Filmkritik: „Antiviral“ (2012)

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ANTIVIRAL

Story

 
 
 
Syd March ist Mitarbeiter der Lucas Clinic, die die infizierten Zellen von Promis an ihre Fans verkauft. Als er eines Tages die Vorschriften ignoriert, wird er bald Teil eines tödlichen Geheimnisses.

 
 
 


 
 
 

ANTIVIRAL – Kritik

 
 
Da ich nach kultig-einmaligen und sehenswerten Glanzstücken wie „Videodrome“ und gerade „The Brood“, gepackt mit furchterregendem Body-Horror und beißender Gesellschaftskritik, definitiv zum David Cronenberg-Fan geworden bin, war ich mehr als nur neugierig zu erfahren, was Sohnemann Brandon wohl in seinem Debüt gezaubert hat, dessen Prämisse und Setting bereits an die Regiewurzeln anmahnen: Krankheiten und ihre Viren stehen im Fokus, Fetischisierung und Ikonisierung von Stars werden auf ein galliges Maximum getrieben. Zusammen mit einer steril-durchstilisierten Umgebung und einem tragendem Hauptdarsteller also alles nicht fernab von einer Black Mirror-Folge – bis auf die Laufzeit.
 
 
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Und somit ist mein Gesamteindruck auch leider schon recht präzise wiedergegeben – gerade für ein Debüt hat Cronenberg hier einen optisch sehr versierten Film geschaffen, dessen Setdesigns Spaß machen und Cast nahezu durchgängig überzeugen kann – doch statt sich 100 Minuten lang selber zu beobachten und die in Reihung dann leider doch zu ähnlichen Bilder mit langsamen Pace durch zu exerzieren, wäre es vielleicht weiser gewesen, wahlweise sympathische Charaktere, oder zumindest Kurzweil durch Genreeinlagen zu verwenden – so aber ist „Antiviral“ genauso kalt und leer wie seine Optik und das kann man als Stilvollendung auf Metaebene und Vorhalten des Zuschauers begreifen, aber vielleicht auch eher als Script, das eine gute Kernidee hat, diese aber nicht ausarbeiten weiß.
 
 
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David Cronenberg hat oft von Außenseitern erzählt, von Exzentrikern und Ausgestoßenen, noch öfter aber von solchen, die es wurden – diese menschliche Seite fehlt dem unangenehm und grandios von Caleb Landry Jones gespieltem Hauptdarsteller aber leider, und auch sonst bleiben die Charaktere oftmals funktional, für das Script clever oder ominös oder für die Szene interessant genug, im Kopf bleiben oder für weitere Mysterien sorgen tun sie aber nicht. Allgemein werden die reizvolle Prämisse und das Worldbuilding fast nur auf die Lucas Klinik und wenige weitere Orte angewendet, von einer größeren, lebendigen Welt mit Eigenmechanik fehlt leider jede Spur – ein weiterer Kritikpunkt, der bei einem Einstünder nicht weiter auffiel, auf 100 Minuten gestreckt jedoch leider schon.
 
 
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Body-Horror-Effekte, gorige Einlagen oder furchterregende Momente sind bei einem solchen Setting und stetiger Anwesenheit von Patienten natürlich naheliegend, doch auch hier sollte man den Vornamen und nicht nur „Cronenberg“ lesen, da die genannten Einlagen zwar funktionieren, eine Wirkung erzielen und auch ordentlich getrickst sind, die Gewalt oder Ideen derer nur leider nicht nahe gehen oder wirklich verstören, da, erneut, die Charaktere bzw. Umstände nicht fesselnd genug, menschlich genug, nachvollziehbar genug geschrieben sind, um wirklich zu kümmern. Es bleibt ein sehr ambitionierter Film mit einer hervorragenden Grundidee, gelungener Regie und einer starken Hauptperformance, der nur leider nie das volle Potential seiner Ideen herauskitzeln kann und optisch auf höchstem Niveau gepflegt begeistert, einlullt, langweilt. Definitiv einmalig sehenswert und interessant, aber keine Großtat für das Genre sozialkritischen Bodyhorrors.
 
 
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ANTIVIRAL – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
„Antiviral“ schafft es bestens, eine spannende Prämisse aufzubauen und in seine Welt zu ziehen, inszeniert Gräueltaten und Ungeheuerliches routiniert als Alltag und hat sehenswerte Elemente in sich, als Gesamtwerk aber leider zu leer, aufgeblasen und kalt für meinen Geschmack.
 
 


 
 
 

ANTIVIRAL – Zensur

 
 
 
„Antiviral“ hat von der FSK eine Freigabe ab 16 Jahren in der ungeschnittenen Form erhalten. Diese ist auch gerechtfertigt. Body-Horror-Fans können bedenkenlos zugreifen.
 
 
 


 
 
 

ANTIVIRAL – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Busch Media Group (KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Antiviral; Kanada 2012

Genre: Horror, Thriller, Science Fiction

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DD 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.85:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 107 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wendecover

Extras: Trailer

Release-Termin: 19.10.2018

 

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ANTIVIRAL – Trailer

 
 


 
 
 

Dr. Barry Nyle

(Rechte für Grafiken liegen bei Busch Media Group)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
eXistenZ (1999)
 
Replace (2017)
 

Filmreview: „The Colony“ (2013)

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THE COLONY

Story

 
 
 
Die globale Erderwärmung hat eine neue Eiszeit verursacht. Die wenigen Überlebenden organisieren sich in Kolonien unter der Erde, wo sie nicht nur den Fortbestand von Flora und Fauna sicherstellen; sondern auch das eigene Überleben. Wer krank wird, muss die Gemeinschaft verlassen. Wer sich nicht an die klaren Regeln hält, ebenso. Als Kolonie 5 einen Notruf aussendet, wird der Hilferuf von den Mitgliedern der benachbarten Kolonie entgegengenommen. Unter der Leitung von Briggs (Laurence Fishburne) macht sich eine kleine Gruppe Freiwilliger auf den Weg, den Mitgliedern der Kolonie 5 aus ihrer Notlage zu helfen. Doch was sie dort erwartet, lässt ihnen das Blut in den Adern gefrieren …
 
 
 


 
 
 

THE COLONY – Kritik

 
 
 
ACHTUNG: Trailer enthält SPOILER!
 
 
 
Post-apokalyptische Szenarien im Kino (I AM LEGEND, THE DAY AFTER TOMORROW) sind seit einigen Jahren mal wieder schwer im Trend. Was sich mitunter vor allem für große Filmstudios zu einer lukrativen Geldquelle entwickelt hat, hält auch unlängst im Horrorfilm Einzug – wenn auch nicht immer ganz so laut und effektüberladen wie zum Beispiel die Filme aus der (Un-)Kreativ-Schmiede eines ROLAND EMMERICH (INDEPENDENCE DAY; 2012). Im Horror sind es eher erdumspannende Seuchen, die friedliebende Bürger zu reißenden Bestien werden lassen (28 DAYS LATER, 28 WEEKS LATER), die dann jeden anknabbern müssen, der sich nicht vor ihnen in Sicherheit bringen kann. Der tot geglaubte Zombiefilm hat seither ein regelrechtes Revival erlebt und konnte mit dem Serien-Hit THE WALKING DEAD sogar beachtliche Erfolge im TV verbuchen. Der Suvival-Thriller THE COLONY ist zwar ebenso im gleichen Genre zu Hause, gierende Untote sucht der Filmfreund hier jedoch vergebens. Macher JEFF RENFROE (ONE POINT ZERO – DU BIST PROGRAMMIERT) ist im Katastrophenfilm kein Unbekannter. Vor THE COLONY konnte er sich als Drehbuchautor zum TV-Film DER SUPERSTURM – DIE WETTER-APOKALYPSE (2012) erproben. Die Arbeit schien im gänzlich Spaß gemacht zu haben, so dass er sich zu einem weiteren Weltuntergangs-Schocker überreden ließ und den nun vorliegenden THE COLONY inszenierte. Wo er sich Inspirationen für seinen aktuellen Überlebensflick geholt haben muss, dürfte schnell klar sein. Denn sein neuster Beitrag besitzt eine erschreckende Ähnlichkeit mit dem Carpenter’schen Körperschocker THE THING aus dem Jahre 1982. Nur mit dem Unterschied, dass sich die Überlebenden hier mit einer gänzlich anderen Bedrohung konfrontiert sehen und nicht gegen eine außerirdische Lebensform kämpfen müssen.
 
Die Geschichte von THE COLONY ist schnell erzählt: Briggs (LAURENCE FISHBURNE) ist Anführer einer kleinen Kolonie, die sich vor der neuen Eiszeit in Sicherheit bringen konnte und tief im Erdinnern damit beschäftigt ist, irgendwie zu überleben. Das klappt recht gut, denn strickte Regeln klären den Umgang miteinander. Als die kleine Gruppe ein Notrufsignal der einzig bekannten Nachbarkolonie erhält, stellt Briggs einen Trupp von Freiwilligen zusammen, der sich auf den Weg machen soll, die seltsamen Vorfälle zu untersuchen. Nach einer beschwerten Reise durch schneebedeckte Täler und Pfade erreichen die Helfer ihr Ziel, doch von den Überlebenden der Kolonie 5 fehlt jegliche Spur. Als die Gruppe bei ihrem Erkundungstrip auf ein abgemagertes und reichlich verwirrtes Mitglied der Gemeinschaft stoßen, offenbart sich ihnen das ultimative Böse.
 
Mehr über THE COLONY zu verraten wäre fatal, denn dieser Film ist einer jener Filme, der seine optimale Wirkung nur dann erzielt, wenn man so wenig wie möglich über ihn weiß. Vor allem der faszinierend frostreichen aber erschreckend unheimlichen Kulisse ist es zu verdanken, dass THE COLONY spannend bis zur letzten Minute bleibt, wobei dem Zuschauer nicht verborgen bleiben dürfte, dass hier ziemlich oft mit CGI getrickst wurde. Die Effekte sind für eine „günstige“ 16 Millionen Dollar Produktion als durchweg zufriedenstellend zu bezeichnen. Dennoch bleibt dem Filmfreund der Einsatz der Bluescreen-Technik nicht erspart – anders hätte vermutlich der ausweglose und klaustrophobische Grundton der Produktion nicht in Bilder festgehalten werden können. Immerhin konnte Regisseur RENFROE für seinen Überlebenstrip einige namhafte und erfahrene Schauspieler gewinnen, die dem Film immens bereichern. So kämpft sich KEVIN ZEGERS (FROZEN-EISKALTER ABGRUND) an der Seite von LAURENCE FISHBURNE (MATRIX) durch Berge von Kunstschnee und BILL PAXTON (ALIENS – DIE RÜCKKEHR) brilliert als gar widerwärtiger Fiesling. Umso bedauerlicher, dass THE COLONY kaum Beachtung fand und in Deutschland sogar direkt auf den Heimkinomarkt geworfen wird. Der Film glänzt durchs Verursachen eines permanent unguten Gefühl und die allgegenwärtige unheimliche Stimmung sorgt für 90 Minuten wohlige Schauer. Da verzeiht man JEFF RENFROE gern, dass das Ende doch etwas zu übereilt daherkommt und das Finale etwas arg unausgegoren wirkt. Zwar wird selbiges dem Zuschauer mit Hang zum Groben gefallen, hilft aber nicht, dass man das Gefühl nicht loswerden möchte, RENFROE wurde aus Budgetgründen gezwungen, ein abruptes Ende zu finden. Was bleibt ist ein sehenswerter und vor allem packender Thriller, der bis kurz vor Ende unglaublich spannend bleibt, aber in den letzten 15 Minuten etwas plump und leider unfertig wirkt.
 
 
 


 
 
 

THE COLONY – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Einer der besten Überlebens-Horrorschocker in letzter Zeit. Wer Filme wie THE THING, I AM LEGEND oder 30 DAYS OF NIGHT mag, wird THE COLONY lieben!
 
 
 


 
 
 

THE COLONY – Zensur

 
 
 
THE COLONY erscheint im Oktober 2013 auch in Deutschland. Da der Film (bis auf einige Gewaltspitzen am Ende) keine Splatterorgie ist, kommt er mit FSK16 in den Handel und ist somit auch für Jugendliche geeignet.
 
 
 


 
 
 

THE COLONY – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Das Ding aus einer anderen Welt (1982)

The Day after Tomorrow (2004)

30 Days of Night (2007)