Filmkritik: „The Good Things Devils Do – Willkommen zur Blutnacht“ (2020)

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THE GOOD THINGS DEVILS DO – WILLKOMMEN ZUR BLUTNACHT

(THE GOOD THINGS DEVILS DO)

Story

 
 
 
Eine alte Vampirkönigin wird in der Halloween-Nacht wieder zum Leben erweckt und sorgt passenderweise für reichlich Schrecken.

 
 
 


 
 
 

THE GOOD THINGS DEVILS DO – Kritik

 
 
Das Szenario sieht jedes Jahr ähnlich aus: Meldet sich der Oktober, geht es los mit Halloween-Filmen. Ein paar davon sind sicherlich hochwertiger Natur, doch besonders der B-Movie-Markt wird dann mit Veröffentlichungen überschwemmt. Das einzige, was diese billigen Horrorfilmchen dann von den anderen, die über das gesamte Jahr hinweg veröffentlicht werden, unterscheidet, ist die Tatsache, dass sich eben alles an Halloween abspielt. „The Good Things Devils Do – Willkommen zur Blutnacht“ macht von vornherein keinen wirklich hochwertigen Eindruck, spielt dafür jedoch die 80er-Jahre-Nostalgie-Horror-Karte aus, was zuweilen sogar ganz gut funktioniert, selbst wenn das Resultat im Endeffekt verzichtbar gewesen wäre.
 
 
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Melvin liebt den Grusel und deshalb arbeitet er auch schon lange an seinem eigenen Museum des Makabren. Nun hat sich Melvin die Überreste einer alten Vampirkönigin besorgt, die natürlich perfekt ins Museum passen. Dummerweise erweckt seine Frau durch einen Zufall die Vampirkönigin und schon fließt das Blut. Als dann auch noch ein paar Gangster vorbeikommen, die einen letzten Job erledigen wollen, darf die Opferzahl ansteigen.
Vom Drehbuch sollte man nicht unbedingt viel erwarten, denn hier werden lediglich Zutaten abgespult, die es zuvor schon etliche Male gab. Wirklich neue Ideen gibt es keine zu entdecken und die Kombination der Zutaten wirkt auch nicht gerade besonders kreativ. Das muss den Fan von simplen Horrorfilmen aber nicht zwangsläufig stören, wenn das Resultat gut gemacht wurde. Da das bei „The Good Things Devils Do – Willkommen zur Blutnacht“ zumindest teilweise der Fall ist, ist man dem Werk für seine überraschungsfreie, schwache Story auch nicht ganz so böse.
 
 
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Drehbuchautor und Regisseur Jess Norvisgaard, für den dies erst der erste Langfilm ist, versteht nämlich zumindest sein Handwerk. Dass das Werk nicht gerade viel gekostet hat und man sich mit einem kleinen Budget zufrieden geben musste, ist nicht zu übersehen. Dafür holt Norvisgaard dann doch noch etwas aus dem simplen Szenario heraus. Das macht er, indem er einfach die Retro-Nostalgie-Karte spielt, was zwar schon lange nicht mehr originell, aber immer noch in Mode ist. So gibt es Synthie-Klänge zu hören und allgemein hört sich die Musik ordentlich an. Außerdem wird mit Lichtern und Nebel gespielt. Zusätzlich stammen die Effekte von Hand und selbst wenn sie nicht perfekt sind, machen sie doch etwas her. Die größte Splatter-Keule sollte man allerdings nicht erwarten, denn vieles findet auch im Off statt. Die Freigabe ab 18 Jahren ist aus grafischer Sicht nicht unbedingt nachvollziehbar, aber weil „The Good Things Devils Do – Willkommen zur Blutnacht“ eine recht bösartige, makabre Ader besitzt, geht das trotzdem in Ordnung.
 
 
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Dies sorgt zudem für eine Atmosphäre, die man sich als Horrorfan gefallen lassen kann. Das Ganze nimmt sich nicht zu ernst und dient auch mal mit komödiantischen Anteilen, die zwar eher albern und unpassend wirken, aber trotzdem seltsamerweise kaum stören. Und dann wäre da dieser echt böse, schwarze Humor in Form von ein paar reichlich fiesen Sprüchen. Ein bisschen Halloween-Stimmung kommt zum Glück auch auf. Das Haus ist als Hauptschauplatz zwar nicht besonders spektakulär, aber in der Nachbarschaft gibt es genügend Deko zu betrachten. Allgemein flacht der Unterhaltungswert nach einem gelungenen Start etwas ab. Die Einleitung gibt Gas, macht Spaß und dann hat man es leider verpasst, das Ganze spannender zu gestalten. Erst im Finale geht da wieder etwas mehr die Post ab. Da die Laufzeit mit nur 80 Minuten (mit Abspann) jedoch kurz gehalten wurde, gibt es nicht zu viele Längen und einige Momente sind durchaus unterhaltsam geraten.
 
 
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Dann wären da zudem noch halbwegs brauchbare Darsteller. Bill Oberst Jr. gibt sich Mühe und dient so mit dem hochwertigsten Schauspiel, aber auch David Rucker III geht in Ordnung. Linnea Quigley besitzt eine kleine Rolle und dann wird der Horror-Fan natürlich noch mit dem Namen Kane Hodder gelockt. Dieser besitzt am Anfang auch eine Hauptrolle, die jedoch früh verschwindet. Von Etikettenschwindel kann man nicht unbedingt sprechen, aber seine Rolle hätte gerne trotzdem größer ausfallen dürfen. Insgesamt kann man mit den Leistungen der Darsteller durchaus zufrieden sein, aber leider macht der deutsche Ton dem Ganzen einen Strich durch die Rechnung. Manche Schauspieler wurden nämlich ziemlich mies synchronisiert. Das klingt reichlich künstlich und hölzern. Allgemein hat man es bei der Ton-Abmischung ganz schön versemmelt, denn die Stimmen sind viel lauter, als Musik und Hintergrundgeräusche, was in manchen Momenten ganz schön nervig ist.
 
 


 
 
 

THE GOOD THINGS DEVILS DO – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
„The Good Things Devils Do – Willkommen zur Blutnacht“ ist ein durch und durch durchschnittlicher Horrorfilm geworden, der einiges richtig und einiges falsch macht. Die falschen Dinge werden aber größtenteils dem niedrigen Budget zu verschulden sein. Die Story ist gänzlich simpel und hätte ein paar kreative Ideen gebrauchen können, doch die handwerkliche Arbeit ist gar nicht schlecht geraten. Immerhin entsteht etwas Atmosphäre und das simple Spiel mit Lichtern und Nebel zusammen mit etwas Halloween-Deko wurde hier gekonnt umgesetzt. Außerdem sind die Darsteller brauchbar und mit der Figurenzeichnung kann man ebenfalls leben. Die vorhandenen Effekte, selbst wenn es nicht so viele sind, sehen solide aus und der Score hört sich gut an. Im mittleren Teil gibt es ein paar Längen und Spannung will leider keine aufkommen, aber dank der kurzen Laufzeit fühlt man sich selten gelangweilt. Das taugt zwar nicht zum nächsten, großen Halloween-Hit, aber wenn man die guten Filme alle schon durch hat, kann man hier ruhig mal ein Auge riskieren!
 
 


 
 
 

THE GOOD THINGS DEVILS DO – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung von „The Good Things Devils Do – Willkommen zur Blutnacht“ ist ungeschnitten und frei ab 18 Jahren.
 
 
 


 
 
 

THE GOOD THINGS DEVILS DO – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Daredo | White Pearl Movies (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Good Things Devils do; USA 2020

Genre: Horror, Grusel

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Keine

Bild: 1.78:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 80 Minuten

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Blu-ray im Keepcase

Extras: Trailer, Trailershow

Release-Termin: KeepCase: 24.09.2021

 

The Good Things Devils Do – Willkommen zur Blutnacht [Blu-ray im KeepCase] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

THE GOOD THINGS DEVILS DO – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei Daredo | White Pearl Movies)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Night of the Demons (1988)
 
Night of the Demons 2 (1994)
 
Tanz der Teufel (1981)
 

Filmkritik: „Creepozoids – Angriff der Mutanten“ (1987)

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CREEPOZOIDS – ANGRIFF DER MUTANTEN

(CREEPOZOIDS | CREEP ZONE)

Story

 
 
 

Wir schreiben mal wieder die Saure-Gurken-Zeit kurz nach dem Ende der Welt, 1998 ist das in diesem Falle: Geknallt hat es aber schon früher, 1992 das ist, und die große Pest der Menschenwelt ist der tödliche, säurehaltige Regen, der die Überlebenden in die Knie und in den Schutz unterirdischer Bunkeranlagen zwingt. So geht es auch dem Grüppchen der Protagonisten in CREEPOZOIDS. Ungut allerdings, dass ausgerechnet in diesem aufgetanen Schutzkeller die Armee vorm Krieg blutrünstige Mutanten gezüchtet hat.


 
 
 


 
 
 

CREEPOZOIDS – Kritik

 
 
 
David DeCoteau, geboren Anfang der 1960er im Staate Oregon, gehört in jene gleiche Riege amerikanischer Trash-Horror-Regisseure der 1980er wie etwa Fred Olen Ray, Kenneth J. Hall oder Jim Wynorski. Zusammen mit dem stets umtriebigen Produzenten und Gelegenheitsregisseur Charles Band, oft direkt unter der Fahne von dessen Firmen Empire Video und Full Moon Studios, führen diese leidenschaftlichen Kinofans im Regiestuhl zur Blüte der VHS-Ära die Independent-Film-Tradition ihrer Vorgängergeneration, der eines Roger Corman nämlich, fort und pfeffern eine schräge und am absoluten Ausgabenlimit entstandene Videoperle nach der anderen auf den hungrigen Markt. In den USA durchaus mit Erfolg, anders jedoch hier: Damals wusste man das als durchschnittliche bundesrepublikanische Videotheken-Hyäne oftmals gar nicht so zu schätzen. Lieber geierte man dem x-ten italienischen Metzel-Aufguss oder anderen Irrlichtern hinterher und konnte mit den eigentlich erfrischend straighten Ami-Schlockern der oben genannten Herren und ihrer noch unbekannteren Kollegen nicht wirklich viel anfangen. Heute, nach zahllosen Genre-Trends aus Gedärm, Blut und als Ernsthaftigkeit missverstandener Einfallslosigkeit, dafür umso mehr. Die Filme dieser Regisseure werden weder jemals im Oscarrennen auftauchen, noch die Top-Ten der bestialischsten Gore-Bomben erobern. Ist aber auch nicht nötig.
 
 
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Auch CREEPOZOIDS – was für ein perfekter Titel eigentlich! – sieht man natürlich sein recht überschaubares Budget an. Nicht umsonst wählt Charles Bands Produktionsteam einen räumlich limitierten Drehort wie den Bunker aus und verpasst dem Film durch die kleine Besetzung eine beinahe kammerspielartige Erscheinung. Die Überlebenden des Atomschlags und seiner ätzenden Regengüsse müssen sich gegen ein rumpeliges, irgendwie aus einer anderen Zeit des Science-Fiction-Kinos gefallenes Monster und dazu so manches Riesen-Ungeziefer verteidigen. Eine der gehetzten Post-Nuke-Damen wird von Kim McCamy gespielt. Der Name muss jetzt nicht sofort die Lampen aufleuchten lassen. Unter dem Namen Ashlyn Gere allerdings, ist Kim eine der am meisten gebuchten Pornodarstellerinnen der späten Achtziger und frühen Neunziger. Ihr zur Seite steht die Spät-Scream-Queen Linnea Quigley, die der Horrorfan immer gerne sieht.
 
 
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David DeCoteau, liefert nach diesem Debütfilm unter anderem den herrlich gaga betitelten SORORITY BABES IN THE SLIME BALL BOWL-A-RAMA und Charles-Band-Auftragsarbeiten wie den dritten Teil der beliebten Reihe um den bösen PUPPET MASTER ab. Mittlerweile wird der Wahl-Kanadier für ein anderes Spartenprogramm geschätzt: Seit Mitte der Neunziger entstanden unter seiner Regie an die siebzig Softsex-Filme für den schwulen Markt, gerne im Gewand der Horror-Persiflage.
 
 


 
 
 

CREEPOZOIDS – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Die beliebte Rubrik „Filme, die so heute nicht mehr aussehen würden“ mal wieder. Man muss CREEPOZOIDS, diesen würzigen Mix aus Fifties-Sci-Fi und hochhaariger Eighties-Video-Verrücktheit beinahe mit dem Wort unschuldig bedenken – und das ist ausschließlich lobend gemeint. Ein Film aus einer Zeit, in der die Video-Pioniere unter den Genrefilm-Produzenten Filme, maßgeschneidert für ein Publikum drehen konnten, ohne dieses Publikum für blöde zu verkaufen. Hach, Nostalgie, Du Dämon.
 
 
 


 
 
 

CREEPOZOIDS – Zensur

 
 
 
Wie so viele Horrorstreifen aus den 1980ern verschwand auch CREEPOZOIDS – ANGRIFF DER MUTANTEN auf dem Index. Der Streifen wurde 1988 in Deutschland auf VHS in der ungeschnittenen Fassung veröffentich und im gleichen Jahr indiziert. Nach diversen deutschen Veröffentlichungen auf DVD (u.a. einer um vier Minuten gekürzten FSK16-Fassung fürs Kaufhaus) hatte man 2013 Erbarmen. Man strich CREEPOZOIDS vom Index und hob die Indizierung auf. Nun hat sich das Label WICKED VISION MEDIA dem Klassiker angenommen und die erste deutsche HD-Fassung veröffentlicht. Diese ist ungeprüft (daher erst für Erwachsene geeignet) und komplett ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

CREEPOZOIDS – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Wicked Vision Media (limitiertes Mediabook – Cover A – auf 222 Stück limitiert)

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(c) Wicked Vision Media (limitiertes Mediabook – Cover B – auf 222 Stück limitiert)

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(c) Wicked Vision Media (limitiertes Mediabook – Cover C – auf 222 Stück limitiert)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Creepozoids; USA 1987

Genre: Horror, Klassiker, Trash, Science Fiction, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 2.0, Englisch DTS-HD MA 2.0

Untertitel: Deutsch, Englisch

Bild: 1.77:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 72 Min.

FSK: ungeprüft (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Mediabook

Extras: 24-seitiges Booklet mit Texten von Michael Humberg und Christoph N. Kellerbach, Audiokommentar mit Regisseur David DeCoteau, Originaltrailer, Bildergalerie, Bonusfilm: „Shadowzone“ (85 Min., Deutsch/Englisch), Trailer zu „Shadowzone“, Hauptfilm auf DVD

Veröffentlichung: Mediabook: 06.12.2019

 
 
Wicked Vision Media hat drei limitierte Mediabooks mit zusätzlichem Booklet zum Film veröffentlicht. Der Kult-Trash wurde vom 35mm Kamera-Negativ neu abgetastet, aufwendig restauriert und feiert im Mediabook seine europäische HD-Premiere. Übrigens spendiert das Label Wicked Vision Media allen Käufern dieser Veröffentlichung ein zusätzliches Extra. Neben CREEPOZOIDS befindet sich zusätzlich auch noch das B-Movie SHADOWZONE von 1990 als HD-Upscale auf der Blu-ray. Beide Streifen liegen natürlich ungeschnitten vor.

 
 

Creepozoids [Blu-ray + DVD im Mediabook Cover A] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

Creepozoids [Blu-ray + DVD im Mediabook Cover B] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

Creepozoids [Blu-ray + DVD im Mediabook Cover C] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

CREEPOZOIDS – Trailer

 
 


 
 
 

Christian Ladewig

(Die Rechte aller verwendeten Bilder und fürs Packshot liegen bei Wicked Vision Media)

 
 
 
Ähnliche Filme:
 
Mutant – Das Grauen im All (1982)
 
Astaron – Brut des Schreckens (1980)
 
Planet des Schreckens (1981)
 

Filmkritik: „The Return of the Living Dead“ (1985)

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THE RETURN OF THE LIVING DEAD

(VERDAMMT, DIE ZOMBIES KOMMEN)

Story

 
 
 

Durch das Öffnen eines Armeefasses bricht auf einen Friedhof die Apokalypse herein. Plötzlich befinden sich überall Zombies und eine kleine Gruppe an Leuten versucht sich gegen diese zu verteidigen.

 
 
 


 
 
 

THE RETURN OF THE LIVING DEAD – Kritik

 
 
 
Wenn man „Night of the Living Dead“ als den Zombie-Klassiker schlechthin betiteln möchte, muss man „The Return of the Living Dead“ zwangsläufig als die Zombiekomödie überhaupt bezeichnen. Beide Werke in einem Atemzug zu nennen, ist dabei gar nicht mal so abwegig, denn bei beiden Filmen war John Russo als Drehbuchautor beteiligt. Außerdem wird der Film von George A. Romero hier auch gleich mal kräftig zitiert. Den Zuschauer erwartet ein mächtiger Spaß, der sowohl genügend Komödie, wie auch Horror besitzt – Ein Kunststück, welches wirklich nur wenigen Filmen so toll gelingt.
 
 
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Frank und Freddy arbeiten in einem medizinischen Versandhaus. Fred ist neu und Frank prahlt gleich mal mit seinen Geschichten. Im Keller würde ein Fass der Armee stehen mit einer echten Leiche darin. Die Geschehnisse aus „Night of the Living Dead“ seien echt gewesen und der Film musste ein paar Ereignisse verfälscht darstellen, weil es sonst Ärger gegeben hätte. Scheinbar hat Frank recht, denn als er Freddy das Fass zeigen will, öffnet sich dieses plötzlich, Gas tritt heraus und ehe man sich versieht, ist der gesamte Friedhof voll mit Zombies. Bis es soweit ist, vergeht aber etwas Zeit. Die erste Hälfte lässt es noch etwas gemütlicher angehen, ist aber auch schon sehr kreativ. Alleine wie man hier das große Vorbild Romero zitiert, ist einfach herrlich. Kleinigkeiten wie z.B. der geteilte Hund machen immer wieder Freude. Hinterher wird es aber noch viel wahnwitziger. „The Return of the Living Dead“ ist ganz sicher kein normaler Zombiefilm, denn wie sich die Zombies hier verhalten, ist nicht gerade typisch. Dass sie in modernen Werken rennen können, kennt man ja, aber in den 80ern war das schon eher speziell. Sie können aber teilweise sogar sprechen und nebenbei bekommt man endlich mal die Erklärung, warum Zombies so gerne Gehirne fressen. Dabei ist ihr Verhalten teilweise auch enorm clever. Solche Kreaturen sieht man nicht alle Tage und so simpel das Drehbuch im Kern auch ist, durch die originellen Einfälle wird es mehr als sehenswert.
 
 
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Perfektes Schauspiel gibt es dabei eher weniger zu sehen, doch das ist hier gar nicht wichtig. James Karen ist mit reichlich Overacting mit dabei, Thom Mathews macht nicht die beste Figur und sowieso sind die Charaktere reichlich dünn von der Zeichnung her. Aber das stört nicht, weil andere Faktoren wichtiger sind und außerdem sind alle genügend sympathisch. Clu Gulager macht von allen am meisten her, aber auch Don Calfa weiß zu überzeugen. Hinzu gesellt sich eine Gruppe von Punks, die zufälligerweise auch auf dem Friedhof unterwegs sind und herrlich klischeebeladen dargestellt werden.
 
 
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Regisseur Dan O’Bannon hat mit „The Return of the Living Dead“ einen Kultfilm gezaubert, der sich zwar nicht unbedingt an die Regeln des Zombiefilmes halten will, aber trotzdem mit einer perfekten Atmosphäre dienen kann, so wie sie sich gehört. Alleine der Friedhof als Schauplatz sieht ideal aus und ist so herrlich altmodisch, dass es eine wahre Freude ist. Dazu gesellt sich dann der punkige Soundtrack und der ordentliche Score. Was da so für Bilder entstehen, ist einfach ein Highlight für jeden Nostalgie-Freund. Die Inszenierung kann sich sehen lassen und selbst wenn der Film nicht den größten Aufwand besitzt, so ist er doch mit jeder menge Mühe realisiert worden. Die knapp 90 Minuten Laufzeit vergehen ohne den Hauch einer Länge und bieten Kurzweil pur. Alles geht recht schnell zur Sache und dennoch ist das Tempo anfangs noch etwas geringer. Das ändert sich mit der Zeit und dann ist an allen Fronten reichlich viel los. Action und Spannung kommen da nicht zu kurz und die Lage scheint ausweglos zu sein. Die Kunst ist es aber, dass „The Return of the Living Dead“ nebenbei dennoch die Komödie bedienen kann. Dies schafft er nicht durch die größten Lacher, sondern eher, weil er durchgängig eine gewisse amüsante Komponente besitzt. So fühlt man sich beim Zuschauen am ehesten richtig gut. Der Feel-Good-Streifen unter den Zombiefilmen!
 
 
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Dass das Geschehen früher mal indiziert war, ist reichlich lächerlich. Die Freigabe ab 16 Jahren, die „The Return of the Living Dead“ mittlerweile besitzt, passt da schon deutlich besser. Gesplattert wird hier nämlich wenig. Ein bisschen brutal ist das schon, aber eben nicht gerade oft. Die Effekte können sich aber dennoch absolut sehen lassen. Zwar wurden manche Zombies eher simpel geschminkt, dafür gibt es aber eine der besten Zombie-Kreationen überhaupt. Das Ding im Keller sieht jedenfalls super aus! Auch die anderen Effekte sind gut bis sehr gut, richtig schön altmodisch und natürlich von Hand gemacht. Selbst wenn das also nicht so brutal ist, dürfte das Splatterherz sich in manchen Momenten sehr freuen.
 
 


 
 
 

THE RETURN OF THE LIVING DEAD – Fazit

 
 
 
9 Punkte Final
 
 
 
„The Return of the Living Dead“ ist einer der besten Zombiefilme und eine der besten Zombiekomödien geworden. Es gibt hier zwar durchaus ernsten Horror zu sehen, doch das Ganze ist meistens dermaßen amüsant geraten, dass man auch ohne die größten Lacher von einer Komödie sprechen kann. Die Handlung lebt von originellen Einfällen und selbst wenn das Szenario so simpel ist, wie meistens in solchen Filmen, hebt sich das Ganze durch die andere Herangehensweise deutlich ab. Ein bisschen war der Film somit sogar seiner Zeit voraus. Solide Darsteller, sympathische Charaktere und eine herrlich altmodische Inszenierung gibt es noch dazu. Außerdem besitzt das Werk eine unschlagbar gute Atmosphäre und zusätzlich noch tolle Effekte, die den Nostalgiefaktor gleich nochmals in die Höhe treiben. Auch mehr als 30 Jahre nach dem Erscheinen sorgt das für viel Freude. Ein Kultfilm, ein Klassiker und definitiv ein Evergreen des Zombie-Genres, dem noch vier Fortsetzungen unterschiedlicher Qualität folgten!
 
 
 


 
 
 

THE RETURN OF THE LIVING DEAD – Zensur

 
 
 
„The Return of the Living Dead“ hatte es in Deutschland nicht leicht. Bereits für die Kinoauswertung musste der Film gekürzt werden. Auch auf VHS musste der Streifen Federn lassen und wurde dazu auch noch indiziert. Erst auf DVD und mit SPIO/JK-Segen gelang es dem Label MGM diesen kultigen Zombie-Spaß erstmals ungeschnitten zu veröffentlichen. Leider musste er unter dem Ladentisch gehandelt werden und durfte nur dort ausgelegt werden, wo er von Personen unter 18 Jahren nicht gesehen weren konnte.

Im Jahr 2011 wurde „The Return of the Living Dead“ vorzeitig vom Index gestrichen und landete mit einer FSK16 als DVD zum ersten Mal legal und ungeschnitten im deutschen Handel. Mittlerweile sind wieder einige Jahre vergangen. Nachdem die Zombiekomödie vom Label NSM Records seit 2015 in diversen Mediabooks auf Blu-ray im deutschsprachigen Ausland ausgewertet wurde, erscheint der HD-Release nun endlich auch erstmalig in Deutschland. Das nun erhältliche Steelbook, welches man im stationären Handel kaufen kann, beinhaltet die ungeschnittene Filmfassung und jede Menge Bonusmaterial. Hinzukommt, dass NSM Records für die Blu-ray ein neues 2K Master vom Interpositiv nutzen konnte. Die Bildqualität ist dementsprechend grandios.
 
 
 


 
 
 

THE RETURN OF THE LIVING DEAD – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) NSM Records (Blu-ray Steelbook)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Return of the Living Dead; USA 1985

Genre: Horror, Klassiker, Komödie

Ton: Deutsch DTS-HD MA 2.0 (Mono), Englisch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 2.0, Englisch DTS-HD MA 2.0 (Mono), Englisch DTS-HD MA 5.1 = Englische Synchronisation (Remastered), Englisch DTS-HD MA 2.0 = Englische Synchronisation (Remastered), Englisch DTS-HD MA 2.0 (Mono) = Englische Synchronisation (Original)

Untertitel: Deutsch, Englisch

Bild: 1.85:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 92 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Steelbook

Extras: Neues 2K Master vom Interpositiv, Disc 1 Blu-ray: Audiokommentar von Marco Erdmann und Daniel Perée vom Wicked Vision (Deutsch, ohne Untertitel), Audiokommentar von Gary Smart und Chris Griffiths (Englisch), Audiokommentar von den Schauspielern Thom Mathews, John Philbin und Make-up Effects Artist Tony Gardner (Englisch), Audiokommentar von Cast & Crew mit Production Designer William Stout und den Schauspielern Don Calfa, Linnea Quigley, Brian Peck, Beverly Randolph, Allan Trautman (Englisch), Audiokommentar von Director Dan O’Bannon und Production Designer William Stout (Englisch), Deutscher Trailer, Return of the Living Dead – The Dead have Risen (Englisch, optionale deutsche Untertitel), The Decade of Darkness (Englisch mit deutsche Untertitel), Designing the Dead (Englisch, optionale deutsche Untertitel), Kinotrailer #1 – Bloody Version, Kinotrailer #2 – Even Bloodier Version, Zombie Subtitle Stream, In their own Words – The Zombie Speak, The Decade of Darkness (Englisch mit deutsche Untertitel), Neu: TV Spots, Still Galleries, Disc 2 Bonus Blu-ray: Return of the Living Dead Workprint (Englisch, optionale deutsche Untertitel), The FX of the Living Dead mit Production Designer William Stout, FX Make-up Artists William Munns, Tony Gardner, Kenny Myers And Craig Caton-Largnet, Visual Effects Artists Bret Mixon und Gene Warren Jr. und Schaupieler Brian Peck (Englisch, optionale deutsche Untertitel), Party Time: The Music of Return of the Living Dead (Englisch, optionale deutsche Untertitel), Horror’s Hallowed Grounds – Revisiting The Locations Of The Film (Englisch, optionale deutsche Untertitel), The Origins of The Living Dead – Interview with John A. Russo (Englisch, optionale deutsche Untertitel), The Dead have risen (Englisch, optionale deutsche Untertitel)

Veröffentlichung: Steelbook: 30.08.2019

 
 

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THE RETURN OF THE LIVING DEAD – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Die Rechte aller verwendeten Bilder und fürs Packshot liegen bei NSM Records)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Return Of The Living Dead 2 – Toll Treiben Es Die Wilden Zombies (1988)
 
Return Of The Living Dead 3 (1993)
 
Freakshow (1988)
 
Die Killerhand (1999)