Filmreview: „The Frankenstein Theory“ (2013)

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THE FRANKENSTEIN THEORY

Story

 
 
 
Professor John Venkeheim ist regelrecht besessen von der Vorstellung, dass die Schriftstellerin Mary Shelley sich für ihren „Frankenstein“-Roman von geschichtlichen Fakten hat inspirieren lassen und das die Erzählung auf reelle Ereignisse zurückzuführen ist. Aufgrund seines Eifers hat er bereits kürzlich sein Amt an einer der renommiertesten Universitäten Amerikas verloren und versucht nun mittels einer Dokumentation all die Skeptiker von der Echtheit des mysteriösen Wesen zu überzeugen, die bisher der Meinung waren, dass Venkeheim mit seinen Theorien nicht ganz auf geistiger Höhe zu sein scheint. Um seinen akademischen Ruf retten und die Beweise aus Zelluloid bannen zu können, beauftragt er ein Kamerateam, dass ihn bei seiner Exkursion in das verschneite Kanada begleiten soll. Dort wurde die Kreatur angeblich zuletzt gesichtet, die einst einem schrecklichen Experiment entkommen konnte und nun mordgierig durch die winterliche Einöde Nordkanadas umhergeistern soll …
 
 
 


 
 
 

THE FRANKENSTEIN THEORY – Kritik

 
 
 
Schon etwas sehr hanebüchen, wenn eine MOCUMENTARY (also eine fiktive Dokumentation) dem Zuschauer einbläuen möchte, dass der Roman einer gewissen Mary Shelley keiner Fiktion entspringen, sondern auf wahren Begebenheiten beruhen soll. Bei derart sinnbefreiten Idee fragt sich der Zuschauer natürlich unweigerlich, woher eigentlich amerikanische Drehbuchautoren und Skriptschreiber die Drogen hervorkramen, die sie eingenommen haben müssen, um derart Nonsens zu Papier bringen zu können und welch üble Geschichten denn in Zukunft noch alles ihren Weg in die weltweiten Heimkinos finden werden. Bereits im Jahre 2001 haben findige Nachwuchsfilmer das Mittel der Medienmanipulation kongenial für ihren Film nutzen können. Das BLAIR WITCH PROJECT war eines der ersten (und vermutlich auch einzigen) Werke, das bereits im Vorfeld für Furore sorgte und es erstaunlich selbstsicher schaffte, Filmfans einzutrichtern, dass irgendwo in den Wäldern Amerikas eine mysteriöse Hexe ihr Unwesen treiben soll. Zehn Monate nachdem die Regisseure DAN MYRICK und ED SANCHEZ ihren Film fertiggestellt hatten, stellten sie eine Webseite ins Internet, auf welcher sie als Tatsachenbericht getarnt, über das Verschwinden dreier Studenten informierten, die einen Dokumentarfilm über die berüchtigte „Blair“-Hexe auf Zelluloid bannen wollten. Mittels fiktiver Interviews versuchten die Filmemacher den Besuchern jener Webseite glaubhaft zu machen, dass irgendwo in den Wäldern wirklich eine derart ominöse Präsenz hausen würde und die unweigerlich mit dem Verschwinden jener Kids in Verbindung stehen sollte. Die Täuschung war perfekt, sodass Filmfans weltweit von der Echtheit des Falls überzeugt waren und in die landesweiten Lichtspielhäuser strömten, um das vermeintlich von den Studenten gefilmte und gefundene Bildmaterial bewundern zu dürfen, was DAN MYRICK und ED SANCHEZ letztendlich zum bekannten Kino-Hit mit dem Titel BLAIR WITCH PROJECT zusammengeschnitten hatten.
 
Ganz so groß und raffiniert, wie THE BLAIR WITCH PROJECT kommt THE FRANKENSTEIN THEORY natürlich nicht daher, viel zu sehr wirkt die Ausgangssituation an den Haaren herbeigezerrt, sodass der Filmfreund bei derart Kontext nur unverständlich mit dem Kopf schütteln dürfte, den uns hier die Macher von THE LAST EXORCISM aufzutischen versuchen. Immerhin wissen sie diesen vollkommen blödsinnigen Hirnshit halbwegs ansprechend zu verpacken, den es lässt sich wahrlich nicht leugnen, dass THE FRANKENSTEIN THEORY durchaus kurzweilig zu unterhalten weiß. Zu verdanken ist dieser Fakt, den trefflich gewählten Protagonisten, die durchweg glaubhaft und sympathisch in Erscheinung treten. Gott sei Dank hat es der Zuschauer hier mit halbwegs gestandenen Persönlichkeiten zu tun – ein teen´reskes Gebrabbel und planloses Umhergekreische darf demnach hier ausgeschlossen werden, was den Film durchaus positiv aufzuwerten weiß. Trotzdem obliegt auch THE FRANKENSTEIN THEORY den obligatorisch klischeebehafteten Genre-Regeln. Da werden natürlich Exkursionen in die verschneite Winterlandschaft nicht im Team vollzogen, sondern getrennt. Nachdem das Filmteam auf das sagenumwobene Monster stößt und den ersten Toten zu beklagen hat, soll Hilfe angefordert werden. Hier wird natürlich nur ein Crew-Mitglied in die Ödnis geschickt, das nun dringend Hilfe suchen soll. Allein lässt sich scheinbar der korrekte Weg durch das schneebdeckte Kanada besser finden, als im Doppelpack. Zudem fragt man sich als Zuschauer ohnehin die ganze Zeit, warum die Beteiligten bei einer derart Bedrohung nicht unweigerlich versuchen ihr Equipment zusammenzupacken, um in den nächstliegenden Ort per Fußmarsch zu pilgern. Stattdessen machen Sie es sich tagelang in des Monsters Holzhütte gemütlich – verständlich, dass die Kreatur keinen Spaß mit den unwillkommenen Gästen versteht.
 
Apropos Monster; das gibt es natürlich auch im Film zu sehen und hat, wie so oft in derart Produktionen, augenscheinlich bis kurz vor Ende Sendepause. Erst dann führen die Gegebenheiten ins Absurdum und das Wesen erhält einige Sekunden Screentime. Wer aber hier meint glaubhaft ausufernde Creature-Effekte serviert zu bekommen, dürfte ersichtlich enttäuscht werden. Die Anwesenden protokollieren die Interaktionen der mysteriösen Roman-Kreatur mit ihrer Kamera aus der Entfernung, sodass sich das Ding kaum erkennen lässt und eher eine aufdringliche Ähnlichkeit mit einem tollwütigen Neandertaler besitzt, der planlos durch den Schnee stapft und dabei unsittliche Laute von sich gibt. Eine unfreiwillige Komik lässt sich hier nicht leugnen, machen gerade die vollkommen unspektakulären Auftritte des Wesens, die eigentlich hervorragend-klaustrophobische aufgearbeitete Stimmung des Films zunichte. Hier hat man wahrlich etwas Spektakuläres erwartet, zumal man als Zuschauer wieder einmal nicht verstehen kann, warum ausgerechnet immer dann, wenn die Bedrohung seinen obligatorischen Auftritt erhält, Kameras unentwegt stören, wackeln oder ausfallen müssen.
 
THE FRANKENSTEIN THEORY ist eine kleine Enttäuschung. Die Atmosphäre wird Schritt für Schritt aufgebaut und punktet mit beklemmender Intensität; die traumhafte aber dennoch ausweglose Schneelandschaft offenbart ein bedrückendes Gruselerlebnis das durchaus seine Momente besitzt. Eigentlich gibt es bei THE FRANKENSTEIN THEORY kaum etwas Nennenswertes zu bemängeln. Die gefakte Dokumentation im aktuell so beliebten Found Footage-Stil ist stimmig erzählt, gut bebildert und glaubhaft gespielt. Wäre da nicht das vollkommen lächerliche Monster, dass im Verlauf des Films für Zucht und Ordnung sorgt und die Beteiligten zwanghaft in den Tod meucheln muss. Hierbei wäre weniger Schaufreudigkeit mehr gewesen. Denn nachdem sich das Ding das erste Mal vor der Kamera blicken lässt, geht es mit dem hier vorliegenden THE FRANKENSTEIN THEORY auch merklich bergab. Für einen derart plakativen Filmtitel ist der hier bebilderte Höhlenmensch, den Regisseur ANDREW WEINER in seinem Film versucht dem Zuschauer zu verkaufen, eine mehr als dreiste Unverschämtheit. Immerhin, und das muss man dem Film zugute halten, lässt er dem Zuschauer genug Interpretationsspielraum. Handelt es sich hier wirklich um das besagte Monster aus dem Roman oder um eine vollkommen andere, unbekannte Gestalt. Dieser Frage beantwortet THE FRANKENSTEIN THEORY nämlich leider vollkommen unzureichend, was hoffentlich KEIN überflüssiges Sequel/Prequel zur Folge haben wird!
 
 
 


 
 
 

THE FRANKENSTEIN THEORY – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Found Footage Dokumentation mit einem zugegeben entäuschenden Monster – Durchschnittware ohne Überraschungen!
 
 
 


 
 
 

THE FRANKENSTEIN THEORY – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung ist ungeschnitten und trägt das FSK16-Kennzeichen. Kein Wundern, denn grausame Schauwerte sucht man hier vergebens.
 
 
 


 
 
 

THE FRANKENSTEIN THEORY – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Mad Dimension

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Frankenstein Theory, USA 2013

Genre: Horror, Science Fiction

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: keine

Bild: 1.78:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 87 Min. (uncut)

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Trailershow

Release-Termin: 23.05.2014

 
 
 

The Frankenstein Theory [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

THE FRANKENSTEIN THEORY – Trailer

 
 
 


 
 

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Filmreview: „The Helpers“ (2012)

the helpers 2012
 
 
 

The Helpers

Story

 
 
 
Es hätte für die sieben Freunde dieser kleinen Geschichte ein wahrlich feierfreudiges Wochenende werden können. Doch wie so oft in Horrorfilmen dieser Art, meint es das Schicksal mit den Teens gänzlich anders, als anfänglich erwartet. Ihre euphorische Reise nach Sin City, Las Vegas, wird kurzum durch eine Autopanne unterbrochen. Gott sei Dank entdeckt die Gruppe irgendwo im Nirgendwo ein kleines Motel, dass sich scheinbar auf die Reparatur derart „zufälliger“ Pannen spezialisiert zu haben scheint. Guter Dinge, die Fahrt bald fortsetzen zu können, verbringen die Freunde die Nacht in der abgelegenen Herberge. Ein fataler Fehler, denn hinter der hilfreichen und gastfreundlichen Fassade der zuvorkommenden Motel-Inhaber, verbirgt sich das personifizierte Böse …
 
 
 


 
 
 

The Helpers – Kritik

 
 
 
Es gibt Filmthemen, die scheinen derart begehrt zu sein, das man sie wieder und wieder lukrativ recyceln muss. War es vor einigen Jahrzehnten noch das beliebte Slasher-Genre, dass mit Vorliebe durch den Fleischwolf gezwirbelt und gehörig abgemolken wurde, so zieren aktuell blutgierige Killerviren, menschenverachtende Folterspielchen oder Wackelcam-geile Poltergeister die internationale Filmlandschaft. Kaum ein Genre-Werk entsteht derzeit, das sich nicht mit derart totgefilmten Horrorstoffen beschäftigt und um die Gunst der Zuschauer buhlt, in der Hoffnung halbwegs Beachtung geschenkt zu bekommen, damit die Macher hinter dem Beitrag rasch die schnelle Mark verdienen können. Der vorliegende Vertreter „The Helpers“ reiht sich hierbei ideal in die endlos lange Reihe aktueller Folterfilme ein, die mit Vorliebe dem nachgehen, was sie vermutlich am besten können: zu langweilen. Ohne ein Fünkchen Originalität zu vermitteln oder kreative Eigenständigkeit zu beweisen wird hier genüsslich gefoltert und sadistisch gedemütigt, einzig der Gewalt und der Provokation wegen. Die Vorgeschichte (insofern man das Konstrukt überhaupt als Geschichte betiteln kann) ist schnell erzählt, sodass dieser aktuelle Folteraufguss erstaunlich straff zum Punkt kommt, damit der gewaltgierige Gorehound auch rasch das genießen darf, was er letztendlich von Filmen dieses Kalibers erwartet: sinnentfremdete Quälerei nonstop.
 
Wer jetzt dennoch darauf hofft, dass das auch alles hübsch hart anzuschauen ist, der irrt. Vielmehr irrt Regisseur „Chris Stokes“ zu euphorisch seinen großen Vorbildern „Hostel“ und „Motel“ hinterher, sodass er bereits nach nur wenigen Film-Minuten die Orientierung über seine ohnehin dürftig zusammengeflickte Filmchen verliert. Nicht nur, dass die Interaktionen der wenigen Protagonisten vollkommen hirnrissig erscheinen, auch die Geschichte wirkt zunehmend konfus, sodass der Film zur echten Geduldsprobe avanciert. Vor allem die skrupellosen „Helfer“ beginnen bereits nach ihrem ersten Auftauchen gehörig zu nerven und versuchen im Verlauf der Handlung zwanghaft böse und hinterlistig zu wirken. So wirklich eindrucksvoll will ihnen das jedoch nicht gelingen, denn ihr lustloses Agieren wirkt weniger bedrohlich, als vielmehr konsequent einschläfernd. Und so hilft es dem Film letztendlich auch nicht, dass es zwei weibliche „Helferinnen“ offensichtlich zu gut mit Ihrem übertriebenen Overacting meinen und in einer Tour versuchen mit Hilfe zynischer Wortfloskeln ihren männlichen Mitstreitern die Show stehlen zu wollen. Das permanent überspitzte Gegacker wirkt hierbei derart störend und unfreiwillig komisch, dass man sich als Zuschauer vollkommen verwirrt fragt, ob es sich nun bei „The Helpers“ um eine rabenschwarze Komödie oder einen vermeintlich bösen Terrorfilm handeln soll. Zudem lässt sich nicht leugnen, dass einige der ambitionierten Jungdarsteller unglaublich mies vor der Kamera agieren, sodass es dem vorliegenden „The Helpers“ nur selten gelingt, über Amateurfilmniveau hinaus zu schlittern.
 
 
 
Nachwuchs für emsige Folterexperten gesucht? Dann sollte dieser aktuelle Nonsens möglichst gemieden werden. Das aktuelle „Meisterwerk“ aus der Serie sadistisch-angehauchte „Möchte-gern-Folterstreifen“ ist ein wirklich haarsträubend schlechter Vertreter seiner Gattung, denn hier wird schauspielerisches „Nichtkönnen“ erstaunlich groß geschrieben. Ein grandiose Feuerwerk unweigerlichen Fremdschams. Gerade weil dem Film keine wirklich halbwegs spannende Geschichte zugrunde liegt und die improvisierenden Leistungen der wenigen Darsteller sehr zweifelhaft in Erscheinung treten, kommt rasch Langeweile auf, welche das muntere Treiben auf der heimischen Mattscheibe unerträglich gestalten dürfte. Dabei sind es nicht die Demütigungen und Folterungen selbst, die bitter aufstoßen, sondern die gesamten Inszenierung, die nur selten über Amateurstatus hinausreicht. Regisseur „Chris Stokes“ schafft es mit einer unglaublichen Leichtigkeit, in einfach jedes Fettnäpfchen zu stiefeln. Seinem „The Helpers“ gelingt es erstaunlich selbstsicher alles falsch zu machen, was man bei einem Film diesen Kalibers falsch machen könnte. Er ist langweilig und bedeutungslos, von Terror ist im Film kaum eine Spur. Ein Mitfiebern gestaltet sich als schwieriges Unterfangen, denn die wenigen Protagonisten im Film wirken unsympathisch, eindimensional und unzugänglich. Auch auf Gewaltebene erfindet „The Helpers“ das Genre nicht neu. Erstaunlicherweise gibt es hier für ausgehungerte Gorehounds nur wenig zu bestaunen. Ein groteske Zweiteilung sowie eine überraschende Enthauptung sind die einzig wahren „Highlights“ in diesem vollkommen überflüssigen Film. Für einen Terror- und Folterfilm vermutlich viel zu unspektakulär, dürfte die belanglose Darstellungen der obligatorischen Greueltaten einzig für ein müdes Lächeln unter alteingesessenen Horrorfilmfans sorgen.
 
Seltsamerweise handelt es sich bei Regisseur „Chris Stokes“ um einen eigentlich halbwegs erfahrenen Filmemacher, der bereits eine umfangreiche Vita vorzuweisen hat. Neben einigen (in Amerika) erfolgreichen Horror- und Musikfilmen („House Party 4“ und „Somebody Help Me 1+2„), verdiente er sich vor allem als erfolgreicher Produzent namhafter Pop-Größen („Destiny ’s Child„, „Bobby Brown„) ein goldenes Näschen. Sein aktuelles Schaffen jedoch, dürfte er vermutlich am liebsten wieder in der Versenkung verschwinden lassen, denn „The Helpers“ ist wahrlich ein vollkommen desaströses Stück Zelluloid, auf das der Filmfreund getrost verzichten kann!
 
 
 


 
 
 

The Helpers – Fazit

 
 
 
3 Punkte Final
 
 
 
Motel“ & „Hostel“ erneut schlecht kopiert – Ein vollkommen unbrauchbarer und überflüssiger Film!
 
 
 


 
 
 

The Helpers – Zensur

 
 
 
Dürfte ungeschnitten mit „Keine Jugendfreigabe“-Kennzeichnung nach Deutschland kommen.
 
 
 


 
 
 

The Helpers – Trailer

 
 
 


 
 
 

Hellraiser80

 
 
 

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Filmreview: „Bloody Bloody Bible Camp“ (2012)

Bloody Bloody Bible Camp
 
 
 

BLOODY BLOODY BIBLE CAMP

Story

 
 
 
Es ist 1977 und eine Gruppe bibeltreuer (*hust*) Teenager begibt sich für einige Tage in das fromme „Happy-Day-Bibel-Camp“, dass sich inmitten eines dicht bewachsenen Waldgebietes befindet. Doch an Beten und Beichten ist hier nicht zu denken, denn die gelüstge Rasselbande hat Anderes im Sinn. Schnell sind einige Joints gedreht und Alkohol gekauft, als auch schon eine vermummte Gestalt durchs Geäst schleicht und die Jugendlichen für ihr unchristliches Verhalten mit dem Tode bestraft. Sieben Jahre später, die Morde der sadistischen Nonne Mary Chopper (TIM SULLIVAN) gehören bereits unlängst der Vergangenheit an, wagen sich erneut einige Teens in das sagenumwobene Feriencamp. Trotz ausdrücklicher Warnungen der Einheimischen, lässt sich Pfarrer Richard Cummings (REGGIE BANNISTER) nicht von seinem Vorhaben abbringen, zusammen mit seiner kleinen Herde unerzogener Gören einige nette und erlebnisreiche Tage in dem geheimnisvollen Feriencamp zu verbringen. Unbeirrt richten sich die Jugendlichen häuslich ein, als auch schon der erste unsittliche Teen spurlos verschwindet …
 
 
 


 
 
 

BLOODY BLOODY BIBLE CAMP – Kritik

 
 
 
Als 1971 der erste moderne Teen-Slasher mit dem Titel IM BLUTRAUSCH DES SATANS über die weltweiten Kinoleinwände flimmerte, hatte vermutlich kaum ein ernstzunehmender Filmkritiker mit derart Langlebigkeit dieses Horror-Subgenres gerechnet. Wurde die Popularität des Slasherfilms mit HALLOWEEN – DIE NACHT DES GRAUENS und FREITAG DER 13. maßgeblich gefestigt, so löste der finanziell äußerst lukrative Teen-Slasher in den 80er Jahren einen wahren Horror-Boom aus. Vor allem unter Jugendlichen genossen die teilweise arg derben und billig heruntergekurbelten Filmchen Kultstatus und brachten eine regelrechte Lawine von thematisch ähnlichen Filmen ins rollen. Ob SLEEPAWAY CAMP, THE BURNING oder A NIGHTMARE ON ELM STREET – kaum ein Filmstudio existierte, das nicht auch einige Dollars aus dem bereits totgetrampelten Genre herausschlagen wollte und mehr oder wenige sinnvolle Beiträge ins Kino brachte oder direkt auf VHS veröffentlichte.
 
 
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Der vorliegende Horrorfilm BLOODY BLOODY BIBLE CAMP ist einer dieser Film, der vermutlich perfekt in jene Zeit gepasst hätte und der heute vermutlich nur eingefleischten Nostalgie-Horrorfans ein enthusiastisches Lächeln entlocken dürfte. BLOODY BLOODY BIBLE CAMP gehört zu der Art von Filmen, die sich ehrfürchtig vor den ganz großen Slasher-Klassiker der 70er und 80er verbeugen und versuchen wollen, den naiven aber dennoch liebenswerten Charme der diversen Teenager-in-Angst-Filmchen in das aktuelle Jahrtausend zu transferieren. Anstatt jedoch die bekannten Klischees dieser Filmchen uninspiriert abzuhandeln, versuchte Regisseur VITO TRABUCCO seine Geschichte mit einem gehörigen Augenzwinkern zu versehen, denn BLOODY BLOODY BIBLE CAMP ist kein Film, den man Ernst nehmen sollte. Die Richtung dieser Teenager-Farce ist schnell ergründet und so erweist sich „Das blutige Bibel-Camp“ als eine groteske Mischung aus bekanntem FREITAG DER 13.-Franchise sowie diversen TROMA-Werken der frühen 80er Jahre, ohne jedoch nur annähernd deren Genialität zu erreichen. Dabei stellt sich schnell heraus, dass Trabucco die zugrundeliegenden Klassiker erstaunlich genau studiert haben muss, denn BLOODY BLOODY BIBLE CAMP bietet ein wahrhaftig umfangreiches Sammelsurium bekannter Metapher und Klischees der wegweisendsten Teen-Slasher, die im Schlagabtausch mit Unmengen pubertärer Fäkalwitzchen um die Gunst der Zuschauergunst buhlen wollen. Anfänglich gelingt dem Film das erstaunlich gut. Trotz aller Political Incorrectness und der immensen Anzahl haarsträubender Geschmacklosigkeiten weiß das blutige Bibel Camp mit einer unverbrauchten Frische und erheblichen Kurzweil zu überzeugen. Hierbei gestaltet sich das offensichtlich schlechte Schauspiel der (von mindestens 30jährigen Schauspielern gespielten) überdrehten Teens als unglaublich komisch. Die Absurditäten-Schau wird zudem mit einer reichlichen Priese Slapstick angereichert, welcher nicht selten für einige Schenkelklopfer sorgt. Dass selbst die wenigen Schauspieler am Set einen gehörigen Gaudi gehabt haben müssen fällt direkt ins Gewicht, denn selbst Filmlegende REGGIE BANNISTER (PHANTASM) versprüht einen erfrischenden Ehrgeiz, der sich direkt auf den Zuschauer überträgt.
 
 
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Leider schafft es BLOODY BLOODY BIBLE CAMP nicht, das anfänglich arg ansprechende Tempo konsequent über die ganze Filmlaufzeit zu halten. Nach den ersten Morden dauert es eine geschlagene Stunde, bis Schwester Mary Chopper (übrigens gespielt von TIM SULLIVAN, der sich zuletzt als Regisseur für die Filme CHILLERAMA, 2001 MANIACS verantwortlich zeichnete) ihr blutgieriges Treiben fortsetzen darf. Der enorme Leerlauf und die mangelnde Gag-Rate im Mittelteil des Films stellen hierbei das größtes Manko dieser Horrorparodie dar. Auch wenn einige nackte Tatsachen vor allem männliche Zuschauer vortrefflich munden dürften, so kann BLOODY BLOODY BIBLE CAMP nicht verbergen, dass hier einiges an Potenzial mangels unausgegorenen Drehbuch verschenkt wurde.
 
 
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BLOODY BLOODY BIBLE CAMP ist einer der wenigen Vertreter des Slasherfilms, der gar nicht vertuschen möchte, dass er eigentlich vollkommen hirnrissig ist. Hier werden bekannte Teenager-in-Angst-Klischees aus bekannten Klassikern, wie FREITAG DER 13. und HALLOWEN auf die Schippe genommen und mit reichlich pubertierenden Fäkalhumor gewürzt. Der hirnlose Muskelprotz ist die gesamte Filmlaufzeit über damit beschäftigt, die naive Top-Model-Barbie in die Kiste zu bekommen. Hinzukommt, dass sich der einzelgängerische Außenseiter mit einem reichlich naiven Fettwanst das Zimmer teilen muss und Pfarrer Cummings weniger am Wohl seiner Schützlinge interessiert ist, statt vielmehr unter Drogenkonsum in seinen schwulen Männermagazinen zu blättern. Die bewusst miese Charakterzeichnung birgt einige haarsträubende Stereotypen, die den Film jedoch erfrischend bereichern. Leider reduzieren sich die positiven Ansätze der vollkommen überdrehten Freakshow vorwiegend auf den Anfang des Films. Auch wenn einige Ideen an die goldene Ära des TROMA-Studios erinnern, so schafft es BLOODY BLOODY BIBLE CAMP in leider nur wenigen Momenten die grandiose Kreativität und den gesellschaftskritischen Zynismus der 80er Jahre Kultfilm-Schmiede zu erreichen. Trotzdem, gerade Horrorfilmfans, die eine Vorliebe für vollkommen sinnentleerten Trash besitzen, dürften an dem vorliegenden Nonsens vermutlich ihre helle Freude haben. Zum unübersehbaren Overacting der Protagonisten gesellen sich vollkommen superbe (handgemachte!) Splatterszenen, die trotz aller Liebe zum Detail eher ein lauthalses Lachen entlocken können, als markerschütternde Abscheu!
 
 
 


 
 
 

BLOODY BLOODY BIBLE CAMP – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
Herrlich trashige und bewusst überzogen inszenierte Persiflage der gesamten Slasher-Werke der 80er Jahre, die bei weitem besser ist, als einige ernste und aktuelle Vertreter der Teenager in Angst-Filme.
 
 
 


 
 
 

BLOODY BLOODY BIBLE CAMP – Zensur

 
 
 
Aufgrund vollkommen übertriebener Splatterszenen, hat BLOODY BLOODY BIBLE CAMP hierzulande eine Freigabe mit rotem FSK-Flatschen erhalten. Diese ist ungeschnitten – aber erst für Volljährige geeignet.
 
 
 


 
 
 

BLOODY BLOODY BIBLE CAMP – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) I-ON New Media GmbH (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Bloody Bloody Bible Camp; USA 2012

Genre: Horror, Splatter, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Keine

Bild: 1.85:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 91 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wendecover

Extras: Trailer, Trailershow, Featurette, Making of, Slide Show

Release-Termin: 23.03.2018

 

Bloody Bloody Bible Camp [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

BLOODY BLOODY BIBLE CAMP – Trailer

 
 
 


 

Hellraiser80

(Rechte für Grafiken liegen bei I-ON NEW MEDIA)

 
 
 
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Filmreview: „The Aggression Scale“ (2012)

the aggression scale
 
 
 

The Aggression Scale

Story

 
 
 
Vater „Bill Ruthledge“ (Boyd Kestner) zieht es zusammen mit den Kindern „Lauren“ (Fabianne Therese) und „Owen“ (Ryan Hartwig), sowie seiner Ehefrau zurück auf Land. Der Umzug verlief überraschend zügig, sodass die Kinder ziemlich verstört wirken, als sie plötzlich ihre neuen Zimmer beziehen sollen. Am nächsten Morgen erhalten die Ruthledge´s unwillkommenen Besuch. Es ist nicht die erhoffte Maklerin, die sich selbst kurzum zum Frühstück eingeladen hat, sondern der Auftragskiller „Hand Lloyd“ (Dana Ashbrook), der zusammen mit seiner Bande, die halbe Million Dollar zurückfordert, die Vater „Bill“ einem geldgierigen Mafiaboss gestohlen haben soll. In erwartungsvoller Freude den Auftrag kurz und schmerzlos abhandeln zu können, haben die Schergen nicht mit der Cleverness des kleinen, wortkargen „Owen“ gerechnet. Denn nachdem das Killerpack die Eltern der Kinder über den Jordan gemeuchelt haben, stellen sie alsbald fest, dass mit dem scheinbar eingeschüchterten Jungen irgendetwas nicht zu stimmen scheint.
 
 
 


 
 
 

The Aggression Scale – Kritik

 
 
 
Man stelle sich vor, eine Bande skrupelloser und mordgieriger Schwerstkrimineller klopft des morgens an die Haustür einer gutbürgerlichen und friedliebenden Familie, um sich von selbiger einige unterschlagene Dollars zurückzuerbeuten. Flink dürfte der interessierte Horrorfilmfan einen weiteren uninspirierten Folter- und Terrorstreifen erwarten, der die Opfer abermals durch eine gewalttätige Achterbahn des Schreckens jagt, nur damit selbige am Ende mittels explizit-ausgewalzten Racheakt Vergeltung an ihren Peinigern üben dürfen, um der Erwartungshaltung des Gore-Freunde halbwegs gerecht werden zu können. Blickt man in der Geschichte des „Home Invasion„-Genre zurück, so haben die Opfer in diesen Filmen vermutlich schon allerlei Scheußlichkeiten erdulden müssen, um das eigene Leben oder das der Familienangehörigen zu schützen. Auch der vorliegende Beitrag „The Aggression Scale“ macht keinen Hehl daraus, was er eigentlich sein will. Schnell beginnt sich der Grundton des Films zu verändern und die obligatorischen „Home Invasion„-Klischees beginnen eine merklich unwohlige Stimmung zu verbreiten. Doch anstatt das Geschehen in den perfiden Abartigkeiten dieses Subgenres zu ertränken und erneut die altbekannten Regeln des „Home Invasion„-Genres abzuhaken, schlägt „The Aggression Scale“ eine gänzlich andere Kerbe ein. Aus dem vermeintlich unangenehmen Psycho-Thriller entwickelt sich ein ziemlich zynisches Stück Zelluloid aus dem kurzum die Jäger zu Gejagten umfunktioniert werden. Am Besten lässt sich die Geschichte rund um „Steven C. Millers“ vorliegenden Kracher als eine recht kurzweilige Mischung aus „Kevin allein zu Haus„, „Rambo“ und „MacGyver“ betiteln, denn der minderjährige Sohn jener Familie, entpuppt sich kurzum als wandelnde Killermaschine, die auf recht gerissene Art und Weise dem Verbrecherpack das Handwerk zu legen weiß. Hierbei entwickelt sich das wortkarge Kerlchen als überaus erfinderisch und zäh, was diesem Thriller einen ordentlichen Unterhaltungswert beschert und ihn von der grauen Masse an ähnlichen Produktionen positiv abhebt. Regisseur „Steven C. Miller“ hat es mit seinem aktuellen Beitrag endlich geschafft, einen durchweg sehenswerten und vor allem spannenden Genre-Beitrag abzuliefern. Mit seinem enttäuschenden Splatter-Remake „Silent Night“ (2012) und dem arg durchwachsenen „Scream of the Banshee“ (2011) hatte er zuletzt weniger durch Qualität, als vielmehr durch lieblosen Trash auf sich aufmerksam gemacht. Umso mehr verwundert es, dass der vorliegende „The Aggression Scale“ mit einer beachtlich-skurrilen Leichtigkeit daherkommt, die den Zuschauer überraschend schnell in ihren Bann zu ziehen weiß. Das Finale ist rasch erreicht und eh sich der Zuschauer versieht, flimmern auch bereits die Endcredits über den Bildschirm. Kurzweiligkeit ist definitiv garantiert und so kann sie der Horrorfilmfreund einmal mehr auf einen recht gelungenen Genre-Beitrag erfreuen, der aus der breiten Massen mieser Thriller-Filmkost der letzten Monate positiv hervorsticht.
 
 
 
Nach arg durchwachsenen Filmwerken hat es der motivierte Jungregisseur „Steven C. Miller“ mit seinem vorliegenden „The Agression Scale“ endlich geschafft den Nerv der Fans des bösen und gemeinen Films zu treffen. Auch wenn die Geschichte relativ schwermütig und behäbig beginnt und einen weiteren idiotischen Terrorfilm suggeriert, so sollten interessierte Filmfreunde noch ein wenig durchhalten. Denn nach dem obligatorischen Einleitungsgeplänkel, geht die Post gehörig ab. Das mag vor allem an der arg einfallsreichen Wendung liegen, die dem Zuschauer hier voller Sarkasmus serviert wird. Der unangenehme „Home Invasion„-Thriller mutiert rasch zu einer bitterbösen und ziemlich zynischen Survival Trip und birgt so manche Überraschungen. Aus dem anfänglich taffen Gangstergesindel entwickeln sich alsbald minderbemittelte Angsthasen, die sich von einem pubertierenden Jungen gehörig auf der Nase umhertanzen lassen. Parallelen zum „Mccully Kalkin„-Klassiker „Kevin allein zu Hause“ sind unübersehbar, nur dass die hier vorliegende Variante weniger familienfreundlich daherkommt und mit einigen deftigen Gewaltakten überzeugt. Der erfrischenden Szenarie bekommt das muntere Katz- und Mausspiel erheblich gut und so sieht man gern über einige Logikhänger in der Handlung hinweg. „The Aggression Scale“ macht Spaß, keine Frage und bereichert das Horror-Genre ungemein. Bitte mehr davon!
 
 
 


 
 
 

The Aggression Scale – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Eine wahrlich homogene Symbiose aus „Kevin allein zu Hause“ und „Rambo“ – Zynische, blutig und bitterböse!
 
 
 


 
 
 

The Aggression Scale – Zensur

 
 
 
Der Film ist in Deutschland ungeschnitten mit „keine Jugendfreigabe„-Kennzeichnung erhältlich
 
 
 


 
 
 

The Aggression Scale – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Aggression Scale; USA 2011

Genre: Horror/Thriller

Ton: Deutsch + Engl. DTS HD Master Audio 7.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 1080p/24, 1:2.35

Laufzeit: ca. 85 Min.

FSK: keine Jugendfreigabe

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Making Of, Trailer – leider gänzlich ohne UT

 
 
 
Die Deutsche Blu-ray macht einen hervorragenden Eindruck und wird direkt über „Sunfilm“ vertrieben – natürlich ungeschnitten. Neben einem minimalistisch, aber ansprechenden Menü, darf der Filmfreund ein durchaus sauberes und scharfes Bild genießen. Auch der Ton besitzt hin und wieder seine Momente und ist stets präsent. Ein kleines informatives Making of (übrigens in HD!), sowie der Trailer zum Film und zu weiteren kommenden Highlights aus dem Hause „Sunfilm“ runden diese kleine, sehenswerte Veröffentlichung ab.
 
 

Aggression Scale – Der Killer in dir (Uncut) [Blu-ray] bei AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

The Aggression Scale – Trailer

 
 
 


 
 

Hellraiser80

 
 
 
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Kritik: „Fairytale – The Haunting of Helena“ (2012)

THE HAUNTING OF HELENA
 
 
 

FAIRYTALE

(THE HAUNTING OF HELENA)

Story

 
 
 
Die alleinerziehende Mutter Sophia (Harriet MacMasters-Green) bezieht mit ihrer kleinen Tochter Helena eine neue Wohnung. Anfänglich voller Lebensmut und erfreut darüber den Start in ein neues Leben gewagt zu haben, verblasst die Euphorie umgehend, als die kleine Helena den ersten Milchzahn verliert und fortan seltsames Gestammel von sich gibt. Eine Zahnfee soll ihr angeblich des Nachts erscheinen. Die hält sich den Tag über in ihrem neuen Kleiderschrank versteckt und kriecht am Abend aus ihrem Versteck, um die verschüchterte Helena zum Bringen neuer Zähne zu zwingen. Nachdem sich das Verhalten des Kindes verändert, beginnt die besorgte Mutter Nachforschungen anzustellen und stößt auf ein schreckliches Geheimnis.
 
 
 


 
 
 

FAIRYTALE – Kritik

 
 
 
Wirklich subtile und angsteinflößende Grusler sind mittlerweile selten geworden. Viel zu oft wird wohliges Schauergefühl durch obligatorische Schlachtplatten ersetzt, um dem Begriff Horror gerecht werden zu können. Umso mehr dürfte es Fans atmosphärischer Gruselfilme freuen, dass im Fahrwasser immer gleicher Horrormachwerke auch hin und wieder kleine Ausnahmestreifen das Licht der Filmwelt erblicken, die sich souverän gegen die Masse an austauschbarem Horror-Nonsens behaupten und dem Zuschauer auf altmodischer Methode Gänsehaut bescheren wollen. Spanien hat sich seit einigen Jahren in Sachen subtiler Gruselei zum Geheimtipp entwickelt. Und weil diese Art des Angstmachens gut angenommen wurde, machen es nun die Italiener den Spaniern gleich. FAIRYTALE (Alternativtitel: THE HAUNTING OF HELENA) ist so ein Fall, der ohne Blut und Gewalt Unbehagen bescheren soll. Hier wurde eine ganz eigene Version von der Geschichte der bösen Zahnfee auf Zelluloid gebannt. Weniger ist mehr lautet die Devise. So beginnt der Film ohne reißerischen Prolog und hält Abstand von blutigen Schauwerten. Stattdessen setzen die Macher CHRISTIAN BISCEGLIA und ASCANIO MALGARINI auf düstere sowie melancholische Kamerafahrten und beweisen Gespür fürs Visuelle. Zentrum des Bösen ist diesmal ein seltsamer Kleiderschrank, der ein böses Geheimnis birgt. Nachdem das antike Möbelstück das Kinderzimmer der unschuldigen Helena ziert, beginnt ein zunehmend geistiger Zerfall der kleinen Filmheldin einzutreten. Deren Erklärungsversuche werden wie so oft im Genrefilm kaum Beachtung geschenkt. Dennoch fühlt sich auch Mutter Sophia von reichlich Unbehagen bedroht und beginnt den seltsamen Hinweisen der Tochter nachzuforschen.
 
Der große Pluspunkt von FAIRYTALE ist seine düstere Atmosphäre, die mehr an ein Märchen erinnert. Der Kleiderschrank im Zimmer der kleinen Heldin wirkt in den faden, dreckigen und farblosen Bildern gespenstig bedrohlich. Erst nach und nach wird dessen Geheimnis gelüftet, so dass die Geschichte um das antike Möbelstück konsequent spannend bleibt. Trotz positive Ansätze schaffen es die beiden Regie-Newcomer CHRISTIAN BISCEGLIA und ASCANIO MALGARINI jedoch nicht, das hohe Niveau ihrer kleinen Geschichte bis zum Ende zu halten. Ab Filmmitte wird FAIRYTALE reichlich surreal, denn die kleine Heldin sieht sich bald mit allerhand seltsamen Erscheinungen konfrontiert. Hierbei rückt nun das Schicksal der Mutter in den Vordergrund, die versucht das Rätsel rund um die Herkunft des Kleiderschrankes zu lösen. Die sterile Krankenhaus-Atmosphäre will hierbei nicht so recht zum übrigen Stil des eher düster gehaltenen Streifens passen. Vielmehr wirkt der schroffe Schauplatzwechsel auf Zwang konstruiert, um eine Brücke zur Herkunft des Möbelstücks schaffen zu können. Auch wenn sich das grausige Treiben gegen Ende in eine Achterbahn des Schreckens verwandelt und mit viel Effekthascherei aufwartet, so mag man als Filmfreund irgendwie nicht das Gefühl loswerden wollen, dass die beiden Filmregisseure CHRISTIAN BISCEGLIA und ASCANIO MALGARINI reichlich Potenzial verschenkt haben. Zugunsten eine konventionellen Inszenierung treiben sie mit hanebüchenem Ende auf die Palme, das in seiner Form dann doch eher an austauschbarem Horrorquatsch aus Hollywood erinnert. Schade eigentlich, denn nur wenige Horrorfilme aus letzter Zeit konnten mit auf altmodisch getrimmten Gurselschauern überzeugen.
 
Subtiler Horror bevorzugt? Dann dürfte der Grusler FAIRYTALE genau die richtige Wahl für einen gemütlichen Gruselabend sein. Statt eimerweise Eingeweide und unmenschliche Folterei zu zelebrieren, zählen Atmosphäre, Optik und Geschichte. Umso mehr dürfte dieses Streifen für Freunde etwas härterer Filmkost reichlich unbeholfen daherkommen, denn FAIRYTALE wird langsam und gemächlich erzählt. Die Macher haben durchdachte Gruseleffekte in die Handlung gestreut, die ihre bedrohliche Wirkung zu keiner Minute verfehlen. Auch wenn der Schauerbeitrag ab Filmmitte reichlich haarsträubende wird und sich der Gruselfaktor aufgrund konstruiert wirkender Detektivarbeit verabschiedet, so kann man nicht behaupten, dass FAIRYTALE ein schlechter Film ist. Das geschickte Spiel von Licht und Schatten, sowie der märchenhafte Einschlag erinnert in seiner Darstellung an kommerzielle Horrorfilme aus Amerika. Und so verwundert es ein wenig, dass FAIRYTALE oftmals ein wenig zu sehr an DER FLUCH VON DARKNESS FALLS (2003) oder POSSESSION (2012) erinnert, denn das uninspirierte Kopieren bekannter Filmformeln hätte dieser Debütwerk vermutlich rein gar nicht nötig gehabt. Trotzdem, für ein Erstlingswerk haben die beiden Regisseur-Neulinge CHRISTIAN BISCEGLIA und ASCANIO MALGARINI erstaunliche Arbeit geleistet. Der Film ist trotz seine oftmals unweigerlichen Vorhersehbarkeit spannender als das übliche Horroreinerlei, welches aktuell den hiesigen Heimkinomarkt überschwemmt. Zudem darf der Horrorfilmfreund eine der besten Szenen ever in der Geschichte des Phantastischen Films genießen:
 
Mutter Sarah ist einen Moment unachtsam im Straßenverkehr, gerät von der Fahrbahn ab und brettert mit dem Fahrzeug vom Rand einer Brücke hinein in die Fluten eines reißenden Flusses. Die virtuose Kameraarbeit dieser Szene, welche sich in Zeitraffermethode entlädt, ist derart genial, außergewöhnlich und atemberaubend, dass man allein nur dieser Szene wegen THE HAUNTING OF HELENA gesehen haben sollte. Beachtlich!
 
 
 


 
 
 

FAIRYTALE – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Horror der alten Schule. FAIRYTALE ist ein sehenswertes und unheimliches Gruselmärchen, das für wohldosierte Schauer sorgen wird. Zuschauer mit einer Leidenschaft für subtile Schauer sollten unbedingt einen Blick riskieren.
 
 
 


 
 
 

FAIRYTALE – Zensur

 
 
 
Hier zählen vorwiegend die leisen Töne, von daher geht es hier eher blutfrei zugange. Die ungeschnittene Filmversion hat die FSK16-Kennzeichnung erhalten. Gruselfans können bedenkenlos zugreifen.
 
 
 


 
 
 

FAIRYTALE – Trailer

 
 
 


 
 

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Filmreview: „Texas Chainsaw 3D“ (2013)

Texas-Chainsaw-3D
 
 
 

Texas Chainsaw 3D

Story

 
 
 
Achtung!
Review beinhaltet mögliche Spoiler!
 
 
 
„Heathers“ geregeltes Leben gerät völlig aus den Fugen, als sie das Erbe ihrer unbekannten, verstorbenen Großmutter antreten soll. Sie reist zusammen mit ihren Freunden nach Texas, wo ein riesiges Anwesen auf sie wartet, dessen Schlüssel ihr von einem Nachlassverwalter überreicht werden. Doch das vermeintlich pompöse Anwesen birgt ein dunkles und tödliches Geheimnis, dass mit der Erbschaftsübergabe einen gierigen Blutzoll fordert …
 
 
 


 
 
 

Texas Chainsaw 3D – Kritik

 
 
 
Manche Filmreihen scheinen derart populär, dass sie einfach nicht totzukriegen sind und sich geldgeile Rechteinhaber ein goldenes Näschen an derart Filmstoff verdienen. Ob hierbei eine plausible Geschichte zu Grunde liegt und bekanntes Franchise logisch fortgeführt wird, ist im 21 Jahrhundert schon längst nicht mehr relevant. Da wird die bereits ohnehin kränkelnde Kuh auch schön weiter gierig abgemolken, in der Hoffnung, dass die Ausbeute noch halbwegs gewinnbringende Dollars einspielt. Einer dieser Fälle ist das berüchtigte „Texas Chainsaw Massacre„, dass bereits im Jahre 1974 für reichlich Gesprächsstoff sorgte und den Grundstein für heute so populäres Terror-Kino legte. Tobe Hoopers berüchtigtes „Kettensägen-Massaker“ gehört zweifelsohne zum Meilenstein des modernen Horrorfilms und findet in seiner schmuddeligen und exploitationhafte Darstellung des populären 70er Jahre Horrorkinos gleich neben berüchtigten Klassikern wie „Last House on the Left“ , „I spit on your Grave“ und „Mark of the Devil“ Erwähnung. Nach nunmehr bereits sechs Verfilmungen steht aktuell mit „Texas Chainsaw 3D“ der neuste Teil des berüchtigten Horrorfilmstoffs ins Haus und findet überraschenderweise nicht den direkten Anschluss an „Marcus Nispel“ Hochglanz-Remake aus dem Jahre 2003. Anstatt die Gegebenheiten rund um die „Nispel„-Neuverfilmung plausibel weiterzuspinnen geht der aktuelle Aufguss zurück zu den Ursprüngen des Originals und setzt haargenau dort an, wo Hoopers „Texas Chainsaw Massacre“ endete.
 
Sally„, die einzige Überlebende aus dem 1974er Originalfilm, entkommt dem Motorsägen schwingenden „Leatherface“ und kann sich kurzum in die Nachbarstadt retten. Dort schildert sie dem ansässigen Sheriff, welch gemeine Abartigkeiten sie im Haus der „Sawyer„-Familie erdulden musste, worauf eine selbsternannte wutentbrannte Bürgerwehr zum Schauplatz der Verbrechen eilt, um mit der seltsamen Bande auf ihre ganz eigene Weise abzurechnen. Keiner der (gefühlten 100!) „Sawyer„-Familienmitglieder kann diesem Racheakt lebend entkommen. Nur ein hilfloses Neugeborenes überlebt das blutige Massaker und wird letztendlich in die Obhut einer Pflegefamilie übergeben.
 
Natürlich dürfte der aufmerksame Horrorfilmfreund bereits rasch erahnen, dass es sich bei jenem Waisenkind um die taffe Hauptdarstellerin „Heather“ handelt, die im Verlauf der vollkommen hölzernen Geschichte auf einen erschreckend gealterten „Leatherface“ trifft. Der direkt Anschluss an das kultige und große Original erweist sich in diesem Fall als desaströse Entscheidung, denn trotz aller unbeholfener Versuche dem 74er „Texas Chainsaw Massacres“ halbwegs gerecht zu werden, mündet das aktuelle Sequel in einer einzigen Katastrophe. Es bedarf hier vermutlich eine ganze Seite zu füllen, um all die Ungereimtheiten eines „Texas Chainsaw 3D“ aufzählen zu können. Fakt ist jedoch, dass der neuste Ableger der bisher Schlechteste der gesamten Reihe darstellt. Am prägnantesten werden vor allem die Mankos in der Darstellung der Protagonisten deutlich. Sicher war die gesamte „Texas Chainsaw Massacre“-Reihe noch nie ein Garant für tiefgründige und klug durchdachte Charakterisierung, handelt es sich hierbei schließlich um eine Horror-Serie, die vordergründig seit jeher von derben Terror und bluttriefende Gewalt zerrt. Die vorliegende Fortsetzung jedoch besitzt außer einige Gewaltspitzen nichts was überhaupt von Interesse wäre – Folter und Terror: Fehlanzeige! Die wenigen Figuren sind derart flach skizziert, dass das immens gorige Treiben vollends an Intensität verliert. Zudem lässt „Texas Chainsaw 3D“ jeglichen Terrorgedanken missen. Die Geschichte entlädt sich als vollkommen austauschbarer 08/15-Teenhorror, der auch beliebig hätte anders heißen können. Hinzukommt, dass man die Glaubwürdigkeit der hier vorgegaukelten Geschehnisse nicht weiter hinterfragen sollte. „Heather“ durchlebt im Verlauf des Films eine haarsträubende Metamorphose, die in ihrer Lächerlichkeit kaum zu überbieten ist. Anfänglich als Opfer deklariert, entscheidet sie sich am Ende (unverständlicherweise) für das Böse und bietet durchaus Freiraum für eine mögliche Fortsetzung. Welchen Sinn dieser gesamte hanebüchene Nonsens birgt, sei letztendlich dahingestellt, denn eine mögliche Erklärung ihres Tun und Handelns machen „Texas Chainsaw 3D“ leider auch nicht besser!
 
Ein Albtraum für jeden „TCM„-Filmfan: es war vermutlich nur eine Frage der Zeit, bis sich auch das bisher langlebigste Horror-Franchise selbst ins Aus befördern würde. Nach sechs Filmen bildet nun der vorliegende „Texas Chainsaw 3D“ das miserable Schlusslicht der bekannten Filmreihe. Dass der aktuelle Beitrag nicht einmal ansatzweise dem Niveau der erfolgreichen Vorlage gerecht werden kann, dürfte bereits der unvollständigen Titel erahnen lassen, denn nur dort wo letztendlich auch „Massacre“ draufsteht, ist vermutlich auch allein nur „Massacre“ drin. Der aktuelle Aufguss bietet außer einer umfangreichen Palette obligatorisch-blutiger Schauwerte nichts, was den interessierten Filmfreund gefallen dürfte. Aufgrund mangelnder Identifikationsmöglichkeiten stumpfen die eigentlich sehr bösen und gut umgesetzten Spezialeffekte gehörig ab und verlieren ihre eigentliche Wirkung. Dass man „Texas Chainsaw 3D“ zu keiner Minute ernst nehmen kann, zeigen eindrucksvoll die vielen Logikpatzer, die das gesamte Treiben zu einer vollkommen Lachnummer gestalten. Da findet „Heather“ irgendwo im Nirgendwo einen Jahrmarkt und scheint in ihrer Planlosigkeit nichts anderes im Sinn zu haben, als sich auf ein Riesenrad zu schwingen, in der Hoffnung, dass sie dadurch „Leatherface“ entkommen kann. Dumm nur, dass sich eine derartige Gerätschaft im Kreis bewegt und „Leatherface„, trotz geistiger Beschränktheit, immer noch klug genug zu sein scheint und einfach am unteren Ende des Riesenrads auf die leicht verwirrte „Heather“ wartet. „Texas Chainsaw 3D“ ist ein ganz dummer Vertreter seiner Gattung und wäre mit dem Einspielen Sitcom-ähnlicher Lacher vermutlich ein geniales Stück Comedy geworden. So jedoch, dürfte die bierernste Inszenierung mit einer gewissen Vorsicht genossen werden, denn „Texas Chainsaw 3D“ hält mitnichten, was der eigentliche Filmtitel hauptsächlich suggeriert.
 
 
 


 
 
 

Texas Chainsaw 3D – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Für alle Fans der Filmreihe: DANGER !!!!! Unglaublich miese Fortsetzung, die bei weitem den desaströsen 4. Teil der Serie („Die Rückkehr“) an Dummheit überbietet.
 
 
 


 
 
 

Texas Chainsaw 3D – Zensur

 
 
 
Die deutsche Veröffentlichung beruht auf der amerikanischen Rated R-Fassung und hat es in dieser Form auch ungeschnitten nach Deutschland geschafft. Die hier veröffentlichte DVD/Blu-ray wurde mit dem „Keine Jugendfreigabe“-Stempel abgesegnet!
 
 
 


 
 
 

Texas Chainsaw 3D – Deutsche Blu-ray

 
 
 
Texas Chainsaw Massacre 3D Blu-ray
 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Texas Chainsaw; USA 2012

Genre: Thriller, Horror

Ton: Deutsch + Engl. DTS-HD HR 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.85:1; (1920x1080p) Full HD

Laufzeit: ca. 92 Min.

FSK: FSK 18 – Keine Jugendfreigabe

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Interviews (ca. 23 Min.), Blick hinter die Kulissen (ca. 3 Min.), Das Texas Chainsaw Vermächtnis (ca. 10 Min.), Der alte Bauernhof (ca. 15 Min.), Die Wiederauferstehung der Säge (ca. 12 Min.), Besetzungs-Terror (ca. 10 Min.), Leatherface 2013 (ca. 15 Min.), Licht, Kamera, Massaker! (ca. 12 Min.), Es steckt im Fleisch (ca. 10 Min.), Kurzberichte vom Set, Originaltrailer in Deutsch und Englisch, Audiokommentar mit Regisseur John Luessenhop und Dan Yeager (Leatherface), Trailershow

 
 
 
Uns lag zum Test der Heimkinofassung von TEXAS CHAINSAW 3D die dreidimensionale Variante auf Blu-ray vor. Auf dieser Scheibe kann der Zuschauer neben der 3D-Fassung des Films natürlich auch auf die 2D-Variante zurückgreifen. Den Beginn macht der Trailer zum kommenden Action-Thriller „PARKER“; danach geht geradezu ins Hauptmenü, wo der Filmfreund neben dem Hauptfilm in erstaunlich hochwertiger Qualität auch zwischen reichlich Bonusmaterial wählen kann. Hierbei offenbart sich jedoch schon der erste Wehrmutstropfen: bis auf die Interviews der Hauptdarsteller sind keiner der hier vorfindbaren Extras Deutsch untertitelt. Auch wenn das Zusatzmaterial durchaus umfangreich daherkommt; Freunde von Leatherface & Co. sollten für den Genuss der Boni gute Englischkenntnisse mitbringen. Neben diversen „Hinter den Kulissen“-Features, Interviews, einem alternativen Anfang und interessanten Informationen zum Film, haben es auch die jeweiligen Trailer zum Schocker in Englisch und Deutsch auf die Scheibe geschafft. Zudem lässt sich auf der Heimkino-Veröffentlichung auch ein nicht untertitelter Audiokommentar finden. Bleibt zu erwähnen, dass sogar eine umfangreiche Trailershow zu weiteren Titeln des Publishers bewundert werden darf – erfreulicherweise sogar ein 3D-Trailer zum Film „RESIDENT EVIL – RETRIBUTION“. Die 3D-Fassung kommt, ebenso wie die normale Filmfassung, in sehr hochwertiger Bild- und Tonqualität daher, wobei gerade bei der dreidimensionale Filmfassung die diversen Pop-Out-Effekte mit der Motorsäge zu gefallen wissen. Abgesehen vom Film selbst, hält man auf technischer Ebene, einen durchweg gelungenen Release in den Händen, welchen man auf derart technisch ansprechendem Niveau im Horror-Sektor nicht alltäglich zu Gesicht bekommt. Neben der vorliegenden Fassung kann der Filmfan ohne 3D-Equipment natürlich auch zur herkömmlichen 2D-Scheibe greifen. Diese ist nicht nur preislich günstiger, sondern überzeugt mit ebenso wertigem Bild. Beide HD-Varianten wurden mit einem Wendecover und einem Einleger mit Kapitel-Index ausgestattet.
 
 

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Texas Chainsaw 3D – Trailer

 
 


 
 

Hellraiser80

 
 
 
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Rogue River (2012)

Wrong Turn 4 – Bloody Beginnings (2011)

Wrong Turn 5 – Bloodlines (2012)

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Filmreview: „Undocumented“ (2010)

"Undocumented" (2010) Filmposter - Filmkritik auf Filmchecker
 
 
 

Undocumented

Story

 
 
 
Eine Gruppe ambitionierter, amerikanischer Dokumentarfilmer arbeitet an einem Film, der sich mit illegal eingewanderten mexikanischen Immigranten beschäftigen soll. Um der Doku den nötigen Diskussionsstoff bieten zu können, reisen die Freunde nach Mexiko und begleiten eine Gruppe Flüchtlinge bei ihrer strafbaren Reise in die USA. Mit dem Wunsch, endlich der Armut und der erschütternden Perspektivlosigkeit entfliehen zu können, begeben sich die Immigranten in einen Flüchtlingstransporter, der sie sicher in das Land ihrer Träume transportieren soll. Doch die Reise schlägt fehl, denn auf ihrem Weg in die Freiheit geraten die Einwanderer an eine Gruppe radikaler amerikanischer Rassisten, die das Gesetz schlichtweg selbst in die Hand nehmen und die Truppe in ein eigens zusammengezimmertes Konzentrationslager verschleppen. Das amerikanische Filmteam soll hierbei die nun folgenden Grausamkeiten dokumentieren, mit welchen die selbsternannten Ordnungshüter die verstörten Einwanderer bestrafen. Zudem soll das abartige Filmmaterial als Propagandafilm fungieren, der weitere illegale Immigranten davon abhalten soll, unrechtmäßig amerikanischen Boden zu betreten.
 
 
 


 
 
 

Undocumented – Kritik

 
 
 
Mit dem vorliegenden Genre-Beitrag „Undocumented“ hat es einmal mehr ein Nachwuchsregisseur geschafft, mit reichlich Zündstoff auf sich aufmerksam zu machen. „Chris Peckover“, der sich zuvor sein Lohn und Brot mit einigen Kurzfilmchen verdient hat, teilt in seinem vorliegenden abendfüllenden Erstlingswerk herbe Kritik an der Unfähigkeit der amerikanischen Regierung aus. Hier wird nichts verschönert, oder vereitelt, sondern sein Film kritisiert einmal mehr, zu welchen rassistischen Abartigkeiten vermeintlich friedliebende Bürger fähig sein können und mit welcher Blindheit die amerikanische Führungsriege dem grotesken Treiben beiwohnt. Grundlage für seine Geschichte dient die aktuelle Immigranten-Problematik der USA, die scheinbar kaum noch in der Lage zu sein scheint, perspektivlose und in Armut lebenden Mexikaner davon abhalten zu können, illegal in das Land einzureisen. Da werden Mauern um die Grenzen gezimmert und der vollkommen übertriebene Patriotismus vieler Amerikaner, sowie die Angst vor dem eigenen sozialen Abstieg (denn die Mexikaner haben natürlich nichts anderes im Sinn als den Amerikanern die Jobs zu „stehlen“) sorgen nicht selten für ein unverständlich rassistisches Gedankengut gegenüber der mexikanischen Bevölkerung. Forscht man im Internet nach, so scheint es sogar kriminelle (amerikanische) Banden vor amerikanischen Grenzpunkten zu geben, die einzig darauf spezialisiert sind, ahnungslosen mexikanischen Einwanderern aufzulauern, auszurauben und schließlich zu töten. Hinzukommt, dass es bisher noch kein modernes, amerikanisches Einwanderungs-Recht gibt, dass die legale Einwanderung für Immigranten erleichtert, sodass viele Einreisende den illegalen und gefährlichen Weg in Kauf nehmen müssen, um von einem sorgenfreien Leben träumen zu dürfen.
 
Peckerovers „Undocumented“ ist kein einfach zu verdauender Film. Das wahrlich perverse und menschenverachtende Treiben geht verdammt nah und sorgt nicht nur einmal dafür, dass der Zuschauer als Zeuge der Geschehnisse mit einer verständlichen Fassungslosigkeit und einen brodelnden Wut vor dem heimischen Fernsehapparat zurückbleibt. Parallelen zum kürzlich erschienen „Territories“ sind unverkennbar. Auch dort wurde der radikale Weg gewählt und ein äußerst politisch brisantes Thema zur Grundlage des Films gemacht. Angesichts der erschütternden realen Geschehnisse, auf welche beiden Filme fungieren, wirkt die herbe Kritik in Form einer nicht enden wollenden Schreckens-Achterbahn der Grausamkeiten auch für den Zuschauer wie eine Martyrium. Anders als der kanadische Beitrag „Territories“ geizt der vorliegende „Undocumented“ nämlich nicht mit blutigen Details. Ob derart sadistische Zeigefreudigkeit jedoch wirklich hätte sein müssen, scheint fraglich, denn der Film hätte auch ohne die diversen Abartigkeiten seine erschütternde Wirkung keinesfalls verfehlt. Trotzdem, die wenigen (verdammt realistischen) F/X gehen durch Mark und Bein und verstärken vermutlich allein nur die Erkenntnis, zu welch unmenschlichen Fähigkeiten die Bestie Mensch fähig sein kann und dass derart unannehmbaren Menschenrechtsverletzungen zu keiner Zeit toleriert werden dürfen.
 
 
 
Nach „Saw“, „Hostel“ und Co. beweist ein motivierter Nachwuchsregisseur, dass der Horror nicht immer nur rein fiktiv sein muss. Man braucht als Filmfreund einfach nur den Fernseher einschalten und die Berichterstattungen in den aktuellen Nachrichtensendungen verfolgen. Der tagtägliche erschreckende Wahnsinn, der uns dort präsentiert wird, bietet auch die Grundlage des vorliegenden Thrillers „Undocumented“. Ein, teilweise schonungsloses Dokument über grausame Menschenrechtsverletzungen, welche sich Tag für Tag tatsächlich an der amerikanischen Grenze ereignen. Auch wenn Peckovers Geschichte rein fiktiv aus der „Found Footage“-Sicht eines Kamerateams geschildert wird, so birgt am Ende die Erkenntnis, dass illegale Immigranten aus Mexiko, die von einem besseren Leben träumen und tagtäglich dennoch für ihren Traum mit dem Leben bezahlen müssen, ein merklich befremdliches Bauchgefühl. Peckovers Film ist bereits seit geraumer Zeit als hochwertige Heimkinofassung auf dem amerikanischen Markt erhältlich. Warum sich hierzulande noch niemand für die Auswertung des Films entschieden hat, stößt meinerseits auf vollkommenes Unverständnis. Ein Film, der sich vor allem in die Sammler-Reihe „Kino Kontrovers“ ideal einfügen würde.
 
 
Im übrigen: wen dieser Film kalt lässt und wer sich nach Sichtung in seinem rassistischen Gedankengut (in welcher Art auch immer) bestätigt fühlt, sollte dringend den Psychiater seines Vertrauens aufsuchen!
 
 
 


 
 
 

Undocumented – Fazit

 
 
 
9 Punkte Final
 
 
 
„Undocumented“ ist ein erschreckend, kontroverses und wichtiges Dokument für mehr Menschlichkeit, Verständnis und Toleranz!
 
 
 


 
 
 

Undocumented – Zensur

 
 
 
Der Film selbst ist kein Splatter-Feuerwerk. Dennoch verfehlen die wenigen grafischen Gewaltdarstellungen nicht ihre Wirkung. Mit ganz viel Glück dürfte der Film ungeschnitten mit einer „Keine Jugendfreigabe“-Kennzeichnung erscheinen.
 
 
 


 
 
 

Undocumented – Trailer

 
 


 
 

Hellraiser80

 
 
 
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The Road to Guantanamo (2006)

 

 

 

Filmreview: „The Frozen“ (2012)

The Frozen_2012_poster
 
 
 

The Frozen

Story

 
 
 
Ein traumhaft winterlicher Campingausflug wird für das junge Pärchen „Mike“ (Seth David Mitchell) und „Emma“ (Brit Morgan) zu einem unvergesslichen Psychotrip. Nachdem die beiden mit dem Schneemobil einen Unfall gebaut haben und irgendwo tief weit draußen in den verschneiten Wäldern auf rettender Hilfe hoffen, werden Sie auch noch von einem seltsamen Fremden verfolgt, der scheinbar nichts Gutes im Schilde führt. Als „Mike“ plötzlich auf mysteriöse Weise verschwindet, ist die verängstigte „Emma“ ganz auf sich allein gestellt. In ihrer Panik beginnt sie sich einen Weg hinaus aus der eisigen Gegend zu bahnen – mit einer erschreckenden Einsicht, wie sich bald herausstellen wird … 
 
 
 


 
 
 

The Frozen – Kritik

 
 
 
Winterliche Landschaften sind wahrlich geradewegs dafür prädestiniert eine unheimliche und subtile Gruselstimmung zu erzeugen. Denn auch hinter vermeintlich friedliebender Kulisse kann sich oftmals das abgrundtief Böse verstecken. Dass angsteinflößendes Unbehagen auch im eisigen Schnee lauern kann haben schon einige Filmemacher eindrucksvoll bewiesen, denn winterlich verstörende Filme gab es zuletzt zuhauf (u.a. „The Shinning“ (1980), „Der eisige Tod“ (2007)). Auch der vorliegender Thriller „The Frozen“ spielt mit der geheimnisvollen Idylle, die so ein verschneit-winterliches Wäldchen birgt. Ganz zum Leidwesen der beiden Protagonisten des Films, für die sich die eigentlich traumhafte Winterpracht zu einem verhängnisvollen Erlebnis gestaltet. Ihre Unvernunft treibt die beiden an den Rande ihrer Wahrnehmungsfähigkeiten, denn nach nur wenigen Stunden bei Temperaturen jenseits des Nullpunkts beginnt vor allem „Emma“ Dinge zu sehen, für deren Existenz sie keine Erklärung findet. Nicht nur, dass sie seltsam bekleidete Personen im Dickicht erblickt, seltsame Stimmen und Schritte spuken des Nachts um das Zelt und stören den Schlaf der verunsicherten Frau. Zudem werden die beiden von einem skurrilen Jäger verfolgt, der das Treiben des Pärchens aus der Ferne beobachtet und „Emma“ zweifeln lässt, warum ihr Freund sie gerade zu derart unmenschlichen Temperaturen zu einem kuscheligen Wanderausflug überreden musste.
 
So wirklich Unrecht hat sie dabei nicht, wirkt die Ausgangssituation des Films schon sehr konstruiert. Immerhin sah sich Drehbuchautor und Regisseur „Andrew Hyatt“ darum bemüht seine kleine Geschichte irgendwie nied- und nagelfest zurechtzufeilen. Trotz Unfall hält „Mike“ nichts davon ab, den Kurztrip fortzuführen, um den geeigneten Zeitpunkt zu finden, seiner Freundin einen Heiratsantrag zu machen. Und so irren die beiden Liebenden orientierungslos im Wald umher, um letztendlich doch wieder feststellen zu müssen, einmal mehr im Kreis gelaufen zu sein. Auch wenn einige Gegebenheiten etwas arg seltsam anmuten, so kann man „Hyatt“ nicht unterstellen, einen Film gedreht zu haben, der schlecht ist. Einfachste erzählerische Mittel und das stupide Umherirren in der winterlichen Landschaft führen letztendlich zu einem homogenen Ganzen und lassen „The Frozen“ bei weitem besser ausschauen, als die Unmengen teurer Mainstream-Produktionen der letzten Dekaden. Obwohl einige der seltsamen Interaktionen der Anwesenden anfänglich kaum Sinn ergeben wollen und arg befremdlich wirken, so tritt die Erleuchtung nach dem Abspann ein und dürfte vor allem Horrorfilmanfänger reichlich verblüffen.
 
Mit dem aktuellen Thriller „The Frozen“ erwartet der Zuschauer gänzlich seichte Film-Kost, für die die Bezeichnung Thriller fast schon etwas zu weit hergeholt und schroff scheint. Auch wenn Regisseur „Andrew Hyatt“ des öfteren vollkommen falsche Fährten streut und dem Zuschauer weiß machen will, dass sich hinter den gesamten Geschehnissen etwas zutiefst Böses und Bedrohliches verstecken soll, so dürfte der geneigte Filmfreund nach der recht plausiblen Auflösung etwas verdutzt aus der Wäsche schauen. Der Film „The Frozen“ hat letztendlich mit Horror im herkömmlichen Sinne nur sehr wenig gemein und erinnert über weite Strecken an die Werke des ambitionierten Hollywood-Regisseurs „M. Night Shyamalan“, der bekanntlich ein sicheres Händchen darin besitzt, den Zuschauer mit einer unerwarteten Filmauflösung zu konfrontieren. Wer sich angenehm gruseln möchte, ohne dabei von markerschütternden Schocks verfolgt zu werden oder in Lachen von Blut ertrinken zu müssen, dem dürfte der Mysterie-Thriller vortrefflich munden. Denn bis auf einige ausgeweidete Wildtiere gibt es hier kein Futter für blutgierige Splatterfilm-Fans.
 
 
 


 
 
 

The Frozen – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Seichtes Mysterie-Süppchen in traumhaft winterlicher Kulisse
 
 
 


 
 
 

The Frozen – Zensur

 
 
 
Im Film wird nicht getötet, daher dürfte „The Frozen“ mit einer FSK16 Freigabe ungeschnitten veröffentlicht werden.
 
 
 


 
 
 

The Frozen – Trailer

 
 
 


 
 

Hellraiser80

 
 
 
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Filmreview: „The Evil Inside“ (2011)

Filmplakat "The Evil Inside" (2011)
 
 
 

The Evil Inside

Story

 
 
 
„Sarah“ schaut so rein gar nicht gesund aus, sie muss Schreckliches erlebt haben, denn psychisch wirkt sie ein wenig durcheinander. Kein Wunder, beginnt sie soeben fürchterliche Ereignisse aus der Vergangenheit aufzuarbeiten. Um dem traumatisierten Mädchen erneut die Vorzüge des Lebens schmackhaft zu machen, lädt sich die beste Freundin „Lucy“ flink selbst ein und hat sogar einige Bekannte im Schlepptau, die die leidenden „Sarah“ etwas aufmuntern sollen. Doch in wirklich ausufernder Feierfreude wägt sich „Sarah“ leider nicht, denn sie beginnt schreckliche Visionen zu sehen, Visionen in denen sie ihre Gäste sterben sieht. Bald schon ereignet sich der erste Unfall, der sich haargenau so abgespielt, wie es „Sarah“ vorausgesehen hatte …
 
 
 


 
 
 

The Evil Inside – Kritik

 
 
 
Kaum flimmert ein halbwegs erfolgreiches Film-Franchise über die weltweiten Kinoleinwände, darf man flink davon ausgehen, dass sich vor allem die kleinen Produktionsstudios gierig darauf stürzen werden und sich bemüht darin versuchen, derart Filmkonzept gewinnbringend nachzueifern. Der werden schnell einige Gedanken zu Papier gekritzelt und die Ideen der erfolgreichen Vorlage formgerecht originalgetreu recycelt. Hin und wieder kann es dann schon einmal vorkommen, dass das Resultat gar nicht mal so übel ist wie anfänglich gedacht und man als Zuschauer vortrefflich unterhalten wird. Die Regel jedoch birgt unzureichend ansprechende Filmkost, auf die der Horrorfilm-Fan getrost verzichten kann. Auch „The Evil Inside“ (der ursprüngliche Filmtitel „Dead Inside“ war scheinbar nicht wirklich überzeugend, sodass die Produzenten speziell für den internationalen Filmmarkt einen reißerischeren Titel wählten) ist einer dieser Filme, die eine großartige Idee gierig aufgreifen und dennoch kläglich daran scheitern, etwas halbwegs Gares daraus zu köcheln. Das mag einerseits daran liegen, dass der lauwarme „Final Destination“-Aufguss rein gar nicht so recht zu Potte kommen möchte, denn die Geschichte rund um das traumatisierte Mädchen zieht sich zäh wie Kaugummi. Da wird wild durcheinander geplappert, fies intrigiert und frei, ohne jeglichen Sinn, ungeschickt und unfreiwillig komisch im Bilde gestanden. Die wenigen Charaktere gestalten sich als ziemlich unsympathisch und handeln, wie schon so oft, vollkommen unlogisch. Da „verarbeiten“ zwei emotionslose Volldeppen von Protagonisten den tragischen Tod ihrer soeben verunglückten Freundin, indem sie im elterlichen Schlafzimmer einem netten Schäferstündchen nachgehen. Auch die übrigen Anwesenden scheinen nicht wirklich von ausreichend Intelligenz gebeutelt.
 
In ihrer Panik und der Angst vor dem eignen vorausgesehenen Tod irren sie planlos durch das Haus und drängen die ohnehin schon verängstigte „Sarah“ in die Enge. Konflikte werden künstlich geschnürt und dennoch scheint keiner der Anwesenden dazu bereit, sich konsequent um Hilfe zu bemühen. Da wird ein wenig an der Haustür gerüttelt, um rasch festzustellen, dass diese sich nicht öffnen lässt und es wird aus riesigen Fenstern hinaus ins Freie gestarrt, ohne mit dem Gedanken spielen zu wollen, das Glas einschlagen zu müssen, um in die Freiheit flüchten zu können. Immerhin, das Ende überzeugt. Was anfänglich als 08/15-Teenieslasher beginnt, entpuppt sich am Ende als unbedeutendes pseudo-psychologisches Drama, dass zudem einige recht interessante Aspekte über die gebeutelte Psyche der traumatisierten Hauptdarstellerin birgt. Auch wenn die wenigen Erklärungsversuche recht konstruiert und hilflos wirken, so muss man dem Film positiv anrechnen, dass die anfänglich löchrige und hölzerne Inszenierung nach der Auflösung schon irgendwie Sinn macht. Trotzdem, „The Evil Inside“ ist kein Film, den man als interessierter Horrorfilm-Freund gesehen haben muss. Viel zu oft drängt sich der Eindruck auf, dass Regisseur „Pearry Reginald Teo“ kaum Budget zu Verfügung gestanden haben muss, um seinen Werk vielversprechend in Szene setzen zu dürfen. „The Evil Inside“ wirkt von Anfang bis Ende billig, teilweise sogar katastrophal unfertig. Hinzu kommt, dass der aufdringliche Low-Budget-Charakter jegliche Grusel-Stimmung unweigerlich zerstört. Auch wenn einige minimalistisch ausgeleuchtete Räume und gut ausgetüftelte Kameraspielereien durchaus ihre Momente besitzen, ist es einzig und allein „Sarah„-Darstellerin „Hannah Ward“ zu verdanken, das „The Evil Inside“ trotz unausgegorener Inszenierung halbwegs seh- und ertragbar bleibt. Ihr Schauspiel der schrullig-verstört wirkende Hauptdarstellerin überzeugt zwar durchweg – die Kraft, die sie jedoch in ihre Rolle investiert, wirkt in Anbetracht des recht miesen Drehbuchs als vollkommen verschwendet.
 
Man nehme ein wenig „Final Destination“ und etwas „Carrie“, würze die mysteriösen Gegebenheiten mit einer gehörigen Portion zweifelhafter psychologischer Tiefe sowie einem obligatorisch überraschenden Ende. Fertig ist einmal mehr der Horror von der Stange, der zweifelsohne uninspiriert und ideenlos über die heimische Mattscheibe flimmert. Dass „The Evil Inside“ keine gänzliche Bruchlandung einschlägt, ist der recht interessanten Hauptdarstellerin „Sarah“ zu verdanken. Ohne sie wäre dieser Nonsens vermutlich nicht einmal ein lauthalses Seufzen wert gewesen. Sie trägt die gesamte Handlung und schafft es sogar in wenigen Minuten eine emotionale Bindung zum Zuschauer zu knüpfen. Bei all den kaltschnäuzigen Beschuldigung und fies ausgeklügelten Intrigen der übrigen Protagonisten gegen das ohnehin schon gebeutelte Mädchen ist das natürlich auch kein großes Kunststück. „The Evil Inside“ eignet sich hervorragend für Horrorfilmanfänger. Der Blutzoll ist erschreckend gering, sodass sich zartbesaitete Filmfreunde mit einem Faible für seichte TV-Mysteriefilmchen kurzweilig unterhalten fühlen dürften. Alteingesessene Fans des bösen, gemeinen und unterschlagenen Films gehen Bitte weiter, denn hier gibt es wahrhaftig nichts zu sehen, was überhaupt von Interesse wäre!
 
 
 


 
 
 

The Evil Inside – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
Besser schlecht geklaut, als gut neu gemacht – dieses durchwachsene „Final Destination“-Plagiat darf man gekonnt ignorieren!
 
 
 


 
 
 

The Evil Inside – Zensur

 
 
 
The Evil Inside“ dürfte bedenkenlos mit einer „FSK16“-Einstufung erscheinen. Im Film selbst sieht man keine ausufernden, expliziten Grausamkeiten.
 
 
 


 
 
 

The Evil Inside – Trailer

 
 
 


 
 
 

Hellraiser80

 
 
 
Ähnliche Filme:
 
Panic Button (2011)

Spiderhole (2009)

Elevator (2011)

Filmreview: „House at the End of the Street“ (2012)

House_at_the_End_of_the_Street.jpg
 
 
 

HOUSE AT THE END OF THE STREET

Story

 
 
 
Die verwitwete Sarah Cassidy (Elisabeth Shue) zieht zusammen mit ihrer Tochter Elissa (Jennifer Lawrence) in ein neues Haus am Rande der Stadt. Schön gemütlich ist es hier, die Natur und der Wald rund um das Haus versprechen Entspannung und Erholung. Doch der Frieden währt nicht lange, als Tochter Elissa erfährt, dass sich im Nachbarhaus einige Meter weiter waldein, Schreckliches ereignet haben soll. Dort soll ein kleines Mädchen die eigene Familie kaltblütig ausgelöscht haben und daraufhin in den Wald geflüchtet sein. Eilssa stellt Nachforschungen an und lernt dabei den Bruder jenes kleinen Mädchens kennen, der nun allein in dem riesigen Anwesen wohnt, indem sich das schreckliche Verbrechen abgespielt haben soll. Schnell verliebt sie sich in den introvertierten Außenseiter, ein fataler Fehler wie sich alsbald herausstellt…
 
 
 


 
 
 

HOUSE AT THE END OF THE STREET – Kritik

 
 
 
Es ist oftmals erstaunlich, nach welch nicht nachvollziehbaren Kriterien so mancher Filmvertrieb die Filme auswählt, welche dann die Vorzüge einer nationalen Kinoauswertung genießen dürfen. Da flimmern hirnlose Actionblockbuster über die Kinoleinwand und unbedeutende Psychothriller verwehren den kleinen, wirklich sehenswerten Perlen das lukrativen Screening in den deutschlandweiten Lichtspielhäusern. Einer derer Filme, über dessen Kino-Daseinsberechtigung ausgiebig gestritten und diskutiert werden darf ist zweifelsohne der kommende Thriller HOUSE AT THE END OF THE STREET, der einmal mehr beweist, wie unkreativ Hollywood geworden ist und mit welch zweifelhaften Schwachsinn die Filmverleiher versuchen, den hungrigen Filmfreund die hart verdienten Euronen aus der Tasche zu stibitzen.
 
Der aktuelle Genre-Beitrag HOUSE AT THE END OF THE STREET des Regisseurs MARK TONDERAI ist einer dieser Filme, für die man bereits nach nur wenigen Minuten bereut, überhaupt Eintritt gezahlt zu haben, denn dieses Stück verschwendetes Zelluloid ist eine einzige, vorhersehbare Lachnummer, die im Mittwoch-Abend TV-Programm einschlägiger Privatsender wohl besser aufgehoben gewesen wäre, als auf der großen Leinwand. Der Titel des Filmes erweist sich hierbei als einzige Raffinesse, mit welcher dieser Film punkten kann, denn der lässt Düsteres erahnen und scheint allein nur deshalb gewählt, um unwissende Horrorfilmfreunde in die Kinos zu locken. Wer natürlich unwissend Filme besucht, ohne sich zuvor über deren Inhalt in einschlägigen Filmforen zu informieren, dürfte bei dieser Mogelpackung schlichtweg schnell und bitter enttäuscht werden, denn so wirklich finster, böse und gruselig will es „im Haus am Ende der Straße“ (bis auf die Einführungs-Sequenz) dann wohl doch nicht werden. Viel zu sehr orientiert sich der Film an ein vorwiegend jüngeres, mainstream-orientiertes Publikum, dem vermutlich bereits schon allein beim Anblick von gewöhnlichen Hausspinnen der Atem stockt und das bereits dann aufschreit, wenn sich einer der jugendlichen aufgehübschten Helden des Films das Shirt von seinem muskulösen Körper zerrt. Überhaupt ertrinkt der Film in desaströsen Teenie- und Horrorklischees. Die hübsche Neue, verliebt sich in den geheimnisvollen, gutaussehenden Außenseiter, der natürlich ein Geheimnis verbirgt, von dem die Mutter letztendlich ahnt und dabei Recht behält. Das ist alles so unglaublich dumm, vorhersehbar und unspektakulär, dass man sich zu Recht fragen darf, wer sich diesen hanebüchenen Blödsinn ausgedacht hat. Die Interaktionen der wenigen Protagonisten erweisen sich als schier lächerlich stereotyp, sodass man bereits nach nur wenigen Filmminuten errät, wie dieses pseudo-gruselige Teenie-Drama ausgehen wird und hofft, dass in der nächsten Szene ein „Predator“ über die Leinwand brettert, der alle beteiligten Charaktere in die ewigen Jagdgründe befördert, um dem gelangweilten Zuschauer zumindest den versemmelten Filmabend zu retten.
 
Eigentlich hätte aus HOUSE AT THE END OF THE STREET wirklich was werden können, hätte man in die Geschichte einige kleine Gemeinheiten eingeflochten und hätte man für all die Geschehnisse eine wirklich innovative und bahnbrechend neue Erklärung gefunden, die dem Zuschauer beim obligatorischen Storytwist den Atem raubt. Das tatsächliche Gesamtwerk ist derart vorhersehbar, dass man sich als eingeübter Filmfreund schon wahrlich veräppelt fühlt, für den zigsten Aufguss eines zweitklassigen FEAR – WENN LIEBE ANGST MACHT (1996) Geld ausgegeben zu haben. Jede Szene lässt bereits die nächste erahnen – wer im Verlauf des Filmes das Zeitliche segnet ist schnell ergründet. Eingeübte Filmkenner dürften sogar nach nur wenigen Minuten Filmlaufzeit, dass gesamte Geheimnis rund um das HOUSE AT THE END OF THE STREET gelüftet haben – denn das Rätsel zu entschlüsseln ist wahrlich nicht schwer. Gerade weil der gesamte Plot an den Haaren herbeigezerrt wirkt und jeglichen Funken Nachvollziehbar- und Glaubwürdigkeit missen lässt, will einfach so rein gar keine Spannung aufkommen. Trotz traditionellen Spannungsbogen, will der Unterhaltungswert rein gar nicht zünden. Da hilft es dem Film auch in keinster Weise, dass es in den letzten 15 Minuten, trotz PG-13-Freigabe, etwas rabiater zur Sache geht.
 
Gruseln im HOUSE AT THE END OF THE STREET: Fehlanzeige. Was einen düsteren Horror-Schocker der Marke LAST HOUSE ON THE LEFT (1972) erahnen lässt, ist eine einzige Enttäuschung. Hier werden altbekannte Thriller- und Horrorregeln gänzlich ohne einen Funken Originalität abgespult und spannungsfrei heruntergedaddelt. Trotz hübscher Hochglanz-Optik und einer handvoll Schauspieler, die zuletzt in erfolgreichen Hollywood-Produktionen zu sehen waren, hat der Film rein gar nichts zu bieten, was überhaupt von Interesse wäre. Die Geschichte hat man in dieser Weise schon unzählige Weise gesehen und auch der abschließende Überraschungseffekt, der die Gegebenheiten plausibel versucht zu erklären, will so rein gar nicht überraschend daherkommen. Vor allem die jugendfreie Erzählweise machen diesen Film für Horrorfilmfreunde vollkommen uninteressant, sodass sich der Filmfreund den Gang ins Kino sparen dürfte. Die vernichtende Kritik rührt dennoch nicht von ungefähr. Bereits 2004 sollte das Drehbuch zu HOUSE AT THE END OF THE STREET verfilmt werden, ging jedoch erst 2010 in Produktion – ein Schelm wer da Böses denkt. Zudem stand auch der amerikanische Filmstart unter keinem glänzenden Stern. Dieser wurde flink von April 2012 auf September 2012 verschoben. Macht man sich als Filmfreund selbst ein Bild von den Qualitäten dieses Psychothrillers, dürften derart Unschlüssigkeiten überraschend schnell geklärt werden.
 
 
 


 
 
 

HOUSE AT THE END OF THE STREET – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Laaaaaaaaangweilig! HOUSE AT THE END OF THE STREET ist ein Film der sich nicht mit Ruhm bekleckert. Hat man leider alles schon bedeutend besser gesehen. Wer seichten Thrill bevorzugt kann einen Blick riskieren. Hardcore-Horrorfans werden mit diesem Weichspül-Schocker nur wenig anfangen können.
 
 
 


 
 
 

HOUSE AT THE END OF THE STREET – Zensur

 
 
 
HOUSE AT THE END OF THE STREET ist eher Psycho als Horrorfilm. Brutal oder blutig wird es hier nicht. Die deutsche Filmversion ist daher ungeschnitten ab FSK 16 freigegben und somit auch für Jugendliche geeignet.
 
 
 


 
 
 

HOUSE AT THE END OF THE STREET – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: House at the End of the Street; USA 2012

Genre: Horror, Mystery, Thriller

Ton: Deutsch+Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.40:1 (1920x1080p)

Laufzeit: ca. 102 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Trailer bei Disc-Start: The Call – Leg nicht auf! (1:36 Min., 1080p), Olympus Has Fallen (1:58 Min., 1080p), Making of (21:55 Min., 576i), Musikvideo: Jennifer Lawrence „Fall in Love“ (1:02 Min., 1080p) Featurette: „Journey Into Terror“ (9:54 Min., 576i), „House At The End Of The Street“ (1:50 Min., 576i), Cast Featurettes: Jennifer Lawrence über: House at the End of the Street (0:40 Min., 576i), Vertrauen in den eigenen Instinkt (1:01 Min., 576i), Die Filmstory (0:48 Min., 576i), Max Thieriot über: Jennifer Lawrence (1:01 Min., 576i), Ryan Jacobson (0:51 Min., 576i), House at the End of the Street (0:40 Min., 576i), Kinotrailer (2:06 Min., 1080p), Original Trailer (2:25 Min., 1080p), BD-Live-Zugang, Trailershow mit acht Titeln (alle HD)

 
 
 
Die zum Test vorliegende Blu-ray von UNIVERSUM liegt in einer knapp einminütig längeren Filmversion vor als zuletzt im Kino, die den soliden Film leider auch nicht wirklich besser macht. Trotzdem wurde der Heimkino-Fassung zu HOUSE AT THE END OF THE STREET eine durchaus ansprechende Veröffentlichung spendiert, die eigentlich ganz passabel ausgefallen ist – was anderes hätte man von einem Release aus dem Hause UNIVERSUM auch nicht erwartet. Das Bild weiß durch ein angenehm detailliertes HD-Bild zu überzeugen; die Schärfe wird jedoch durch ein sichtbares, aber natürliches Filmkorn verschlungen, so dass viele kleine Details verborgen bleiben. Dennoch wirkt das Bild nicht gefiltert oder überschärft und ein satter Schwarzwert gefällt. Verschmutzungen oder Defekte lassen sich nicht entdecken und die als Stilmittel eingesetzten, erdigen Farben leuchten kräftig und satt. Auch auf tonaler Ebene hat es HOUSE AT THE END OF THE STREET in sich. Die Sprachwiedergabe ist gut ausbalanciert und klar; die Schocksequenzen werden druckvoll und aggressiv wiedergegeben. Filmfans mit Surround-Anlage wird das freuen, denn die hat so einiges zu tun. Auch bei den Extras lies sich UNIVERSUM FILM nicht lumpen. Hier wird dem Zuschauer einiges geboten. Neben einem rund 22-minütigen Making of (Standart-Auflösung), gesellst sich ein Musicvideo der Hauptdarstellerin (HD, ca. eine Minute, leider nur ein Werbeclip). Zwei Features zur Produktion (zusammen rund 12 Minuten, SD), diverse Interviews aller Beteiligten (rund 6 Minuten, SD) und der Kinotrailer in Deutsch und Englisch komplettieren das überschaubare Bonuspaket. Eine Trailershow mit acht weiteren Titeln des Labels und ein BD-Live-Zugang sind ebenso auf der Scheibe zu finden. Bleibt zu erwähnen, dass der Blu-ray ein Wechselcover spendiert wurde und alle Extras deutsche Untertitel besitzen.
 
 

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HOUSE AT THE END OF THE STREET – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth/ Hellraiser80

 
 
 
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