Filmkritik: „Cosmic Sin – Invasion im All“ (2021)

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COSMIC SIN – INVASION IM ALL

(COSMIC SIN)

Story

 
 
 
In ferner Zukunft ist es den Menschen gelungen fremde Planeten zu besiedeln. Doch damit macht man sich auch außerirdische Feinde.
 
 
 


 
 
 

COSMIC SIN – Kritik

 
 
„Cosmic Sin – Invasion im All“ ist der nächste „Das-Gesicht-von-Bruce-Willis-ist-fett-auf-dem-Cover-zu-sehen“ Reißer, der früher am ehesten hartnäckige Videotheken-Gänger interessiert hätte. Viel zu erwarten, ist beim Namen Willis mittlerweile sowieso nicht mehr und so bekommt man das, was vorherzusehen war. Einen langweiligen Science-Fiction-Actioner, bei dem man niemals das Gefühl loswird, dass hier niemand so richtig Lust auf das Ganze hatte.
 
 
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Im Jahr 2524 haben die Menschen mehrere Planeten besiedelt. Ausgerechnet auf dem Mars kommt es nun zu Komplikationen, denn hier soll eine Schlacht mit einer außerirdischen Intelligenz stattfinden. Diese Spezies ist in der Lage den Körper der Menschen zu infizieren und nutzt den Wirt dann für seine Zwecke. General Ford, der einst eine ganze rebellische Mars-Kolonie ausgelöscht hatte, bekommt den Auftrag, diese Gefahr abzuwenden. Doch das wird nicht so einfach. Einfach hingegen macht es sich das Drehbuch. Hier werden einfach zahlreiche Ideen anderer Vorbilder in einen Topf geworfen, man rührt lieblos um und dabei kommt dann eine Story wie die von „Cosmic Sin“ heraus. Mit Hintergründen gibt man sich bedeckt und so wirklich erklärt, wird hier eigentlich gar nichts. Nun muss man bei einem B-Movie sicher mit keiner ausgefeilten Geschichte rechnen, aber etwas lustvoller hätte diese Story schon erzählt werden dürfen. Das wirkt alles sehr austauschbar und die Filmwelt kann damit garantiert nicht bereichert werden.
 
 
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Bei der Inszenierung kommt dem Zuschauer auch am ehesten das Wort „Lustlos“ in den Sinn. Sicherlich war das Budget nicht besonders hoch und das kann der Film kaum verbergen, aber mit etwas mehr Kreativität lässt sich auch aus geringen Mitteln etwas zaubern. Wie diese Zukunft hier dargestellt wurde, ist an Einfallslosigkeit kaum zu überbieten. Das Treiben könnte auch direkt ein paar Jahre nach unserer Zeit spielen. Regisseur Edward Drake, der mit am Drehbuch schrieb und in nächster Zeit gleich drei weitere Filme mit Bruce Willis herausbringen wird, scheint eher wie am Fließband zu arbeiten, achtet dabei aber nicht besonders auf Qualität. Die Actionszenen sind unübersichtlich und völlig unspannend geraten. Außerdem machen sie visuell einfach nichts her. Die Effekte, von denen es übrigens nicht besonders viele zu sehen gibt, sind allerdings ganz okay ausgefallen und wirken selten zu billig. Die handwerkliche Arbeit kann das jedoch kaum auf den Durchschnitt hieven.
 
 
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Wenn man schon mit dem Wort „lustlos“ um sich schmeißt, kann man auch gleich zu den Darstellern kommen. Bruce Willis macht mal wieder das, was er im letzten Jahrzehnt am besten konnte: Sich in einer belanglosen Nebenrolle bewegen, bei welcher er durchaus gelangweilt wirkt und überhaupt nichts machen muss. Frank Grillo, der erst vor kurzem so positiv in „Boss Level“ auffiel, macht es dem alten Actionstar glatt nach und liefert eine belanglose Leistung ab. Fairerweise muss man aber auch sagen, dass die Darsteller nichts gegen die platte Figurenzeichnung unternehmen können. In „Cosmic Sin – Invasion im All“ bekommt niemand ein richtiges Profil spendiert und nicht mal der Feind wirkt in irgendeiner Art und Weise markant. Deshalb ist man auch froh, wenn man diese Figuren nach 88 Minuten Laufzeit schnell wieder vergessen darf. Am ehesten überzeugen da noch Costas Mandylor und Lochlyn Munro, aber wirklich reißen kann hier echt niemand etwas.
 
 
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Der Unterhaltungswert taugt im Endeffekt leider kaum etwas. Das Treiben beginnt schon relativ lahm und dies kann man im weiteren Verlauf nicht steigern. Es gibt zwar Action zu sehen, aber sie wirkt obligatorisch. Als hätte man die Actionszenen nur eingebaut, weil das ja erwartet wird. Das stumpfe Geballer lässt jedenfalls niemals Spannung aufkommen. Sowieso bekommt man kaum mit, was hier Einleitung, Hauptteil und Finale darstellen soll. So langweilt man sich durch die, immerhin normal gehaltene, Laufzeit. Die Atmosphäre lässt dabei niemals richtige Stimmung entstehen. Es fehlt an Witz, an Coolness, an Tiefe, an Bedrohung. Der austauschbare Score rundet das dann passend ab, lässt sich aber noch anhören.
 
 
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COSMIC SIN – Fazit

 
 
 
3 Punkte Final
 
 
„Cosmic Sin – Invasion im All“ ist eine schrecklich öde Angelegenheit geworden, bei der man sich als Zuschauer fragt, ob hier überhaupt ein einziger Beteiligter irgendwie Lust auf die ganze Sache hatte. Das Problem fängt schon bei der lahmen Story an, die zwar bei vielen Vorbildern abkupfert, daraus aber niemals etwas Gutes kreieren kann. Die Darsteller brauchen sich keinerlei Mühe zu geben, die Inszenierung wirkt zwar relativ sauber, besitzt jedoch keinen kreativen Anstrich und die Atmosphäre könnte belangloser gar nicht sein. Dass das nicht unterhaltsam sein kann, sollte keine Überraschung darstellen. Es mangelt einfach an Ideen, es fehlt an einer brauchbaren Figurenzeichnung und selbst wenn man auf Science-Fiction abfährt, bekommt man hier visuelle Lustlosigkeit par excellence geboten. Ein paar Effekte sind okay, aber das war es dann auch schon. Rein qualitativ noch okay, aber wirklich grauenvoll langweilig!
 
 


 
 
 

COSMIC SIN – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung von „Cosmic Sin – Invasion im All“ ist ungeschnitten und für Zuschauer ab 16 Jahren geeignet.
 
 
 


 
 
 

COSMIC SIN – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Dolphin Medien & Beteiligungs GmbH | Koch Films (Blu-ray im KeepCase mit Schuber)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Cosmic Sin; USA 2021

Genre: Thriller, Action, Abenteuer, Science Fiction

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.40:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 88 Minuten

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Blu-ray im KeepCase mit Schuber und Wechselcover

Extras: Trailer, Trailershow, Slideshow

Release-Termin: KeepCase: 12.05.2021

 

Cosmic Sin – Invasion im All [Blu-ray im KeepCase] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

COSMIC SIN – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei Dolphin Medien & Beteiligungs GmbH | Koch Films)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Blade Runner (1982)
 
Ghosts of Mars (2001)
 

Filmkritik: „Ip Man 4: The Finale“ (2019)

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IP MAN 4 – THE FINALE

(YIP MAN 4)

Story

 
 
 
Im vierten und letzten Teil der „Ip Man“-Reihe führt es den Großmeister nach Amerika, wo er mal wieder für Recht und Anstand sorgen muss.

 
 
 


 
 
 

IP MAN 4 – Kritik

 
 
„Ip Man“ ist zu einer echten Marke geworden. Die drei Teile, die zwischen 2008 und 2015 entstanden, erfreuten sich großer Beliebtheit, sogar ein Spin-off gab es bereits. Nun ist es soweit und mit „Ip Man 4 – The Finale“, der den Zusatztitel „The Finale“ trägt, wird nun wirklich das Finale erzählt. Zum Glück konnte man Donnie Yen abermals überreden, nochmals die Titelrolle zu verkörpern, denn nach dem leicht schwächeren, dritten Teil bekommt man hier nun ein wirklich würdiges Finale spendiert, welches wieder all die Stärken dieser Filmreihe miteinander kombiniert.
 
 
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Ip Man wird gleich zu Beginn Kehlkopfkrebs diagnostiziert. Er ist bemüht für seinen Sohn die beste Zukunft zu ebnen, doch der übt sich am ehesten im Rebellentum. Als sein ehemaliger Schüler Bruce Lee ihn nach Amerika einlädt, sieht Man darin die Chance, hier vielleicht eine geeignete Schule für seinen Sohn zu finden. Doch hier stößt er nur auf Gegenwehr, denn die chinesischen Lehrer finden es gar nicht gut, dass Bruce Lee auch den Amerikanern Kung Fu beibringen will. Das soll bei Weitem nicht das einzige Problem sein, denn der Sergeant der United States Marines, Geddes, hat ebenfalls ein Problem mit dem chinesischen Kung Fu und fordert so allesamt heraus. Die Story wirkt besonders in der ersten Hälfte leicht episodenhaft und lässt zunächst kaum einen roten Faden erkennen – Eine Eigenschaft, die fast alle Teile gewissermaßen hatten. Nur im Gegensatz zu „Ip Man 3“ findet man hinterher doch den besseren Weg für eine zusammenhängende Geschichte. Insgesamt kann man dem Drehbuch nichts vorwerfen. Da gibt es fast alle Zutaten, die es zuvor ebenfalls gab, aber sie werden anders zusammengefügt und zusätzlich bemerkt man die Kontinuität. Hier wurde wirklich eine lange Geschichte erzählt, die im Finale jetzt auch ihren Endpunkt findet.
 
 
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Das größte Lob muss dabei an die Darsteller gehen. Donnie Yen wirkt kein bisschen angestaubt und macht mit seiner friedvollen Art und Weise munter weiter. Es macht erneut viel Freude, ihm als Ip Man zuzuschauen, weil er das so schön zurückhaltend spielt und besonders in den Kampfszenen mal wieder völlig punkten kann. Wu Yue macht auch eine gute Figur und ein Wiedersehen mit Kent Cheng sorgt ebenfalls für Freude. Ein echter Geniestreich war es für diesen letzten Teil Scott Adkins mit an Bord zu holen. Er macht R. Lee Ermey alle Ehre und darf in seiner Rolle so fies sein, wie man ihn schon lange nicht mehr sehen durfte. Außerdem bekommt Adkins auch die Gelegenheit, im Finale seine Fähigkeiten zu zeigen. Danny Chan ist als Bruce Lee ebenfalls nicht schlecht und Chris Collins darf auch richtig schön hassenswert agieren. Die Darsteller sind auf jeden Fall alle top besetzt und die Figurenzeichnung gestaltet sich genau so, wie man sich das wünscht. Soll heißen: Die Guten sind ungemein sympathisch und die Bösen so richtig schön fies. Da man die Figur des Ip Man schon über drei Filme begleiten durfte, hat man sowieso einen Bezug zu ihm und er agiert hier so, wie man das gewohnt ist. Die kleineren Drama-Anteile funktionieren gerade wegen der Kontinuität so gut und eine tiefere Zeichnung für neue Charaktere ist hier gar nicht notwendig.
 
 
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Wie bei jedem offiziellen Teil der Reihe führte auch in „Ip Man 4 – The Finale“ wieder Wilson Yip die Regie und wie immer hat er das ordentlich gemacht. Die erste Hälfte hält sich dabei bemerkbar zurück. Bis auf ein, zwei kleine Fights ist hier actionmäßig nicht viel los, wobei bereits hier enorm viel Abwechslung mit im Spiel ist. Es gibt allgemein immer mal ein paar kleine Drama-Einschübe, aber auch viele lockere Szenen, die schon fast zum Lachen animieren. So richtig los geht es dann mit der Einführung vom Charakter Geddes. In der zweiten Hälfte dominiert die Action, die wie gewohnt stark choreografiert und einfallsreich inszeniert wurde. Im Gegensatz zum doch recht handzahmen dritten Teil legt „Ip Man 4“ auch in Sachen Härte wieder etwas zu. Das ist niemals zu brutal und erst recht nicht reißerisch, verdient sich jedoch die Freigabe ab 16 Jahren. Gekrönt wird das alles dann von einem leider ziemlich kurzen, aber dennoch schön emotionalen Ende. Allgemein hätte man die 105 Minuten Laufzeit ruhig noch etwas länger gestalten dürfen. Hier ist so viel Abwechslung vorhanden, dass manche Passagen gar nicht die Zeit spendiert bekommen, wie sie verdient hätten. So kann man sich über Längen allerdings überhaupt nicht beklagen. Begleitet wird das Treiben dann noch von einem sehr gelungenen Score, dem man gerne zuhört.
 
 
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IP MAN 4 – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
„Ip Man 4 – The Finale“ findet im Finale noch mal zur Höchstleistung zurück und bietet deshalb auch einen echt würdigen Abschluss. Kleinere Qualitätsschwankungen gab es in der Reihe schon, doch das Finale kann sich schon mit dem ersten Teil messen. Das liegt vor allen Dingen an den starken Darstellern und der toll gemachten Action, die nicht zu brachial, aber auch niemals zu harmlos erscheint. Außerdem besitzt der Film wieder seine ganz eigene Note und bietet so reichlich Abwechslung, sowohl innerhalb des Geschehens, wie auch in der gesamten Reihe. Die Atmosphäre besitzt eine sehr schöne Mischung aus ernst, locker, humorvoll und dramatisch und das Ende ist wirklich emotional geraten. Insgesamt besitzt das eine Warmherzigkeit, die man einfach mögen muss. Wer die Reihe bis hierhin mochte, wird damit absolut nichts verkehrt machen und wer sich einfach sympathische Actionunterhaltung anschauen möchte, sowieso nicht!
 
 


 
 
 

IP MAN 4 – Zensur

 
 
 
Die Veröffentlichung von „Ip Man 4: The Finale“ hat von der FSK in der ungeschnittenen Fassung die Einstufung „FSK16“ erhalten. Filmsammler können daher bedenkenlos zugreifen.
 
 
 


 
 
 

IP MAN 4 – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Koch Films | KSM Film (KeepCase Blu-ray)

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(c) Koch Films | KSM Film (Steelbook Blu-ray)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Yip Man 4; Hong Kong 2019

Genre: Action, Biografien, Drama

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Kantonesisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.40:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 106 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover | Steelbook

Extras: Deutscher Kinotrailer, Das Spercial zur „10-jährigen Legende“, Das Making Of, Die Geschichte, Die erste Einladung von Donnie Yen, Die zweite Einladung von Donnie Yen, Einladung von Scott Adkins, Trailer, Bildergalerie

Release-Termin: Steelbook: 17.09.2020 | KeepCase: 17.09.2020

 

Ip Man 4: The Finale [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

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IP MAN 4 – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei Koch Films | KSM Film)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Ip Man (2008)
 
Ip Man 2 (2010)
 
Ip Man 3 (2015)
 

Filmkritik: „Mom and Dad“ (2017)

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MOM AND DAD

(MUM AND DAD)

Story

 
 
 
In einer amerikanischen Kleinstadt ist plötzlich der Teufel los. Eltern wollen ihre Kinder töten und Kinder müssen sich vor ihren Eltern in Acht nehmen. Auch Vater Brent (NICOLAS CAGE) und Mutter Kendall (SELMA BLAIR) entwickeln plötzlich seltsame Aggressionen und wollen den Nachwuchs einen Kopf kürzer machen. Shit happens.

 
 
 


 
 
 

MOM AND DAD – Kritik

 
 
 
From Hero to Zero: NICOLAS CAGE nimmt alles. Seit der nämlich seine Finanzen nicht mehr unter Kontrolle hat und offenbar Geld benötigt, um Schulden abzuzahlen, muss sich der einst gefeierte Hollywoodstar die Brötchen mit Arbeit verdienen. Leider sind die fetten Jahre vorbei. Die Traumfabrik hat kein großes Interesse mehr am ehemaligen Actionstar, weshalb sich der Schauspieler mit Auftritten in B-Movies über Wasser hält, um irgendwie über die Runden kommen zu können. Leider hat das wahllose Drehen von Filmen Konsequenzen. Cage wird nämlich mittlerweile ausschließlich mit Trash und Billigware in Verbindung gebracht. Die Folge: die meisten seiner Filme landen in Wühltischen großer Elektronikfachmärkte oder werden nach der Fertigstellung direkt auf dem Videomarkt veröffentlicht. Was für ein trauriges Schicksal.
 
 
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Immerhin scheint sich NICOLAS CAGE noch nicht ganz aufgegeben zu haben, wie der folgende Streifen beweist. Der nennt sich MOM AND DAD und wurde ebenfalls mit überschaubarem Budget produziert – hat aber vor Erscheinen mit kontroversem Trailer Neugier geweckt. Und in der Tat: Der Streifen bleibt im Gedächtnis und macht sich vor allem unter Fans des blutigen Filmhandwerks Freunde. Der Grund ist schnell erklärt. MOM AND DAD besitzt nämlich Zutaten, die Horrorfilme neueren Datums dringend benötigen, um sich abheben zu können. So fehlen blutige Szenen ebenso wenig wie schwarzer Humor und satirische Elemente. Letztere machen in überspitzter Weise den Generationenkonflikt zum Thema und rücken Eltern in den Mittelpunkt, die sich wegen der Erziehung der eigenen Kinder im wahrsten Sinne des Wortes gern mal selbst vergessen. Da spricht der Film so manchem Vormund aus der Seele.
 
 
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MOM AND DAD beginnt wie jede Familienkomödie. Heiles Familienglück also – wären da nicht die vielen kleinen Sorgen mit denen sich die Familienmitglieder konfrontiert sehen. Sohn Josh vergeht sich am Auto des Vaters, obwohl es ihm verboten wurde. Tochter Carly durchlebt die Pubertät und wird zum anstrengenden Problemfall. Aber auch Vater Brent hatte schon bessere Tage. Der bleibt bewusst länger auf Arbeit, um der tagtäglichen Verantwortung als Familienvater zu entgehen und sich an Zeiten zu erinnern, in denen er als Junggeselle Frauen am Fließband vernaschen konnte. Da kommen seltsame Vorfälle gerade recht, die die meisten Probleme genervter Eltern lösen dürften. So schallen plötzlich mysteriöse Störgeräusche aus TV und Radio, die dem Nachwuchs den Kampf ansagen. Das hat zur Folge, dass sich zuvor besorgte Mütter und Väter in aggressive Killermaschinen verwandeln und nur ein Ziel kennen: die Kids zu ermorden. Natürlich ist auch Familie Ryan betroffen. „Mom“ Kendall und „Dad“ Brent“ kommen überraschend früh von der Arbeit und wollen das alte Leben zurück. Sie läuten eine Jagd auf ihre Kinder ein und scheuen beim Vorhaben weder Mühen noch Herausforderungen. Ob alles gut ausgehen wird?
 
 
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Dass MOM AND DAD kein Rohrkrepierer werden würde, war abzusehen. Die Horrorsatire wurde nämlich von BRIAN TAYLOR geschrieben und inszeniert. Der hat zuvor mit Regie-Partner MARK NEVELDINE einige hektische Action-Hits auf Zelluloid gebannt, die unter Fans rasanter Verfolgungsjagden Kult-Status genießen. So dürfte vielen Horrorfilmkennern CRANK und dessen Fortsetzung CRANK 2 – HIGH VOLTAGE nicht unbekannt sein. Die konnten sich durch hektische Schnitte, temporeicher Inszenierung im Split-Screen-Verfahren und greller Musikclip-Ästhetik in Filmkreisen einen Namen machen. MOM AND DAD macht von gleicher Handschrift Gebrauch. Der Film ist nicht minder hektisch und temporeich gedreht, bremst sich aber immer wieder durch Rückblenden und abrupte Szenenwechsel selbst aus. Das unterbricht den Spannungsbogen, der leider erst im Finale so richtig an Fahrt gewinnt. Immerhin wächst MOM AND DAD dort zu eigentlicher Stärke heran. Dann nämlich dürfen die Hauptdarsteller SELMA BLAIR und NICOLAS CAIGE ungeniert die Sau herauslassen, schreien, keifen und angestauten Aggressionen freien Lauf lassen. Selten hat man beide Darsteller so politisch inkorrekt gesehen, wie in diesem boshaften Horrorspaß. Auch Eltern dürften im Horrorfilm gern mal rot sehen.
 
 
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MOM AND DAD – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Die Lösung von Generationenkonflikten in blutrot. MOM AND DAD hat gute Voraussetzungen: Ein NICOLAS CAGE in Bestform, blutige Szenen, einen Cameo von Horror- und Actionikone LANCE HENRIKSEN sowie zynischer Sarkasmus, der trotz politischer Inkorrektheit für Lacher sorgt. Ja, MOM AND DAD ist kein Horrorfilm von der Stange, so wie sie der ehemalige Actionstar in den letzten Jahren mehr gelangweilt als ambitioniert am Fließband gedreht hat. Der rabenschwarze Horrortrip zeigt, dass das Zombie-Genre noch längst nicht tot ist. Irgendwo dort lässt sich MOM AND DAD nämlich einordnen und erinnert dabei an so Filme wie WHAT WE BECOME, CRAZIES oder ALONE. Leider hat man auf Gründe für die Bedrohung im Film verzichtet. Die braucht man auch nicht, denn MOM AND DAD ist bei genauer Betrachtung eine Satire, in der Erwachsene auf überspitzter Weise ein Ausweg aus dem „Knast“ Familie suchen, um endlich mal wieder Zeit für sich haben zu können. Übrigens sollten sich fürsorgliche Eltern nicht zu beunruhigt über den Inhalt der Horrorsatire zeigen. Regisseur BRIAN TAYLOR diktiert schnell die Richtung. Spätestens wenn nach einer Geburt eine Mutter den frisch geschlüpften Nachwuchs töten will und im Hintergrund der Roxette-Klassiker „It Must Have Been Love“ zu hören ist, sollte jedem klar sein, dass die zelebrierten Boshaftigkeiten mit einem Augenzwinkern genossen werden sollten. MOM AND DAD ist zwar total bescheuert, aber irgendwie originell. Netter Zeitvertreib, der mal endlich wieder zeigt, was Schauspieler NICOLAS CAGE wirklich kann.
 
 
 


 
 
 

MOM AND DAD – Zensur

 
 
 
MOM AND DAD ist keine Gewaltgranate, wie es der Trailer suggeriert. Die wenigen Gewaltmomente halten sich in Grenzen und werden nur selten in voller Pracht gezeigt. Demzufolge hat der Film eine FSK16 erhalten.
 
 
 


 
 
 

MOM AND DAD – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) NEW KSM CINEMA (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Mom and Dad; USA 2017

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch (DTS-HD MA 5.1), Englisch (DTS-HD MA 5.1)

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.40:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 85 Min.

FSK: FSK16

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Featurette – Midnight Madness, Trailer, Bildergalerie

Release-Termin: 20.09.2018

 

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MOM AND DAD – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Momentum Pictures | NEW KSM CINEMA)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Crazies – Fürchte deinen Nächsten (2010)
 
Crazies (1973)
 
What We Become (2015)
 
Alone (2017)
 
Quarantäne (2008)
 
Carriers (2009)