Filmkritik: „Das Grauen auf Schloss Witley“ (1965)

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DAS GRAUEN AUF SCHLOSS WITLEY

(DIE, MONSTER, DIE!)

Story

 
 
 
Arkham, in England, anstatt, wie üblich Massachusetts. Das Herrenhaus (meinetwegen auch Schloß) der Familie Witley ist bei der Landbevölkerung nicht gerade wohlgelitten. Grausige, übernatürliche Dinge sollen hinter den Mauern vorgehen, der alte Nahum Witley (Boris Karloff, zeitypisch leider im Rollstuhl) mit widernatürlicher Wissenschaft experimentieren. Susan, Nahums Tochter, ist mit dem Amerikanier Stephen liiert. Als der auf Inselbesuch kommt, wird der Alte stinkig, will nicht, dass der Schwiegersohn in spe hier übernachtet. Am liebsten wäre ihm gar ein promptes Ende der Beziehung. Warum? In seinem Gewächshaus erforscht Nahum die Wirkung eines auf seinem Grund niedergegangenen Komenten auf die örtliche Pflanzenwelt. Der gleiche Himmelskörper, der für das Verdorren der gesamten Fauna im Umland verantwortlich ist.

 
 
 


 
 
 

DAS GRAUEN AUF SCHLOSS WITLEY – Kritik

 
 
American International Pictures (AIP) nimmt gewohnheitsmäßig keine Gefangenen, wenn’s um’s Verballern äußerst sparsam angesetzter Budgets unter der Maßgabe maximaler Effektivität und Kassenklingelei geht. Da ist’s fast verzeihlich, wenn AIPs hart arbeitende Drehbuchteufel sich beim Adaptieren populärer Horrorliteratur dermaßen viele künstlerische Freiheiten gönnen, dass die Vorlagen zum Schluss gerne mal nur noch an den Namen der Figuren zu erkennen sind. So geschehen auch bei „Das Grauen auf Schloß Witley“. Die Geschichte könnte so auch dem Edgar-Allan-Poe-as-imagined-by-Roger-Corman-Filmzyklus entstammen. Spuk-Gemäuer, Horror-Altstar, langezogener Plot, herausragende Leistungen von Licht, Kamera und Soundtrack, die über das fehlende Produktionsgeld hinwegtäuschen – alles da. Verfilmt wird H.P. Lovecrafts berühmte Geschichte „Die Farbe aus dem All“, etstanden im Jahr 1927. Die Figurennamen sind zusammengebastelt aus denen von Charakteren dieser Story und der ein Jahr später verfassten Geschichte „Das Grauen von Dunwich“, wo die Protagonisten ja die Redneck-Voodoohexer der Familie Wateley (hier zu „Witley“ verknappt) sind.
 
 
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Boris Karloff als verrückter Wissenschaftler, der mit der Strahlung aus einem Kometen Mutationsexperimente an Pflanzen macht, ist auch so eine Sache, die deutlich mehr „AIP“ als HPL“ ruft. Will sagen, so eine eher bodenständige Mad-Scientist-Schote mit strahlenden Helden gegen den greisen Finsterling im Laborkittel entspricht nicht der Arbeitsweise des Schöpfers von außerirdischen Grauensgottheiten wie dem Großen Cthulhu, Shub-Niggurath und des ihnen gewidmeten Subgenres des „Cosmic-Horror“. Nein, das früher häufige, mit der Qualitätssteigerung der Möglichkeiten von Computereffekten inzwischen weniger oft fallende Attribut „unverfilmbar“ trifft auf die Welten H.P. Lovecrafts noch immer zu und lässt seine Fans weiter auf adäquate Adaptionen seiner Geschichten und ihrer Atmosphäre warten. Richard Stanley geht mit „Die Farbe aus dem All“ schonmal in die richtige Richtung, tappt aber in die Falle, Nicolas Cage einen Nicolas-Cage-Film machen zu lassen.
 
 
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„Das Grauen auf Schloß Witley“ sieht – wie erwähnt AIP-typisch – klasse aus. Das liegt auch an Regisseur Daniel Haller, der wirklich bei Dutzenden Filmen – inklusive des kompletten Horrorkataloges – seines „Heimatstudios“ gelernt hat, mit wenig Mitteln große und beeindruckende Optik zu zaubern. Unter anderem findet sich Hallers Set-Design bei 1963 in Roger Cormans „Die Folterkammer des Hexenjägers“, einer großen Vincent-Price-Show, deren Plot auch ein bunter Lovecraft-Eintopf ist aber als Poe-Verfilmung vermarktet wird. Großer Cthulhu, steh uns bei, ist das kompliziert! 1969 kehrt er zu Lovecraft zurück und arbeitet als Regisseur am psychedelischen „Voodoo Child„. Hinter diesem sicherlich von einem Jimi-Hendrix-Fan ausgesuchten Filmtitel steckt dann tatsächlich eine fantasievolle, wenn auch nicht sonderlich originalgetreue Adaption von „The Dunwich Horror“.
 
 
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DAS GRAUEN AUF SCHLOSS WITLEY – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
Als frühe Verfilmung der Ideen H.P. Lovecrafts, gebührt „Das Grauen auf Schloss Witley“ ein besonderer Platz in den Annalen des Horror-Genres. Die Gang bei American International Pictures verwurstet gleich mehrere Stories des Meisters aus Providence für das Drehbuch. Das Endergebnis ist okay – wirklich vom Hocker reißt einen der Film leider nicht. Ein Schicksal das er sich mit einem Großteil der HPL-Filme teilt. Boris Karloff ein weiteres Mal als gebrechlichen Senior im Rollstuhl zu sehen, tut im Herzen weh.
 
 


 
 
 

DAS GRAUEN AUF SCHLOSS WITLEY – Zensur

 
 
 
„Das Grauen auf Schloss Witley“ lief 1968 in den westdeutschen Kinos und wurde dort in der ungeschnittenen Fassung mit einer Freigabe ab 16 Jahren gezeigt. Die folgenden VHS- und DVD-Veröffentlichungen waren ebenfalls ab 16 und ungeschnitten. Das hat sich auch bei der Blu-ray-Auswertung nicht geändert. Diese ist nach wie vor für Sechzehnjährige geeignet und uncut.
 
 
 


 
 
 

DAS GRAUEN AUF SCHLOSS WITLEY – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Wicked Vision Media (Mediabook – Cover A – limitiert auf 444 Stück)

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(c) Wicked Vision Media (Mediabook – Cover B – limitiert auf 444 Stück)

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(c) Wicked Vision Media (Mediabook – Cover C – limitiert auf 333 Stück)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Die, Monster, Die!; Großbritannien | USA 1965

Genre: Horror, Mystery, Science Fiction

Ton: Deutsch DTS-HD MA 2.0 (Mono), Englisch DTS-HD MA 2.0 (Mono)

Untertitel: Deutsch, Englisch

Bild: 2.35:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 80 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Mediabook

Extras: 44-seitiges Booklet mit einem Text von Dr. Rolf Giesen & dem Original Comic zum Film, Audiokommentar von Dr. Rolf Giesen & Dr. Gerd Naumann, Deutsche Nostalgie-Fassung (4:3), Deutsche Titelsequenz, Umfangreiche Bildergalerie, Trailer, Film zusätzlich auf DVD

Release-Termin: Mediabook: 14.09.2018

 

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DAS GRAUEN AUF SCHLOSS WITLEY – Trailer

 
 


 
 
 

Christian Ladewig

(Rechte für Grafiken liegen bei Wicked Vision Media)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Curse (1987)
 
Saat des Bösen (2008)
 
Die Farbe (2010)
 
Die Farbe aus dem All (2019)
 

Filmkritik: „Maniac“ (1980)


 
 
 

MANIAC

Story

 
 
 
Frank Zito (Joe Spinell) lebt in seiner finsteren New Yorker Wohnung. Freunde hat er keine. Nur die Schaufensterpuppen, die um sein Bett herumstehen und ihm lebendig scheinen, leisten ihm Gesellschaft. Liegt auch an den blutverschmierten Haarteilen und Kleidungsstücken, die ihnen Frank angelegt hat. Die gehören seinen Opfern – der Mann ist ein bestialischer Serienkiller, den der Hass auf seine Mutter in die paranoide Schizophrenie getrieben hat. Wenn ihn der Irrsinn packt, zieht er durch Manhattan und lauert seinen Opfern auf, die er skalpiert und tötet. Als ihn die Fotografin Anna beobachtet und er ihr nachstellt, fühlt er zum ersten Mal nicht den Morddrang in sich aufsteigen…

 
 
 


 
 
 

MANIAC – Kritik

 
 
Joe Spinell, eigentlich ein vielseitiger und technisch hochtalentierter Schauspieler, verdankt seinem rauen Äußeren, der Hakennase, der pockennarbigen Haut, zeitlebens meistens in Rollen von Mördern, Tyrannen, Gangstern und anderen Figuren von der dunklen Seite des Storytellings besetzt zu werden. Herausforderungen, die der Charakterdarsteller stets bravourös meistert. Wie es das Klischee des ordentlichen Kinobösewichts immer wieder will, gilt Spinell im wahren Leben als schüchterner und stets freundlicher Mensch, der seine Fans und Freunde behandelt wie Gold und jüngeren Schauspielern immer mit guten Karriere-Ratschlägen zur Seite steht. Während der Oscar-Zeremonie, der ein junger Steven Spielberg von der New Yorker Wohnung seiner Eltern aus beiwohnt, sitzt Joe Spinell neben ihm auf der Couch. 1989 stirbt der Bluter nach einem Sturz in der Badewanne. All dieses Wissen ist Nebensache, betrachten wir seine Performance als Mörder Frank Zito isoliert. Schwitzend, sichtlich leidend, von seinem Drang, morden zu müssen so beherrscht wie Peter Lorre in Fritz Langs „M – Eine Stadt sucht einen Mörder“ (1931), nehmen wir Zito als getriebenen, seine Kontrolle in Gänze verloren habenden Menschen wahr, empfinden vielleicht sogar Mitleid mit ihm – bis der nächste bestialische und minutiös abgefilmte Tötungsakt passiert. Mit dem ehemaligen Bondgirl Caroline Munro steht ihm eine Darstellerin gegenüber, für deren wirklich singuläre Schönheit es sich auch lohnen würde, das Leben zu ändern.
 
 
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William Lustig ist New Yorker und kennt die unappetitlichsten Winkel seiner Heimatstadt wie seine sprichwörtliche Westentasche, hat er doch schon während seiner ersten Karriere als Regisseur ein paar äußerst ruppiger Pornos vor ein paar Jahren hier gedreht. In diesen verwaisten Neon-Katakomben des Big Apple ist der Maniac Frank Zito zuhause, hier ist sein Jagdrevier. Ohne das Insiderwissen des Regisseurs um diese apokalyptisch wirkenden Flecken in der Metropole, wäre die schwarze Magie seines „Maniac“ nicht die gleiche. Tom Savinis Skalpierungs-Spezialeffekte zählen zu den handwerklich besten und optisch erschreckendsten seiner Karriere. Die Arbeiten an den Slasher-Grausamkeiten von „Maniac“ und den in Romano Scavolinis derbem Slasherfilm „Nightmare In A Damaged Brain“ (1981) gezeigten, erreichen einen Grad an widerlichem Realismus, der sogar dem Splatter-Effektmeister selbst unangenehm und grenzwertig erscheint, wie er in Interviews immer wieder betont.
 
 
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MANIAC – Fazit

 
 
 
10 Punkte Final
 
 
„Maniac“ ist ein essentieller Slasherfilm und könnte strenggenommen schon als letztes Genrewort gesehen werden, was die Unzahl an Zehn-kleine-Negerlein-Filmen, die auf ihn folgen, praktisch überflüssig macht. Ein Film von der 42. Straße, wo einst die New Yorker Straßenprostituierte vor den Grindhouse-Kinos standen, für die 42. Straße. Ein Top-20-Horrorfilm der Achtziger Jahre, den man gesehen haben sollte und der sich auf der gleichen Stufe findet wie „Tanz der Teufel“.
 
 


 
 
 

MANIAC – Zensur

 
 
 
„Maniac“ erschien bereits im Kino leicht zensiert. Genau diese Fassung erschien später auf VHS und wurde 1983 indiziert. Dabei sollte es aber nicht bleiben. Fünf Monate nach der Indizierung folgte die Beschlagnahmung. „Maniac“ gilt als erster Streifen in Deutschland, dessen Heimkinofassung beschlagnahmt wurde. Die Beschlagnahmung löste in den 1980ern eine Welle weiterer Beschlagnahmungen anderer Genre-Filme aus. 36 Jahre sollte es dauern, bis man in „Maniac“ keine Jugendgefährdung mehr sah. Der Streifen wurde im Dezember 2019 vom Index gestrichen, weil man in „Maniac“ nach heutigen Maßstäben nicht mehr den Tatbestand des §131 StGB sah. Daraufhin ließ Rechteinhaber SONY den Kulfilm neu von der FSK prüfen und erhielt für den Streifen eine Freigabe mit roten FSK-Flatschen in ungeschnittener Form. Die nun im Kaufhaus erhältlichen Blu-rays und 4K-UHD-Scheiben beinhalten genau diese neu geprüfte und ungekürzte Fassung. Das man das als Filmfan noch erleben darf!
 
 
 


 
 
 

MANIAC – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Sony Pictures Entertainment (KeepCase – mit 2 Blu-rays)

(c) Sony Pictures Entertainment (Limited Vintage Edition – Digipack – mit 5 Discs)

(c) Sony Pictures Entertainment (Ultimate Edition – Büstenedition – mit 6 Discs exklusiv nur bei AMAZON erhältlich)

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(c) Sony Pictures Entertainment (Steelbook – mit 3 Discs – exklusiv nur bei MediaMarkt erhältlich)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Maniac; USA 1980

Genre: Horror, Thriller, Splatter

Ton: Deutsch DTS-HD MA 7.1, Deutsch DTS-HD MA 2.0, Englisch DTS-HD MA 7.1, Englisch DTS-HD MA 2.0

Untertitel: Deutsch, Englisch

Bild: 1.85:1 (1080p) | @24 Hz

Laufzeit: ca. 88 Min.

FSK: FSK18 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover | Digipack | Büstenedition | Steelbook

Extras – KeepCase-Variante: Remastered Uncut Version, Audiokommentar von Co-Producer/Director William Lustig und Co-Producer Andrew W. Garroni, Audiokommentar von Co-Producer/Director William Lustig, Special Make-Up Effects Artist Tom Savini, Editor Lorenzo Marinelli und Joe Spinells Assistent Luke Walter, Featurettes, Making Of, TV-Spots, Radio Spots, U.S. „Hard“ Trailer (Red-Band), U.S. „Soft“ Trailer (R-Rated), International Trailer, Deutscher Teaser, Deutscher Trailer, Französischer Trailer, Italienischer Trailer, Exklusives Interview mit William Lustig in seinem Hotelzimmer als er zu Gast in Deutschland war, Exklusives Interview mit William Lustig im Retromovieshop als ihn Markus Hagge eingeladen hatte, A Maniac meets the Retromaniacs, Maniac: The Making of a living pulp novel, William Friedkin spricht über „Maniac“, Outtakes, „Returning to the Scene of the Crime“ mit William Lustig, „Anna und der Killer“ – Interview mit Caroline Munro, „The Death Dealer“ – Interview mit Special Make-up Effects Artist Tom Savini, „Dark Notes“ – Interview mit Composer Jay Chattaway, „Maniac Men“ – Interview mit den Songwritern Michael Sembello und Dennis Matkosky, The Joe Spinell Story, Mr. Robbie: Maniac 2 Promo Reel, Maniac Publicity, Channel 7 News, 3/6/81, 11:00pm, Channel 11 News, 3/6/81, 10:30pm, NBC Tomorrow Show, 3/10/81, Channel 2 News, 2/3/81, 10:00pm, Channel 10 News, 3/2/81, 11:00pm, Channel 3 News, 3/3/81, 6:00pm, Channel 3 News, 3/3/81, 11:00pm, Channel 6 News, 3/3/81, 5:30pm, Violent Movies, Movie Violence, Al Goldstein rants against violent movies, Al Goldstein mutilates his love doll, Gallery Of Outrage, Joe Spinell bei „The Dive“, Bildergalerie

Extras – Limited Vintage Edition – Digipack: Alle Extras der KeepCase-Veröffentlichung zzgl: 52-seitiges Booklet mit Bildern und Hintergründen zur Entstehung des Films!
Wertiges Package im Retro-Look mit Digipack und Slipcase im Hardcover-„Jacket“, Director’s Cut auf Blu-ray, Kinofassung auf Blu-ray, DVD mit Kinofassung in 1.33:1

Extras – Ultimate Edition – Büstenedition: Alle Extras der KeepCase-Veröffentlichung zzgl: Weltexklusiv! Limitierte, handbemalte „Maniac“-Büste – limitiert auf 500 Stück, 52-seitiges Booklet mit Bildern und Hintergründen zur Entstehung des Films, T-Shirt mit exklusivem Maniac Motiv, Limitierungs-Zertifikat, Director’s Cut auf Blu-ray, Kinofassung auf Blu-ray, 4K-UHD-Disc des Films, Soundtrach-CD

Extras – Steelbook: Alle Extras der KeepCase-Veröffentlichung zzgl: Director’s Cut auf Blu-ray

Release-Termin: Büstenedition: 01.10.2020 | Digipack: 01.10.2020 | KeepCase: 01.10.2020 | Steelbook: 01.10.2020

 

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MANIAC – Trailer

 
 


 
 
 

Christian Ladewig

(Rechte für Grafiken liegen bei SONY PICTURES ENTERTAINMENT)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Alexandre Ajas Maniac (2012)
 
Henry: Portrait of a Serial Killer (1986)
 
Der New York Ripper (1982)
 

Filmkritik: „Hatchet for the Honeymoon“ (1970)

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HATCHET FOR THE HONEYMOON

(RED WEDDING NIGHT | IL ROSSO SEGNO DELLA FOLLIA)

Story

 
 
 
Der Chef eines wohlhabenden Modehauses hat mit einem Kindheitstrauma zu kämpfen und kommt diesem nur näher, wenn er weiterhin junge Frauen umbringt…

 
 
 


 
 
 

HATCHET FOR THE HONEYMOON – Kritik

 
 
Wer Dario Argento seinen Lieblingsregisseur nennt, der sollte vermutlich schon früher einmal einen Mario Bava-Film gesehen haben, doch tatsächlich ist mir diese Freude bisher verwehrt geblieben, um nun also mit „Il Rosso segno della Follia“ aka. „Hatchet for Honeymoon“ aka „Red Wedding Night“ meinen Einstieg zu wagen. Mit zwischen sich verwischenden Farb- oder Blutspitzern auf Erde (oder Asche) aufblitzenden Porträts zu einer endlos schönen Score mit betörenden Trompeten gestaltet sich die dreiminütige Opening-Credit-Sequenz als neugierig machende, ästhetische Einstimmung, unvermittelt darauf rast ein Zug auf den Zuschauer und bereitet viszerale Kameraarbeit vor, bei der der Meister selber Hand angelegt hat. Modern wirkende, schnelle Schnitte spiegelnder Gesichter mahnen innerhalb von Sekunden an expressionistische Giallo-Sequenzen an, in der Tat inszeniert sich nun in verträumten, verzerrten Bildern mit hyperrealistisch stilisiertem Blut ein Doppelmord, in dem 7 Minuten lang bis auf „John!“ kein Dialog zu hören ist.
 
 
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John Harrington, so informiert uns ein Voiceover und laut dem gelungenem, 10-minütigen Bonusvideos von Marcus Stiglegger, ein Hitchcock-Verweis anhand eines Monologs über das Leben von Fliegen bzw. Insekten allgemein, der mich an Lees nächtliche Schneckenszene aus „The Wicker Man“ erinnert hat, heißt unser Protagonist und schnell offenbart er uns, dass er von Erinnerungen geplagt wird und aufgrund dieser bereits fünf Frauen umgebracht hat, die rund um sein Brautmodegeschäft vergraben liegen. Die zu Recht eifersüchtige Frau des in wunderbar farbenfrohen, grellen early 70s-Hemden posiernden Playboys schläft laut eigener Aussage nie und erwähnt recht nebensächlich dass sie zur einer Seance eingeladen wurde, das bildhübsche neue Model Helen schneit auch vorbei und biedert sich erfolgreich an. Ein großartig dekoriertes Set voller Schaufensterpuppen sorgt für eindrucksvolle Bilder, abseits des Ästhetikempfindens zieht sich der Film hier allerdings bereits nach knappen 18 Minuten, da John hier minutenlang „nur“ eine Puppe küsst und seine Mordwaffe präsentiert, das titelgebende Beil…
 
 
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Nachdem die Seance wenig ereignisvoll verläuft, besucht Inspektor Russel Johns Gewächshaus und lässt in blumigen Metaphern hervorschimmern, dass er dem umtriebigen Modelmörder längst auf der Schliche zu sein scheint. John wirkt überheblich unbekümmert und erinnert zu 70s-Reißzooms nur an den „richtigen Dünger“, die reizvolle Atmosphäre zwischen den Ermittlungen, der selbstüberhöhten, narzisstischen aber verstörten Darstellung Johns, dem schwarzen Humor und der Giallo-Ästhetik wird dabei durch eine nahezu experimentelle Score unterstützt, die spieluhrartige Melodien und an Italowestern erinnernde, große Gefühle mit schrillen E-Gitarrenriffs kontrastiert, die punktuell unfreiwillig komisch wirken können. In dem Ofen „für die Blätter“, der aber scheinbar in der Lage ist, menschliche Knochen zu verbrennen, den man eben so stehen hat im Gewächshaus, verbrennt John sein nächstes Opfer und kommt seinem Trauma wieder näher, als Zuschauer habe ich einzig durch generelles Genre-Vorwissen jetzt schon erraten können, wie sich sein Trauma wohl auflösen wird, was der Dramaturgie nicht in die Hände spielt. Die verzerrenden Spiegelbilder in bunten Farben und schneller Schnittfolge hingegen sind erneut als visuelles Schmankerl hervorzuheben – bitter nötig auch um die folgenden Szenen auszugleichen, in der partout nicht auf den Punkt kommen oder die Story weitertreiben wollende Dialoge die optisch ansprechenden Szenen inhaltlich sinnlos dehnen, während das zu oft genutzte, wenn auch harmonische Hauptstück des Soundtracks unpassenderweise auch in einer Clubszene gespielt wird, in der Leute wild tanzen.
 
 
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Leicht überlagernde Tonspuren sorgen für falsche Erwartungen, die Bava freudig mit überraschend-schwarzhumorigen Bildschnitten unterwandert oder enttäuscht, das perfideste und prägnanteste Bild des Films dürfte dann die deutlich an „Tenebre“ oder „Suspiria“ erinnernde Szene sein, in der die kunstvoll blutende und ausgestreckte Hand eines Opfers sich mitten zwischen den suchenden Inspektoren spiegelt, die ahnungslos unter der sterbenden Person liegen. Waren die Szenenverläufe bis zu diesem Zeitpunkt, etwa der 50-Minutenmarke, noch allzu vorhersehbar bis repetitiv und schienen zu geradlinig auf ihr Finale zuzusteuern, so überrascht Bava nun mit einem neuen Genreelement, das die Dynamik des Films ändert und einerseits für Verlaufsspannung sorgt, andererseits aber auch eine groteske Note mit sich bringt, die sich für mich nicht ganz in die Tonalität des Films gefügt hat. So läuft beim zweiten Clubbesuch zwar passend funkige und schnelle Musik, dafür aber ist der Besuch selber recht absurd in seiner Bildsprache, auch wirkt die Thematik plötzlich weniger seriös und beängstigend und deutlich ähnlicher einer „Geschichten aus der Gruft“-Folge, die auf teils abstrusen, unterhaltsamen Grusel aus ist. Die entfesselte Kameraführung entlang der malerischen Sets, die zahlreichen Schwenks und Neigungen sowie spannende Winkel vertrösten, das Finale kann mit poetisch-romantischem Dialog aufwarten und der gekonnte Schnitt sorgt für reibungslose, inspirierende Übergänge – dazu wird der Soundtrack so dissonanz und ambient-ähnlich wie noch nie. Doch wenn am Ende eine letzte, optisch sehr ansprechende Sequenz zum ein letztes Mal triumphal aufkommendem Soundtrack präsentiert wird, überwiegt leider nicht der Eindruck eines Films der so wild oder expressionistisch war, wie seine besten Passagen.
 
 
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Schauspielerische Extrapunkte dürften Genrefans gut und gerne nicht nur für die unterkühlte, charmante und überzeugend soziopathische, wenn auch nie sonderlich nahe gehende Performance von Stephen Forsythe vergeben, sondern zweifelsohne auch für die umwerfende Genrediva Dagmar Lassander als Helen und Laura Betti, einer Grande Dame des italienischen Kinos, als Johns Frau. Dass dieser so geradlinig und minimalistisch wirkende Film an Argento sowie Geschichten aus der Gruft, an eine Mörderkomödie ebenso wie an ein ernstes Psychodrama erinnern würde, hätte ich nach den teilweise sehr schleppenden, ersten 60 Minuten nicht gedacht und sehenswert kurios vermischt auf Genre- sowie tonaler Ebene ist „Hatchet for Honeymoon“ definitiv – nur von einem dramaturgisch versierten Film kann schwerlich geredet werden.
 
 
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HATCHET FOR THE HONEYMOON – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
Wunderschöne Stilübung mit Kostümen, Perspektiven, Setdesigns und expressionistischen Morden zum Verlieben, ein wichtiger Film für Giallo-Fans und ein sehenswerter Bava zweifelsohne – doch so verziert die Rahmenbedingungen, so mager das Script, das weder als ernstes Psychodrama, noch als Thriller je wirklich klappt und zu langsam erzählt wird. Fast sieben, nach erster Sichtung aber „nur“ 6/10.
 
 


 
 
 

HATCHET FOR THE HONEYMOON – Zensur

 
 
 
Die Veröffentlichung von „Hatchet for the Honeymoon“ erschien hierzulande stets ungeschnitten. Das war auf VHS so und ändert sich auch auf der jetzt erhältlichen Blu-ray des Kassikers nicht. Der wurde sogar neu geprüft und ist bereits für Zwölfjährige geeignet.
 
 
 


 
 
 

HATCHET FOR THE HONEYMOON – Deutsche Blu-ray

 
 
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(c) Wicked-Vision (Mediabook – Cover A – auf 888 Exemplare limitiert)

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(c) Wicked-Vision (Mediabook – Cover B – auf 444 Exemplare limitiert)

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(c) Wicked-Vision (Mediabook – Blu-ray KeepCase Erstauflage)

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(c) Wicked-Vision (Mediabook – Blu-ray KeepCase Zweitauflage)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Il rosso segno della follia; Italien | Spanien 1970

Genre: Horror, Mystery, Krimil

Ton: Deutsch DTS-HD MA 2.0 (Mono), Englisch DTS-HD MA 2.0 (Mono), Italienisch DTS-HD MA 2.0 (Mono)

Untertitel: Deutsch, Englisch

Bild: 1.78:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 88 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Mediabook | KeepCase

Extras: Deutscher Audiokommentar von Bava- Experte Pelle Felsch, Vorwort von Schauspielerin Dagmar Lassander, „A Hatchet for Dagmar“: brandneues & exklusives Interview mit Schauspielerin Dagmar Lassander, „My Dying Bride“: brandneues & exklusives Video-Feature mit Prof. Dr. Marcus Stiglegger, Deutsche Titel- & Endsequenz, Italienische Titel- & Endsequenz,Spanischer Werberatschläge, Fotobuste (Italienischer Aushang), Artwork Galerie, Hidden Features, Originatrailer, Trailershow | zusätzlich im Mediabook: DVD mit dem Hauptfilm, 24-seitiges Booklet mit Text von Dr. Marcus Stiglegger

Release-Termin: Mediabook: 30.03.2016 | KeepCase-Erstauflage: 30.03.2016 | KeepCase-Zweitauflage: 25.05.2020

 

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HATCHET FOR THE HONEYMOON – Trailer

 
 


 
 
 

Alexander Brunkhorst

(Rechte für Grafiken und Packshots liegen bei Wicked-Vision)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Blutige Seide (1964)
 
The Girl Who Knew Too Much (1963)
 
Das Geheimnis der schwarzen Handschuhe (1970)
 
Tenebrae (1982)
 

Filmkritik: „Crash“ (1996)

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CRASH

Story

 
 
 

James Ballard (der damals noch attraktive James Spader) hat Stress mit seiner Gattin. Das anstrengende Modell der offenen Beziehung wird zelebriert, trotzdem ist alles doof. Nach einem Unfall gerät Ballard an den perversen Dr. Vaughan, dem die orthopädische Beinschiene des jungen Mannes auffallend gut gefällt. Über Vaughan geraten die Ballards in die Szene von Irren, die einen Fetisch für Unfallfotos hegen und sich auch selbst in Autounfälle verwickeln, schlichtweg weil es sie geil macht. Da ist der Tod bloß ein mehr oder weniger angenehmer Nebeneffekt. Was für ein Film!

 
 
 


 
 
 

CRASH – Kritik

 
 
 
Das Spiel heißt „Symphorophilie“. Man lernt hier auch als Autor nicht aus. Jene S. bezeichnet den sexuellen Lustgewinn durch das Betrachten von Tragödien oder Katastrophen. Grinsen beim Tippen. Erinnerung an den heimlichen Comedy-Roman des stinkeligen Marquis de S., „Die 120. Tage von Sodom“ natürlich, auf dessen kakophonischem Final-Spurt der wahnwitzige Satz „er entlud sich, während er das Gemälde eines Vulkanausbruchs betrachtete“ zur Erwähnung kommt. Schwindelerregend behämmert ist da der Lesespaß und bemitleidenswert simpel jene unserer Mitmenschlein, die in solchem Provokations-Mumpitz auch nur ein Körnchen Ernsthaftigkeit vermuten wollen. Die Protagonisten von „Crash“ sind Symphorophile mit einer wahrlich unappetitlichen Kante der Moderne obendrein dazu. Bestialische Autounfälle stellen den ganz speziellen Fick-Kick jener gelangweilten Bande von dekadenten Zivilisations-Opfern dar. Doch keine Gemälde von Naturkatastrophen sind’s hier, nein, zermatschte menschliche Leiber, auf perverse Art sexualisiert ineinander verschlungen mit den durch brutale Aufprall-Gewalt deformierten Bauteilen internationaler Autoingenieurs-Kunst.
 
 
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Da ist sie wieder: die Sache mit dem Body-Horror als Lehre von der Vernichtung des Menschen. Für einen Autor vom Kaliber J.G. Ballards muss schon jemand ran, den die filmhistorische Fachliteratur gewöhnlich als Schöpfer des so gern benutzten Begriffs oder Subgenres „Body Horror“ aufzuführen pflegt: Niemand anderes als David Cronenberg ist natürlich gemeint. Der kanadische Misanthrop sorgt seit den Siebzigern dafür, dass die Skalpelle der Körperzerstörung auch tödliche Schnitte in der unsterblichen Seele hinterlassen. Das gilt für die bedauernswerten Protagonisten seiner Filme genau wie für das Publikum seiner Kinofilme. In seiner dystopischen Science-Fiction-Parabel „Scanners“ lassen telekinetisch begabte Menschen die Köpfe ihrer Feinde zum Zerplatzen bringen. Bei „Die Unzertrennlichen“ und „Die Fliege“ geht es um eine außer Kontrolle geratene und sich zum Schöpfer-Gott aufgeschwungene Wissenschaft, die abseits moralischer und ethischer Normen vollends die Menschlichkeit verliert. Oder sein unumstößliches Frühachtziger-Meisterwerk „Videodrom“, in der in völliger Gottlosigkeit einer Gegenwart des Verfalls neue Menschen kreiert: „Long live the new flesh!“ heißt es dort in unglaublich Hinterhalts-faschistischer Wucht. „Crash“ ist einer seiner letzten Filme, die sich dem, was unter Körperhorror laufen dürfte, widmen. Das „Neue Fleisch“ bei „Crash“ ist eine sterbende Masse zerfetzter Menschen, verbunden mit Chrom und Stahl. Man denkt an Shinya Tsukamotos japanische Maschinenmenschen-Granate „Tetsuo – The Iron Man“ aus den kokain- und wahnsinnsgetriebenen achtziger Jahren. Nur eleganter, ruhiger und ohne comichafte Überzeichnungen gefilmt. Eher eine Meditation über die pure Perversion des Lustgewinns durch körperliche Zertrümmerung.
 
 
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Autor der Buchvorlage ist J.G. Ballard (1939 – 2009). Der arme Mann befindet gegenwärtig an unheimlichen Rand des öffentlichen Vergessenwerdens. Das war beileibe nicht immer so. Der in Shanghai geborene Brite gilt zeitweise als Fackelträger einer neuen Schule der Science-Fiction. Seine Romane mit postapokalytischen Settings zählen zu den Favoriten einer amphetamin-aufgeladenen Generation von Lesern. In der Tradition großer Autoren der Phantastik halten sie dem Leser einen Spiegel vor Augen, nutzen den Kunstgriff, Verhalten und Irrungen der Gegenwart in Zukunftsvisionen zu karikieren. Sozialkritisch auch sein Roman „High-Rise“, der erst 2015 vom großartigen Ben Wheatley verfilmt wird. „Crash“ entstammt Ballards Phase von Horror-Kurzgeschichten mit drastischen Gewaltszenarien und deftigen Verknüpfungen dieser Gewalt mit Sex-Fantasien im Mittelpunkt.
 
 
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CRASH – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
 
„Crash“ ist ein Film, dessen schlechtes Standing uns ratlos zurücklässt. Es muss wohl an der hiesigen Veröffentlichungspolitik liegen, aufgrund derer der Film nach seiner halbwegs erfolgreichen Kinoauswertung 1996 so untergegangen ist. Schon auf VHS war er nicht leicht zu bekommen, DVDs waren ebenfalls rar gesät. Anders können wir uns nicht erklären, wie die vergiftend dichte und harte Verfilmung einer Story von J.G. Ballard durch David Cronenberg nicht verbreiteter und bekannter ist. Die neue Scheibe gehört in den Schrank jedes Horrorfans, der sich auch mal in die feuchten Keller grausigster Psychosen wagt und nicht nur Gore oder Jump Scares als Merkmale des Genres einfordert.
 
 
 


 
 
 

CRASH – Zensur

 
 
 
„Crash“ erhielt für eine Kinoaufführung in den USA eine NC-17-Freigabe und wurde für ein R-Rating um einige Szenen entschärft. Hierzulande bekam die NC-17-Fassung in ungeschnittener Form eine FSK 18-Einstufung. Diese Fassung wurde 2012 erneut der FSK vorgelegt. Letztere attestierte „Keine Jugendfreigabe“. Demzufolge kann der Streifen nun nicht mehr indiziert werden. Diese Fassung ist nun auch auf der erhältlichen Blu-ray von TURBINE MEDIEN enthalten. Sammler können bedenkenlos zugreifen.
 
 
 


 
 
 

CRASH – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Turbine Medien (limitiertes Mediabook Cover A – Blu-ray + DVD)

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(c) Turbine Medien (limitiertes Mediabook Cover B – Blu-ray + DVD)

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(c) Turbine Medien (limitiertes Mediabook – Blu-ray + UHD + DVD)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Crash; Kanada 1996

Genre: Drama, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Deutsch DTS-HD MA 2.0, Englisch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 2.0

Untertitel: Deutsch, Englisch

Bild: 1.66:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 100 Min.

FSK: keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Mediabook

Extras: Brandneue 4K-Abtastung vom original Kamera-Negativ unter der Aufsicht von David Cronenberg und DoP Peter Suschitzky, 40-seitiges Booklet mit einem Text von Christoph N. Kellerbach & Stefan Jung, Neue Interviews in HD (ca. 140 Min.): Talk mit Viggo Mortensen & David Cronenberg (HD, ca. 52 Min.), Peter Suschitzky, Kameramann (HD, ca. 20 Min.), Jeremy Thomas, Produzent (HD, ca.17 Min.), Howard Shore, Komponist (HD, ca. 23. Min.), Deirdre Bowen, Casting Director (HD, ca. 27 Min.), Interviews zum Kinostart mit den Macherns & Stars (ca. 22 Min.), Hinter den Kulissen (ca. 11. Min.), Kurzfilme von David Cronenberg: The Nest (ca. 9 Min.), Camera (ca. 6 Min.), At the Suicide of the Last Jew in the World in the Last Cinema in the World (ca. 4 Min.), Hauptfilm auf DVD.

Veröffentlichung: Mediabook: 22.05.2020

 
 

Crash [Mediabook – Cover A mit Blu-ray + DVD]

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CRASH – Trailer

 
 


 
 
 

Christian Ladewig

(Die Rechte aller verwendeten Bilder und fürs Packshot liegen bei TURBINE MEDIEN)

 
 
 
Ähnliche Filme:
 
Videodrome (1983)
 
Boxing Helena (1993)
 
Excision (2012)
 

Filmkritik: „Foxy Brown“ (1974)

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FOXY BROWN

Story

 
 
 
Foxy Brown, eine selbstbestimmte junge Frau, nimmt einen Job als hochklassige Prostituierte an, um sich an den Gangstern zu rächen, die ihren Freund ermordet haben.

 
 
 


 
 
 

FOXY BROWN – Kritik

 
 
„That’s my sister baby and she’s a whole lot of woman!“
 
Die längsten Reviews sind meist die, in denen man vom allgemeinen Konsens abweicht, eine Außenseitermeinung einnimmt und diese argumentativ belegen muss, um nicht als Troll abgestempelt zu werden – jeder weiß, dass gewisse Werke als großes Kulturgut und guter Film angesehen wird, also warum ellenlang ins immer gleiche Horn blasen? Loblieder über Jack Hills kultigen Blaxploitationklassiker „Foxy Brown“, Abhandlungen über seine Priorität im us-amerikanischen-Indiekino sowie den Gegenpol zur chauvinistisch-rassistischen Repräsentation schwarzer Frauen im Kino zur Zeit gibt es bereits zu Genüge, auch habe ich nicht viel an diesem Werk zu bemängeln – wir können uns also kurz halten.
 
„Baby, jail is where some of the finest people I know are these days.”
 
Vor Jahren bereits einmalig auf DVD gesehen und als nett, aber schwächer als „Coffy“ abgetan, war „Foxy Brown“ nun, auf Blu-ray, definitiv eine Neuentdeckung wert und genau die Art Film, die man sich vermutlich immer vorstellt. Im bunt leuchtenden Intro wird zu der wunderbar lebendigen, funkigen Score von Willie Hutch silhouettenhaft sowie erotisch getanzt, was folgt sind 88 Minuten reinrassige Rachekost, die Sozialkritik gerne direkt und unverblümt in griffigen Dialogen auf den Punkt bringt und abseits davon, gerade auf Blu-ray, mit einem wunderbaren Set- und Kostümdesign punktet, das den Zeitgeist nur so atmet. Pam Grier spielt die toughe badass mama charismatisch und wird immer wieder in bildhübschen Kleidern präsentiert, im Nebencast sind gerade die wunderbar gemeinen Antagonisten zu nennen, die natürlich zwischen korrupten Anzugträgern und sexuell aufgeladen devianten, pseudonoblen, stinkreichen Karikaturen schwanken.
 
„We’re gonna kill us a couple of niggas!“
 
O-Ton-Pflicht und Slang sind natürlich allgegenwärtig, Sid Haig im sportlichen 70s-Dress hat sichtlich Spaß daran, von Grier angeflirtet zu werden und in diesem so kleinen und unschuldigen und doch so stilprägendem Film Geschichte zu schreiben. „I don’t know, vigilante justice?“ – „It’s as American as apple pie!“ lautet die schlagkräftige Devise unserer Pistole im Afro versteckenden Heldin und wenn es nach einem recht gemütlichem Aufbau mal zu Action kommt, macht diese auch tatsächlich Spaß: Foxy verpügelt eine ganze Kneipe, kaum ist das überlebt kommt annährend blutige Action und bei allen exploitation-Wurzeln kommt der Film insgesamt überraschend zahm daher und driftet nie in eklig selbstzweckhafte Gefilde ab, ohne dass es negativ auffalle. So wird Pam Griers nackter Körper z.B. immer wieder geteast, unscharf oder im Hintergrund oder halb erhascht man ihre Brust, doch gieriges, ewiges Verweilen der Kamera, auffallend voyeuristische Perspektiven oder leere Sex/Gewaltszenen, die nur eben dafür existieren und den Flow des Films aufhalten, sucht man Gott sei Dank vergeblich. Geschmackvoll erotisch, selbstbewusst, frech, mutig, spaßig und kurzweilig als Gesamtpaket, hätte Foxy Brown imo als 80-Minüter doch besser geklappt, da sich szenenweise immer wieder leichte Längen einschleichen – auch das Schauspiel hapert natürlich hier und da, nicht jede Zeile passt perfekt – doch es stört nicht, denn für gelackte Perfektion schau ich diese Filme sicher nicht.
 
 
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Sozial ungerecht behandelte Underdogs in bunt leuchtenden Farben rächen sich zwischen fiesen Kapitalisten und leicht bekleideten Damen gegen den korrupten Staat, dazu Ohrwurm-Funk und Soul zum Mitsingen, so gelungen restauriert dass man jede Wimper zählen kann – was gibt es daran nicht zu mögen? Mehr noch, abseits des offensichtlichen Plots und der starken Protagonistin könnte man gar noch von einem feministischen Rape & Revenge-Film reden, da auch hier tatsächlich eine Vergewaltigung vorkommt, aber nie ausgebeutet oder gezeigt wird – die Konsequenzen bzw. Rache aber sehr wohl, in drastischen Bildern. Das Finale mag vielleicht etwas zu comichaft übertrieben sein, auch die Szene mit dem Richter ggf. etwas zu albern – aber genau diese Mischung macht den Film auch aus, er hat das Herz am rechten Fleck und sollte von jedem Filmfan mit –ploitation-Interesse mal gesehen werden.
 
 
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FOXY BROWN – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
Foxy Brown ist kein perfekter Film, einen Tacken zu lang und natürlich ein Stück weit vorhersehbar – aber gleichzeitig immer noch genau so cool, funky, kurzweilig, kick-ass, wichtig und sehenswert wie vor mittlerweile fast 50 Jahren. Knappe 8/10.
 
 


 
 
 

FOXY BROWN – Zensur

 
 
 
Alle Veröffentlichungen von „Foxy Brown“ waren bisher ungeschnitten und frei ab 18 Jahren. Das hat sich auch bei der HD-Auswertung des Titels nichts geändert. Die deutsche Blu-ray besitzt den roten FSK-Sticker und ist komplett.
 
 
 


 
 
 

FOXY BROWN – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Jakob GmbH (Blu-ray im Mediabook auf 1000 Stück limitiert)

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(c) Studio Hamburg (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Foxy Brown; USA 1974

Genre: Thriller, Action, Krimis

Ton: Deutsch DD 2.0, Englisch DD 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.77:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 90 Min.

FSK: keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wendecover

Extras: Trailer, Trailershow | zusätzlich im Mediabook: 16-seitiges Booklet, Hauptfilm zusätzlich auf DVD

Release-Termin: Mediabook: 28.03.2020 | KeepCase: 24.04.2020

 

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FOXY BROWN – Trailer

 
 


 
 
 

Dr. Barry Nyle

(Rechte für Grafiken liegen bei Studio Hamburg)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Coffy – die Raubkatze (1973)
 
Superfly (2018)
 
Shaft (2019)
 
Ein Fall für Cleopatra Jones (1973)
 
Jackie Brown (1997)
 
Black Dynamite (2009)
 

Filmkritik: „Blinde Wut“ (1989)

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BLINDE WUT

(BLIND FURY)

Story

 
 
 
Nick Parker (Rutger Hauer) verliert im Vietnamkrieg sein Augenlicht und bereist seitdem ziellos die USA. Als er in Nevada seinen Armeekameraden Frank besuchen will, ist dieser verschwunden, seine Frau wird von Gangstern ermordet und bittet Nick, ihren Sohn mit seinem Vater zusammenzuführen. Was die immer wieder im Auftrag von Franks Boss attackierenden Killer nicht wissen: Nick hat bei einem asiatischen Kampfkunst-Sensei gelernt, auch ohne Sehvermögen jeden außer Gefecht zu setzen, der ihm auf die Pelle rückt.

 
 
 


 
 
 

BLINDE WUT – Kritik

 
 
Juli 2019. Der niederländische Schauspieler Rutger Hauer ist noch keine Stunde tot, da überschlägt sich die deutsche Presse mit Nachrufen, deren standesdünkelhafter Schwachsinns-Tenor den Verstorbenen zu einer Art intellektueller Arthouse-Kino-Ikone verklärt. Von Holland nach Hollywood auf einem Kunstfilm-Schiffchen quasi. Selbst seine tolle Darstellung des traurigen Replikanten in BLADE RUNNER wird dem Sektor des Unterhaltungskinos entrissen. Hierbei wird unterschlagen, dass Hauer eben nicht auf die fast brotlose Kunst des Daseins als Kunstfilm-Liebling beschränkt war. Als wäre eine Karriere als Filmstar etwas Verwerfliches. Sein gutes, rau-wiedererkennbares Äußeres, eine typisch holländische Mehrsprachigkeit und klassisch geschulte Schauspielkunst sind nicht gerade hinderlich. Seine Rollen umfassen folglich ausländische Bösewichter genauso wie kernige Actionhelden, wenn auch mit einem Hauch der Nachdenklichkeit und auch Verletzlichkeit. So ist auch die Darstellung des Nick Parker in BLINDE WUT angelegt. Auch die restliche Besetzung macht Spaß. Terry O’Quinn, als Frank mal kein Drecksack, überzeugt so, wie er es auch als STEPFATHER und viele Jahre später John Locke in LOST tut. Meg Foster ist immer gut, Kinderstar Brandon Call aus BAYWATCH spielt den Sohn und auf der Seite der Bad Guys spart BLINDE WUT auch nicht an Qualität, kommen hier doch tatsächlich das menschliche Warzenschwein Randall „Tex“ Cobb und der japanische Ninja-König Sho Kosugi zum Einsatz.
 
 
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Was für eine Überleitung. Japan: Als Inspiration für den Film gilt die japanische Figur des Zatoichi – Star von beinahe 30 Spielfilmen seit Anfang der Sechziger und einer langegesendeten Fernsehserie. Dieser „blinde Ichi“ ist ein Masseur und heimlicher Schwertkampf-Meister, der Mitte des 19. Jahrhunderts durch das feudalistische Japan wandert und immer wieder an Kriminelle gerät. Natürlich denken die Fieslinge jedes Mal, der Sehbehinderte kann keine große Bedrohung für ihre Untaten sein und beißen verlässlich zum Finale bildgewaltig ins Gras, beziehungsweise den Bambus. Gespielt wird der Blinde von Shintaro Katsu, dem Bruder von Tomisaburo Wakayama. Den kennt der geneigte Gewaltfilm-Fan als Hauptdarsteller der legendären SHOGUN ASSASSIN/LONE WOLF AND CUB Filmreihe. Katsus stählerne Aufräumarbeiten in der Unterwelt begeistern Mitte der Achtziger den Schauspieler Tim Matheson so sehr, dass der die amerikanischen Adaptionsrechte für der 17. ZATOICHI-Film, sinngemäßer deutscher Titel ZATOICHIS HERAUSFORDERUNG, erwirbt und drei Jahre später BLINDE WUT produziert.
 
 
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Der amerikanische Film ist schneller und actionreicher als alle Zatoichis zusammen, ergeht sich aber trotzdem nicht in unendlichen Materialschlachten, wie sie das Adrenalinkino in Hollywood mittlerweile gnaden- und hirnlos zelebriert. CGI gab’s in dieser Form glücklicherweise noch nicht. Regisseur Philip Noyce allerdings, das sei hier noch angemerkt, dreht 2010 mit dem Angelina-Jolie-Vehikel SALT tatsächlich einen Big-Budget-Actioner, der trotz erwähnter CGI-Exzesse gut ist.
 
 
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BLINDE WUT – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
 
BLINDE WUT, die amerikanische Weiterführung einer Filmepisode der ZATOICHI-Reihe aus Japan, ist ein Action-Cheeseburger der alten Schule. Erfreulicherweise stimmt bei diesem Herrenfilm eigentlich alles. Grobe Martial-Arts-Kloppe trifft auf machohafte Arschloch-Komik, die Besetzung ist ein Fest und der große Rutger Hauer mochte den Film und seine Darstellung des Vietnamveteranen-Zatoichi auch. Wie könnten wir ihm widersprechen?
 
 
 


 
 
 

BLINDE WUT – Zensur

 
 
 
BLINDE WUT wurden in Deutschland ungeschnitten in den Kinos gezeigt und kam anschließend ebenso ungekürzt auf VHS heraus. Leider wurde der Film 1990 indiziert. Diese Indizierung wurde erst 2015 aufgehoben. Während der Indizierung wurde der Streifen 2006 ungeschnitten auf DVD veröffentlicht. Mittlerweile ist BLINDE WUT auch im HD-Zeitalter angekommen. Der Streifen feierte seine deutsche Blu-ray-Premiere 2019 im Mediabook aus dem Hause NAMELESS MEDIA. Dieses war ungeprüft. Rechteinhaber SONY hat den Action-Klassiker aber nun von der FSK neu prüfen lassen und erhielt für die ungeschnittene Filmfassung eine FSK16. Daher kann der Film nun ohne Probleme im Kaufhaus erworben werden. Die dort ausliegende KeepCase-Blu-ray ist trotz FSK16-Sticker komplett.
 
 
 


 
 
 

BLINDE WUT – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Sony Pictures Entertainment – KeepCase

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(c) Nameless Media – Mediabook A (limitiert auf 333 Stück)

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(c) Nameless Media – Mediabook B (limitiert auf 444 Stück)

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(c) Nameless Media – Mediabook C (limitiert auf 333 Stück)

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(c) Nameless Media – Mediabook D (limitiert auf 444 Stück)

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(c) Nameless Media – Mediabook E (limitiert auf 444 Stück)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Blind Fury; USA 1989

Genre: Action, Komödien, Krimis

Ton: Deutsch DTS-HD MA 2.0, Englisch DTS-HD MA 2.0

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.85:1 (1080p) | @29,976 Hz

Laufzeit: ca. 86 Min.

FSK: KeepCase: FSK16 (ungeschnittene Fassung) | Mediabook: ungeprüft – FSK18 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wendecover | Mediabook

Extras: Trailer | zusätzlich im Mediabook: Booklet und Hauptfilm auf DVD

Release-Termin: Mediabook: 18.10.2019 | KeepCase: 12.03.2020

 

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Blinde Wut [Mediabook – Cover B] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

Blinde Wut [Mediabook – Cover C] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

Blinde Wut [Mediabook – Cover D] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

BLINDE WUT – Trailer

 
 


 
 
 

Christian Ladewig

(Rechte für Grafiken liegen bei SONY PICTURES ENTERTAINMENT | NAMELESS MEDIA)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Gesucht: Tot oder lebendig (1987)
 
Zatoichi – Der blinde Samurai (2003)
 
Zatoichi – The Blind Swordsman (1989)
 

Filmkritik: „Rattennest – Kiss me Deadly“ (1955)

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RATTENNEST – KISS ME DEADLY

(KISS ME DEADLY)

Story

 
 
 
Privatdetektiv und generelles Wrack Mike Hammer verdient seine Brötchen mit Kleckerkram wie dem Ausspionieren untreuer Ehegatten. Eines Abends nimmt er die aus der Klapsmühle ausgebüxte Christina per Anhalter mit. Das Auto wird von Gangstern angehalten und Hammer muss mit ansehen, wie die junge Frau zu Tode gefoltert wird. Jetzt ist der Ehrgeiz des abgerissenen Schnüfflers getriggert und er mischt sich in Dinge ein, die alles übertreffen, was er oder die Zuschauer erwartet haben.

 
 
 


 
 
 

RATTENNEST – Kritik

 
 
 
Meine Damen und Herren, liebe Kinder und Tiere: Hiermit stellen wir, die Heinzelmännchen hinter dem Filmblog Eures Vertrauens, Euch ein veritables Heavyweight unter den Filmen vor. Nicht nur im Bereich Gangsterfilm, im Bereich Film Noir, nö, allgemein ist RATTENNEST, eine kalte Dusche unter den Kriminalfilmen, einer der besten Filme der Fünfziger und gleichzeitig ein Tritt in die Weichteile für den unvorbereiteten Zuseher. Das ultra-pessimistische Genre spielt ja immer mit der Umkehrung von Licht und Schatten, Gut und Böse. Charakterzeichnungen fallen selten eindeutig aus. Dieser Film aus der Meisterhand des großen Robert Aldrich dreht die Regler noch ein paar Grad in Richtung Weltuntergang.
 
 
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So ist Hammer auch nicht weniger skrupellos und mindestens genau so brutal wie die Lumpen, denen er hinterherjagt. Die Fairness des Western-Sheriffs mit weißem Hut geht dem Whiskeytrinker und Faustkämpfer eine Handbreit am Hinterteil vorbei. Er ist an einem Punkt angelangt, an dem ihm Sieg oder Niederlage egal ist, Hauptsache er nimmt ein paar der Anderen mit in die Hölle. Die Figur des „hard boiled“, also hartgesottenen Nihilisten-Detektivs Mike Hammer ist neben der des Philip Marlowe eine der wenigen wiederkehrenden im Kontext der „Schwarzen Serie“ Hollywoods. In den Achtzigern gibt es sogar eine oft gesendete Fernsehserie mit Stacy Keach. Im Original hier wird er von Ralph Meeker gespielt, einem vielbeschäftigten Film- und Fernsehschauspieler, der bereits in dieser frühen Rolle sein Ticket für die ewige Ruhmeshalle ikonengleicher Darstellerleistungen lösen kann.
 
 
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Der Plot, diese halluzinative Reise in die Gedärme der irrealen Stadt Los Angeles, wo Kleinkriminelle im Auftrag einer ganz großen Verschwörung handeln, spiegelt sich in Filmen wider, die noch Jahrzehnte später entstehen und ebenfalls zum anerkannten Kanon amerikanischer Kultfilme gerechnet werden. Da hätten wir zum Beispiel REPO MAN (1984), THE BIG LEBOWSKI (1998) und ganz besonders PULP FICTION von 1994, in dem der geheimnisvolle Koffer, hinter dem in RATTENNEST alle her sind, einen direkten Auftritt hat. RATTENNEST ist ein Film Noir allerhöchster Qualität, ein wahrer Top-Fünf-Film. Wer sich in diesem entdeckenswerten Genre noch nicht auskennt oder noch nicht weiß, wo er anfangen soll: Hier wäre ein guter Vorschlag.
 
 
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RATTENNEST – Fazit

 
 
 
10 Punkte Final
 
 
 
RATTENNEST ist zweifelsohne einer der bedeutendsten Film Noirs. Ein buchstäblich pechschwarzes Meisterwerk des Nihilismus, wie er Hollywood ein paar Jahre später in Zensur-Schwierigkeiten bringen soll. Ein Film für die einsame Insel. Wenn man dort Filme schauen sollte natürlich.
 
 
 


 
 
 

RATTENNEST – Zensur

 
 
 
Das Film-Noir-Thriller-Drama RATTENNEST – KISS ME DEADLY lief damals im Kino gekürzt. Auch die späteren TV-Ausstrahlungen waren nie komplett. Im DVD-Zeitalter änderte sich das aber. Bereits die erste DVD-Veröffentlichung war ungeschnitten und frei ab 18 Jahren. Das ist nun auch bei der erhältlichen Blu-ray der Fall. Die besitzt das rote FSK-Siegel und bietet den Film in der ungeschnittenen Originalfassung.
 
 
 


 
 
 

RATTENNEST – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Koch Films | Explosive Media (Blu-ray im Keepcase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Kiss me Deadly; USA 1955

Genre: Krimi

Ton: Deutsch DTS-HD MA 2.0 (Mono), Englisch DTS-HD MA 2.0 (Mono)

Untertitel: Deutsch, Englisch

Bild: 1.85:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 106 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Bildergalerie mit seltenem Werbematerial, Original Kinotrailer

Release-Termin: 13.02.2020

 

Rattennest – Kiss Me Deadly [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

RATTENNEST – Trailer

 
 


 
 
 

Christian Ladewig

(Rechte für Abbildungen in dieser Kritik liegen bei Koch Films | Explosive Media)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Asphalt-Dschungel (1950)
 
Die Narbenhand (1942)
 
Tote schlafen fest (1946)
 

Filmkritik: „Creepozoids – Angriff der Mutanten“ (1987)

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CREEPOZOIDS – ANGRIFF DER MUTANTEN

(CREEPOZOIDS | CREEP ZONE)

Story

 
 
 

Wir schreiben mal wieder die Saure-Gurken-Zeit kurz nach dem Ende der Welt, 1998 ist das in diesem Falle: Geknallt hat es aber schon früher, 1992 das ist, und die große Pest der Menschenwelt ist der tödliche, säurehaltige Regen, der die Überlebenden in die Knie und in den Schutz unterirdischer Bunkeranlagen zwingt. So geht es auch dem Grüppchen der Protagonisten in CREEPOZOIDS. Ungut allerdings, dass ausgerechnet in diesem aufgetanen Schutzkeller die Armee vorm Krieg blutrünstige Mutanten gezüchtet hat.


 
 
 


 
 
 

CREEPOZOIDS – Kritik

 
 
 
David DeCoteau, geboren Anfang der 1960er im Staate Oregon, gehört in jene gleiche Riege amerikanischer Trash-Horror-Regisseure der 1980er wie etwa Fred Olen Ray, Kenneth J. Hall oder Jim Wynorski. Zusammen mit dem stets umtriebigen Produzenten und Gelegenheitsregisseur Charles Band, oft direkt unter der Fahne von dessen Firmen Empire Video und Full Moon Studios, führen diese leidenschaftlichen Kinofans im Regiestuhl zur Blüte der VHS-Ära die Independent-Film-Tradition ihrer Vorgängergeneration, der eines Roger Corman nämlich, fort und pfeffern eine schräge und am absoluten Ausgabenlimit entstandene Videoperle nach der anderen auf den hungrigen Markt. In den USA durchaus mit Erfolg, anders jedoch hier: Damals wusste man das als durchschnittliche bundesrepublikanische Videotheken-Hyäne oftmals gar nicht so zu schätzen. Lieber geierte man dem x-ten italienischen Metzel-Aufguss oder anderen Irrlichtern hinterher und konnte mit den eigentlich erfrischend straighten Ami-Schlockern der oben genannten Herren und ihrer noch unbekannteren Kollegen nicht wirklich viel anfangen. Heute, nach zahllosen Genre-Trends aus Gedärm, Blut und als Ernsthaftigkeit missverstandener Einfallslosigkeit, dafür umso mehr. Die Filme dieser Regisseure werden weder jemals im Oscarrennen auftauchen, noch die Top-Ten der bestialischsten Gore-Bomben erobern. Ist aber auch nicht nötig.
 
 
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Auch CREEPOZOIDS – was für ein perfekter Titel eigentlich! – sieht man natürlich sein recht überschaubares Budget an. Nicht umsonst wählt Charles Bands Produktionsteam einen räumlich limitierten Drehort wie den Bunker aus und verpasst dem Film durch die kleine Besetzung eine beinahe kammerspielartige Erscheinung. Die Überlebenden des Atomschlags und seiner ätzenden Regengüsse müssen sich gegen ein rumpeliges, irgendwie aus einer anderen Zeit des Science-Fiction-Kinos gefallenes Monster und dazu so manches Riesen-Ungeziefer verteidigen. Eine der gehetzten Post-Nuke-Damen wird von Kim McCamy gespielt. Der Name muss jetzt nicht sofort die Lampen aufleuchten lassen. Unter dem Namen Ashlyn Gere allerdings, ist Kim eine der am meisten gebuchten Pornodarstellerinnen der späten Achtziger und frühen Neunziger. Ihr zur Seite steht die Spät-Scream-Queen Linnea Quigley, die der Horrorfan immer gerne sieht.
 
 
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David DeCoteau, liefert nach diesem Debütfilm unter anderem den herrlich gaga betitelten SORORITY BABES IN THE SLIME BALL BOWL-A-RAMA und Charles-Band-Auftragsarbeiten wie den dritten Teil der beliebten Reihe um den bösen PUPPET MASTER ab. Mittlerweile wird der Wahl-Kanadier für ein anderes Spartenprogramm geschätzt: Seit Mitte der Neunziger entstanden unter seiner Regie an die siebzig Softsex-Filme für den schwulen Markt, gerne im Gewand der Horror-Persiflage.
 
 


 
 
 

CREEPOZOIDS – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Die beliebte Rubrik „Filme, die so heute nicht mehr aussehen würden“ mal wieder. Man muss CREEPOZOIDS, diesen würzigen Mix aus Fifties-Sci-Fi und hochhaariger Eighties-Video-Verrücktheit beinahe mit dem Wort unschuldig bedenken – und das ist ausschließlich lobend gemeint. Ein Film aus einer Zeit, in der die Video-Pioniere unter den Genrefilm-Produzenten Filme, maßgeschneidert für ein Publikum drehen konnten, ohne dieses Publikum für blöde zu verkaufen. Hach, Nostalgie, Du Dämon.
 
 
 


 
 
 

CREEPOZOIDS – Zensur

 
 
 
Wie so viele Horrorstreifen aus den 1980ern verschwand auch CREEPOZOIDS – ANGRIFF DER MUTANTEN auf dem Index. Der Streifen wurde 1988 in Deutschland auf VHS in der ungeschnittenen Fassung veröffentich und im gleichen Jahr indiziert. Nach diversen deutschen Veröffentlichungen auf DVD (u.a. einer um vier Minuten gekürzten FSK16-Fassung fürs Kaufhaus) hatte man 2013 Erbarmen. Man strich CREEPOZOIDS vom Index und hob die Indizierung auf. Nun hat sich das Label WICKED VISION MEDIA dem Klassiker angenommen und die erste deutsche HD-Fassung veröffentlicht. Diese ist ungeprüft (daher erst für Erwachsene geeignet) und komplett ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

CREEPOZOIDS – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Wicked Vision Media (limitiertes Mediabook – Cover A – auf 222 Stück limitiert)

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(c) Wicked Vision Media (limitiertes Mediabook – Cover B – auf 222 Stück limitiert)

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(c) Wicked Vision Media (limitiertes Mediabook – Cover C – auf 222 Stück limitiert)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Creepozoids; USA 1987

Genre: Horror, Klassiker, Trash, Science Fiction, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 2.0, Englisch DTS-HD MA 2.0

Untertitel: Deutsch, Englisch

Bild: 1.77:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 72 Min.

FSK: ungeprüft (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Mediabook

Extras: 24-seitiges Booklet mit Texten von Michael Humberg und Christoph N. Kellerbach, Audiokommentar mit Regisseur David DeCoteau, Originaltrailer, Bildergalerie, Bonusfilm: „Shadowzone“ (85 Min., Deutsch/Englisch), Trailer zu „Shadowzone“, Hauptfilm auf DVD

Veröffentlichung: Mediabook: 06.12.2019

 
 
Wicked Vision Media hat drei limitierte Mediabooks mit zusätzlichem Booklet zum Film veröffentlicht. Der Kult-Trash wurde vom 35mm Kamera-Negativ neu abgetastet, aufwendig restauriert und feiert im Mediabook seine europäische HD-Premiere. Übrigens spendiert das Label Wicked Vision Media allen Käufern dieser Veröffentlichung ein zusätzliches Extra. Neben CREEPOZOIDS befindet sich zusätzlich auch noch das B-Movie SHADOWZONE von 1990 als HD-Upscale auf der Blu-ray. Beide Streifen liegen natürlich ungeschnitten vor.

 
 

Creepozoids [Blu-ray + DVD im Mediabook Cover A] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

Creepozoids [Blu-ray + DVD im Mediabook Cover B] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

Creepozoids [Blu-ray + DVD im Mediabook Cover C] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

CREEPOZOIDS – Trailer

 
 


 
 
 

Christian Ladewig

(Die Rechte aller verwendeten Bilder und fürs Packshot liegen bei Wicked Vision Media)

 
 
 
Ähnliche Filme:
 
Mutant – Das Grauen im All (1982)
 
Astaron – Brut des Schreckens (1980)
 
Planet des Schreckens (1981)
 

Filmkritik: „Baby Blood“ (1990)

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BABY BLOOD

(THE EVIL WITHIN)

Story

 
 
 
Akrobatin Yanka wird beim Baden im Meer von einem wurmartigen Parasiten befallen. Das kleine Monstrum schlüpft ihr quasi hinters Höschen und führt eine Schwangerschaft herbei. Nun will das in Yanka heranwachsende Alptraumwesen mit frischem menschlichen Blut ernährt werden und die junge Frau muss eine Mordserie vom Zaun brechen, auf dass die fremde Frucht ihres Leibes, die ihr zum Schluss noch eröffnet, der zukünftig herrschenden Spezies auf Erden anzugehören, nicht verhungert.

 
 
 


 
 
 

BABY BLOOD – Kritik

 
 
Jüngere oder auch nur eher dem Mainstream zugeneigte Horrorfreunde nennen, spricht man sie auf das französische Schreckenskino an, direkt eine Welle düsterer und niederschmetternder Brutal-Werke aus den Nullerjahren. Jene Filme, etwa HIGH TENSION (2003) oder, fünf Jahre später, der berüchtigte MARTYRS, lenken nicht nur das Augenmerk der internationalen Zuschauerschaft auf unsere Nachbarn im Westen, sondern müssen sich auch – teils zurecht – gefallen lassen, als „torture porn“ bezeichnet zu werden. Tatsächlich, bei aller zur Aufführung gebrachten Tiefsinnigkeit bleiben, gerade bei MARTYRS doch die nicht enden wollenden voyeuristischen Szenen entsetzlicher Grausamkeiten gegen die betont attraktiven Protagonistinnen im Gedächtnis. Der 2007 entstandene INSIDE sei an dieser Stelle noch separat genannt, bedient er doch auch die menschliche Grundangst um den eigenen Nachwuchs, wenn auch ernster und grausiger als BABY BLOOD.
 
 
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Dabei verfügt das gallische Genrekino seit jeher über seine Glanzlichter. Von schwarzweißen Grusel-Klassikern wie AUGEN OHNE GESICHT (1960), über das Gesamtwerk einzigartiger Vampir-Erotikfilme eines Jean Rollin und die zahlreichen dort entstandenen Jess-Franco-Kracher unterschiedlicher Qualitäten, bis in den Halbamateur-Splatter der 1980er – Frankreich bietet eine althergebrachte Geschichte des „Cinefantastique“. Letztgenannte Home-made-Gore-Paraden, OGROFF – THE MAD MUTILATOR (1983) und besonders der vollends behämmerte DEVIL STORY von 1986 sind gewissermaßen die einheimischen Väter von BABY BLOOD. Zwar humpelt in Alan Robaks Film nicht, wie in DEVIL STORY ein Zombie in Nazi-Uniform durch französische Vorgärten und mordet willkürlich, doch auch BABY BLOOD ist sich über seine Funktion als Horror-Unterhaltungsfilm im Klaren. Fast lässt sich eine Hommage an Herschell Gordon Lewis und seinen legendärer Splatterfilm-Urahnen BLOOD FEAST (1964) erkennen, wurde doch dort auch bereits an der Ernährung finsterer Übersinnlichkeiten gearbeitet.
 
 
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Viel mehr gekostet haben dürfte die Low-Budget-Geschichte hier auch nicht. Die Effekte sind krude, die Schauspieler leidenschaftlich in ihrer Mühe und die Optik strahlt aus, wie es nur in diesen Jahren möglich war. Seit der Erstveröffentlichung des Films und seiner Aufführung auf den wenigen Festivals seiner Zeit, scheint ein Jahrhundert vergangen zu sein. Das digitale Filmen überschwemmt den Markt und eben auch die Festivals mit Horrorware jeglicher Couleur und Stimmung und trotzdem hat es BABY BLOOD geschafft, noch heute seine Bewunderer zu haben.
 
 
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BABY BLOOD – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Interessanter Exotik-Horror-Favorit aus VHS-Zeiten. Alan Robaks Baby-Parasiten-Reißer überzeugt den Fan, entstammt er doch der Hand eines Regisseurs, der mit den richtigen Lieblingsfilmen aufgewachsen ist. Man sieht BABY BLOOD sein Budget und seine Entstehungszeit an – und das ist ganz und gar großartig. Blöde Trivia: Die Stimme des Monsters im französischen Original ist die des Regisseurs, der unter dem geschmackssicheren Pseudonym Roger Placenta spricht. Höhö.
 
 
 


 
 
 

BABY BLOOD – Zensur

 
 
 
BABY BLOOD erschien Anfang der 1990er in Deutschland auf VHS. Diese Fassung war um 36 Sekunden geschnitten. 1991 wurde genau diese Fassung indiziert. Die erste komplette deutschsprachige Veröffentlichung erschien durch den Anbieter Dragon über das deutschsprachige Ausland auf DVD. Im Jahr 2016 wurde die Indizierung nach 25 Jahren aufgehoben. Erst im August 2019 erfolgte eine Neuprüfung des Splatterklassikers durch den Anbieter BILDSTÖRUNG und erhielt von der FSK in der ungeschnittenen Fassung eine Freigabe ab 18 Jahren (keine Jugendfreigabe).
 
 
 


 
 
 

BABY BLOOD – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Bildstörung (KeepCase Blu-ray)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Baby Blood; Frankreich 1990

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch PCM 2.0 (Mono), Englisch PCM 2.0 (Mono), Französisch PCM 2.0 (Mono)

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 88 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wendecover und Schuber

Extras: Booklet, Kurzfilme Korridor (1989, ca. 7 Min.) und Sado und Maso fahren Boot (ca. 1994, 15 Min.) von Alain Robak, Audiokommentar u. a. mit Regisseur Alain Robak, Diverse Interviews, Trailer

Release-Termin: 29.11.2019

 

Baby Blood [Blu-ray inklusive Bonus-DVD] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 


 
 
 

BABY BLOOD – Trailer

 
 


 
 
 

Christian Ladewig

(Rechte für Grafiken liegen bei Bildstörung)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Elmer (1988)
 
Basket Case – Der unheimliche Zwilling (1982)
 
Unborn – Kind des Satans (1991)
 

Filmkritik: „Wishmaster“ (1997)

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WISHMASTER

(WES CRAVEN’S WISHMASTER)

Story

 
 
 

Der Wunschmeister des Titels ist ein orientalischer Djinn, also grob gesagt ein Flaschengeist, der vor 800 Jahren in einen Edelstein verbannt wird, nachdem er diktatorische Anwandlungen an den Tag legt. Der Dämon erfüllt seinen Findern klassisch drei Wünsche und schafft jedes Mal, den dritten Wunsch im Ableben des blöden Menschen enden zu lassen. Wenn er auf diese Art genügend Seelen eigesammelt hat, übernimmt er die Herrschaft der Welt. 1997 wird der WISHMASTER in den USA aus seinem magischen Gefängnis befreit und macht da weiter, wo er im 12. Jahrhundert unterbrochen wurde.

 
 
 


 
 
 

WISHMASTER – Kritik

 
 
 
Wes Cravens Beiträge zur Entwicklung des Horrorfilms sind nicht zu bestreiten. Gleichsam muss gesagt werden, dass sein Spät-Erfolg SCREAM Mitte der 1990er mitnichten das charmante Persiflieren abgehangener Genre-Klischees ist, den die desinteressierte Presse damals zu erkennen glaubt. Ein widerlich-cooles Persiflieren, zu dessen nachfolgenden Tiefpunkten Herablassungs-Orgien wie THE CABIN IN THE WOODS zählen. Craven selbst tut sein Übriges, um sich von da an in der Rolle des großen Genre-Dekonstruktivisten zu gefallen. Tatsächlich handelt der Filmemacher in den Folgejahren eher situationsabhängig. Wenn die Kasse stimmt, werden wahlweise glatte Horrorfilmchen oder das Genre verdammende Interviews veröffentlicht.
 
 
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WISHMASTER – auf der anderen Seite – ist genau das, was andere Filme damals gerne gewesen wären: Ein sympathisches Stück Horrorkino mit dem vollen Bewusstsein, am Ende einer 90 Jahre alten Filmtradition zu stehen. Die Handlung, eine schnörkellose Übung von Moralstück mit vielen sarkastischen Twists, ist natürlich straight aus der Welt der grellen EC Comics entliehen. Diese Bildgeschichten waren schon Vorbild für Kultmaterial wie CREEPSHOW oder den GESCHICHTEN AUS DER GRUFT. Doch nicht nur auf der Erzählebene behandelt der Film seine Wurzeln mit Respekt. Die Besetzung der Nebenrollen ist ein Who-Is-Who amerikanischen 80er-Jahre-Horrors. Da finden sich neben Angus Scrimm und Reggie Bannister aus PHANTASM/DAS BÖSE Joseph Pilato aus DAY OF THE DEAD und neben dem ewigen Landstreicher-Darsteller George „Buck“ Flower (als Landstreicher, nur der Vollständigkeit halber erwähnt) der unverwüstliche Ted Raimi. Drei der Opfer des Flaschengeists sind Freddy Krueger, der Candyman und Jason Vorhees, beziehungsweise deren dem Fan-Auge vertraute Darsteller Robert Englund, Tony Todd und Kane Hodder. Hier könnte man natürlich einen lustigen Seitenhieb hineininterpretieren, durch den der böse Flaschengeist (oder sein zuständiger Schauspieler, der sehr charismatische Andrew Divoff) direkt seinen Slasher-Film-Vorgängern den symbolischen Garaus macht.
 
 
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Alles in allem ist WISHMASTER im selben Moment ein unterhaltsamer, seiner Entstehungszeit angepasster Horror, wie auch ein Rückblick aufs Genre. Obendrein bietet der langjährige Effekt-Spezialist Robert Kurtzman (KNB FX) in seiner zweiten Regiearbeit einen fast visionären Ausblick auf das vor Zitaten und Cameo-Auftritten alter Genre-Helden nur so strotzende Horrorkino unserer Gegenwart. Ein Horrorkino, das zum großen Teil als wohltuendes Retro-Familienfest zu funktionieren hat und in dessen Rahmen der Fan jeden Film in zahlreichen Edel-Editionen kaufen und danach seine Lieblingsstars ganzjährig auf teuren Conventions persönlich treffen kann.
 
 
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WISHMASTER – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Eigentlich pervers, bei rüden Slasher-Filmen von „Wohlfühl-Horror“ zu schreiben aber wir sind ja unter uns! Der von Altmeister und Profi-Namens-Verleiher Wes Craven präsentierte WISHMASTER hat eigentlich alles, was das Fan-Herz begehrt: Da wäre der flotte, comichafte Plot, die brutal-schweinischen Splatter-Ausbrüche, schwarzer Humor und eine Parade von Genre-Altstars, die wie bei einer Retro-Revue kleine und größere Rollen füllen. Es wäre wünschenswert, wenn das moderne Horrorkino die Balance von WISHMASTER hinbekäme, anstatt wahlweise plump albern oder – genauso beschissen – plump todernst daherzukommen. Heil Divoff!
 
 
 


 
 
 

WISHMASTER – Zensur

 
 
 
WISHMASTER erschien ungekürzt in Deutschland auf VHS und wurde 1999 von der BPjS indiziert. Eine ungekürzte DVD erschien später von ATLANTIS FILM auf DVD. Im August 2016 wurde der Splatter-Hit vorzeitig vom Index gestrichen. Daraufhin ließ das Label NSM RECORDS den Horrorfilm neu prüfen und erhielt eine FSK16 für die ungeschnittene Fassung. Nach ungeprüften Blu-ray/DVD-Mediabooks, einer Büsten-Veröffentlichung und einem Blu-ray-3D-Futurepak, die alle im deutschsprachigen Ausland released wurden, erscheint WISHMASTER nun zum ersten Mal offiziell und ungeschnitten auf Blu-ray für den deutschen Handel. Das österreichische Label NSM RECORDS veröffentlicht die Uncut-Dassung von WISMASTER hierzulande auf Blu-ray im Steelbook. Deutsche Horrorfans können das Sammlerstück bedenkenlos im Elektronikfachmarkt kaufen. Kompletter bekommt man den Film wohl die nächsten Jahre nicht auf Heimkinomedium.
 
 
 


 
 
 

WISHMASTER – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) NSM Records (Blu-ray Steelbook)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Wishmaster; USA 1997

Genre: Horror, Fantasy, Splatter

Ton:Deutsch DTS-HD MA 5.1, Deutsch DTS-HD MA 2.0, Englisch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 2.0

Untertitel: Deutsch, Englisch

Bild: 1.78:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 90 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Steelbook

Extras: Audiokommentar mit Robert Kurtzman (Regisseur) – Peter Atkins (Autor) und Greg Nicotero (Second Unit Director – FX), Audiokommentar von Daniel Peree und Marco Erdmann vom Wicked Vision-Magazin, Deutscher Trailer, Originaltrailer, TV Spots, Making of, Featurette, Hinter den Kulissen, Interviews: Wes Craven – Andrew Divoff – Tammy Lauren – Robert Englund – Tony Todd – Kane Hodder – Robert Kurtzman – Peter Atkins – Pierre David – Clark Peterson, Filmographien, Bildergalerie

Veröffentlichung: Steelbook: 18.10.2019

 
 

Wishmaster [Blu-ray im Steelbook] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

WISHMASTER – Trailer

 
 


 
 
 

Christian Ladewig

(Die Rechte aller verwendeten Bilder und fürs Packshot liegen bei NSM Records)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Wishmaster (1997)
 
Wishmaster 2 – Das Böse stirbt nie (1999)
 
Wishmaster 3 – Der Höllenstein (2001)
 
Wishmaster 4: Die Prophezeiung erfüllt sich (2002)
 
Jason Goes to Hell – Die Endabrechnung (1993)
 
Wish Upon (2017)