Filmkritik: „Snake Eater II – Snake Eater’s Revenge“ (1989)

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SNAKE EATER II – SNAKE EATER’S REVENGE

(SNAKE EATER II – THE DRUG BUSTER)

Story

 
 
 
Im zweiten Abenteuer von Jack „Soldier“ Kelly, eines groben Bullen mit Vietnamkrieger-Vergangenheit, nimmt sich der ledernackige Gesetzesvertreter eine fiese Drogendealerbande zur Brust, deren Stoff mit Rattengift versetzt ist. Sein Hang zur völlig überzogenen Härte bringt den Brutalo-Cop per Gerichtsbeschluss in die Klapsmühle, wo er das dort einsitzende Panoptikum von Verrückten davon überzeugen kann, ihm beim gnadenlosen Auseinandernehmen der Rauschgift-Kriminellen unter die gestählten Arme zu greifen.

 
 
 


 
 
 

SNAKE EATER II – Kritik

 
 
Lorenzo Lamas kommt seinerzeit aus der auch in Deutschland ausgestrahlten Weinbauern-Soap-Opera FALCON CREST. Dort konnte der Latino-Beau aus einer bekannten Schauspielerfamilie zwar schon gelegentlich seine Muckis und Karate-Skills präsentieren, musste ansonsten aber auf eine propere Gelegenheit warten, einen veritablen Actionstar geben zu können. Diese Gelegenheit bietet sich dem Fernsehdarsteller schließlich auf dem Wege verschiedener Prügel-Actioner auf VHS. Davon kann das Publikum in den Achtzigern und Neunzigern, eben den Hochzeiten der Videothekenkultur, damals lange ein kassenträchtigeres Segment als das dümpelnde Kino, gar nicht genug bekommen. Und das auf der ganzen Welt. Im Windschatten von ewigen Machofilm-Ikonen wie Stallone, Schwarzenegger, Norris und Kollegen entsteht ein Video-B-Film-Hollywood, dessen Stars Martial-Arts-erprobte Fressepolierer wie Steven Seagal, David Bradley oder Michael Dudikoff sind. Lorenzo Lamas, gutaussehend, athletisch und nicht ängstlich, auch mal einen Stunt zu vollführen, dreht nach FALCON CREST einen ganzen Blumenstrauß solcher Filme, bevor ihm in den Neunzigern mit der ganz unterhaltsamen Biker-auf-der-Flucht-Show RENEGADE ein Fernseh-Comeback gelingt. Die SNAKE-EATER-Filme, insgesamt sind es drei, stellen jedenfalls die Krone seines Schaffens als Verdrescher bedauernswerter Kleindarsteller dar.
 
 
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Im vorliegenden zweiten Teil präsentiert sich der SNAKE EATER nicht nur als beinhartes Gewaltfetisch-Programm mit Anleihen bei den späten, vollends in beinahe absurder Ultra Violence aufgehenden Fortsetzungen von Charles Bronsons EIN-MANN-SIEHT-ROT-Reihe, nein ein ganz anderes Terrain wird lustvoll betreten. Ja, Sensei Lorenzo führt die Einwohnerschaft des Irrenhauses, wo ihn seine Gewalt verdientermaßen landen lässt, in die Schlacht, wo die von ausgewiesenen Charakterdarstellern gegebenen Gesellen zu psychotischer Höchstform auflaufen. Einen Extrapunkt gibt es für die Gesangs- und Tanznummer zum Finale des Films, die aus der Komödie eine Perverse Komödie macht.
 
 
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Unter der handfest-nüchternen Regie des früheren Effektmannes und erfahrenen Fernsehfilmers George Erschbamer (unter anderem Mitarbeiter bei den großen Sylvester-Stallone-Hits RAMBO und ROCKY), geht Lorenzo in seiner Rolle als Hart-Arsch Soldier Kelly so auf, wie man es sich vom Star eines Vehikels wie dem Schlangenfresser nur wünschen kann. B- oder gar C-Action auf exakt dem Niveau, das man erwartet und natürlich auch nicht enttäuscht wird. Lamas‘ damalige Gattin Kathleen Kinmont darf, wie so oft, auch mitspielen. Die damals durchaus noch als, wenn auch eher amerikanisch-künstlich, Hingucker zu bezeichnende Blondine kennt der Freund des Horrorfilms als Titelfigur des legendären Splatter-Unfugs BRIDE OF RE-ANIMATOR oder eben auch wieder aus RENEGADE.
 
 
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SNAKE EATER II – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
Zweiter und interessantester Teil einer Trilogie von ganz auf ihren ansehnlichen Hauptdarsteller zugeschnittenen Videotheken-Action-Knallern aus den Glanzzeiten hodenstarker Herrenfilme. „RENEGADE“ Lorenzo Lamas gibt den Knochenbrecher mit Polizeimarke mit exakt jenem Gusto des Schönlings mit Aggressionsproblem, das einer solchen Rolle nur angemessen ist.
 
 


 
 
 

SNAKE EATER II – Zensur

 
 
 
„Snake Eater II – Snake Eater’s Revenge“ kam in Deutschland auf VHS heraus, wurde aber 1991 von der BPjS indiziert und erst 2015 wieder vom Index gestrichen. Mittlerweile wurde der Streifen von der FSK neu geprüft und ist jetzt angeschnitten frei ab 18 Jahren.

 
 
 


 
 
 

SNAKE EATER II – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) NSM RECORDS (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Snake Eater II: The Drug Buster; Kanada 1989

Genre: Action, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 2.0, Englisch DTS-HD MA 2.0

Untertitel: Deutsch, Englisch

Bild: 1.85:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 92 Minuten

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Blu-ray im Keepcase

Extras: Vorwort mit Lorenzo Lamas (Englisch, Optonale Deutsche Untertitel), Snake Eater Featurette Teil 2: A Franchise with Fangs – Remembering The Drug Buster (Englisch, Optionale Deutsche Untertitel), Sanke Eater 1 Trailer, Sanke Eater 2 Trailer, Sanke Eater 3 Trailer, Bildergalerie

Release-Termin: KeepCase: 28.01.2022

 

Snake Eater II – Snake Eater’s Revenge [Blu-ray im KeepCase] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

SNAKE EATER II – Trailer

 
 


 
 
 

Christian Ladewig

(Rechte für Grafiken liegen bei NSM RECORDS)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Snake Eater (1989)
 
Snake Eater III (1992)
 
Female Justice (1996)
 

Filmreview: „Raptor Ranch“ (2013)

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RAPTOR RANCH

Story

 
 
 
Auf der RAPTOR RANCH gehen merkwürdige Dinge vor sich. Dort führt Dr. Cane (Jack Gould) ominöse Experimente durch. Er züchtet prähistorische Raptoren, die von Durchreisenden versehentlich aus ihren Käfigen befreit werden. Dass das kein gutes Ende nehmen wird, liegt auf der Hand …
 
 
 


 
 
 

RAPTOR RANCH – Kritik

 
 
 
Seit die Dinos aus JURASSIC PARK 3 im Jahr 2001 das letzte Mal die Lichtspielhäuser heimgesucht haben, ist der Hype um die gefräßigen Urzeitbewohner schneller abgeebbt, als erwartet. Zwar bekommt man die prähistorischen Monster ab und an im Bildungsfernsehen der Öffentlich Rechtlichen zu Gesicht, im Genre haben sie sich jedoch rar gemacht, was für die Regiedebütanten DAN BISHOP und MICHAEL BEBERASHVILI Grund genug gewesen sein dürfte, ihren RAPTOR RANCH auf die Filmfans loszulassen. Die versuchen mit ihrem Dino-Quatsch eine unterversorgte Lücke im Horrorfilm zu schließen und knüpfen nahtlos dort an, wo Streifen wie PTERODACTYL – URSCHREI DER GEWALT (2005) oder RAPTOR (2001) kläglich gescheitert sind: unterhaltsamer Dino-Murks. Trotz TRASH-Prädikat entstand diesmal nichts unter der Fuchtel der gefürchteten ASYLUM-Müllschmiede, die ja berüchtigt dafür ist, geistlosen Hirnshit in Gold zu verwandeln. Bei RAPTOR RANCH handelt es sich um eine kleine Independent-Produktion, die sich nur selten ernst nimmt und es tatsächlich schafft, ausreichend Spaß zu bereiten. Ein Teil dessen ist der arg überzogenen Situationskomik zu schulden. Die sorgt nicht selten dafür, dass man meinen könnte mit RAPTOR RANCH eine sinnentleerte Parodie auf die beliebte JURASSIC PARK-Reihe aus SPIELBERGS Dreamwork-Fabrik in den Händen zu halten. Der dürfte sich vermutlich durch derart abgefahrenen Klamauk ganz schön veräppelt fühlen, denn nach Gehalt sucht man in diesem selbstironischen Splatter-Quatsch vergebens.
 
Wie es in amerikanischen Filmen stets der Fall ist, geht natürlich Durchreisenden irgendwo mitten in der Einöde Texas entweder das Benzin aus oder das Gefährt kommt unter beißendem Motorqualm abrupt zum Erliegen. So auch einigen Protagonisten, die sich mit Panne und ohne Sprit zu einer Tankstelle retten können, an der es kurioserweise weder Hilfe noch Benzin gibt. Die gehört einem schleimigen Widerling, der nicht nur als Tankwart arbeitet, sondern auch ein Restaurant betreibt. In dem arbeitet Kellnerin Abbi Whitecloud (eine desinteressierte und gesichtslose JANA MASHONEE) die Schulden ihrer verstorbenen Mutter ab und bringt die Gestrandeten zu einer nahe liegenden Ranch, wo Dr. Cane (JACK GOULD) komische Experimente durchführt. Davon weiß aber der unwillkommene Besuch natürlich nichts und befreit unachtsamerweise einige Dinosaurier, die nun gierig lospirschen, um sich die knurrenden Mägen zu füllen.
 
Man nehme eine handvoll skurriler Gestalten, die so unwirklich agieren, dass man meinen könnte sie wären einem Comic entsprungen, werfe sie mit nicht mehr zeitgemäßen Monstereffekten in einen Topf und würze das Ganze mit reichlich Blut und allerhand dummen Sprüchen. Fertig ist RAPTOR RANCH, ein Film der keinen Hehl daraus macht, dass er eigentlich total bescheuert ist. Die Geschichte ist hier nur notdürftiges Flickwerk und die bescheidenen Effekte befinden sich irgendwo auf Playstation 1-Niveau. Immerhin, wird trotz großzügigen Einsatzes durchwachsener CGI auch auf altbewährte Puppenanimatronik zurückgegriffen. Die schaut teilweise sogar besser aus, als das Pixelgewitter aus dem Computer, kann aber auch nicht kaschieren, dass RAPTOR RANCH nach den ersten grandios bescheuerten 45 Minuten erheblich die Puste ausgeht. Nachdem die gefährlichen Fleischfresser aus ihren Zellen entkommen konnten, verharrt der Dino-Brüller nämlich unspektakulär auf der Stelle. Das Chaos bricht aus und die Helden sehen sich leidlich darum bemüht, um ihr Überleben zu kämpfen. Immerhin haben sie während des Überlebenskampfes nicht ihren Humor verloren, denn statt gegruselt darf gelacht werden. Es wird reichlich ge-overacted, sinnbefreit gehandelt und wirr in der Gegend umhergerannt. Wir sehen, wie verschiedengroße Raptoren den Helden nach dem Leben trachten, wild in die Kamera geifern und sich die Protagonisten in den gierigen Schlund hinabwürgen. Das mag zwar anfänglich noch durchaus unterhaltsam sein; die Rezeptur wird jedoch bis zum Erbrechen wiederholt, dass schnell der Spaßofen aus ist und das permanente Rennen, Verstecken, Schreien und Gieren ganz schön auf den Zünder geht. Am Ende bleibt eine mittelprächtige Monster-Gurke, die ihr Potenzial eindeutig verschenkt hat. Was anfänglich hervorragend funktioniert, wird ab Filmmitte mangels Ideen fast schon zwanghaft wiederholt, damit man halbwegs Filmlänge erreicht. Schade eigentlich, denn wirklich guten Urzeit-Trash hätte dem Genre durchaus mal wieder gut getan. So sei RAPTOR RANCH einzig nur den Zuschauern empfohlen, die ein Faible für schlechten Geschmack besitzen, denn die dürften mit diesem Billig-Streifen trotz qualitativer Mängel eindeutig ihren Spaß haben.
 
 
 


 
 
 

RAPTOR RANCH – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
RAPTOR RANCH punktet mit hohem Spaß-Faktor und einer herrlich selbstironischen Inszenierung, die man natürlich zu keiner Zeit ernst nehmen kann. Der Splatter-Quatsch gefällt durch schräge Typen, liebenswert grottige Effekte und natürlich viel Kunstblut und einer Menge Körperteile aus Plastik. Monster-Trash wie er im Buche steht, der nicht nur Liebhabern bewusst schlecht gemachter Filme gefallen dürfte. Auch Besitzer einer Heimkinoanlage geraten bei so viel “dinoströsem” Schnaufen und Stampfen vor Freude in Entzückung.
 
 
 


 
 
 

RAPTOR RANCH – Zensur

 
 
 
RAPTOR RANCH ist eine Dino-Splatter-Komödie. Da man die übertriebenen Grausamkeiten zu keiner Zeit ernst nehmen kann und hier die Gewalt von Tieren ausgeht, dürfte RAPTOR RANCH in der ungeschnittenen Filmfassung schon für Kids ab 16 Jahren geeignet sein.
 
 
 


 
 
 

RAPTOR RANCH – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Raptor (2001)
 
Carnosaurus (1993)
 
Carnosaurus 2 – Attack of the Raptors (1995)
 
Jurassic Park (1993)