist nicht möglich ist.
 
 
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In Gesprächen mit der Presse ließ Regisseur JOE BEGOS verlauten, dass ihm die Idee zum Film während der Festival-Tour zu seinem Debüt ALMOST HUMAN kam. Dort wurde er von Fans und Kritikern immer wieder gefragt, was als nächstes kommen wird. Sofort geisterten ihm Gedanken zu einem Rache-Thriller mit telekinetischen Elementen durch den Kopf – etwas, was seiner Meinung nach schon lange niemand mehr auf die Leinwand gebracht wurde. Nach dem Festival-Rummel begann er an einem Skript zu schreiben. Das ging anfangs noch eher in Richtung Home-Invasion-Horror. Doch Begos verwarf die Ideen und machte daraus Science-Fiction-Horror à la DAVID CRONENBERG. Eine gute Entscheidung, wie auch der Regisseur meint. Ihm waren die missratenen Scanners-Ableger ein Dorn im Auge, weshalb er seinen THE MIND’S EYE selbst als eine Art inoffizielle Fortsetzung zum Kulttitel beschreibt. Ganz Unrecht hat er da natürlich nicht. Vergleicht man die überflüssigen Ableger und Spin-offs der bekannten Filmreihe, ziehen die im Vergleich zu THE MIND’S EYE vor allem atmosphärisch definitiv den Kürzeren.
 
 
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THE MIND’S EYE – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
EIN MANN SIEHT ROT meets SCANNERS. Splattriger Indie-Horror für Horrorfans von einem waschechten Fan gemacht. Wer THE MIND’S EYE gesehen hat, wird wissen was gemeint ist. Regisseur JOE BEGOS verbeugt sich vor einer Zeit, in dem sich das Horrorkino enormer Beliebtheit erfreut hat. Nahezu jedes bekannte Horror-Franchise, das von Hollywood in den letzten Jahren neu interpretiert wurde, entspringt den wegweisenden 1980ern. Vor genauer jener Filmära verbeugt sich der Macher von THE MIND’S EYE, der offensichtlich eine Leidenschaft für das Vermischen von Subgenres hegt. Nach Alien-Film und Horrorschocker, kombiniert er nun Cronbergs Körper-Horror mit Rachethematik. THE MIND’S EYE fühlt sich an, wie eine Fortsetzung des Kultfilms SCANNERS. Das kommt nicht von ungefähr, denn Begos bekundete in Interviews, dass er die Sequels der Filmreihe schlecht fand. Dennoch; bei so viel Liebe zum Old School sollten man sich im Klaren sein, dass THE MIND’S EYE nichts fürs verwöhnte Mainstream-Publikum ist. Wer es schnell, hektisch und makellos mag, ist hier falsch. Der Film zitiert Klassiker wie SCANNERS oder TEUFELSKREIS ALPHA. Wer damit nichts anfangen kann, sollte ohnehin diesen Film meiden, denn THE MIND’S EYE richtet sich in erster Linie an alteingesessene Horrorfans, die des aktuellen Horrorfilmmarktes überdrüssig sind.
 
 
 


 
 
 

THE MIND’S EYE – Zensur

 
 
 
Die Splatter-Gemeinde bekommt was geboten. Es werden Köpfe zum Explodieren gebracht, Schädel gespalten und in Köpfe geschossen. Zudem gibt es viel Kleinkram und nett getrickste Spezialeffekte zu sehen. Alles hausgemacht versteht sich. Hierzulande dürfte das THE MIND’S EYE eine Erwachsenenfreigabe bescheren. Keine Jugendfreigabe – ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

THE MIND’S EYE – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Scanners – Ihre Gedanken können töten (1981)
 
Scanners II (1991)
 
Scanners III (1991)
 
Scanner Cop (1994)
 
Scanner Cop II (1995)
 
Teufelskreis Alpha (1978)
 


Filmreview: „Contracted: Phase II“ (2015)

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CONTRACTED: PHASE II

Story

 
 
 
Ein Schäferstündchen mit Folgen: Riley hat sich beim ungeschützten Geschlechtsverkehr mit einem seltsamen Virus infiziert, der seinen Körper faulen lässt. Auf der Suche nach Antworten löst er eine Kettenreaktion aus und infiziert versehentlich Freunde mit einer todbringenden Krankheit
 
 
 


 
 
 

CONTRACTED: PHASE II – Kritik

 
 
 
Angekurbelt durch den weltweiten Erfolg der Horrorserie THE WALKING DEAD kann man mit Zombies momentan ziemlich viel Geld verdienen – auch im Kino. Wie beliebt die Menschenfresser über die Jahre geworden sind, lässt sich an den diversen Kinofilmen erkennen, die in Form von unnötigen Fortsetzungen weitergesponnen werden. So geriet nicht nur der spanische [REC] ins Visier profitgeiler Studiobosse; auch CABIN FEVER oder die RESIDENT EVIL-Leinwandadaption mussten für unnötige Pre- und Sequels herhalten, damit möglichst hohe Gewinne erzielt werden konnten. Ein Weiterer im Kreis der Endlosfilmreihen könnte der britische Horrorfilme CONTRACTED werden. Der überraschte im Jahr 2013 mit ekligem Body-Horror und schwemmte wohl genug Bares in die Kassen, weshalb das Erfolgsrezept noch einmal angewandt werden muss. CONTRACTED: PHASE II heißt der Ableger, der nun aus dem noch jungen Virus-Horror ein richtiges Franchise machen soll. Das könnte vermutlich auch klappen, denn ein offenes Ende lässt abermals erahnen, dass hier weitere Fortsetzungen folgen werden.
 
 
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CONTRACTED: PHASE II knüpft nahtlos an den Vorgänger an. Darin infizierte sich die attraktive Samantha (NAJARRA TOWNSEND) bei ungeschütztem Geschlechtsverkehr mit einem ominösen Infekt, der ihren Körper faulen ließ. Was dem Zuschauer bisher vorenthalten wurde, macht in der Fortsetzung mehr Sinn. Ein Psychopath will den Menschen nichts Gutes und hat einen Virus freigesetzt, der die Menschheit vernichten soll. Leider kommt für die nichtsahnende Samantha jede Hilfe zu spät. Sie erliegt einem Kopfschuss, nachdem sie das Endstadium der Krankheit erreicht hat und zum Zombie mutiert ist. Zurück bleibt Freund Riley (MATT MERCER), der bald feststellen muss, dass er sich ebenfalls mit der todbringenden Bedrohung infiziert hat. Auf der Suche nach Antworten kommt er dem Ursprung allen Übels auf die Schliche, steckt aber Freunde und Familie mit der Krankheit an, damit im dritten Film Zombiebabys auf blutgierige Horrorfans losgelassen werden können.
 
 
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Ekel-Horror 2.0. Die Fortsetzung des britischen Horrorfilms aus der Mache von ERIC ENGLAND (ROADSIDE, MADISON COUNTY und 5 SENSES OF FEAR) ist wieder einer dieser Filme, über die sich die Geister scheiden werden. Das Sequel ist so überflüssig, wie ein Sandkasten in der Sahara, besitzt aber dennoch genug Unterhaltungswert und Schauwerte damit ausgehungerte Gewaltnerds die tägliche Ration Kunstblut zu sehen bekommen. Diesmal zeichnet nicht ERIC ENGLAND verantwortlich. Regie-Newcomer JOSH FORBES versucht sein Glück und liefert kurzweilige Genrekost ab, die dem Vorgänger in nichts nachsteht. Erneut gibt es unappetitliche Metamorphosen zu sehen, die einen gesunden Magen voraussetzen. So werden Würmer erbrochen, Blut gespukt und versehentlich Augäpfel aus Augenhöhlen geschält. Filmemacher JOSH FORBES bringt erneut das vor die Linse, was schon in CONTRACTED gut funktioniert hat mit dem Unterschied, dass die Ekel-Schraube diesmal fester gedreht wird. CONTRACTED: PHASE II zelebriert Body-Horror im größeren Maßstab. Das bedeutet, dass im Film mehr Protagonisten grausame Verwandlungen durchleben, die dank größerem Budget auch öfters auf der Mattscheibe gezeigt werden. Die vielen Spezialeffekte sorgen nur selten für Längen und gönnen dem Zuschauer kaum Verschnaufpausen. Der wird im zügig zusammengeschnittenen Horroraufguss von Szene zu Szene getrieben und dürfte nicht bemerken, dass CONTRACTED: PHASE II im Grunde genommen nur ein weiterer, unnötiger Zombiestreifen ist.
 
 
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Mehr Blut, mehr Tote und weitaus mehr Action. CONTRACTED: PHASE II macht von jenen Regeln Gebrauch, die schon unzählige Horror-Fortsetzungen zu ihrem Vorteil genutzt haben. Das Sequel von CONTRACTED ist in allen Belangen eine Nummer größer. Regisseur JOSH FORBES versucht sich nicht nur in der Abhandlung von Ekel- und Gewaltexzessen; er baut die interessante Grundidee weiter aus. Das hat einen Richtungswechsel zur Folge. So wird aus effektivem Körper-Horror mal wieder Zombie-Terror von der Stange. Ob die noch junge Filmreihe diesen konventionellen Richtungswechsel gut überstehen wird, bleibt abzuwarten. Denn auch wenn CONTRACTED: PHASE II ein solider Horrorfilm ist, gehört die Fortsetzung zu jenen Sequels, auf die man gut und gerne auch hätte verzichten können.
 
 


 
 
 

CONTRACTED: PHASE II – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Blutiger, ekliger und actionreicher! Deftiger Ekel-Horror par excellence, der einen gesunden Magen voraussetzt. CONTRACTED: PHASE II raubt dem Erstling mit überflüssigen Erklärungen die kontroverse Grundlage und steckt das noch junge Franchise in die Zombieschublade. Während im Erstling noch über erschreckende Folgen ungeschütztem Geschlechtverkehrs berichtet wurde, macht der zweite Teil einen Richtungswechsel. So wird aus ekligem Body-Horror x-beliebiger Zombie-Quatsch, der aber immerhin Kurzweil beschert. CONTRACTED: PHASE II hat von allem mehr. Neben neuen unappetitlichen Metamorphosen und mehr Action gesellen sich geifernde Zombies, die in einem weiteren Sequel die Apokalypse auf Erden einleiten dürften. Handwerklich kann man nicht meckern. Auch wenn CONTRACTED: PHASE II enttäuscht, weil er zu sehr ins Zombiefach abgleitet, gefällt die straffe Inszenierung. Zudem verfehlen die gut getricksten (handgemachten) Ekelmomente nicht ihre Wirkung. Trotzdem dürfte dieser Ableger Horrorfans in zwei Lager spalten, hat doch der Erstling gerade wegen fehlender Auflösung vor den Kopf gestoßen und zum Nachdenken angeregt. Jene Wirkung verfehlt das Sequel beim Zuschauer leider gänzlich.
 
 


 
 
 

CONTRACTED: PHASE II – Zensur

 
 
 
Während CONTRACTED noch Glück bei der FSK hatte und für Horrorfans ab 16 Jahren freigegeben wurde, hatte die Fortsetzung da weniger Glück mit einer so niedrigen Freigabe. Da hier Infizierte schaufreudig mit Schusswaffen abgeschossen werden und es hin und wieder blutige Kopfschüsse zu sehen gibt, hat der Film eine Freigabe ab 18 Jahren erhalten. Ungeschnitten und keine Jugendfreigabe.
 
 
 


 
 
 

CONTRACTED: PHASE II – Deutsche Blu-ray

 
 
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(c) Lighthouse Home Entertainment

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Contracted – Phase II; USA 2015

Genre: Horror, Thriller,

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Keine

Bild: 2.35:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 78 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Trailer

Release-Termin: 08.12.2017

 

Contracted – Phase II (Blu-ray) ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

CONTRACTED: PHASE II – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken und Abbildungen liegen bei Lighthouse Home Entertainment)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Contracted (2013)
 
Thanatomorphose (2012)
 
Cabin Fever 3 (2013)
 
Die Fliege (1986)
 
Thinner – Der Fluch (1996)
 
Lizard – Die totale Mutation (1990)
 


Filmkritik: „Starry Eyes“ (2014)

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STARRY EYES

Story

 
 
 
Ein Anruf aus der Hölle verändert das Leben der erfolglosen Schauspielerin Sarah maßgeblich. Sie wird zu einem Vorsprechen eingeladen, das ihr zwar alles abverlangt, jedoch die Möglichkeiten eröffnet in der schillernden Welt Hollywoods Fuß fassen zu können …
 
 
 


 
 
 

STARRY EYES – Kritik

 
 
 
Es ist immer wieder schön zu sehen, dass es da draußen immer noch Filme gibt, von denen man sich nicht viel verspricht und die letztendlich überraschen, weil sie eine unerwartete Richtung einschlagen. STARRY EYES ist so ein unentdeckter Diamant, der mit zwei gegensätzlichen Filmhälften die Gunst der Horrorgemeinde für sich gewinnen möchte und sich aber damit nicht nur Freunde macht. Hier wird Gewalt ganz groß geschrieben, was vor allem zartbesaitete Angsthasen tief in den Filmsessel rutsch lassen dürfte, schließlich werden für STARRY EYES harte Nerven und eine Vorliebe fürs Grobe vorausgesetzt. Die beiden Drehbuchautoren und Regisseure KEVIN KOLSCH und DENNIS WIDMYER machen seit geraumer Zeit gemeinsame Sache und haben in den letzten Jahren schon so einige Filmprojekte zusammen auf die Beine gestellt. Leider haben sie damit nicht den Erfolg ernten können, den sich das Duo vermutlich gewünscht hätte. Grund genug mal Tacheles zu reden und im Horrorfilm STARRY EYES mit der rücksichtslosen Geldmaschinerie Hollywoods abzurechnen, wo kreative Filmemacher und Schauspieler ihre Seele an profitgeile Produzenten verkaufen müssen, um überhaupt einen Fuß in der Traumfabrik bekommen zu können. So ähnlich ergeht es Protagonistin Sarah im Film. Sie durchlebt Dank hervorragender Spezialeffekte und einer Menge Ekel-Make-up eine groteske Metamorphose vom ehrgeizigen Traumtänzer hin zur gewissenlosen Karrierefrau, die am Ende sogar die besten Freunde für ihr Ziel unter die Erde bringt.
 
Sarah lebt in L.A., verdient sich mit einem schlecht bezahlten Kellnerjob ein paar Dollar, damit sie die Miete für eine kleine Wohnung bezahlen kann, die sie sich mit der besten Freundin teilt. Doch zufriedengeben will sie sich damit nicht. Sie bewirbt sich wahllos für Vorsprechen in unbedeutenden Filmen und hofft, irgendwie Fuß in die schillernde Traumwelt Hollywoods bekommen zu können. Für eine Rolle im Film „Silver Scream“ setzt sie alles auf eine Karte und spricht bei einem Casting vor, das ihr bisher erfolgloses Leben auf den Kopf stellen wird. Der Produzent ist von Sarahs Talent begeistert, fordert jedoch Opfer, die die ehrgeizige Frau in Kauf nimmt, um endlich auch im Rampenlicht stehen zu können.
 
HOUSE OF THE DEVIL lässt grüßen, denn STARRY EYES orientiert sich in seiner Machart an die großen B-Klassiker der 1970er- und 1980er, die bereits 2009 von TI WESTS (THE SACRAMENT) im genannten Okkult-Horror eindrucksvoll gehuldigt wurden. Ob nun preisgekröntes Poster, eingängiger Synthesizer-Soundtrack oder handgemachtes Splatter-Gematsche; STARRY EYES hat all das, was klassisches Horrorkino aus jenen Dekaden zu bieten hatte und dürfte vor allem jene Nostalgiker begeistern, deren Herz am Old-School-Horror hängt. Das Massenphänomen Crowdfunding hat dazu beigetragen, dass das Projekt überhaupt verwirklicht werden konnte. Wie bei so einigen Indie-Produktionen (u.a. AMERICAN BURGER) aus letzter Zeit musste auch STARRY EYES durch Spendengelder teilfinanziert werden, damit der Streifen überhaupt fertiggestellt werden konnte. Dass wenig Geld zur Verfügung gestanden hat, ist dem Film aber nicht anzusehen – ganz im Gegenteil, die Produktion befindet im Gegensatz zu den meisten B-Movies auf technisch beachtlichem Standard und hat sogar noch gute Schauspieler zu bieten, die zur Abwechslung auch noch Ahnung vom Schauspielen haben. Allen voran ALEX ESSOE, die mit beängstigender Intensität eine verzweifelte Jungaktrice verkörpert, die alles tut, um ihrem Traum ein Stück näher kommen zu können.
 
Man nehme 70er-Okkult-Horror, kopiere etwas Cronenbergschen Body-Horror und füge die Brutalität des neuen französischen Terrorkinos dazu. Fertig ist STARRY EYES, ein Film der gemächlich beginnt und am Ende mit reichlich Gewalt wachrüttelt. Auch wenn die eigentliche Botschaft des Streifens am Ende zugunsten blutrotem Todesreigen an Wichtigkeit verliert, dürften KEVIN KOLSCH und DENNIS WIDMYER das erreicht haben, was sie wohl erreichen wollten: über STARRY EYES wird gesprochen. Wer offen für Filmexperimente ist sollte einen Blick riskieren – aber vorsichtig: dieses Horror-Drama hat es in sich!
 
 
 


 
 
 

STARRY EYES – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
Schockierend, ekelerregend und kontrovers: STARRY EYES ist kein Film den man sich auf nüchternen Magen anschauen sollte. Die beiden Regisseure KEVIN KOLSCH und DENNIS WIDMYER haben einen haarsträubenden Genre-Mix auf Zelluloid verewigt, der ganz souverän mit der amerikanischen Filmindustrie abrechnet. Zwischen düsterer Okkult-Thematik, harten Slasher-Praktiken und widerlichem Body-Horror kritisieren die Macher das knallharte Business der schillernden Traumfabrik und decken auf, was Arbeitnehmern fernab Hollywoods nicht sonderlich neu sein dürfte. Trotzdem, STARRY EYES lebt von der Prämisse, dass er ab Filmmitte unerwartet das Genre ändert, was sich vor allem bei unvorbereitete Zuschauern zu einer nervenaufreibenden Prozedur entwickeln kann. Aus einem anfänglich deprimierenden Drama wird knüppelharter Brutalo-Horror, der nicht selten an die Gewalt-Eskapaden des neuen französischen Terrorkinos erinnert. Wer damit leben kann, dürfte mit der abgrundtief bösen Abrechnung gut unterhalten werden, schließlich sorgt der unerwartete Wechsel vom Drama zum Horror dafür, dass STARRY EYES in Erinnerung bleibt – etwas, dass kaum noch neueren Horrorfilmen heutzutage gelingen will.
 
 
 


 
 
 

STARRY EYES – Zensur

 
 
 
Rechteinhaber TURBINE MEDIEN konnte eine ungeschnittene Freigabe bewirken. Ab Filmmitte ist STARRY EYES vollgepackt mit grafischen Gewaltmomenten, die nicht ohne sind. Da wird mit einer Hantel das Gesicht einer Protagonistin eingeschlagen. Außerdem werden Körper mit einem Küchenmesser bearbeitet, was schon ziemlich grenzwertig bebildert wurde. Zudem schaut der körperliche Zersetzungsprozess von Heldin Sarah reichlich unappetitlich aus, so dass es doch ein wenig verwundert, warum STARRY EYES hierzulande von der FSK in kompletter Form freigegeben wurde. Keine Jugendfreigabe!
 
 
 


 
 
 

STARRY EYES – Deutsche Blu-ray

 
 
 
starry-eyes-limited-edition

(c) Turbine Medien (Limitiertes Digipack mit DVD, Blu-ray und Soundtrack-CD)

 
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(c) Turbine Medien (Kaufhaus-Blu-ray)

 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Starry Eyes; USA 2014

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 7.1., Deutsch DTS 5.1., Englisch DTS-HD MA 7.1., Englisch DTS 5.1

Untertitel: Deutsch für Hörgeschädigte, Deutsch, Englisch

Bild: 2.35:1

Laufzeit: ca. 98 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Einfache Auflage: KeepCase mit Wendecover / Luxus-Auflage: Limitiertes Digipack

Extras: Audiokommentar mit den Regisseuren Kevin Kölsch & Dennis Widmyer und demProduzenten Travis Stevens, 10 unveröffentlichte Szenen mit deutschen Untertitel, Making of: Soundtracks, Casting-Video: Alex Essoe, Fotoshow: Hinter den Kulissen, Teaser, Trailer (USA) & (D) / Limitiertes Digipack zusätzlich mit Soundtrack-CD

Release-Termin: Kaufhaus-Fassung: 03.04.2015 / Limitiertes Digipack: 13.03.2015

 

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STARRY EYES – Trailer

 
 

 
 
 

Hellraiser80

 
 
 
Ähnliche Filme:
 
Black Swan (2010)
 
Irreversible (2002)
 
Suspiria (1977)
 
House of the Devil (2009)
 


Filmkritik: „Chemical Peel“ (2014)

Chemical-Peel-2014
 
 
 

CHEMICAL PEEL

Story

 
 
 
Der Tod kommt auf leisen Sohlen: Nach einem Zugunglück tritt Giftgas aus den Wagons und bahnt sich den Weg zu einer abgeschiedenen Hütte in der sechs Freundinnen einen Junggesellinnenabschied feiern. Die verbarrikadieren sich im Haus und warten auf Rettung.

 
 
 


 
 
 

CHEMICAL PEEL – Kritik

 
 
 
Immer wieder gern gesehen und im Genre doch stark vernachlässigt: Body-Horror. Zuletzt hat den ELI ROTH vor bereits zwölf Jahren mit CABIN FEVER recht erfolgreich aus der Versenkung geholt, bevor er sich mit cineastischen Filmgurken wie HOSTEL 2 (2007) oder THE GREEN INFERNO (2013) selbst in Aus katapultierte. Weil sich der Virus-Schocker gut verkaufen lies, mussten zwei Fortsetzungen folgen, die aber nicht mehr an die Popularität des Erstlings anknüpfen konnten.
 
Trotz eher zwiespältigen Ruf und bisher durchwachsenem Schaffen hat sich ROTH mittlerweile eine treue Fanbase aufbauen können, zu der vermutlich auch Regisseur HANK BRAXTAN gehören dürfte. Der hat sich für seinen CHEMICAL PEEL ziemlich unverfroren bei CABIN FEVER bedient und im Gegensatz zum Hütten-Horror äußerst kreativ am Ekel-Faktor geschraubt, damit sich dem Zuschauer möglichst schnell der Magen umdreht. Ein Zugunglück und austretendes Giftgas wird hier für eine unvorhersehbare Kette von Ereignissen verantwortlich gemacht, die für sechs Protagonistinnen ein tödliches Ende zur Folge haben wird. Die wollten eigentlich irgendwo abgeschieden einen Junggesellinnenabschied feiern, werden aber in einem Ferienhaus von giftigem Nebel überrascht, der Lungen verätzen lässt und aus Organen Mett macht. Für Horror-Fans eine feine Sache bringt doch BRAXTAN teils ziemlich unappetitlichen Melt-Horror (= Horror in dem Körper zerlaufen oder zerfließen) zurück auf die Mattscheibe, der seit PLANET SATURN LÄSST SCHÖN GRÜSSEN (1977) und dem kultigen Indie STREET TRASH (1987) leider ziemlich rar im Horror-Bereich geworden ist.
 
In CHEMICAL PEEL werden nicht nur Reizmägen auf eine harte Probe stellt. Sechs Bilderbuch-Zicklein haben sich ausgerechnet jenen Tag für Anfeindungen und Intrigen ausgesucht, an dem ihr letztes Stündlein geschlagen hat. Kein leichtes Unterfangen für den Zuschauer, dessen Geduld durch unerträglichen Zicken-Terror überstrapaziert wird, schließlich wird hier nicht selten gegackert wie im Hühnerstall, was CHEMICAL PEEL nicht sonderlich förderlich ist. Die Mädchen kramen nach längst vergessenen Geschichten, um sich gegenseitig in die Enge treiben zu können. Es werden Rachepläne geschmiedet und an eigenes Wohl gedacht. Vertraut ist sich am Ende hier keine der Anwesenden, obwohl anfänglich eigentlich von Freundschaft gefaselt wird. Stattdessen legt man sich gegenseitig Steine in den Weg, was in einer Situation wie der in CHEMICAL PEEL logischerweise kaum von Nutzen sein dürfte.
 
Unsympathische Charaktere müssen spektakulär sterben. Eine Regel, die sich im Horrorfilm immer wieder großer Beliebtheit erfreut. Macher HANK BRAXTAN macht es schwarzhumorig und verpasst seinen Terror-Ziegen einen makabren und ebenso blutigen Denkzettel. Nach einer erfolgreichen Flucht vor der biologischen Gefahr und endlosen Diskussionen später, geht es denn Frauen an den Kragen. Die tödlichen Dämpfe verschaffen sich einen Weg von draußen nach innen und sorgen für reichlich groteske Melt-Momente, die das Herz eines jeden Splatterfans schneller schlagen lassen dürften. So darf sich der Gorehound an einer Brechreiz erregenden „Wechseldusche“ einer Heldin erfreuen, die nur der Vorbote einiger Extravaganzen ist, die CHEMICAL PEEL dann doch besser machen, als man anfangs wahrscheinlich vermutet hat.
 
 
 


 
 
 

CHEMICAL PEEL – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
CABIN FEVER meets STREET TRASH. CHEMICAL PEEL ist garantiert nichts für schwache Reizmägen, denn hier erbrechen Heldinnen die eigenen Innereien und waschen sich bei einer Dusche mit chemisch verseuchtem Wasser das Fleisch von den Knochen. Der Ekel-Horror ist zurück, wenngleich er auch unter einigen Schwächen zu leiden hat. Die sind hier im Drehbuch zu suchen, denn im Falle von CHEMICAL PEELING haben mal wieder ziemlich viele kreative Köpfe an der Umsetzung gefeilt, so dass der Horror-Brei etwas versalzen wurde. Die Protagonisten sind das Problem, denn der Zuschauer bekommt hier intrigantes Geschnatter vor die Linse, das so ziemlich schnell zu nerven beginnt. Immerhin findet Regisseur HANK BRAXTAN im letzten Drittel die Zicken-Notbremse und entschädigt mit handwerklich souverän inszeniertem und schwarzhumorigem Splatter-Quatsch. Am Ende stellt sich die Frage, warum es von Melt-Horror eigentlich nicht mehr Streifen ähnlicher Machart gibt. In Zeiten immer wieder gleicher Rache, Folter- und Slasher-Gurken bietet so ein Schmelz-Schocker endlich mal nötige Abwechslung.
 
 
 


 
 
 

CHEMICAL PEEL – Zensur

 
 
 
In CHEMICAL PEEL geht es recht deftig zu. Ein unfreiwilliger Kopfschuss, blutiger Husten und zermatschte Köpfe. Alles recht explizit und zeigefreudig. Wir gehen von einer ungeschnittenen „keine Jugendfreigabe“ aus.
 
 
 


 
 
 

CHEMICAL PEEL – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Septic Man (2013)
 
Thanatomorphose (2012)
 
Street Trash (1987)
 
Slime City (1988)
 
Body Melt (1993)
 


Filmreview: „Contracted“ (2013)

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CONTRACTED

Story

 
 
 
Samantha schaufelt sich ihr eigenes Grab: Bei einem One Night Stand vergisst sie, zu verhüten und infiziert sich mit einer seltsamen Krankheit. Die frisst sich rasend schnell durch ihren Körper und sorgt für körperlichen Zerfall …
 
 
 


 
 
 

CONTRACTED – Kritik

 
 
 
Es mag ja immer wieder Überraschungen im Horrorgenre geben. Noch überraschender ist es aber, wenn ein Regisseur mit cineastischen Schrott Fuß im Filmbusiness gefasst hat, danach aber kurioserweise nur noch gute Filme dreht. ERIC ENGLAND ist so ein Ausnahmetalent. Der hat nämlich mit dem unsäglich miesen MADISON COUNTY (2011) Slasher-Fans den Spaß am Backwood-Horror verdorben, danach alle mit seinem Beitrag zur sehenswerten Kurzgeschichtensammlung CHILLING VISIONS: 5 SENSES OF FEAR (2013) eines Besseren belehrt. Nun kommt mit CONTRACTED wieder ein Werk in den Handel, bei dem ENGLAND Regie übernommen hat und interessanterweise ist auch dieser Streifen wirklich gut geworden. Diesmal hat sich der Macher des Körperhorrors bedient. Den hat bereit Horror-Legende DAVID CRONENBERG virtuos beherrscht und Kultfilme wie RABID (1977) oder SCANNERS (1981) in die Kinos gebracht, die heute zur Grundausstattung jeder DVD-Sammlung gehören. Zu seinem bekanntesten Schaffen gehört jedoch zweifelsohne das Hochglanz-Remake von DIE FLIEGE (1986), das ihm unweigerlich zum Meister des Body Horrors krönte. Dort durchlebte Hauptdarsteller JEFF GOLDBLUM eine markerschütternde Metamorphose vom Mensch zur Fliege, die vielen Filmfans heute noch durch ekelerregende Make-Up-Künste in Erinnerung sein dürfte.
 
Ähnliches erlebt auch CONTRACTED-Protagonistin Samantha (NAJARRA TOWNSEND). Die verwandelt sich zwar nicht zum Killerinsekt, steckt sich stattdessen aber mit einer nicht näher beschriebenen Krankheit an. Auf einer Privatparty wird sie von einem Fremden durch Drogen gefügig gemacht und findet sich wenig später bei einem Schäferstündchen auf dem Rücksitz eines Autos wieder. Als sie am nächsten Morgen wieder zu sich kommt, spürt sie merkliche Veränderungen an sich und in ihrem Körper. Erst klagt sie über abnormal blutigen Ausfluss; später bemängelt ihr Arzt den ungewöhnlich langsamen Herzschlag. Der körperliche Zerfall schlägt sich aber nicht nur auf Samanthas Gemüt nieder. Auch die privaten Beziehungen zu Mutter (CAROLINE WILLIAMS – Die Scream-Queen aus TEXAS CHAINSAW MASSACRE 2) und Girlfriend Nikki (KATIE STEGEMAN) haben erheblich unter der “Verwandlung” der Unwissenden zu leiden. Als der Infizierten am dritten Tag Maden aus der Vagina fallen und Freundin Nikki vom Seitensprung erfährt, überschlagen sich die Ereignisse.
 
CONTRACTED ist der beste Beweis dafür, wie wichtig es doch ist von Kondomen Gebrauch zu machen. Denn hätte Heldin Samantha eines dieser Verhüttungsmittel zur Hand gehabt, wäre ihr so Manches erspart geblieben. Das suggeriert auch das Behandlungszimmer des Frauenarztes, in dem es vor Verhütungs-Broschüren und Flugblättern nur so wimmelt, damit sich die unachtsame Samantha auch wirklich richtig schäbig fühlt. Wie bereits bei der erwähnten DIE FLIEGE-Neuverfilmung funktioniert auch in CONTRACTED (der laut Twitter-Account des Regisseurs kein Remake des kanadischen Indie-Eklers THANATOMORPHOSE von ÉRIC FALARDEAUIST ist) die schleichende Verwandlung vom Mensch zur Bestie erheblich gut. Dabei bleibt bis kurz vor Ende im Unklaren, zu welchem Resultat die Infizierung führen wird. Endet CONTRACTED im Monster-Chaos oder haben wir es hier einfach nur mit einer Krankheit zu tun, die irgendwann zum Tod führen wird. Fragen, die ENGLAND erst in den letzten Sekunden lüftet. Bis dahin erlebt der Zuschauer allerhand unappetitliche Szenen, die nicht selten ziemlich unangenehm auf den Magen schlagen. Da fallen Zähne aus, Augen beginnen ekelhaft zu eitern und Haare fallen büschelweise vom Kopf. Bei derart abstoßenden Momenten geraten empfindsame Reizmägen schon einmal außer Kontrolle. Das beweist aber nur, dass das Effekte-Team perfekte Arbeit geliefert hat. Am Ende sehen wir, wie eine anfänglich makellose Frau zu einem widerlichen Etwas mutiert ist und es bleibt die Erkenntnis, dass nur Kondome vor unschönen Geschlechtskrankheiten schützen.
 
 
 


 
 
 

CONTRACTED – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
CONTRACTED ist kein Film für Hypochonder oder empfindliche Mägen. Ein Film, der mit solider Idee und vielen Ekelmomenten punktet und vielleicht gerade aufgrund dessen durchweg spannend und interessant bleibt. Ein großes Lob gilt an dieser Stelle dem Make-Up-Team, das beachtliche Arbeit geleistet hat. Denn deren Künste sind das eigentliche Geheimnis dieses Ausnahmefilmchens. Von daher: CONTRACTED ist ziemlich gutes und ekelerregendes Horrorkino für Erwachsene – Geheimtipp!
 
 
 


 
 
 

CONTRACTED – Zensur

 
 
 
CONTRACTED ist zwar nicht sonderlich brutal, die körperlichen Veränderungen der Protagonistin haben es jedoch ganz schön in sich. Das ist wahrlich nicht jedermanns Sache. Demzufolge ist CONTRACTED mit FSK16 in den Handel gekommen – ungeschnitten natürlich. Weil auf der Heimkinoveröffentlichung „böse“ Trailer zu finden sind, musste die Freigabe der erhältlichen Scheibe jedoch heraufgestuft werden. Diese ziert der rote KJ-Flatschen.
 
 
 


 
 
 

CONTRACTED – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Mad Dimension

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Contracted; USA 2013

Genre: Drama, Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Keine

Bild: 2.35:1

Laufzeit: ca. 84 Min.

FSK: Film: FSK16 / Aufgrund des Bonusmaterials der Blu-ray: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Trailershow

Release-Termin: 06.03.2015

 

Contracted [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAON kaufen

 
 
 


 
 
 

CONTRACTED – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Thanatomorphose (2012)
 
Die Fliege (1986)
 
Thinner – Der Fluch (1996)
 
Lizard – Die totale Mutation (1990)