Filmkritik: „Children of the Corn: Runaway“ (2018)

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CHILDREN OF THE CORN: RUNAWAY

Story

 
 
 

Eine junge Mutter wird in einem kleinen amerikanischen Städtchen von der schrecklichen Vergangenheit als Mitglied einer Kindersekte eingeholt.

 
 
 


 
 
 

CHILDREN OF THE CORN: RUNAWAY – Kritik

 
 
 
Nichts wie weg von hier. Vor vielen Jahren passierte im verschlafenen Gatlin das Unfassbare. Kinder schlossen sich einem mysteriösen Kult an und töteten alle Erwachsene. Der schrecklichen Vergangenheit des Ortes will auch die schwangere Ruth (MARCI MILLER aus MOST LIKELY TO DIE) entkommen. Die war selbst Teil der Sekte, will ein neues Leben beginnen und haust unter neuen Namen unentdeckt über Jahre an verschiedenen Orten. Als sie in einer kleinen Stadt in Oklahoma eine Stelle als Automechanikerin annimmt und auf einen Neustart mit Sohn Aaron hofft, holt sie die Vergangenheit trotzdem wieder ein. Offenbar ist ihr das Böse aus Gatlin auf den Fersen, vor dem sie jahrelang geflüchtet ist. Was folgt, sind schreckliche Visionen, die der Traumatisierten den Schlaf rauben. Ob das neue Leben der taffen Alleinerziehenden in Gefahr ist? Erste Vermutungen bewahrheiten sich schon sehr bald.
 
 
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Aber nun muss langsam mal Schluss sein. Film Nummer 10 rund um die zornigen Kinder ist – wie zu erwarten war – kein guter Horrorstreifen. Der Grund hierfür liegt auf der Hand. Die Geschichte rund um eine mysteriöse Kindersekte wurde mittlerweile so oft verfilmt, dass sich Abnutzungserscheinungen bemerkbar machen. Hinzukommt, dass keine der vielen Filme einen roten Faden erkennen lässt. Stattdessen orientieren die sich mehr oder weniger lose an der Kingschen Kurzgeschichte, ohne dass man sich die Mühe macht, die vom Horrormeister geschriebene Erzählung endlich mal konsequent fortzusetzen. Eine richtige Fortsetzung ist der hier besprochene CHILDREN OF THE CORN – RUNAWAY demnach auch nicht. Auch dieses Sequel spielt irgendwo im Universum der wütenden Kinder, besitzt aber – bis auf die Kindersekte – keine direkten Zusammenhänge zu den bisherigen Verfilmungen. Das erleichtert Unwissenden den Einstieg, weil keine Vorkenntnisse vorausgesetzt werden, um CHILDREN OF THE CORN – RUNAWAY verstehen zu können. Doch die fehlenden Verbindungen zu den anderen Fortsetzungen sind Fluch und Segen zugleich. Mal wieder wird nämlich ignoriert und bei null begonnen. Wer die übrigen Filme gesehen hat, dürfte da langsam die Übersicht verlieren. Doch die fehlende Orientierung ist schon lange nicht mehr das einzige Problem der Kinder-des-Zorns-Reihe. Es ist die Grundidee selbst, die kaum noch Spannung entstehen lässt, weil jeder Zuschauer doch weiß, dass in diesem Filmfranchise doch ohnehin nur minderjährige Sektenmitglieder einen Maisgott huldigen, der es gar nicht gut mit Erwachsenen meint. Die Folge: Kinder töten Volljährige und Volljährige weisen fanatische Sektenanhänger in ihre Schranken. Originell ist was anderes.
 
 
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Auch CHILDREN OF THE CORN – RUNAWAY macht keinen Hehl daraus, dass das Konzept der Filmreihe schon längst zu Grabe getragen wurde. Die Geschichte des nunmehr zehnten Films ist wohl die dünnste der gesamten Serie. Drehbuchautor JOEL SOISSON (schrieb auch schon den Bodensatz KINDER DES ZORNS – GENESIS) musste wohl hier schnell was zu Papier bringen, weil DIMENSION FILMS dringend ein weitere Sequel benötigte. Für Ideen war da keine Zeit. Die Eile hatte seinen Grund. Das Filmstudio hatte zuvor die Rechte am HALLOWEEN-Franchise verloren, weil es nicht gelang eine weitere Produktion auf die Beine zu stellen, um eine neue Fortsetzung drehen zu können. Um nicht auch noch die Rechte an den zornigen Kindern abtreten zu müssen, musste schnell gehandelt werden. So entstand quasi heimlich CHILDREN OF THE CORN – RUNAWAY, dessen Dreharbeiten fast unbemerkt von der Öffentlichkeit stattfanden. Erst zwei Wochen vor Drehschluss veröffentlichte man erste Informationen und Bilder. Ein Schelm wer da einen qualitativen Schnellschuss vermutet.
 
 
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In der Tat reiht sich CHILDREN OF THE CORN – RUNAWAY in die schier endlose Reihe überflüssiger Fortsetzungen ein, auf die man getrost verzichten kann. Mal wieder werden Erwachsene von Kindern getötet, die offenbar durch das ultimativ Böse angetrieben ein grausames Spiel mit Erwachsenen spielen. Neu ist jedoch, dass sich Drehbuchautor JOEL SOISSON einen Twist ausgedacht hat, um – zumindest unerfahrene Zuschauer – in die Enge zu treiben. Kalter Kaffee, weil sich quasi jeder Horror- und Gruselstreifen neueren Datums mit einer unerwarteten Wendung abheben will. Immerhin ein Lichtblick in einer Filmreihe, die keine Neuerungen kennt. So ist CHILDREN OF THE CORN – RUNAWAY zwar immer noch Durchschnitt, aber schon mal besser als die letzten sechs Fortsetzungen. Trotzdem hat auch der zehnte Film wegen bekannter Verläufe ein Problem mit der Spannungskurve, besitzt aber mit MARCI MILLER eine talentierte Schauspielerin, der es zumindest halbwegs gelingt, den Zuschauer mit Sympathie durch einen belanglosen Film zu führen. Ob das allein lohnt sich dieses schnell abgedrehte Sequel anzuschauen, muss jeder Zuschauer selbst entscheiden. Mittlerweile ist jedoch einfach die Luft raus, denn die Reihe entwickelt sich einfach nicht weiter.
 
 
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CHILDREN OF THE CORN: RUNAWAY – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
CHILDREN OF THE CORN – RUNAWAY besitzt eine gute Hauptdarstellerin und überrascht mit gut getricksten Zeitlupen-Sequenzen, in denen Menschen das Zeitliche segnen. Zudem sind die Morde diesmal sehr sadistisch ausgefallen und werden erstaunlich lang zelebriert. Dennoch ist auch diese Fortsetzung überflüssig und auch nicht sonderlich spannend. Das Problem: es fehlen Ideen und Neuerungen. Die Geschichte ist quasi die gleiche wie vor über 30 Jahren. Seither hat sich nicht viel Neues im Kinder-des-Zorns-Universum getan. Offenbar musste im Falle von CHILDREN OF THE CORN – RUNAWAY schnell gedreht werden. Wie bereits zuvor bei HELLRAISER: JUDGMENT musste man zügig eine Pflichtfortsetzung inszenieren, um Filmrechte behalten zu können. Dass da für Ideen, Qualität und Fanwünsche kaum Zeit vorhanden war, merkt man auch dem mittlerweile zehnten Film rund um die zornigen Maiskinder an. Das Sequel entpuppt sich als liebloses Video-Futter, das vermutlich niemanden interessieren würde, wenn da nicht ein Zusammenhang mit Horror-Autor STEPHEN KING bestehen würde. Der dürfte vermutlich beim Schreiben seiner Kurzgeschichte über einen mysteriösen Maiskult nicht einmal ansatzweise geahnte haben, welche Wellen seine Ideen noch Jahrzehnte später schlagen würden. Übrigens zeichnet als Regisseur jemand verantwortlich, der sich mit Horror auskennt. JOHN GULAGER hat zuvor Horrorfilme wie die FEAST-Trilogie, PIRANHA 2 oder ZOMBIE NIGHT gedreht. Alles Trash-Horror, für den man das Hirn ausschalten muss. Das wird bei CHILDREN OF THE CORN – RUNAWAY auch nicht sonderlich beansprucht. Dafür ist die Handlung zu rudimentär – trotz Twist am Ende.
 
 
 


 
 
 

CHILDREN OF THE CORN: RUNAWAY – Zensur

 
 
 
Es gibt einige wenige Morde in CHILDREN OF THE CORN: RUNAWAY zu sehen. Diese haben es aber in sich. Nicht nur, dass diese sehr zeigefreudig sind. Sie werden zudem in mehreren Stufen zelebriert, was die Kills lang, sehr hart und vor allem sadistisch erscheinen lässt. Weil hier auch noch ein kleines Mädchen gehörig daran Spaß besitzt Erwachsene zu ermorden, dürfte diese Fortsetzung wohl erst für Erwachsene geeignet sein. Die FSK versteht nämlich mit mordenden Kindern so gar keinen Spaß.
 
 
 


 
 
 

CHILDREN OF THE CORN: RUNAWAY – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Lionsgate Home Entertainment | Dimension Films)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Speek no Evil (2013)
 
Come Out and Play – Kinder des Todes (2012)
 
Kinder des Zorns (1984)
 
Tödliche Ernte – Kinder des Zorns II (1992)
 
Kinder des Zorns III – Das Chicago-Massaker (1995)
 
Kinder des Zorns 4 – Mörderischer Kult (1996)
 
Kinder des Zorns 5 – Feld des Terrors (1998)
 
Kinder des Zorns 6 – Isaacs Rückkehr (1999)
 
Kinder des Zorns 7 – Revelation (2001)
 
Kinder des Zorns: Genesis – Der Anfang (2011)
 
Stephen Kings Kinder des Zorns (2009)
 

Filmkritik: „V/H/S: Viral“ (2014)

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V/H/S: VIRAL

Story

 
 
 
Der dritte Teil einer erfolgreichen Kurzgeschichtensammlung. Diesmal handeln die Episoden von einem mysteriösen Eiswagen, gefräßigen Zauberumhängen, Doppelgängern und mordenden Anhängern eines mysteriösen Kultes.

 
 
 


 
 
 

V/H/S: VIRAL – Kritik

 
 
 
Manchmal kann es nur von Vorteil sein, wenn man Fortsetzungen erfolgreicher Horrorfilmen nicht am Fließband produziert, sondern sich die nötige Zeit lässt, um gleichbleibende Qualität abliefern zu können. Nicht einmal drei Jahre ist es her, seit mit V/H/S – EINE MÖRDERISCHE SAMMLUNG (2012) ein neues Horror-Franchise ins Leben gerufen wurde mit dem das totgefilmte Found-Footage-Genre einen neuen Aufschwung erleben sollte. Weil der Streifen von Horrorfans gut angenommen wurde und es die Macher äußerst kreativ verstanden mit der unliebsamen Wackeldreingabe umzugehen, musste die obligatorische Fortsetzung her, die unter dem Titel S-VHS genau das auf Zelluloid bannte, was Fans der härteren Filmgattung von guten Horrorfilmen erwarteten. V/H/S 2 wurde ein internationaler Hit, staubte diverse Preise ab und war in allen Belangen sogar besser als der Vorgänger, so dass zügig an einem weiteren Ableger getüftelt werden musste, um die Kuh leer melken zu können. Leider ist V/H/S: VIRAL nicht das geworden, was man nach zwei hervorragenden Vorgängern vermutlich erwartet hätte, denn zu offensichtlich fällt der Zeitdruck ins Gewicht, mit dem sich die Macher konfrontiert gesehen haben müssen. Teil drei ist ein heilloses Durcheinander, wirkt übertrieben hektisch und reichlich gehetzt, so dass Zuschauer mit Hang zur Epilepsie besser drei mal überlegen sollten, ob sie sich der schnell geschnittenen Abfolge wirrer Kamerabilder und Störsignale aussetzen möchten.
 
Abermals zeichnen mehrere Filmschaffende aus der Horrorwelt verantwortlich, um sich der Umsetzung verschiedener Kurzgeschichten zu widmen, die letztendlich zu einem Machwerk verschmelzen. Diesmal haben sich GREGG BISHOP, MARCEL SARMIENTO, AARON MOORHEAD und JUSTIN BENSON sowie der Spanier NACHO VIGALONDO die Freiheit genommen, um ihre ganz eigenen Visionen verwackelter Kameraspielereien auf Film zu bannen. Wie in den meisten Anthologien jedoch üblich, ist es auch hier mal wieder der Fall, dass nicht alle Segmente gleich überzeugen können, denn nach einem fulminanten und effektreichen Einstieg zeichnet sich ein rapider Abwärtstrend ab. Im dritten Ableger der beliebten Filmserie steckt der Wurm, was nicht nur den qualitativen Unterschieden der einzelnen Kurzgeschichten zu schulden ist, sondern auch der unschlüssigen Machart mit der sich die Macher scheinbar irgendwie weg vom eigentlichen Found-Footage-Konzept bewegen wollen. Viel richtiges Found-Footage gibt es demzufolge in V/H/S: VIRAL nicht mehr sehen, weil im ständigen Perspektivenwechsel nicht mehr klar ersichtlich ist, wer hier überhaupt noch was und vor allem wen filmt. Während die Protagonisten das Geschehen in V/H/S und V/H/S 2 noch mit Hand-, Helm- und Handykameras anzufangen wussten, scheint die Kamera diesmal immer mal wieder frei im Raum zu schweben und lässt den Streifen mehr nach Film aussehen.
 
Trotzdem, der künstliche Einsatz altbekannter Störsignale, permanenter Bildausfälle und abrupter Szenenwechsel ist in V/H/S: VIRAL eine einzige Zumutung und hinterlässt vor allem während die Rahmenhandlung einen mehr als ungenießbaren Beigeschmack. Im hyperaktiven Schnittgewitter lässt sich kaum noch erahnen, was da überhaupt auf der Mattscheibe passiert zumal es dem Zuschauer von MARCEL SARMIENTO ohnehin unnötig schwer gemacht wird, den Sinn seiner etwas übereifrigen Rahmenhandlung verstehen zu können. Mit ebenso sinnbefreiter Unterhaltung geht es auch im letzten Segment BONESTORM zugange, in dem einige Skateboarder die Anhänger eines mysteriösen Kults verärgern und sich mit Skateboard und Pistole zu Wehr setzen müssen. Da wird zermatscht und geschlitzt ohne Rücksicht auf Verluste, was vermutlich das Interesse bluthungriger Gorehounds auf den Plan rufen dürfte, die mit dem trivialen Splatter-Reigen von AARON MOORHEAD und JUSTIN BENSON ihren Spaß haben werden. Weitaus mehr Gedanken hat sich da Regisseur GREGG BISHOP gemacht. Mit seinem Beitrag DANTE THE GREAT zeigt er zugleich die beste Geschichte der gesamten Trilogie und berichtet von einem Magier, der mit Hilfe eines geheimnisvollen Umhangs spektakuläre Illusionen zaubert. Leider ist das Zauberwerkzeug nur dann einatzfähig, wenn es regelmäßig Menschenfleisch zu fressen bekommt, was Dante dazu veranlasst für sein Arbeitsutensil über Leichen zu gehen.
 
Auch der Spanier NACHO VIGALONDO hat eine durchaus sehenswerte Kurzgeschichte beigesteuert, die wie auch schon die Zauberer-Episode nicht so recht in das V/H/S-Gesamtkonzept passen will, weil das Found-Footage-Prinzip hier nur sehr reduziert zum Einsatz kommt. VIGALONDO macht es mysteriös und erzählt in seinem zynischen PARALLEL MONSTERS von einem Tor in eine Parallelwelt, das der Hobbywissenschaftler Alfonso versehentlich öffnet. Dort trifft er auf seinen Doppelgänger und schlägt ihm vor die Seiten für 15 Minuten zu tauschen. Da es sich bei V/H/S: VIRAL um eine Horroranthologie handelt, darf davon ausgegangen werden, dass der Tausch zu schwerwiegenden Folgen für alle Beteiligten führen wird – auch wenn sich VIGALONDO mehr auf seinen grandiosen Twist konzentriert, statt blutiges Gemetzel zu zeigen. Letztendlich ist der Abschluss der erfolgreichen V/H/S-Reihe (vermutlich werden ohnehin noch weitere Teile folgen) eine kleine Enttäuschung, weil hier nichts so recht zusammenpassen will und zudem chaotisch aber auch unfertig wirkt. Dass aus anfänglich vier Episoden kurzum nur drei wurden zeigt, unter welchem Zeitdruck die Produktion gestanden haben muss. Filmemacher TODD LINCOLN (APPARATION – DUNKLE ERSCHEINUNG) war nämlich ein weiterer derer, die für den Streifen eine Kurzgeschichten beisteuern sollten. Im Netz kursieren seit Veröffentlichung von V/H/S: VIRAL die verschiedensten Gerüchte, weshalb LINCOLNS Beitrag GORGEOUS VORTEX kurzum aus dem Film gestrichen wurde. Schenkt man dem Produzenten Glauben, konnte die Episode nicht rechtzeitig fertig gestellt werden. Wir vermuten wohl eher, dass sie einfach nur schlecht war und das ungewöhnlich hohe Tempo des Streifens ausgebremst hätte.
 
 
 


 
 
 

V/H/S: VIRAL – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Rasanter und blutreicher Abschluss einer erfolgreichen Horror-Trilogie. Für V/H/S: VIRAL wird ein gesunder Magen vorausgesetzt, weil die Episoden dieser Anthologie mit einer fast schon übertriebenen Hektik über die Bildschirm sausen, dass dem Zuschauer recht schnell schwindelig werden dürfte. Unter dem erheblichen Tempo leidet vor allem die Rahmenhandlung, weil sie derart konfus zusammengeschnitten wurde, dass es schwerfallen dürfte, deren Sinn zu entschlüsseln. Aber auch die übrigen drei Geschichten sind von unterschiedlicher Qualität, wobei man aber immerhin sagen muss, dass die trickreiche Zauberumhang-Episode zu eine der besten Kurzgeschichten gehört, die die V/H/S-Reihe bisher hervorgebracht hat. Leider wird im dritten Teil der beliebten Wackelkamera-Serie der Schüttel-Gimmick etwas vernachlässigt, so dass die Bezeichnung „Found Footage“ nur bedingt richtig ist. Die meisten der Kurzgeschichten pfeifen auf die bis dato festgelegten Found-Footage-Regeln und die Kamera scheint sich wie von Geisterhand frei im Raum zu bewegen. Wer demzufolge immer Probleme mit der übereifrigen Schüttelei in Found-Footage-Filmen gehabt hat, für den dürfte V/H/S: VIRAL eine Offenbahrung sein. Nichtsdestotrotz ist das Finale der Trilogie nicht der Kracher geworden, den man vermutlich erwartet hätte. Trotz Schallgeschwindigkeit, wirkt der Film unfertig und nicht aus einem Guss. Dass eine Geschichte mit dem Titel GORGEOUS VORTEX vor Erscheinen kurzfristig aus dem Film gestrichen werden musste zeigt, dass die Macher unter einen erheblichen Zeitdruck gestanden haben müssen. Dennoch dürfte V/H/S: VIRAL seine Fans finden und dafür sorgen, dass eine weitere Fortsetzung folgen wird.
 
 
 


 
 
 

V/H/S: VIRAL – Zensur

 
 
 
Anders als im Vorgänger hält sich V/H/S: VIRAL in Sachen Gewalt zurück. Einzig in der letzten Episode, in der sich einige Skateboarder gegen einen Kult zur Wehr setzen müssen, wird reichlich gesplattert. Da werden mit den fahrenden Brettern Köpfe eingeschlagen und mit einer Pistole in die Körper von Sektenmitgliedern geschossen. Der dritte Teil wurde von der FSK ab 16 Jahren freigegeben. Über Österreich wird es eine ungeprüfte Veröffentlichung geben. Diese beinhaltet die fehlende Episode GORGEOUS VORTEX.
 
 
 


 
 
 

V/H/S: VIRAL – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) OFDB Filmworks (einfache Veröffentlichung)

 
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(c) OFDB Filmworks (limitiertes Mediabook)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: V/H/S: Viral; USA 2014

Genre: Thriller, Horror

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 (1920x1080p)

Laufzeit: ca. 80 Min.

FSK: FSK 16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase im Schuber und Wechselcover

Extras: Behind the scenes, Interviews, Trailer – zusätzlich im Mediabook: Booklet, ”Gorgeous Vortex” (die der Kinofassung fehlende vierte Episode / ca. 15 Min.)

Release-Termin: 24.03.2015

 

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V/H/S: VIRAL – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The ABC’s of Death (2012)

Still 2 (2014)

 
Tom Holland’s Twisted Tales (2013)
 
P.O.E. Project of Evil (2012)
 
The Penny Dreadful Picture Show (2013)
 
5 Senses of Fear (2013)
 
Phobia 2 (2009)
 
Sanitarium (2013)
 
Scary or Die (2012)

Filmkritik: „A Good Marriage“ (2014)

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A GOOD MARRIAGE

Story

 
 
 
Die glückliche Ehe zwischen Darcy und Bob Anderson geht in die Brüche, als die Gattin in der Garage eine erschreckende Entdeckung macht und vom Doppelleben ihres Mannes erfährt, das er 25 Jahre geheim halten konnte …

 
 
 


 
 
 

A GOOD MARRIAGE – Kritik

 
 
 
Mittlerweile ist die Umsetzung von Kings Kurzgeschichten für Filmemacher weitaus interessanter und vor allem lukrativer geworden, als Filmadaptionen ganzer Romane, die meist nur selten die Qualität der Buchvorlage erreichen und aufwändiger zu verfilmen sind. Lässt man einmal das missglückte CARRIE-Remake (2014) außen vor, ist es nun schon fast ein Jahrzehnt her, seit der letzte King-Beststeller erfolgreich verfilmt werden und sich im Kino zum Kassenschlager mausern konnte. Statt King’schen Roman-Horror wird bevorzugt der Kurzgeschichten-Schrecken des Autors fürs Kino oder TV aufbereitet, was den beliebten Schriftsteller dazu veranlasst hat die Verfilmung seiner Kurzgeschichten voranzutreiben. Nachdem wir bereits vor einiger Zeit von der Kinoaufbereitung des Kurzwerks GRAMMA (Titel des fertigen Films: MERCY) berichteten, geht der King-Horror mit A GOOD MARRIAGE in die nächste Runde – eine knappe Erzählung, die in der Novellensammlung ZWISCHEN NACHT UND DUNKEL veröffentlicht wurde. King zeichnete für das Drehbuch zur Filmumsetzung verantwortlich, das er selbst geschrieben hat, um anschließend Filmemacher finden zu können, die sich der Kinoadaption annehmen wollten. Lang suchen musste er nicht, denn PETER ASKIN und WILL BATTERSBY rissen sich den Stoff unter den Nagel und machten daraus typischen King-Horror, dem mal wieder das gewisse Fünkchen Originalität fehlt.
 
Die filmische Interpretation von A GOOD MARRIAGE hält sich ziemlich genau an Kings Vorlage und berichtet von „Geheimnissen“, die vermutlich jede gut funktionierende Ehe vor den neugierigen Nachbarn versteckt hält. Im Film sind es Darcy (JOAN ALLEN) und Bob Anderson (ANTHONY LAPAGLIA), die seit 25 Jahren zusammen ein glückliches Leben leben, einander lieben und vertrauen. Zumindest glaubt man einander zu kennen, bis Gattin Darcy in der Garage eine erschreckende Entdeckung macht, die die Ehe vor ungeahnte Schwierigkeiten stellt. Ehemann Bob entpuppt sich als gesuchter Frauenmörder, der seine Leidenschaft bisher gut zu vertuschen verstand. Für beide eine verzwickte Situation, die alles auf den Kopf stellt, woran das Paar geglaubt und für selbstverständlich erachtet hat. Laut eigenen Aussagen hat sich Stephen King für seine Novelle von den Kriminalfällen des BTK KILLERS inspirieren lassen – einem Serienmörder namens DENNIS RADER, der im US-Bundesstaat Kansas hauste und für die Morde an mehreren Frauen verantwortlich gemacht wird. Viele Einzelheiten über den ursprünglichen Fall und dem unmenschlichen Vorgehen des tatsächlich lebenden Frauenmörders haben es jedoch nicht in dem Film geschafft – reißerische Fakten, die der geradlinigen Geschichte vermutlich weitaus förderlicher gewesen wäre. Stattdessen wühlt King mal wieder im Privatleben amerikanischer Bürger und deckt auf, was heutzutage irgendwie niemanden mehr vom Hocker reißen will.
 
King scheint wie die meisten Alt-Regisseure so langsam in die Jahre zu kommen, denn wie auch schon bei ARGENTO, DANTE und Konsorten festgestellt, gehören die kreativsten Jahren bekannter Horror-Berühmtheiten längst zur Vergangenheit. A GOOD MARRIAGE ist unspektakulär; der Aufbau der überschaubaren Handlung derart langsam, dass Zuschauer ausgeschlafen sein sollten, wenn sie diesem behäbigen Rosenkrieg wach folgen wollen. Wie auch schon bei anderen Filmen, die auf den Kurzgeschichten des Autors beruhen, gehört auch A GOOD MARRIAGE zu jenen Werken, die einfach nicht dafür gemacht wurden, als Spielfilm über Kinoleinwände zu flimmern. King hat sein Drehbuch um unnötige Längen bereichert, damit der Streifen auf seine Laufzeit kommen kann. Das macht sich beim Spannungspegel bemerkbar, der nahezu nicht vorhanden ist, zumal der Film kaum nennenswerte Überraschungen parat hält. King-Fans dürften sich daran jedoch mittlerweile gewöhnt haben, denn A GOOD MARRIAGE ist nicht die erste Kurzgeschichten-Adaption des weltbekannten Schriftstellers, deren Stoff man unnötig auf Spielfilm-Niveau aufgeblasen hat, um daraus ein abendfüllendes Gesamtwerk machen zu können. Auch Geschichten zu Leinwandadaptionen wie ZIMMER 1408, MANCHMAL KOMMEN SIE WIEDER und KINDER DES ZORNS boten wenig Text, wurden aber immerhin um genug Neuerungen bereichert, die nicht in der Originalvorlage zu finden waren, damit aus 90 Minuten Film keine gefühlte Ewigkeit wird. Das hat sich zumindest bei früheren King-Adaptionen bezahlt gemacht, wie die erfolgreiche KINDER DES ZORNS-Reihe beweist. Die hat es bereits auf neun Verfilmungen gebracht und ist aus der Horrorlandschaft nicht mehr wegzudenken. Leider gehört A GOOD MARRIAGE zu den vermutlich schlechtesten Umsetzungen bekannter King-Stoffe und zeigt mehr als deutlich, dass nicht alles gesehen werden muss, wo auch „Stephen King“ draufsteht. Dass King auch noch das Drehbuch zum Ehe-Thriller gekritzelt hat, stößt bitter auf. Denn angesichts einer so misslungenen Filmumsetzung stellt sich die Frage, ob man sich darüber Gedanken machen muss, was da in Zukunft von King zu Papier gebracht wird.
 
 
 


 
 
 

A GOOD MARRIAGE – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
 
Albtraumhafter Gruselnachschub für alle Stephen-King-Fans. Die dürften sich jedoch nach Sichtung von A GOOD MARRIAGE wehmütig an die früheren Jahre des erfolgreichen Horror-Schriftstellers zurückerinnern, wo King noch genug gruselige Ideen hatte, um Freunde gepflegter Horrorunterhaltung das Fürchten lehren zu können. Auch wenn schon lange nicht mehr keine ganzen Romane des Autors für die Leinwand aufbereitet wurden, finden sich immer noch genug interessierte Regisseure, die sich zumindest an Kings Kurzgeschichten ausprobieren wollen. Die Kinoadaption zur Novelle A GOOD MARRIAGE entpuppt sich da jedoch als waschechter Rohrkrepierer und das, obwohl King das Drehbuch zur Filmumsetzung eigenhändig verfasst hat. Für Liebhaber seiner Schriften und Filme ein Schlag ins Gesicht, denn irgendwie mag man das Gefühl nicht loswerden wollen, als käme King langsam in die Jahre. A GOOD MARRIAGE ist in Anbetracht des knappen Umfangs der Kurzgeschichte einfach viel zu lang geraten und quält mit einem derart langsamen Erzählfluss, dass Zuschauer ausgeschlafen sein sollten, um der überraschungsarmen Handlung folgen zu können. Der Film selbst protokolliert in nicht sonderlich bedrohlichen Bildern die Abwärtsspirale einer glücklichen Ehe und nimmt den Zuschauer mit auf eine Reise gähnender Langeweile. Da kann man nur hoffen, dass King demnächst mal wieder Horrorfilme schaut und aktuelle Horror-Trends wittert, denn mit Geschichten wie A GOOD MARRIAGE bereitet man heutzutage Gruselfans keine Freude mehr. Wir meinen: A GOOD MARRIAGE ist keine Geschichte, die hätte unbedingt verfilmt werden müssen. Demzufolge kann man sich die Sichtung getrost sparen.
 
 
 


 
 
 

A GOOD MARRIAGE – Zensur

 
 
 
Wie die meisten Stephen-King-Verfilmungen hält sich auch A GOOD MARRIAGE kaum mit der Zurschaustellung harter Horrorszenen auf. Im Film selbst gibt es bis auf einen Stoß von der Treppenbrüstung nichts Grausames zu sehen, was dem Streifen in Deutschland dennoch eine FSK16 beschert hat. Grund hierfür ist die Ausübung von Selbstjustiz. Bereits bei Filmen wie I SPIT ON YOU GRAVE 2 oder SAVAGED verstand die FSK bisher keinen Spaß mit der Ausübung von Lynchjustiz.
 
 
 


 
 
 

A GOOD MARRIAGE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Concorde Home Entertainment

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: A Good Marriage; USA 2014

Genre: Drama, Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch für Hörgeschädigte

Bild: 2.40:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 101 Min.

FSK: FSK 16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wendecover

Extras: Entfallene und verpatzte Szenen

Release-Termin: 09.04.2015

 

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A GOOD MARRIAGE – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Schatten der Wahrheit (2000)
 
Der Feind in meinem Bett (1991)
 
Stepfather (1987)
 
Stepfather – Remake (2009)
 

Kritik: „Mercy – Der Teufel kennt keine Gnade“ (2014)

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MERCY

– DER TEUFEL KENNT KEINE GNADE –

Story

 
 
 
Als Oma vor den Augen der Familie am Festtagstisch zusammenbricht, ist nichts mehr so wie es mal war. Die beiden Brüder George (Chandler Riggs) und Buddy (Joel Courtney) müssen mit ansehen, wie sich der Gesundheitszustand der Großmutter rapide verschlechtert und ihr Körper von einer scheinbar fremden, bösen Macht übernommen wird …

 
 
 


 
 
 

MERCY – Kritik

 
 
 
Eine zögernde Veröffentlichungspolitik deutet meist darauf hin, dass Rechteinhaber nicht vollends von dem überzeugt sind, was sie letztendlich eingekauft oder in Produktion gegeben haben. Im Falle von MERCY vergingen knapp zwei Jahre, bis sich Horrorfans selbst von den Qualitäten der Stephen King-Verfilmung überzeugen konnten. Weltkonzern UNIVERSAL PICTURES sicherte sich die Ausstrahlungsrechte, verschob jedoch den Kinostart auf unbestimmte Zeit, was erfahrungsgemäß oft nichts Gutes zu bedeuten hat. Letztendlich erlitt MERCY das gleiche Schicksal, wie so viele Horror-Streifen zuvor, deren Kinostarts kurzerhand verschoben und am Ende gänzlich gestrichen wurden: Endstation Videomarkt.
 
Kings Kurzgeschichten scheinen immer wieder perfektes Gruselmaterial zu liefern, das sich gut fürs Multiplex aufbereiten lässt, um schreckhaften Angsthasen das Fürchten zu lehren. So lief die gerade einmal 20 Seiten umfassenden Erzählung CHILDREN OF THE CORN als eine der ersten King-Kurzgeschichten Anfang der 80er über deutsche Kinoleinwände und brachte es auf mittlerweile sieben Fortsetzungen und ein Remake. Weil sich mit knackigen King-Horror gut Geld verdienen lies, folgten weitere fürs Kino aufbereitete Kurzwerke des Autors, wobei DER WERWOLF VON TARKER MILLS (1985), RHEA M (1986) und RIDING THE BULLET (2004) zu den wohl bekanntesten Leinwandadaptionen gehören dürften, denen Kurzgeschichten des Romanschreibers zugrunde lagen. Auch Regisseur PETER CORNWELL konnte es nicht lassen und hat sich mit MERCY eine dieser knappen Angstmacher unter den Nagel gerissen, um dem Zuschauer das Einschlafen so schwierig wie möglich zu gestalten. MERCY basiert auf Kings Kurzgeschichte OMI (Originaltitel: GRAMMA), die neben anderen unheimlichen Erzählungen in der Sammlung BLUT zu finden ist und bereits im Jahr 1985 als Episode der damals beliebten TWILIGHT ZONE-Fernsehserie verfilmt wurde.
 
In CORNWELLS Version wird von den Brüdern George (CHANDLER RIGGS) und dem älteren Buddy (JOEL COURTNEY) berichtet, die sich dazu bereiterklären ihrer Mutter bei der Pflege der kranken Großmutter „Mercy“ unter die Arme zu greifen. Die ist seit geraumer Zeit nicht mehr die gleiche, denn sie grunzt und beißt wild um sich und bereitet der Familie mehr Sorgen als anfänglich vermutet. Als die Geschwister bei Ihren Streifzügen durch Omas Anwesen ein mysteriöses Buch voll mit schwarzer Magie entdecken, bringen sie ein düsteres Familiengeheimnis zu Tage, das bis dato nicht grundlos im Verborgenen bleiben sollte.
 
King-Verfilmungen sind immer so eine Sache. Entweder man liebt sie oder kann mit dem eher seichten Gruselzirkus nur wenig anfangen. Seit jeher richtet sich King mit seinen subtilen Schauergeschichten vornehmlich an eine Leserschaft, denen wohldosierte Schauer wichtiger sind, als literweise Blut und menschenverachtende Folterei. Leider ist es bisher nur wenigen Verfilmungen seiner Bücher gelungen, der guten Vorlage überhaupt gerecht werden zu können. Auch MERCY bildet da keine Ausnahme und erreicht nur selten die Qualität des morbiden Schauermärchens aus der Feder des weltbekannten Schriftstellers, was vermutlich auch einer der Gründe gewesen sein dürfte, weshalb UNIVERSAL PICTURES den angepeilten Kinostart rigoros streichen musste. An den schauspielerischen Leistungen dürfte es nicht gelegen haben, denn CHANDLER RIGGS (bekannt aus THE WALKING DEAD) spielt in MERCY beachtlich souverän einen tapferen kleinen Jungen, der am Ende einen nicht unblutigen Kampf gegen seine dämonisch besessenen Großmutter aufnehmen muss. Letztere gehört dank hervorragendem Make-up-Künsten zu den etwas anderen Filmbösewichten innerhalb des Horror-Genres, die in ihrer unberechenbaren Bösartigkeit hin und wieder sogar an die wild gewordenen Splatter-Omas in RABID GRANNIES (1988) erinnert – wenngleich sie auch weniger rabiat zur Sache geht, als ihrer gebrechlichen Rentner-Kolleginnen im belgischen Gewaltspaß.
 
Leider hat MERCY mal wieder mit diversen Längen zu kämpfen – etwas, was in King-Verfilmungen irgendwie zum Standard gehört, denn nicht wenige dieser Streifen (vor allem die fürs TV gemachten Mini-Serien) haben unter erheblichen Spannungsdefiziten zu leiden. Regisseur PETER CORNWELL hält die Tradition aufrecht, bereichert den Film aber immerhin um einige Verläufe, die so nicht in der Originalerzählung zu finden sind. Die waren auch dringend von Nöten, können aber nicht verschleiern, dass MERCY nun mal auf einer Kurzgeschichte basiert und trotz 79 Minuten Laufzeit immer noch viel zu lang geraten ist. CORNWELL versteht nicht, wie man Schrecken aufbaut. Trotz netter Gruseloptik, wollen sich keine Gänsehautmomente einstellen. Wird es dann doch einmal unheimlich, weil Oma nicht mehr in ihrem Bettchen schlummert, wird das wohlige Grauen durch plumpe Schreckmomente zunichte gemacht, damit der Regisseur geschwind zur nächsten Szene übergehen kann. Verschenktes Potenzial nennt man derart Vorgehen, denn die erfrischende und nicht unoriginale Grundlage hätte fürs Kino durchaus sehenswert aufbereitet werden können, wenn jemand am Steuer gesessen hätte, der mit King-Horror bewandert gewesen wäre. Bei einer so halbherzigen Umsetzung fragt man sich glatt, wie CORNWELL das Meisterstück gelungen ist und seinen DAS HAUS DER DÄMONEN (2009) zum Überraschungshit machen konnte.
 
 
 


 
 
 

MERCY – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Verschenktes Potenzial: MERCY hätte ordentlicher King-Horror werden können, wenn jemand auf dem Regiestuhl Platz genommen hätte, der nicht so lustlos und desinteressiert das gängige ABC des Horrorfilms abklappern würde. Zwar hat MERCY nicht mehr viel mit der eigentlichen Kurzgeschichte namens OMI gemein; aufgrund der Masse austauschbarer Horror-Ware aus letzter Zeit bietet die sehr freie Interpretation von Kings Kurzwerk immer noch so viel unverbrauchte Ideen, damit der Zuschauer solide unterhalten werden kann. MERCY ist keine Genre-Referenz, dazu fehlt es dem Streifen an Spannung und dem holprigen Drehbuch an Feinschliff. Atmosphärische Momente gibt es zu Genüge. Leider nutzt Regisseur PETER CORNWELL deren Potenzial nur selten aus. Stattdessen wird plump erschreckt – Gruselfaktor: Fehlanzeige. Da kann man nur hoffen, dass sich ein anderer Regisseur finden lässt, der sich CORNWELLS halbherzig inszeniertes King-Debakel noch einmal zur Brust nimmt und neu verfilmt. Kann nur besser werden!
 
 
 


 
 
 

MERCY – Zensur

 
 
 
MERCY hat von der FSK eine Jugendfreigabe erhalten. Demzufolge dürfen den Film bereits Jugendliche ab 16 Jahren sehen. Erfreulicherweise ist die deutsche Fassung ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

MERCY – Deutsche DVD

 
 
 
mercy-dvd-2014

(c) Universal Pictures Germany GmbH

(Der Film ist hierzulande aus nicht bekannten Gründen vorerst nur als DVD erhältlich)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Mercy; USA 2014

Genre: Horror

Ton: Deutsch Digital 5.1, Englisch Digital 5.1, Französisch Digital 5.1, Spanisch Digital 5.1, Italienisch Digital 5.1

Untertitel: Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch, Spanisch

Bild: 1.78:1 (16:9)

Laufzeit: ca. 76 Min.

FSK: FSK 16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Trailer, Trailershow

Release-Termin: 09.07.2015

 

Mercy – Der Teufel kennt keine Gnade (DVD) ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

MERCY – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Rabid Grannies (1988)
 
Hexenhaus – Blut für die Zombies (1991)
 
Evil Date – Verabredung mit dem Teufel (1995)
 

Review: „The Penny Dreadful Picture Show“ (2013)

THE PENNY DREADFUL PICTURE SHOW 2013
 
 
 

THE PENNY DREADFUL PICTURE SHOW

Story

 
 
 
Penny Dreadful (Eliza Swenson) sucht die große Liebe. Sie lädt sich einige Auserwählte in ihr Heim und zeigt ihnen gruselige Filme, in der Hoffnung deren Herz für sich gewinnen zu können …
 
 
 


 
 
 

THE PENNY DREADFUL PICTURE SHOW – Kritik

 
 
 
Wirft man den Namen ELVIRA in die Horror-Runde, dürfte vor allem das ältere Semester einiges zu erzählen haben. Schauspielerin CASSANDRA PETERSON hat nämlich Anfang der 80er eine beliebte Figur im amerikanischen TV verkörpert, die unter dem Namen ELVIRA zur Kultikone des modernen Horrorfilms avancierte. In schwarze Kleidung gehüllt und mit praller Oberweite, dunklem Make-up und schwarzer Perücke ausgestattet, präsentierte sie in der TV-Show MOVIE MACABRE (1981 – 1993) schmuddelig gedrehte B-Movies fernab vom glattgebügelten Mainstream. Auf ähnlicher Schiene fährt auch folgende Kurzgeschichtensammlung, die unter dem Titel THE PENNY DREADFUL PICTURE SHOW um die Gunst der Anthologie-Freunde buhlt. Filmmacher NICK EVERHART, LEIGH SCOTT und ELIZA SWENSON haben mit Titelheldin PENNY DREADFUL ihre ganz eigene Version der schwarzhumorigen Filmansagerin ELVIRA geschaffen, die mit fast schon kindlicher Naivität günstig gedrehte Horror-Shorts anmoderiert und auch mal zum Mordinstrument greift, wenn einer ihrer Verehrer sie beim Schauen jener Streifen stört, die da gerade über die Kinoleinwand flimmern. Leider wurmt es in PENNYS erstem Leinwandauftritt gewaltig, denn die drei kleinen von ihr ausgewählten Episoden sind von eher bescheidener Natur. Das dürfte vermutlich auch der Grund gewesen sein, warum der Film erst jetzt zu einer Veröffentlichung gekommen ist. THE PENNY DREADFUL PICTURE SHOW wurde nämlich bereits vor über einem Jahr fertiggestellt und wartete seither vergebens auf einen regulären Release. Im Zuge des US-Serienstarts der Horror-TV-Reihe PENNY DREADFUL (die natürlich nichts mit der vorliegenden Anthologie am Hut hat) war es nur taktisch klug den Release voranzutreiben, schließlich lässt sich bei fast identisch klingender Titelkreation so manch nicht bewanderter Horrorfan hinters Licht führen.
 
PENNY DREADFUL (halb Frankensteins Monster, halb Puppe) lebt in ihrer eigenen Welt. Zusammen mit ihren Freunden Ned und Wolfboy haust sie in einem heruntergekommenen Kino und schaut sie bevorzugt grausige Filme auf der großen Leinwand an. Auf der Suche nach der wahren Liebe erster Kuss lädt sich die kitsch-liebende Frankensteinbraut zwei nette Burschen ins Heim und führt ihnen ihre Lieblingsfilme vor:
 
 
SLASH IN THE BOX
 
Ein Pärchen macht in knappen drei Minuten recht unangenehme Erfahrungen mit einer scheinbar harmlosen Spieluhr. Wir sehen schlechte CGI-Effekte, etwas Blut und eine Geschichte, die im Grunde genommen gar keine ist. Welche Botschaft NICK EVERHART (Regie für eine der Segmente in CHILLING VISIONS: 5 SENSES OF FEAR) mit seiner dreiminütigen Episode an den Zuschauer bringen wollte, wird vermutlich nur er selbst wissen.
 
 
MORNING AFTER
 
Hier handelt es sich um eine Hommage an die berüchtigten Vampirfilme der 60er und 70er Jahre, die sich dank der legendären Hammer Studios auch heute noch großer Beliebtheit erfreuen. In dieser Geschichte verfällt eine junge Dame den Reizen eines lesbischen Vampirs und wird gebissen. Die Handlung des von ELIZA SWENSON (eigentlich Schauspielerin und jetzt Regieneuling) inszenierten Beitrags läuft nach Schema F ab und besitzt nicht einmal annähernd den „Biss“, den eigentlich jene Streifen besitzen sollten, die sich mit der Vampir-Problematik auseinandersetzen.
 
 
THE SLAUGHTER HOUSE
 
Wurde von LEIGH SCOTT (Macher von viel Trash-Mist) inszeniert und verbeugt sich vor einem der wichtigsten Horrorfilme der 70er: TEXAS CHAINSAW MASSACRE. In dieser Episode wird einfach mal der Spieß umgedreht und drogengeile Stadtkids terrorisieren eine zurückgebliebene Hinterwäldlerfamilie. Die Kurzgeschichte hat gute Ansätze, einen schaurig-dreckigen Look und leider unglaublich miserable Gewalteffekte, die aus dem Computer kommen. Zudem will man irgendwie nicht verstehen, was JEFFREY COMBS dazu geritten haben muss, sich knapp dreißig Minuten aufzuführen als habe er einen an der Klatsche.
 
 
THE SCOUT
 
Die Gechichte wurde von NICK EVERHART gedreht, hat es leider nicht in den fertigen Film geschafft. Dennoch schwirrt die Episode aber seit geraumer Zeit im Netz umher und wurde auch auf den bisherigen Heimkinoveröffentlichungen als Bonus beigefügt. Das vollständige Segment kann hier gesehen werden.
 
 
Episoden-Horror ist seit dem Erfolg von THE ABC’S OF DEATH (2013) und natürlich der V/H/S-Teile gern gedrehter Stoff, um die Aufmerksamkeit der Horrorfans gewinnen zu können. Leider gibt’s da immer wieder sehr durchwachsenes Zeug zu sehen, das eher langweilt als unterhält. THE PENNY DREADFUL PICTURE SHOW zählt hierbei leider zu den weniger gelungenen Streifen innerhalb des Horror-Genres, denn in diesem Fall lenkt die nette Verpackung mal wieder vom eher trögen Inhalt ab. Die titelgebende PENNY präsentiert hier in eigensinnig schwarzhumoriger Weise drei unwichtige Horrorepisoden, die sich in ihrer Machart an der berüchtigten GESCHICHTEN AUS DER GRUFT-Serie orientieren. Der Horrorfan darf sich auf durchaus makabre Pointen freuen, die aber aufgrund geistloser Höhepunkte irgendwie rein gar nicht zünden wollen. Hier haben die Macher an der falschen Stelle gespart, denn was nützt eine Horror-Anthologie, wenn es den knappen Geschichten an Kreativität, Raffinesse und Spannung mangelt. In THE PENNY DREADFUL PICTURE SHOW ist die Gastgeberin der heimliche Star des Films, denn die hätte Potenzial gehabt in Serie zu geben. Dort wäre das schrullige Filmmonster vermutlich auch besser aufgehoben gewesen, entpuppt sich doch PENNYS Horroreinstand als zwanghaft zusammengekleistertes Horrorwerk, dem es eindeutig an Herzblut fehlt. Die Idee der PENNY DREADFUL mag auf Papier gestanden haben, konnte aber vermutlich allein nicht einen kompletten Spielfilm tragen. Drum wurden hastig drei uninspirierte Kurzgeschichten dazugekritzelt, damit man das holprige Machwerk als abendfüllenden Horrorfilm in den Handel bringen konnte. Immerhin gibt’s trotz schlechtem „Füllstoff“ auch einige Lichtblicke zu verzeichnen. Bei der Ausstattung des Filmsets hat sich das Regie-Trio um ELIZA SWENSON (die übrigens die PENNY spielt) beim Regie-Maestro TIM BURTON bedient. Der ist ja bekannt dafür optisch opulente Meisterwerke zu kreieren, die sich durch einen unverkennbaren Look auszeichnen. Ein ähnlich eigensinniges Bühnenbild besitzt auch die Rahmenhandlung in der PENNY DREADFUL PICTURE SHOW, das mit dezentem Gothic-Look glänzt und an Streifen aus der BURTON-Kreativschmiede erinnert. Weiterhin erfreut ein Wiedersehen mit SID HEIGH (HAUS DER 1000 LEICHEN) und Horror-Ikone JEFFREY COMB (WOULD YOU RATHER). Letzterer spielt hier die Rolle seines Lebens: Einen behinderten und stark kurzsichtigen Rollstuhlfahrer, der während der gesamten letzten Episode damit beschäftigt ist auf Krampf unrechnungsfähig zu sein und eine Puppe zu schütteln. Trotz einiger Starauftritte ist THE PENNY DREADFUL PICTURE SHOW nicht der Kracher, den man bei derart Cameos vermutlich erwartet hätte. Es ist bedauerlich, dass man hier nicht mehr Liebe zum Detail betrieben und sich etwas mehr Zeit für das Schreiben der einzelnen Kurzgeschichten genommen hat. Die gehören zum einfallslosestem, was das Genre zuletzt hervorgebracht hat und hinterlassen im Falle von THE PENNY DREADFUL PICTURE SHOW einen mehr als enttäuschenden Nachgeschmack. Vielleicht wird ja bei einer möglichen Fortsetzung alles anders und es steht mehr Kapital zur Verfügung. Denn fehlende Kohle ist hier mal wieder der Grund für mangelnde Qualität.
 
 
 


 
 
 

THE PENNY DREADFUL PICTURE SHOW – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Und es hätte alles so schön werden können: THE PENNY DREADFUL PICTURE SHOW hat wirklich gute Ansätze und einen charmanten Titelcharakter. Leider sind die Episoden in dieser Anthologie trotz Staraufgebot sehr durchwachsen. Sieht man einmal von der sehr gelungenen Rahmenhandlung ab, zeichnen sich die einzelnen Geschichten durch Ideenlosigkeit und unverschämt miserable Gore-Effekte aus, die unverständlicherweise mal wieder aus dem Computer kommen müssen. Immerhin macht das Zählen der Zitate Laune. In letzter Zeit scheint es im Horrorfilm nämlich zum guten Ton zu gehören, sich vor den ganz Großen des Genres zu verbeugen. THE PENNY DREADFUL PICTURE SHOW macht da keine Ausnahme, auch wenn der Streifen qualitativ Welten von jenen Filmen entfernt ist, die er zaghaft und unbeholfen zitiert. Auch wenn die drei Macher der Sammlung ganz viel Potenzial verschenkt haben; hier kommen Fans der kultigen GESCHICHTEN AUS DER GRUFT-Reihe auf ihre Kosten. Episoden-Moderatorin PENNY DREADFUL ist zwar nicht einmal annähernd so bissig wie der zynische Cryptkeeper aus der TV-Serie, macht aber optisch einiges her und hat manch flotten Spruch auf den Lippen. So sollte man die Erwartungen vor Sichtung herunterschrauben. Denn wer hier einen Film in der Machart von V/H/S oder THE ABC’S OF DEATH erwartet wird ganz schnell enttäuscht werden.
 
 
 


 
 
 

THE PENNY DREADFUL PICTURE SHOW – Zensur

 
 
 
THE PENNY DREADFUL PICTURE SHOW ist nicht sonderlich hart. Die Effekte kommen aus dem Computer und wurden teilweise schon sehr schlecht und billig in Szene gesetzt. Es gibt einen Kopfschuss in Zeitlupe, Kehlenschnitte und Durchpfählungen zu sehen. Das wirkt aufgrund der miesen Umsetzung nicht sonderlich grausam, dürfte aber für eine ungeschnittene KJ-Freigabe reichen.
 
 
 


 
 
 

THE PENNY DREADFUL PICTURE SHOW – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The ABC’s of Death (2012)
 
Scary or Die (2012)
 
The Theatre Bizarre (2011)
 
Chillerama (2011)
 
V/H/S (2012)
 
V/H/S 2 (2013)
 
Geschichten aus der Gruft (Serie)
 
Creepshow (1982)

Filmreview: „The Monkey’s Paw“ (2013)

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THE MONKEY´S PAW

Story

 
 
 
Eine mysteriöse Affenpfote bringt das Leben von Jake Tilton aus den Fugen. Sie soll ihm nämlich drei Wünsche erfüllen. Doch der Traum von mehr Glück im Leben verpufft schneller als gedacht, als das Wunsch-Relikt nicht den Nutzen bringt, den Jake sich erhofft hat …
 
 
 


 
 
 

THE MONKEY´S PAW – Kritik

 
 
 
Nach dem prähistorischen Riesenfischhorror BENEATH (2013), dem Spukgrusler DEAD SOULS (2012) und der Zombiehatz REMAINS OF THE WALKING DEAD (2011) ist der amerikanische TV-Sender CHILLER unermüdlich dabei, unter dem Banner CHILLER FILMS fleißig kleine Genreproduktionen zu drehen. Im direkten Vergleich mit den eigens produzierten Werken des SYFY-Channels, der in den letzten Jahren durch seine trashigen Inszenierungen zu passablem Ruhm gekommen ist, schaut das Schaffen aus der CHILLER FILMS Produktionswerkstatt bei weitem professioneller aus, als die meist schlecht getricksten Filme des Science-Fiction-Senders. Pünktlich zum kommenden Halloweenfest hat es der Spartensender mit dem vielversprechenden Slogan „Scary as Hell“ wieder getan und beglückt den Horrorfilmfan mit einem weiteren Streifen. Diesmal hat man sich einer Erzählung des englischen Autoren W.W.Jacobs (1863-1943) angenommen, der sich vor allem durch seine makabren Kurzgeschichten und Romane einen Ruf machen konnte. Zu einer seiner wohl bekanntesten Geschichten gehört die Kurzerzählung DIE AFFENPFOTE, die im Kurzgeschichtenband THE LADY OF THE BARGE, 1902, veröffentlicht wurde und nun zu einer etwas sehr freien, filmischen Neuinterpretation gekommen ist. Für den Gruselspaß verantwortlich zeichnet der Amerikaner BRETT SIMMONS, der im Genre schon etwas Luft schnuppern konnte. Auf seine Kappe geht der kurzweiligen Vogelscheuchenschocker HUSK (2011), der unter dem Banner AFTER DARK ORIGINALS vom beliebten AFTER DARK FILMFEST produziert und vor geraumer Zeit bereits ausgewertet wurde. Dass SIMMONS weiß, wie man solide Genrefilme dreht wird auch in seinem neusten Streifen THE MONKEY`S PAW deutlich. Der gar nicht mal so üble Mix aus WISHMASTER (1997) und FRIEDHOF DER KUSCHELTIERE (1989) kann sich durchaus sehen lassen, was vermutlich auch an der besonderen Thematik liegen mag, die neben all den verrückten Serienkillern und kranken Perverslingen der letzten Zeit immer noch genug erfrischendes Potenzial bietet, um dem Zuschauer rund 90 Minuten bei Laune zu halten.
 
In THE MONKEY`S PAW geht es um Jake Tilton (C.J. THOMASON), dem scheinbar so rein gar kein Glück im Leben widerfährt. Erst verliert er Freundin Olivia (MICHELLE PIERCE) an seinen schleimigen Chef Kevin, dann wirft ihn dieser sogar noch eigenhändig aus der Firma. Immerhin hat Jake einige Arbeitskollegen, die sich als echte Kumpels entpuppen und stets hinter ihm stehen. So vertraut ihm Freund Gillespie (DANIEL HUGH KELLY) eine mysteriöse Affenpfote an, die dem Besitzer angeblich drei Wünsche erfüllen soll. Der erste Wunsch wird testhalber im Suff ausgesprochen und in der Tat staunen Tilton und Kumpel Tony Cobb (STEPHEN LANG) nicht schlecht, als die beiden plötzlich vor einem teuren Flitzer stehen und betrunken eine kurze Spritztour unternehmen. Die endet natürlich im Fiasko, denn der Wagen kommt von der Fahrbahn ab und donnert direkt gegen einen Baum. Beifahrer Tony erliegt am Unfallort seinen Verletzungen, was den verwirrten Jake dazu bringt, seinen zweiten Wunsch auszusprechen. Prompt erwacht Tony von den Toten, scheint jedoch nicht mehr ganz der Alte zu sein. Eine unbarmherzige Mordlust brodelt in ihm, kein Wunder hat er mit seiner Rückkehr in das Reich der Lebenden auch seine Seele zurückgelassen. So beginnt er sich durchs Leben zu meucheln, findet jedoch keinerlei Befriedigung in seinem skrupellosen Tun. Grund genug Jake um seinen letzten Wunsch zu bitten. Der hat sich jedoch dem verfluchten Wunschutensil schon lang entledigt, was dem verzweifelten Tony so gar nicht gefallen will.
 
THE MONKEY’S PAW ist wie bereits die hauseigenen CHILLER FILMS-Produktionen zuvor ein zweischneidiges Schwert. Hier bekommen wir keinen innovativ ausgeklügelten Blockbuster auf die Mattscheibe. Die kurze Erzählung wird künstlich auf Spielfilmlänge gedehnt, was für einigen Längen sorgt. Vermutlich wäre der gar nicht mal so dumme Grusler besser als Segment in einer Anthologie aufgehoben gewesen, zumal die kleine Geschichte sich ohnehin wie eine Episode der TWILIGHT ZONE anfühlt. Immerhin wurde das Märchen vom mysteriösen Relikt schön düster und unheimlich umgesetzt, so dass man als Zuschauer gar nicht glauben möchte, dass THE MONKEY’S PAW direkt fürs Fernsehen gedreht wurde. Wie die anderen Filme aus der CHILLER FILMS-Schmiede auch, kommt der Affenpfoten-Horror mit hohem technischen Standard daher. Von billiger TV-Unterhaltung ist hier trotz Low-Budget-Status kaum etwas zu verzeichnen. Anders als die Kollegen von SYFY unternimmt man bei CHILLER immer noch die Anstrengung, erzählerisch ein gewisses Niveau beizubehalten. Die bisher umgesetzten Geschichten sind durch die Bank weg stimmig und solide abgehandelt, auch wenn sie vielleicht nicht immer einen durchweg perfekten Eindruck hinterlassen. THE MONKEY’S PAW macht da natürlich auch keine Ausnahme, jedoch besitzt die altmodische Inszenierung ihren ganz eigenen Charme und lässt unweigerlich einige makabere Episoden der TALES FROM THE CRYPT-Reihe ins Gedächtnis zurückkehren. Verwunderlich ist das natürlich nicht, entpuppt sich THE MONKEY’S PAW am Ende doch als ziemlich gemeine Fabel über Habgier und Geltungssucht und dürfte vermutlich all jene Horrorfans hellhörig machen, die an Wünsche-Horror á la LEPRECHAUN (1993), TÖTET KATIE MALONE (2010) und 999 – FINAL DESTINATION DEATH (2002) ihre Freude gehabt haben.
 
 
 


 
 
 

THE MONKEY´S PAW – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Ein makabrer und düsterer Mix aus FRIEDHOF DER KUSCHELTIERE und WISHMASTER, der vor allem all denen schauderhafte Unterhaltung bieten dürfte, die sich an der GESCHICHTEN AUS DER GRUFT-Reihe nicht sattsehen konnten.
 
 
 


 
 
 

THE MONKEY´S PAW – Zensur

 
 
 
Schaufreudiges Gemetzel oder blutiges Geschlachte sucht man in THE MONKEY´S PAW vergebens. Hierzulande dürfte der altmodische Gruselfilm unbeschadet mit einer 16er-Freigabe durch die FSK wandern.
 
 
 


 
 
 

THE MONKEY´S PAW – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnche Filme:

Husk (2011)

Friedhof der Kuscheltiere (1989)

Wishmaster (1997)

Filmreview: „Scary or Die“ (2012)

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Scary or Die

Story

 
 
 
Die ominöse Internetseite „Scary or Die“ wartet mit allerhand seltsamen Clips auf, die sich eine junge Dame nun interessiert zu Gemüte führt. Jeder Clip erzählt eine grausame Geschichte, an dessen Ende der jeweilige Hauptprotagonist sein Leben lassen muss….
 
 
 


 
 
 

Scary or Die – Kritik

 
 
 
Bei der Indie-Produktion „Scary or Die“ erlebt der Filmfreund erneut ein recht bunt durcheinander gewürfeltes Horrorsüppchen, dass mit den unterschiedlichsten Subgenres aufwartet. In typischer „Creepshow“-Manier werden dem Zuschauer fünf qualitativ durchwachsene Horrorgeschichten serviert, die mal mehr, mal weniger überzeugen können. Hauptaugenmerk sei hierbei die umfangreichste Geschichte dieser Kurzgeschichten-Sammlung mit dem Titel „Clowned“, dessen Hauptprotagonist dem Filmfan frech-frivol vom verkaufsträchtigen Cover der Blu-ray/DVD entgegenlächelt. Um es vorwegzunehmen: Filmfreunde, die sich allein nur des reißerischen Plakats wegen für den Kauf dieses einzig für den Heimkinomarkt produzierten Titels entscheiden, dürften gnadenlos enttäuscht werden. Denn anders, als man es vermutlich aufgrund dieser fies drein grinsenden Clown-Maske erwartet, handelt es sich bei dieser Kurzgeschichte um keinen derben Killerclown-Streifen.
 
Das Geschichten-Segment „Clowned“ äußert sich eher als todtrauriges Grusel-Drama, dass von einem jungen farbigen Mann handelt, der unfreiwilligerweise von einem bösartigen Clown gebissen wird und zu selbigen mutiert. Statt auf konventioneller Strecke Gewalt zum Selbstzweck zu zelebrieren endet diese Geschichte mit fast schon poetisch und melancholisch anmutenden Bildern. Auch „Teujung´s Lament“ ist überaus sehenswert. Diese Erzählung handelt von einem alleinstehenden Mann, der vor einiger Zeit seine liebliche Ehefrau verloren hat. In seinem trostlosen Kummer und seiner endlosen Einsamkeit begegnet er einer unbekannten Schönheit, welche er aus einer misslichen Lage befreit. Als Dankeschön für seine Bemühungen spendiert die Fremde ihm einen unvergesslichen Abend – mit unvorhersehbaren Ende.
 
Mit „Teujung´s Lament“ erlebt der Filmfreund einen unangenehmen, wortkargen Beitrag, welcher allein nur von seiner überaus zermürbenden, traurigen und depressiven Grundstimmung lebt, die man in dieser Art und Weise schon lange nicht mehr in einem Genre-Film erlebt hat. Demnach äußert sich das unweigerlich konsequent-geschmacklose Ende, in seiner Form als wunderschöne Erlösung, zumindest für den leidenden Protagonisten der Geschichte. Wie schon in „Clowned“ zuvor kommt dieser Kurzgeschichte der langsame Erzählfluss zugute, der sich Zeit lässt, dem Zuschauer die Gegebenheiten ausführlichst zu erklären, damit dieser sich mit den Figuren identifizieren kann. Worte benötigt „Teujung´s Lament“ kaum, um seine beiden Charaktere zu skizzieren. Hier zählen allein Gestik, Mimik und das prägende Schicksal des männlichen Protagonisten um eine einfache, aber dennoch höchst effektive Geschichte zu erzählen, die es schafft auch ohne Blutzoll zu fesseln. Überhaupt gibt sich „Scary or Die“ wenig zeigefreudig in Sachen „Splatter-Horror“, was aber nicht heißen soll, dass in diesem Anthologie-Streifen nicht auch Freunde derber Gewalt auf ihre Kosten kommen dürfen. Die erste Geschichte „The Crossing“ geht zumindest in Sachen „handfester“ Unterhaltung nicht zimperlich vonstatten. In diesem Segment geht es um zwei menschenverachtende Hinterwäldler, die mit der Freundin des einen an die Mexikanische Grenze reisen. Dort angekommen, offenbaren die beiden Männer die wahre Intention ihrer Reise, was für alle Beteiligten ein unangenehmes Ende zur Folge hat.
 
The Crossing“ ist typisch anspruchslose Horror-Unterhaltung, die sich dem aktuell so beliebten Backwood- und Zombie-Genre bedient. Zwar wird hier auf Sparflamme gesplattert, im Vergleich zu den vier übrigen Episoden geht es dennoch sehr direkt und robust zu Gange, sodass zumindest die Filmfreunde halbwegs unterhalten werden, die sonst eher Genre-Filme der etwas härteren Gangart bevorzugen. Immerhin weiß das Ende mit seinem offensichtlich selbstironischen und ziemlich makaberen Ende zu überzeugen, welches es sogar schafft, einen winzigen Hauch des Charmes der typischen „Geschichten aus der Gruft“- Comics zu versprühen.
 
Die beiden letzten Episoden „Re-Membered“ und „Lover Come Back“ fügen sich leider kaum bis gar nicht in das Grundkonzept dieses Sammelsuriums düsteren Gegebenheiten ein. Mit ihren gerade einmal 3-5 Minuten Nettospielzeit wirken sie viel zu kurz, sodass man sich als Horrorfilmfreund überhaupt nicht mit dem Kontext und den Gegebenheiten der Erzählungen einlassen und identifizieren kann. Teilweise wirken die Geschichten lieblos und unfertig und scheinen einzig in die Handlung integriert, um die Laufzeit des Filmes auf die üblichen 90 Minuten zu strecken. Interessanterweise hat zumindest „Lover Come Back“ ein nennenswertes Erzähl-Konzept. Die Geschichte einer jungen Frau, die von ihrem Freund im Streit ermordet, in einen Koffer gequetscht und letztendlich von den Toten aufersteht, um sich für all die Schandtaten zu rächen, schildert die Rückkehr der jungen Dame auf recht unkonventionelle Art und Weise. Ihr Schicksal spielt sich rückwärts ab und darf durchaus mit einigen recht hübsch-verspielten optischen Spielereien aufwarten. Dunkle Waldpfade und unheimlicher Nebel gesellen sich zu seltsamen Kamerablickwinkeln und düsterer Atmosphäre. Hätten sich hier die Macher hinter dieser Episode mehr Zeit genommen um das Schicksal der betrogenen Freundin genauer zu beleuchten, wäre durchaus auch ein sehr sehenswerter Beitrag daraus werden können. So dümpelt diese Geschichte ebenso wie die vollkommen konfuse Rache-Episode mit dem reißerischen Titel „Re-Membered“ unvorteilhaft vor sich daher und nimmt „Scary or Die“ ein wenig das recht forsche Tempo, dass diesen kleinen Indie-Film dennoch recht sehenswert macht.
 
Nach „The Theatre Bizarre“, „V/H/S (2012)“ und „Chillerama“ ist nun „Scary or Die“ bereits der dritte Anthologie-Streifen in Folge, der 2012 dem gierigen Horrorfilmfreund das Leben herrlich-makaber und unterhaltsam-widerlich versüßen möchte. Zwar erreicht er zu keiner Zeit die künstlerische Frische eines „TTB“ und den vollkommen absurden und dennoch urkomischen Unterhaltungswert eines „Chillerama“, ist aber dennoch einer der besserer Vertreter seines Subgenres. Dass dem Film wahrlich kaum Budget zur Verfügung gestanden haben muss, ist aufgrund des Direct-to-Status offensichtlich, sieht man „Scary or Die“ dennoch kaum an. Die Filmemacher haben aus den vorhanden Mitteln das Maximale herausgeholt und schaffen es, zumindest in zwei Episoden, herausragende Leistungen zu vermitteln. Die Episode „Clowned“ ist mit Abstand das Herz dieser Kurzgeschichten-Sammlung und ist in seiner Darstellung als überaus sehenswert einzustufen. Aus den Gegebenheiten dieser Erzählung hätte man sogar einen abendfüllenden Spielfilm zaubern können – das Potenzial hätte die Story zumindest auf jeden Fall gehabt. Unter dem Strich bleibt ein kleiner unauffälliger Genre-Beitrag, der mehr verspricht, als man von derart unkommerziellen Veröffentlichungen erwarten würde.
 
 
 


 
 
 

Scary or Die – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 

Solider Genre-Beitrag mit durchwachsenen Kurzgeschichten. „Geschichten aus der Gruft“-Fans und Anthologie-Freunde dürfen durchaus einen Blick riskieren, zumal das Segment „Clowned“ zu einer der erfrischendsten Kurzgeschichten der letzten Dekaden gehört.
 
 
 


 
 
 

Scary or Die – Zensur

 
 
Bis auf die erste Episode „The Crossing“ fließt kein einziger Tropfen Blut im Film, sodass der Film ungekürzt mit FSK16 die Prüfinstanz durchwandern dürfte.
 
 
 


 
 
 

Scary or Die – Trailer

 
 

 
 

Hellraiser80

 
 
Ähnliche Filme:

 
 

Chillerama (2011)

The Theatre Bizarre (2011)

Little Deaths (2011)

Kritik: „V/H/S – Eine mörderische Sammlung“ (2012)

V-H-S-2012-Plakat
 
 
 

V/H/S

Eine mörderische Sammlung

Story

 
 
 
Anthologie-Streifen !!!
 
 
 
Rahmenhandlung („Tape 56“)
 
Regie: Adam Wingard („A Horrible Way to Die„)
 
Einige Kleinkriminelle verdienen ihr Geld damit, indem sie durch die Parkhäuser der Großstadt pilgern, fremden Frauen auflauern, ihnen vor laufender Kamera die Oberkörper entblößen und die Clips an eine Pornoseite im Internet verhöckern. Als ihnen ein Bekannter einen lukrativen Deal vorschlägt wittert die Bande das große Geschäft. Alles was die Freunde dafür tun müssen ist, in ein Haus einzubrechen und ein besonders wichtiges Videoband zu stehlen. Kaum besagte Adresse ausfindig gemacht, finden sie die Leiche des Hauseigentümers im heimischen TV-Sessel vor. In der Kammer nebenan, ein riesiges VHS-Arsenal an seltsamen Amateur-Videoaufnahmen, die merkwürdige Geschehnisse protokollieren. Auf der Such nach den geforderten Aufzeichnungen stöbern sich die Jungs durch jedes einzelne Videoband und scheinen ihren Augen nicht trauen zu wollen:
 
 
 
 
 
Geschichte 1 („Amateur Night“ )
 
Regie : David Bruckner („The Signal“)
 
Drei Freunde auf Frauenbeutezug.
Bei ihren nächtlichen Ausflügen durch die Clubs der Stadt treffen Sie auf eine schüchterne Schönheit, die ein dunkles Geheimnis verbirgt.
 
 
 
 
 
Geschichte 2 (“Second Honeymoon”)
 
Regie: Ti West („House of the Devil“, „The Innkeepers“)
 
Ein vermeintlich glückliches Pärchen bei ihrem friedlichen Urlaubsausflug. Des nachts schleicht sich eine mysteriöse Gestalt um das Ferienhaus der frisch verliebten Paares und scheut auch nicht davor, sich unbemerkt Zutritt in die scheinbar sicheren vier Wände der beiden
Liebenden zu verschaffen.
 
 
 
 
 
Geschichte 3 (“Tuesday the 17th”)
 
Regie: Glenn McQuaid („I sell the Dead“)
 
Hommage an den 80er Jahre Slasherfilm: „Freitag der 13.“! Vier Freunde suchen etwas Entspannung in einem abgelegenen Waldstückchen. Doch die Idylle wird jeher getrübt, als die Truppe von einem seltsamen „Etwas“ dezimiert wird. Schenkt man den Legenden glauben, so soll das Wäldchen vor einiger Zeit Schauplatz einiger schrecklicher Morde gewesen sein – der Mörder wurde jedoch nie gefasst.
 
 
 
 
 
Geschichte 4 (“The Sick Thing That Happened to Emily When She Was Young”)
 
Regie: Joe Swanberg („Silver Bullets“)
 
Die Studentin „Emily“ chattet tagtäglich mit ihrer großen Flamme per Webcam. Seit geraumer Zeit geschehen in ihrer kleinen Studentenwohnung seltsame Dinge. Hinzukommt dass ihr Körper von seltsamen Wundmalen befallen ist, deren Herkunft sie sich nicht erklären kann. Mittels Webcam und Laptop will sie zusammen mit ihrem Chatfreund Erklärungen für die seltsamen Umstände finden. Ihr Cam-Partner soll hierbei als Zeuge fungieren.
 
 
 
 
 
Geschichte 5 („10/31/98“)
 
Regie: Radio Silence
 
Drei Freunde auf dem Weg zu einer Halloween-Party. Kaum die Örtlichkeiten erreicht, müssen sie feststellen, dass sie scheinbar die einzigen Partygäste sind. Gemeinsam erkunden sie das unheimliche Gebäude und stoßen auf ein merklich unangenehmes Geheimnis.
 
 
 
 
 


 
 
 

V/H/S – Kritik

 
 
 
Das Jahr 2012 scheint wohl möglich das Jahr des „Found Footage“-Genre zu werden. Nach dem immensen Erfolg der „Paranormal Activity“-Serie erleben Filme im billigen Wackel-Homecam-Stil eine regelrechte Renaissance und sind aktueller denn je. Dabei überraschen immer wieder die teils kreativen Methoden, die junge dynamische Filmemacher entwickeln, um derart „optisch“ trivial-inszenierten Filme halbwegs neue Facetten zu verleihen und den Zuschauer im „erträglichen“ Sinne zu unterhalten. Die Idee mit Hilfe dieses kontroversen Subgenres einen Anthologie-Streifen zu zaubern, liest sich anfänglich eigentlich recht erfrischend, macht aber Filmfreunde dennoch direkt stutzig, wie sich das Projekt in technischer Hinsicht überhaupt realisieren lässt. Da die letzten Filmprojekte ihrer Art (u.a. „Evidence“, „Tape 407“) vorwiegend durch katastrophaler Kameraführung brillierten, als durch optische Raffinessen, dürften dem interessierten Horrorfilmfan vermutlich direkt die Haare zu Berge stehen, wenn er liest, dass sich das „Who-is-Who“ der jungen Horrorfilmszene zusammengerafft hat, um an einer gemeinsamen Kurzgeschichten-Sammlung im „Found-Footage“-Look zu werkeln.
 
Unter dem Titel „V/H/S“ haben sich eine stattliche Anzahl bekannter aktueller Horror-Regisseure vom eigensinnigen Handycam-Genre inspirieren lassen und eine arg zynisch-boshafte, aber dennoch liebenswerte Hommage an das bittere Videokassetten-Zeitalter geschaffen. Neben erneut unzumutbarer, amateurhaft-wackeliger Kameraführung fällt in dieser Anthologie-Sammlung, passend zum Titel, typisches VHS-Flair ins Gewicht, dass mit „ausgedaddelten“ und unscharfen Bildmaterial aufwartet. Die Idee ist eigentlich recht innovativ, in der Umsetzung erweist sich jedoch dieses erfrischend „spezielle“ filmische Dokumentieren als recht zweischneidiges Schwert. Einerseits ist der künstlerische Einfallsreichtum, von welchem der Film letztendlich zerrt als überaus unterhaltsam und effektiv zu betiteln. Die Geschichten wirken durch die technischen Defizite erstaunlich authentisch und realistisch. Als Zuschauer hat man, aufgrund der amateurhaften Darbietung jeder einzelnen Episode das Gefühl, als sehe man die privaten Home-Videos von eigentlich vollkommen normalen Menschen.
 
Anderseits erweist sich gerade diese unprofessionelle technische Darbietung dieser Kurzgeschichten als echter Härtefall für den Zuschauer. Das Bild holpert, wackelt und stört, dass dem Zuschauer Hören und Sehen vergeht. Oftmals kann man durch die gewöhnungsbedürftigen Unschärfen des VHS-Filters kaum erkennen, was denn da eben vor die Linse springt. Gerade in hektischen Momenten wird einmal mehr durch zwanghaft-wirres Umherschwenkens der Kamera Panik erzeugt, das zwar anfänglich noch effektiv wirkt, aber den erwartungsfreudigen Filmfreund in Anbetracht von fast 120 (!) Minuten Filmlaufzeit auf eine deftige Geduldsprobe stellt. Die einzelnen Episoden gestalten sich unterschiedlicher Natur. Dabei trifft handwerklich solide umgesetztes „Creature-Feature“ auf skurrile„Slasher-Ware“ mit 80er Jahre Kult-Charme. Die obligatorischen paranormalen Spuk-Ereignisse fehlen ebenso wenig, wie blutgieriges „Zombie-Kino“. Aufgrund der unterschiedlichen Themengebiete und der teilweise ähnlichen technischen Machart fällt es vermutlich schwer, das eigentliche Highlight unter den Episoden zu finden. Ähnlich wie zuletzt in „The Theatre Bizarre“ scheint es einzig geschmacksabhängig, welche Geschichte letztendlich welchem Zuschauer überhaupt munden wird. Daher ist es schwierig zu sagen, welche Episode denn nun die Beste von allen ist. Mir persönlich hat das „Creature-Feature“ zu Beginn und die „Halloween“-Folge zum Abschluss von „V/H/S“ am besten gefallen, zumal die recht simplen, aber dennoch recht stimmigen und verblüffenden Spezial-Effekte herrlich überzeugen konnten. Hat man sich vorerst an den rauen „Found Footage“-Stil gewöhnt, dürfen sich vor allem Freunde von knackig-knappen Anthologie-Sammlungen ideal unterhalten fühlen.
 
Dennoch, trotz recht innovativer Ansätze und der gewöhnungsbedürftiger Erzählstruktur der einzelnen Kurzgeschichten tritt die Rahmenhandlung arg lieb- und herzlos in Erscheinung und scheint einzig Mittel zum Zweck, um die jeweiligen Segmente zweckhaft miteinander zu verknüpfen. Erklärungen über den Hintergrund der Geschehnisse bleiben Mangelware und lassen einzig Raum zum Spekulieren, was es denn letztendlich mit den mysteriösen Videotapes auf sich hat.
 
Mit „V/H/S“ lädt die junge Garde an motivierten Jungregisseuren zum anarchischen Angriff auf das kontroverse „Found Footage“-Genre. Ehrwürdig verbeugen sich bekannte Horror-Regisseure vor längst vergangene VHS-Zeiten und vermischen scheinbar technisch unzumutbares Filmmaterial mit frischen Ideen und neckigen Spezialeffekten. Gelungen ist ihr Versuch, dem übersättigten Wackelcam-Genre frischen Wind einzuhauchen allemal. Innovative Ideen und einige recht stimmige Momente täuschen oftmals darüber hinweg, dass einige Episoden einfach zu lang geraten sind und dafür andere bedeutend bessere, viel zu kurz. Die Inszenierung von „V/H/S“ ist als relativ gewöhnungsbedürftig zu bezeichnen, wobei der eigentliche Reiz des Films in den jeweiligen Schlussgags der einzelnen Geschichten zu finden ist. Gerade der teilweise unvorhersehbare und makabere Storytwist am Ende jeder einzelnen Kurzgeschichte tröstet über oftmals schwindelerregendes Kamera-Gewackel und unverzeihliche Totalausfälle hinweg. Dennoch, Filmfreunde die bisher rein gar nichts mit dem „Found Footage“-Genre anfangen konnten, werden sich auch in „V/H/S“ vollkommen hilflos unverstanden fühlen!
 
 
 


 
 
 

V/H/S – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
„X-Factor“ meets „Wackelcam“-Genre. Recht stimmige, unheimliche und unterhaltsame Kurzgeschichten-Sammlung, insofern man überhaupt ein Faible für „Found Footage“-Filme besitzt!
 
 
 


 
 
 

V/H/S – Zensur

 
 
 
Die deutsche Heimkinoauswertung erscheint Ende Oktober 2012 und wurde mit einer „Keine Jugendfreigabe“-Kennzeichnung seitens der FSK abgesegnet. Kein Wunder bietet „V/H/S“ einen grafisch sehr explizieten Mord, der sich recht gewaschen hat. Ansonsten gibt sich diese Kurzgeschichten-Sammlung recht züchtig und weniger zeigefreudig.
 
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V/H/S – Trailer

 
 


 
 
Hellraiser80
 
 
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Filmreview: „Children of the Corn: Genesis“ (2011)

Nachdem das Auto von Tim und Allie aufgrund einer Autopanne mitten in der Wüste zum Erliegen kommt und die Nacht einbricht, suchen die beiden im naheliegenden Ort nach Hilfe.

Ein seltsamer und schrulliger Prediger lädt sie nach anfänglicher Skepsis in sein Haus ein und bietet dem Pärchen an, bis zum nächsten Morgen bei ihm zu warten.

Nachdem die beiden erleichtert einwilligen, sind sich Tim und Allie schnell einig, dass irgendetwas mit der Gegend, dem Prediger und seinem Haus nicht zu stimmen scheint.

Wir erinnern uns.

26 Jahren ist es nun bereits her, dass der erste „Kinder des Zorns“–Teil das Licht der Zelluloid-Welt erblickte.

Von Stephen King selbst nicht wirklich gemocht, mauserte sich der kleine Low-Budget-Reisser schnell zum Genreliebling und entwickelte sich zu einem kleinen Kultfilm unter Horrorfilmliebhabern. Es folgten ein TV Remake und diverse Sequels, die von Fortsetzung zu Fortsetzung nur noch den Titel der eigentlichen King-Kurzgeschichte gemein hatten und die mit allerlei dummen Ideen, schlechten Schauspielern, schlimmen Effekten, miserablen Drehbüchern und struntzdummen Charakteren zu kämpfen hatten..

Einzig, die herrlich überzogene und groteske Trash-Fortsetzung des 3. Teils vermag auch heute noch halbwegs zu überzeugen und scheint mit seinen hübschen Stop-Motion-Effekten einen gewissen charmanten Schauwert zu haben.

Nachdem DIMENSION im Jahr 2011 um die Lizenzrechte des Franchise bangen musste, entschied man sich, schnell eine weitere völlig diffuse Fortsetzung zu drehen, damit man auch weiterhin die Rechte für sich beanspruchen und den Filmfan mit dummen Fortsetzungen quälen darf. Dabei gab man sich nicht einmal ansatzweise Mühe, aus dem bereits tot-gekauten Stoff einen ansatzweise frischen, gruseligen und unterhaltsamen Film zu basteln.

Nach den ersten 10 Minuten, dachte ich erst, der neuste „Children of the Corn“-Teil entwickelt sich zu einem „Texas Chainsaw Massacre“ für Arme und schraubte meine Erwartungen, nach all den „Corn“-Fehlschlägen der letzten Jahre, genüsslich positiv nach oben.

Aber weit gefehlt, das Grauen kam schlimmer, unverhoffter und langweiliger, wie in keinem anderen Teil zuvor.

Um was es eigentlich in „Genesis“ wirklich geht, kann ich nur in Fragmenten beschreiben, ich bin während der Sichtung mehrere Male eingeschlafen, scheinbar weil der Film „zu“ mitreißend war. Aber eins sei gesagt, im aktuellen Teil gibt es weder Gore, noch Spannung, noch irgendwelche Kinder, die sich irgendwelchen religiösen „Gelüsten“ im Maisfeld hingeben.

Children of the Corn- Genesis“ ist zu einer Art Kammerspiel „mutiert“ und besitzt total unlogische Elemente aus Genrefilmen wie „Paranormal Activity“ und „Motel“, sowie etwas „Final Destination“ zum Ende hin. Das ist zwar alle ganz hübsch kreativ erdacht und stibitzt, aber grottenschlecht unkreativ umgesetzt. Nicht mal einen einzigen Funkten Trash-Qualität bietet dieser Schund.

Im übrigen habe ich in „Genesis“ den dümmsten Effekt in der Geschichte des Horrorfilms erleben dürfen – vielen Dank schon einmal vorab dafür: ein Polizist nähert sich dem Haus des schrulligen Gastgebers und wird wie von Zauberhand gen Weltall geschleudert. Schon allein nur dieses miesen und total hohlen Effektes wegen sollte man sich das aktuelle Sequel zu Gemüte führen.

Kurzum, „Children of the Corn – Genesis“ ist eine einzige Katastrophe. Selten so einem Mist gesehen. Eine Schande kostbare Lebenszeit vergeudet zu haben.

Ich hoffe, dass man mit dem zigsten „Kinder des Zorns“- Fehlschläger, das Franchise nun endlich ruhen lässt uns sich frischen und eigenen Filmideen widmet.

Fazit 2,5/10 Punkte

FSK Prognose: vermutlich FSK16

Unglaublicher Mist, mehr gibt’s dazu nicht zu sagen.

Hellraiser80