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Filmkritik: „Maniac Cop“ (1988)

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MANIAC COP

Story

 
 
 

Der hier portraitierte Freund und Helfer hat einen an der Waffel. Ganz forensisch sogar. Unter den Polizisten New York Citys befindet sich einer, der den bekämpften kriminellen Widerlingen in nichts nachsteht. Dieser „Maniac Cop“ Matt Cordell mordet sich brutalst durch die schmierigen Neon-Nächte der Millionenstadt am Hudson und ist dabei gerissen genug, einen unschuldigen Kollegen, gespielt von Bruce Campbell persönlich, in den Fokus der Ermittlungen zu lavieren.

 
 
 


 
 
 

MANIAC COP – Kritik

 
 
 
Seltsames Gefühl, wenn einem auffällt, welche kleinen Klassiker des Blut- und Gerölle-Kinos noch nicht in respektabler Heimkinoform zur Verfügung stehen. MAINAC COP, dieser nach grundsympathischem Schema F gezauberte Bullen-Slasher, ist auch so ein Titel. Nach dem meisterhaft übelkeiterregenden Schlitzer-Klassiker MANIAC, starring Klapsmühlen-Gottfigur Joe Spinell, muss man dessen Erschaffer William Lustig nicht erst dazu zwingen, diesen knackigen Namenszusatz des Wahnsinnigen ein weiteres, kassenklingelndes Mal zur Titel-Verwendung zu bringen. Der mit allen Porno-Wassern gewaschene Kleinstbudget-Regisseur aus New York weiß, was alle Augen auf die eigene Arbeit lenkt und spielt die Klaviatur des Eighties-Horrors wie ein ganz Großer. Ein Slasher für die Galerie! Zur Seite stehen dem späteren Independent-Studio-Chef (Anchor Bay, dann Blue Underground) neben einer Traumbesetzung des gehoben-groben Drive-In-Schotters wie Richard Roundtree, Bruce Campbell, Tom Atkins und William Smith auch der Regisseur und Drehbuchautor Larry Cohen. Der stramm linksliberale Filmemacher zeichnet unter anderem für exploitofonische Granaten wie die IT’S ALIVE! Monsterbaby-Reihe, den Quetzacoatl-Saurier-Irrsinn AMERICAN MONSTER, den Blaxploitationfilm erster Kategorie BLACK CAESAR („Der Pate von Harlem“) oder den bis heute nicht in deutscher Sprache erschienenen Ultra-Kultschocker GOD TOLD ME TO (1976) verantwortlich.
 
 
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Eine sicherlich irgendwo politisch motivierte Slasher-Parade über einen Mörder-Polizisten lässt er sich natürlich nicht entgehen. Jahre später würde Herr Lustig seinen alten Kollegen mit einer edlen DVD-Edition auf Blue Underground ehren. Hier, beim ersten Teil der mehrfach fortgesetzten Reihe MANIAC COP, gibt sich das findige Gespann alle Mühe, seine New Yorker Heimat so sleazy wie möglich erscheinen zu lassen und den uniformierten Baddie Robert Z’Dar mit genug monströser Bedrohlichkeit für zwei bis drei Leinwand-Unholde zu versehen. Ach, Robert! In über hundert Filmen variierender Rauheit als Schlägertyp, Psychopath oder psychopathischer Schlägertyp gecastet, macht der durch den seltenen Knochendefekt des Cherubismus verunstaltete Brocken von Mann das Beste aus den Vorgaben der Gene und lebt bis zu einem furchtbaren Setunfall, der ihn erst in den Rollstuhl und 2015 auf den Friedhof bringt, ganz ordentlich von seinen Zügen. Zu seinen Fans war er, wie es das Bösewichter-Klischee so will, immer zuckersüß und freundlich.
 
 
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MANIAC COP – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Zu Recht beliebtes Kult-Kino aus Genremeister-Hand. Den guten alten MANIAC COP kennen die meisten Horror-Nerds schon immer, die älteren sowieso. Für die Uneingeweihten empfiehlt sich, zurückgelehnt einen oder sieben auf Robert Z’Dar zu heben und das Dream Team Lustig/Cohen seine Grindhouse-Magie entfalten zu lassen.
 
 
 


 
 
 

MANIAC COP – Zensur

 
 
 
Wie viele Horrorfilme in den 1980ern hatte es auch der MANIAC COP nicht leicht. Der wurde kurzerhand indiziert und durfte hierzulande nicht beworben oder im stationären , deutschen Handel verkauft werden. Das änderte sich aber vor einigen Jahren. MANIAC COP wurde im April 2013 vom Index genommen und im August 2016 durch die FSK neugeprüft. Bei dieser Neuprüfung erhielt der Film in seiner ungekürzten Fassung eine FSK 16-Freigabe. Diese darf nun regulär in jedem Fachmarkt oder Online Shop verkauft werden. Wie sich die Zeiten ändern. Die nun erhältliche Blu-ray ist trotz FSK16-Flatschen ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

MANIAC COP – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) NSM Records (Blu-ray KeepCase)

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(c) NSM Records (limitiertes Mediabook – Cover A – auf 999 Stück limitiert)

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(c) NSM Records (limitiertes Mediabook – Cover B – auf 666 Stück limitiert)

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(c) NSM Records (limitiertes Mediabook – Cover C – auf 333 Stück limitiert)

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(c) NSM Records (limitiertes Mediabook – Cover D – auf 333 Stück limitiert)

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(c) NSM Records (limitiertes Futurepak – auf 1000 Stück limitiert)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Maniac Cop; USA 1988

Genre: Horror, Klassiker, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Deutsch DTS-HD MA 2.0, Englisch DTS-HD MA 2.0

Untertitel: Deutsch, Englisch

Bild: 1.78:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 91 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wechselcover | Mediabook | Futurepak

Extras: Kinofassung (HD, ca. 85 Min.), Deutscher Audiokommentar von Marco Erdmann und Daniel Perée vom Wicked Vision Filmmagazin für die Kinofassung, Audiokommentar von William Lustig, Larry Cohen, Bruce Campbell und Jay Chattaway, Doomed Detective, Intro von Tom Atkins, Lady of the Night, Scripting a new Slasher Super Villian, TV-Szenen, Interview mit William Lustig, Bildergalerie, 2 TV-Spots, Deutsche Trailer zu allen drei „Maniac Cop“-Filmen, 4 Englische Trailer, Französischer Trailer | zusätzlich im Mediabook noch eine Soundtrack-CD und ein Booklet

Veröffentlichung: Mediabook: 09.10.2015 | KeepCase: 28.04.2017 | Futurepak: 27.01.2017

 
 
Neben vier limitierten Mediabooks mit zusätzlichem Booklet wurde der Film auch in einem edlem Blu-ray-Futurepak veröffentlicht. Seit April 2017 kann man MANIAC COP auch in Deutschland als Blu-ray KeepCase im Handel erwerben und muss keine Umwege über das deutschsprachige Ausland in Kauf nehmen. Die darin enthaltene Filmfassung ist selbstverständlich ungeschnitten.
 
 

MANIAC COP [Blu-ray] ungeschnitten im Futurepak mit 3D Lenticular auf AMAZON kaufen

MANIAC COP [Blu-ray] ungeschnitten im KeepCase auf AMAZON bestellen

MANIAC COP [Blu-ray] ungeschnitten im Mediabook Cover A auf AMAZON bestellen

MANIAC COP [Blu-ray] ungeschnitten im Mediabook Cover B auf AMAZON bestellen

MANIAC COP [Blu-ray] ungeschnitten im Mediabook Cover C auf AMAZON bestellen

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MANIAC COP – Trailer

 
 

 
 
 

Christian Ladewig

(Die Rechte aller verwendeten Bilder und fürs Packshot liegen bei NSM Records)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Maniac Cop 2 (1990)
 
Maniac Cop 3 (1992)
 
Mad Cop (1989)
 
Psycho Cop 2 (1992)
 


Filmkritik: „Der Kühlschrank“ (1991)

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DER KÜHLSCHRANK – EISKALT, MÖRDERISCH, GEFRÄSSIG!

(THE REFRIGERATOR)

Story

 
 
 
Im metropolen Moloch New York City an eine halbwegs annehmbare Bude zu kommen, raubt potentiellen Mietern seit bald hundert Jahren den letzten Nerv. Steve und Eileen Bateman, nicht verwandt oder verschwägert mit einem Patrick gleichen Nachnamens, geht das nicht viel anders und so kneifen die jung Verheirateten den Popo zusammen und übernehmen das ihnen angebotene Apartment mitsamt den im Mietvertrag aufgeführten Möbeln des Vorbesitzers. Ausgerechnet in der voluminösen Kühlmaschine in der Küche steckt das teuflische Häkchen am Wohnungsglück. Freund Kühlschrank will gefüttert werden. Bevorzugt Mieterfleisch. In Verbindung mit der kriselnden Beziehung der Batemans macht so ein kaltes Aggregat natürlich nur wenig Freude.
 
 
 


 
 
 

DER KÜHLSCHRANK – Kritik

 
 
 
Zwar als komödiantisch arrangierter Horrorfilm vermarktet, steckt hinter dem unabhängig auf die Beine gestellten Küchengeräts-Horror aus den frühen Neunzigern hier doch einiges mehr. Ja, durch die (damals wie heute) knallige Covergestaltung, die doch irrwitzige Thematik und das Herausstellen der überschaubaren Gore-Effekte scheint hier eine an die sympathisch-behämmerten Troma-Studios aus der New Yorker Nachbarschaft erinnernde Grusel-Klamaukiade vorzuliegen. Sogar an Frank Oz‘ Eighties-Remake von „Der kleine Horrorladen“ könnte man inhaltlich kurz denken. Beides nicht der Fall. Viel eher aber als bei den Herren Corman oder Kaufman, scheinen sich die Macher von DER KÜHLSCHRANK bei Andrzej Zulawskis POSSESSION umgeschaut zu haben. Auch bei diesem im geteilten Berlin angesiedelten Schizo-Meisterwerk ungemütlichen Horrors bricht der übernatürliche Wahnsinn wie eine satanische Kaltwetterfront über zwei längst nicht mehr im Leben stehende Eheleute herein. Spätestens, wenn der Fokus unseres Films hier vom oberflächlichen Thrill eines kannibalistischen Eiskastens zum aufreibenden Beziehungs-Zähneknirscher zwischen zwei stadt-amerikanischen Durchschnittsmenschen wechselt, ist das Element der Phantastik nur noch Werkzeug der Filmemacher. Ein Werkzeug, ihren lebensnahen Stoff ideenreich und genreartig aufzupeppen. Hier wird auch mit kurzen, heftigen Ausbrüchen zynischen Humors nicht gegeizt. Passt aber auch – denn schon bei Bergman und Fassbinder, zwei der großen Regie-Vorbilder in Sachen chirurgische Demontage von Lebensentwürfen, sitzen die Lacher oft an den bittersten und aufwühlendsten Stellen.
 
 
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Das sind jetzt viele Querverweise, die den einen oder anderen Leser vielleicht stutzig machen. Soll natürlich nicht sein. DER KÜHLSCHRANK ist eine nicht immer stilsichere aber von überzeugten Filmemachern in die Tat umgesetzte Mischung aus Genre-Trash und schauspieler-intensivem Independent-Kino mit genügend Hirnschmalz. Die Bilder der Weltmetropole vor Anbeginn der digitalen Gegenwart wirken heute fast schon exotisch und sind ein weiterer Grund, diesem jetzt fürs Heimkino veröffentlichten kleinen Film ein Zuhause im Regal zu bieten.
 
 
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DER KÜHLSCHRANK – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Schräges Filmdokument einer kreativen Zeit im Umbruch. Manchmal Horror, manchmal Beziehungsdrama, hier und da sogar Ausbrüche in schrägen Indie-Film-Humor. DER KÜHLSCHRANK knallt zwischen die Stühle glatter Genrezuteilung und trägt ein „Ich bin kein Film für Jedermann“-Schild vor der Brust. Entdecken lohnt sich.
 
 


 
 
 

DER KÜHLSCHRANK – Zensur

 
 
 
Wie bereits im Kino, auf VHS und im Fernsehen ist DER KÜHLSCHRANK auch auf DVD ungeschnitten und bereits für Minderjährige zumutbar. Die erhältliche, digitale Heimkinoveröffentlichung ist frei an 16 Jahre.
 
 
 


 
 
 

DER KÜHLSCHRANK – Deutsche DVD

 
 
 
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(c) MIG | Schröder Media (auf 1000 Stück limitierte DVD)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Refrigerator; USA 1991

Genre: Trash, Horror, Komödie

Ton:Deutsch (Dolby Digital 2.0 Stereo), Englisch (Dolby Digital 2.0 Stereo)

Untertitel: Keine

Bild: 1,85:1 (anamorph | 16:9)

Laufzeit: ca. 84 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wendecover

Extras: Trailer (1:38 Min.), Wendecover ohne FSK Logo

Release-Termin: 02.02.2017

 

Der Kühlschrank – Eiskalt, mörderisch, gefräßig! [DVD – Limited Edition] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 


 
 
 

DER KÜHLSCHRANK – Trailer

 
 

 
 

Christian Ladewig

(Rechte für Packshot, Abbildungen und Szenenbilder liegen bei MIG | Schröder Media)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Pridyider (2012)
 
Angriff der Killertomaten (1978)
 
Die Rückkehr der Killertomaten (1988)
 


Filmkritik: „Das Grauen aus der Tiefe“ (1980)

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DAS GRAUEN AUS DER TIEFE

(The HUMANOIDS FROM THE DEEP)

Story

 
 
 
Ein verpenntes Nestchen in amerikanischen Küstenregionen hat eines Tages seltsame Fälle von Vandalen-Kriminalität zu beklagen. Irgendwelche noch nicht identifizierten Unholde erlegen die Hunde der Bürgerlein und die weibliche Bevölkerung wird in beunruhigendem Maße von schattigen Figuren bedrängt, die es so eigentlich nicht geben sollte. Ja, mutierte Fischmenschen plagen den Landstrich, ihre äh maritimen Geschlechtsorgane bereit zur Paarung mit nichts Böses witternden Flachland-Pomeranzen all´Americana!. Die Herren der Schöpfung verweigern sich allzu blumigen Erklärungen. Nur ein amerikanischer Ureinwohner scheint zu wittern, was die Natur mit den frechen Menschen vor hat. Niemand glaubt ihm – natürlich. Als man die Meinungen zum alten Indianer ändert, ist der Käse allerdings längst in den Brunnen gefallen und das Kind gelutscht. Beim groß vorbereiteten Stadtfest nämlich ist Land unter. Die Fischkopf-Admiräle, also Stuntmänner in Taucheranzügen und Algen obendrauf, kommen ans Ufer und verstehen die Kleinstädter als warmes Büffet. Surf And Turf.

 
 
 


 
 
 

DAS GRAUEN AUS DER TIEFE – Kritik

 
 
 
Tja, Experimente mit kleinhirnigen Meeresbewohnern und ihrem Wohnort. Blubb und Autsch! Das war damals so. Wichtige Zutat eines jedes Katastrophen-Films. Großes Genre zwischen 1970 und 1983 etwa. Ob nun mit Naturereignissen, die dem Menschen den Arsch versohlen oder durchgedrehten Expeditionen ins Tierreich. Wenn die Natur zurückschlägt, dann geht es finster aus. Für die Vergewaltigungs-Landgänge scharfer Unterwasser-Lumpen bedarf es allerdings eher eines Roger Corman als eines Stephen Spielberg. Als kein Weißer Hai hier. Manchmal, so beim fassungslosen Wegdriften in die Realität von DAS GRAUEN AUS DER TIEFE greift man verdattert zur Hülle und schaut lieber noch mal nach, ob der Film nicht doch aus Italien stammt. Vor der Kamera mit Doug McClure (der immerhin zu einer eigenen SIMPSONS-Figur mutieren durfte, mit dem Vornamen „Troy“) und dem nur wenige Jahre später am Set von einem Helikopter enthaupteten Vic Morrow Schlachtrösser des Trash- und Sudelfilms, zu denen man eigentlich Sir sagen müsste. Und hinter den Kulissen? Meine Herren, es pocht im Hause FischMac!
 
 
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Okay, selbst der einfallsloseste Drittgrad-Schreiblackel weiß es inzwischen und pupst es von den Dächern: Roger Corman war als Produzent sein Leben lang ein wahrer Mäzen, der jungen Regisseuren, Drehbuchautoren oder anderen Handwerkern des Filmbetriebs in seinen unterschiedlichen Kino-Firmen die Möglichkeit bot, unter realistischen und finanziell äußerst knappen Bedingungen ihr Metier zu erlernen. So etwa wie eine Hochdampf-Filmhochschule ohne Seil und doppelten Boden. Coppola, Bogdanovich, Demme, Nicholson – nur vier Namen von vielen, die beim Drive-In-Gott mit der sonoren Stimme durch die Lehre gegangen sind. Was nun noch kein Binsenweisheitszahn von Journalistico ausgeschlachtet hat: Sir Rogers Funktion als Pate quasi feministischen Filmemachens! Barbara Peeters, über längere Zeit als Regisseurin bei Cormans tätig, zählt zu den ersten Damen im geldscheffelnden Exploitation-Universum, die sich nicht á la Roberta Findlay oder Doris Wishman in die Niederungen der Pornographie begeben musste, um von ihrem obersten Studiochef ernstgenommen zu werden. Roger wusste, was er an der Frau hat. Zweiter Regisseur war der 2014 verstorbene Nippon-Amerikaner Jimmy T. Murakami, der bei Corman noch den irrwitzigen Ranz-Tanz SADOR – HERRSCHER IM WELTRAUM dirigieren durfte aber als Fachmann für Animation unter anderem am Kultfilm HEAVY METAL beteiligt war und Mitte der achtziger Jahre den todtraurigen Atomschlags-Trickfilm WENN DER WIND WEHT verantwortete. Sowas musste sich meine Generation von Sowjet-Fürchtern in der Schule ansehen. Anschließend tagelanges Verbarrikadieren untern Bett, meine Damen und Herren! In den Neunzigern gab es unglaublicherweise für DAS GRAUEN AUS DER TIEFE sogar ein wildes US-Fernsehremake mit ausrangierten Gesichtern aus Edel-TV wie DALLAS oder FALCON CREST. Hossa. Da rasselt´s beim alten Corman in der Kasse.
 
 
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DAS GRAUEN AUS DER TIEFE – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Gemächlich startender, dann aber in die Vollen bretternder Fischmann-Vergewaltiigungs-Trash mit gelegentlichen Ausflügen zum Splatter. Als wenn Roger Corman sich eine Story aus den Fifties geborgt und als Grindhouse-Schlammpackung zur Wiedergeburt gebracht hätte. Genossen, der kursierende Bootleg, jetzt auch schon mit zehn Jährchen auf dem illegalen Buckel, war ganz gut, landet jetzt aber bitte im Spendentopf fürs Weihnachtswichteln. Hier liegt jetzt eine offizielle Veröffentlichung von ordentlichem Karat vor!
 
 
 


 
 
 

DAS GRAUEN AUS DER TIEFE – Zensur

 
 
 
DAS GRAUEN AUS DER TIEFE wurde im Jahr 1980 ungeschnitten und für Erwachsene ins Kino gebracht. Seither erschien der Film nie legal auf DVD, VHS oder Blu-ray. Filmfans mussten demzufolge immer mit miserablen Bootlegs oder den ungeschnittenen TV-Ausstrahlungen Vorlieb nehmen. Dank dem Label OFDb FILMWORKS ändert sich das jetzt. Der Rechteinhaber bringt das GRAUEN AUS DER TIEFE erstmals ungeschnitten und offiziell auf Blu-ray und DVD in die Wohnzimmer. Die Fassung ist ungeprüft, wäre aber ein definitiver FSK16-Kandidat, sollte der Streifen der FSK zur Prüfung vorgelegt werden.
 
 
 


 
 
 

DAS GRAUEN AUS DER TIEFE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) OFDB FILMWORKS – Digipack (auf 3000 Stück limitiert)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Humanoids from the Deep; USA 1980

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch (Dolby Digital 2.0 Stereo), Englisch (Dolby Digital 2.0 Stereo)

Untertitel: Deutsch, Englisch

Bild: 1,78:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 80 Min.

FSK: ungeprüft (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Digipack limitiert auf 3000 Exemplare

Extras: Audiokommentar mit Cutter Mark Goldblatt (englisch), Audiokommentar von Kai Naumann & Marcus Stiglegger (deutsch), The Making of Humanoids from the Deep (22:42 Min.), The Deep End mit Creature Effects Artist Steve Johnson (21:46 Min.), The Corman Sounds mit Sound Designer David Lewis Yewdall (14:39 Min.), Deleted Scenes (07:11 Min.), Deutscher Trailer (02:00 Min.), Englischer Trailer (01:47 Min.), TV-Spot (00:32 Min), Radio-Spot (00:29 Min.), Fotogalerie, The Directors: Roger Corman – Dokumentation über den Produzenten (58:33 Min.), Leonard Maltin interviewt Roger Corman über die Entstehung des Films (03:26 Min.), 16seitiges Booklet mit einem Text von Thorsten Hanisch, Limitierungszertifikat mit kurzem Geleitwort zum Film, Deckblatt-Karte mit dem „gewissen Extra“

Release-Termin: 25. November 2016

 

Das Grauen aus der Tiefe [Collector’s Edition im Dipipack – BD & 2 DVDs] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 


 
 

DAS GRAUEN AUS DER TIEFE – Digipack

 
 
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DAS GRAUEN AUS DER TIEFE – Trailer

 
 

 
 
 

Christian Ladewig

(Die Rechte aller verwendeten Bilder und Abbildungen liegen bei OFDB FILMWORKS)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
It Came from Beneath the Sea (1955)
 
Humanoids from the Deep (1996)
 
Octaman – Die Bestie aus der Tiefe (1971)
 


Filmkritik: „Das Haus der langen Schatten“ (1983)

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DAS HAUS DER LANGEN SCHATTEN

Story

 
 
 
Kenneth (Desi Arnaz, jr.) ist Krimischriftsteller mit Blockade und großem Maul. Er wettet, binnen Tagesfrist einen klassischen Schauerroman schreiben zu können, der es zu Veröffentlichung und Erfolg bringt. Zur Inspiration begibt er sich auf einen leerstehenden walisischen Landsitz. Ordnungsgemäß pfeift der Wind durchs Gemäuer und die Schreibmaschine ist geölt, da knarrt es in den Balken. Das Haus ist gar nicht verlassen! Lord Grisbane (John Carradine) und seine Tochter (Sheila Keith, Stammschauspielerin Pete Walkers) haben sich heimlich um den Kasten gekümmert. Im Laufe der Nacht treffen auch die beiden Söhne seiner Lordschaft (Vincent Price und Peter Cushing ein, gefolgt von einer Sekretärin und Christopher Lee als Kaufinteressenten des Grundstücks. Nachfolgend kommt es zu kleinen Unfällen unter der Besetzung und der Zuschauer weiß nicht, wohin die Reise geht. Wer hat Interesse am horrorfilmkonformen Ableben der Schlossgäste?
 
 
 


 
 
 

DAS HAUS DER LANGEN SCHATTEN – Kritik

 
 
 
Zwar mit dem Gespür für ordentliche Horror-Klischees gedreht und doch manchmal ein wenig albern, erinnert der Film in seinem Aufbau hie und da an die gute alte Agatha Christie oder aber ganz, ganz zahme Einer-nach-dem-anderen-Filme aus der Welt des Giallos. Also bitte weder komplettes Nervenzerfetzen, noch Kellertreppen voller Kunstblut erwarten, liebe Kinder. Was als Horrorfilm oder auch Parodie des Genres vielleicht nicht immer zu hundert Prozentchen ins Schwarze ballert, kann immerhin von sich behaupten, als Zeitdokument der goldenen Genrezeit in jeden Schrank ernsthafter Filmologen zu gehören. DAS HAUS DER LANGEN SCHATTEN ist – Sie ahnen es – der einzige Spielfilm, in dem sich dieses Quartett von Horror-Charakterköpfen der alten Schule zusammengetan hat, dem Zuschauer das Schauervergnügen des Abends zu bereiten. In verschiedenen Konstellationen stand man immer mal vor der Kamera, geballt tatsächlich nur hier. Christopher Lee und Peter Cushing haben hier ihren letzten gemeinsamen Auftritt, Cushing verstarb wenig später. Interessant, dass dieses späte Beispiel britischen Horrors von den israelischen Cousins Golan und Globus und ihren Cannon-Studios produziert wurde, die derzeit ja auch späte Anerkennung erfahren.
 
 
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Pete Walkers Platz im Pantheon britischer und europäischer Exploitationfilmer ist unbestritten. Trotzdem ist der 1939 geborene Regisseur kein „household name“ wie die Männer hinter den Filmen der großen Studiozeit auf der Insel. Die großen Zeiten dieser Produktionshäuser, allen voran natürlich Hammer, aber auch Amicus, waren vorbei. Man drehte noch, sicher. Hammer wärmte immer wieder die alten Universal-Lizenzen auf und schickte Dracula und Kollegen in immer absurderen Drehbuchwildheiten auf die Leinwand und Amicus versuchte sich in Abenteuerfilmen und anderen eigentlich fremde Genres. Trotzdem umwehte die Veröffentlichungen der alten Haudegen eine gewisse Altmodischkeit. Fatal, befand man sich schließlich noch lange nicht in der Zeit der Nostalgie. Von diesem Verblassen der großen britischen Horrortradition profitierte eine B-Filmwirtschaft im Schatten der Industrie-Riesen. Wie in jedem Land lag es in der Hand findiger Exploitationeers, den Genrefilm in neue, publikumswirksame Ferkeltiefen zu befördern. Auf dem Kontinent waren das Sex- und Gewaltschmutzfinken wie der Spanier Jess Franco und in Amerika die Gang der „Forty Thieves“, legendäre Schlockfilm-Fabrikanten, von denen heute Namen wie David F. Friedman dem Kenner abseitiger Unterhaltung ein bescheuertes Lächeln auf die Schnute zaubern. Großbritannien hatte ein paar Produzenten, die ihre Firmen, auch aufgrund der debilen britischen Pornographiegesetze, die dort bis heute noch keiner so richtig verstanden hat, mit Softsex sanierten, hier und da aber auch den Hunger des jungen Trashpublikums nach Zelluloidbrutalität stillten. Die willfährigen Erfüllungsgehilfen dieser Produzenten waren Magier miesen Minibudgets, Zauberkünstler zotigen Z-Zelluloids wie Norman J. Warren und eben der heute hier zu lobende Pete Walker. Letzterer, der nach DAS HAUS DER LANGEN SCHATTEN sein Geld außerhalb der Filmindustrie machen wollte, steht hinter einer ganzen Reihe der klangvollsten bösen Filme made in Britain. Da gibt es Nackedeischrott wie ROSEMARIES LIEBESREPORT IN DREI DIMENSIONEN (1972) Sado-Exploitation wie den berühmten HAUS DER PEITSCHEN (1974) aber eben auch einige der bei Liebhabern höchstgeschätzten Horror-Reißern aus England nach Hammer.Titel wie IM RAMPENLICHT DES BÖSEN (1972), FRIGHTMARE (1974) oder AMOK (1976) – den einen oder anderen Blick lohnt fast jeder von Walkers Filmen.
 
 
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Das Drehbuch stammt von Michael Armstrong, selbst einem zumindest in jungen Jahren innerhalb des Eurotrash sehr aktiv gewesenen Filmschaffenden. Von ihm stammen Adrian Hovens wahnwitzige Inquisitions-Exploiter HEXEN BIS AUFS BLUT GEQUÄLT (1973) und die Fortsetzung. Später ist er dann seriös geworden.
 
 
 


 
 
 

DAS HAUS DER LANGEN SCHATTEN – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
Schöne Horror-Persiflage endlich mal wieder verfügbar. Der letzte Film des wiederentdeckenswerten UK-Ein-Mann-Exploitation-Unternehmens Pete Walker kann sich rühmen, die einzige gemeinsame Arbeit des Kult-Quartetts Carradine/Price/Lee/Cushing zu sein und ist schon deswegen ein geschichtsträchtiges Stückchen Plastik.
 
 


 
 
 

DAS HAUS DER LANGEN SCHATTEN – Zensur

 
 
 
Die erschienene Blu-ray ist absolut ungeschnitten. Fans altmodischer Gruselei können bedenkenlos zugreifen. Die Gänsehaut wird in diesem Film auf subtile Weise heraufbeschworen. Für Splatterfans gibt es keine Schauwerte zubestaunen. DAS HAUS DER LANGEN SCHATTEN ist ungeschnitten frei für Zuschauer ab 16 Jahre.
 
 
 


 
 
 

DAS HAUS DER LANGEN SCHATTEN – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Black Hill Pictures

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The House of the Long Shadows; Großbritannien 1983

Genre: Klassiker, Horror, Komödien, Mystery

Ton: Deutsch DTS-HD MA 2.0, Deutsch DTS-HD MA 2.0, Englisch DTS-HD MA 2.0

Untertitel: Deutsch, Englisch

Bild: 1.78:1 (1080p)

Laufzeit: 101 Minuten

FSK: FSK 16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Trailer, Bildergalerie

Release-Termin: 23.06.2015

 
 

Das Haus der langen Schatten [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

DAS HAUS DER LANGEN SCHATTEN – Trailer

 
 

 
 
 

Christian Ladewig

Die Rechte aller Grafiken in dieser Review liegen bei Black Hill Pictures

 
 
 
Ähnliche Filme:
 
Die lebenden Leichen des Dr. Mabuse (1970)
 
Frightmare (1983)
 
Theater des Grauens (1973)
 
Die Todeskarten des Dr. Schreck (1965)
 


Filmkritik: „Pigs“ (1972)

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PIGS

Story

 
 
 
Lynn (Toni Lawrence) entkommt aus der Klapse, in der sie nach dem Mord an ihrem üblen Schänder-Vater versauern sollte. Auf der Flucht strandet sie auf dem Einsiedlerhof des seltsamen Herrn Zambrini (Tonis Vater, Marc Lawrence), der seinen Hausschweinen nicht nur regelmäßig ausgebuddelte Leichen vom Friedhof verfüttert, nein, auch Durchreisende verschiedenster Couleur landen zerhackt im Trog der carnivoren Rüsseltiere. Selbstverständlich ist dieses Umfeld der geistigen Gesundung des Mädchens nicht gerade zuträglich und so beginnt sie in Besuchern der Farm ihre Vater zu sehen. Es folgen Bluttaten und wohlgenährte Sauen.
 
 
 


 
 
 

PIGS – Kritik

 
 
 
Marc Lawrence (1910-2005!) ist ein Faszinosum. Freunden klassischer Film Noirs ist das zerfurchte, Gangster-stereotype Gesicht des Amerikaners aus Meisterwerken der Schwarzen Serie wie „I Walk Alone“ (1948) oder – das darf ich hier sagen, meinem Lieblings-Noir – „This Gun For Hire“ (1942) bekannt. In den Fünfzigern wurde die Karriere des ehemaligen Kommunismus-Interessierten dann von den faschistischen Hetzereien der McCarthy-Anhörungen auf Eis gelegt. Was den Mann dann allerdings 1972, Jahre nach dem langsam erarbeiteten Comeback, dazu brachte, einen ruppigen Exploiter wie „Pigs“ abzuliefern und auch noch die eigene Tochter in der hochpsychotischen Hauptrolle zu besetzen, zählt zum Folkloreschatz der Genre-Filmgeschichte. Weder eine prä-Achtziger Gore-Bombe, noch mit dem Tempo moderner Horrorfilme mithalten könnend, ist „Pigs“ ein sicherer Tipp für Horrorfans, die mit Regisseuren wie Andy Milligan, Al Adamson oder Ted V. Mikels vertraut sind. Also garantiert geschmackloser Schlock für am niedrigsten bewegte Grindhouses. In den USA vertreibt Troma die DVD, was „Pigs“ ins Regal von deren Frühphasen-Ferkeleien wie „Igor And The Lunatics“ oder dem berühmt-berüchtigten „Muttertag“ stellt – wo er sich dann auch gut macht. Dankenswerterweise aus der halbdunkeln Welt der Bootlegs befreit, kann Lawrence’ Trip in die Niederungen sudeliger Schweinefutter-Drecksploitation jetzt als center piece eines ordentlichen Bahnhofskinoabends auf der heimischen Couch zur Aufführung gebracht werden.
 
 
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PIGS – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
„Pigs“ (OT: Daddy’s Deadly Darling) ist ein wilder Seventies-Exploiter der Nach-Charles-Manson-Zeit, der schmutzig unterhält und von jemandem gedreht wurde, von dem man es sicherlich nie erwartet hätte.
 
 
 


 
 
 

PIGS – Zensur

 
 
 
„Pigs“ wurde in Deutschland indiziert und erst 2009 vom Index gestrichen. Fünf Jahre sollte es dauern bis endlich eine „freie“ DVD-Version in die Händlerregale kommen sollte. Die momentan erhältliche Filmversion trägt die alte FSK-Freigabe – eine Neuprüfung lohnt scheinbar nicht mehr und wäre zu kostenintensiv. Dennoch ist die wieder frei erhältliche Filmfassung ungeschnitten: FSK18.
 
 
 


 
 
 

PIGS – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Maritim Pictures

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Daddy’s Deadly Darling; USA 1972

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch (Dolby Digital 2.0 Stereo), Englisch (Dolby Digital 2.0 Stereo)

Untertitel: Keine

Bild: 2,35:1

Laufzeit: ca. 89 Min.

FSK: FSK 18 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover (alternatives Filmcover)

Extras: Kein Bonusmaterial

Release-Termin: 28.11.2014

 

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PIGS – Trailer

 
 

 
 

Christian Ladewig

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Ekel (1965)
 
Töchter des Bösen (1977)
 
Human Beasts (1980)
 
Cannibal Girls (1973)
 


Filmkritik: „John Carpenters Sie leben“ (1988)

John-Carpenters-Sie-leben-1988
 
 
 

SIE LEBEN

Story

 
 
 
Die Außerirdischen haben die Erde bevölkert und können nur mittels Spezialbrille entlarvt werden. Der Gelegenheitsarbeiter John Nada findet eine solche Brille und deckt eine bisher unerkannte Gefahr auf …
 
 
 


 
 
 

SIE LEBEN – Kritik

 
 
 
“[…]THEY LIVE was a primal scream against Reaganism of the ’80s. And the ’80s never went away. They’re still with us. That’s what makes They Live look so fresh — it’s a document of greed and insanity. It’s about life in the United States then and now. If anything, things have gotten worse.“
 

(John Carpenter im Interview mit Entertainment Weekly)


 
 
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Als Ronald Reagan im Jahre 1981 Präsidenten der vereinigten Staaten von Amerika wurde, lenkte er das Land in eine etwas andere Richtung. Nach der Amtszeit von Jimmy Carter sollten die USA nun wieder konservativer werden. Nach längerer Abwesenheit führte Regan auch das heute noch oft zu hörende „God bless America“ wieder ein und unterbrach seine Reden oft für Gebete. Diese extrem konservative Haltung war es, die Filmemacher John Carpenter sauer aufstieß. All die Ideale für die er als junger Mann gekämpft hatte, so Carpenter, drohten nun in Vergessenheit zu geraten. Reagan wollte dem Land durch Kapitalismus wieder auf die Sprünge helfen, da die wirtschaftliche Situation der USA zum Ende der 70er-Jahre alles andere als rosig war. Die Leute sollten kaufen, damit Wohlstand in alle Gesellschaftsschichten durchsickern konnte. Bereits 1981 drehte Carpenter mit DIE KLAPPERSCHLANGE (ESCAPE FROM NEW YORK) einen Film, der die amerikanische Regierung als korrupt und scheinheilig darstellte. Mit diesem sehr ruhig erzählten Action-Adventure zeichnete Carpenter ein dystopisches Bild von der Zukunft Amerikas. Doch wie bei jeder seiner Arbeiten, lehnte der Filmemacher jegliche Stimmen ab, die sagten, dass er mit seinen Filmen eine Botschaft vermitteln wolle. Sein 1988 veröffentlichtes Werk SIE LEBEN (THEY LIVE) stellt eine große Ausnahme dar. Hier entschied sich Carpenter ganz bewusst dafür eine politische und gesellschaftskritische Aussage zu treffen. Und was für eine!
 
 
 
„In the end it’s simply […] a cheap science fiction movie with a wrestler as the star. […] But underneath it’s critique of what happened to America in the 80’s.”
 

(John Carpenter im Interview mit CineMayhem)


 
 
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Das Besondere an SIE LEBEN ist nicht nur seine Botschaft, sondern in aller erster Linie für wen dieser Film gemacht ist. Filme, die heutzutage die amerikanische Politik so ins Kreuzfeuer nehmen wie Carpenters Film, kommen meist erst gar nichts erst ins Kino und werden direkt für den Heimvideomarkt ausgewertet. Oder, es sind sehr anspruchsvolle Filme, mit denen eher Freunde des Art-House-Kinos etwas anfangen können. Doch SIE LEBEN blieben diese zwei Schicksale glücklicherweise erspart. Universal veröffentlichte den Film am 4. November 1988 in fast 1.500 Kinos in den USA. Bereits am ersten Wochenende konnte John Carpenters für gerade einmal 4.000.000 Dollar gedrehter Independent-Film sein Budget wieder einspielen und landete auf Plant 1 der US-Kinocharts. Auch in der darauf folgenden Woche war immerhin noch Platz 4 drin! Ob es einem solchen Film heutzutage noch mal so ergehen könnte? Wenn man es macht wie Carpenter, vielleicht. Denn sein Film war nicht nur etwas für Leute, die sich regelmäßig mit dem “intellektuellen Kino“ beschäftigen. SIE LEBEN war ein Film für die breite Masse, in welchem es jemanden aus der unteren Arbeiterschicht gelingt die Welt aufzuwecken. Für die Hauptrolle castete John Carpenter Profiwrestler Roddy Piper, da er jemanden suchte, der wie ein Arbeiter aussieht und eine authentische Ausstrahlung hat. Ein weiterer Neuzugang in Carpenters großer Schauspielerriege war Meg Foster (MASTER OF THE UNIVERSE, 1987), welche er engagierte, da er ihre Leistung in Ralph L. Thomas Film DAS SÜSSE WORT DER VERHEISSUNG (1981) mochte.
 
 
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Aber es wäre kein John Carpenter-Film, wenn nicht auch einige bekannte Gesichter dabei gewesen wären, mit denen der Regisseur zuvor schon zusammenarbeitete. So spielt in einer weiteren Hauptrolle Keith David, welcher bereits in Carpenters 1982er-Remake DAS DING AUS EINER ANDEREN WELT den Charakter Childs spielte. Des Weiteren sehen wir in Nebenrollen Leute wie Peter Jason oder George ‘Buck‘ Flower, die in vielen Filmen von Carpenter kleinere Parts hatten. Auch hinter den Kulissen sorgte Carpenter dafür, dass er von Leuten umgeben ist, die ihm vertraut sind. Gary B. Kibbe wurde als Director of Photography engagiert. Er arbeitete bereits als Kameramann an HALLOWEEN II (1981) mit und war als Cinematograph an Carpenters späteren Filmen, wie DIE MÄCHTE DES WAHNSINNS (1994), FLUCHT AUS L.A. (1997) oder VAMPIRE (1998) tätig. Die Musik zum Film stammt natürlich wieder von Carpenter selbst. Hierfür schloss er sich erneut mit Composer Alan Howarth zusammen. Zusammen mit ihm hat Carpenter im Laufe seiner Karriere die mit Abstand besten Soundtracks komponiert. ESCAPE FROM NEW YORK (1981), HALLOWEEN III (1982), CHRISTINE (1983), BIG TROUBLE IN LITTLE CHINA (1986), DIE FÜRSTEN DER DUNKELHEIT (1987). Darüber, wieso die beiden nie wieder zusammen gearbeitet haben, wollte Carpenter nie sprechen. Ein großes Rätsel bis heute bleibt allerdings, weshalb der Film so plötzlich aus den Kinos verschwand. Nachdem SIE LEBEN zwei Wochen lang sehr erfolgreich in den USA lief, nahm ihn Universal urplötzlich aus dem Kinos. Wieso wurde nie wirklich geklärt. Hauptdarsteller Keith Davids erklärte es sich so, dass der Film womöglich wegen seiner harten Kritik an der amerikanischen Regierung “irgendjemanden nicht gefallen hat“. Ein gefundenes Fressen für Verschwörungstheoretiker.
 
 
 


 
 
 

SIE LEBEN – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
 
John Carpenters Sie leben ist ein Klassiker und sollte jedem Genre-Fan ein Begriff sein. Der Film schafft es ausgezeichnet spaßiges Unterhaltungskino mit einer großen Portion Gesellschaftskritik zu verbinden. Carpenter geht wie immer sehr bildhaft an das Thema heran, weshalb einem einige Szenen des Films wohl lange nicht aus dem Kopf gehen werden. Schon allein deswegen, weil (ganz abgesehen von der Sache mit den Außerirdischen) doch ein Fünkchen Wahrheit in diesem Werk steckt. Vielleicht auch ein ganzer Funke.
 
 
 


 
 
 

SIE LEBEN – Zensur

 
 
 
Carpenters SIE LEBEN hatte im Gegensatz zu anderen Filmen des Altmeister viel Glück mit der FSK. Die forderte keine Schnitte, so dass der Film problemlos in den Kaufhäusern verkauft werden konnte und das sogar in der ungeschnittenen Form. Auch die aktuellen HD-veröffentlichungen tragen noch das alte FSK-Logo und sind frei im Handel erhältlich.
 
 
 


 
 
 

SIE LEBEN – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) StudioCanal – Limitiertes Mediabook

 
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(c) StudioCanal – KeepCase Blu-ray

 
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(c) StudioCanal – KeepCase Blu-ray Neuauflage

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: They Live; USA 1988

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch (DTS-HD Master Audio 2.0 Stereo), Englisch (DTS-HD Master Audio 2.0 Stereo), Französisch (DTS-HD Master Audio 2.0 Stereo), Audiokommentar (DTS-HD Master Audio 2.0 Stereo)

Untertitel: Deutsch, Englisch für Hörgeschädigte, Französisch, Audiokommentar

Bild: 2,35:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 94 Min.

Medium Erstauflage: Mediabook, Zweitauflage: Keepcase mit Wendecover

FSK: FSK18 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Die HD-Veröffentlichung wurde in drei unterschiedlichen Varianten veröffentlicht: in zwei herkömmlichen KeepCase-Varianten und einem limitierten Mediabook. Alle drei Veröffentlichungen beinhalten die gleichen Extras: Audiokommentar von John Carpenter und Roddy Piper, „Indepentent Thoughts“ – Interview mit John Carpenter (10:07 Min.), „Woman of Mystery“ – Interview mit Meg Foster (5:21 Min.), „Watch, Look, Listen“ – Style und Musik von Sie leben (11:14 Min.), „Man vs. Aliens“ – Interview mit Keith David (11:12 Min.), Making of (SD) (8:02 Min.), Promo-Clips (SD) (2:34 Min.), TV-Spots (SD) (1:56 Min.), Trailershow

Release Mediabook: 31.10.2014, KeepCase-Version: 05.12.2014, KeepCase-Neuauflage mit annderem Cover: 16.04.2015

 

Sie leben [Blu-ray] – Limited Edition im Mediabook

 

Sie leben [Blu-ray] KeepCase-Variante

 

>Sie leben [Blu-ray] KeepCase-Variante Neuauflage

 
 
Rechteinhaber Studiocanal hat den Film am 31. Oktober 2014 in einem limitierten Mediabook (auf 2000 Stück limitiert) veröffentlicht. Das Mediabook enthält zwei Discs (BD+DVD), sowie einen zwölfseitigen Buchteil geschrieben von Markus Haage, dem Chefredakteur und Herausgeben der Genre-Zeitschrift DER ZOMBIE. Am 5. Dezember 2014 erschien die Amaray-Version dieser VÖ, welche nur die Blu-ray Disc beinhaltet, auf der auch alle Extras (u.a. ein brandneues Interview mit John Carpenter) zu finden sind. Eine Neuauflage mit anderem Cover erschien im KeepCase am 16. April 2015. Diese ist inhaltlich identisch mit der Amaray-Erstauflage.
 
 


 
 
 

SIE LEBEN – Trailer

 
 

 
 

Sam Freissler

(Das Copyright der für diese Review genutzten Grafiken liegen bei Studiocanal)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Die Körperfresser kommen (USA 1978)
 
Die Dämonischen (USA 1956)
 
Die totale Erinnerung – Total Recall (1990)
 
Brazil (1985)