Filmreview: „ChromeSkull: Laid to Rest 2“ (2011)

 

 

Der Killer mit der verchromten Totenkopfmaske, der seine Taten akribisch mit einer Webcam protokolliert, ist zurück. Nach dem letzten Schlachtfest wurde er erfolgreich von zwei hartnäckigen Teenies zur Strecke gebracht und in die Knie gezwungen.

Mit hochgradigen Verätzungen im Gesicht und schwer verletzt, wird er in die unterirdischen Katakomben einer Geheimorganisation verschleppt, wo er aufs nötigste zusammengeflickt wird.

Nun, da der „Boss“ sich wieder auf dem Weg der Genesung befindet, macht er sich an die Arbeit, mit den wenigen Überlebenden des Massakers von einst abzurechnen.

Doch seine Geduld wird auf eine harte Probe gestellt, denn inmitten der „Firma“ scheint es ein Mitarbeiter ebenso fanatisch ernst zu meinen und versucht in die Fußstapfen des maskierten Killers zu schlüpfen und seine Taten nachzuahmen.

 

 

Drei Jahre ist es nun bereits her, dass Regisseur Robert Hall mit seinem arg trivialen Slasher- Schnellschuss „Laid to Rest“ für Furore unter weltweiten Filmfans sorgte.

Sein überaus durchwachsener Horrorfilm bestach weniger durch darstellerische Qualitäten, oder einem sauber durchdachten Drehbuch, als vielmehr durch enorm selbstzweckhafte und sadistische Gewaltspitzen. Auch die direkte Fortsetzung „ChromeSkull: Laid to Rest  2“ macht da keine Ausnahme, und dreht sauber an der Gewaltschraube, dass dem Filmfreund Hören und Sehen vergehen dürfte.

Dabei zeigt die Fortsetzung allerlei unglaublich kaltschnäuzig umgesetztes Gekrösel, dass einen wirklich täuschend-echt wirkenden Eindruck hinterlässt und zeigt, dass zumindest die Special-Effect Crew ihr Handwerk überdurchschnittlich gut beherrscht. Das hier das Maß aller Dinge an seh- und umsetzbarer Gewalt ausgereizt wird dürfte auf der Hand liegen und wird vermutlich allein nur die Hardcore-Horror-Fangemeinde befriedigen. Mir waren die diversen aufgeschlitzten Gesichter und Münder doch etwas zu viel des Gutem und rechtfertigen definitiv die 7 Minuten Gewaltzensur in der deutschen Filmfassung.

Leider ist  „ChromeSkull: Laid to Rest  2“ nicht wirklich dass geworden, was man letztendlich eventuell von einer Fortsetzung diesen Kalibers erwartet hätte. Die Fortführung der Geschichte wirkt überaus konstruiert und man mag als Zuschauer das Gefühl nicht loswerden, dass Regisseur Robert Hall aufgrund des überraschenden Erfolges des ersten Teils, bestrebt war, schnellstmöglich eine Fortsetzung drehen zu „müssen“. Viele Szenen wirken unfertig und werden allein nur mit grafisch ordentlich aufpolierter Gewaltpower kaschiert, zumal sich ein nennenswerter Filmplot überschaubar in Grenzen hält und sich in weniger als 3 Sätzen erzählen lässt.

Zwar erfährt man einige wichtige Hintergründe über den Killer und seine Handlanger, diese wirken aber vollkommen an den Haaren herbeigezogen und oftmals unfreiwillig komisch.

Der einzige Lichtblick in diesem etwas konfus geratenen Horror-Flick-Flack ist Ex-Teenie Schwarm „Brian Austin Green“, der zumindest allen weiblichen Filmfreunden, aus der amerikanischen 90er Jahre Soap „Beverly Hills 90210“ ein Begriff sein dürfte. Recht souverän und herrlich fies mimt er den unberechenbaren und emotionslosen Nachwuchskiller, wobei seine Handlungsbeweggründe leider, ebenso wie die des Skull-Killers, irgendwo im Drehbuch-Nirgendwo entschwinden.

Dass „Laid to Rest 2“ einen enorm zwiespältigen Eindruck hinterlässt ist eigentlich recht schade , zumal die Figur des Skull-Killers eigentlich einen gut-wertigen Eindruck vermittelt und in seinem Vorhaben Genregrößen wie Michael Meyer und Jason Vorhees in nichts nachsteht. Geübte Horrorfilmfreunde werden demnach an diesen Horrorsequel nur bedingt ihre Freude haben, denn teilweise ist „Laid to Rest 2“ einfach nur langweilig und vorhersehbar. Sieht man einmal von den hochwertigen FX, und dem filmbezogenen Killer ab, bleibt kaum irgendetwas nennenswertes über, was sich überhaupt positiv abhebt und nicht schon in unzähligen anderen Slasherfilmen thematisiert und abgehandelt wurde.

 

ChromeSkull: Laid to Rest  2“ ist typische 08/15-Metzelware, welche man schon zu oft in dieser Form gesehen hat. Ein wenig „Halloween“ dort, ein bisschen „Freitag der 13.“da, dazu eine Priese „Saw“-Gewalt und fertig ist das Slasher-Ware von der Stange. Hoffen wir, dass mit einem dritten Teil der Gewaltakt zugunsten einer etwas spannenderen Geschichte reduziert wird und man einen homogeneren, und vor allem glaubhafteren, Einklang zwischen Story, Gewalt und Spannung findet.

 

 

 

5,5/10 Filmpunkte

 

Enttäuschende Fortsetzung des Überraschungserfolges aus dem Jahre 2009.

Extremgewalt und ein recht schlitzfreudiger Killer machen noch lange keinen guten Horrorfilm aus.

(Deutsche FSK-Fassung um rund 7 Minuten geschnitten)

 

 

Hellraiser80

 

 

Filmreview: „The Orphan Killer“ (2011)

 

Als das Geschwisterpaar Marcus und Audrey Miller durch einen kaltblütigen Mord eines Einbrechers beide Elternteile verlieren, werden sie in das naheliegende Kinderheim gebracht.

Das jener Vorfall an den beiden nicht unbeschadet vorrübergegangen ist wird deutlich, als Marcus emotionslos ein anderes gleichaltriges Heimkind mit einem Baseballschläger niederknüppelt. Fortan wird er von den betreuenden Schwestern des Heimes gehasst, gedemütigt und misshandelt. Nachdem Audrey liebevoll von Pflegeeltern aufgenommen wird und behütet heranwächst, bleibt Marcus hasserfüllt im Heim zurück.

Jahre später, spürt Marcus seine Schwester auf und meuchelt alles nieder, was sich ihm in den Weg stellt.

 

 

Hilfe, was ist denn Bitte das?

Vorab, dieser explizite Reißer dürfte es mit einer Veröffentlichung in deutschen Gefilden arg schwer haben. Was in „The Orphan Killer“ gemeuchelt, geschlitzt, gerissen und gesägt wird dürfte selbst den hartgebrühtesten Gorehound vor Erstaunen jauchzen lassen.

Dabei geht „Marcus“ mit einer derartigen Kaltschnäuzigkeit zugange, die selbst Michael Meyers in seinen letzten Werken alt aussehen lässt.

„The Orphan Killer“ setzt dabei generell NUR auf selbstzweckhafte Darstellung diverser Grausamkeiten, was den Film zwar einerseits aus der Masse unzähliger „Slasher-Filme“ hervorhebt, ihn aber dadurch auch nicht besser macht.

Atmosphäre wird dabei durch viele wirklich hübsche Kamerafahrten (trotz Digitallook) erzeugt aber, und das ist neben der dünnen Handlung der größte Manko des Films, durch einem überaus nervigen Hardrocksoundtrack wieder zunichte gemacht.

Immer dann, wenn „Marcus“ zum „Werkzeug“ greift wird der Zuschauer mit einem derartig abartigen Heavy Metal Geschrei-Sound überschüttet, der die wirklich derben Szenen des Films noch einmal so richtig schön plakativ und reißerisch hervorhebt und unterstreicht. Schade, sowas hätte echt nicht sein müssen.

Etwas mehr unheimliche Soundkulisse und einem wirklich atmosphärischen Score, hatte dem Film ersichtlich gut getan, bietet „The Orphan Killer“ doch mit „Marcus“ einen Killer, der sicherlich Potenzial genug gehabt hätte für die eine oder andere Fortsetzung.

Der findige Horrorfilm – Allesseher dürfte, gerade in Betracht auf die Skelett-Maske des Titelhelden, diverse Parallelen zu aktuellen Produktionen wie „Midnight Movie“ oder „Laid to Rest“ erkennen. Hätte Regisseur Matt Farnsworth mehr Wert auf Story-Qualität statt Mordquantität gelegt, wäre ihm sicherlich mit seinem aktuellen Werk, neben besagten Filmen, ebenso der ganze große Sprung gelungen. Auch mit wenig finanziellen Mitteln kann man heutzutage nennenswerte Filme drehen.

Die wenig gelungenen Ansätze in „The Orphan Killer“ konnte mich  dennoch leider nicht überzeugen. Unzählige Blut- und Ekeleffekte allein (obwohl diese wirklich einen sehr professionellen Eindruck gemacht haben) machen für mich leider noch keinen guten Horrorfilm.

Trotz magerer Laufzeit von gerade mal ca. 80 Minuten fühlte ich mich absolut NICHT unterhalten. Vielmehr wurde ich von einer Ekelszene zur nächsten gehetzt, was mich dann doch mehr oder weniger ermüdet hat. Beweggründe über Marcus´s Handelns wurden zwar durch kurze Rückblenden oberflächlich angerissen aber nicht weiter ausgebaut. Da hätte ich mir mehr Hintergrundinfos gewünscht.

 

 

Fazit 3,5/10 Punkte

 

Horrorschnellschuss!

Eine Metzelorgie ohne Sinn und Verstand. Blut und Gewalt allein machen leider noch keinen guten Horrorfilm.

Im übrigen: der Trailer ist von wirklich unterirdischer Qualität. Das Endresultat bietet natürlich „gehobenere“ Digitallook-Qualität!

(Laut FSK-Indizierungsliste vom Januar 2012 gilt die Originalversion von „The Orphan Killer“ bis auf weiteres indiziert – Erklärung:  Zur Indizierungsliste „B“ gehören alle die Medien, die nach Ansicht der Bundesprüfstelle als strafrechtlich bedenklich einzustufen sind und dadurch einem Verbreitungsverboten nach dem Strafgesetzbuch (StGB) unterliegen)

Hellraiser80